NĂŒrnberg

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NĂŒrnberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt NĂŒrnberg
NĂŒrnberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt NĂŒrnberg hervorgehoben
49.45277777777811.077777777778309
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Höhe: 309 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 186,38 kmÂČ
Einwohner:

505.664 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 2713 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 90402–90491
Vorwahlen: 0911, 09122, 09129
Kfz-Kennzeichen: N
GemeindeschlĂŒssel: 09 5 64 000
Stadtgliederung: 7 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 2
90403 NĂŒrnberg
WebprÀsenz: www.nuernberg.de
OberbĂŒrgermeister: Ulrich Maly (SPD)
Lage der Stadt NĂŒrnberg in Bayern
Weiden in der Oberpfalz Straubing WĂŒrzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim NĂŒrnberg NĂŒrnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten Ingolstadt FĂŒrth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg MĂŒnchen Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis WĂŒrzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis UnterallgĂ€u Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis OstallgĂ€u Landkreis OberallgĂ€u Landkreis NĂŒrnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis MĂŒnchen Landkreis MĂŒhldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis GĂŒnzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis FĂŒrth Landkreis FĂŒrstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis EichstĂ€tt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Bodensee Schweiz Österreich Baden-WĂŒrttemberg Hessen Tschechien Sachsen ThĂŒringenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Altstadt vom Burgberg
Die NĂŒrnberger Burg ist das Wahrzeichen NĂŒrnbergs und thront ĂŒber der Stadt
Blick ĂŒber die Altstadt vom Spittlertorturm

NĂŒrnberg (frĂ€nkisch NĂ€mberch) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Mittelfranken des Freistaats Bayern. Sie ist mit ĂŒber 500.000 Einwohnern die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Bayerns. NĂŒrnberg bildet zusammen mit seinen NachbarstĂ€dten FĂŒrth, Erlangen und Schwabach ein Ballungsgebiet, in dem 1,2 Millionen Menschen leben[2] und welches das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der EuropĂ€ischen Metropolregion NĂŒrnberg (3,5 Millionen Einwohner) und Frankens ist.

Inhaltsverzeichnis

Name und Wappen

Bronzefigur der Nymphe Noris (1903) von Philipp Kittler

Der Name der Stadt leitet sich von nor fĂŒr steiniger Fels ab und bezeichnete den von weit her sichtbaren Keuperfels mit der Burg. Sie und die zu ihren FĂŒĂŸen entstandene Siedlung wurden wohl nach dem Felsberg benannt.[3] Daneben gibt es die These, dass sich der Name der Stadt von dem Personennamen Noro ableitet.[4][5] Andere Deutungen wie „Nero-berg“, „Nur-ein-Berg“ oder „Neuberg“ erwiesen sich als falsch.

Der Beiname Noris fĂŒr die Stadt NĂŒrnberg kam bereits im Humanismus auf. Erstmals bezeichnete Helius Eobanus Hessus NĂŒrnberg als noris amoena (liebliche Noris). Hessus lehnte sich dabei an die lateinische Schreibung des Stadtnamens in Urkunden als Noricum oder Norimberg an. Der Arzt Johann Hellwig personifizierte 1650 in einer Dichtung diesen Beinamen als mythische Nymphe Noris, die seitdem als bildungssprachliche Allegorie der Stadt hĂ€ufig Verwendung findet.[SL 1]

Das große Stadtwappen

Das Große Wappen der Stadt NĂŒrnberg zeigt auf lichtblauem Grund einen goldenen Adler mit naturfarbenem, jugendlichem Königshaupt, das eine Blattkrone und herabwallendes Haar trĂ€gt. Dieses Wappen wurde schon im Siegel von 1220 verwendet und versinnbildlicht das Reich (Reichsstadt). Der Kopf wurde zeitweise als Frauenkopf dargestellt. In seiner heutigen Form wurde das Große Wappen 1936 verliehen und 1963 vom Stadtrat bestĂ€tigt. Es wird in der Regel in den Behördensiegeln (nicht jedoch vom Standesamt, welches das amtliche bayerische Wappen fĂŒhrt), von den BĂŒrgermeistern und vom Stadtrat sowie dessen Mitgliedern gefĂŒhrt, auf historischen stĂ€dtischen GebĂ€uden und darf nur mit einer Ausnahmegenehmigung, die nur selten erteilt wird, von Vereinen oder Firmen verwendet werden.[6]

Das kleine Stadtwappen

Das Kleine Wappen der Stadt NĂŒrnberg zeigt in gespaltenem Schild, vorne in Gold, einen halben, rot gezungten und golden bewehrten schwarzen Adler am Spalt, hinten fĂŒnfmal schrĂ€g geteilt von Rot und Silber. Die SchrĂ€gteilung ist schon seit 1260 nachweisbar. Der Reichsadler kam ab 1350 hinzu und stellte somit das RĂŒcksiegel dar. Seit 1513 wurde diese Abbildung in den Siegeln der Ämter und Außenbehörden NĂŒrnbergs verwendet, wobei die Zahl der SchrĂ€gbalken und die Farbgebung mehrmals variierten. Die heute noch gebrĂ€uchliche Form wurde 1936 zusammen mit dem Großen Wappen verliehen. Aus dem kleinen Wappen leitet sich auch die Stadtflagge ab. Sie zeigt die Farben Rot und Weiß ebenfalls in SchrĂ€gteilung. Das Kleine Wappen darf zu Werbezwecken von in NĂŒrnberg ansĂ€ssigen Unternehmen gefĂŒhrt oder auf Waren angebracht werden, solange nicht der Eindruck einer amtlichen Verwendung entsteht und das Wappen heraldisch und kĂŒnstlerisch korrekt wiedergegeben wird. Beide Stadtwappen sind genehmigungspflichtig.

Geographie

NĂŒrnbergs Stadtgliederung und seine Umgebung

Geographische Lage

NĂŒrnberg liegt zu beiden Seiten der Pegnitz, die etwa 80 Kilometer nordöstlich der Stadt entspringt und das Stadtgebiet auf einer LĂ€nge von etwa 14 Kilometern von Ost nach West durchquert. Im Bereich der Altstadt wurde der Fluss stark kanalisiert. Im benachbarten FĂŒrth fließen die Pegnitz und die Rednitz zusammen und bilden die Regnitz. Vor allem im Norden und Nordwesten von NĂŒrnberg ist die Landschaft stark durch die Anschwemmungen der Pegnitz geprĂ€gt. Im Norden NĂŒrnbergs befindet sich mit dem Knoblauchsland ein wichtiges GemĂŒseanbaugebiet. Im SĂŒden, Osten und Norden der Stadt erstreckt sich der NĂŒrnberger Reichswald.

Der Unterboden NĂŒrnbergs besteht aus weichem Sandstein, der im Keuper entstanden ist. Nördlich von NĂŒrnberg befindet sich die FrĂ€nkische Schweiz, ein Mittelgebirge mit einer Höhe von teilweise ĂŒber 600 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel.

Ausdehnung des Stadtgebietes

Das Gebiet der Stadt umfasst eine FlĂ€che von 186,38 kmÂČ. Im Westen ist die Bebauung mit der Nachbarstadt FĂŒrth und im SĂŒdwesten mit Stein zusammengewachsen. Nördlich der Stadt liegt relativ flach das fruchtbare Knoblauchsland, welches zugleich auch die westliche Anflugschneise fĂŒr den NĂŒrnberger Flughafen bildet, sowie nach Nordosten hin der Sebalder Reichswald.

Die nördliche Begrenzung der Altstadt bildet der Burgberg mit der NĂŒrnberger Burg und der zu großen Teilen erhaltenen Stadtmauer; etwas östlich, ebenfalls auf der Nordseite der Pegnitz, erhebt sich der parkartig gestaltete Rechenberg.

Nachbargemeinden

Die Stadt NĂŒrnberg grenzt an folgende StĂ€dte, Gemeinden und gemeindefreien Gebiete (beginnend im Norden, dem Uhrzeigersinn folgend):

Erlangen (kreisfreie Stadt), Neunhofer Forst, Kraftshofer Forst und Erlenstegener Forst (Landkreis Erlangen-Höchstadt), Schwaig bei NĂŒrnberg, Laufamholzer Forst, Zerzabelshofer Forst, Forsthof, gemeindefreies Gebiet Fischbach und Feucht (alle Landkreis NĂŒrnberger Land), Wendelstein und Forst Kleinschwarzenlohe (Landkreis Roth), Schwabach (kreisfreie Stadt), Rohr (Landkreis Roth), Stein und Oberasbach (Landkreis FĂŒrth) sowie FĂŒrth (kreisfreie Stadt).

An die zur Stadt NĂŒrnberg gehörige Exklave Brunn grenzen die gemeindefreien Gebiete Brunn, Winkelhaid und Fischbach (alle im Landkreis NĂŒrnberger Land).

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in sieben Bezirke, die nach den Himmelsrichtungen benannt sind. 1968 wurde das Stadtgebiet fĂŒr planerische Zwecke im Sinne einer kleinrĂ€umigen Gliederung in 87 Statistische Bezirke bis hinab zu Blöcken unterteilt. Diese verwaltungstechnische Einteilung spielt im Bewusstsein der Bevölkerung jedoch kaum eine Rolle, vielmehr orientiert man sich im Alltagsleben an den traditionellen Namen der Orte.

Klima

Klimadiagramm von NĂŒrnberg-BuchenbĂŒhl[7]

NĂŒrnberg hat ein humides warmgemĂ€ĂŸigtes Übergangsklima, das weder sehr kontinental noch sehr maritim ausgeprĂ€gt ist. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen -1,4 Â°C im Januar und 18 Â°C im August, jedoch werden an einigen Tagen im Sommer Spitzentemperaturen von ĂŒber 35 Â°C erreicht.[8] Die Niederschlagsmenge ist etwas geringer als fĂŒr die geographische Lage ĂŒblich. Ursache dafĂŒr ist die Lage NĂŒrnbergs im FrĂ€nkischen Becken; diese schwach ausgeprĂ€gte Kessellage hĂ€lt feuchte Luftmassen vom Stadtgebiet fern. Mitunter kommt es ĂŒber NĂŒrnberg zu heftigen StĂŒrmen und Unwettern, so zuletzt am 28. August 2006, als eine Windhose im Stadtteil Gartenstadt mehrere HĂ€user zum Teil schwer beschĂ€digte.

LebensqualitÀt

NĂŒrnberg wurde in der Studie Worldwide Quality of Living Survey des Beratungsunternehmens Mercer zum wiederholten Mal als eine der 25 StĂ€dte mit der besten LebensqualitĂ€t weltweit bewertet.[9] Dabei flossen unter anderem soziale, wirtschaftliche und umweltorientierte Kriterien sowie Kultur, Bildungsangebot, Infrastruktur und Gesundheitsversorgung ein.[9] Im Umweltranking schnitt NĂŒrnberg als beste deutsche Stadt auf Platz 13 ab.[9]

Bevölkerung

Eingemeindungen

Bis 1825 umfasste das Stadtgebiet 160,84 ha. Seitdem wurden, nachdem die Einwohnerzahl der Stadt infolge der Industriellen Revolution immer mehr gestiegen war und die Stadt sich immer weiter ausgedehnt hatte, mehrere ehemals selbststĂ€ndige Gemeinden in das Stadtgebiet eingegliedert, so dass die Stadt heute ĂŒber eine FlĂ€che von etwa 186,4 kmÂČ verfĂŒgt.

Einwohnerentwicklung seit 1800 in NĂŒrnberg

Einwohnerentwicklung

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1812 in der Stadt erst 26.000 Menschen, so ĂŒberschritt die Einwohnerzahl NĂŒrnbergs bereits 1880 die Grenze von 100.000 Einwohnern und machte sie zur Großstadt. 1900 hatte die Stadt ĂŒber 250.000 Einwohner, bis 1972 verdoppelte sich diese Zahl auf den historischen Höchststand von 515.000. Bis 1985 fiel die Bevölkerungszahl auf 465.000, inzwischen ist sie wieder gestiegen. Am 31. Dezember 2008 betrug die Amtliche Einwohnerzahl fĂŒr NĂŒrnberg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes fĂŒr Statistik und Datenverarbeitung 503.638.[10]

Am 18. November 2006 wurde in NĂŒrnberg zum dritten Mal innerhalb von 40 Jahren der 500.000ste BĂŒrger geboren.

Dialekt

Die NĂŒrnberger Mundart zĂ€hlt zur ostfrĂ€nkischen Dialektgruppe, doch trĂ€gt sie deutliche ZĂŒge des Nordbairischen (beispielsweise gestĂŒrzte Diphthonge) und bildet einen Übergang zwischen den beiden Dialektgruppen.[11] In der Forschung geht man heute davon aus, dass im SpĂ€tmittelalter der Stadtdialekt noch ĂŒberwiegend zum Nordbairischen tendierte.[11][12] In den letzten 200 Jahren beobachtet man dagegen eine Abkehr von bairischen zu ostfrĂ€nkischen Merkmalen, obwohl es gerade im industriellen Zeitalter einen hohen Zuzug aus der Oberpfalz gab.[11] Der Dialekt der Nachbarstadt FĂŒrth ist bis auf Unterschiede bei der Pluralbildung und den Verkleinerungsformen sehr Ă€hnlich.[13] Mehrere Autoren wie Fitzgerald Kusz oder Klaus Schamberger pflegen noch heute den Stadtdialekt. Einige sind Mitglied des Collegiums NĂŒrnberger Mundartdichter. Unter der jĂŒngeren Bevölkerung wird kaum noch die Stadtmundart verwendet.[13] Man begegnet oft in den Medien einem NĂŒrnberger FrĂ€nkisch, das eher auf umgangssprachlichen Formen als auf dem zu verschwinden drohenden Stadtdialekt basiert.[13] Dokumentiert wurde die NĂŒrnberger Mundart durch Tonaufnahmen im Rahmen der Erstellung des Bayerischen Sprachatlasses und einer 1907 herausgegeben Grammatik.[14]

Religionen

Christentum

Lorenzkirche, Westfassade

Das Gebiet des spĂ€teren NĂŒrnberg gehörte ursprĂŒnglich zum Bistum EichstĂ€tt. Ab 1016 wurde das Gebiet nördlich der Pegnitz dem Bistum Bamberg zugeordnet. 1525 fĂŒhrte die Reichsstadt NĂŒrnberg die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Danach blieb sie ĂŒber Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Lediglich das exterritoriale Gebiet der Deutschordensniederlassung blieb katholisch.

Nach dem Übergang der Stadt an Bayern 1808 wurde die Bevölkerung Teil der protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunĂ€chst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Im gleichen Jahr wurde das Generaldekanat, 1810 das Dekanat NĂŒrnberg und 1934 der Kirchenkreis NĂŒrnberg errichtet. Die Kirchengemeinden der Stadt NĂŒrnberg gehören heute zum Dekanat NĂŒrnberg, das mit fĂŒnf Prodekanaten (NĂŒrnberg-Mitte, -Nord, -Ost, -West und -SĂŒd) gefĂŒhrt wird.

Seit dem 19. Jahrhundert gab es auch fĂŒr die reformierten Gemeindeglieder eine eigene Gemeinde, die 1853 zusammen mit den anderen reformierten Gemeinden Bayerns eine eigene Synode erhielt. 1919 trennten sich die reformierten Gemeinden formell von der protestantischen Kirche Bayerns. Seither gab es in Bayern zwei protestantische Landeskirchen, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die Reformierte Synode in Bayern rechts des Rheins, die sich seit 1949 Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern nannte und heute Teil der Evangelisch-reformierten Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland (Synodalverband XI) ist.

