Obedience

ï»ż
Obedience
HundefĂŒhrerin mit Hund bei der Freifolge

Obedience [əˈbiːdÉȘəns] (deutsch: Gehorsam) ist eine Hundesportart, bei der es besonders auf harmonische, schnelle und exakte AusfĂŒhrung der Übungen ankommt. Obedience wird auch als „Hohe Schule“ der Unterordnung bezeichnet.[1][2] Ein eingespieltes, gutes Mensch-Hund-Team ist eine Grundvoraussetzung. Bei Obedience-PrĂŒfungen geht es nicht allein um den Gehorsam des Hundes. Es spielt auch seine SozialvertrĂ€glichkeit mit anderen Menschen und Hunden eine große Rolle. Wie Agility hat diese Hundesportart ihren Ursprung in England.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung der Sportart

Bei offenen Obedience-Wettbewerben kann jeder ohne BerĂŒcksichtigung der GrĂ¶ĂŸe, Rasse oder Abstammung des Hundes teilnehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Hundesportarten ist Obedience auch behinderten Menschen und Hunden zugĂ€nglich. Es gibt beispielsweise Rollstuhlfahrer, die diesen Hundesport betreiben. Beim HundefĂŒhrer wird keine außergewöhnliche Sportlichkeit vorausgesetzt. Auch Ă€ltere oder leicht behinderte Hunde können mitmachen, da deren EinschrĂ€nkung bei der Bewertung berĂŒcksichtigt wird. Körperliche Belastungen gibt es bei Obedience fĂŒr Hund und Halter praktisch nicht.[3]

Ein großer Unterschied zu anderen Hundesportarten besteht darin, dass der HundefĂŒhrer von einem Ringsteward, in der Schweiz Wettkampfleiter genannt,[4] durch die PrĂŒfung gefĂŒhrt wird. Der Ringsteward gibt dem HundefĂŒhrer genaue Anweisungen, was als NĂ€chstes zu tun ist. Solche Anweisungen sind nötig, da es beim Obedience kein festgelegtes Schema fĂŒr PrĂŒfungen gibt. Die FĂŒhrung durch den Steward ist einerseits ein Vorteil fĂŒr nervöse HundefĂŒhrer, andererseits muss der HundefĂŒhrer seine Hör- bzw. Sichtzeichen sofort nach der Freigabe durch den Steward geben, was durchaus als zusĂ€tzliche Schwierigkeit anzusehen ist. Der Steward legt gemeinsam mit dem Leistungsrichter das Laufschema fĂŒr die LeinenfĂŒhrigkeit und die Freifolge sowie den gesamten Ablauf der PrĂŒfung fest. Das bedeutet, dass der HundefĂŒhrer erst wĂ€hrend der PrĂŒfung erfĂ€hrt, welche Übungen wie zu absolvieren sind.

Wie auch andere Hundesportarten stammt Obedience aus Großbritannien. Zuerst war Obedience nur ein Bestandteil der sogenannten „working trials“ (eine Art VielseitigkeitsprĂŒfung, 1919 vom britischen Zuchtverein fĂŒr Deutsche SchĂ€ferhunde eingefĂŒhrt), aber bereits wenige Jahre spĂ€ter gab es die Möglichkeit, sich auf solchen Trials in reinen Obedienceklassen einzuschreiben. Zu einer anerkannten Sportart wurde es erst um 1951, als auf der britischen Hundeshow Crufts Obedience erstmals vor einem großem Publikum vorstellt wurde. In Deutschland wurde die erste, inzwischen ĂŒberarbeitete PrĂŒfungsordnung am 1. Juli 2002 nach einem eineinhalb-jĂ€hrigen Pilotprojekt veröffentlicht.

