Omnibus

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Omnibus
Linienbus Mercedes-Benz Citaro
Niederflur-Gelenkbus der 1990er Jahre (Mercedes-Benz O 405 GN)
Doppeldeckerbus Setra S431 DT

Ein Omnibus (von lateinisch omnibus ‚Äöf√ľr alle‚Äė), kurz Bus, ist ein gro√ües Stra√üenfahrzeug, das dem Transport zahlreicher Personen dient, z. B. im √Ėffentlichen Personennahverkehr. Motorisierte Omnibusse werden in Deutschland amtlich als Kraftomnibus (KOM) bezeichnet, in √Ėsterreich und der Schweiz meist als Autobus. Reisebusse werden in der Schweiz mit dem franz√∂sischen Wort Car oder Autocar, seltener auch Reisecar bezeichnet.

Der Oberleitungsbus nimmt aufgrund seiner Abhängigkeit von der entsprechenden Fahrleitungsinfrastruktur eine Sonderstellung ein und gilt als Mischform zwischen einem Bus und einer (Straßen-)Bahn; er genießt auch rechtlich eine Sonderstellung.

Inhaltsverzeichnis

Die Bezeichnung

Herkunft

Vor Einsatz des Verbrennungsmotors bezeichnete das Wort Omnibus eine relativ gro√üe Kutsche zum Personentransport. Die Bezeichnung ‚ÄěOmnibus‚Äú soll durch den Reklameschriftzug ‚ÄěOmnes omnibus‚Äú eines franz√∂sischen Kaufmanns namens Omnes angeregt worden sein. Der Fuhrwerksbesitzer Baudry wurde dadurch 1825 zur entsprechenden Benennung seiner Fahrzeuge angeregt.

Nach der Motorisierung entstanden auch die Bezeichnungen Kraftomnibus und Autobus, zur Unterscheidung der neuen Motorfahrzeuge von den bisherigen Pferdeomnibussen. In Abgrenzung zum Oberleitungsbus spricht man häufig auch von einem Dieselbus.

Weitere Entwicklung

Sprachgeschichtlich kann das Wort Omnibus Ausgangspunkt f√ľr eine interessante Betrachtung sein. Die Wortendung ‚Äě-bus‚Äú, die eigentlich ein Teil der lateinischen Dativendung ‚Äě-ibus‚Äú war, wurde als ein eigenst√§ndiges Wort benutzt, sodass heute der Eindruck entsteht, das Wort Omnibus bestehe aus den zwei Teilen Omni und Bus (ohne dass man wei√ü, was Omni alleine zu bedeuten h√§tte), und Omnibus und Autobus seien bestimmte Arten von Bussen, wie z. B. der Kleinbus oder der Reisebus.

Technik

Norwegischer Kombinationsbus
Projekt: Superbus mit 4 E-Motoren,
250 km/h, 26 Passagiere, Reichweite 200 km
15 m lang & 16 Fl√ľgelt√ľren. (IAA 2010)

Der Antrieb erfolgt heute meist durch einen Diesel- oder Gasmotor, der Wasserstoffantrieb durch Brennstoffzellen wird derzeit weltweit erprobt. Schon fr√ľher wurden alternative Antriebskonzepte wie Hybrid- oder reiner Batterie-Elektrobetrieb erprobt, unter anderem auch mit Energieversorgung aus Schwungradspeichern (Gyrobus).

Busse haben heute meist einen Heckmotor und Hinterachsantrieb. Der Motor ist dabei meist liegend und unterflur angeordnet. Bei Niederflurbussen kommen auch stehende Motoren vor; in jedem Fall ragt bei ihnen der Motor immer mehr oder weniger in den Fahrgastraum und erfordert dort eine besondere Sitzanordnung.

Generell sind Busse im Vergleich zu Lkw √§hnlicher Gr√∂√üe wesentlich leichter, sodass bei Reisebussen h√§ufig einfache Sechs-Gang-Schaltgetriebe ausreichen, meist mit einer Form von kraftunterst√ľtzter Schaltung und/oder automatischer Kupplung. Heute setzen sich auch bei Reisebussen mehr und mehr automatisierte Getriebe durch, die durch Rechner anhand der Drehzahl und Geschwindigkeit geschaltet werden. Bei Stadtbussen werden inzwischen durchg√§ngig Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler eingesetzt, da die Automatik ohne Zugkraftunterbrechung einen etwas besseren Fahrkomfort f√ľr die stehenden Fahrg√§ste bietet.

