Operation Overlord

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Operation Overlord
Operation Overlord
Teil von: Zweiter Weltkrieg, Westfront
Plan zur Operation Overlord und der begleitenden Bomberoffensive, mit den deutschen Stellungen am 6. Juni 1944
Plan zur Operation Overlord und der begleitenden Bomberoffensive, mit den deutschen Stellungen am 6. Juni 1944
Datum 6. Juni‚Äď25. August 1944
Ort Frankreich
Ausgang Sieg der Alliierten
Konfliktparteien
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Vereinigtes KonigreichVereinigtes K√∂nigreich Vereinigtes K√∂nigreich
Kanada 1921Kanada Kanada
Freies FrankreichFreies Frankreich Freies Frankreich
PolenPolen Polen
NorwegenNorwegen Norwegen
Weitere Alliierte
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Befehlshaber
Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Dwight D. Eisenhower (Oberbefehlshaber)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bernard Montgomery (Oberbefehlshaber der Bodentruppen)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bertram Ramsay (Oberbefehlshaber der Marinestreitkräfte)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Trafford Leigh-Mallory (Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte)
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Adolf Hitler (Oberbefehlshaber)
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Gerd von Rundstedt (Oberbefehlshaber West)
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Erwin Rommel (Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B)
Truppenstärke
etwa 1.530.000 Soldaten (11. Juni) etwa 350.000, aber vermutlich um die 1.000.000 Soldaten √ľber ganz Frankreich verteilt (Anfang Juni)
Verluste
(schätzungsweise) 65.700 Tote (37.000 Tote bei den Landstreitkräften und 28.714 Tote bei den Luftstreitkräften), 18.000 Vermisste und 155.000 Verwundete (schätzungsweise) 200.000 Tote, Verwundete und Vermisste
(50 000 Tote)
200.000 Kriegsgefangene

Die Operation Overlord (dt.: Oberherr, seltener: Lehnsherr) war eine Operation der westlichen Alliierten im Zweiten Weltkrieg, die zum Ziel hatte, die deutschen Besatzer aus Nordfrankreich zur√ľckzudr√§ngen und dort eine feste Basis aufzubauen. Dazu geh√∂rten die Invasion in der Normandie unter dem Decknamen Operation Neptune sowie mehrere Folgeoperationen. Die Operation Overlord dauerte vom 6. Juni 1944, dem D-Day, bis zum 25. August 1944, als die Alliierten am Ende der Schlacht um Paris Frankreichs Hauptstadt einnahmen.

Zur Entlastung der Roten Armee hatte Josef Stalin die Westalliierten zur Er√∂ffnung einer zweiten Front gedr√§ngt. Die Konferenz von Teheran im November 1943 beschloss Landungen in Nord- und S√ľdfrankreich, die Operationen Overlord und Anvil. Hauptziel der Planungen war die Kontrolle der gr√∂√üeren St√§dte Caen, Bayeux, Saint-L√ī und Cherbourg. An den Landungen nahmen Truppen aus Gro√übritannien, den USA, Polen, Frankreich, Neuseeland, Kanada und noch vielen anderen Nationen teil. Gleichzeitig wurde die gr√∂√üte Landungsflotte des Krieges f√ľr die √úberfahrt, Landungen und Nachschubversorgung (‚Üí Seekrieg w√§hrend der Operation Overlord) zusammengezogen, sowie eine immense Anzahl von Flugzeugen bereitgestellt (‚Üí Luftkrieg w√§hrend der Operation Overlord).

Die Deutschen hatten an der Atlantikk√ľste ein Atlantikwall genanntes System von Verteidigungsanlagen errichtet und rechneten ‚Äď auch wegen der alliierten T√§uschungsoperation Fortitude ‚Äď mit einer alliierten Invasion beim Pas-de-Calais (‚Üí Deutsche Situation in der Normandie im Jahr 1944).

Nach der Landung an den Normandiestr√§nden ‚Äď der Operation Neptune ‚Äď versuchten die Alliierten, ihren Br√ľckenkopf weiter auszubauen. Im Westen des Invasionsgebietes behinderte sie dabei das nur schwer zu durchdringende Bocage-Gel√§nde, w√§hrend die Deutschen im Osten ihre Elite-Panzerverb√§nde konzentrierten (‚Üí Schlacht um Caen). Durch einen Vorsto√ü amerikanischer Truppen (Operation Cobra) gelang es aber bald, die deutschen Stellungen im Westen des Invasionsbereiches zu durchbrechen. Die Amerikaner r√ľckten danach mit einem Teil ihrer Streitkr√§fte in die Bretagne vor (‚Üí Schlacht um die Bretagne), w√§hrend sie mit dem Rest Richtung Caen marschierten und gemeinsam mit den Kanadiern und Briten die mittlerweile nach S√ľden zur√ľckgedr√§ngten Deutschen im Kessel von Falaise einschlossen und mehrere deutsche Armeen vernichteten. Bis zum 25. August r√ľckten die Alliierten bis nach Paris vor, das ihnen einen Tag sp√§ter √ľbergeben wurde, um die Stadt zu erhalten (‚Üí Schlacht um Paris).

Um der Gefallenen und der Ereignisse zu gedenken, errichteten ehemalige Kriegsteilnehmer in der Nachkriegszeit mehrere Friedh√∂fe, Gedenkst√§tten und Museen im ehemaligen Operationsgebiet (‚Üí Gedenken an die Operation Overlord). Die Operation Overlord ist au√üerdem Gegenstand vieler B√ľcher, Filme und Spiele.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund und alliierte Planung

Das ‚ÄěFreie Frankreich‚Äú und die Situation im besetzten Frankreich

General de Gaulle und General Mast in Tunis (1943)

Am 25. Juni 1940 gr√ľndete der franz√∂sische General Charles de Gaulle in London das Komitee ‚ÄěFreies Frankreich‚Äú und wurde Chef der ‚ÄěFreien Franz√∂sischen Streitkr√§fte‚Äú (force fran√ßaise libre, FFL) und des ‚ÄěNationalen Verteidigungskomitees‚Äú. Daraufhin wurde de Gaulle vom Kriegsrat der Vichy-Regierung im August 1940 wegen Hochverrats in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Die meisten Staaten erkannten das Vichy-Regime Marschall P√©tains als die legitime Regierung Frankreichs an. Winston Churchill bem√ľhte sich zwar anfangs diplomatisch um das Vichy-Regime, unterst√ľtzte aber de Gaulle und lie√ü die in Nordafrika in Mers El K√©bir unter dem Kommando von P√©tains Marineminister Admiral Fran√ßois Darlan vor Anker liegende franz√∂sische Kriegsflotte mit ca. 1.300 Mann an Bord zerst√∂ren (Operation Catapult).

Mehrere franz√∂sische Kolonialbesitzungen, vornehmlich in Afrika, darunter Kamerun und Tschad, sp√§ter ab 1942 Diego Suarez auf Madagaskar und Dakar in Franz√∂sisch-Westafrika unterstellten sich im Laufe des Krieges dem von de Gaulle erschaffenen Freien Frankreich, das von seinem Comit√© National Fran√ßais regiert wurde. Er sorgte besonders daf√ľr, dass Frankreich im Lager der Alliierten durch seine ‚ÄěFreien Franz√∂sischen Streitkr√§fte‚Äú (FFL), die an verschiedenen Fronten den Kampf fortsetzten, stets pr√§sent blieb. U. a. stimulierte und f√∂rderte er dank Colonel Passy, Pierre Brossolette und besonders Jean Moulin die Bewegung der ‚Äěr√©sistance int√©rieure‚Äú, die er von ‚ÄěFrance libre‚Äú zur ‚ÄěFrance combattante‚Äú, zum k√§mpfenden Frankreich, transformierte.

Kriegseintritt der USA, erste Planungen f√ľr eine Invasion und ‚ÄěProbelauf bei Dieppe‚Äú

Trotz des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor, dem US-Flottenst√ľtzpunkt auf O Ľahu, Hawaii, am 7. Dezember 1941 und dem damit verbundenen Kriegseintritt der USA einigten sich die Regierungen der USA und Gro√übritanniens auf den Grundsatz ‚ÄěGermany first‚Äú, das hei√üt auf die Niederringung Deutschlands als vordringliches Kriegsziel. Dar√ľber hinaus sollte die Invasion ein zu weites Vordringen der Roten Armee nach Westen verhindern.

Schon unmittelbar nach der Schlacht von D√ľnkirchen im Juni 1940 begannen die Briten mit der Aufkl√§rung der Normandiek√ľste, weil man sie f√ľr ein geeignetes Gebiet f√ľr eine Landung auf dem europ√§ischen Festland hielt: Durch die N√§he zu England waren die Wege f√ľr die angreifenden Truppen und ihre anschlie√üende Versorgung kurz. Das flache Land schien geeignet f√ľr einen schnellen Vormarsch und die Landung von Lastenseglern, die deutsche Truppenkonzentration und die Befestigungsanlagen waren schw√§cher als an anderen K√ľstenabschnitten. Cherbourg bot sich als Hafen mit ausreichender Kapazit√§t f√ľr die Anlandung gr√∂√üerer Folgetruppen an. Stalin forderte erstmals im Juli 1941 eine zweite Front. Konkrete Invasionspl√§ne begannen die Alliierten 1942 zu entwerfen und kontrovers zu diskutieren. Dieser Prozess begann mit der Arcadia-Konferenz in Washington D.C. zwischen den amerikanischen und britischen F√ľhrungsst√§ben, die vom 22. Dezember 1941 bis zum 14. Januar 1942 stattfand. Der britische Premierminister Winston Churchill sprach sich f√ľr einen Angriff von der Peripherie aus, um einen Grabenkrieg wie im Ersten Weltkrieg zu vermeiden. Von Beginn an stand fest, dass eine amphibische Landung in Nordwesteuropa, sowie ein Eindringen der alliierten Kr√§fte √ľber das Mittelmeer stattfinden sollte. Zus√§tzlich sollte damit ein zu weites Vordringen der sowjetischen Truppen nach Mitteleuropa verhindert werden. Zwei Pl√§ne wurden in den Grundstrukturen ausgearbeitet, die Operation Sledgehammer f√ľr eine Invasion noch im Jahr 1942 und die Operation Roundup, die eine wesentlich gr√∂√üer angelegte Invasion 1943 vorsah.

Brennendes britisches Landungsboot am Strand von Dieppe

Die Alliierten planten au√üerdem, einen Angriff auf die franz√∂sische Stadt Dieppe durchzuf√ľhren, der haupts√§chlich das Ziel hatte, zu erkunden, ob es m√∂glich w√§re, einen Hafen auf dem besetzten Festland √ľber einen kurzen Zeitraum zu halten. Des Weiteren sollten nachrichtendienstliche Informationen gesammelt und das Verhalten der deutschen Besatzer analysiert werden. Diese Operation Jubilee ging ma√ügeblich von Admiral Lord Louis Mountbatten, Chef der Combined Operations, aus und fand am 19. August 1942 statt. F√ľr den Angriff wurden √ľberwiegend kanadische Soldaten ausgew√§hlt, die nach l√§ngerer Zeit wieder einen Kampfeinsatz bestreiten sollten.