Geruchhölzer, eines der Hölzer trĂ€gt den Geruch des HundefĂŒhrers

In vielen Übungen Ă€hnelt Obedience dem Gehorsamsteil der Rettungshunde- und SchutzhundprĂŒfungen (in Großbritannien ist Obedience ein Ersatz fĂŒr den Schutzhundesport). Zum Beispiel Ă€hneln sich das Bei-Fuß-Gehen mit und ohne Leine, das Sitz, das Platz sowie das Steh aus der Bewegung, die Bleib-Übungen mit und ohne Sichtkontakt, das Abrufen, das Vorausschicken, das Apportieren und die Geruchsidentifikation aus mehreren Hölzern. Die Distanzkontrolle ist ebenfalls ein Bestandteil der PrĂŒfung, bei der der Hund in einem großen Abstand zu seinem Besitzer eine Reihe von Positionswechseln (Sitz, Platz, Steh) ausfĂŒhren soll, ohne sich dabei von der Stelle zu bewegen. Im Gegensatz zum Schutzhundesport ist die AusfĂŒhrung der Kommandos prĂ€ziser und eleganter. Auf dem PrĂŒfungsgelĂ€nde geht es sehr viel leiser zu, es wird „weicher“ gefĂŒhrt und das Niveau ist, aus Sicht der Unterordnung, um einiges höher.

Obedience hat sich in Großbritannien durchsetzen können, weil dort die Ausbildung zum Schutzhund fĂŒr den Laien verboten ist. Obedience ist aber auch mehr als ein gleichwertiger Ersatz fĂŒr den Gehorsamsteil des Schutzhundesports.

Bei Obedience muss das Mensch-Hund-Team die Übungen nicht einfach nur ausfĂŒhren können, sondern es muss auch noch gut aussehen. Diese Harmonie erreicht man nur, wenn der Hund seinem Menschen vertraut und Spaß an der gemeinsamen Arbeit hat. In den Klassen Beginner, 1 und 2 wird der „Umgang Mensch-Hund“ als eigene Übung gewertet, bei der es auf die freudige Arbeit des Hunds sowie die gute VerstĂ€ndigung zwischen Hund und HundefĂŒhrer ankommt. In Klasse 3 gibt es keine derartige Übung; stattdessen geht die Form der AusfĂŒhrung einzelner Übungen direkt in deren Wertung ein.

Obedience ist vom Grundsatz her fĂŒr jeden Hund geeignet, unabhĂ€ngig von Alter und GrĂ¶ĂŸe, da die Richter bei der Bewertung auf die Besonderheiten des Hundes und der Rasse RĂŒcksicht nehmen. Zu den meist bekannten GehorsamsĂŒbungen aus der BegleithundeprĂŒfung, wie zum Beispiel Fuß laufen, Sitz aus der Bewegung und Platz mit Abrufen, kommen beim Obedience noch einige weitere Übungen, wie beispielsweise

PrĂŒfungsteil: die Box
Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen
  • Apportieren (auch von MetallgegenstĂ€nden)
  • Eigenidentifikation (Geruchsunterscheidung an GegenstĂ€nden)
  • Positionswechsel auf Distanz (Wechsel zwischen Sitz, Platz, Steh)
  • Vorausschicken in eine Box (Quadrat aus 4 Pylonen)
  • Wesensfestigkeit, vor allem gegenĂŒber anderen Hunden
  • Ablage (alle Hunde werden gleichzeitig abgelegt)

hinzu.

PrĂŒfungen

Allgemeines

Es gibt verschiedene PrĂŒfungsordnungen fĂŒr Obedience. Im deutschsprachigen Raum sind das die Internationale PrĂŒfungsordnung FCI sowie die PrĂŒfungsordnungen der jeweiligen MitgliedslĂ€nder fĂŒr die Klassen unterhalb der internationalen Klasse. Die PrĂŒfungsordnung des VDH sieht vier Klassen mit jeweils steigenden Anforderungen vor: Beginnerklasse, Klasse 1, Klasse 2 und Klasse 3. Die Klasse 3 entspricht dabei vom Reglement her der internationalen Obedienceklasse. In der Schweiz werden ObediencewettkĂ€mpfe in den Leistungsklassen Beginners, Obedience 1, Obedience 2 und Obedience 3 durchgefĂŒhrt. In Österreich heißen die PrĂŒfungen GehorsamsprĂŒfung (GH), und es gibt sie als GH-1, GH-2 und GH-3.