SpĂ€testens seit dem 18. Jahrhundert nahm die Zahl der Katholiken in der Stadt wieder zu. Im Jahre 1810 entstand die erste katholische Gemeinde in NĂŒrnberg seit der Reformation. Sie erhielt 1816 die Frauenkirche zur dauerhaften Nutzung. Seither entstanden weitere Gemeinden. Insbesondere durch die Eingliederung katholischer Vororte nach NĂŒrnberg wuchs der Anteil der Katholiken im 20. Jahrhundert auf ein Drittel der Bevölkerung.[15] Die 46 Pfarrgemeinden der Stadt gehören ĂŒberwiegend zum Dekanat NĂŒrnberg des Erzbistums Bamberg. Die Pfarreien in den sĂŒdlichen Stadtteilen gehören zum Dekanat NĂŒrnberg-SĂŒd des Bistums EichstĂ€tt. Beide Diözesen haben sich zur Katholischen Stadtkirche NĂŒrnberg zusammengeschlossen, um eine einheitliche Außendarstellung zu realisieren. Viele der kirchlichen Einrichtungen sind im Haus der Stadtkirche untergebracht.[15]

Neben den Landeskirchen gibt es eine Vielzahl von evangelischen Freikirchen in NĂŒrnberg, darunter neun zum BFP gehörende Pfingstgemeinden, zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden, vier Gemeinden der Methodisten, eine Gemeinde der Mennoniten, eine Mennonitische BrĂŒdergemeinde, eine Freie evangelische Gemeinde und sechs Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten. Das freikirchlich geprĂ€gte Nehemia Team listet allein im Stadtgebiet NĂŒrnberg rund 30 Freikirchen und weitere rund 20 fremdsprachige Gottesdienste auf.[16] Viele dieser Gemeinden, die teils mit, teils ohne Dachverband arbeiten, haben sich in der Evangelischen Allianz NĂŒrnberg zusammengeschlossen, um gemeinsame Projekte wie den Gebetsladen beim CVJM Kornmarkt oder andere ĂŒbergemeindliche Projekte durchzufĂŒhren. Die Heilsarmee leistet mit ihrem Sozialwerk in NĂŒrnberg mit rund 300 Bewohnern und 70 Mitarbeitern[17] in der Obdachlosen- und DrogenabhĂ€ngigenhilfe einen bedeutenden Beitrag zur örtlichen Sozialarbeit.

Ferner sind die Altkatholische Kirche und die Apostolische Gemeinschaft mit jeweils einer Gemeinde vertreten. Beide Kirchen sind, wie einige der oben genannten, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen der Stadt.

NĂŒrnberg ist Sitz der Metropolie fĂŒr Deutschland, Zentral- und Nordeuropa der RumĂ€nisch-Orthodoxen Kirche. Diese Glaubensgemeinschaft unterhĂ€lt auch das Kloster eilige MĂ€rtyrer BrĂąncoveanu sowie die Pfarrei Heilige MĂ€rtyrer Demetrios.[18] Mit der Gemeinde der Seligen Xenia von Sankt-Petersburg besteht auch eine Gemeinde der Russisch-Orthodoxen Kirche.[19] Auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (auch Mormonen genannt) hat eine Gemeinde am Kesslerplatz.[20]

Die Zeugen Jehovas sind in NĂŒrnberg mit einigen Gemeinden vertreten.

Islam

Erste Kontakte mit dem Islam fanden in NĂŒrnberg schon sehr frĂŒh statt. So erschien 1616 in NĂŒrnberg die erste Übersetzung des Korans ins Deutsche von Salomon Schweigger.

Seit Anfang 1970 gibt es in NĂŒrnberg Gemeinschaften zur Pflege und Förderung des islamischen Glaubens und islamischer Kultur. Die 1974 gegrĂŒndete „TĂŒrkische Gemeinschaft e. V.“ ist der Ă€lteste dieser Vereine. Das 1976 gegrĂŒndete „Islamische Kulturzentrum“ ist seit 1993 im Spittlertorgraben mit der Ayasofya-Cami-Moschee ansĂ€ssig und gehört zum „Verband der islamischen Kulturzentren Köln“. Der „TĂŒrkisch-Islamische Kulturverein“ existiert seit 1979. 1996 wurde mit der „EyĂŒp-Sultan-Moschee“ die grĂ¶ĂŸte Moschee in Bayern und die drittgrĂ¶ĂŸte in Deutschland eröffnet. Die einzige Moschee in NĂŒrnberg, die in grĂ¶ĂŸerem Rahmen auch deutschsprachige Angebote macht, ist die der „Islamische Gemeinde NĂŒrnberg (IGN)“[21] (Mitglied der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e. V.“ mit der Hauptstelle in MĂŒnchen).[SL 2][22]

Judentum

Siehe auch: Geschichte der Juden in Deutschland sowie Synagogen in NĂŒrnberg; zu den Deportationen auch Willy Liebel

Die ehemalige Synagoge am Hans-Sachs-Platz

Otto von Freising berichtet als Erster, dass im Jahre 1146 mehrere Juden in NĂŒrnberg Aufnahme fanden, nachdem sie aus dem Rheinland vertrieben worden waren, wo der französische Zisterziensermönch Radulf im Vorfeld des Zweiten Kreuzzuges zu Pogromen aufrief.[23] Wahrscheinlich bestand aber bereits frĂŒher eine Ansiedlung sĂŒdöstlich der Sebalduskirche, die wie das Egidienkloster außerhalb der Sebalder Stadtmauern und im Jahre 1150 bei der ersten Stadterweiterung[24] mit eingeschlossen wurde.[25] Aktuellere archĂ€ologische Untersuchungen konnten dieses Siedlungsgebiet allerdings nicht bestĂ€tigen. Eine Ansiedlung in Ghettos hatte es im Hochmittelalter noch nicht gegeben, doch könnte der heutige Obstmarkt als Siedlungskern infrage kommen. Man vermutet daher eine Umsiedlung auf das trockengelegte Gebiet am heutigen Hauptmarkt erst um das Jahr 1250.[26] Die erste Synagoge ist fĂŒr das Jahr 1296 bezeugt.[27] Im Zuge der Thronstreitigkeiten zwischen Habsburgern und Nassauern setzte die Judenverfolgung mit dem Ausgangspunkt Röttingen auch massiv in SĂŒddeutschland ein und es kam zum Rintfleisch-Pogrom. In NĂŒrnberg floh die jĂŒdische Bevölkerung auf einen Teil der Burg, doch wurde dieser von der wĂŒtenden Menge niedergebrannt.[28] Das NĂŒrnberger Memorbuch listet 628 Tote auf.[29] Kurze Zeit danach war eine RĂŒckkehr und Neuansiedlung wieder möglich. Doch bereits 1349 kam es infolge der Pestpogrome wieder zu Massakern, bei denen 562 Menschen, wohl etwa ein Drittel der jĂŒdischen Gemeinde,[30] den Ausschreitungen zum Opfer fielen. Nach Konrad von Megenbergs Bericht brach die Pest in der Stadt erst zwei Jahre spĂ€ter aus, sodass neben den vorgebrachten Motiven wohl auch der Neubau des Hauptmarktes und die Bereicherung im Vordergrund standen, wie auch die von Karl IV. erteilten Privilegien vermuten lassen.[31] Auf dem Platz der Synagoge wurde auf Geheiß von Karl IV. die heutige Frauenkirche errichtet.[32] Abermals folgte der Vertreibung die Wiederaufnahme. Das neue Siedlungsgebiet lag bei dem frĂŒheren Judenfriedhof (bei der spĂ€teren Judengasse/Wunderburggasse).[33] Ab dem Jahr 1473 gab es wieder PlĂ€ne zur Judenausweisung. Im Jahr 1498 befahl Maximilian I. auf Anraten der Stadt die Ausweisung und Enteignung.[34] Gleichzeitig versuchte der Stadtrat gewaltsame Übergriffe zu vermeiden, stellte das unter Strafe und gewĂ€hrleistete die „Sicherheit“ durch Stadtknechte.[35] Zwischen dem 20. Februar und 10. MĂ€rz 1499 mussten die Juden die Stadt verlassen. Doch entwickelte sich ab 1528 in der unmittelbaren Nachbarstadt FĂŒrth ein aufblĂŒhendes jĂŒdisches Gemeindeleben,[36] das sich bis ins 20. Jahrhundert hielt. In NĂŒrnberg wurde erst wieder 1850 eine Ansiedlung zugelassen, doch nahm das Judentum in der Stadt raschen Aufschwung und zĂ€hlte bereits im Jahr 1871 1831 Mitglieder.[37] Mit Einweihung der neugebauten Synagoge 1874 am heutigen Hans-Sachs-Platz hatte die jĂŒdische Gemeinde ein neues Zuhause. 1902 wurde eine orthodoxe Synagoge in der Essenweinstraße geweiht. 1922 lebten mit 9280 Menschen die meisten Juden in NĂŒrnberg. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wanderten zahlreiche Gemeindemitglieder aus. Die Zahl der jĂŒdischen NĂŒrnberger Bevölkerung verminderte sich ĂŒber die Jahre 1934 bis 1940 um 5638. 1938 riss man die NĂŒrnberger Synagoge bei den Novemberpogromen ab. 1631 NĂŒrnberger jĂŒdischen Glaubens wurden Opfer des Nationalsozialismus.[38]

Die heutige Israelitische Kultusgemeinde NĂŒrnberg hat seit 1984 in der Johann-Priem-Straße ihren Sitz gefunden. Jedoch ist die rĂ€umliche KapazitĂ€t dieser Synagoge nach eigenen Angaben[39] mit derzeit 1659 Mitgliedern (Stand 2008)[40] nicht mehr ausreichend.

Atheisten und Konfessionslose

In NĂŒrnberg gibt es einen aktiven Regionalverband des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD). Die örtlichen Mitglieder berufen sich ihrerseits auf eine mehr als 160-jĂ€hrige Geschichte in der Region. Ihre Wurzeln sehen sie in der freikirchlichen Bewegungen des 19. Jahrhunderts, welche schon 1848 eine frei-christliche Gemeinde im Sinne Johannes Ronges in NĂŒrnberg grĂŒndete. In den nĂ€chsten Jahren entwickelte sich hieraus eine aktive Freireligiöse Gemeinde, zu deren Mitgliedern auch Ludwig Feuerbach zĂ€hlte. 1927 in Bund fĂŒr Geistesfreiheit (kurz: bfg) umbenannt, erhielt die nun einige Tausend Mitglieder zĂ€hlende Bewegung Körperschaftsrechte vom bayerischen Staat. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der bfg zerschlagen und verboten, u. a. wegen seiner NĂ€he zur sozialdemokratisch gesinnten Arbeiterbewegung. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er neu gegrĂŒndet und erhielt alle in der Weimarer Republik verliehenen Rechte zurĂŒck. 1994 benannte sich der bfg NĂŒrnberg K. d. ö. R. in HVD NĂŒrnberg K. d. ö. R. um und schloss sich der zugehörigen Bundesorganisation an.[41]

Aktuell zĂ€hlt der Humanistische Verband Deutschlands etwa 1800 Mitglieder in NĂŒrnberg und betĂ€tigt sich, neben seiner weltanschaulichen TĂ€tigkeit, als TrĂ€ger mehrerer KindertagesstĂ€tten, KindergĂ€rten und Horte sowie einer reformpĂ€dagogischen,[42] privaten Humanistischen Grundschule im zu NĂŒrnberg benachbarten FĂŒrth.[43]

Weitere Gemeinschaften

Es existiert eine mandĂ€ische Gemeinde[44] sowie eine kleine Bahai-Gemeinde[45] in NĂŒrnberg. Seit 1998 existiert in der Imhoffstraße der Hindu-Tempel Sri Sithivinayagar. Verschiedenste buddhistische Gemeinden des Theravada, Mahayana und Vajrayana[46] sind in NĂŒrnberg mit Studien- und Meditationsgruppen aktiv.

Geschichte

AnfÀnge der Stadt

Älteste gedruckte Ansicht NĂŒrnbergs, Schedelsche Weltchronik 1493

Die GrĂŒndung der Stadt ist unsicher. Sie könnte zwischen 1000 und 1040 im Zuge der Sicherung des Grenzgebietes zwischen Sachsen, Bayern, Ostfranken und Böhmen am Schnittpunkt wichtiger Straßen erfolgt sein. Es lassen sich heute mehrere frĂŒhe Siedlungszentren ausmachen. Dazu gehören vermutlich zwei Königshöfe um St. Egidien und St. Jakob sowie das Areal zwischen Sebalduskirche und Burg.[47] Die Siedlung hatte jedenfalls von Anfang an Marktrecht. Die Stadt wurde 1050 als nuorenberc in der so genannten Sigena-Urkunde von Kaiser Heinrich III. erstmals erwĂ€hnt. Als kaiserlicher StĂŒtzpunkt war die NĂŒrnberger Burg (Kaiserburg) bald bedeutsam fĂŒr das Reich. 1065 bildet Heinrich IV. aus dem Reichsgut NĂŒrnberg und Umland einen eigenen Hochgerichts- und Verwaltungsbezirk. Konrad III. verlieh die neu errichtete Burggrafschaft mit Gericht und Verwaltung an die Edelfreien von Raabs (aus Niederösterreich), 1190/91 wurde sie von Heinrich von Zollern ĂŒbernommen.

Mit dem Großen Freiheitsbrief machte Kaiser Friedrich II. NĂŒrnberg 1219 zur Freien Reichsstadt. Der Einfluss der Burggrafen beschrĂ€nkte sich bald auf die Burggrafenburg und endete vollstĂ€ndig, als der letzte Burggraf Friedrich VI. die Burggrafenburg 1427 an den Rat der Stadt NĂŒrnberg verkaufte, wobei die Hohenzollern den Titel Burggraf von NĂŒrnberg bis 1918 trugen. Von da an bis zum Übergang an das Königreich Bayern lagen die politischen Geschicke der Stadt komplett in der Hand dieses Rates.

SpĂ€tmittelalter und FrĂŒhe Neuzeit

Die Heiltumsweisungen, also die PrĂ€sentation der Reichskleinodien, war ein wichtiger Impuls fĂŒr die wirtschaftliche BlĂŒte.
"
die BĂŒrgerhĂ€user seien wie fĂŒr FĂŒrsten erbaut“, schrieb Enea Silvio Piccolomini 1452. Das rund 150 Jahre spĂ€ter erbaute Pellerhaus galt bis zu seiner Zerstörung als eines der prĂ€chtigsten
Das Gebiet der Reichsstadt NĂŒrnberg

Viele Kaiser wĂ€hlten NĂŒrnberg gern als Aufenthaltsort, darunter Karl IV., der 1356 in NĂŒrnberg die Goldene Bulle erließ. 1423 ĂŒbergab Kaiser Sigismund die Reichskleinodien der Stadt, von der sie bis Anfang des 19. Jahrhunderts aufbewahrt wurden. Die Jahre zwischen 1470 und 1530 gelten allgemein als die BlĂŒtezeit der Stadt – trotz immer wiederkehrender Fehden und Konflikten mit Rittern wie Götz von Berlichingen und Conz Schott von Schottenstein. Der Reichtum der Stadt kam durch das ausgezeichnete Handwerk sowie die gĂŒnstige Lage als Handelsplatz in der Mitte Europas zustande. Reger Handel wurde mit der Levante betrieben. In dieser Zeit zĂ€hlte NĂŒrnberg zusammen mit Köln und Prag zu den grĂ¶ĂŸten StĂ€dten des Heiligen Römischen Reiches.

Im DreißigjĂ€hrigen Krieg war die Gegend um NĂŒrnberg Schauplatz eines mehrere Jahre andauernden Stellungskriegs der Kriegsparteien. Zwar wurde die Stadt nicht erobert, aber durch die VerwĂŒstungen im Umland dauerhaft wirtschaftlich geschwĂ€cht. Nach dem Krieg fand 1649 in NĂŒrnberg das „Friedensmahl“ statt, bei dem die Konfliktparteien in mehrere Tage andauernden Feierlichkeiten den Frieden besiegelten.

Am 13. Oktober 1792 wird mit dem Kunstverein NĂŒrnberg der erste Kunstverein Deutschlands gegrĂŒndet.

19. und frĂŒhes 20. Jahrhundert

Der Adler; die erste Eisenbahn Deutschlands
Altstadtansicht gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Einschneidende Ereignisse spielten sich von 1796 bis 1806 ab. Nach DrĂ€ngen der preußischen Verwaltung im benachbarten Ansbach unterstellte sich NĂŒrnberg schließlich der preußischen Herrschaft. Der Vertrag wurde nicht vollzogen, da Preußen von NĂŒrnbergs Schulden abgeschreckt wurde. Gleichzeitig hatte sich in der NĂŒrnberger Bevölkerung großer Unmut gegen die zunehmend als korrupt empfundene Herrschaft der patrizischen Familien aufgestaut. Diese VorgĂ€nge erschĂŒtterten die reichsstĂ€dtische Verfassung in ihren Grundfesten und brachten die Stadt an den Rand eines Umsturzes.

Im Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 blieb NĂŒrnberg dennoch zunĂ€chst weiter unabhĂ€ngig, bis nach Unterzeichnung der Rheinbundakte und dem Ende des Alten Reiches französische Truppen NĂŒrnberg besetzten. Am 15. September 1806 ĂŒbergab die französische Armee schließlich die Stadt dem Königreich Bayern, das alsbald eine Zivilverwaltung installierte und die Stadt administrativ in das Königreich eingliederte. Das Königreich Bayern ĂŒbernahm 1806 die exorbitanten Schulden der Reichsstadt NĂŒrnberg als Teil der gesamtbayerischen Staatsschulden und sorgte damit fĂŒr deren Konsolidierung und Tilgung. Durch die bayerische Gesetzgebung wurden die Katholiken, die bisher in der Stadt nur geduldet waren, den Protestanten rechtlich gleichgestellt.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich NĂŒrnberg zu einem der industriellen Zentren in Bayern. So fuhr 1835 als erste Eisenbahn fĂŒr den Personenverkehr in Deutschland der „Adler“ von NĂŒrnberg nach FĂŒrth. In der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts wurde in NĂŒrnberg das Rauschgold erfunden.

