Arzt

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Arzt
√Ąrzte behandeln einen Trauma-Patienten

Ein Arzt oder eine √Ąrztin (von altgriechisch ŠľÄŌĀŌáőĮőĪŌĄŌĀőŅŌā [ark į√≠ŐĮatros] ‚Äěder Oberheiler, Leibarzt‚Äú (zusammengesetzt aus ŠľÄŌĀŌáőģ [ark į…õŐĀňź] und ŠľįőĪŌĄŌĀŌĆŌā [iŐĮatr√≥s]); zu archiater (latinisiert)) besch√§ftigt sich mit der Vorbeugung (Pr√§vention), Erkennung (Diagnose), Behandlung (Therapie) und Nachsorge von Krankheiten und Verletzungen (Patientenversorgung).

Die Vielfalt der Krankheiten und ihrer Behandlungsm√∂glichkeiten hat zu einer Aufgliederung der Humanmedizin in eine gro√üe Anzahl von Fachgebieten und Subspezialisierungen gef√ľhrt (‚Üí Liste medizinischer Fachgebiete). Die Zahnmedizin nimmt eine Sonderstellung ein.

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft

Die germanische Bezeichnung f√ľr den Heilberuf (althochdeutsch l√Ęchi) ist beispielsweise im schwedischen l√§kare, im englischen leech (Blutegel), im tschechischen l√©kaŇô oder im Familiennamen Lachmann erhalten.[1]

In vielen fachsprachlichen Komposita taucht das urspr√ľngliche griechische Wort (ő≥) őĻőĪŌĄŌĀŌĆŌā bzw. die √§ltere, gelehrtere Form őĻőĪŌĄőģŌĀ auf: iatrogen ‚Äědurch √§rztliches Handeln verursacht‚Äú; Psychiater ‚ÄěSeelenarzt‚Äú etc.

Geschichte

Die Funktion des Arztes ist eine der ältesten der Menschheit. Medizingeschichtlich gesehen entstand der Arztberuf aus dem Stand der Heilkundigen[2], die schon bei den Priestern des Altertums zu finden sind.

Rechtliche Einordnung des Berufes in Deutschland

√Ąrzte unterliegen einer staatlichen √úberwachung der Zulassung (Approbation in Deutschland, s. u. in anderen EU-L√§ndern) und unter anderem dem Arztwerberecht, welches weitgehende Einschr√§nkungen in der Publikation und Ver√∂ffentlichungen bedeutet. √Ąrzte haften ihren Patienten zwar nicht auf Erfolg ihres Handelns, k√∂nnen ihnen aber unter dem Gesichtspunkt der Arzthaftung zum Schadenersatz verpflichtet sein.

Die freie Aus√ľbung der Heilkunde ist in Deutschland nur approbierten √Ąrzten erlaubt, mit festgelegten Einschr√§nkungen d√ľrfen auch Heilpraktiker Kranke behandeln, wobei die klar festgelegten Grenzen einzuhalten sind. Ausnahmsweise werden spezielle Bereiche der Diagnostik und Therapie auch (meist auf Veranlassung von √Ąrzten) von Angeh√∂rigen der Gesundheitsfachberufe durchgef√ľhrt.

Die Approbation als Arzt setzt ein sechsj√§hriges Studium der Medizin voraus. Die bundesweit einheitliche Approbationsordnung regelt die Ausbildung des Medizinstudenten bez√ľglich der Dauer und der Inhalte der Ausbildung in den einzelnen F√§chern, sowie der Pr√ľfungen. Diese schlie√üt mit dem Staatsexamen ab. Von Oktober 1988 bis Oktober 2004 war zur Erlangung der Vollapprobation zus√§tzlich eine 18-monatige T√§tigkeit als ¬ĽArzt im Praktikum¬ę unter Aufsicht eines approbierten Arztes notwendig. Anschlie√üend an das Studium ist es √ľblich, dass ein Arzt f√ľr mehrere Jahre als Assistenzarzt an einer von der Landes√§rztekammer anerkannten Weiterbildungsst√§tte (z.B. Klinik oder Praxis) arbeitet, um sich auf einem oder mehreren Spezialgebieten der Medizin weiterzubilden und evtl. einen Facharzttitel zu erwerben, der die Voraussetzung zur Niederlassung ist. Einzelheiten dazu sind in der Weiterbildungsordnung geregelt[3]. Niedergelassene √Ąrzte arbeiten in freier Praxis, gegebenenfalls auch mit mehreren √Ąrzten in einer Berufsaus√ľbungsgemeinschaft (fr√ľher: Gemeinschaftspraxis) oder Praxisgemeinschaft (s.a. Vertragsarztrechts√§nderungsgesetz). Honorar√§rzte arbeiten auf Honorarbasis f√ľr verschiedene niedergelassene √Ąrzte oder Kliniken.