FĂŒr die Teilnahme an den ObedienceprĂŒfungen sind verschiedene Voraussetzungen zu erfĂŒllen. „Um an einer internationalen Obedience-Klasse oder an einer Europa- oder Weltmeisterschaft teilnehmen zu können, muss der Hund mindestens 15 Monate alt und in einem von der FCI anerkannten Zuchtbuch registriert sein“[5] oder in dessen Anhangregister eingetragen sein.[6] Welche nationalen PrĂŒfungen Zulassungsvoraussetzung fĂŒr internationale PrĂŒfungen sind, regeln die FCI-MitgliedslĂ€nder separat.

Entsprechend der PrĂŒfungsordnung des VDH muss der Hund fĂŒr die Teilnahme in der Beginnerklasse oder in Klasse 1 mindestens 15 Monate alt sein. Bei Klasse 2 muss der Hund 16 Monate und bei der Klasse 3 17 Monate alt sein. Vor der ersten ObedienceprĂŒfung muss die BegleithundprĂŒfung abgelegt werden. Die Teilnahme an PrĂŒfungen der nĂ€chsthöheren Klasse ist möglich, wenn in einer Klasse die Wertung vorzĂŒglich erreicht wurde. Damit eine PrĂŒfung durchgefĂŒhrt werden kann, mĂŒssen mindestens 8 Teams teilnehmen. Die Qualifizierungsbedingungen im VDH fĂŒhren dazu, dass Hunde 17 Monate alt sein mĂŒssen, um in der internationalen Klasse bei PrĂŒfungen starten zu können, denn sie mĂŒssen vorher die Klasse 3 erfolgreich absolviert haben.

Bewertung

Die Bewertung der Übungen erfolgt durch den Leistungsrichter auf der Basis der PrĂŒfungsordnung und des Leistungsrichterleitfadens.

In der Internationalen PrĂŒfungsordnung sind Punktwertungen fĂŒr die einzelnen Übungen der PrĂŒfung vorgesehen. Der Richter vergibt dabei fĂŒr eine perfekte VorfĂŒhrung 10 Punkte. In Abstufungen von jeweils einem halben Punkt sind dann Wertungen bis 5 Punkte möglich. Eine nicht bestandene Übung wird mit Null Punkten bewertet.

Die Übungen sind fĂŒr die Gesamtbewertung der PrĂŒfung unterschiedlich wichtig, was durch Koeffizienten ausgedrĂŒckt wird. Die vom Richter vergebene Punktzahl wird mit dem Koeffizienten der jeweiligen Übung multipliziert, um die Punktzahl fĂŒr die Gesamtwertung zu ermitteln. Auf diese Weise können in der internationalen Klasse fĂŒr die PrĂŒfung 320 Punkte erreicht werden. Auf der Basis der erreichten Punktzahlen erfolgt die Bewertung:

  • VorzĂŒglich (v): 320 - 256 Punkte
  • Sehr gut (sg): 224 - unter 256 Punkte
  • gut (g): 192 - unter 224 Punkte

Die PrĂŒfungsordnung des VDH sieht fĂŒr die anderen Leistungsklassen ein analoges Bewertungssystem vor. Die Koeffizienten der einzelnen Übungen Ă€ndern sich je nach PrĂŒfungsklasse. Bei der Bewertung einzelner Übungen orientiert sich der Richter an folgendem Punkteschema:[7]

  • VorzĂŒglich 8 – 10
  • Sehr gut 7 – 7,5
  • Gut 6 – 6,5
  • Mangelhaft 5 – 5,5

Der Leistungsrichterleitfaden sieht fĂŒr bestimmte MĂ€ngel in der Übung vor, wie viele Punkte bei der Bewertung abzuziehen sind. Insgesamt bewertet der Richter eine Übung so, dass sie die AusfĂŒhrung der Übung widerspiegelt.[5] FĂŒr das Bestehen der PrĂŒfung muss mindestens ein gutes Ergebnis erreicht werden.