In Gro√übritannien verfestigte sich die Erkenntnis, dass die von Josef Stalin geforderte zweite Front in Westeuropa 1942 noch nicht aufgebaut werden konnte. Des Weiteren lieferte der Dieppe-Angriff wichtige Erkenntnisse f√ľr die sp√§tere Operation Overlord. Inwieweit der Scheinangriff dazu dienen sollte, Stalin davon zu √ľberzeugen, dass die von ihm geforderte Invasion 1942 noch nicht m√∂glich war, ist bei Historikern umstritten.

Die deutsche Propaganda versuchte, den fehlgeschlagenen alliierten Vorsto√ü als gescheiterten Versuch einer gro√ü angelegten Invasion hochzuspielen. Die Verluste der Alliierten beliefen sich auf insgesamt 4304 Gefallene, Verwundete und Gefangene, darunter 907 tote Kanadier. Von den 4963 Kanadiern kehrten 2210 nach dem Einsatz zur√ľck, viele davon verwundet. Insgesamt kamen ungef√§hr 2000 alliierte Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft. 119 alliierte Flugzeuge gingen verloren (davon mit 106 Maschinen der h√∂chste Tagesverlust in der Geschichte der RAF). Die Wehrmacht hatte demgegen√ľber Verluste in H√∂he von etwa 591 Mann erlitten (mindestens 311 Gefallene und 280 Verwundete), au√üerdem 48 Flugzeuge.

Churchill hatte sich bereits im Fr√ľhjahr 1942 darauf festgelegt, die Landung zuerst in Nordafrika zu versuchen. Wegen der begrenzten Boots- und Truppenkapazit√§t w√§re eine Invasion auf dem europ√§ischen Festland im gleichen Jahr nicht m√∂glich gewesen. Die Nordafrika-Pl√§ne stie√üen auf massiven Protest der sowjetischen Seite und zun√§chst auf Zur√ľckhaltung in der amerikanischen Generalit√§t.

Die Planung der Invasion im Jahr 1943

Auf der Casablanca-Konferenz im Januar 1943, nach der unterdessen erfolgreich durchgef√ľhrten ersten Invasion an der nordafrikanischen K√ľste, der Operation Torch, kamen die Combined Chiefs of Staff zum Schluss, dass die Vorbereitungen zur Operation Roundup nicht vor Mitte August beendet sein w√ľrden. Damit w√§re ein Start der Invasion nicht vor dem Sp√§therbst 1943 m√∂glich, was hie√üe, dass Roundup nicht die sowjetische Sommeroffensive unterst√ľtzen k√∂nnte. Die Landung an der italienischen K√ľste auf Sizilien sollte vorgezogen werden, und die Invasion Westeuropas wurde auf 1944 verschoben, wobei sich die Briten noch die Option f√ľr einen kleinen Br√ľckenkopf ab Ende 1943 vorbehielten. Dar√ľber hinaus wurde die Vernichtung der deutschen Luftwaffe durch Luftangriffe noch 1943 und darauf folgende Angriffe auf Versorgungseinrichtungen beschlossen, die die gro√üe Landung 1944 vorbereiten sollten.

Auf der amerikanisch-britischen Trident-Konferenz im Mai in Washington legten Churchill und Roosevelt sich auf den Mai 1944 als Invasionstermin fest. Stalin wurde erst nach dieser Konferenz davon informiert, dass es 1943 keine Invasion mehr geben werde. Auf der Quadrant-Konferenz im August in Quebec wurden erste detaillierte Pl√§ne f√ľr die Operation Overlord vorgelegt.

Operation Skyscraper

SHAEF-Planungskommission (v.l.n.r.): General Omar Bradley, Admiral Bertram Ramsay, Air Chief Marshall Arthur Tedder, General Dwight D. Eisenhower, General Bernard Montgomery, Air Chief Marshall Trafford Leigh-Mallory und General Walter Bedell Smith

Der Roundup-Plan wurde ab M√§rz 1943 vom britischen Lieutenant General Sir Frederick E. Morgan, dem sp√§teren COSSAC, deutlich erweitert. Eine erste Version, genannt Operation Skyscraper, sah eine Landung an den Str√§nden bei Caen und den √∂stlichen Cotentin-Str√§nden vor, wobei vier Divisionen die erste Welle bilden und weitere sechs dieser direkt folgen sollten. Zus√§tzlich waren elf Sonderkommandos f√ľr spezielle Eins√§tze geplant und ebenso vier Luftlandedivisionen zum Angriff auf den deutschen Nachschub. Nach dem ersten Br√ľckenkopf, der auch Cherbourg mit einschloss, war die Eroberung weiterer H√§fen zur Sicherung des eigenen Nachschubs angedacht. Der Vorsto√ü sollte in Richtung der H√§fen an der Seine-M√ľndung verlaufen, mit einer notwendigen weiteren Landung bei Le Havre. Im weiteren Verlauf sollte Antwerpen fallen, um die alliierten Truppen zwischen dem Pas-de-Calais und der Ruhr aufzustellen. Die Planung von Skyscraper war von der Aufdeckung der Hauptprobleme f√ľr eine Kanal√ľberquerung gepr√§gt, die im Wesentlichen in der Bereitstellung einer gen√ľgenden Anzahl von Landungsschiffen lagen. Als absolutes Minimum wurde eine zu bef√∂rdernde Anzahl von zehn Divisionen angesehen, die gerade ausreichen w√ľrden, die aktuellen Feindeinheiten im Westen zu bek√§mpfen. Sollte es den Alliierten nicht gelingen, zus√§tzliche deutsche Truppenverlegungen nach Frankreich zu verhindern, musste die Invasionsflotte zum Transport weiterer Divisionen aufgestockt werden. Zwei zus√§tzliche Divisionen mussten zur K√ľstenverteidigung bereitstehen.

Die Operation Skyscraper stellte hohe Anforderungen, nicht zuletzt um die Abh√§ngigkeiten von Truppenst√§rken, Materialverf√ľgbarkeit, Zeitabl√§ufen und Kosten zu entwirren, die wesentlich zum Stillstand der Roundup-Planungen beitrugen. Die Planer dr√§ngten aber auch auf eine schnelle Entscheidung, um ihre Forderungen nicht gegen eine aufkommende gegnerische Aufr√ľstung durchsetzen zu m√ľssen. Je l√§nger sich die Planungsphase hinzog, desto mehr stellte sich heraus, dass die Alliierten f√ľr eine Invasion noch nicht bereit waren. Schlie√ülich waren die Ziele f√ľr die Operation Skyscraper doch zu hoch gesteckt. Die britischen Planer zogen sich aus dem Stab zur√ľck, da ihnen der Gedanke an ‚Äěentschiedenen Widerstand‚Äú nicht ausreichend erschien, um die Anzahl der Angriffsdivisionen zu bestimmen. So kam es zu einem Bruch in der Invasionsplanung.

Die Operation Overlord

Da einige der Planer zum COSSAC-Stab wechselten, gingen viele der Skyscraper-Ideen nicht verloren und wurden in die Operation Overlord √ľbernommen. General Morgan sah aber auch, dass ein Neubeginn mit einem neuen Ansatz unumg√§nglich war. Zwar waren sehr viele verwertbare Daten gesammelt worden, aber ein Plan, der seinem Namen alle Ehre machte, fehlte noch. Morgan wies seinen Planungsstab an, die vorhandenen Pl√§ne weitestgehend zu ber√ľcksichtigen, um Zeit zu sparen, aber die Planungsarbeiten als etwas v√∂llig Neues zu betrachten.

Die geplante Erweiterung des Br√ľckenkopfes nach Unterlagen der 21. Armee-Gruppe vom Februar 1944

Die dann vorgelegte Gesamtkonzeption bestand haupts√§chlich aus einer gro√ü angelegten Landoffensive, deren H√∂hepunkt aus der Invasion und Besetzung Deutschlands mit etwa 100 Divisionen bestand. Das Er√∂ffnungsszenario sollte eine kanadische Armee im S√ľdwesten bestreiten, w√§hrend die Hauptstreitmacht in den USA bereitstand, um den Atlantik zu √ľberqueren. In Anbetracht der notwendigen Luftunterst√ľtzung sollte der Angriff √ľber die linke Flanke erfolgen, gegen√ľber den britischen Einheiten. Weitere amerikanische Kr√§fte sollten den Br√ľckenkopf erweitern und die H√§fen erobern, √ľber die die Haupteinheiten aus den USA an Land gehen sollten. Um einer Verwirrung der administrativen Zust√§ndigkeiten vorzubeugen, war es besser, den kanadischen Br√ľckenkopf als linke Flankendeckung der Amerikaner zu bezeichnen. Jedenfalls bedeutete die √Ėffnung der Atlantikh√§fen eine Verlegung des Invasionsortes von Osten weiter nach Westen. So war Morgan schnell klar, dass die Landungen nur in Frankreich stattfinden konnten. Die H√§fen in Belgien und den Niederlanden zu erobern, h√§tte bedeutet, dass die Landungstruppen auch direkt den Kampf um Deutschland h√§tten aufnehmen m√ľssen.

Unter der Annahme, dass die Deutschen die bestm√∂gliche Abwehr an der K√ľste etablieren w√ľrden, und in Anbetracht der den Alliierten zur Verf√ľgung stehenden Ressourcen, sch√§tzte Commodore John Hughes-Hallett, der britische Marine-Chefplaner im Mai, dass die Landungstruppen aus vier Divisionen mit zus√§tzlich 16.000 Soldaten in gepanzerten Landungsschiffen und etwa 12.000 Fahrzeugen in LSTs und √§hnlichen Schiffen bestehen m√ľssten. Eine weitere Division m√ľsste innerhalb von 24 Stunden an Land gehen.