Die H√∂chstgeschwindigkeit f√ľr Busse in Deutschland wurde im November 2007 neu geregelt. 80 km/h gelten nur noch f√ľr wenige, meist √§ltere Busse, hingegen ist f√ľr deutsche Neuzulassungen eine Tempo-100-Genehmigung bereits ab Zulassung als Regelfall m√∂glich, wenn die Voraussetzungen (siehe Rechtliches in Deutschland) erf√ľllt werden. Der Anteil der Busse mit Tempo-100-Erlaubnis lag Ende 2007 bei 80 % und d√ľrfte durch diese vereinfachten Bedingungen in Zukunft weiter steigen.

Beim Aufbau der Karosserie gibt es zwei Konzepte:

  • Die klassische Lkw-Bauweise besteht aus einem L√§ngstr√§ger, der wiederum den Antriebsstrang mit Motor, R√§dern und Bremsanlage tr√§gt. Darauf sitzt der Aufbau mit dem Fahrgastraum.
  • Kleine Busse und einige Hersteller von Reisebussen setzen auf selbsttragende Karosserien wie im Pkw-Bau. Zu den Anbietern von gro√üen Bussen geh√∂rt z. B. EvoBus mit der Setra-Baureihe.

Das Fahrwerk von Bussen besitzt an der Vorderachse häufig eine Einzelradaufhängung. Die Hinterachse ist in der Regel starr. Linienbusse besitzen oft starre Vorder- und Hinterachsen.

Es gibt Bestrebungen, die Vorteile von Bussen (wenig eigene Infrastrukturkosten) und die Vorteile von Straßenbahnen (Komfort, Kapazität) zu vereinigen. Dies findet sich hauptsächlich in Frankreich, wo verschiedene Systeme zwischen der Definition Bus und Straßenbahn existieren. Inzwischen gibt es dies auch in Deutschland.

Bauarten

Midibus mit Anhänger
Doppelgelenkbus von Van Hool (L√§nge 24,8 m)
Reisebus Scania Irizar
Doppeldecker-Gelenkbus Neoplan Jumbocruiser

Zulassung

Die Zuordnung, ob ein Kfz einen Bus darstellt, geht aus der Zulassung hervor. Ein (umgangssprachlich) z.B. VW-Bus genanntes Fahrzeug ist zulassungsrechtlich ein Pkw. Kraftfahrzeuge, die zulassungsrechtlich als ‚ÄěBus‚Äú zum Einsatz im Stra√üenverkehr zugelassen sind, sind auch nach StVZO und StVO als Bus zu betreiben und zu f√ľhren/fahren.

Einsatzart/gewerbliche Verwendung

F√ľr den gewerblichen Einsatz ist nach PBefG eine weitere Zulassung nach der gew√ľnschten Verkehrsart erforderlich. Man unterscheidet grunds√§tzlich Busse (f√ľr die gewerbliche Verwendung/Verkehrsart) in Busse f√ľr Linienverkehr und in Busse f√ľr den Gelegenheitsverkehr (manche Busse haben nach PBefG eine Zulassung f√ľr beide Verkehrsarten). Der Schulbusverkehr stellt eine Sonderform des Linienverkehrs dar und erfordert eine zus√§tzliche Ausstattung.

Stadtbusse sind generell mit einer geringeren Anzahl und weniger komfortablen Sitzen ausgestattet, daf√ľr mit zahlreichen Haltestangen f√ľr stehende Fahrg√§ste sowie mit Mehrzweckr√§umen (f√ľr Gep√§ck, Kinderwagen und Rollst√ľhle). F√ľr Linien mit gro√üem Fahrgastaufkommen werden Doppeldeckerbusse oder Gelenkbusse eingesetzt. Doppelst√∂ckige Gelenkfahrzeuge sind √§u√üerst rar. Ein bekannter Typ ist der Neoplan Jumboliner, 18 Meter lang und vier Meter hoch mit einer Kapazit√§t von 98 Sitzpl√§tzen im Reiseverkehr.

Gerade in d√ľnn besiedelten Gebieten werden Kombinationsbusse eingesetzt, um gleichzeitig Passagiere und Fracht zu transportieren.