Bereits in den 1920er-Jahren fanden in NĂŒrnberg die ersten Reichsparteitage der Nationalsozialisten statt. NĂŒrnberg selbst konnte die NSDAP jedoch bei den Wahlen nie gewinnen. Die Stadt wurde ĂŒberwiegend von der liberalen DDP regiert. Gleichzeitig war NĂŒrnberg aufgrund seiner Bedeutung als Industriestandort ein Zentrum der bayerischen Sozialdemokratie.

Zeit des Nationalsozialismus

Die Zerstörung großer Teile der Stadt nach den Luftangriffen 1945

WĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus wurde NĂŒrnberg von den Nationalsozialisten als „Stadt der Reichsparteitage“ zu einem der wichtigsten Orte nationalsozialistischer Propaganda. Die NĂŒrnberger Gesetze, auch NĂŒrnberger Rassengesetze genannt, wurden am 15. September 1935 vom Reichstag auf dem 7. Reichsparteitag der NSDAP („Reichsparteitag der Freiheit“) in NĂŒrnberg einstimmig beschlossen. Mit ihnen stellten die Nationalsozialisten ihre antisemitische Ideologie auf eine juristische Grundlage.

Im Zweiten Weltkrieg war NĂŒrnberg eines der bevorzugten Ziele alliierter Luftangriffe, die am 2. Januar 1945 die NĂŒrnberger Altstadt fast vollstĂ€ndig zerstörten und die Stadt als Ganzes schwer beschĂ€digten. Auch in der fĂŒnftĂ€gigen Schlacht um NĂŒrnberg im April 1945 wurde historische Bausubstanz zerstört. Zeitweilig bestanden Überlegungen, die zerstörte Stadt komplett aufzugeben und an anderer Stelle neu aufzubauen.

Nachkriegszeit, Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

Nach dem Zweiten Weltkrieg, ab November 1945, hielten die SiegermĂ€chte im Justizpalast die NĂŒrnberger Prozesse gegen fĂŒhrende Kriegsverbrecher der nationalsozialistischen Diktatur ab. Beim Wiederaufbau unter FederfĂŒhrung des Stadtbaumeisters Heinz Schmeißner orientierte man sich an den vormaligen Stadtstrukturen, so dass mittelalterliche und vor allen Dingen frĂŒhneuzeitliche ZusammenhĂ€nge an vielen PlĂ€tzen trotz weitgehenden Verlustes der originalen Bausubstanz noch ablesbar sind, auch wenn die Bausubstanz grĂ¶ĂŸtenteils aus Nachkriegsbauten besteht. Bald machte sich aber auch der alte NĂŒrnberger Unternehmergeist bemerkbar, und Unternehmen wie Siemens, Schöller, MAN, AEG, Grundig oder Triumph-Adler hatten maßgeblichen Anteil am deutschen Wirtschaftswunder. Besondere Bedeutung hat NĂŒrnberg durch die seit 1950 jĂ€hrlich stattfindende NĂŒrnberger Spielwarenmesse gewonnen, die heute im 1973 vollendeten Messezentrum in Langwasser stattfindet. Man fokussierte in dieser Zeit bedeutende Infrastrukturprojekte, die unter anderem 1955 zu der Eröffnung des Flughafens, 1967 zum Baubeginn einer U-Bahn und 1972 zum fertig gestellten Hafen am Main-Donau-Kanal fĂŒhrten.

Bauwerke

Bis zum Zweiten Weltkrieg war NĂŒrnberg die einzige Großstadt Deutschlands, bei der sich der historische Stadtkern samt Befestigungsanlagen fast unverĂ€ndert erhalten hatte. Im Bewusstsein dieser herausragenden kultur- und kunsthistorischen Bedeutung wurden bereits vor der Zerstörung Maßnahmen zur Rettung und der originalgetreuen Wiederherstellung der wichtigsten GebĂ€ude ergriffen. Am Ende hatten nur zehn Prozent der Baumasse die Bombardierungen unbeschadet ĂŒberstanden. Die Stadt NĂŒrnberg entschied beim Wiederaufbau, anders als die meisten anderen deutschen StĂ€dte dieser Zeit, die einen Neubeginn wagten, die Struktur der Altstadt zu bewahren, und schaffte es, die wertvolle historische Bausubstanz in einen angemessenen neueren Kontext einzubinden. Daher ist die Altstadt nicht nur Zeugnis des Mittelalters und der FrĂŒhen Neuzeit, sondern auch des Wiederaufbaus und der Moderne.

Heidenturm
Nassauer Haus

Romanik (bis ca. 1250)

Die NĂŒrnberger Burg zĂ€hlt mit ihrer Geschichte und Architektur zu den bedeutendsten Wehranlagen Europas.[48] Die Kaiserburg, die unter Konrad III. sowie Friedrich Barbarossa gebaut wurde, behielt vor allem an der Kaiserkapelle und dem Heidenturm ihre romanische Bauform ĂŒber die Jahrhunderte. Das Nassauer Haus ist das Ă€lteste GebĂ€ude im Lorenzer Stadtteil und datiert mit seinen beiden unteren Geschossen bis in das 12. Jahrhundert zurĂŒck. Die Sebalduskirche ist die Ă€ltere der beiden Hauptkirchen und entstand auf dem Platz eines VorgĂ€ngerkirchenbaus im Ausklang der Romanik etwa von 1230 bis 1275.

Weinstadel mit Henkersteg
St. Sebaldus

Gotik (bis ca. 1500)

Zwischen 1332 und 1339 wurde das Heilig-Geist-Spital als Stiftung des reichen BĂŒrgers Konrad Groß erbaut. Nach den Judenpogromen entstand ab 1349 im Auftrag von Karl IV. die Frauenkirche auf dem Platz der frĂŒheren Synagoge. Der Schöne Brunnen wurde zwischen 1389 und 1396 geschaffen und zeigt mit 40 Personenskulpturen die Institutionen der damaligen Zeit in einer hierarchisierenden Darstellung. Mit dem Bau der Lorenzkirche wurde um 1250 begonnen und erstreckte sich ĂŒber drei Bauabschnitte bis 1477. Auch sie wurde auf dem Platz eines VorgĂ€ngerbaus errichtet. Der Reichtum der Stadt zeigte sich an der Wohnkultur der reichen BĂŒrger, sodass gegen Ende der Gotik zahlreiche mĂ€chtige BĂŒrgerhĂ€user das Stadtbild prĂ€gten. Es entwickelte sich eine Innenhofkultur, die in der Renaissance zu voller BlĂŒte kam.[49]

Der Wolff'sche Bau des Rathauses zeigt den Übergang von Renaissance zu Barock
Königstor Turm

Renaissance

Die freie Reichsstadt verfolgte eine fĂŒr diese Zeit typische Expansionsstrategie, sodass ab 1500 auch mehrere Patrizierfamilien Herrensitze außerhalb der damaligen Stadtmauern erwarben. Erhalten und sehenswert sind das Grundherrenschloss, der Herrensitz Hummelstein, das Petzenschloss, der Herrensitz Schoppershof, SchĂŒbelsberg, das Tucherschloss, der Weigelshof und das Zeltnerschlösschen. Das Pellerhaus (1602–1605) galt als ein Hauptwerk der deutschen Hochrenaissance (im Krieg teilzerstört und modern wiederaufgebaut; es ist vorgesehen, das Haus teilweise zu rekonstruieren). Der Hirsvogelsaal (1534) als Beispiel der Festarchitektur des Patriziats wurde wiederaufgebaut. Die FleischbrĂŒcke wurde 1596–1598 vom Ratsbaumeister Wolf-Jacob Stromer wegen der Strömung nach dem Vorbild der Rialto-BrĂŒcke in einem Bogen errichtet. Da sie als Hauptverkehrsader diente, mĂŒsste sie wesentlich flacher verlaufen und galt lange Zeit als außergewöhnlich in der BrĂŒckenbaukunst. Der mĂ€chtige Wolff'sche Rathausbau zeigt bereits mit seinen Stilelementen den Übergang zum spĂ€teren Barock und wurde in den Jahren 1616 bis 1622 errichtet.

Nachguss des Neptunbrunnens von 1668

Barock und Rokoko

Jugendstilkirche St. Paul in der Eisenbahnersiedlung Rangierbahnhof

Der Neptunbrunnen (1660–68), grĂ¶ĂŸte barocke Brunnenanlage nördlich der Alpen, wurde 1797 nach Schloss Peterhof (Russland) verkauft, ein Zweitguss stand von 1902 bis 1934 auf dem Hauptmarkt und befindet sich heute im Stadtpark. Einzige Barockkirche in der Altstadt ist die Egidienkirche (barocker Umbau 1711–1718), sie zeigt bereits den stilistischen Übergang zum Rokoko. Im außerhalb der Altstadt gelegenen Stadtteil St. Johannis befinden sich zahlreiche barocke BĂŒrgerhĂ€user und Gartenanlagen (HesperidengĂ€rten).

St. Elisabeth

Klassizismus

FrĂŒhes Industriezeitalter

Egidienkirche
Der NĂŒrnberger Hauptbahnhof im Stil des Neobarock

Historismus und Jugendstil

SĂŒdkaserne

Klassische Moderne

Nationalsozialismus

Die Kongresshalle auf dem ReichsparteitagsgelÀnde
Aula der Akademie der Bildenden KĂŒnste
Neues Museum NĂŒrnberg

Moderne und Postmoderne

Die Akademie der Bildenden KĂŒnste von Sepp Ruf ist die erste denkmalgeschĂŒtzte Nachkriegsarchitektur SĂŒddeutschlands.

Zwischen 1975 und 1977 wurde im Stadtteil Schweinau der Fernmeldeturm NĂŒrnberg errichtet. Dieser ist nach einem Austausch der Turmantennen im Jahr 2005 292,80 Meter hoch und der drittgrĂ¶ĂŸte Fernmeldeturm Deutschlands. Der in 185 Meter Höhe befindliche eiförmige Turmkorb gibt dem Turm den Spitznamen „NĂŒrnberger Ei“. Erst seit 1988 werden die Programme von Sat.1 und RTLplus ausgestrahlt.

Weitere SehenswĂŒrdigkeiten

Sehenswert in der Innenstadt sind außerdem:

Politik

Stadtrat und BĂŒrgermeister

→ Ergebnisse der Kommunalwahlen in NĂŒrnberg sowie Liste der OberbĂŒrgermeister der Stadt NĂŒrnberg

Ergebnisse der Stadtratswahl 2008

Der 70-köpfige Stadtrat wurde zuletzt 2008 gewĂ€hlt. Dabei erlangte die SPD als stĂ€rkste Fraktion 32 Sitze, die CSU 23, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 5, Die Linke 3, die FDP 2, die BIA 2, die Freien WĂ€hler 1, die ÖDP 1, Die Guten 1. SPD, CSU und GrĂŒne bilden damit jeweils eine Fraktion. FDP, Freie WĂ€hler und ÖDP bilden zusammen eine Ausschussgemeinschaft.[50] OberbĂŒrgermeister ist seit 2002 Ulrich Maly (SPD). Bei der Kommunalwahl am 2. MĂ€rz 2008 wurde Ulrich Maly im ersten Wahlgang fĂŒr eine weitere Amtsperiode bestĂ€tigt.[51] Zweiter BĂŒrgermeister ist Horst Förther (SPD), zustĂ€ndig fĂŒr das Referat Sport, Tiergarten und Feuerwehr.[52] Dritter BĂŒrgermeister ist Klemens Gsell (CSU), zustĂ€ndig fĂŒr das Referat Schule.[53]

StÀdtepartnerschaften

Die StĂ€dtepartnerschaften von NĂŒrnberg:
FrankreichFrankreich Nizza in Frankreich, seit 1954
PolenPolen Krakau in Polen, seit 1979
MazedonienMazedonien Skopje in Mazedonien, seit 1982
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Glasgow in Großbritannien, seit 1985
NicaraguaNicaragua San Carlos in Nicaragua, seit 1985
DeutschlandDeutschland Gera in Deutschland seit 1988 (damals noch DDR), 1990, 1997 erneuert
TschechienTschechien Prag in Tschechien, seit 1990
UkraineUkraine Charkiw in der Ukraine, seit 1990
IsraelIsrael Hadera in Israel, seit 1995
TurkeiTĂŒrkei Antalya in der TĂŒrkei, seit 1997
China VolksrepublikChina Shenzhen in der VR China, seit 1997
GriechenlandGriechenland Kavala in Griechenland, seit 1998
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta in den Vereinigte Staaten, seit 1998
ItalienItalien Venedig in Italien, seit 1999 (1954)
SpanienSpanien CĂłrdoba in Spanien, seit 2010

NĂŒrnberg hat insgesamt 13 StĂ€dtepartnerschaften,[54] Vertreter dieser und befreundeter StĂ€dte[55] prĂ€sentieren alljĂ€hrlich eigene Erzeugnisse (Kunsthandwerk, SpezialitĂ€ten, Textilien etc.) auf dem „Markt der PartnerstĂ€dte“ im Rahmen des Christkindlesmarktes. Private Freundeskreise und Jugendaustausche intensivieren die Kontakte ebenso wie praktische Hilfe, so wurden den StĂ€dten Krakau und Antalya ausgemusterte betriebsbereite Straßenbahnen geschenkt.

Die erste StĂ€dtepartnerschaft wurde 1954 mit Nizza geschlossen und 2004 nochmals bekrĂ€ftigt. Die 1979 geschlossene Partnerschaft mit Krakau stellt die Stadt NĂŒrnberg auf ihren Internetseiten als „erfolgreiches Beispiel fĂŒr die Zusammenarbeit von zwei StĂ€dten, die als Beitrag zur Normalisierung der Beziehungen zweier Völker begrĂŒndet wurde“ dar. Als wirtschaftliche und kulturelle ReprĂ€sentanz existiert im NĂŒrnberger Tratzenzwingerturm das Krakauer Haus und ein NĂŒrnberger Haus im Krakauer Stadtteil Kazimierz. Eine der laut Stadt intensivsten Partnerschaftsbeziehungen besteht seit 1982 mit Skopje. Neben Jugendaustauschen und gegenseitigen KĂŒnstlerbesuchen existiert mit der gemeinsamen Ausgrabung des antiken Skopje durch mazedonische ArchĂ€ologen zusammen mit der Naturhistorischen Gesellschaft NĂŒrnberg ein weiteres Partnerschaftsprojekt. Es startete im FrĂŒhjahr 1998 und wird voraussichtlich 50 Jahre in Anspruch nehmen. Die Partnerschaft mit San Carlos in Nicaragua wurde 1984 von einer NĂŒrnberger BĂŒrgerinitiative angeregt und noch wĂ€hrend des Contra-Krieges 1985 abgeschlossen. Insbesondere durch Jugendaustausche wurde die Stadt gefördert, so verfĂŒgen die Sancarleños unter anderem ĂŒber eine ausgebaute Wasserversorgung, einen Krankenhausneubau, Humuslatrinen, eine Oberschule und ein Kulturhaus. Seit demselben Jahr verbindet NĂŒrnberg und Glasgow nach ĂŒber 30 Jahren intensiver Jugendaustausche eine Partnerschaft.