Doch das Hauptproblem, die Verf√ľgbarkeit von Landungsschiffen aller Art, war immer noch nicht gel√∂st. Die Briten versuchten, den Amerikanern eine Versicherung abzuringen, dass die Schiffe rechtzeitig zur Verf√ľgung st√§nden. Durch die damalige aktuelle Lage im Pazifikkrieg lie√üen sich die Amerikaner aber vorerst nicht zu einer derartigen Zusicherung √ľberreden, obwohl die Massenproduktion von amphibischen Einheiten aufgrund des Marshall-Memorandums seit 1942 auf Hochtouren lief. Die Verantwortung daf√ľr trug die US-Marine, die zwar in ihren Werften alle Arten von Schiffen vom Kanonenboot bis zum Flugzeugtr√§ger bauten, aber keinerlei Erfahrungswerte mit Landungsbooten hatte. Zudem waren die Werften auch noch mit √§lteren Auftr√§gen stark belastet. Aus diesem Grund gaben sie die Auftr√§ge an kleinere Werften in das amerikanische Inland ab. Es wurde aber schwierig, die Mannschaften zu finden und zu trainieren, die die Boote zur atlantischen K√ľste fuhren. Diese Aufgabe √ľbernahm schlie√ülich die amerikanische K√ľstenwache mit technisch schlecht ausgebildetem Personal. Beispielsweise konnte ein schwerer Unfall, den ein junger Kommandant einer Inlandf√§hre fast ausl√∂ste, nur knapp verhindert werden. Er steuerte nachts ein Landungsboot den Niagara-Fluss hinunter und verpasste die Abzweigung in den Eriekanal, so dass er direkt auf die Niagaraf√§lle zulief. Alle Warnzeichen vom Ufer missachtend, lief sein Boot aber einige hundert Meter vor dem Wasserfall auf Grund. Als er sp√§ter befragt wurde, sagte er aus, dass er die Lichtzeichen wohl gesehen habe, deren Bedeutung allerdings nicht kannte. Diese Unerfahrenheit verz√∂gerte zwar das Programm, konnte es aber nicht ernsthaft gef√§hrden. Im Februar 1943 endete das Programm vorerst wie vorgesehen mit einer Rekordproduktion von 106.146 Verdr√§ngungstonnen. Das Programm wurde danach zwar fortgesetzt, aber die Produktionszahlen wurden heruntergefahren, und im Mai 1943 wurden nur noch 60.000 t im Monat produziert.

Die Briten dr√§ngten die USA zu einer Erh√∂hung der Produktion, um zum vorgesehenen Zeitpunkt im Fr√ľhjahr 1944 √ľber die geplante Landeflotte zu verf√ľgen. Da die britischen Produktionsst√§tten selbst voll ausgelastet waren, mussten die Boote aus den USA kommen. Im Gegenzug argumentierten die Amerikaner mit der Verz√∂gerung ihrer anderen Schiffsbauprogramme durch den hohen Aussto√ü an Landungsschiffen seit 1942. Sie waren f√ľr die folgenden sechs Monate nicht gewillt, weitere Auftragsverschleppungen hinzunehmen.

Konferenz von Teheran

Von links nach rechts: Josef Stalin, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill in Teheran

Bei der ersten gemeinsamen Konferenz im November 1943 in Teheran, der Konferenz von Teheran, an der neben Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill auch Josef Stalin teilnahm, einigten sich die Alliierten auf Landeoperationen in Frankreich. Anfangs wollte Churchill die Landung erneut verschieben und erst Italien komplett erobern, wo sich der alliierte Vormarsch inzwischen festgefahren hatte, setzte sich damit aber nicht durch. W√§hrend die Briten und Amerikaner zwei getrennte Aktionen vorschlugen, wollte Stalin diese als gleichzeitig vorgetragenen Zangenangriff aus dem S√ľden und Norden Frankreichs auf die deutschen Besetzer sehen. Damit gerieten die Westalliierten unter Zugzwang und begannen, die Operation Overlord wie auch die Operation Dragoon nun endg√ľltig in allen Einzelheiten auszuarbeiten. Schon Anfang 1944 begannen sie in Gro√übritannien mit den ersten √úbungen f√ľr die Landung, die allerdings noch nicht den Ausarbeitungen f√ľr die Operation Neptune, dem Angriffsplan f√ľr die Normandiek√ľste folgen konnten, da dieser zu der Zeit erst in seinen Grundz√ľgen existierte.

Dazu wurde eine gemeinsame Kommandostelle in Betracht gezogen, die die Koordination zur Vorbereitung und Durchf√ľhrung der Aktion √ľbernehmen musste. Diese wurde mit der Gr√ľndung des Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force (SHAEF) Mitte Februar 1944 etabliert. SHAEF beinhaltete neben dem F√ľhrungsstab und operativen Abteilungen auch eine Aufkl√§rungsabteilung, die f√ľr das Aussp√§hen der deutschen Stellungen f√ľr die geplante Landung √§u√üerst wichtig war.

Der Stab des SHAEF nahm den Grundriss des von Frederick E. Morgan entwickelten Plans und formte ihn in die Endversion, der Operation Overlord, die am 6. Juni 1944 von General Dwight D. Eisenhower und dem Landstreitkr√§ftekommandanten f√ľr den Anfangsteil der Invasion, General Sir Bernard Montgomery gestartet wurde.

Die Planung umfasste im Wesentlichen folgende Operationen:

Vorbereitung der Operation ‚Äď das Jahr 1944

Besondere Ausr√ľstung der Alliierten

Ein Sherman-Dreschflegel-Panzer - mit nach hinten gerichtetem Gesch√ľtzturm - im Einsatz

Zu Beginn des Jahres 1944 konnte Major-General Percy Hobart Eisenhower und Montgomery eine Brigade von schwimmf√§higen DD tanks, Crab Minenfahrzeugen und AVRE-Panzern, sowie ein Regiment von Crocodile Flammenwerfer-Panzern vorf√ľhren, die alle zu den Hobart‚Äôs Funnies geh√∂rten. Montgomery war davon √ľberzeugt, dass sie auch den US-amerikanischen Streitkr√§ften zug√§nglich gemacht werden sollten, und bot ihnen die H√§lfte der verf√ľgbaren Fahrzeuge an. Doch das Echo darauf fiel nicht besonders stark aus. Eisenhower gefielen die Schwimmpanzer, aber er √ľberlie√ü die Entscheidung den anderen F√ľhrungskr√§ften, wie etwa General Omar Bradley, der sie wiederum an seine Offiziere verwies. Von den anderen Entw√ľrfen nahmen die Amerikaner nichts an.

In Anbetracht der Notwendigkeit einiger neuer experimenteller Fahrzeuge, die das Vorankommen an den franz√∂sischen Invasionsstr√§nden unterst√ľtzen sollten, war bereits 1943 die Entscheidung von Feldmarschall Sir Alan Brooke gefallen, diese zu entwickeln. Es war n√∂tig die Hindernisse an den britischen Landungsstr√§nden schnellstm√∂glich aus dem Weg zu r√§umen, da das relativ flache Hinterland einen fr√ľhen deutschen Gegenangriff erm√∂glichte. Einige der Ideen waren schon etwas √§lter, waren getestet und schon eingesetzt worden, wie beispielsweise der Scorpion Dreschflegel-Panzer, ein umgebauter Matilda-Panzer, der in Nordafrika den Briten den Weg durch die deutschen Minenfelder geebnet hatte.

Der Invasionsplan sah au√üerdem die Konstruktion zweier k√ľnstlicher H√§fen, der so genannten Mulberrys, vor, um in den ersten Wochen der Invasion Truppen und Ausr√ľstung an Land zu bringen. Des Weiteren sollten unter dem Wasser verlaufende Pipelines gelegt werden, um die alliierten Streitkr√§fte mit Treibstoff zu versorgen (‚Üí Operation PLUTO).

Aufklärungsoperationen

Mittels Luftbildaufnahmen, Zeichnungen der Résistance, der Sammlung privater Urlaubsbilder in Großbritannien und einzelner Kommandooperationen, bei denen ergänzend Sand- und Gesteinsproben genommen wurden, erstellten die Alliierten ein Profil des Landungsbereiches.

Die britische Admiralit√§t hat sich √ľber die BBC am 19. Mai 1942 an die Bev√∂lkerung gewandt, mit der Bitte, dass ihr Postkarten und Fotos, die die franz√∂sische K√ľste zeigen, zugesandt w√ľrden. Innerhalb kurzer Zeit erhielt die Admiralit√§t neun Millionen Fotos und Karten, von denen ca. 500.000 kopiert und von Fachleuten ausgewertet wurden. Auf diese Weise wurde eine Vielzahl von geologischen Details entdeckt, die auf keiner Karte verzeichnet waren [1].

Im Herbst 1943 stellten die Kartografen der Alliierten dann fest, dass die Karten der Normandie auf Vermessungen der Jahre 1895/96 beruhten und somit nur noch bedingt zu gebrauchen waren. Es wurden daher alle Landungsabschnitte sowohl aus 10.000 Meter H√∂he als auch im Tiefflug fotografiert.[2] Zur Ablenkung wurden f√ľr jeden Flug √ľber der Normandie zwei im Pas de Calais durchgef√ľhrt.[3] Ziel war die Erstellung einer "D-Day Invasion Map", die allen Einheiten die Orientierung erleichtern sollte. Das Kartenwerk war im Juni 1944 fertig und ging mit einer Gesamtauflage von √ľber 18 Millionen St√ľck in die Produktion.

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juli 1943 landeten zehn Mitglieder der so genannten ‚ÄěForfar Force‚Äú, einer Sondereinheit aus dem X. ‚Äědeutschen‚Äú Trupp des 10. interalliierten Commandos und der Special Boat Section (SBS), nahe dem normannischen Seebad Onival bei Le Tr√©port. Die Landung war der erste von insgesamt sieben Aufkl√§rungsangriffen im Verlauf der Operation Forfar Easy, deren Ziel war, die in K√ľstenn√§he stationierten deutschen Verb√§nde zu identifizieren, Umfang und Art der Strandhindernisse festzustellen, deutsche Stellungen zu verzeichnen und Bodenproben zu nehmen. Ausger√ľstet waren die deutschsprachigen Soldaten der Sondereinheit mit deutschen Uniformen und Waffen. Teilweise hielten sich die Trupps l√§ngere Zeit in den D√∂rfern im Pas-de-Calais-Gebiet und in der Normandie auf und tauschten mit den Einheimischen Postkarten mit eingezeichneten deutschen Stellungen gegen Schokolade. Bis zum August 1943 hatte die Sondereinheit ihre Operation beendet.[4]

Bei den Vorbereitungen auf die Normandielandungen wurden auch britische Chariots (bemannte Torpedos) und Kampftaucher eingesetzt, um den Meeresgrund entlang der Normandiek√ľste nach Hindernissen abzusuchen. Diese untersuchten das Gew√§sser und inspizierten den Strand, soweit das m√∂glich war, weshalb den Alliierten gute Informationen zum Landungsbereich zur Verf√ľgung standen. Des Weiteren wurden Modelle der Umgebung gebaut, die auf Luftbildern der Royal Air Force und Berichten von franz√∂sischen Widerstandsk√§mpfern basierten.

Am 12. Januar 1944 stellte das COPP (Combined Operations Pilotage Parties) fest, dass es einige Probleme mit den Landungsstränden geben könnte, da bei Proben Torf und Lehm gefunden wurden. Der Geologe Professor J. D. Bernal beschrieb mögliche Auswirkungen des Torfs und Lehms:

‚ÄúA large part of the area between Asnelles and la Riviere will prove impassable even to lightly equipped infantry without vehicles.‚ÄĚ

‚ÄěEin gro√üer Teil des Gebiets zwischen Asnelles und la Riviere wird sich als undurchdringlich erweisen, sogar f√ľr nur leicht ausger√ľstete Infanterie ohne Fahrzeuge.‚Äú[5]

Aufgrund Bernals Report wurden weitere Erkundungsmissionen befohlen, um zusätzliche Proben zu nehmen. Außerdem wurden französische Geologen nach Paris geschickt, um geologische Karten der Normandie zu suchen. Vier Karten wurden gefunden und nach England geschmuggelt, wo sie vom Inter-Services Topographical Department in Oxford begutachtet wurden. Die Warnungen von Bernal erwiesen sich als zu pessimistisch, obwohl trotzdem mit dem Verlust einiger gepanzerten Fahrzeuge gerechnet werden musste.