Spezieller Flughafen-Vorfeldbus in Washington, D.C. (IAD)

Gr√∂√üere Busse, darunter alle Gelenkfahrzeuge, haben generell (mindestens) drei Achsen. Starre Fahrzeuge haben dabei meist eine mitgelenkte, einfach bereifte Nachlaufachse, die hinter der Antriebsachse angeordnet ist. Bei Gelenkfahrzeugen liegt (inzwischen ausschlie√ülich) die Mittelachse vor dem Gelenk. Die heute √ľbliche Bauform des Gelenkbusses ist der Schubgelenkbus (Pusher). Hier treibt der Heckmotor den Hinterwagen an, der den Vorderwagen schiebt.

Eine spezielle Bauart stellen die auf Flugh√§fen eingesetzten Vorfeldbusse dar, die √ľberwiegend Stehpl√§tze mit nur wenigen Sitzpl√§tzen bieten. Da sich diese nicht auf √∂ffentlichen Stra√üen bewegen, unterliegen sie auch nicht der StVZO, wodurch es m√∂glich ist, diese l√§nger und breiter als herk√∂mmliche Busse zu bauen.

Geschichte

1827 wurde der Dampfomnibus in England eingesetzt, nachdem es bis dahin nur Pferdeomnibusse gegeben hatte. Der erste Linienverkehr mit einem mit Kraftstoff betriebenen Bus fand am 18. M√§rz 1895 zwischen Siegen und Netphen statt und wurde von der Netphener Omnibusgesellschaft durchgef√ľhrt. F√ľr den Betrieb der Linie wurde ein Gef√§hrt mit dem Namen ‚ÄěLandauer‚Äú eingesetzt, welches tats√§chlich mehr √Ąhnlichkeit mit der gleichnamigen Kutsche als mit einem modernen Bus hatte. Dieser erste Kraftomnibus der Welt wurde ab 1895, also noch ein Jahr vor dem ersten Lastkraftwagen, in Handarbeit im Familienbetrieb des Automobil-Pioniers Carl Benz gebaut und verf√ľgte √ľber acht Sitze und einen Motor mit 5 PS. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 15 km/h, sodass er die Strecke zwischen Siegen und Netphen in einer Stunde und 20 Minuten bew√§ltigte. Die Fahrt kostete die f√ľr damalige Verh√§ltnisse hohe Summe von 70 Pfennig. Aufgrund der geringen Belastbarkeit der ersten Benz-Busse musste der Omnibusbetrieb im Siegerland jedoch noch vor dem Ablauf des Jahres schon wieder eingestellt werden. Trotz dieses R√ľckschlags entstanden, durch st√§ndige Verbesserung der Fahrzeugtechnik, in den Folgejahren weltweit immer neue Linienverbindungen.

Historische Bauarten

In den Anf√§ngen der Bustechnik wurden die Fahrzeuge mit Frontmotor gebaut (die letzten waren z. B. Mercedes-Benz O 3500 aus den 1950er Jahren, 6-Zylinder-Motor mit 90 PS) und es gab auch offene Fahrzeuge.

In den 1930er Jahren kamen Sattelzugomnibusse auf, z. B. B√ľssing Typ SS und Typ DS. Heute werden Sattelzugomnibusse als kubanische Entwicklung in der Hauptstadt Havanna als √∂ffentliches Nahverkehrsmittel eingesetzt. Wegen ihrer Bauform mit abgesenktem Einstiegsbereich in der Mitte des Aufliegers werden sie ‚ÄěCamello‚Äú (dt. Kamel) genannt.

Die Karosseriebaufirma Gebr. Ludewig konstruierte in den 1950er Jahren Anderthalbdecker, zun√§chst auch f√ľr Reisezwecke. Nachdem in der Bundesrepublik Deutschland die Mitf√ľhrung von besetzten Busanh√§ngern verboten wurde, bot sich diese Art des Gro√üraumbusses an und wurde sp√§ter auch von der Firma Vetter geliefert. Die Verbreitung der kosteng√ľnstigeren Gelenkbusse bedeutete das Ende dieser Gattung in den 1980er Jahren.

Ab den 1950er Jahren wurden bei der Deutschen Bundesbahn vereinzelt Schienen-Straßen-Omnibusse eingesetzt, die als Zweiwegefahrzeuge sowohl auf der Straße als auch auf Schienenstrecken verkehren konnten.