Hilfeleistung stand im Mittelpunkt der Anfang 1990 geschlossenen Partnerschaft zwischen Charkiw und NĂŒrnberg, da viele der nach der Katastrophe von Tschernobyl eingesetzten Liquidatoren von dort kamen. Mit UnterstĂŒtzung des Chemischen Untersuchungsamts NĂŒrnberg baut die Charkiwer Akademie fĂŒr Lebensmitteltechnologie und Management in einem Pilotprojekt ein Labor zur Untersuchung von Lebensmitteln fĂŒr die ganze Ukraine auf. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts bestanden zwischen NĂŒrnberg und Prag Handelsbeziehungen, 1990 wurde ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Lange dauerte es bis es zur Partnerschaft mit Hadera kam. Seit 1974 fanden regelmĂ€ĂŸige Austausche zwischen Deutschen und Israelis statt. Arno Hamburger SPD-Stadtrat und Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde NĂŒrnbergs brachte von einem dieser Austausche 1986 einen unterschriebenen Freundschaftsvertrag mit, dem 1995 ein offizieller StĂ€dtepartnerschaftsvertrag folgte. 1988 wurde mit dem damals in der Deutschen Demokratischen Republik liegenden ostthĂŒringischen Gera ein StĂ€dtepartnerschaftsvertrag unterzeichnet, der 1990 in ein Freundschaftsabkommen umgewandelt und 1997 noch einmal aktualisiert wurde. Ebenfalls 1997 entstand eine Partnerschaft mit Antalya. Im Rahmen einer Regionalpartnerschaft der StĂ€dte und Landkreise in der Planungsregion Industrieregion Mittelfranken mit der Sonderwirtschaftszone Shenzhen entstand die StĂ€dtepartnerschaft mit NĂŒrnberg. Engen Austausch gibt es zwischen den Zoos der StĂ€dte und zwischen der Georg-Simon-Ohm-Hochschule NĂŒrnberg und dem Shenzhen Polytechnic. 1998 wurden die Partnerschaften mit Kavala in Griechenland und Atlanta in den USA geschlossen. Bereits im frĂŒhen 14. Jahrhundert bestanden Handelsbeziehungen mit Venedig. Die NĂŒrnberger Kaufmannschaft erlangte starken Einfluss auf die mitteleuropĂ€ischen MĂ€rkte fĂŒr GewĂŒrze, Seide und Baumwolle. Sie exportierten aber auch ĂŒber Venedig NĂŒrnberger Tand, Tuche, Leder, Honig und Bernstein. An diese Beziehung anknĂŒpfend wurde 1999 eine Partnerschaft vereinbart.

Nach dem Seebeben im Indischen Ozean 2004 ĂŒbernahm die Stadt NĂŒrnberg 2005 die Patenschaft fĂŒr Kalkudah auf Sri Lanka.

2007 wurde NĂŒrnberg fĂŒr seine BemĂŒhungen um den europĂ€ischen Integrationsgedanken mit dem Europapreis der EuropĂ€ischen Union ausgezeichnet.

Bereits am 20. Oktober 1954 leisteten die BĂŒrgermeister von Venedig und NĂŒrnberg zusammen mit den Vertretern von Nizza, Locarno und BrĂŒgge auf dem Markusplatz den so genannten „VerbrĂŒderungseid“, in dem es (in der deutschen Übersetzung) heißt: „
 Verpflichten uns am heutigen Tage feierlich, die stĂ€ndigen Bande zwischen den StĂ€dteverwaltungen unserer StĂ€dte zu bewahren, auf allen Gebieten den Austausch ihrer Einwohner zu unterstĂŒtzen und durch eine bessere gegenseitige VerstĂ€ndigung das wache GefĂŒhl der europĂ€ischen BrĂŒderlichkeit zu fördern 
“. Am 25. September 1999 wurde auf dieser Grundlage zwischen Venedig und NĂŒrnberg lediglich eine „Neuaufnahme ihrer freundschaftlichen Beziehungen“ beschlossen.

Am 6. Mai 2010 wurde ein StÀdtepartnerschaftsvertrag mit der spanischen Stadt Córdoba geschlossen, der einen Austausch und Kooperation auf verschiedenen Ebenen vorsieht.[56] Die Initiative zu dieser Partnerschaft gingen vom seit 1961 bestehenden Verein Centro Español und seiner interkulturellen Arbeit aus.[57]

Stadt des Friedens und der Menschenrechte

Das Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen ReichsparteitagsgelÀnde

Aus der besonderen Rolle, die NĂŒrnberg wĂ€hrend der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft spielte, ist eine historische Verantwortung fĂŒr die Menschenrechte erwachsen. Die Stadt fĂŒhlt sich daher in besonderem Maß verpflichtet, einen aktiven Beitrag zum Frieden und zur Verwirklichung der Menschenrechte zu leisten.

Zu diesem Zwecke wurden unter anderem die Straße der Menschenrechte, ein Mahnmal fĂŒr die WĂŒrde des Menschen sowie das Dokumentationszentrum ReichsparteitagsgelĂ€nde, welches ĂŒber die Zeit des Nationalsozialismus in NĂŒrnberg informiert, errichtet.

Seit 1995 wird der Internationale NĂŒrnberger Menschenrechtspreis an Personen verliehen, die sich fĂŒr die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.

Das NĂŒrnberger Menschenrechtszentrum, ein Verein, der sich fĂŒr die WĂŒrde des Menschen einsetzt und das „NĂŒrnberger MenschenrechtsbĂŒro“ wurden gegrĂŒndet. Alle zwei Jahre wird der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen. Das „NĂŒrnberger Filmfestival der Menschenrechte“ ist ein fester Bestandteil des Kulturprogramms der Stadt.

Die Stadt NĂŒrnberg wurde am 10. Dezember 2000 in Paris mit dem UNESCO-Preis fĂŒr Menschenrechtserziehung ausgezeichnet. Damit wĂŒrdigte die UNESCO den vorbildlichen Einsatz der Stadt NĂŒrnberg fĂŒr Frieden und Achtung der Menschenrechte. Die Stadt NĂŒrnberg bewirbt sich um Aufnahme in die Weltkulturerbeliste der Unesco mit dem Saal 600 im JustizgebĂ€ude, in dem ab 20. November 1945 das Internationale MilitĂ€rtribunal tagte.[58]

Alle ein bis zwei Jahre wird der Preis der Stadt NĂŒrnberg an Personen mit herausragenden Leistungen in Kunst und Wissenschaft verliehen.

Wirtschaft

Siehe auch: Liste NĂŒrnberger Unternehmen
Industriestruktur der Stadt NĂŒrnberg im Vergleich zum Bund

Über Standortkompetenzen der europĂ€ischen Spitzenklassen verfĂŒgt NĂŒrnberg insbesondere in den Bereichen Kommunikationstechnik, Marktforschung, Druck, Energie und Leistungselektronik sowie Verkehr und Logistik. Auf dem Stadtgebiet fand fĂŒr das Jahr 2007 eine Bruttowertschöpfung von 20,3 Mrd EUR statt.[59] Dazu trug der Dienstleistungsbereich zu etwa 75 Prozent und das produzierende Gewerbe zu 25 Prozent bei.[59] Die Arbeitslosenquote liegt etwa auf Bundesdurchschnitt, jedoch deutlich ĂŒber dem Schnitt in Bayern.[59] Der Einzelhandelsumsatz betrĂ€gt 3,5 Mrd. EUR (Stand: 2008), was pro Kopf gerechnet der dritthöchste Wert nach MĂŒnchen und DĂŒsseldorf in Deutschland ist.[60]

Landwirtschaft und BodenschÀtze

Mit dem Knoblauchsland verfĂŒgt NĂŒrnberg im Norden ĂŒber ein großes GemĂŒseanbaugebiet von ĂŒberregionaler Bedeutung, das vor allem fĂŒr den dortigen Spargelanbau bekannt ist. Des Weiteren befindet sich in der Umgebung des eingemeindeten Worzeldorf ein Sandsteinvorkommen aus Worzeldorfer Sandstein, das fĂŒr NĂŒrnberg große kunsthistorische Bedeutung hat, da zahlreiche Bauwerke aus diesem Sandstein errichtet wurden. Der auf gemeindefreiem Gebiet um NĂŒrnberg befindliche NĂŒrnberger Reichswald ist seit Jahrhunderten ein Lieferant von Holz; außerdem befinden sich hier große Tagebaue fĂŒr Bausand.

Industrie

NĂŒrnberg ist ein Zentrum in den Bereichen Informations- und Kommunikationsindustrie, Verkehr und Logistik, Energietechnologie und Leistungselektronik. NĂŒrnberg ist noch vor Hamburg bedeutendster Druckstandort Deutschlands. Im Norden der Stadt unterhĂ€lt die Firma Alcatel-Lucent das „Optical Center of Excellence“, ihr grĂ¶ĂŸtes Forschungszentrum außerhalb der USA.

Dennoch musste NĂŒrnberg in den letzten 25 Jahren immer wieder Werkschließungen und die Verlagerung von ArbeitsplĂ€tzen hinnehmen. Besonders betroffen war davon die Sparte Maschinenbau und Haushaltselektronik. So wurde das GelĂ€nde der MAN im SĂŒden NĂŒrnbergs im Laufe der Zeit stetig verkleinert. Ende der 1990er Jahre wurden bei Tochtergesellschaften und AusgrĂŒndungen 3000 Mitarbeiter entlassen. 2003 gingen im Rahmen der Auflösung des Grundig AG-Konzerns rund 1300 Stellen in NĂŒrnberg verloren. Zwischen der Ersten HĂ€lfte des Jahres 2006 und MĂ€rz 2007 schloss das NĂŒrnberger AEG-Werk mit einem Verlust von 1750 Stellen.[61]

Dienstleistungen

Im Bereich der Marktforschung ist NĂŒrnberg bundesweit fĂŒhrend: jeder dritte deutsche Marktforscher arbeitet hier. Mit beispielsweise der NĂŒrnberger Versicherungsgruppe, der DATEV oder der Gesellschaft fĂŒr Konsumforschung verfĂŒgt NĂŒrnberg ĂŒber mehrere Großunternehmen im Dienstleistungssektor. DarĂŒber hinaus ist NĂŒrnberg ein bedeutender Standort fĂŒr Call-Center. Der ehemals weltgrĂ¶ĂŸte Versandhaus-Konzern Quelle GmbH ging im Juni 2009 in Insolvenz und wurde ab Oktober aufgelöst. 3700 Mitarbeiter wurden in NĂŒrnberg und FĂŒrth arbeitslos, weitere Arbeitsplatzverluste gibt es bei Dienstleistern wie DHL und Zulieferern.[61]

Gewerbegebiete bzw. Gewerbeparks

Insbesondere in den letzten 15 Jahren sind in NĂŒrnberg zahlreiche Gewerbegebiete und Gewerbeparks entstanden. Grund fĂŒr die Schaffung war oft eine innerstĂ€dtische Raumneuordnung, da ehemalige Industriegebiete nach dem Weggang der Industrie aufgelassen worden waren.

  • Eurocom im Stadtteil Langwasser.
  • FrankenCampus auf dem ehemaligen MAN-VerwaltungsgelĂ€nde an der Frankenstraße in der SĂŒdstadt.
  • Gewerbegebiet Altenfurt.
  • Gewerbegebiet Moorenbrunn: Hier hat die Siemens AG ein großes Verwaltungszentrum geschaffen.
  • Gewerbepark NĂŒrnberg-Feucht auf einem ehemaligen amerikanischen Flugfeld nördlich der Munitionsanstalt.
  • Hansapark im Stadtteil Schweinau
  • Herkules-Park an der Nopitschstraße auf dem frĂŒheren GelĂ€nde der Hercules-Werke, spĂ€ter befanden sich dort die SACHS-Motorrad-Werke.
  • Hightech Center Nord.
  • Maxtorhof in der Pirckheimerstraße, ehemals stand hier die Stiftfabrik Schwan-Stabilo.
  • Nordostpark.
  • NĂŒrbanum in der Allersberger Straße, ehemals TEKADE, spĂ€ter Philips.
  • SĂŒdwestpark im Stadtteil Gebersdorf.
  • TA-GelĂ€nde an der FĂŒrther Straße. Hier standen ehemals das Triumph-Werke-NĂŒrnberg-Motorradwerk und das Triumph/Adler-Schreibmaschinenwerk.
  • Tilly-Park an der Gustav-Adolf-Straße auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Bundeswehr-Infanteriekaserne.
  • VDM-Areal im Stadtteil Schweinau.

Messe

Germany Nuernberg Messe.jpg

Die Messe NĂŒrnberg ist einer der bedeutendsten Kongress- und Messestandorte Deutschlands und steht weltweit in der Liste der Top 20. Hier findet unter anderem jĂ€hrlich Fachmessen wie die NĂŒrnberger Spielwarenmesse oder die BioFach sowie Publikumsveranstaltungen (beispielsweise die Consumenta) statt.

Medien

Zeitungen, Zeitschriften und regelmĂ€ĂŸige Publikationen

Die großen NĂŒrnberger Tageszeitungen sind die NĂŒrnberger Nachrichten (NN), die NĂŒrnberger Zeitung (NZ), die Abendzeitung (Ausgabe NĂŒrnberg) sowie die Bild-Zeitung NĂŒrnberg. Von der Stadt selbst herausgegeben wird die anspruchsvoll gestaltete Zeitschrift NĂŒrnberg Heute; sie beleuchtet Stadtgeschehen und -entwicklung. Bundesweit erscheint das Sportmagazin Kicker des NĂŒrnberger Olympia-Verlags.

Rundfunk

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Der Bayerische Rundfunk betreibt in NĂŒrnberg das Studio Franken, welches fĂŒr die Hörfunk- und Fernsehberichterstattung aus ganz Franken zustĂ€ndig ist. Der private Fernsehsender Franken TV hat sein Programm auf den Großraum NĂŒrnberg-FĂŒrth-Erlangen sowie ganz Mittelfranken und die westliche Oberpfalz ausgerichtet. Seit dem MĂ€rz 2006 betreibt der IT-Outsourcer Atos Origin den Leitstand des Rechenzentrums fĂŒr Premiere Fernsehen GmbH in NĂŒrnberg. Es gibt zahlreiche kommerzielle und nichtkommerzielle lokale Radiosender. Als Funkhaus NĂŒrnberg firmieren mehrere private Hörfunkstationen. Seit dem 30. Mai 2005 werden 24 Fernsehsender digital im DVB-T Format vom Fernmeldeturm NĂŒrnberg ausgestrahlt.

Druck

NĂŒrnberg ist ein bedeutender Druckstandort in Deutschland. Im Jahr 2002 sorgten ĂŒber 6000 BeschĂ€ftigte in 43 Betrieben fĂŒr einen Umsatz von mehr als 1,2 Milliarden EUR. Die grĂ¶ĂŸten Druckereien NĂŒrnbergs sind die Firmen Prinovis (vormals: maul-belser) und die Schlott Gruppe AG mit ihren Unternehmen „u. e. sebald Tiefdruck“ und „heckel Rollenoffset“ (gehört seit 1. Oktober 2005 zu Konradin-Druck). Zu den bekanntesten Druckerzeugnissen aus NĂŒrnberg gehörte der Quelle-Katalog mit rund 15 Mio. Druckauflage. Heute sind die c't (ca. 500.000), das Kicker Sportmagazin und die NĂŒrnberger Nachrichten, eine der grĂ¶ĂŸten deutschen Regionalzeitungen mit einer Auflage von rund 300.000 Exemplaren bedeutend.

Verkehr und Infrastruktur

Öffentlicher Verkehr

Fernverkehr

Als grĂ¶ĂŸter Dienstleister fĂŒr den landgebundenen öffentlichen Verkehr tritt die Deutsche Bahn auf. Der Hauptbahnhof NĂŒrnberg wirkt als Drehkreuz fĂŒr den Schienenfernverkehr in Nordbayern. NĂŒrnberg liegt im Schnittpunkt mehrerer ICE- und IC- sowie einzelner D-Zug-Linien.

Die wichtigsten sind:

Mehrere Fernbuslinien, hauptsĂ€chlich zu osteuropĂ€ischen Zielen, runden das Fernverkehrs-Angebot ab. Als zentrale Umsteigestation dient der ZOB NĂŒrnberg, der vom Hauptbahnhof zu Fuß in ca. 2 Minuten zu erreichen ist.

Regionalverkehr

Das Netz der NĂŒrnberger S-Bahn

Das Fernverkehrsnetz wird durch zahlreiche Regionalverbindungen ergĂ€nzt. Regional-Express- und Regionalbahn-ZĂŒge bedienen die Eisenbahnstrecken in Richtung Amberg, Ansbach, Forchheim, Kitzingen, Neumarkt in der Oberpfalz, Pegnitz und Treuchtlingen.

Auf der seit dem 10. Dezember 2006 vollstĂ€ndig in das Fernverkehrsnetz integrierten Schnellfahrstrecke NĂŒrnberg–Ingolstadt–MĂŒnchen verkehrt neben den normalen ICE-ZĂŒgen mit dem MĂŒnchen-NĂŒrnberg-Express der schnellste Regional-Express Deutschlands.

Ein einheitliches Preissystem erlaubt die Benutzung regionaler und stĂ€dtischer Verkehrsmittel mit ein und derselben Fahrkarte. Die Tarife des Verkehrsverbund Großraum NĂŒrnberg (VGN) gelten in ganz Mittelfranken sowie in Teilen der Regionen Oberfranken, Unterfranken und Oberpfalz.

Stadtverkehr

Die automatische NĂŒrnberger U-Bahn

Die stĂ€dtischen Linien des öffentlichen Nahverkehrs werden durch die Verkehrs-Aktiengesellschaft NĂŒrnberg (VAG) betrieben. RĂŒckgrat des Verkehrs bildet das Schienennetz, bestehend aus sechs Straßenbahn- und drei U-Bahnlinien. Die vier S-Bahnlinien der Deutschen Bahn dĂŒrfen ebenfalls zum Teil dem Stadtverkehr zugerechnet werden, da sie einen nennenswerten Anteil des NĂŒrnberger Binnenverkehrs bewĂ€ltigen. Die 51 Stadtbuslinien erschließen die nicht mit U-, S- oder Straßenbahn angebundenen Stadtteile.