Am 17. Januar stach ein alliiertes U-Boot, die HMS X20, im Verlauf der Operation Postage Able von England aus in See, um vier Tage die franz√∂sische K√ľste auszukundschaften. W√§hrend des Tages analysierte die Besatzung die Uferlinie und den Strand mit dem Periskop und lotete mit einem Echolot den Meeresgrund aus. In den N√§chten schwammen zwei der Besatzungsmitglieder an den Strand ‚Äď jeder mit einer Spezialausr√ľstung, die unter anderem ein Unterwassernotizbuch mit Bleistift, einen Kompass, einen 45er Revolver und einen Erdbohrer umfasste. Bodenproben wurden in Pr√§servativen gesammelt. Die Taucher gingen in zwei N√§chten an Land, um die Str√§nde bei Vierville, St. Laurent, Les Moulins und Colleville, die den US-amerikanischen Strandabschnitt Omaha Beach bilden w√ľrden, zu √ľberblicken. In der dritten Nacht sollten sie an der Ornem√ľndung an Land gehen, konnten dies aber aus Ersch√∂pfung und wegen schlechter Wetterverh√§ltnisse nicht durchf√ľhren, woraufhin sie am 21. Januar nach England zur√ľckkehrten. Sie brachten Informationen √ľber die geologische Beschaffenheit der Str√§nde, die Position von Felsen und die Gezeiten mit.

Am 31. M√§rz stand die gesamte K√ľste Nordfrankreichs bereits unter der Beobachtung speziell ausger√ľsteter alliierter Flugzeuge mit horizontalen und vertikalen Kameras. Aufkl√§rungsfl√ľge brachten ans Licht, dass die Anzahl deutscher Batterien innerhalb von acht Wochen von 16 auf 49 Artilleriebatterien (f√ľr die gesamte K√ľste Nordfrankreichs) gestiegen war.[6]

√úbungen und Planungsl√ľcken

Invasionstraining an der englischen K√ľste - Man√∂ver mit echter Munition
Invasionstraining an der englischen K√ľste - Landungsman√∂ver

Die Alliierten probten die Invasion bereits Monate vor dem D-Day. So √ľbten alliierte Streitkr√§fte am 28. April 1944 s√ľdlich von Devon im Verlauf der Exercise Tiger eine Landung. Als der Schiffskonvoi von deutschen Schnellbooten entdeckt und torpediert wurde, verloren 749 US-amerikanische Soldaten ihr Leben.

Eine Gefahr f√ľr den Erfolg der Operation Fortitude (vgl. Die alliierten T√§uschungsvorkehrungen ‚Äď ‚ÄěOperation Fortitude‚Äú) und somit auch der gesamten Invasion stellte das Reiseverbot in die und aus der Republik Irland (die neutral war und teilweise mit den Deutschen kooperierte) dar, ebenso wie das Verbot, sich in den K√ľstenbereichen zu bewegen, die f√ľr die Operation Overlord genutzt wurden. Um diesen deutlichen Hinweis auf eine Invasion zu entwerten, √ľbersch√ľtteten die alliierten Geheimdienste die deutschen Konsulate mit Fehlinformation, sodass die Verbote von den Deutschen letztendlich ignoriert wurden.

In den Wochen vor der Invasion sorgte bei den Planern der Operation Overlord die √ľberraschend gro√üe Anzahl an Kreuzw√∂rtern des britischen Daily Telegraphs, die gleichzeitig Codenamen bei der Invasion darstellten, f√ľr Aufruhr [7]. Der britische Geheimdienst MI 5 hielt dies erst f√ľr einen Zufall, aber als das Wort ‚ÄěMulberry‚Äú auftauchte, wurde man unruhig und suchte den Ersteller des R√§tsels auf. Der Ersteller, ein Lehrer, wusste nichts von der Operation, allerdings stellte sich sp√§ter heraus, dass die W√∂rter von seinen Sch√ľlern vorgeschlagen worden waren, die diese wiederum von Soldaten geh√∂rt hatten, jedoch nicht wussten, was sie bedeuteten.

Es gab mehrere Planungsl√ľcken vor und am D-Day. Ein bedeutender Fehler der Alliierten drehte sich um den Funkspruch General de Gaulles nach dem D-Day. Er stellte dort, anders als alle anderen alliierten F√ľhrer, fest, dass die Invasion in der Normandie die richtige und einzige Invasion war. Diese Aussage konnte die gesamte Wirkung der Operationen Fortitude North und South beeintr√§chtigen. Eisenhower beispielsweise bezeichnete die Invasion nur als eine Anfangsinvasion. Die Deutschen glaubten de Gaulle jedoch nicht, kn√ľpften an ihre eigene Ansicht einer zweiten Invasion an einem anderen Ort an und verlegten deshalb keine zus√§tzlichen Einheiten in die Normandie.

Operation Anvil/Dragoon ‚Äď die Planung der alliierten Landung in S√ľdfrankreich

Die Alliierten planten neben der Operation Overlord, die damals noch Operation Hammer hie√ü, die Operation Anvil (= Amboss). Winston Churchill bef√ľrchtete, Anvil w√ľrde die Kampfkraft der alliierten Streitkr√§fte auf zu viele Kriegsschaupl√§tze gleichzeitig verteilen und dazu f√ľhren, dass die Verb√§nde der West-Alliierten langsamer als die sowjetischen Verb√ľndeten in Richtung Berlin vordringen w√ľrden. Er reklamierte sp√§ter, so lange bedr√§ngt worden zu sein, bis er die Invasion akzeptierte, die dann unter dem Decknamen Operation Dragoon stattfinden sollte.

Die amerikanischen Bef√ľrworter versprachen sich von der Operation die schnelle Eroberung von zwei gro√üen H√§fen ‚Äď Toulon und Marseille, mit deren Einnahme die Versorgung der in Frankreich k√§mpfenden Truppen, also auch der in der Normandie k√§mpfenden, erheblich erleichtert w√ľrde. Tats√§chlich konnte bis zur Einnahme Antwerpens im Dezember 1944 etwa ein Drittel der gesamten Truppenversorgung der Alliierten von Marseille √ľber die Rh√īne-Route inklusive reparierter Br√ľcken und Eisenbahntrassen nach Nordfrankreich transportiert werden. Die Operation Dragoon sollte an der C√īte d‚ÄôAzur zwischen Toulon und Cannes am 15. August 1944 beginnen.

Der Schauplatz

Karte der Normandie und der alliierten Front mit eingezeichneter Bocage-Landschaft
Bocage-Landschaft

Im Westen der Normandie besteht die K√ľste aus Granit- und im Osten aus Kalksteinklippen, die bis zu 150 Meter hoch aufragen. An manchen Stellen, vornehmlich in der Mitte der Region, findet man jedoch auch kilometerlange Sandstr√§nde. Aufgrund besonderer K√ľstenph√§nomene kann der Wasserstand am Scheitelpunkt der Flut um mehr als zehn Meter √ľber dem bei Ebbe liegen (Tidenhub). Deshalb erreicht die Str√∂mung oft auch eine Geschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde. Das ganze Jahr √ľber herrschen in der Normandie Westwinde vor, √∂fter auch in Orkanst√§rke.

Im Norden wird die Normandie durch den √Ąrmelkanal begrenzt und von mehreren Fl√ľssen wie Seine, Orne und Vire durchzogen. Die Orne war taktisch wichtig, da sie eine nat√ľrliche Grenze zwischen der deutschen 7. und 15. Armee darstellte, die nur √ľber die Br√ľcken √ľberwunden werden konnte. Daher war es f√ľr die Alliierten von Nutzen, diese Br√ľcken zu zerst√∂ren und so den Zusammenschluss der Armeen zu verhindern. Keltische Bauern hatten vor etwa 2.000 Jahren Wallhecken im westlichen Teil der Normandie zum Zweck von Feldabgrenzungen gebaut. Diese so genannte Bocage-Landschaft beinhaltete viele Felder, kleine Wege, Fl√ľsse und B√§che, die gute Verteidigungspositionen w√§hrend der Operation Overlord boten. In den zwei Jahrtausenden hatten sich die Wallhecken zu etwa einen bis drei Meter breiten, und bis zu dreieinhalb Meter hohen W√§llen herausgebildet. Diese Wallhecken waren meist von Brombeer- und anderen dornigen Str√§uchern, sowie B√ľschen bewachsen, sodass die Hecken insgesamt bis zu 4,5 Meter an H√∂he erlangen konnten. √úberlebende alliierte Soldaten berichteten, dass jedes einzelne Feld durch heftige K√§mpfe erobert werden musste. Neben dem Bocage befand sich im Westen jedoch noch ein weiteres nat√ľrliches Hindernis f√ľr die Alliierten: Ausgedehnte S√ľmpfe erstreckten sich im Gebiet von Carentan und machten eine √úberquerung durch Fahrzeuge unm√∂glich. Von diesen S√ľmpfen befinden sich f√ľnf gr√∂√üere und etliche kleinere in der Ebene von Carentan, die von den deutschen Verteidigern noch durch k√ľnstliche √úberflutungen ausgeweitet wurden. Aufgrund dieser undurchdringlichen Sumpflandschaft mussten die Alliierten letztlich durch die Bocage-Landschaft vorr√ľcken.

Im Gebiet von Arromanches bis zur Orne-M√ľndung hatten die Deutschen die zum Meer zeigenden Fenster der H√§user zugemauert und mit Schie√üscharten versehen, um im Notfall von dort aus Widerstand leisten zu k√∂nnen. Alle Stra√üen, die in die Strandpromenaden m√ľndeten, hatten die Deutschen mit Betonmauern versperrt, woraufhin diese mit den H√§userfronten eine Linie bildeten.

Im Osten der Normandie ‚Äď im Raum von Caen ‚Äď war der Boden meist flach, trocken und fest. Daher eignete er sich gut f√ľr gro√üe Panzerman√∂ver. Au√üerdem hat man wegen des kaum h√ľgeligen Landes guten und vor allem weitreichenden √úberblick. Die Deutschen kannten den taktischen Wert dieses Gel√§ndes und stationierten deshalb den Gro√üteil ihrer in der Normandie befindlichen Panzerdivisionen im Raum von Caen. Au√üerdem postierten sie Beobachtungsposten auf hochgelegenen Geb√§uden oder T√ľrmen, um den guten √úberblick √ľber das Gel√§nde f√ľr sich zu nutzen.