Standard-Busse

MAN-V√ĖV-II-Gelenkbus

‚Üí Hauptartikel: Standard-Bus

In den 1960er Jahren begann auch in der Bundesrepublik eine Vereinheitlichung der Bustypen durch den Verband √∂ffentlicher Verkehrsbetriebe (V√ĖV), der in Zusammenarbeit mit einigen Verkehrsbetrieben Prototypen f√ľr Standard-Linienbusse entwickelte, die dann von mehreren Herstellern adaptiert wurden.

Die ersten Prototypen von 1967 f√ľhrten ab 1968 zur Produktion beispielsweise des B√ľssing BS 110 V, Mercedes-Benz O 305, Magirus-Deutz SH110, MAN SL 200 und Ikarus 190.

Die zweite Generation der Standardbusse hatte als Ziel der Entwicklung einen niedrigeren Fahrzeugboden und dadurch eine niedrigere Einstiegsh√∂he. Aus den zwischen 1976 und 1978 erprobten Prototypen S 80 entwickelten sich beispielsweise der Auw√§rter Neoplan N416, der Mercedes-Benz O 405 und der MAN SL 202.

Aus der zweiten Generation wurde ein Niederflurbus weiter entwickelt, Beispiele sind der Neoplan N4014NF, der Mercedes-Benz O 405 N und der MAN NL 202. Manchmal wird dieser Bustyp f√§lschlich als V√ĖV III bezeichnet.

Schweiz

In der Schweiz wurden Busse bis in die 1980er Jahre vorwiegend durch die Schweizer Nutzfahrzeug-Hersteller Berna in Olten, Adolph Saurer AG in Arbon sowie FBW in Wetzikon in Kooperation mit Karosserie-Bauern wie Hess, T√ľscher, Frech und anderen teilweise noch bestehenden Firmen hergestellt.

Das Staatsunternehmen der Post (PTT) war dabei der weitaus gr√∂√üte Auftraggeber. Die Postautos, wahrscheinlich eine der ersten Flotten weltweit, die mit ihrem Postgelb (RAL 1004) landesweit unter einheitlichem farblichem Firmendesign verkehrten, wurden nach speziellen Anforderungen gebaut, sodass sie sowohl klimatisch (bei Schnee und Eis) wie auch durch ihre Maximalbreite von 2,3 m sowie die oft vorhandenen Reduktionsgetriebe r√§umlich (auf steilen, engen Strecken) optimal eingesetzt werden konnten.

Spurbus/Busbahn

In den letzten Jahren wurde das Konzept von spurgef√ľhrten Bussen wieder aufgegriffen. Die Entwicklungen beispielsweise des franz√∂sischen CiVis, des Twisto in Caen oder der AutoTram des Fraunhofer-Instituts sind eine Mischung von Fahrzeugen, die √§u√üerlich den Stra√üenbahnen √§hneln, aber auf Gummireifen fahren und mittels unterschiedlicher Systeme automatisch auf einer vorgegebenen Spur gef√ľhrt werden k√∂nnen. Dieses Prinzip wurde einige Jahre durch die Essener Verkehrs-AG auch im Tunnelbetrieb zusammen mit der Stra√üenbahn/Stadtbahn genutzt. Hier kamen Duo-Busse zum Einsatz. Werden besondere Spuren, auch unterirdisch, mit normalen Bussen befahren, so spricht man von einem Busway.

Verkehrsarten

Es gibt verschiedene Formen des Omnibusverkehrs, deren Anforderungen die Bauart des Fahrzeugs bestimmen:

Bedeutung als Verkehrsmittel

In d√ľnn besiedelten Gebieten hat der Omnibus die fr√ľher verbreiteten Kleinbahnen ersetzt, in vielen St√§dten hat er die Stra√üenbahn verdr√§ngt. In den Randbereichen der St√§dte sind durch die Kfz-Dichte und die Disposition der Bewohner sowie die oft topografisch schwierige Situation (schmale steile Stra√üen) Buslinien nur schwer zu betreiben ‚Äď je nach Umsetzung der leistungsbezogenen Verteilung der Einnahmen innerhalb eines Verkehrsverbundes (nach Sitzplatzkilometer oder Fahrgastkilometer) werden hier m√∂glicherweise in Zukunft verst√§rkt modifizierte Linienverkehre wie beispielsweise Sammeltaxen verkehren.