Im Jahr 2005 beförderten die im VGN zusammengeschlossenen öffentlichen Verkehrsmittel 147,671 Millionen FahrgĂ€ste[62] im Stadtverkehr.

Besonderheiten in NĂŒrnberg:

  • Alle Straßenbahnen und Busse sind Niederflurfahrzeuge.
  • In NĂŒrnberg fuhr der erste Erdgasbus Deutschlands im Linienverkehr.
  • Bei der U-Bahn gab es zwischen der Inbetriebnahme der U3 am 14. Juni 2008 und der Automatisierung der Linie U2 den weltweit ersten Mischbetrieb mit automatischen (RUBIN) und herkömmlichen Fahrzeugen auf einer Strecke.

Individualverkehr

Autobahnen und Hauptstraßen im Großraum NĂŒrnberg

Autobahnen

NĂŒrnberg liegt am Schnittpunkt wichtiger Bundesautobahnen, die sich sĂŒdlich und östlich der Stadt kreuzen:

Bundesstraßen

Im Stadtgebiet sind durch den Bundesstraßenring NĂŒrnberg B 4 R folgende Bundesstraßen miteinander verbunden:

Stadtstraßen

Die GesamtlĂ€nge aller Straßen im Stadtgebiet betrĂ€gt 1138,8 Kilometer (Stand 1. Januar 2006). An mehr als 500 Knotenpunkten wird der Verkehr durch Lichtsignalanlagen geregelt. Je nach Tageszeit und Verkehrssituation werden die Programme an den Lichtsignalanlagen automatisch oder manuell umgeschaltet. Feuerwehr, Straßenbahn und Linienbusse erhalten an ĂŒber 100 Kreuzungen automatisch Vorrang.

Auf 1000 Einwohner kommen durchschnittlich 582 Kraftfahrzeuge. Ein großer Anteil am Verkehr in NĂŒrnberg wird den tĂ€glichen Pendlerströmen zugerechnet. Im Jahr 2005 wurden in einer Werktag-Stichprobe 572.543 stadtgrenzĂŒberschreitende Kraftfahrzeugfahrten gezĂ€hlt.

Laut Verkehrsunfallstatistik wurden im Jahr 2004 auf stĂ€dtischen Straßen 2703 Menschen verletzt und 11 Menschen getötet.

Dynamisches Verkehrsleitsystem

Einer von ĂŒber 140 dynamischen Wegweisern (Karl-Schönleben-Straße)

Zur Steuerung des Verkehrsflusses bei Veranstaltungen oder bei besonderen Situationen, wie Baustellen und UnfĂ€llen, besitzt NĂŒrnberg ein dynamisches Verkehrsleitsystem. Induktionsschleifen in den Fahrbahnen erfassen Fahrzeuganzahl, -typ und ungefĂ€hre Geschwindigkeit. Diese Informationen werden automatisch oder manuell analysiert und fĂŒhren zu verkehrssituationsabhĂ€ngigen Anzeigen auf dynamischen Wegweisern im Stadtgebiet sowie auf den umliegenden Autobahnen. Das dynamische Verkehrsleitsystem NĂŒrnberg ist in seiner Art das grĂ¶ĂŸte in Europa.

Radverkehr

FĂŒr den Radverkehr in NĂŒrnberg wurde ein eigenes Wegweisersystem eingefĂŒhrt. Zahlreiche Einbahnstraßen wurden in Gegenrichtung fĂŒr den Radverkehr freigegeben.

Der ADAC bewertete das Radwegenetz im Jahr 2003 als durchschnittlich. Kritisiert wird das Fehlen von Radwegen oder Radstreifen entlang von Hauptverkehrsstraßen, als Beispiel sind Bucher Straße und Tafelfeldstraße genannt. Gelobt werden die relativ geringe Unfallzahl und radfahrergĂŒnstige Ampelschaltungen.

In einer Umfrage des ADFC im Jahr 2005 nimmt NĂŒrnberg im Kreis der StĂ€dte mit ĂŒber 200.000 Einwohnern einen mittleren Platz ein (Rang 13 von 28 bei einem Notenmittelwert von 3,84). Gelobt wurde die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, bemĂ€ngelt wurde hingegen insbesondere die VerkehrsfĂŒhrung an Baustellen.[63]

Fußwege

NĂŒrnberg besitzt allein in der ca. 1,6 kmÂČ großen Altstadt mehrere FußgĂ€ngerzonen mit einer GesamtlĂ€nge von ca. 5700 Metern. Der Stadtrat hatte 1966 beschlossen, eine FußgĂ€ngerzone einzurichten, da durch den Bau der U-Bahn die Einstellung des OberflĂ€chenverkehrs möglich wurde. 1973 wurde ein stĂ€dtebaulicher Wettbewerb durchgefĂŒhrt, aus dem ein Vorschlag von Bernhard Winkler als Sieger hervorging. Nach diesem Plan begann 1975 die Einrichtung der FußgĂ€ngerzone.[SL 3]

Die Fußwege entlang Pegnitz, Wöhrder Wiese und Wöhrder See gelten als attraktiv und werden von vielen SpaziergĂ€ngern, Joggern und Radfahrern genutzt.

Luftverkehr

Flughafen NĂŒrnberg

Mit dem Flughafen NĂŒrnberg (Airport NĂŒrnberg), der im Norden der Stadt liegt, ist NĂŒrnberg national und international angebunden. Der Flughafen wird von der europaweit agierenden Fluglinie Air Berlin als Drehkreuz genutzt.

Die Anzahl von Starts und Landungen ist seit dem Jahr 1998 von 84.041 auf 78.043 (Stand 2006) gesunken, wÀhrend die Zahl der beförderten Passagiere im gleichen Zeitraum von 2.529.307 auf 3.965.357 gestiegen ist. Im Jahr 2008 waren es 4,274 Millionen.[64]

Schiffsverkehr

Der NĂŒrnberger Hafen verknĂŒpft als trimodaler GĂŒterumschlagsplatz den Wasserweg mit Schiene und Straße

An das nationale und internationale Wasserstraßennetz ist NĂŒrnberg durch den am westlichen Stadtrand verlaufenden Main-Donau-Kanal angebunden. Neben dem Bayernhafen NĂŒrnberg ist auf dem HafengelĂ€nde das grĂ¶ĂŸte GĂŒterverkehrszentrum (GVZ) SĂŒddeutschlands beheimatet.

Öffentliche Einrichtungen

NĂŒrnberg ist Sitz folgender staatlicher Behörden und Einrichtungen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts:

sowie:

  • Handwerkskammer Mittelfranken,
  • IHK NĂŒrnberg und
  • ZahnĂ€rztekammer
  • Innung der Feinwerktechnik Mittelfranken.

Es gibt folgende Gerichte:

Öffentliche Sicherheit

FĂŒr die Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung NĂŒrnbergs sind folgende Institutionen zustĂ€ndig:

Der Rettungsdienst wird durch die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Bayerisches Rotes Kreuz (BRK), Johanniter (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) sichergestellt. Zudem beteiligt sich das private Unternehmen „MĂŒnchner Krankentransporte OHG“ (MKT) im Bereich Krankentransport.

Bildung und Forschung

Bildungseinrichtungen

Allgemeinbildende Schulen

Zum weiteren Bildungsangebot im Stadtgebiet gehören 13 Gymnasien, fĂŒnf Realschulen (öffentlich und privat), drei Gesamtschulen (öffentlich und privat), je zwei Fach- und Berufsoberschulen sowie zahlreiche Berufs-, Berufsfach-, Fach-, Haupt- und Grundschulen.[65] Die Stadt NĂŒrnberg betreibt ein PĂ€dagogisches Institut, das die Schulen bei der Schulentwicklung unterstĂŒtzt sowie einen Schulpsychologischen Dienst, die ihren Sitz im Haus der PĂ€dagogik haben.[66]

Hochschulen

Der Campus am Maxtor

Im Mai 1526 wurde in NĂŒrnberg das Gymnasium St. Egidien gegrĂŒndet, aus dem nach nur neunjĂ€hriger Betriebszeit schließlich 1575 die vom NĂŒrnberger Stadtrat gegrĂŒndete Akademie Publica et trivialis schola und 1622 die UniversitĂ€t in Altdorf bei NĂŒrnberg offiziell hervorging.

NĂŒrnberg ist Standort der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen FakultĂ€t (ehemals: Hochschule fĂŒr Wirtschafts- und Sozialwissenschaften NĂŒrnberg) sowie der Erziehungswissenschaftlichen FakultĂ€t der Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg. Weitere Hochschulen sind die Georg-Simon-Ohm-Hochschule NĂŒrnberg, die Akademie der Bildenden KĂŒnste NĂŒrnberg, die Evangelische Hochschule NĂŒrnberg und die Hochschule fĂŒr Musik NĂŒrnberg. Die nordrhein-westfĂ€lische FernuniversitĂ€t in Hagen unterhĂ€lt ein Regionalzentrum in NĂŒrnberg.

Erwachsenenbildung

Das Bildungszentrum NĂŒrnberg am Gewerbemuseumsplatz

Die Volkshochschule NĂŒrnberg (BZ NĂŒrnberg) bietet jĂ€hrlich in den Bereichen Gesellschaft, Gesundheit, Beruf und Karriere, Sozial-integrative Bildung, Kultur, Sprachen, Planetarium und Lernwelten rund 6000 Veranstaltungen an. Neben dem Hauptstandort am Gewerbemuseumsplatz wird seit 2009 auch in Zusammenarbeit mit dem Amt fĂŒr Kultur und Freizeit der sogenannte SĂŒdpunkt betrieben[67]

Bibliotheken und Archive

Das Stadtarchiv NĂŒrnberg

Die Stadtbibliothek NĂŒrnberg ist die Ă€lteste Stadtbibliothek im deutschen Sprachraum und ging aus der seit 1370 nachweisbaren Ratsbibliothek hervor.[SL 4] Sie umfasst die Bibliothek Egidienplatz (im Pellerhaus), die Zentralbibliothek am Gewerbemuseumsplatz, mehrere Spezialbibliotheken sowie Stadtteil- und Fahrbibliotheken. Nach Anschluss des aktuellen Umbaus sollen die Musikbibliothek, und die Bibliothek am Egidienplatz mit dem bestehenden Angebot zu einer modernen Zentralbibliothek im Luitpoldhaus zusammengefĂŒhrt werden.[68] Insgesamt hat die Stadtbibliothek einen Bestand von mehr als 900.000 Medien.[69] Sie besitzt zudem rund 3000 Handschriften, 2100 Inkunabeln und 77.000 alter Drucke.[70]

Die UniversitĂ€tsbibliothek Erlangen NĂŒrnberg betreibt auf dem Stadtgebiet ihre Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Zweigbibliothek (WSZB)[71] sowie die Erziehungswissenschaftliche Zweigbibliothek (EZB).[72] Daneben bietet die Bibliothek der Georg-Simon-Ohm-Hochschule rund 190.000 Medien[73] sowie die Bibliothek des Germanisches Nationalmuseums rund 500.000 Medien an, unter denen sich 3380 Handschriften und etwa 1000 Inkunabeln und 3000 Drucke des 16. Jahrhunderts finden.[74]

Die beiden wichtigen Archive in NĂŒrnberg werden nach TrĂ€gerschaft unterschieden und sind das Stadtarchiv NĂŒrnberg und das Staatsarchiv NĂŒrnberg.

Forschungseinrichtungen

Das Optical Center of Excellence der Firma Alcatel-Lucent im Nordostpark

Im Nordosten der Stadt unterhĂ€lt die Firma Alcatel-Lucent das „Optical Center of Excellence“. Dort befindet sich auch eine Forschungseinrichtung des Fraunhofer-Instituts fĂŒr Integrierte Schaltungen (IIS).

NĂŒrnberg ist ein Zentrum der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Das Institut fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) arbeiten in diesem Gebiet.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Museen

Germanisches Nationalmuseum, Schausammlung: „Renaissance. Barock. AufklĂ€rung“
→ Hauptartikel: Liste der Museen in NĂŒrnberg

NĂŒrnberg ist reich an kunst- und kulturgeschichtlichen Museen – viele Kunstobjekte befinden sich heute in den ĂŒber die Stadt verteilten Museen. Zu den wichtigsten Museen zĂ€hlen:

GedenkstÀtten

An mehreren Stellen der Stadt wird der Opfer der NS-Gewaltherrschaft gedacht. Auf dem JĂŒdischen Friedhof in der Schnieglingerstraße 155 (Westfriedhof) befinden sich die GrĂ€ber von 31 KZ-HĂ€ftlingen, und eine Gedenkplatte beim Monument fĂŒr die jĂŒdischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnert an die jĂŒdischen BĂŒrger, die Opfer der Shoa wurden.

Ein Gedenkstein auf dem SĂŒdfriedhof aus dem Jahr 1963 bewahrt die Erinnerung an 3.554 sowjetische StaatsbĂŒrger, die Opfer von KZ-Haft und der Zwangsarbeit wurden.[75]

Am Hans-Sachs-Platz, am Kopf der SpitalbrĂŒcke, wird mit einem Gedenkstein der geschĂ€ndeten Hauptsynagoge und der etwa 1700 jĂŒdischen BĂŒrger gedacht, denen die NS-Machthaber Gotteshaus und Leben nahmen. Ähnliches ist auf einer Gedenktafel zu lesen, die im neuen JĂŒdischen Gemeindezentrum Priemstraße 20 angebracht ist.

Im NebengebĂ€ude des NĂŒrnberger JustizgebĂ€udes an der BĂ€renschanzstraße 72, in dessen Schwurgerichtssaal 600 die NĂŒrnberger Prozesse stattfanden, ist seit 2010 das Museum „Memorium NĂŒrnberger Prozesse“ eingerichtet.[76]

Vereine und Vereinigungen

NĂŒrnberg verfĂŒgt ĂŒber eine Vielzahl von Vereinen und Vereinigungen. Einige darunter können auf eine lange Tradition zurĂŒckblicken. Zu den bekanntesten zĂ€hlen:

Theater und Kinos

Das grĂ¶ĂŸte Theater NĂŒrnbergs ist das Staatstheater NĂŒrnberg. Daneben gibt es noch einige kleinere Theater, darunter:

In NĂŒrnberg gibt es eine Reihe Kindertheater:

Neben dem kommunalen Filmhaus NĂŒrnberg und dem Fremdsprachenkino Roxy gibt es das CinecittĂ  NĂŒrnberg (nach eigenen Angaben grĂ¶ĂŸter Kinokomplex Deutschlands[77]), den Kinopalast Admiral und einige kleinere (Programm-)Kinos.

Musik

Die NĂŒrnberger Symphoniker in der Meistersingerhalle
Konzert- und VeranstaltungssÀle
Orchester
  • NĂŒrnberger Philharmoniker – Das Orchester wurde 1965 gegrĂŒndet. Seine VorlĂ€ufer waren das 1890 gegrĂŒndete erste „Philharmonische Orchester NĂŒrnberg“ und das „StĂ€dtische Orchester“.
  • NĂŒrnberger Symphoniker – Das Konzertorchester in der Stadt NĂŒrnberg, gegrĂŒndet 1946, bietet eine große Bandbreite verschiedener TĂ€tigkeitsfelder: neben den Sinfonie- und Chorkonzerten und den Open Air-Veranstaltungen im Serenadenhof hat es eine lange Tradition im Bereich Filmmusik: Es nahm unter anderem die Soundtracks zu „Ben Hur“ und „Quo vadis“ auf und erhielt 1992 den Grammy Award fĂŒr die Einspielung zu „Die Schöne und das Biest“. Seine Konzerte spielt es in der Meistersingerhalle.
  • NĂŒrnberger Jugendorchester – Das etwa 50-köpfige NĂŒrnberger Jugendorchester (NJO) wurde 1985 gegrĂŒndet.
  • NĂŒrnberger Akkordeonorchester – Das 1946 gegrĂŒndete Orchester (NAO) zĂ€hlt schon seit vielen Jahren zu den routiniertesten Akkordeonensembles Europas.
Kammerensembles
Chöre
  • Singin' Off Beats, gemischter Jazzchor mit Band
  • Lehrergesangverein NĂŒrnberg – gegrĂŒndet 1878
  • Hans-Sachs-Chor NĂŒrnberg – gegrĂŒndet 1891 als Arbeitergesangverein „Union“ (MĂ€nnerchor), seit 1923 gemischter Chor. Heute etwa 90 Mitglieder.
  • Bachchor St. Lorenz – Der etwa 140 Mitglieder zĂ€hlende Chor wurde im Jahr 1923 von Lorenzkantor Walther Körner gegrĂŒndet.
  • Philharmonischer Chor NĂŒrnberg – gegrĂŒndet 1966
  • NĂŒrnberger Gospelchor – Der etwa 50-köpfige Gospelchor wurde 1970 gegrĂŒndet und ist der Ă€lteste seiner Art in NĂŒrnberg.
  • Sebalder Kantorei
  • Egidienchor NĂŒrnberg
  • Kammerchor NĂŒrnberg.