Die alliierten T√§uschungsvorkehrungen ‚Äď ‚ÄěOperation Fortitude‚Äú

Mit Hilfe der in Bletchley Park entzifferten deutschen Enigma-Funkspr√ľche konnten die Alliierten ihre T√§uschungsunternehmen besser koordinieren
Flugzeugattrappe der Briten im Oktober 1943

Um die Deutschen annehmen zu lassen, die Invasion w√ľrde bei Pas-de-Calais oder in Norwegen stattfinden, starteten die Alliierten die so genannte Operation Fortitude. Diese Operation wurde in zwei Teile aufgeteilt ‚Äď ‚ÄěFortitude North‚Äú (Norwegen, Briten) und ‚ÄěFortitude South‚Äú (Pas-de-Calais, Amerikaner).

Im S√ľdosten Englands wurde daher die fiktive First U.S. Army Group (‚ÄěFUSAG‚Äú) unter dem Befehl von Lesley J. McNair und George S. Patton aufgestellt. Falscher Funkverkehr best√§rkte die deutschen Vermutungen, dass die Invasion im Gebiet des Pas-de-Calais stattfinden sollte. So wurde von der Rekrutierung der Soldaten aus den unterschiedlichsten US-Staaten berichtet. Fiktive Befehlshaber wurden erfunden und komplette Baseball- und Footballspiele zwischen den Abteilungen √ľbertragen. Auch Privatnachrichten von den nicht existenten Soldaten zur√ľck in die Heimat wurden verlesen.

Die Deutschen hatten ein Netzwerk von Spionen in Gro√übritannien installiert, die allerdings vom britischen MI5 im Kriegsverlauf weitgehend enttarnt und zum Teil als Doppelagenten eingesetzt werden konnten. Diese √úberl√§ufer lieferten im Rahmen des ‚ÄěDouble Cross Systems‚Äú den Deutschen falsche Informationen √ľber Ort und Konzentration der alliierten Truppen. Gleichzeitig wurden auch Attrappen von Landungsbooten in den H√§fen in S√ľdost- und Ostengland platziert, die von der deutschen Luftwaffe fotografiert wurden und so die Annahme einer Invasion im Pas-de-Calais-Bereich erh√§rteten.

Im Verlauf der Operation Fortitude North wurde von Schottland aus Funkverkehr simuliert, um die Deutschen glauben zu lassen, dass eine Invasion in Norwegen stattfinden w√ľrde. Als Konsequenz belie√üen die Deutschen Truppenverb√§nde in Norwegen, die sonst nach Frankreich verlegt worden w√§ren. Auch die Briten kreierten eine nicht existente Armee, die 4. Britische Armee, die als fiktiver Verband zur Durchf√ľhrung dieser Invasion in Norwegen dienen sollte.

Die deutsche Situation in der Normandie

Kommandostruktur im Westen - 1944
Deutsche Soldaten im Liegestuhl vor Befestigungsanlagen in der Normandie (1942)

Die Sorge um einen ad√§quaten Ausbau des Atlantikwalls besch√§ftigte die Deutschen schon seit 1941, da sie vor allem im von ihnen besetzten Frankreich mit einer alliierten Invasion rechneten. Sie vermuteten sie am Pas-de-Calais, konnten andere Gebiete jedoch nicht ausschlie√üen und sich deshalb nicht konzentriert auf Gegenma√ünahmen einer Invasion vorbereiten. Trotzdem liefen die Vorbereitungen zur K√ľstenverteidigung bis 1943 unter der niedrigsten Priorit√§tsstufe.

Die Ostfront forderte ihren zusätzlichen Tribut, indem immer wieder Truppen aus den westlichen Verteidigungszonen abgezogen wurden.

Das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) arbeitete gegen Ende des Jahres 1943 einen detaillierten Plan aus, der alle m√∂glichen feindlichen Szenarien beinhaltete, die durch eine Invasion an den verschiedensten K√ľsten des Westens entstehen konnten. Der Plan sah f√ľr eine Invasion in Frankreich die Verschiebung von drei Infanteriedivisionen aus Norwegen und D√§nemark, einer Infanteriedivision, eines Werferkorps und eines Korpshauptquartiers aus Italien, sowie von vier Infanterie- und J√§gerdivisionen und kleineren Einheiten aus dem Balkanraum vor. Dies sollte vor dem Hintergrund geschehen, dass die Verb√ľndeten im Westen ‚Äěeinen‚Äú gro√üen Invasionsangriff planten. Im Januar 1944 begann das OKW an dieser ‚Äěeinen‚Äú gro√üen Attacke zu zweifeln. Obwohl alles auf einen Angriff am engsten Kanalpunkt hindeutete, meinten sie auch Zeichen ausgemacht zu haben, dass es auch zu Begleitinvasionen, beispielsweise in Portugal oder dem Balkan kommen k√∂nnte. Die deutschen Zweifel bekamen durch die alliierte Landung bei Anzio am 22. Januar noch mehr Nahrung. General Alfred Jodl war der Meinung, dass diese Landung nicht mit der italienischen Front zusammenh√§nge, sondern der Beginn von mehreren kleineren Operationen sei, die die deutschen Kr√§fte zersplittern und von der Hauptlandung in Nordfrankreich ablenken sollten. F√ľr Frankreich sah er Landungen in der Biskaya und S√ľdfrankreich voraus, die die Iberische Halbinsel abschneiden sollten. Die √úberlegungen wurden so ernst genommen, dass als Folge im Februar zwei neue Infanteriedivisionen aufgestellt und der 19. Armee im S√ľden zugewiesen wurden. Vom OB West wurde die 9. SS-Panzerdivision abgezogen und nach Avignon in Reserve verlegt. Zu Bewachung der spanischen Grenze und der Biskaya-K√ľste erhielt die 1. Armee eine neue Division.

Lagebesprechung von Offizieren, u.a. Generaloberst Friedrich Dollmann (links), Generalleutnant Edgar Feuchtinger (2.v.r.) und Generalfeldmarschall Erwin Rommel (r) in Nordfrankreich, 1944
Atlantikwall - √úbung am Gesch√ľtz (Fr√ľhjahr 1944)
Die 12. SS-Division "Hitlerjugend" in Paradeaufstellung anlässlich der Besichtigung durch Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt (Januar 1944)

Weil die Lage an der Ostfront und auf dem mediterranen Kriegsschauplatz schnellen √Ąnderungen unterworfen war, konnte das OKW so gut wie keine langfristigen Zukunftspl√§ne ausarbeiten, und nur von Tag zu Tag planen. Schon im M√§rz erging der Befehl zur R√ľcknahme des vorher ausgegebenen Verteidigungsplans und der damit verbundenen Truppenverlegungen. Es erging zudem die Anweisung an die Kommandanten, dass Truppenverlegungen erst dann detailliert genehmigt w√ľrden, nachdem der Feind einen Hauptinvasionsangriff gestartet h√§tte. Dazu wurden Verlegungspl√§ne der Reserveeinheiten f√ľr m√∂gliche Invasionsszenarien ausgearbeitet. Nach diesen w√ľrde OB West ein Korpshauptquartier, zwei verst√§rkte Panzergrenadierregimenter, ein verst√§rktes Infanterieregiment, Kampfgruppen aus drei Infanterieregimentern als Basis f√ľr eine neue Division, sowie ein motorisiertes Artillerieregiment, f√ľnf Landsch√ľtzenbataillone und ein Nebelwerferbataillon bekommen. Diese neu aufgestellten Einheiten waren nat√ľrlich in Erfahrung und Kampfkraft nicht mit den nach den alten Pl√§nen zu erwartenden acht Divisionen vergleichbar. Da die oberste F√ľhrung jedoch von mehreren Invasionsschaupl√§tzen anstelle eines Gro√üangriffs ausging, erschienen die vorhandenen dislozierten Kr√§fte als ausreichend.

Bei einem Treffen der F√ľhrungsebene mit Adolf Hitler im M√§rz 1944 versuchte Generalfeldmarschall Erwin Rommel eine Ausweitung seiner Befehlsgewalt durchzusetzen, was zu einer faktischen Abl√∂sung Gerd von Rundstedts und Leo Geyr von Schweppenburgs als Kommandierende der Verteidigungskr√§fte gef√ľhrt h√§tte. Im Speziellen forderte Rommel eine Unterstellung aller motorisierten und Panzerverb√§nde, sowie der Artillerie unter sein Oberkommando. Hitler war von seinen Einbringungen angetan und versprach eine √úberpr√ľfung der aktuellen Situation. Nur eine Studie des Operationsstabes des OKW, die einen sp√§ter geschriebenen Protestbrief von Rundstedts unterst√ľtzte, lie√ü Hitler wieder auf den alten Kurs einschwenken. Allerdings hatten einige √Ąnderungen schon gegriffen und wurden nicht wieder revidiert. Die 2., 21. und 116. Panzerdivision waren Rommel mit voller taktischer Kontrolle als Reserve f√ľr die Heeresgruppe B unterstellt worden. Von Schweppenburg blieb aber f√ľr deren Training und Organisation verantwortlich.

Etwa zur gleichen Zeit wurden dem OKW im Sektor des OB West vier weitere Panzereinheiten zur Verf√ľgung gestellt. Es handelte sich dabei um die 1. und 12. SS-Panzerdivision, die 17. SS-Panzergrenadierdivision und die Panzerlehrdivision. Sie sollten als zentrale mobile Reserve dienen.

Die letzte √Ąnderung in der Kommandostruktur fand im Mai statt, als von Rundstedt den Aufbau einer zweiten Heeresgruppe anordnete, die das Kommando √ľber die 1. und 19. Armee √ľbernahm. Die Heeresgruppe G unterstand Generaloberst Johannes Blaskowitz und √ľbernahm neben den beiden Armeen auch die drei √ľbrigen Panzerdivisionen in Frankreich, die 9., 10. und 2. SS-Panzerdivision. √úber die Einrichtung des neuen Hauptquartiers versuchte von Rundstedt, seine Position neu zu definieren. Damit stand fest, dass in der kritischen Phase der Verteidigungsvorbereitungen die Befehle vom OB West oder direkt von Hitler kommen w√ľrden. Hitler, der in Ostpreu√üen in seinem Hauptquartier Wolfsschanze sa√ü, war intensiv mit der Ostfront besch√§ftigt, so dass er erst nach der erfolgten Invasion in den Westen reiste. Weiterhin schien er selbst keine direkten taktischen Vorschl√§ge machen zu k√∂nnen, so dass sich seine Entscheidungen in Details verloren und kaum politische Definitionen enthielten. Hitlers Befehlsberechtigung st√∂rte weiterhin das ohnedies schon gest√∂rte Verh√§ltnis zwischen Rommel und von Rundstedt.

Der Schwerpunkt der deutschen Verteidigungsvorbereitungen lag im Raum Pas-de-Calais, da dort aufgrund der geringen Entfernung von England zum Festland am ehesten mit einem Landungsversuch gerechnet wurde. Diese Vermutungen wurden durch die alliierte T√§uschungsoperation, die Operation Fortitude, best√§rkt. Die Deutschen vermuteten des Weiteren, dass die Alliierten am Tag, bei gutem Wetter und bei Flut angreifen w√ľrden, da sie dies bei vorangegangenen alliierten Invasionen beobachtet hatten.