Jeder Arzt ist Pflichtmitglied der √Ąrztekammer (Landes√§rztekammer), in deren Gebiet er seine √§rztliche T√§tigkeit aus√ľbt. In Deutschland sind derzeit (Stand 31. Dezember 2008) 421.686 √Ąrzte gemeldet, davon sind 101.989 ohne √§rztliche T√§tigkeit. Zur Behandlung von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherungen ben√∂tigt der Arzt eine Zulassung (Arzt in eigener Praxis) oder Erm√§chtigung (als Arzt in einem Krankenhaus oder √§hnl. Institution) und ist dann auch Pflichtmitglied der Kassen√§rztlichen Vereinigung seines Niederlassungsbezirks. Die Kassen√§rztliche Zulassung besitzen 135.388 √Ąrzte (Stand 31. Dezember 2008): 58.095 Haus√§rzte und 77.293 Fach√§rzte. In den Kliniken sind 146.300 √Ąrzte besch√§ftigt. Anfang 2008 arbeiteten 21.784 ausl√§ndische √Ąrzte in Deutschland[4][5].

Strafrechtlich sind √§rztliche Eingriffe der K√∂rperverletzung gleichgesetzt. Diese ist nicht strafbar, wenn das Einverst√§ndnis der behandelten Person nach einer Aufkl√§rung vorliegt[6] und die Handlung auf dem Stand des aktuellen medizinischen Wissens vorgenommen wird (¬ß¬ß 223 ff StGB). Ausnahmen bestehen, wenn der Patient aufgrund seines Zustandes (z.B. Bewusstlosigkeit) nicht in der Lage ist, seine Entscheidung mitzuteilen, und durch die Unterlassung des Eingriffs die Gefahr von negativen gesundheitlichen Folgen oder sogar dem Tod des Patienten besteht. Zudem k√∂nnen eingeschr√§nkt- oder nichteinwilligungsf√§hige Personen, wie z.B. Kinder oder in bestimmten F√§llen seelisch Erkrankte, auch gegen ihren Willen behandelt werden. Hierf√ľr existieren strenge rechtliche Regelungen und Verfahrenswege, bei welchen neben dem Arzt auch andere Institutionen, z.B. Amtsgericht oder gesetzlicher Betreuer, an der Entscheidung mitwirken.

Kompetenzen und Pflichten

Die Verordnung von rezeptpflichtigen Arzneimitteln und die meisten invasiven Ma√ünahmen sind in Deutschland ausnahmslos dem approbierten Arzt vorbehalten. Hierbei ist er pers√∂nlich zur Einhaltung des anerkannten wissenschaftlichen Standes und ethischer Vorgaben verpflichtet. Weiter unterliegen √Ąrzte speziellen Regelungen, wie dem Berufs- und Standesrecht, welches auch an die Genfer Konvention ankn√ľpft. Insbesondere ist auch im Strafrecht die Einhaltung der √§rztlichen Schweigepflicht nach ¬ß 203 StGB festgehalten.