Die Beginner-Klasse nach dem Regelement des VDH

In der Beginner-Klasse werden elf verschiedene Elemente geprĂŒft. Dabei gliedert sich jede PrĂŒfung in die Gruppenarbeit und die EinzelĂŒbungen. In der Gruppenarbeit der Beginner-Klasse liegt der Bewertungsschwerpunkt beim Sozialverhalten des Hundes. Sie enthĂ€lt die Übungen Verhalten gegenĂŒber anderen Hunden, Stehen und Betasten, Gebiss zeigen und Ablegen in der Gruppe. Bei der Gruppenarbeit befinden sich alle startenden Teams der Gruppe (mindestens drei Mensch-Hund-Teams) gleichzeitig auf dem PrĂŒfungsgelĂ€nde und absolvieren die Übungen gemeinsam.

Die einzelnen Übungen beginnen und enden in der Grundstellung. Dabei sitzt der Hund dicht an der linken Seite des HundefĂŒhrers und hat Blickkontakt zu diesem. Die Schulter des Hunds befindet sich auf Kniehöhe des HundefĂŒhrers, die Körperachsen von Hund und HundefĂŒhrer sind exakt parallel ausgerichtet (der Hund sitzt „gerade“ nach vorn).

Als Erstes wird das Verhalten gegenĂŒber anderen Hunden geprĂŒft. Hierbei stehen alle Mensch-Hund-Teams in einer Reihe. Die Teams gehen der Reihe nach vor und hinter den anderen Teams, in einem maximalen Abstand von einem Meter, entlang. Die Hunde sollen sich hierbei freundlich oder gleichgĂŒltig, aber keinesfalls aggressiv verhalten. Wenn ein Hund bei dieser Übung durch negativ zu bewertendes Verhalten auffĂ€llt, so ist dieses Team von der PrĂŒfung auszuschließen.[5]

Als nĂ€chster PrĂŒfungsteil folgt das Stehen und Betasten. Zu Beginn tritt der HundefĂŒhrer nach Aufforderung des Ringstewards mit seinem Hund aus der Gruppe heraus. Der HundefĂŒhrer entscheidet hierbei selbst, ob er diesen PrĂŒfungsteil mit oder ohne Leine absolvieren möchte. Das Team stellt sich in die Grundstellung. Der Hund wird nach der Anweisung des Stewards in das Steh gebracht. Danach begibt sich der HundefĂŒhrer schrĂ€g neben seinen Hund. Wenn der Hund angeleint bleibt, muss die Leine locker durchhĂ€ngen. Der Hund darf durch den HundefĂŒhrer beruhigt werden, es dĂŒrfen jedoch keine Kommandos wie zum Beispiel „bleib“ gegeben werden. Der Hund muss sich nun vom Steward von allen Seiten betasten lassen und dabei ruhig stehen bleiben. Danach begibt sich der HundefĂŒhrer wieder zurĂŒck zu seinem Hund und nimmt diesen wieder in die Grundstellung ĂŒber.[5] Bewertungsschwerpunkt auch bei dieser Übung bildet das Verhalten des Hundes. Hilfen des HundefĂŒhrers fĂŒr den Hund fĂŒhren zu PunktabzĂŒgen.[7]

Danach folgt der Teil Gebiss zeigen. Auf Anweisung begibt sich das Team zum Leistungsrichter. Dort bleibt es in der Grundstellung stehen. Der HundefĂŒhrer hebt nun die Lefzen des Hunds an. Dabei sollen die SeitenzĂ€hne vollstĂ€ndig sichtbar sein und das Gebiss geschlossen bleiben.[5] Diese Übung demonstriert in hohem Maß die Bereitschaft des Hunds, sich dem HundefĂŒhrer unterzuordnen.