Bushersteller

Es gab in der Geschichte und es gibt bis heute viele wichtige Bushersteller. Siehe dazu die Liste der Nutzfahrzeughersteller und Geschichte der Nutzfahrzeugindustrie.

Rechtliche Bestimmungen f√ľr Kraftomnibusse in Deutschland

  • Rechtlich wird als Kraftomnibus (KOM) ein zur Bef√∂rderung von Personen bestimmtes Kraftfahrzeug mit mehr als 8 Fahrgastpl√§tzen (ohne den Fahrer) definiert.
  • F√ľr einen KOM gilt auf Landstra√üen und Autobahnen eine H√∂chstgeschwindigkeit von 80 km/h. Busse mit Fahrg√§sten, f√ľr die keine Sitzpl√§tze zur Verf√ľgung stehen, unterliegen einer Geschwindigkeitsbeschr√§nkung von max. 60 km/h auf allen Stra√üen au√üerhalb des Ortes.
  • Omnibusse durften vor dem 28. November 2007 nur mit einer Ausnahmegenehmigung, wenn die Anforderungen des ¬ß 18 StVO erf√ľllt wurden, auf Autobahnen 100 km/h fahren, dies wurde durch ein Tempo-100-Schild mit Siegel der Zulassungsstelle am Heck des Fahrzeuges sowie der Eintragung ‚ÄěF√ľr 100 km/h auf Autobahnen geeignet‚Äú angezeigt. Diese Ausnahmegenehmigung hatten Ende 2007 ca. 35.200 von 44.000 deutschen Omnibussen, sodass der Begriff ‚ÄěAusnahmegenehmigung‚Äú w√∂rtlich genommen f√ľr diesen Regelfall (ca. 80 %) nicht mehr zutraf.[1]
  • Am 27. November 2007 hat der Bundesrat die 17. Verordnung zur √Ąnderung der Stra√üenverkehrs-Ordnung erlassen, nach der das Verwaltungsverfahren bei der Zulassung von Tempo 100 f√ľr Kraftomnibusse abgeschafft wird. F√ľr im Inland zugelassene Omnibusse wird im Regelfall die Tempo-100-km/h-Zulassung innerhalb des Genehmigungs- bzw. Betriebserlaubnisverfahrens miterteilt.[2] Auf die Anbringung einer Tempo-100-Plakette auf der R√ľckseite des Kraftomnibusses kann in Zukunft verzichtet werden, da sie sich f√ľr Kontrollzwecke nicht als tauglich erwiesen hat.[1]
F√ľhrerschein-Ausschnitt mit den verschiedenen Klassen (D1, D, D1E und DE) f√ľr Busse. In der rechten Spalte ist f√ľr alle Busklassen das Ablaufdatum (1. M√§rz 2010) ersichtlich.
  • Zum F√ľhren eines Kraftomnibusses ist eine besondere Fahrerlaubnis erforderlich. Nach der einheitlichen EU-Regelung enthalten die Bezeichnungen der Bus-F√ľhrerscheinklassen den Buchstaben D. Es gibt vier abgestufte Klassen, D1 gilt f√ľr Busse mit bis zu 16 Sitzpl√§tzen, ein Anh√§nger bis 750 kg ist erlaubt. D gilt f√ľr Busse mit einer beliebigen Anzahl von Sitzpl√§tzen, ein Anh√§nger bis 750 kg ist erlaubt. Die Klasse D1E enth√§lt die Erlaubnis der Klasse D1, ein Anh√§nger √ľber 750 kg darf mitgef√ľhrt werden. Schlie√ülich erlaubt die Klasse DE das F√ľhren von Bussen mit einer beliebigen Anzahl von Fahrgastpl√§tzen auch mit einem Anh√§nger √ľber 750 kg.
  • Alle Busf√ľhrerscheine werden befristet f√ľr f√ľnf Jahre, l√§ngstens jedoch bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres, erteilt. Danach betr√§gt die G√ľltigkeit jeweils f√ľnf Jahre. Bei dieser Verl√§ngerung einer Fahrerlaubnis √ľber das 50. Lebensjahr hinaus muss der Busfahrer nachweisen, dass er die besonderen Anforderungen an Belastbarkeit, Orientierungsleistung, Konzentrationsleistung, Aufmerksamkeitsleistung und Reaktionsf√§higkeit erf√ľllt. Der Nachweis kann durch ein betriebs- oder arbeitsmedizinisches Gutachten oder ein Gutachten einer Begutachtungsstelle f√ľr Fahreignung erbracht werden.[3]
  • Au√üerdem berechtigen Fahrerlaubnisse der Klassen C, C1, CE oder C1E im Inland auch zum F√ľhren von Kraftomnibussen ‚Äď gegebenenfalls mit Anh√§nger ‚Äď mit einer entsprechenden zul√§ssigen Gesamtmasse und ohne Fahrg√§ste, wenn die Fahrten lediglich zur √úberpr√ľfung des technischen Zustands des Fahrzeugs dienen.[4]
  • Mit dem Busf√ľhrerschein wird bezweckt, nur besonders zuverl√§ssigen und gepr√ľften Fahrern die Bef√∂rderung von mehr als acht Fahrg√§sten anzuvertrauen.
  • Nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) m√ľssen Fahrer und Fahrerinnen, die eine Fahrerlaubnis der Klassen D1, D1E, D, DE oder eine gleichwertige Klasse nach dem 9. September 2008 erteilt bekommen haben oder eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE oder eine gleichwertige Klasse nach dem 9. September 2009 erteilt bekommen haben, zus√§tzlich eine Grundqualifikation erwerben. Inhaber √§lterer F√ľhrerscheine ben√∂tigen im Rahmen der Besitzstandswahrung keine Grundqualifikation. Sie m√ľssen aber zuk√ľnftig wie alle Fahrer eine Weiterbildung von 35 Stunden in f√ľnf Jahren nachweisen.[5]
  • Kraftfahrzeuge, die als Kraftomnibusse zugelassen sind, unterliegen regelm√§√üigen Untersuchungen, z.B. j√§hrliche Hauptuntersuchung (T√úV) und viertelj√§hrliche Sicherheitspr√ľfung (siehe dazu ¬ß 29 StVZO; Beispiel: Funktions- und Sichtpr√ľfung der Bremsen und Lenkung, aber auch Schlie√ükraftmessung der sich automatisch schlie√üenden T√ľren).
  • Seit dem 1. Juli 1960 ist der Einsatz von Busanh√§ngern zur Personenbef√∂rderung verboten. Gegenw√§rtig (Juni 2006) gibt es Probebetriebe mit Ausnahmegenehmigung, N√§heres siehe unter Artikel Busanh√§nger.