Akademische Grade

In Deutschland sind aus historischen Gr√ľnden eine Reihe unterschiedlicher medizinischer akademischer Grade anzutreffen. Diese weisen im Gegensatz zum Facharzttitel nicht auf eine besondere Fachkompetenz hin, sondern dienen vorrangig als Beleg einer wissenschaftlichen Leistung in einem medizinischen Bereich. √úberwiegend wird man die folgenden akademischen Grade antreffen:

  • Dr. med. - Hier wurde im Anschluss an das Staatsexamen oder das medizinische Diplom (DDR) eine medizinische Promotion abgeschlossen. Im Gegensatz zu anderen akademischen Berufen ist es in der Medizin aber durchaus auch √ľblich, bereits w√§hrend des Studiums die Promotionsarbeit zu beginnen. Die Promotionspr√ľfung allerdings kann erst nach Studienabschluss abgelegt werden. Einzelheiten dazu regelt die Promotionsordnung der jeweiligen Universit√§t.
  • Dipl.-Med. - Der Grad Diplom-Mediziner aus DDR-Zeiten (erworben 1971 bis 1990) ist noch h√§ufig in den neuen Bundesl√§ndern anzutreffen. Nach Ansichten verschiedener Experten ist dieser Grad vom Arbeitsaufwand des Erwerbs her mit dem Dr. med. (Promotion A in der DDR ab 1971) zu vergleichen.[7]
  • Dr. med. habil. - Zur Habilitation in der Medizin sind √§rztliche T√§tigkeit und eigenst√§ndige Forschungsarbeit, sowie das Durchlaufen des Habilitationsverfahrens notwendig. Anschlie√üend werden die akademischen Bezeichnungen Privatdozent und ggf. nach mehreren Jahren au√üerplanm√§√üiger Professor verliehen, sofern regelm√§√üig Lehrveranstaltungen an einer Universit√§t angeboten werden. F√ľr entsprechende Leistungen nicht einer Hochschule angeh√∂render Graduierter kann die Bestellung als Honorarprofessor erfolgen.
  • Dr. sc. med. - Dieser der Habilitation ebenb√ľrtige Grad - in der DDR von 1971 bis 1990 verliehen - wurde im Zuge der sogenannten Promotion B erworben.

Behandlungszeit

Laut einer Studie des Instituts f√ľr Qualit√§t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen haben deutsche √Ąrzte trotz l√§ngerer Arbeitszeiten je Patient die k√ľrzeste Sprechzeit in Europa. Sie liegt 30% niedriger als der europ√§ische Durchschnitt.[8]

Einkommen

Die Einkommen von √Ąrzten in Deutschland variieren stark, da das Spektrum medizinischer T√§tigkeiten sehr breit gef√§chert ist. Des Weiteren finden sich unter √Ąrzten erhebliche Unterschiede bei der Arbeitszeit, insbesondere zwischen klinisch T√§tigen (bspw. 30 Std.-Schichten sowie eine hohe Anzahl an √úberstunden) und Niedergelassenen (hoher Anteil "nicht-medizinischer"-T√§tigkeit aufgrund der Selbstst√§ndigkeit).

Nach Sch√§tzungen des GKV-Spitzenverbandes wird das Durchschnittseinkommen der niedergelassenen √Ąrzte 2010 auf 164.000 Euro steigen.[9]

Um einem Mangel an Landärzten entgegenzuwirken, will die Bundesregierung in einem neuen 'Versorgungsgesetz' das Einkommen von Landärzten erhöhen.[10]

Außendarstellung und Werbung

Neben den strengen rechtlichen Vorgaben zur Aus√ľbung seines Berufs ist der Arzt auch bei der Au√üendarstellung bzw. Werbung zu seinen Leistungen und seiner Praxis mit umfangreichen Verordnungen und Gesetzen konfrontiert. Im Unterschied zu anderen Branchen ist √Ąrzten anpreisende oder vergleichende Werbung absolut verboten. Seit dem 105. Deutschen √Ąrztetag sind sachliche, berufsbezogene Informationen √ľber ihre T√§tigkeit gestattet. Hauptkriterium ist dabei das sch√ľtzenswerte Interesse des m√ľndigen Patienten.[11]
vgl. hierzu Praxismarketing