Im Anschluss folgt das Ablegen in der Gruppe. Bei diesem Teil stehen alle PrĂŒfungsteilnehmer in einer Reihe in einem Abstand von etwa 3 Metern zueinander. Die Hunde werden abgeleint und danach der Reihe nach in die Position „Platz“ gebracht. Die HundefĂŒhrer entfernen sich etwa 20 Meter von ihren Hunden und drehen sich dann zu ihnen. Diese Position soll 2 Minuten beibehalten werden. Der Hund darf sich dabei nicht aufrichten oder seine Position verĂ€ndern. Er darf maximal seine eigene KörperlĂ€nge nach vorn kriechen, um die Übung noch zu bestehen.[5] Auf Anweisung des Stewards gehen nach Ablauf der Zeit alle HundefĂŒherer gleichzeitig wieder zu ihren Hunden zurĂŒck, wobei diese im Platz bleiben. Nacheinander und auf Stewardanweisung erfolgt dann das Aufstehen der Hunde in die Grundstellung. Die Kommandos mĂŒssen durch die HundefĂŒhrer so gegeben werden, dass andere Hunde nicht gestört werden. Der Hund muss lernen, nur die Kommandos des eigenen HundefĂŒhrers zu befolgen. Der Leistungsrichter achtet hier darauf, dass die Hunde ihre Position nicht verĂ€ndern und keine Zusatzkommandos gegeben werden.[7]

Die erste EinzelĂŒbung ist dann die LeinenfĂŒhrigkeit. Der Hund wird an einer locker durchhĂ€ngenden Leine im Fuß gefĂŒhrt. Beim FĂŒhren im Fuß geht der Hund so, dass er dicht an der linken Seite des HundfĂŒhrers lĂ€uft. Der Hund soll dem HundefĂŒhrer so folgen, dass er diesen beim Laufen nicht behindert. Die Schulter des Hunds befindet sich auf Kniehöhe des HundefĂŒhrers, wobei der Hund Blickkontakt zum HundefĂŒhrer hĂ€lt. Der Steward gibt in einer beliebigen vorher festgelegen Reihenfolge die Anweisungen „VorwĂ€rts“, „Rechtswendung“, „Linkswendung“, „rechts umkehren“, „links umkehren“ und „Halt“. Die Rechts- beziehungsweise Linkswendung mĂŒssen in einem Winkel von 90 Grad gezeigt werden. Das Halt soll unerwartet und ohne Kommando ausgefĂŒhrt werden.[5]

Direkt nach dieser Übung wird die gezeigte Fußarbeit als Freifolge wiederholt. Freifolge bedeutet, dass die Übung jetzt ohne Leine ausgefĂŒhrt wird. Der Leistungsrichter zieht bei dieser Übung Punkte ab, wenn der Hund nicht dicht neben dem HundefĂŒhrer lĂ€uft oder Zusatzkommandos gegeben werden.[7]

Bei der Übung Sitz aus der Bewegung lĂ€uft der HundefĂŒhrer mit seinem nicht angeleinten Hund aus der Grundstellung los. Nach 10 bis 15 Metern gibt der HundefĂŒhrer dem Hund das Kommando Sitz, das dieser schnell ausfĂŒhren soll. Der HundefĂŒhrer darf seine Gangart nicht unterbrechen und sich nicht umdrehen. Nach weiteren 20 Metern bleibt der HundefĂŒhrer stehen und dreht sich zu seinem Hund. Der HundefĂŒhrer kehrt nach Anweisung des Stewards zu seinem Hund an die rechte Seite zurĂŒck und leint diesen wieder an.[5] Zu Punktabzug bei dieser Übung kann es kommen, wenn der Hund nicht gerade sitzt, der HundefĂŒhrer Hilfen zum Setzen gibt oder der Hund ihm noch nachgeht. Bei einer falschen Position des Hundes (kein Sitz) ist die Übung nicht bestanden.[7]