Spezialeinsätze und Sabotage

Die Rolle der Résistance

Schon seit Anfang 1941 unterhielt die britische Special Operations Executive (SOE) Kontakt mit der franz√∂sischen Widerstandsbewegung, der R√©sistance, als deren erste Agenten √ľber Frankreich absprangen, um eine ausgekl√ľgelte Struktur zur Nachrichten√ľbermittlung zu etablieren. Nachdem sich eine zentrale Kommunikationskontrolle als nicht sinnvoll herausstellte, wurden 1942 17 Radiomoderatoren zusammen mit 36 anderen Agenten in Frankreich abgesetzt. Dazu kamen zus√§tzliche Nachschublieferungen √ľber Gibraltar und S√ľdfrankreich, so dass eine relativ sichere Kommunikationsstruktur aufgebaut werden konnte. Das gr√∂√üte Hemmnis f√ľr die Versorgung der R√©sistance mit Waffen und Munition f√ľr den Untergrundkampf waren die wenigen zur Verf√ľgung stehenden Flugzeuge.

Erst als COSSAC die Mitwirkung der R√©sistance beim Overlordplan als Bonus in Betracht zog, erh√∂hte sich nach und nach die Anzahl der Nachschubfl√ľge nach Frankreich. COSSAC wollte zun√§chst einen franz√∂sischen Aufstand in die Planung mit aufnehmen, verwarf dies jedoch wieder als zu unsicher. Die britische Armee und die SOE √ľberzeugten schlie√ülich die Planer von den weitl√§ufigen M√∂glichkeiten, die ein integrierter R√©sistanceeinsatz bei der Invasion bot. Durch die vielen erfolgreichen Aktionen, die besonders die Organisation des Maquis ausf√ľhrte, kamen die Planer zum Schluss, die R√©sistance vollwertig f√ľr Guerillaoperationen vorzusehen. Nun flogen auch die USA Nachschub zur R√©sistance.

Die effektivsten Schl√§ge f√ľhrte die R√©sistance gegen das franz√∂sische Stra√üen- und Schienennetz, um die Deutschen zu hindern Nachschub und Truppen zu transportieren. In den ersten drei Monaten des Jahres 1944 konnte sie beispielsweise 808 Lokomotiven sabotieren. Die Vichypolizei f√ľhrte in einem Report mehr als 3.000 Anschl√§ge auf das Schienensystem an. Je n√§her der Invasionstag r√ľckte, um so mehr koordinierte die SOE die Anschl√§ge der R√©sistance. Unmittelbar vor dem D-Day sollten speziell ausgesuchte Stra√üen- und Schienenverbindungen unterbrochen werden. Danach sollten weitere Aktionen folgen. Um dem Widerstand den genauen Termin der Landung mitzuteilen, bediente sich SOE des britischen Senders BBC. Die Organisatoren der R√©sistance hatten schon Monate vorher die Anweisung erhalten, an jedem 1., 2., 15. und 16. jeden Monats den Sender zu h√∂ren, und auf eine vorbereitete, codierte Nachricht zu warten. Sobald sie diese h√∂rten, musste zur Sicherheit noch die zweite √úberpr√ľfungsnachricht abgewartet werden, die kurz darauf folgte. 48 Stunden nach den Durchsagen sendete BBC codierte Meldungen, die die genauen Einsatzorte und durchzuf√ľhrenden Aktionen betrafen. Da die Anschl√§ge der R√©sistance meist regional geplant wurden, konnten sie leicht mit den jeweiligen Operationen von Overlord bzw. Neptune abgestimmt werden.

Im gesamten Juni und besonders in den Tagen nach der Landung zerst√∂rte die R√©sistance 486 Schienenstr√§nge und 26 Telegrafenleitungen, darunter die Verbindungen zwischen Avranches und Saint-L√ī, Saint-L√ī und Cherbourg und zwischen Saint-L√ī und Caen.

Weitergehende Planungen banden die K√§mpfer der R√©sistance sogar als feste franz√∂sische Verb√§nde in die nachfolgenden Operationen mit ein. Zwar war die Anzahl der Angeh√∂rigen des Widerstands schwer kalkulierbar, aber in London wurde das Hauptquartier des FFI (Forces Fran√ßaises de L'Int√©rieur) unter General Joseph Pierre Koenig gegr√ľndet, der wiederum ein dreistaatliches Oberkommando, bestehend aus Franzosen, Briten und Amerikanern, einsetzte. Das FFI wurde anschlie√üend direkt dem Supreme Allied Commander unterstellt. Auch hier bestand wieder das Problem der Versorgung, insbesondere mit schweren Waffen wie Artilleriegesch√ľtzen. Dazu fanden sich in den Tagen nach D-Day elf Spezialeinheiten des SAS zusammen, von denen f√ľnf von Gro√übritannien und sechs von Nordafrika aus unter dem Kommando von Lieutenant General Browning mittels Fallschirmen entsprechende Waffen und Gesch√ľtze aus der Luft anlieferten.

Operationen des britischen und französischen SAS in der Bretagne

Karte der Operationen und Sabotagen der SAS-Truppen und Résistancemitglieder in der Bretagne

W√§hrend der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 sprangen vier Gruppen des franz√∂sischen 4. SAS (36 Soldaten) √ľber der s√ľdlichen und n√∂rdlichen Bretagne ab, um die St√ľtzpunkte ‚ÄěDingson‚Äú, ‚ÄěSamwest‚Äú und ‚ÄěGrog‚Äú zu errichten, von denen die franz√∂sische R√©sistance unterst√ľtzt und Lande- und Absprungzonen f√ľr das restliche Bataillon markiert werden sollten. Die Aufgabe des franz√∂sischen SAS war es, alle Kommunikationsleitungen und -wege zu zerst√∂ren und Hinterhalte und Sabotageakte vorzubereiten, um die Deutschen am Vorr√ľcken in Richtung Normandie zu hindern.

In der Nacht nach dem D-Day wurden achtzehn franz√∂sische SAS-Teams (58 Soldaten) mit dem Namen ‚ÄěCooney-Teams‚Äú damit beauftragt, in weiten Gebieten der Bretagne abzuspringen und die Sabotagen an Bahnstrecken, Stra√üen, Br√ľcke, usw., die vorher von den anderen Einheiten vorbereitet worden waren, auszuf√ľhren. Die Verb√§nde zogen von Juni bis Juli 1944 durch das Land und r√ľsteten die √∂rtlichen Mitglieder der R√©sistance mit Waffen aus. Au√üerdem trainierten sie mit ihnen den Kampf.

Nacht f√ľr Nacht wurden weitere SAS-Gruppen sowie Nachschubg√ľter in das Gebiet von Saint-Marcel ‚ÄěDingson‚Äú eingeflogen, wodurch es den alliierten Verb√§nden gelang, die Sabotagen in den meisten F√§llen erfolgreich zu beenden. Die SAS-Teams gruppierten dort etwa 10.000 R√©sistancek√§mpfer um sich, die ihnen halfen, ihre Aufgaben zu erf√ľllen. Am 18. Juni lieferten sich 200 M√§nner des franz√∂sischen SAS, zusammen mit vier bewaffneten Jeeps und etwa 2500 Mitgliedern der R√©sistance einen Kampf mit sch√§tzungsweise 5000 deutschen Soldaten, die von M√∂rserteams unterst√ľtzt wurden. Die SAS-Truppen sowie die R√©sistance hielten ihre Stellungen bis in die Nacht, um sich dann im Schutze der Dunkelheit zur√ľckzuziehen. Nach diesen K√§mpfen wurden die SAS-Einheiten von den Deutschen mit allen Mitteln gejagt, so dass viele ums Leben kamen. Heute erinnert ein Museum in Saint-Marcel an die K√§mpfe.

Im August r√ľckte das VIII. Korps der 3. US-Armee in der Bretagne ein, und die Schlacht um die Bretagne begann. Die 2. Squadron des 3. SAS wurde in die Bretagne eingeflogen, um die M√§nner des 4. SAS abzul√∂sen. Au√üerdem wurden viele Fahrzeuge per Lastensegler in die Bretagne gebracht Vannes, Morbihan. Das franz√∂sische SAS (530 Soldaten) hatte zum Kriegsende mehr als 55 % seiner M√§nner in den K√§mpfen in der Bretagne verloren: 81 Tote, 195 Verwundete.

Der Beginn der Operation

Grußnote von Eisenhower an die Soldaten, Matrosen und Flieger der Allied Expeditionary Force
Beladen der Landungseinheiten in einem englischen Hafen (Juni 1944)
Eisenhowers Notiz f√ľr den Fall eines Fehlschlags der Invasion

Zur Verschleierung der Normandielandungen stiegen am Morgen des 6. Juni 1944 alliierte Flugzeuge von Flugpl√§tzen bei Dover auf und warfen vor der britischen K√ľste √ľber dem √Ąrmelkanal Silberfolie ab. Die damit erzeugten Radarechos t√§uschten den Deutschen den Anflug von hunderten von Flugzeugen und die √úberfahrt von eben so vielen Schiffen in Richtung Pas-de-Calais vor.

Urspr√ľnglich war der Start der Operation Overlord mit der Operation Neptune auf einen Maitermin festgelegt worden. Wegen schlechter Witterungsverh√§ltnisse musste der Tag der Landung (der D-Day) aber mehrfach verschoben werden. Am 8. Mai 1944 setzte der alliierte Oberkommandierende des SHAEF, General Dwight D. Eisenhower, den D-Day auf den 5. Juni 1944 fest. Nachdem am 4. Juni f√ľr den n√§chsten Tag schlechtes Wetter vorhergesagt wurde, verschob Eisenhower den Termin auf den 6. Juni. Auf der entscheidenden Sitzung um 4:15 Uhr am 5. Juni wurde dem Unternehmen gr√ľnes Licht gegeben (‚Üí Wettervorhersage f√ľr den 5. und 6. Juni 1944 im √Ąrmelkanal).

Aus Geheimhaltungsgr√ľnden erhielten nicht nur die einzelnen Operationen selbst und ihr Startdatum milit√§rische Tarnbezeichnungen, sondern auch die f√ľr die Landung an der K√ľste der Halbinsel Cotentin vorgesehenen Strandabschnitte. Die 1. US Armee landete an den Str√§nden Utah bei Sainte-M√®re-√Čglise und Omaha bei St. Laurent. Die 2. Britische Armee ging in den Abschnitten Gold bei Arromanches und Sword bei Ouistreham an Land, die Kanadier im Abschnitt Juno bei Courseulles-sur-Mer.