√Ėsterreich

In √Ėsterreich ist man mit der Sponsion zun√§chst Doktor der gesamten Heilkunde (Doctor medicinae universae/Dr. med. univ.) Mittlerweile handelt sich entgegen der Bezeichnung nicht um einen Doktorgrad sondern um einen Diplomgrad √§hnlich dem Magister oder Diplomingenieur. Vor dem Wintersemester 2002/03 war das Medizinstudium in √Ėsterreich ein Doktoratsstudium, welches auch √úbergangsregelungen kannte. [12] Der eigentliche Doktorgrad der Medizin (Doctor scientae medicinae /Dr. scient. med.) kann im Anschluss an das Diplomstudium in einem dreij√§hrigen Doktoratsstudium erworben werden. Selbst√§ndig als Arzt t√§tig werden darf man nur, wenn f√ľr drei Jahre im Rahmen des ¬ĽTurnus¬ę verschiedene (definierte) Disziplinen durchlaufen wurden und die Arbeit vom jeweiligen Abteilungsvorstand positiv bewertet wurde. Danach ist eine weiter abschlie√üende Pr√ľfung abzulegen. Damit hat man das ¬Ľjus practicandi¬ę erworben, also die Berechtigung zur selbst√§ndigen Berufsaus√ľbung als Arzt f√ľr Allgemeinmedizin. Alternativ kann sofort nach der Promotion die (meist sechsj√§hrige) Ausbildung zu einem Facharzt erfolgen, nach der wiederum eine Pr√ľfung abzulegen ist. Viele Fach√§rzte absolvieren den Turnus vor Beginn der Ausbildung ganz oder teilweise. Es hat sich in √Ėsterreich eingeb√ľrgert, die Ausbildung zum Allgemeinmediziner zuvor abzuleisten. Viele Krankenh√§user nehmen nur Assistenz√§rzte mit abgeschlossener Turnusausbildung in Dienst, da diese einen Nacht - oder Wochenenddienst alleine ableisten d√ľrfen.[13]

√Ąrzte aus anderen EU-Staaten k√∂nnen um Anerkennung als "approbierte √Ąrzte" ansuchen.

Am 14. Dezember 2010 hat die EU-Kommission in ihrem Amtsblatt C377/10 eine √Ąnderungsmitteilung f√ľr die EU-Richtlinie 2005/36, Anhang 5.1.1. ver√∂ffentlicht, wonach ab sofort s√§mtliche Absolventen des √∂sterreichischen Medizinstudiums bereits mit der Promotion ihr Grunddiplom abgeschlossen haben und somit innerhalb des gesamten EU- und EWR-Raumes sowie der Schweiz und Liechtenstein eine selbst√§ndige T√§tigkeit bzw. Ausbildung zum Facharzt unter den selben Voraussetzungen wie einheimische Mediziner aufnehmen d√ľrfen. Bislang hatten Mediziner aus √Ėsterreich erst mit dem Abschlie√üen der Ausbildung zum Allgemeinmediziner bzw. Facharzt ein Anrecht auf automatische Anrechnung ihres Diploms in den √ľbrigen Mitgliedsstaaten.[14]

Schweiz

In der Schweiz ist man nach dem mit dem Staatsexamen abgeschlossenen sechsjährigen Studium zunächst eidgenössisch diplomierter Arzt und als solcher zur Arbeit als Assistenzarzt in Krankenhäusern und Arztpraxen befugt.

Die Ausbildung zur selbst√§ndigen Berufsaus√ľbung befugten Facharzt dauert je nach Fach zwischen drei (¬Ľpraktischer Arzt¬ę) und 8 Jahren nach dem Studienabschluss. F√ľr einen Facharzttitel muss zudem eine Facharztpr√ľfung abgelegt werden. Danach darf sich der Arzt ¬ĽFacharzt f√ľr <Fachgebiet> FMH¬ę nennen. Die Erlaubnis zur Praxiser√∂ffnung ist kantonal geregelt, die Zulassung zur Berufsaus√ľbung zulasten der Krankenkassen wird vom Krankenkassenzentralverband Santesuisse erteilt, ist aber nur eine Formalit√§t. Aktuell besteht aber ein Praxiser√∂ffnungs-Stopp, welcher die Berufsaus√ľbung zulasten der Krankenkassen einschr√§nkt. Lediglich bei Bedarfsnachweis, z.B. bei einer Praxis√ľbernahme, ist eine Zulassung m√∂glich.

Die jeweilige Fachgesellschaft pr√ľft ‚Äď soweit dies √ľberhaupt m√∂glich ist ‚Äď, ob jeder Facharzt seiner Fortbildungspflicht (je nach Fachgebiet 60‚Äď100 Stunden pro Jahr) nachkommt.