Bei der Übung Kommen auf Befehl wird der Hund in einer quadratischen Box von 3x3 Metern abgelegt. Die Box besteht aus Pylonen an den Ecken und einem Band oder einer Markierung auf dem Boden als Abgrenzung. Der HundefĂŒhrer entfernt sich danach etwa 15 Meter von seinem Hund. Dort dreht sich der HundefĂŒhrer zu seinem Hund und ruft diesen ab, gibt also ein Kommando zum Kommen. Der Hund muss schnell und geradlinig kommen und vor oder neben dem HundefĂŒhrer sitzen.[5] Wenn der Hund vor dem Kommando des HundefĂŒhrers oder erst nach mehrmaligem Auffordern kommt, werden Punkte abgezogen.[7]

Bei der neunten Übung ZurĂŒcksenden auf den Platz wird der Hund aus der Grundstellung heraus zurĂŒck in die Box gesendet. In dem Quadrat muss sich der Hund auf Befehl in die Position „Platz“ begeben.[5]

Die zehnte Übung ist der Apport auf ebener Erde, wobei der HundefĂŒhrer seinen Apportgegenstand etwa 10 Meter entfernt ablegt. Der Hund darf erst nach dem Kommando den Gegenstand apportieren. Dabei soll der Hund nicht an dem Gegenstand kauen oder mehrfach nachfassen. Beim Ausgeben gibt es zwei Varianten:
Variante 1: Der Hund muss sich mit dem Gegenstand vor den HundefĂŒhrer setzen und muss den Gegenstand weiter festhalten. Der Hund lĂ€sst den Gegenstand erst auf Kommando los und begibt sich nach einem weiteren Kommando zurĂŒck in die Grundstellung.
Variante 2: Der Hund begibt sich sofort in die Grundstellung und muss den Gegenstand weiter festhalten und gibt diesen auf Kommando aus.[5]
Der Hund darf den Gegenstand nicht fallen lassen und sollte keine Zusatzkommandos bekommen.[7]

Zuletzt wird das VerhĂ€ltnis zwischen Mensch und Hund bewertet. Der Leistungsrichter beurteilt hier zum Beispiel, ob der Hund das Programm freudig absolviert hat. Dies wird wĂ€hrend der gesamten PrĂŒfung beobachtet.[7]

In Kurzform ergibt sich fĂŒr die Beginner-Klasse folgendes Programm:

  1. Verhalten gegenĂŒber anderen Hunden
  2. Stehen und Betasten
  3. Gebiss zeigen
  4. 2 Minuten Liegen mit Sichtkontakt
  5. LeinenfĂŒhrigkeit
  6. Freifolge
  7. Sitz aus der Bewegung
  8. Kommen auf Befehl
  9. ZurĂŒcksenden zum Platz
  10. Apport auf ebener Erde
  11. Umgang Mensch – Hund

Klasse 1

  1. 1 Minute Sitzen mit Sichtkontakt
  2. 3 Minuten Liegen mit Sichtkontakt
  3. LeinenfĂŒhrigkeit
  4. Freifolge
  5. Platz aus der Bewegung (Viereck 8x8m)
  6. Kommen auf Befehl
  7. ZurĂŒcksenden zum Platz
  8. Freisprung ĂŒber die HĂŒrde
  9. Apport auf ebener Erde
  10. Kontrolle auf Distanz
  11. Umgang Mensch – Hund

Klasse 2

  1. 2 Minuten Sitzen mit Sichtkontakt
  2. 3 Minuten Liegen ohne Sichtkontakt
  3. Freifolge
  4. Sitz, Platz aus der Bewegung
  5. Kommen mit Steh
  6. Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen
  7. Apport ĂŒber die HĂŒrde (Holzapport)
  8. Metallapport
  9. Geruchsunterscheidung aus maximal 6 GegenstÀnden
  10. Kontrolle auf Distanz
  11. Umgang Mensch – Hund