Als Eisenhower am Abend vor dem D-Day die 101. US-Luftlandedivision besuchte, hatte er bereits seine offizielle Pressemeldung f√ľr den Fall, dass die Invasion missgl√ľckte, formuliert:

‚ÄúOur Landings in the Cherbourg-Havre area have failed to gain a satisfactory foothold and I have withdrawn the troops. My decision to attack at this time and place was based upon the best information available. The troops, the air and the Navy did all that bravery and devotion to duty could do. If any blame or fault attaches to the attempt, it is mine alone.‚ÄĚ

‚ÄěUnsere Landungen im Cherbourg-Havre Gebiet konnten keinen ausreichenden Br√ľckenkopf bilden und ich habe die Truppen [daher] zur√ľckgezogen. Meine Entscheidung, zu dieser Zeit und an diesem Ort anzugreifen, basierte auf den besten zur Verf√ľgung stehenden Informationen. Die Land-, Luft- und Seestreitkr√§fte haben alle m√∂gliche Tapferkeit und Pflichterf√ľllung geleistet. Wenn dem Unternehmen irgendeine Schuld oder ein Tadel zugemessen wird, ist es meine alleinige.‚Äú[8]

Beginn der alliierten Invasion der Normandie

Operation Neptune (D-Day)

‚Üí Hauptartikel: Operation Neptune
Kanadische Truppen landen am Abschnitt 'Nan White' Beach bei Bernières-sur-Mer

Am 6. Juni 1944 kamen die st√§rksten Landungskr√§fte der Kriegsgeschichte zum Einsatz. Unterst√ľtzt und getragen wurden diese durch die m√§chtigste Schiffsansammlung aller Zeiten mit insgesamt √ľber 6000 Schiffen (vgl. Seekrieg w√§hrend der Operation Overlord).

Zur Sicherung der Flotte und zur Unterst√ľtzung der Bodentruppen stellten die Alliierten etwa 4190 Jagdflugzeuge, 3440 schwere Bomber, 930 mittlere und leichte Bomber, 1360 Truppentransporter und Frachtmaschinen, 1070 Maschinen des K√ľstenkommandos, 520 Aufkl√§rungsflugzeuge und 80 Rettungsflugzeuge bereit. Insgesamt wurden am D-Day auf alliierter Seite 11.590 Flugzeuge eingesetzt. Der Angriff erfolgte auf einer Breite von 98 km zwischen Sainte-M√®re-√Čglise auf der Halbinsel Cotentin im Westen, und Ouistreham im Osten. In den westlichen Abschnitten der amerikanischen Truppen (mit den Codenamen Utah und Omaha Beach) landeten drei Infanteriedivisionen, in den angrenzenden Abschnitten Gold, Juno und Sword Beach zwei britische und eine kanadische Division, insgesamt an diesem Tag etwa 170.000 Mann.

Luftlandemanöver

Die Pegasusbr√ľcke unter alliierter Kontrolle
Soldaten der 101. US-Luftlandedivision hinter einer Deckung in der Normandie

Die alliierten Luftlandedivisionen, die am D-Day absprangen, hatten zum Ziel, die Flanken zu sichern und wichtige Schl√ľsselpunkte und Batterien zu erobern oder zu zerst√∂ren.

Sechzehn Minuten nach Mitternacht begann die Operation der 6. Britischen Luftlandedivision, die Operation Tonga mit der Landung von Gleitern an den Br√ľcken √ľber die Orne und den Caen-Kanal bei Benouville. Die 6. Luftlandedivision hatte den Auftrag, mit Fallschirmj√§gern und Gleitertruppen in 3 Landezonen (K, V und N) zu landen, die Orne-Caen-Kanal-Br√ľcken zu nehmen und zu halten, Br√ľcken √ľber die Dives zu zerst√∂ren, die K√ľstenbatterie Merville auszuschalten und den Raum zwischen Orne und Dives zu halten und damit die linke Flanke der alliierten Landung zu sch√ľtzen. Den Fallschirmj√§gern gelang es schnell, die Landezonen zu nehmen und f√ľr die Landung der Verst√§rkungen vorzubereiten. Auch die Sprengungen der Br√ľcken √ľber die Dives bei Troarn, Bures, Robehomme und Varaville gelangen. Bis zum Abend des 6. Juni erreichte die Division alle Ziele. Ein zweiter Teil der Operation bestand aus der Landung von Fallschirmj√§gern bei der Artilleriebatterie bei Merville, die diese zerst√∂ren sollten, was ihnen ‚Äď mit schweren Verlusten von etwa 50 % ‚Äď auch gelang.

Die 82. US-Luftlandedivision sollte im Verlauf der Operation Detroit und die 101. US-Luftlandedivision im Verlauf der Operation Chicago an der Westflanke des Invasionsbereiches landen. Aufgrund teilweise unmarkierter Landezonen, schlechten Wetters und schlechten Gel√§ndes wurden die Fallschirmj√§ger weit verstreut und konnten sich oft nicht zusammenschlie√üen. Einige der Fallschirmj√§ger ertranken sogar in Seen oder in von den Deutschen √ľberflutetem Gel√§nde. Nach 24 Stunden hatten sich nur 2500 der 6000 Angeh√∂rigen der 101. Luftlandedivision zusammengeschlossen. Viele der Soldaten irrten noch Tage sp√§ter durch das Gel√§nde. Die 82. Luftlandedivision hatte bereits am Morgen des 6. Juni die Stadt Sainte-M√®re-√Čglise erobert, womit dies die erste von den Alliierten kontrollierte Stadt w√§hrend der Invasion war.

Eine spezielle Gruppe der 101. US-Luftlandedivision, die aus zw√∂lf M√§nnern bestand, lie√ü sich ihre Haare zu Irokesenschnitten frisieren, um die deutschen Verb√§nde einzusch√ľchtern. Diese Gruppe nannte sich ‚ÄěFilthy 13‚Äú, und die Angeh√∂rigen waren als harte K√§mpfer und f√ľr ihren gro√üen Mut ber√ľchtigt [9]. Die Idee f√ľr die Aktion hatte der Fallschirmj√§ger Jake McNiece, ein Halb-Indianer aus Oklahoma. Die Gruppe wurde vor dem D-Day von einem Fotografen des Magazins ‚ÄěStars and Stripes‚Äú aufgenommen, als sie sich Kriegsbemalung auf ihre Gesichter auftrugen und dadurch bekannt ‚Äď das Material wurden auch sp√§ter von mehreren Filmen genutzt. Die ‚ÄěFilthy 13‚Äú k√§mpften bis zum Ende des Krieges, wobei insgesamt etwa 30 verschiedene Soldaten gefallene oder verwundete Mitglieder ersetzten. Die Deutschen sollen sogar vermutet haben, dass die ‚ÄěFilthy 13‚Äú Kriminelle seien, die die Amerikaner freigelassen und in den Kampf geschickt h√§tten.

Ein alliierter Fallschirmjäger schilderte seine Erlebnisse am D-1, dem 6. Juni 1944 wie folgt:

‚ÄěKleinkriege entbrannten rechts und links von mir. Sie dauerten meist zwischen f√ľnfzehn Minuten und einer halben Stunde, aber man konnte nur raten, wer als Sieger aus ihnen hervorging. Ich konnte weder Freund noch Feind ausmachen. Wenn man allein, tief im Feindesland, an Hecken entlang schleicht und genau wei√ü, dass das Meer einen vom n√§chsten Verb√ľndeten trennt, f√ľhlt man sich wie der einsamste Mensch der Welt.‚Äú[10]

Sword Beach

‚Üí Hauptartikel: Sword Beach

Die Landezone war ca. acht Kilometer lang und wurde in vier Abschnitte mit den Namen Oboe, Peter, Queen und Roger unterteilt. Sie war die östlichste der alliierten Landezonen.

Britische Infanterie am Strandabschnitt Queen White.

Truppen der 3. Britischen Infanteriedivision in der St√§rke von ca. 30.000 Soldaten landeten am D-Day um 7:25 Uhr an diesem Strandabschnitt √∂stlich der Orne und des Caen-Kanals. Ihnen waren zur Verst√§rkung Britische Kommandos zugeteilt worden. Um auch die Franzosen an der Landung ihrer eigenen K√ľste zu beteiligen, hatte sich Charles de Gaulle in London f√ľr eine Beteiligung stark gemacht und die Zusage zur Teilnahme erhalten. So gingen am Sword Beach auch franz√∂sische Truppen mit an Land. Zur Verteidigung lagen am Sword Beach Teile der deutschen 716. Infanterie-Division, die Regimenter 736 und 125, sowie Kr√§fte der 21. Panzerdivision, die aus dem nahen Hinterland eingreifen konnten. Im Osten hinter der Dives war noch zus√§tzlich die 711. Infanterie-Division stationiert.

Die Briten konnten trotz des deutschen Widerstands ins Landesinnere vordringen und sich mit den Soldaten der 6. Luftlandedivision vereinen. Da der Sturm auf Caen nicht von einigen Fallschirmj√§gereinheiten allein durchgef√ľhrt werden konnte, warteten die Truppen auf die Einheiten der 1. Commando-Brigade unter dem Kommando von Lord Lovat, die am sp√§ten Morgen an der Pegasusbr√ľcke eintrafen. Das Vorr√ľcken auf Caen wurde erheblich durch die 21. Panzerdivision und sp√§ter durch die 12. SS-Panzer-Division ‚ÄěHitlerjugend‚Äú behindert. Es dauerte noch bis Mitte Juli, bis Caen vollst√§ndig eingenommen werden konnte. Die Verluste der Briten am Strandabschnitt Sword werden auf ca. 700 Soldaten beziffert.

Juno Beach

‚Üí Hauptartikel: Juno Beach
Ein kanadischer MP regelt die Durchfahrt im hinter dem Strandabschnitt Juno liegenden Bernières-sur-Mer am späten Nachmittag des 6. Juni 1944

Die Landezone war in zwei Abschnitte mit den Namen Mike und Nan unterteilt. Juno Beach lag zwischen den Abschnitten Sword und Gold. Kanadische Truppen unter Major General Rodney Fredi Leopold Keller landeten an diesem Strandabschnitt, der daher auch oft Kanadischer Strand genannt wird. Juno Beach war der am zweitheftigsten verteidigte Strand nach Omaha Beach. Der Abschnitt wurde von der deutschen 716. Infanteriedivision unter dem Befehl von General Wilhelm Richter verteidigt.

In der ersten Stunde nach dem erfolgten Angriff beliefen sich die kanadischen Verluste auf etwa die H√§lfte aller an Land gegangenen Soldaten; in etwa vergleichbar mit den amerikanischen Verlusten am Omaha Beach. Den angelandeten Schwimmpanzern gelang es aber, die Verteidigungspositionen der Deutschen erfolgreich zu bek√§mpfen. Nachdem es den Kanadiern nach einer Stunde gelungen war, den Wall von der Strandseite aus zu √ľberwinden, konnten sie schnell weiter ins Landesinnere vordringen und die Deutschen wesentlich besser bek√§mpfen als die Amerikaner am Omaha Beach.

Gegen Mittag war die komplette 3. Kanadische Division an Land und etliche Kilometer in das Hinterland vorgedrungen, um Br√ľcken √ľber die Seulles einzunehmen. Die Stadt Saint-Aubin-sur-Mer war um 18:00 Uhr in kanadischer Hand. Eine Gruppe des 6. Kanadischen Panzerregiments konnte als einzige die gesteckten Ziele in der Normandie erreichen. Sie waren 15 km landeinw√§rts ger√ľckt und kreuzten die Hauptstra√üe zwischen Caen und Bayeux. Ohne die unterst√ľtzende Infanterie mussten sie sich aber wieder zur√ľckziehen.