Das Veranstaltungsjahr

Das Veranstaltungsjahr in NĂŒrnberg
Februar Panoptikum Kindertheaterfestival
MĂ€rz TĂŒrkisch-Deutsches Filmfestival
April NĂŒrnberger Volksfest/FrĂŒhlingsfest
Mai Blaue Nacht
Mai (zweijÀhrlich) Internationales Figurentheaterfestival
Mai/Juni Rock im Park
Juni Stadt(ver)fĂŒhrungen
Juni Norisring-Rennen der DTM
Juli Irrhainfest (im Neunhofer Schlossgarten)
Juni/Juli Internationale Orgelwoche NĂŒrnberg
Juli Jahresausstellung der Akademie der Bildenden KĂŒnste
Juli/August NĂŒrnberger Bardentreffen
Juli/August Klassik Open Air
Juli/August St. Katharina Open Air
August SommerNachtFilmFestival
August BrĂŒckenfestival
August Grenzenlos - Fest der PartnerstÀdte
Aug./Sep. NĂŒrnberger Volksfest
September NĂŒrnberger Altstadtfest
September FrĂ€nkischer Sommer – Musica Franconia
September NĂŒrnberger Opernball
September Rund um die NĂŒrnberger Altstadt
Sep./Okt. (zweijÀhrig) Jazzfestival Stimmenfang
Oktober NĂŒrnberger Stadtlauf
Okt. zweijĂ€hrig Tag der offenen TĂŒr der Stadt
Oktober Filmfestival der Menschenrechte
Okt. (zweijÀhrig) Lange Nacht der Wissenschaften
Dezember NĂŒrnberger Christkindlesmarkt
Die Tradition des Chriskindlesmarkts in NĂŒrnberg lĂ€sst sich bis zum Jahr 1628 zurĂŒckverfolgen
Die Blaue Nacht ist eine Kulturnacht mit geöffneten Museen und Performances
Das Klassik Open Air
Ein Bierzelt vor der Eröffnung auf dem NĂŒrnberger Volksfest

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Die Altstadt mit ihrer Geschichte ist Ort zahlreicher Veranstaltungen. So bieten Stadt(ver-)fĂŒhrungen die Gelegenheit fĂŒr Einheimische wie Touristen NĂŒrnberg neu zu entdecken. Unter einem jĂ€hrlich wechselnden Thema bieten Experten, Prominente und StadtfĂŒhrer zahlreiche FĂŒhrungen innerhalb eines Rahmenprogramms an. Die blaue Nacht findet seit dem Jahr 2000 jĂ€hrlich mit einem wechselnden inhaltlichen Schwerpunkt statt und lĂ€dt ein, die zahlreichen Museen und Kultureinrichtungen vom frĂŒhen Abend bis in die Morgenstunden mit zahlreichen Darbietungen und Performances kennenzulernen. Die Altstadt erstrahlt in dieser Nacht in einem blauen Licht. Im Dezember zieht der berĂŒhmte NĂŒrnberger Christkindlesmarkt am Hauptmarkt Besucher aus aller Welt an. Am Rathausplatz prĂ€sentieren sich zu dieser Zeit auch die zahlreichen befreundeten und Partner-StĂ€dte.

Daneben beheimatet NĂŒrnberg zahlreiche Musikfestivals der verschiedensten Musikstile. Das NĂŒrnberger Bardentreffen ist am ersten Wochenende der Schulsommerferien mit 200.000 Besuchern das grĂ¶ĂŸte Weltmusik- und Songwriter-Festival weltweit. Rund 100.000 Besucher kommen jĂ€hrlich zum kostenlosen Klassik Open Air, bei dem die NĂŒrnberger Symphoniker und die NĂŒrnberger Philharmoniker zu einer ungezwungenen Picknick-AtmosphĂ€re am Luitpoldhain an zwei Abenden auftreten. Seit 1997 treten bei Rock im Park international bekannte KĂŒnstler der Rock- und Popmusik vor etwa 70.000 Besuchern im Volkspark Dutzendteich auf. Zusammen mit Rock am Ring ist es das grĂ¶ĂŸte Festival dieser Art in Deutschland. Das BrĂŒckenfestival am Pegnitzgrund unter der Theodor-Heuss-BrĂŒcke bietet abseits des Mainstreams eintrittsfrei zahlreiche Auftritte und mit der Internationale Orgelwoche NĂŒrnberg ist NĂŒrnberg Gastgeber fĂŒr das wohl grĂ¶ĂŸte und Ă€lteste Festival fĂŒr geistliche Musik und Orgelmusik. Der Opernball findet jĂ€hrlich im Opernhaus des Staatstheater NĂŒrnbergs statt.

Das TĂŒrkisch-Deutsches Filmfestival ist eine bedeutende interkulturelle Veranstaltung, da es auch international Aufmerksamkeit erfĂ€hrt. Daneben gibt es auch das internationale Filmfestival der Menschenrechte. Die NĂŒrnberger AutorengesprĂ€che zu aktuellen und zeitgeschichtlichen Themen im Kontext der geschichtlichen Rolle der Stadt fanden zuletzt 2005 statt. Seit 2003 lĂ€dt die Region NĂŒrnberg/Erlangen/FĂŒrth zusammen mit den Hochschulen und innovativen Unternehmen alle zwei Jahre zur Langen Nacht der Wissenschaften ein.

Das Radrennen Rund um die NĂŒrnberger Altstadt ist als Eintagesrennen fĂŒr Amateure und Profis mit seinem Rahmenprogramm entlang der Stadtmauer Anziehungspunkt fĂŒr Zuschauer. Ebenso große Beliebtheit erfĂ€hrt der NĂŒrnberger Stadtlauf. Mit seiner Strecke in der sĂŒdlichen Altstadt und entlang des Wöhrder Sees starten jĂ€hrlich rund 7000 Freizeitsportler. Daneben wird jĂ€hrlich auf dem Norisring ein Rennen der DTM ausgetragen. Zu dem Rennen, das vom Motorsportclub NĂŒrnberg ausgerichtet wird, kamen 2006 ĂŒber 150.000 Besucher.

Das NĂŒrnberger Volksfest entstand 25. August 1926 Ă€hnlich wie das MĂŒnchner Oktoberfest zu Ehren des bayerischen König Ludwigs I.[78] Seit 1919 findet parallel dazu in der ersten JahreshĂ€lfte das FrĂŒhlingsfest statt. Mit ihren Attraktionen und Bierzelten locken die Feste jeweils etwa 1,6 Mio. Besucher an. Daneben gibt es im Herbst auch das Altstadtfest mit Verkaufsbuden am Hauptmarkt und den Fest-Stuben und Zelten am Hans-Sachs-Platz und auf der Insel SchĂŒtt. Eröffnet wird das Altstadtfest mit dem traditionellen Fischerstechen, das seit dem Mittelalter als Brauchspiel belegt ist und bei dem zwei Mannschaften in Wettstreit treten, sich auf der Pegnitz von kleinen KĂ€hnen zu stoßen.[SL 5] Das Altstadtfest greift das traditionelle Patronatsfest des Heiligen Egidius auf, das vom SpĂ€tmittelalter bis ins 19. Jahrhundert gefeiert wurde. In seiner heutigen Form findet es seit 1975/1984 statt und hat ĂŒber eine Million Besucher. Durch den bekannten Karnevalisten Bromig und Stadtrat Horst Volk wurde das Fischerstechen 1964 wieder ins Leben gerufen und seit 1970 wird es jĂ€hrlich beim NĂŒrnberger Altstadtfest aufgefĂŒhrt. Der mittlerweile verstorbene ehemalige Stadtrat Horst Volk war auch maßgeblicher Initiator der Neuauflage und Wiederentdeckung des Altstadtfestes.[SL 6]

Ein Höhepunkt der frĂ€nkischen Festkultur ist die Kirchweih (frĂ€nk. KĂ€rwa), die je nach Stadtteil oder Dorf zu verschiedenen Zeiten stattfindet. Die traditionelle Form der Dorfkirchweih hat sich neben dem NĂŒrnberger Umland auch in Dörfern (beispielsweise Neunhof oder GroßgrĂŒndlach) des Knoblauchslands erhalten. Bekannt ist daneben auch die Johanniskirchweih des Stadtteils St. Johannis.

Nachtleben

In der NĂŒrnberger Altstadt finden sich ein reiches Angebot an Kneipen und Bars vor allem unterhalb der Burg, in der Umgebung der Weißgerbergasse sowie am Weißen Turm und entlang der Pegnitz. GrĂ¶ĂŸere Diskotheken und Clubs liegen meist außerhalb der Altstadt.[79] Die Musikrichtungen Rock, Pop und Hip Hop werden unter anderem in einem Diskothekenzentrum in und um dem ehemaligen GebĂ€ude der Vereinigten Margarinewerken RESI in der Klingenhofstraße gespielt. Eher abseits vom Mainstream trifft man sich in den Kulturzentren der Frankenstraße sowie in den Diskothek und Clubs der Vogelweiherstraße. Auch das Programm im K4 (Kulturzentrum) und den verschiedenen KulturlĂ€den in den Stadtteilen bereichern das abendliche Angebot. Am Paniersplatz findet sich ein renommierter Jazz-Club. Gehobenere Restaurants liegen unter anderem am Weinmarkt sowie nahe des Germanischen Nationalmuseums.

Dem zunehmenden Problem von Alkoholexzessen vor allem bei Jugendlichen ist die Stadt im Jahr 2007 und 2008 im Marienbergpark im Bereich des Marienbucks und des Marienbergsees, sowie am Pegnitzgrund mit verstĂ€rkten Kontrollen und im Bereich Kohlenhof (Flatrate-Partys örtlicher Diskotheken) mit einem Verbot begegnet, letzteres offenbar mit Vorbildcharakter auch fĂŒr andere GroßstĂ€dte.[80]

Die öffentlichen Verkehrsbetriebe VAG bieten in den NĂ€chten vor Samstag und Sonntag sowie vor Feiertagen und BrĂŒckentagen einen Nachtbusverkehr an, der die gesamte engere Region erschließt und dessen Linien jede volle Stunde vom Hauptbahnhof abfahren.[81]

GrĂŒnflĂ€chen und Naherholungsgebiete

Die Wöhrder Wiese nahe der Altstadt

Die Stadt wird im Osten vom Reichswald umschlossen, den die Pegnitz in eine nördliche „Sebalder“ und sĂŒdliche „Lorenzer“ HĂ€lfte teilt. Der Reichswald dient als weitlĂ€ufiges Naherholungsgebiet sowie Frischluft- und Wasserreservoir und ist als grĂ¶ĂŸter Kulturforst Europas mit seinen 25.000 ha seit 1979 Bannwald.[SL 7] Der hohe Nadelholz-Bestand geht auf die EinfĂŒhrung der Waldsaat durch den NĂŒrnberger Ratsherren Peter Stromer 1343 zurĂŒck.[SL 7] Heute versucht man den Laubholzanteil kontinuierlich zu erhöhen. An den Lorenzer Reichswald grenzt der Schmausenbuck als beliebtes Ausflugsziel, der mit 309 Metern einer der höchsten Punkte im Stadtgebiet ist, frĂŒher als Sandsteinbruch diente und seit 1939 den damals neu angelegten NĂŒrnberger Tiergarten beherbergt. Am Rande des Sebalder Reichwald in der NĂ€he von Kraftshof liegt der Irrhain. Er wurde vom Pfarrer Martin Limburger und dem barocken Dichterverband Pegnesischer Blumenorden als „Symbol des Weltirrwalds“ angelegt.[SL 8] Der Moritzberg, dessen gleichnamiger Ort heute offiziell zu Röthenbach gehört und im Lorenzer Reichswald liegt, gilt mit seinen 598 Metern als Hausberg der NĂŒrnberger und ist neben der frĂ€nkischen Moritzbergkirchweih am Sonntag vor dem BartholomĂ€ustag bei schönen Wetter das ganze Jahr Anziehungspunkt.[SL 9]

Die begrĂŒnten Burgbasteien

Daneben sind kunstvolle und historisch bedeutende Gartenanlagen der sogenannte BĂŒrgermeistergarten auf den Basteien der Stadtbefestigung neben der Kaiserburg, der barocke Schlosspark von Neunhof und HesperidengĂ€rten in St. Johannis. Weitere kleinere Parkanlagen sind der BĂŒrgermeistergarten Archivpark in der NĂ€he des Friedrich-Ebert-Platzes umrahmt von GebĂ€uden aus der GrĂŒnderzeit und des Jugendstils, der Cramer-Klett-Park mit seinen klassizistischen Gartenbauten, der intensiv genutzte Rosenaupark nahe dem PlĂ€rrer sowie der SĂŒdstadtpark, der Platnersberg und der Rechenberg. In der Altstadt lĂ€dt das Ufer der Pegnitz immer wieder zum Entspannen ein. Diese bildet östlich des Altstadtrings, dessen Burggraben ebenfalls parkĂ€hnlich begrĂŒnt ist, neben der Wöhrder Wiese den aufgestauten Wöhrder See. Dort finden sich beliebte BiergĂ€rten sowie das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne.

Der Dutzendteich (von dutze fĂŒr Schilfrohr) ist ein um 1430 aufgestauter See in sĂŒdöstlicher Richtung vom Zentrum. Er diente als Fischweiher und war schon im 16./17. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel. Zusammen mit dem angrenzenden Luitpoldhain wurde er 1906 als FlĂ€che fĂŒr die Bayerische Landes-Gewerbe-Industrie und Kunstausstellung unter Prinzregent Luitpold genutzt. Nach 1933 in der NS-Zeit wurde das Gebiet zum ReichsparteitagsgelĂ€nde umgestaltet und vor allem der Dutzendteich erheblich verkleinert.[SL 10] Auch wenn heute noch zum Teil unklar ist, wie man mit dem in der NS-Zeit entstandenen Areal neben einer musealen und mahnenden Nutzung umgehen soll, ist der Volkspark Dutzendteich wieder ein beliebtes Naherholungsgebiet. Daneben entstanden in der Nachkriegszeit zwischen 1959 und 1973 auf dem Gebiet des ehemaligen Flughafens in Ziegelstein der Volkspark Marienberg im Stile eines englischen Landschaftsparks. Ein weiterer Volkspark entstand zwischen 1970 und 1981 mit dem Westpark (11 ha) im Stadtteil St. Leonhard. Der Stadtpark wurde nach der ersten bayerischen Landesausstellung 1882 auf dem Maxfeld angelegt.[SL 11] Heute ist dort auch der Neptunbrunnen aufgestellt. Am Stadtrand im Stadtteil Röthenbach liegen zudem der weitlĂ€ufige Faberpark (25 ha) sowie im Stadtteil Gebersdorf ein Teil des Naturschutzgebiets Hainberg mit seinen schĂŒtzenswerten und seltenen SandgrasflĂ€chen.

In der Region bieten zudem die FrĂ€nkische Schweiz im Norden mit ihren Klettermöglichkeiten, die Hersbrucker Schweiz im Osten mit ihren Wanderwegen und die GewĂ€sser des FrĂ€nkischen Seenlands und der AltmĂŒhl im SĂŒden zahlreiche Möglichkeiten fĂŒr Aktivsportarten rund um die Stadt.

Sport

UrsprĂŒnge des Sports in NĂŒrnberg

Ab dem 14. Jahrhundert entstanden in NĂŒrnberg sportĂ€hnliche Gemeinschaften der SchĂŒtzen und Fechter. 1434 richtete der Rat auf der Hallerwiese einen Sport-, Spiel-, Fest- und SchĂŒtzenplatz ein, der als Ă€ltester Deutschlands gilt. 1628 wurde auf der Hinteren Insel SchĂŒtt das Fechthaus errichtet.[82]

Die Geschichte des modernen Sports begann in NĂŒrnberg, wie anderswo, erst Mitte des 19. Jahrhunderts. 1846 organisierte sich erstmals die Turnbewegung im Turn- und Sportverein 1846 NĂŒrnberg. Der Turnverein Gleishammer war der erste sĂŒddeutsche Turnverein, der 1893 den Bruch mit der bĂŒrgerlichen Turnbewegung vollzog und sich der neu entstandenen sozialdemokratischen Arbeitersportbewegung anschloss. Innerhalb kĂŒrzester Zeit entwickelt sich NĂŒrnberg zum sĂŒddeutschen Zentrum des Arbeitersports.