Seit dem 1. Januar 2005 gilt f√ľr die Assistenz√§rzte und Ober√§rzte eine durch das landesweit g√ľltige Arbeitszeitgesetz begr√ľndete maximale Wochenarbeitszeit von 50 Stunden. Bis dahin waren Vertr√§ge mit der Formulierung ¬ĽDie Arbeitszeit richtet sich nach den Bed√ľrfnissen des Spitals¬ę √ľblich, wodurch Arbeitszeiten oft √ľber 60 und 70 Stunden pro Woche, ohne finanziellen Ausgleich zu leisten waren.

Auch mit dem neuen Arbeitsgesetz leisten die Assistenz√§rzte und Ober√§rzte immer noch knapp 20 % mehr Wochenstunden als die √ľbrigen Besch√§ftigten im Spital- und weiteren √∂ffentlichen Bereich (42-Stundenwoche). Damit ergeben sich f√ľr die Assistenz√§rzte Stundenl√∂hne und Gesamtverg√ľtungen die unter denen des Pflegepersonals (Pflegefachfrauen/Pflegefachm√§nner, Physiotherapeuten etc.) liegen.

F√ľr junge Ober√§rzte gilt Entsprechendes im Vergleich zum Pflegepersonal mit Fachausbildung und h√∂herer Dienstaltersstufe (z.B. dipl. Pflegefachfrau/-mann HF mit FA Intensivpflege ).

Die Leitenden √Ąrzte und Chef√§rzte sind finanziell in der Gesamtverg√ľtung besser gestellt, jedoch aus dem Arbeitszeitgesetz ausgegliedert und damit ohne gesetzlichen Schutz ihrer maximalen Arbeitszeit.

Gesundheit und Krankheitsverhalten

W√§hrend die k√∂rperliche Gesundheit von m√§nnlichen √Ąrzten mit derjenigen der allgemeinen m√§nnlichen Bev√∂lkerung vergleichbar zu sein scheint, scheint die k√∂rperliche Gesundheit von √Ąrztinnen besser zu sein als die der allgemeinen weiblichen Bev√∂lkerung.[15]

Hinsichtlich der psychischen Gesundheit f√§llt auf, dass Depressionen und Suchterkrankungen bei √Ąrzten h√§ufiger vorkommen als in der restlichen Bev√∂lkerung. Ein weiteres bei Medizinern h√§ufig auftretendes Krankheitsbild ist das Burnout-Syndrom, das bereits bei Medizinstudenten in einer erh√∂hten Rate nachgewiesen werden kann.[16][17] Mehrere Studien zeigten eine gegen√ľber der allgemeinen Bev√∂lkerung erh√∂hte Suizidrate unter √Ąrzten. Das gegen√ľber der Normalbev√∂lkerung erh√∂hte relative Risiko, einen Suizid zu begehen, lag f√ľr √Ąrzte zwischen 1,1‚Äď3,4 und f√ľr √Ąrztinnen zwischen 2,5‚Äď3,7. Da in den Studien meist nur eine kleine Zahl von Suiziden untersucht wurde, waren die Vertrauensbereiche des wahren Wertes der Risikoerh√∂hung weit. Es wird vermutet, dass eine betr√§chtliche Anzahl von Selbstmorden nicht erfasst werden, da diese f√§lschlicherweise als Vergiftungen oder Unf√§lle deklariert werden. Von den verschiedenen beruflichen Spezialisierungen sind insbesondere Psychiater, An√§sthesisten und Allgemeinmediziner von einer erh√∂hten Suizidrate betroffen. Als Ursachen des erh√∂hten Suizidrisikos werden verschiedene Faktoren diskutiert. Ein Pers√∂nlichkeitsprofil mit zwanghaften Z√ľgen kann infolge der beruflichen Anforderungen zu einer depressiven St√∂rung f√ľhren. Die Schwierigkeiten, Familie und Karrierewunsch miteinander zu vereinbaren, k√∂nnen insbesondere bei √Ąrztinnen zu Ersch√∂pfung und Depression f√ľhren. Suchterkrankungen (wie beispielsweise Alkohol-, Drogen-, und Medikamentenabh√§ngigkeit), die bei √Ąrzten h√§ufiger auftreten, gehen ihrerseits h√§ufiger mit Depressionen und einer erh√∂hten Suizidrate einher. Dieses f√ľr √Ąrzte und √Ąrztinnen festgestellte Risikoprofil ist berufsunabh√§ngig und trifft f√ľr die meisten Suizidenten zu.[18][19][20][21]