Mietomnibus ist ein Begriff aus dem Personenbef√∂rderungsgesetz (¬ß 49 Abs. 1 PBefG). Unter Verkehr mit Mietomnibus versteht man eine Form des Gelegenheitsverkehrs mit Kraftfahrzeugen, die durch ein Verkehrsunternehmen angeboten werden kann, jedoch Ziel, Zweck und Ablauf der Fahrt der Mieter (Fahrgast) bestimmt. Wichtiges Kriterium ist, dass der Mietomnibus vom Fahrgast im Ganzen angemietet wird. Mieter kann auch ein zusammengeh√∂riger Personenkreis sein, der √ľber Ziel und Ablauf der Fahrt einig sein muss (z.B. Schulklassen, Vereine etc.). Mietomnibusse d√ľrfen sich nicht auf √∂ffentlichen Stra√üen und Pl√§tzen zum Zweck der Fahrgastaufnahme bereithalten.

Der Gelegenheitsverkehr mit einem Mietomnibus ist erlaubnispflichtig und bedarf einer Genehmigung der zuständigen Verkehrsbehörde.

F√ľr den Mietomnibusverkehr gelten auch die Bestimmungen der BOKraft.

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang H. Gebhardt: Deutsche Omnibusse seit 1895, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02140-4
  • Ralf J. F. Kieselbach: Stromlinienbusse in Deutschland ‚Äď Aerodynamik im Nutzfahrzeugbau 1931 bis 1961, Kohlhammer Edition 1983, ISBN 3-17-007930-1

Quellen

  1. ‚ÜĎ a b http://www.umweltrecht.de/PDFBR/2007/0670_2D07.pdf
  2. ‚ÜĎ [1] (Link nicht mehr abrufbar)
  3. ‚ÜĎ BMVBS: Der neue EU-F√ľhrerschein und das neue Fahrerlaubnisrecht
  4. ‚ÜĎ FeV ¬ß 6 Abs. 4, abgerufen am 28. September 2009
  5. ‚ÜĎ Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) ‚Äď verkehrsportal.de