Klasse 3

  1. 2 Minuten Sitzen
  2. 4 Minuten Liegen
  3. Freifolge
  4. Stehen, Sitzen und Platz aus der Bewegung
  5. Abrufen mit Stehen und Platz
  6. Voraussenden in ein Viereck
  7. Bringen auf Anweisung
  8. Metallapport ĂŒber die HĂŒrde
  9. Geruchsunterscheidung aus max. 6 GegenstÀnden
  10. Kontrolle auf Distanz

Einzelnachweise

  1. ↑ VDH: Obedience auf den Webseiten des VDH. Abgerufen am 14. August 2011
  2. ↑ dhv: Obedience auf den Webseiten des dhv. Abgerufen am 14. August 2011
  3. ↑ Imke Niewöhner: Obedience-Training Schritt fĂŒr Schritt. S. 12 ff, Grundlegende Dinge, Kynos Verlag 2006 ISBN 3-938071-17-6
  4. ↑ Obedience Reglement der TKAMO der SKG S. 50
  5. ↑ a b c d e f g h i j k 'PrĂŒfungsordnung des VDH fĂŒr Obedience'
  6. ↑ Zirkular 33/2010 der FCI vom 6. April 2010: Welt- und Sektions-Titelveranstaltungen der FCI: Startberechtigung von Anhangregisterhunde[n]
  7. ↑ a b c d e f g h 'Obedience Leistungsrichter–Leitfaden (VDH-Bewertungsrichtlinien fĂŒr Leistungsrichter)'

Weblinks

 Commons: Obedience â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • obĂ©dience — [ ɔbedjɑ̃s ] n. f. ‱ 1155; lat. obƓdientia 1 ♩ Relig. ObĂ©issance Ă  un supĂ©rieur ecclĂ©siastique. ♱ Maison religieuse dĂ©pendant d une maison principale. 2 ♩ LittĂ©r. ObĂ©issance ou soumission. Une obĂ©dience absolue. ⇒ dĂ©pendance, obĂ©issance,… 
   EncyclopĂ©die Universelle

  • Obedience — ‱ The complying with a command or precept. Catholic Encyclopedia. Kevin Knight. 2006. Obedience     Obedience     † 
   Catholic encyclopedia

  • obedience — Obedience. s. f. ObeĂŻssance. Il ne se dit que dans les matieres Ecclesiastiques. Les voeux de chastetĂ©, pauvretĂ©, obedience. le Superieur a commande Ă  ce Religieux en vertu de sainte obedience. Il signifie aussi, L ordre, le congĂ© par escrit qu… 
   Dictionnaire de l'AcadĂ©mie française

  • Obedience — ObĂ©dience Cette page d’homonymie rĂ©pertorie les diffĂ©rents sujets et articles partageant un mĂȘme nom 
   WikipĂ©dia en Français

  • Obedience — O*be di*ence, n. [F. ob[ e]dience, L. obedientia, oboedientia. See {Obedient}, and cf. {Obeisance}.] 1. The act of obeying, or the state of being obedient; compliance with that which is required by authority; subjection to rightful restraint or… 
   The Collaborative International Dictionary of English

  • obedience — (n.) c.1200, submission to a higher power or authority, from O.Fr. obedience (12c.) and directly from L. obedientia obedience, noun of quality from obedientem (nom. obediens); see OBEDIENT (Cf. obedient). In reference to dog training from 1930 
   Etymology dictionary

  • obedience — index adherence (devotion), adhesion (loyalty), allegiance, capitulation, compliance, deference, du 
   Law dictionary

  • obedience — [n] good behavior; submissiveness accordance, acquiescence, agreement, compliance, conformability, conformity, deference, docility, duteousness, dutifulness, duty, manageability, meekness, observance, orderliness, quietness, respect, reverence,… 
   New thesaurus

  • obedience — Obedience, Obedientia, Morigeratio, Auscultatio, Obsequela 
   Thresor de la langue françoyse

  • obedience — [ƍ bēâ€Čdē əns] n. [OFr < L obedientia < obediens] 1. the state, fact, or an instance of obeying, or a willingness to obey; submission 2. Eccles. JURISDICTION 
   English World dictionary


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.