Psychische Probleme korrelieren h√§ufig mit Zeitdruck und mangelnder Autonomie am Arbeitsplatz sowie belastenden Patient-Arzt-Beziehungen. √Ąrzte werden seltener krankgeschrieben und zeigen eine mangelhafte Inanspruchnahme medizinischer Versorgungsleistungen. H√§ufig behandeln sich √Ąrzte selbst. Insbesondere die eigenst√§ndige Behandlung eigener psychischer St√∂rungen ist jedoch h√§ufig ineffektiv.[15][22]

Statistiken

Ende 2006 waren in Deutschland ca. 407.000 √Ąrzte gemeldet, davon sind 95.700 ohne √§rztliche T√§tigkeit (siehe Abb.). Die Kassen√§rztliche Zulassung besitzen 59.000 Haus√§rzte und 60.600 Fach√§rzte. In den Kliniken sind 148.300 √Ąrzte besch√§ftigt.

Struktur Aerzteschaft BRD 2006

Die chronologische Entwicklung kann aus der folgenden Tabelle und der Abbildung abgelesen werden.

Entwicklung der √Ąrzteschaft in der BRD 1996-2006
Jahr √Ąrzte gemeldet berufst√§tig station√§r ambulant Haus√§rzte amb. Fach√§rzte
zum 31. Dezember 1996 343.600 279.400 135.300 112.700
zum 31. Dezember 1997 350.800 282.700 134.600 115.000
zum 31. Dezember 1998 357.700 287.000 135.800 124.600
zum 31. Dezember 1999 363.400 291.200 137.500 126.000
zum 31. Dezember 2000 369.300 294.700 139.500 128.500
zum 31. Dezember 2001 375.200 297.900 142.300 130.000 59.700 56.300
zum 31. Dezember 2002 381.300 301.000 143.800 131.300 59.000 57.800
zum 31. Dezember 2003 388.200 304.100 145.500 132.400 59.000 58.600
zum 31. Dezember 2004 394.400 306.400 146.300 133.400 59.000 58.900
zum 31. Dezember 2005 400.600 307.600 146.500 134.800 59.100 59.200
zum 31. Dezember 2006 407.000 311.300 148.300 136.200 59.000 60.600

Schutzpatron

Die Heiligen Zwillingsbr√ľder Cosmas und Damian gelten, aufgrund ihres Arztberufs unter anderem auch als Schutzpatrone der √Ąrzte. Ein weiterer Schutzpatron ist der heilige Pantaleon, einer der Vierzehn Nothelfer.

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang U. Eckart: Geschichte der Medizin. 5. Aufl. 2005, 335 S. 35 Illus.; ISBN 3-540-21287-6. Springer, Berlin u. a. (Relativ knappe und gut lesbare wissensch. Darstellung des Gesamtthemas)
  • Werner E. Gerabek u.a., (Hrsg.): Enzyklop√§die Medizingeschichte, Walter de Gruyter-Verlag, Berlin 2004, 1.544 Seiten, ISBN 3-11-015714-4
  • Wilhelm Haberling, Franz H√ľbotter u. Hermann Vierordt (Bearb.): Biographisches Lexikon der hervorragenden √Ąrzte aller Zeiten und V√∂lker. 2. Auflage. Urban & Schwarzenberg, Berlin und Wien, 1929-1935.
  • Markus Vieten: Via medici-Buchreihe: Berufsplaner Arzt, Thieme Verlag, ISBN 3-13-116105-1