Weblinks

 Commons: Bus ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Autobus ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

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Synonyme:

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Omnibus ‚ÄĒ Omnibus ‚Ķ   Deutsch W√∂rterbuch

  • omnibus ‚ÄĒ [ …Ēmnibys ] n. m. et adj. ‚ÄĘ 1825; de voiture omnibus; lat. omnibus ¬ę pour tous ¬Ľ ‚Üí 1. bus 1 ‚ô¶ Anciennt Voiture publique d abord hippomobile, puis automobile, transportant des voyageurs dans une ville. Imp√©riale d un omnibus. L omnibus Madeleine… ‚Ķ   Encyclop√©die Universelle

  • Omnibus ‚ÄĒ may refer to: Contents 1 See also Law Omnibus bill, a single legislative document containing many laws or amendments Omnibus spending bill, a single legislative document that sets the budget of many government departments Omnibus clause ‚Ķ   Wikipedia

  • omnibus ‚ÄĒ adjective all embracing, all inclusive, blanket, broad, catholic, collective, compendious, complete, composite, comprehensive, encyclopedic, encyclopedical, exhaustive, expansive, extensive, general, generic, generical, inclusive, inclusory,… ‚Ķ   Law dictionary

  • Omnibus ‚ÄĒ Sm std. (19. Jh.) Entlehnung. Entlehnt aus frz. (voiture) omnibus (eigentlich Fahrzeug f√ľr alle ), dieses aus l. omnibus f√ľr alle , zu l. omnńďs alle . Die Kurzform Bus aus ne. bus. ¬†¬†¬†Ebenso nndl. omnibus, ne. bus, nschw. omnibus, nnorw. omnibus ‚Ķ   Etymologisches W√∂rterbuch der deutschen sprache

  • Omnibus ‚ÄĒ Omnibus: Das Substantiv wurde im 19. Jh. aus gleichbed. frz. omnibus (eigentlich wohl voiture omnibus ¬ĽWagen f√ľr alle¬ę) entlehnt (lat. omnibus ¬Ľf√ľr alle¬ę ist der Dativ von lat. omnes ¬Ľalle¬ę). H√§ufiger als die Vollform ¬ĽOmnibus¬ę ist die Mitte des… ‚Ķ   Das Herkunftsw√∂rterbuch

  • omnibus ‚ÄĒ om ni*bus, a. Pertaining to or dealing with a variety of topics at one time; as, omnibus legislation; an omnibus budget bill. [PJC] {Omnibus bill}, a legislative bill which provides for a number of miscellaneous enactments or appropriations.… ‚Ķ   The Collaborative International Dictionary of English

  • omnibus ‚ÄĒ »ćmnibus m DEFINICIJA 1. pov. prom. zatvorena putnińćka kola s konjskom zapregom u gradskom prometu; konjski tramvaj 2. prom. autobus u gradskom prijevozu 3. knjiŇĺ. knjiga s cjelovitom zbirkom (ńćlanaka, eseja, pripovijedaka, pjesama) jednog ili… ‚Ķ   Hrvatski jezińćni portal

  • √≥mnibus ‚ÄĒ (plural √≥mnibus) sustantivo masculino 1. Uso/registro: restringido. Autocar dedicado al transporte p√ļblico entre poblaciones: El √≥mnibus pasa cada media hora. tren √≥mnibus. Sin√≥nimo: autob√ļs ‚Ķ   Diccionario Salamanca de la Lengua Espa√Īola

  • omnibus ‚ÄĒ / …Ēmnibus/ s.m. [dal fr. omnibus, tratto dal lat. omnń≠bus per tutti (dativo plur. di omnis ogni )]. (trasp.) [carrozzone a cavalli, con molti posti, che nel sec. 19¬į faceva servizio regolare nelle grandi citt√†] ‚Ė∂‚óĬ†diligenza ‚Ķ   Enciclopedia Italiana

  • √≥mnibus ‚ÄĒ ‚ÄėVeh√≠culo de transporte colectivo por carretera‚Äô. En Espa√Īa significa tambi√©n ‚Äėtren que para en todas las estaciones‚Äô. Es invariable en plural (‚Üí plural, 1f): ¬ęEmpleados que corr√≠an hacia los √≥mnibus y los tranv√≠as¬Ľ (Ribeyro Geniecillos [Per√ļ… ‚Ķ   Diccionario panhisp√°nico de dudas


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