Entwicklung zur Sporthochburg

Die Dominanz NĂŒrnberger Arbeitersportvereine in den 1920er- und frĂŒhen 1930er-Jahren war ein Teil von NĂŒrnbergs Entwicklung zu einer Sporthochburg. Die Bedeutung des NĂŒrnberger Fußballs war eine zweite wichtige Komponente. Der 1. FC NĂŒrnberg (FCN) war der erfolgreichste deutsche Fußballverein dieser Zeit und errang zwischen 1920 und 1936 sechsmal die Deutsche Meisterschaft. Spieler des 1.FC NĂŒrnberg stellten phasenweise die HĂ€lfte der Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft. In den 1920er-Jahren baute die Stadt mit dem StĂ€dtischen Stadion (heute: easyCredit-Stadion) eine moderne SportstĂ€tte mit Aschenbahn und angeschlossenem Schwimmbad. Mit 9 Meistertiteln ist der FCN noch immer Vize-Rekordmeister.

Den Ruf als Sporthochburg ergĂ€nzten die Erfolge NĂŒrnberger Vereine im Kraftsport, Ringen und besonders im Radsport. Allein zwischen 1890 und 1900 waren 52 Radsportvereine gegrĂŒndet worden. In NĂŒrnberg wurde die erste Radrennbahn Bayerns errichtet, 1912 wurde die noch heute existierende Radrennbahn Reichelsdorfer Keller eröffnet. Besonders die Steherrennen erfreuten sich großer PopularitĂ€t.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte NĂŒrnberg seinen Ruf als Sporthochburg nur noch in den 1950er- und 1960er-Jahren aufrechterhalten. Im Radsport und in der Leichtathletik brachte NĂŒrnberg noch vereinzelt herausragende Sportler hervor. Im Handball dominierten die Frauen des 1. FC NĂŒrnberg in den 1960ern. Mit dem Abstieg der Fußballherren des 1. FC NĂŒrnberg 1969, unmittelbar nachdem 1968 letztmals die Deutsche Fußballmeisterschaft errungen wurde, vollzog sich parallel ein Wandel im NĂŒrnberger Sport.

Seit Ende der 1970er Jahre bis 2005 fand in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden der NĂŒrnberg-Marathon statt.

Krise des Leistungssports

National und international erfolgreich wurden nur noch Randsportarten wie Faustball beim Turnverein Eibach 1903 oder Ringen beim SV St. Johannis 07 um Olympiasieger Pasquale Passarelli betrieben. Viele Sportvereine zogen sich aus dem Leistungssport zurĂŒck und widmeten sich dem Breitensport. Der Post SV NĂŒrnberg wurde auf diese Art in den 1980ern zum mitgliederstĂ€rksten deutschen Sportverein und ist 2006 noch zweitgrĂ¶ĂŸter Sportverein Bayerns. Versuche, außer Fußball anderen Leistungssport wieder zu etablieren, endeten mit dem finanziellen Kollaps der Vereine. So musste sich der Turn- und Sportverein 1888 NĂŒrnberg 1990 aus der 2. Handballbundesliga zurĂŒckziehen, nachdem er in den 1980ern mehrmals in die 1. Bundesliga aufgestiegen war.

RĂŒckkehr zum Spitzensport

Das Easycredit-Stadion ist die HeimspielstĂ€tte des 1. FC NĂŒrnberg.

In den 1990ern und seit der Jahrtausendwende gelang es NĂŒrnberger Vereinen jedoch, in allen populĂ€ren Mannschaftssportarten erfolgreich zu arbeiten. So kehrte die Herrenfußballabteilung des 1. FC NĂŒrnberg nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Drittklassigkeit wieder in die 1. Bundesliga zurĂŒck. Nach 39 Jahren ohne Titel gewann der Club im Jahre 2007 den DFB-Pokal und spielte erstmals seit 19 Jahren wieder international. Die Handballfrauen des 1. FC NĂŒrnberg konnten an ihre erfolgreiche Zeit in den 1960ern anknĂŒpfen und gewannen zuletzt 2008 die deutsche Meisterschaft. Im Eishockey konnten sich die NĂŒrnberg Ice Tigers als Spitzenverein in der höchsten Spielklasse etablieren. 1999 und 2007 wurden die Ice Tigers Deutscher Vize-Meister. Seit 2006 tragen sie an Stelle des Stadtnamens den Namen des Sponsors im Vereinsnamen. Um eine dauerhafte Grundlage fĂŒr einen Verein in der höchsten Eishockeyspielklasse zu schaffen, wurde im Februar 2001 die ĂŒber 10.000 Zuschauer fassende Arena NĂŒrnberger Versicherung eröffnet. In dieser Multifunktionsarena spielten von 2005 bis 2007 auch die Sellbytel Baskets NĂŒrnberg, die in dieser Zeit der Basketball-Bundesliga angehörten. Die Arena wurde auch von den Brose Baskets aus Bamberg fĂŒr die Austragung der Spiele in der ULEB Euroleague genutzt, bevor diese ihre eigene Arena ausbauten. In NĂŒrnberg gibt es nach dem Ende von Falke noch den NĂŒrnberger Basketball Club in der zweiten Bundesliga Pro B. In der Feldhockey-Bundesliga ist seit 2007 der NĂŒrnberger HTC vertreten. In der Hallenhockey-Bundesliga waren die NĂŒrnberger sogar mit zwei Vereinen vertreten. Von 2007 bis 2009 spielte die HG NĂŒrnberg erstklassig, der NĂŒrnberger HTC ist seit 2008 in der 1. Liga vertreten. Die Herren des Tennis-Club 1. FC NĂŒrnberg gehörten von 2005 bis 2007 wieder der Bundesliga an. Anfang 2006 kehrte die Ringerstaffel des SV St. Johannis 07 zurĂŒck in die 1. Bundesliga, der sie bis Ende 2008 angehörten. Die RĂŒckkehr NĂŒrnbergs in die Riege der Sporthochburgen wurde 2004 mit der GrĂŒndung der Deutschen Akademie fĂŒr Fußball-Kultur untermauert, die seitdem den Zwischenraum zwischen dem sportlichen Aspekt des Fußballs und dem Feuilleton besetzt.

Regionale SpezialitÀten

→ Hauptartikel: FrĂ€nkische KĂŒche

Bereits in den Jahren zwischen 1302 und 1310 erließ der Rat der Stadt ein Gebot, ausschließlich mit Gerste zu brauen.[SL 12] Obwohl lange Zeit das untergĂ€rig gebraute, stark gehopfte Rotbier in NĂŒrnberg am meisten verbreitet war, ist es heute fast unbekannt. Seit 1531 wurde auch Weißbier gebraut.[SL 12] Aber auch Wein war ein geschĂ€tztes GetrĂ€nk.[SL 13] Die FelsengĂ€nge verweisen noch auf die hohe Bedeutung der Braukunst in NĂŒrnberg. Noch im Jahr 1880 stand NĂŒrnberg mit einer Menge von 173.000 Hektolitern an der Spitze des bayerischen Bierexports.[SL 12] Heute sind in der Stadt selbst nur noch wenige Brauereien verblieben, doch hat die Region weiterhin eine hohe Brauereidichte. Diese Kleinbrauereien genießen einen ausgezeichneten Ruf. Bekannt und geschĂ€tzt ist auch das Spalter Bier, gebraut aus dem dort angebauten Hopfen.

Die bekannteste WurstspezialitĂ€t der Stadt ist die NĂŒrnberger Rostbratwurst. Bereits 1497 schrieb der Stadtrat Zutaten und GrĂ¶ĂŸe vor. Die geringe GrĂ¶ĂŸe von nur sieben bis neun Zentimetern scheint Ausdruck der hohen Preise in NĂŒrnberg zur Zeit des Mittelalters gewesen zu sein. Doch ist das neben der typischen Majoran-Note das Geheimnis ihres Geschmacks, da wegen des gĂŒnstigen VerhĂ€ltnisses von OberflĂ€che und Volumen das Grillaroma des Buchenfeuers besser angenommen wird. Sie wird entweder im Brötchen (frĂ€nk. Weggla) mit Senf oder zu gekochtem Sauerkraut, dann allerdings – von den Einheimischen bevorzugt – mit Meerrettich, frĂ€nkisch Kren genannt, gegessen. Als Sauere Zipfel bezeichnet man die in einem Essigsud mit Zwiebeln gekochten NĂŒrnberger BratwĂŒrste.

Daneben ist auch die Stadtwurst eine geschĂ€tzte WurstspezialitĂ€t NĂŒrnbergs. Als Stadtwurst mit Musik wird sie in zahlreichen BiergĂ€rten im Sommer, dĂŒnn aufgeschnitten auf einem Teller, mit fein gehackten Zwiebeln, einem mild-sĂ€uerlichen Essigdressing und einigen Scheiben Holzofenbrot serviert. Auch der Ochsenmaulsalat hat einen leicht sĂ€uerlich erfrischenden Geschmack.

Als SĂŒĂŸwasserfisch wird der Karpfen gebacken oder blau aus der traditionellen KĂŒche der Stadt und in der Region gegessen. Ein typischer Sonntagsbraten ist das SchĂ€uferle mit rohen KlĂ¶ĂŸen. Daneben wird der frĂ€nkische Sauerbraten geschĂ€tzt, dessen Soße mit einem Soßenlebkuchen verfeinert wird.

Seit der Nachkriegszeit wandelte sich jedoch auch in NĂŒrnberg verstĂ€rkt die AlltagskĂŒche. Heute sind neben den traditionellen Gerichten auch der Döner, die Pizza und andere ĂŒberkulturelle Speisen beliebt.

Die traditionelle Verwendung einer Vielzahl von GewĂŒrzen ist wohl auf den ausgedehnten Fernhandel im Mittelalter zurĂŒckzufĂŒhren. Auch der ĂŒberregional bekannte NĂŒrnberger Lebkuchen steht fĂŒr diesen Aromenreichtum. Seine Produktion in der Stadt ist seit dem 13. Jahrhundert belegt.[SL 14] Zur Kirchweih im Sommer werden traditionell KniekĂŒchle gebacken.

Persönlichkeiten

Aus NĂŒrnberg stammen bekannte Persönlichkeiten wie Albrecht DĂŒrer (Maler), Martin Behaim (Erfinder des ersten Globus), Hans Sachs (Dichter), Peter Henlein (Erfinder der Taschenuhr), Johann Benjamin Erhard (Philosoph), Anton Koberger (Buchdrucker und -hĂ€ndler), Veit Stoß (Bildhauer, Schnitzer), Adam Kraft (Bildhauer), Georg Philipp Harsdörffer (Dichter), Johann Pachelbel (Komponist), Sigmund Schuckert (Erfinder und Industrieller), Theodor von Cramer-Klett (FirmengrĂŒnder), Max Grundig (FirmengrĂŒnder) Hugo Distler (Komponist), Theo Schöller (Unternehmer) und Hermann Zapf (Typograf). Daneben war die Stadt aber auch Anziehungspunkt und Teil des Lebens vieler bekannter Personen, wie Georg Wilhelm Friedrich Hegel (Philosoph) und Ludwig Feuerbach (Philosoph).

Sagen, Legenden und Anekdoten

Viele Orte der Stadt sind mit Sagen verbunden, wie die Burgmauer, ĂŒber die Eppelein von Gailingen mit seinem Pferd der Sage nach sprang. Der Stadtpatron St. Sebaldus habe nicht nur zahlreiche Wunder gewirkt, sondern wollte angeblich auch so lange nicht ruhen bis man die Sebalduskirche errichtete. Kunigunde von OrlamĂŒnde habe ihre beiden Kinder ermordet, nachdem sie eine Äußerung des geliebten Burggrafen von NĂŒrnberg missverstand, tat Buße und grĂŒndete das ehemalige Kloster Himmelsthron außerhalb der Stadtmauern im heutigen Stadtteil GroßgrĂŒndlach. Nach ihrem Tod warne sie als Weiße Frau vor UnglĂŒck. Auf dem Unschlittplatz tauchte 1828 Kaspar Hauser auf, der als mysteriöses Findelkind großes Interesse erregte. Auch SchwĂ€nke wie Till Eulenspiegel benennen und spielen zum Teil an konkreten Orten der Stadt. Bekannt ist auch der NĂŒrnberger Trichter, eine oft scherzhaft aufgefasste Allegorie fĂŒr ein mechanisches VerstĂ€ndnis des Lernens, wonach Wissen einflĂ¶ĂŸbar ist ohne dass es Lernbereitschaft oder Begabung bedarf.

Siehe auch

 Portal:NĂŒrnberg – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema NĂŒrnberg

Literatur

Daten, Fakten, Nachschlagewerke
  • Stadt NĂŒrnberg (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt NĂŒrnberg. ISSN 0944-1514 (Online).
  • Stadt NĂŒrnberg (Hrsg.): NĂŒrnberg in Zahlen 2010. (Online).
  • Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon NĂŒrnberg. 2., verbesserte Auflage. W. TĂŒmmels Verlag, NĂŒrnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8 (online).
  • Franz Schiermeier; Stadtarchiv NĂŒrnberg (Hrsg.): Stadtatlas NĂŒrnberg. Karten und Modelle von 1492 bis heute. Franz Schiermeier Verlag, MĂŒnchen 2006, ISBN 978-3-9809147-7-2.
  • Wolfgang Baumann, Hajo Dietz: Der NĂŒrnberg-Atlas. Vielfalt und Wandel der Stadt im Kartenbild. Emons, Köln 2007, ISBN 978-3-89705-533-9.
Quellen
Geschichte
  • Martin Schieber: NĂŒrnberg. Eine illustrierte Geschichte der Stadt. C. H. Beck Verlag, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-406-46126-3.
  • Reinhold Schaffer: Die Siegel und Wappen der Reichsstadt NĂŒrnberg. In: Zeitschrift fĂŒr bayerische Landesgeschichte. Nr. 10, 1937, ISSN 0044-2364, S. 157–203 (Digitalisat).
  • Gerhard Pfeiffer (Hrsg.): NĂŒrnberg – Geschichte einer europĂ€ischen Stadt. C. H. Beck Verlag, MĂŒnchen 1982, ISBN 3-406-08764-7.
  • Hermann MauĂ©, Thomas Eser, Sven Hauschke, Jana Stolzberger (Hrsg.): Quasi centrum Europae. Europa kauft in NĂŒrnberg. 1400–1800. Verlag des Germanischen Nationalmuseums, NĂŒrnberg 2002, ISBN 3-926982-88-8.
  • Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968.
  • Matthias Kirchhoff: GedĂ€chtnis in NĂŒrnberger Texten des 15. Jahrhunderts. NĂŒrnberger WerkstĂŒcke zur Stadt- und Landesgeschichte. Schmidt, Neustadt an der Aisch 2009, ISBN 978-3-87707-773-3.
  • Eckart Dietzfelbinger: NĂŒrnberg – Ort der Massen. Das ReichsparteitagsgelĂ€nde. Vorgeschichte und schwieriges Erbe. Christoph Links Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-86153-322-7.
  • Mitteilungen des Vereins fĂŒr Geschichte der Stadt NĂŒrnberg (Online)
  • Jahrbuch fĂŒr frĂ€nkische Landesforschung
  • Komm. fĂŒr Bayer. Landesgeschichte: NĂŒrnberg-FĂŒrth. Historischer Atlas von Bayern. Abt. Franken. Reihe I Heft 4. MĂŒnchen 1954 (Digitalisat).
ReisefĂŒhrer und Stadtportraits
  • Ralf Nestmeyer: NĂŒrnberg, FĂŒrth, Erlangen. Ein Reisehandbuch. 7. Auflage. Michael-MĂŒller-Verlag, Erlangen 2010, ISBN 978-3-89953-525-9.
  • Eugen Kusch: NĂŒrnberg – Lebensbild einer Stadt. Verlag NĂŒrnberger Presse, NĂŒrnberg 1989, ISBN 3-920701-79-8.
  • Werner Schultheiß, Ernst Eichhorn: NĂŒrnberg. DĂŒrerstadt. Florenz des Nordens. 4. Auflage. Glock und Lutz Verlag, NĂŒrnberg 1982, ISBN 3-7738-1022-5.
  • NĂŒrnberg Heute – Zeitschrift fĂŒr alle, die NĂŒrnberg mögen (Online)
Architektur
  • GĂŒnter P. Fehring, Anton Ress, Wilhelm Schwemmer: Die Stadt NĂŒrnberg. Kurzinventar. Bayerische Kunstdenkmale. Bd. 10, Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen 1977, ISBN 3-422-00550-1.
  • Wilhelm Schwemmer: Das BĂŒrgerhaus in NĂŒrnberg. Das deutsche BĂŒrgerhaus. Wasmuth, TĂŒbingen 1972, ISBN 3-8030-0018-1.
Verkehr
  • Ferdinand von RĂŒden (Hrsg.): Verkehrsknoten NĂŒrnberg. Ek-Verlag, Freiburg im Breisgau 2010, ISBN 3-88255-248-4.