Quellen

  1. ‚ÜĎ ausf√ľhrliche Angaben zur Etymologie
  2. ‚ÜĎ http://web95.servana.de/hvprint/index.php?option=com_content&task=view&id=22&Itemid=25 (Link nicht abrufbar)
  3. ‚ÜĎ http://www.baek.de/page.asp?his=1.128.129&all=true Musterweiterbildungsordnung der B√ĄK
  4. ‚ÜĎ Angaben der Bundes√§rztekammer http://www.baek.de/page.asp?his=0.3.7128
  5. ‚ÜĎ Angaben der Kassen√§rztlichen Bundesvereinigung http://www.kbv.de/presse/7479.html#1.%20Arztzahlen%20(Stand%2031.12.2008)
  6. ‚ÜĎ Spiegel Online √ľber eine vom Patienten ungew√ľnschte Operation, aufgerufen am 23. Juni 2009
  7. ‚ÜĎ Lothar Markus, Deutsches √Ąrzteblatt, ‚ÄěDiplom-Mediziner: 35 Jahre Entw√ľrdigung ostdeutscher √Ąrzte‚Äú, 36/2004 http://www.aerzteblatt.de/archiv/43183/
  8. ‚ÜĎ Pressemitteilung: Das deutsche Gesundheitssystem im internationalen Vergleich
  9. ‚ÜĎ GKV: Durchschnittliches Arzteinkommen (2003 - 2010); Der Spiegel Nr. 35/2010 erl√§utert, dass es sich dabei um den zu versteuernden Reinertrag handelt, nach Abzug aller Kosten.
  10. ‚ÜĎ Rheinische Post vom 9. Mai 2011: Land√§rzte sollen mehr verdienen
  11. ‚ÜĎ Rechtlicher Hintergrund auf praxishomepage.de
  12. ‚ÜĎ Das Doktoratsstudium N201 in Wien http://www.meduniwien.ac.at/studienabteilung/content/studium-lehre/studienangebot/n201/
  13. ‚ÜĎ http://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-2011/oeaez-12-25012011/interview-martin-andreas-turnus-facharztausbildung.html
  14. ‚ÜĎ Amtsblatt der EU-Kommission vom 14. Dezember 2010: √Ąnderungsmitteilung betreffend Richtlinie 2005/36
  15. ‚ÜĎ a b R. Tyssen: ‚ÄěHealth problems and the use of health services among physicians: a review article with particular emphasis on Norwegian studies.‚Äú In: Ind Health. 2007 Oct;45(5):599‚Äď610. PMID 18057803
  16. ‚ÜĎ J√ľrgen von Troschke: Arztrolle. In: Bernhard Strau√ü, Uwe Berger, J√ľrgen von Troschke, Elmar Br√§hler: Lehrbuch Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. 1. Auflage. Hogrefe Verlag, G√∂ttingen 2004. ISBN 3-8017-1032-7. S.332
  17. ‚ÜĎ Schwenk TL, Davis L, Wimsatt LA. Depression, stigma, and suicidal ideation in medical students. In: Journal of the American Medical Association. 2010 Sep 15;304(11):1181-90. PMID 20841531 http://jama.ama-assn.org/content/304/11/1181.full
  18. ‚ÜĎ Thomas Bronisch: Suizidalit√§t der Psychotherapeuten. In: Otto F. Kernberg, Birger Dulz, Jochen Eckert: WIR: Psychotherapeuten. 1. Auflage. Schattauer, Stuttgart 2006. ISBN 3-7945-2466-7. S.116‚Äď117.
  19. ‚ÜĎ Schernhammer E.: Taking their own lives -- the high rate of physician suicide. In: N Engl. J Med. 2005 Jun 16;352(24):2473-6. PMID 15958803
  20. ‚ÜĎ P√ľschel K, Schalinski S.: Not enough help for themselves--the risk of physicians to commit suicide. In: Arch Kriminol. 2006 Sep-Oct;218(3-4):89-99. PMID 17067089
  21. ‚ÜĎ Reimer C, Trinkaus S, Jurkat HB.: Suizidalit√§t bei √Ąrztinnen und √Ąrzten. In: Psychiatr Prax. 2005 Nov;32(8):381-5. PMID 16308801
  22. ‚ÜĎ M. Wolfersdorf: Suicide and suicide prevention for female and male physicians. In: MMW Fortschr Med. 2007 Jun 28;149(27‚Äď28):34‚Äď6. PMID 17715662

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Arzt ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Commons: Arzt ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Arzt ‚Äď Zitate

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  • Arzt ‚ÄĒ der; es, √Ąrzte ‚Ķ   Die deutsche Rechtschreibung


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