Weblinks

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Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Herbert Maas: Noris.
  2. ↑ Charlotte BĂŒhl: Islamische Gemeinschaften.
  3. ↑ Maximilian Rosner: FußgĂ€ngerzone.
  4. ↑ Robert Fritzsch: Stadtbibliothek. S. 1018 f.
  5. ↑ Herbert Maas: Fischerstechen. S. 288.
  6. ↑ Charlotte BĂŒhl, Herbert Maas: Altstadtfest. S. 66.
  7. ↑ a b Peter Fleischmann: Reichswald. S. 878 f.
  8. ↑ Hermann Rusam: Irrhain. S. 480 f..
  9. ↑ Wiltrud Fischer-Pache: Moritzberg. S. 701.
  10. ↑ Michael Diefenbacher: Dutzendteich. S. 701.
  11. ↑ Helmut Beer: Stadtpark. S. 1022.
  12. ↑ a b c Gunther Friedrich: Brauwesen. S. 158 f.
  13. ↑ Helmut Beer: Bierwirtschaften. S. 144.
  14. ↑ Herbert Maas: Lebkuchen. S. 617 f..
  • Sonstige Quellen
  1. ↑ Bayerisches Landesamt fĂŒr Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. ↑ Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts
  3. ↑ Herbert Maas: Mausegesees und Ochsenschenkel. Kleine nordbayerische Ortsnamenkunde. 3. Aufl., NĂŒrnberg 1995, S. 160 f.
  4. ↑ W. A. v. Reizenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. MĂŒnchen 1986, S. 276 f.
    Vgl. Alfred Bammesberger: Weitere Überlegungen zum Namen der Stadt NĂŒrnberg. In: Mitteilungen des Vereins fĂŒr Geschichte der Stadt NĂŒrnberg Bd. 87 (2000). (Digitalisat)
  5. ↑ Herbert Maas: Ist NĂŒrnberg die „Burg des Noro“ oder die Burg auf dem Felsberg? In: Mitteilungen des Vereins fĂŒr Geschichte der Stadt NĂŒrnberg, Band 77, 1990, S. 1–16
  6. ↑ Die Paragraphen 3 bis 9 der NĂŒrnberger Wappensatzung regeln die Genehmigungspflicht fĂŒr die beiden Stadtwappen
  7. ↑ Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  8. ↑ Seit Beginn der Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes am NĂŒrnberger Flughafen im Jahr 1955 betrug die Höchsttemperatur am 27. Juli 1983 38,6 Â°C.
  9. ↑ a b c http://www.mercer.de/referencecontent.htm?idContent=1381210
  10. ↑ Abschnitt 3.1.5. In: Jahrbuch NĂŒrnberg 2009. Stadt NĂŒrnberg, Amt fĂŒr Stadtforschung und Statistik, Januar 2010, S. 35, abgerufen am 8. Dezember 2010 (PDF (3,1 MB), nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern).
  11. ↑ a b c Werner Besch, Anne Betten, Oskar Reichmann, Stefan Sonderegger (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. Band 3. 2. Aufl. Berlin / New York 2003. S. 2341–2354.
  12. ↑ Josef Pfanner: Die Deutsche Schreibsprache in NĂŒrnberg von ihrem ersten Auftreten bis zum Ausgang des 14. Jahrhundert. In: Mitteilungen des Vereins fĂŒr Geschichte der Stadt NĂŒrnberg Bd. 45 (1954). (Online)
  13. ↑ a b c Christoph Plass in einem Onlineartikel der SZ: NĂŒrnberger Maadla, FĂŒrther Maadli vom 19. September 2006.
  14. ↑ Der sprechende Sprachatlas von Bayern -- hier gibt es mehrere Tondokumente aus der NĂŒrnberger Umgebung anzuhören
    August Heinrich Gebhardt, Otto Bremer: Grammatik der NĂŒrnberger Mundart. (Sammlung kurzer Grammatiken deutscher Mundarten; Band 7). Leipzig 1907.
  15. ↑ a b Katholische Stadtkirche NĂŒrnberg
  16. ↑ Regionaldatenbank des Nehemia Team, Suchwort NĂŒrnberg unter emeinden/Gruppen/Gottesdienste bzw. 'remdsprachige Gemeinden“; ungefĂ€hre Anzahl nach Abzug einiger doppelter EintrĂ€ge
  17. ↑ Chronik des Sozialwerk NĂŒrnberg, Jahr 1990 (aktuelle Zahlen sind nicht verfĂŒgbar)
  18. ↑ RumĂ€nische Orthotoxe Metropolie
  19. ↑ Die Russisch-Orthodoxe Kirche in NĂŒrnberg
  20. ↑ http://www.kirche-jesu-christi.org/kontakt/gemeindesuche/adressverzeichnis/; abgefragt am 23. Januar 2011
  21. ↑ Islamische Gemeinde NĂŒrnberg e. V. (IGN)
  22. ↑ Bilder NĂŒrnberger Moscheen
  23. ↑ MGH SS 20 S. 372 cap. 37
    Vgl. Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968, S. 14.
  24. ↑ Sigmund Meisterlin: Chronik der Reichsstadt NĂŒrnberg 1488. In: Matthias Lexer (Hrsg.): = Die Chronik der frĂ€nkischen StĂ€dte. Bd. 3: NĂŒrnberg, S. Hirzel, Leipzig 1864, S. 92 (Digitalisat). „Dieser Cunrat und sein etliche frawe Flora woneten stets zu Nurenberg und baweten an der gaßen under sant Egidien mit geprenten stainen “
  25. ↑ Vgl. Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968, S. 15 f..
  26. ↑ Claudia Frieser, Birgit Friedel: 
 di juden hi waren gesessen zu mittelst auf dem platz
 Die ersten NĂŒrnberger Juden und ihre Siedlung bis 1296. In: Birgit Friedel, Claudia Frieser (Hrsg.): NĂŒrnberg. ArchĂ€ologie und Kulturgeschichte.. Verlag Dr. Faustus, BĂŒchenbach 1999, S. 52-70.
  27. ↑ Siegmund Salfeld (Hrsg.): Das Martyrologium des NĂŒrnberger Memorbuches. (Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland. Bd. 3), Simion, Berlin 1968, S. 288. Digitalisat
  28. ↑ U. a. MGH SS 17 S. 419
    Vgl. Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968, S. 23.
  29. ↑ Siegmund Salfeld (Hrsg.): Das Martyrologium des NĂŒrnberger Memorbuches. (Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland. Bd. 3), Simion, Berlin 1968, S. 170-180. Digitalisat
  30. ↑ Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968, S. 33.
  31. ↑ Regesta Imperii VIII Nr. 967 sowie Regesta Imperii VIII Nr. 1335
  32. ↑ http://regesten.regesta-imperii.de/index.php?uri=1355-07-08_1_0_8_0_0_2465_2168 Regesta Imperii VIII Nr. 2168
  33. ↑ Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968, S. 39.
  34. ↑ Regesta Imperii XIV 2 Nr. 6351 sowie Regesta Imperii XIV 2 Nr. 6459
  35. ↑ Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968, S. 82.
  36. ↑ Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968, S. 84.
  37. ↑ Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968, S. 158.
  38. ↑ Arnd MĂŒller: Geschichte der Juden in NĂŒrnberg. 1146–1945. BeitrĂ€ge zur Geschichte und Kultur der Stadt NĂŒrnberg. Bd. 12, Selbstverlag NĂŒrnberger Stadtbibliothek, NĂŒrnberg 1968, S. 295.
  39. ↑ Geschichte der NĂŒrnberger Juden. Siehe unter Jahr 2005
  40. ↑ http://www.zentralratdjuden.de/de/topic/59.html?gemeinde=35 Mitgliedsdatenband des Zentralrats der Juden
  41. ↑ https://www.hvd-nuernberg.de/index.php?q=inhalt/unsere-geschichte
  42. ↑ Konzept der Humanistischen Grundschule als pdf-Datei
  43. ↑ Einrichtungen gelistet beim HVD NĂŒrnberg
  44. ↑ Ein Vortrag des Vorsitzenden der mandĂ€ischen Gemeinde in Deutschland / NĂŒrnberg
  45. ↑ Bahai in NĂŒrnberg
  46. ↑ Diamantwegs-Buddhismus in NĂŒrnberg
  47. ↑ Birgit Friedel: Spuren der frĂŒhesten Stadtentwicklung. In: Birgit Friedel, Claudia Frieser (Hrsg.): NĂŒrnberg. ArchĂ€ologie und Kulturgeschichte.. Verlag Dr. Faustus, BĂŒchenbach 1999, S. 51.
  48. ↑ Georg Dehio (Hrsg.): Handbuch der Deutschen KunstdenkmĂ€ler. 2. Auflage. (Bayern I: Franken), Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen 1999.
  49. ↑ Siehe auch: Pablo de la Riesa: ArkadenhĂ€fe. NĂŒrnberger HĂ€user um 1500 und spĂ€ter. In: NĂŒrnberger Altstadtberichte. Nr. 34 (2009) S. 57–80.
  50. ↑ http://www.nuernberg.de/internet/portal/buerger/stadtrat.html
  51. ↑ http://www.nuernberg.de/internet/portal/buerger/maly.html
  52. ↑ http://www.nuernberg.de/internet/portal/buerger/foerther.html
  53. ↑ http://www.nuernberg.de/internet/portal/buerger/gsell.html
  54. ↑ http://nuernberg.de/internet/international/partnerstaedte.html
  55. ↑ http://nuernberg.de/internet/international/befreundete_kommunen.html
  56. ↑ Partnerschaftsvertrag NĂŒrnberg-CĂłrdoba http://www.nuernberg.de/imperia/md/partnerstaedte/dokumente/cordoba/partnerschaftsvertrag_cordoba_und_nuernberg.pdf
  57. ↑ Pressemitteilung des Amts fĂŒr Internationale Besiehungen der Stadt NĂŒrnberg http://www.nuernberg.de/internet/international/aktuell_26492.html
  58. ↑ Wir sind der Ort der TĂ€ter, Die Zeit, 10. Juni 2010
  59. ↑ a b c NĂŒrnberg in Zahlen 2010
  60. ↑ http://nuernberg.de/internet/wirtschaft/handel.html
  61. ↑ a b SĂŒddeutsche Zeitung: Eine Region in der Schockstarre, 22. Oktober 2009, S. 45.
  62. ↑ Statistisches Jahrbuch der Stadt NĂŒrnberg 2006, S. 201
  63. ↑ ADFC Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. Fahrradklimatest
  64. ↑ Presseinformation 1/09. Airport NĂŒrnberg, 16. Januar 2009, abgerufen am 19. MĂ€rz 2009. (Link nicht mehr abrufbar)
  65. ↑ http://www.nuernberg.de/internet/schulen/schulen.html
  66. ↑ Das PĂ€dagogische Institut der Stadt NĂŒrnberg
    Schulpsychologie NĂŒrnberg
  67. ↑ http://www.bz.nuernberg.de/service/daten-fakten.html
  68. ↑ http://www.stadtbibliothek.nuernberg.de/zentralbibliothek/zb_umbau.html
  69. ↑ http://www.stadtbibliothek.nuernberg.de/allgemein/daten_zahlen.html
  70. ↑ http://www.stadtbibliothek.nuernberg.de/spezialbibliothek/alte_drucke/allgemeine_info.html
  71. ↑ Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Zweigbibliothek (WSZB). UniversitĂ€tsbibliothek Erlangen-NĂŒrnberg, abgerufen am 8. Dezember 2010.
  72. ↑ Erziehungswissenschaftliche Zweigbibliothek (EZB). UniversitĂ€tsbibliothek Erlangen-NĂŒrnberg, abgerufen am 8. Dezember 2010.
  73. ↑ http://www.ohm-hochschule.de/institutionen/bibliothek/bibinfo/bibliotheksstandorte/page.html
  74. ↑ http://www.gnm.de/sammlung-bibliothek.html
  75. ↑ VorankĂŒndigung der Stadt NĂŒrnberg: Vortrag „NĂŒrnberg und die NS-Vergangenheit nach 1945” vom 23. MĂ€rz 2009.
  76. ↑ GedenkstĂ€tten fĂŒr die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 179 ff.
  77. ↑ Offizieller Webauftritt des CinecittĂ  NĂŒrnberg
  78. ↑ Helmut Bresler:"Feste feiern“ in: NĂŒrnberg Heute, Nr. 74 (2003). (Digitalisat)
  79. ↑ Weitere Informationen hierzu finden sich auf einer Seite des TourismusbĂŒros [1]
  80. ↑ Onlineprotal der NĂŒrnberger Nachrichten: NĂŒrnberg ist Vorbild im Kampf gegen das Komasaufen — Andere Kommunen holen sich strategische Tipps vom 3. September 2007.
  81. ↑ Siehe Nightliner
  82. ↑ Fechthaus – Tagkomödienhaus

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Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • NĂŒrnberg — (hierzu der Stadtplan mit Registerblatt), zweite Haupt und bedeutendste Handelsstadt des Königreichs Bayern, ehemalige deutsche Reichsstadt, jetzt unmittelbare Stadt, liegt im Regbez. Mittelfranken, 296–352 m ĂŒ. M., in flacher, gut angebauter… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • NĂŒrnberg — NĂŒrnberg, 1) Landgericht im baierischen Kreise Mittelfranken; 31/6 QM., 16,000 Ew.; 2) Stadt darin, zweite Haupt aber erste Handelsstadt des Königreichs Baiern; Sitz eines Kreis u. Stadtgerichts, eines Handelsappellationsgerichts, der… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • NĂŒrnberg — [Wichtig (Rating 3200 5600)] Bsp.: ‱ NĂŒrnberg ist nahe meinem Zuhause 
   Deutsch Wörterbuch

  • NĂŒrnberg — NĂŒrnberg, die ehemalige freie Reichsstadt, berĂŒhmt als der Schauplatz so mancher interessanten Begebenheit unserer Geschichte, die Mutter wichtiger Erfindungen, voll von DenkmĂ€lern deutscher Kunst und Sitte, gehört seit 1806 zu Baiern und zĂ€hlt… 
   Damen Conversations Lexikon

  • NĂŒrnberg — NĂŒrnberg, Hauptstadt des bayer. Kreises Mittelfranken, in sandiger aber durch Kunst fruchtbar gemachter Ebene, an der Pegnitz, dem Ludwigskanale, im Centrum der bayer. Eisenbahnen, alterthĂŒmlich gebaute Stadt, mit vielen DenkmĂ€lern der alten… 
   Herders Conversations-Lexikon

  • NĂŒrnberg — m DEFINICIJA grad u Bavarskoj, J Njemačka, 449.900 stan., snaĆŸno kulturno srediĆĄte, 1930 ih mjesto odrĆŸavanja godiĆĄnjih kongresa nacističke stranke 
   Hrvatski jezični portal

  • NĂŒrnberg — /nyuurddn berddk /, n. German name of Nuremberg. * * * I also known as Nuremberg City (pop., 2002 est.: city, 491,307; metro. area, 1,018,211), Bavaria, southern Germany, on the Pegnitz River. It grew up around a castle in the 11th century, and… 
   Universalium

  • NĂŒrnberg — Frankenmetropole; Lebkuchenstadt (umgangssprachlich); Meistersingerstadt (umgangssprachlich) * * * NĂŒÌŁrn|berg: Stadt in Mittelfranken. * * * NĂŒÌŁrnberg,   1) kreisfreie Stadt in Mittelfranken, mit 486 600 Einwohnern 
   Universal-Lexikon

  • NĂŒrnberg — 1. Es hat einer zu NĂŒrnberg so nahe zum Himmel als zu Rohm, vnd auch so nahe zur Hölle. – Lehmann, 365, 9. 2. Es hengen die von NĂŒrnberg keinen, sie haben jhn denn. – Petri, II, 252. »Du aber must wissen, dass die Herren von NĂŒrnberg keinen… 
   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • NĂŒrnberg — Die alte blĂŒhende Reichsstadt mit ihrer Weltgeltung vor allem im 15. und 16. Jahrhundert wird in vielen Redensarten genannt, wenn auch meist nicht ohne Spott. Von allem möglichen, was schlecht und unerlaubt war, hieß es schon im 16. Jahrhundert:… 
   Das Wörterbuch der Idiome


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