Am Ende des D-Day war es den Kanadiern gelungen, so weit wie keine andere alliierte Einheit auf französischen Boden vorzudringen, obwohl sie bei der Landung auf ähnliche Gegenwehr gestoßen waren wie die Amerikaner am Omaha Beach. Dabei verloren insgesamt 340 Soldaten ihr Leben, weitere 574 wurden verwundet. Der Zusammenschluss mit den britischen Truppen, die am Sword Beach gelandet waren, erfolgte am Abend des nächsten Tages.

Gold Beach

‚Üí Hauptartikel: Gold Beach
Cromwell-Panzer mit Soldaten auf dem Weg zum Gold Beach
Universal Carriers der 50. Division erreichen Gold Beach

Der Landungsstrand war unterteilt in die vier Abschnitte How, Item, Jig und King. Die beiden letzten waren weiterhin in die Unterabschnitte Green und Red unterteilt, so dass schlussendlich sechs Sektoren vorhanden waren.

Britische Truppen der 50. (Northumbrian) Infanteriedivision unter dem Kommando von Major General Graham, zugehörig zur 2. Britischen Armee unter Lieutenant General Miles Dempsey, landeten am 6. Juni 1944 an diesem Strandabschnitt. Sie bestanden aus den vier Regimentern Devonshire, Hampshire, Dorsetshire und East Yorkshire. Weiterhin waren im Jig-Sektor die 231. Brigade und im King-Sektor die 69. Brigade den Landungstruppen zugewiesen, da die Strände lang genug waren, um die Soldatenanzahl zweier Brigaden bei der Landung aufzunehmen. Im Item-Sektor kämpfte das 47. Royal-Marine-Kommando zusammen mit der 50. Division. Zur Verteidigung lagen hier Teile der deutschen 716. Infanteriedivision und bei Le Hamel ein Bataillon der 352. Infanteriedivision, die Kampfgruppe Meyer.

Die Hauptaufgabe der alliierten Truppen lag darin, einen Br√ľckenkopf am Strand zu bilden und dann die Stadt Arromanches einzunehmen, die als Lagepunkt f√ľr einen Mulberry-Hafen ausgew√§hlt worden war. Danach sollte der Kontakt zu den amerikanischen Einheiten am Omaha Beach und den kanadischen Truppen am Juno Beach hergestellt werden.

Obwohl der deutsche Widerstand immer heftiger wurde, gelang es der 50. Division bei relativ geringen Verlusten durchzubrechen. Dies lag nicht zuletzt an der √ľppigen Ausstattung der Landungstruppen mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen der 79. Britischen Panzerdivision. Dazu geh√∂rten die so genannten Hobart‚Äôs Funnies, die mit 290-mm-M√∂rsern ausgestattet waren, um Hindernisse wie Minenfelder und gr√∂√üere Befestigungen aus dem Weg zu r√§umen.

La Rivi√®re fiel schon morgens um 10:00 Uhr, und Le Hamel war am Nachmittag in britischer Hand. Die Briten konnten bis zum fr√ľhen Abend rund 25.000 Mann an Land bringen und verzeichneten insgesamt etwa 400 Tote. Der Br√ľckenkopf konnte bis auf zehn Kilometer ins Inland ausgebaut werden, und Kontakt mit den Kanadiern vom √∂stlich gelegenen Juno Beach wurde hergestellt. Arromanches wurde etwa gegen 22:30 Uhr vollst√§ndig besetzt, und die Briten erreichten kurz darauf die Au√üenbezirke von Bayeux.

Omaha Beach

‚Üí Hauptartikel: Omaha Beach
Der Omaha-Br√ľckenkopf am 6. Juni 1944
Station√§re Verwendung eines Panzer-IV-Gesch√ľtzturms (Kaliber 7,5 cm) in einer deutschen Stellung am Omaha Beach
US-Soldaten rasten am Omaha-Kliff, werden versorgt und bereiten sich f√ľr den n√§chsten Angriff vor

Omaha Beach war der mit mehr als zehn Kilometern L√§nge ausgedehnteste Landungsabschnitt und noch einmal unterteilt in acht Landungszonen, die von West nach Ost als Charlie, Dog Green, Dog White, Dog Red, Easy Green, Easy Red, Fox Green und Fox Red bezeichnet wurden. Easy Red war mit rund 2,2 km der l√§ngste Abschnitt.

Zur K√ľstensicherung wurde die 716. Infanterie-Division eingesetzt. Sie wurde von General Wilhelm Richter mit Hauptquartier in Caen befehligt. Die 716. Infanteriedivision wurde bereits seit Juni 1942 an der K√ľste als so genannte statische Division eingesetzt. Ab Mitte M√§rz 1944 kam die 352. Infanterie-Division zus√§tzlich an den Strandabschnitt und √ľbernahm die H√§lfte des Verteidigungsbereichs der 716.

Die Landungstruppen erlitten am Omaha Beach die gr√∂√üten Verluste, da die 448 B-24 Bomber mit 1285 Tonnen Bomben der 2. Bomberdivision der 8. US-Air Force aufgrund schlechter Sicht die deutschen Stellungen verfehlten und dadurch die Verteidigungsanlagen gr√∂√ütenteils intakt blieben. 117 B-24-Bomber kehrten sogar mit ihrer Ladung wieder zur√ľck nach England, da sie ihre Ziele nicht fanden.

Der erste bedeutende Durchbruch gelang um 9:00 Uhr am Abschnitt Dog White. Hier bestand die Verteidigung nur aus leichtem, nicht konzentriertem Maschinengewehrfeuer aus dem Widerstandsnest WN60. Etwa 20 Minuten sp√§ter gelang es der C-Kompanie des 116. Regiment und Rangern des 5. Ranger Battalion unter dem Befehl von General Norman Cota, den steilen Strandabschnitt zu ersteigen und in das Hinterland vorzudringen. General Cota f√ľhrte seine M√§nner von Osten nach Vierville und k√§mpfte sich dann den Weg zum Strand (D1 Beach Exit) hinunter.

An anderen Stellen des Omaha Beach waren wesentlich st√§rker bewaffnete und befestigte deutsche Verteidigungsstellungen zu √ľberwinden. General Bradley empfing gegen Mittag die Nachricht, dass gro√üe Truppenteile auf dem Strandabschnitt Easy Red feststecken. Auf den Abschnitten Easy Red und Easy Green trafen weitere Verst√§rkungswellen ein, und die Verwundeten wurden abtransportiert.

Das deutsche Widerstandsnest WN 72 ergab sich etwa um 13:00 Uhr, so dass der Strandausgang D1 nach Vierville-sur-Mer frei war. Ab 20:00 Uhr trafen weitere Landungswellen ein, die zus√§tzliches Material wie Panzer und Artillerie brachten. Auf der Westseite von Omaha Beach gelang es der 1. US-Division nicht, die Tagesziele zu erreichen. Am Morgen des 7. Juni unternahmen Teile des deutschen 915. Grenadierregiments nochmals einen Vorsto√ü Richtung K√ľste. Dieses Unternehmen scheiterte und f√ľhrte zum endg√ľltigen Zusammenbruch im Strandbereich.

Ab dem 7. Juni 1944 zogen sich die restlichen deutschen Truppenteile nur noch zur√ľck, da gegen die √úbermacht der alliierten Panzer, Artillerie und Luftwaffe ein Ank√§mpfen mit Handwaffen und den vereinzelten Panzern nicht mehr m√∂glich war.

Pointe du Hoc

‚Üí Hauptartikel: Pointe du Hoc
Ranger klettern die Steilk√ľste hinauf
... und ruhen sich auf dem Pointe du Hoc aus (6. Juni 1944)

Bei Pointe du Hoc, das in US-amerikanischen Armee-Dokumenten oft f√§lschlicherweise als ‚ÄěPointe du Hoe‚Äú angegeben wird, befanden sich sechs deutsche Stellungen mit 155-mm-Artilleriegesch√ľtzen, die den Strand bewachten und somit die amerikanischen Landungstruppen an den Strandabschnitten Utah und Omaha Beach unter Beschuss h√§tten nehmen k√∂nnen. Obwohl die Stellungen oft von Bomberverb√§nden und Schiffsartillerie angegriffen wurden, waren die Befestigungen zu stark und hielten dem Beschuss stand. Deshalb wurde dem US-amerikanischem 2. Rangerbataillon der Auftrag gegeben, die Gesch√ľtze am Morgen des D-Day zu vernichten.

Das aus 225 M√§nnern bestehende Rangerbataillon wurde von Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) James Earl Rudder angef√ľhrt. Der Plan sah f√ľr die drei Rangerkompanien (D, E und F) vor, von See aus am Fu√ü der Klippen anzulanden und dann mit Seilen, Leitern und √§hnlichem die Felsw√§nde emporzuklettern. Danach sollten die Truppen das obere Kliff erobern. Der Angriff sollte vor den alliierten Hauptlandungen ausgef√ľhrt werden. Es war vorgesehen, den Angriff um 6:30 Uhr morgens zu beginnen. Eine halbe Stunde sp√§ter sollte eine zweite Gruppe, bestehend aus acht Kompanien, folgen. Daraufhin sollten sie von Truppen, die am Abschnitt ‚ÄěDog Green‚Äú bei Omaha Beach landeten, abgel√∂st werden.

Nach einigen anf√§nglichen R√ľckschl√§gen aufgrund schlechten Wetters und Navigationsproblemen landeten die Amerikaner 40 Minuten sp√§ter als vorgesehen am Fu√ü der Klippen, w√§hrend der Angriff von alliierten Zerst√∂rern unterst√ľtzt wurde. Die Deutschen leisteten jedoch verbissen Widerstand und warfen Felsbrocken und Handgranaten auf die heraufkletternden Amerikaner. Um 7:08 Uhr waren alle Ranger auf den Klippen angekommen und st√ľrmten die deutschen Stellungen. Nach einer etwa 40-min√ľtigen Aktion waren die Klippen mit relativ geringen Verlusten genommen.

Die Gesch√ľtze waren allerdings schon weggeschafft worden, m√∂glicherweise wegen der Bombenangriffe, welche die Invasion einleiteten. Die Ranger formierten sich auf dem Kliff neu, errichteten Verteidigungsstellungen und schickten einige M√§nner weiter ins Inland, um die Gesch√ľtze zu suchen. Eine der Patrouillen fand die Gesch√ľtze unbewacht und ohne Munition in einem Obstgarten, etwa einen Kilometer s√ľdwestlich von Pointe du Hoc. Die Patrouille zerst√∂rte einige der Gesch√ľtze mit Thermit-Granaten, wodurch der H√∂hen- und Schwenkmechanismus zerst√∂rt wurde. Die zweite Patrouille kam hinzu und zerst√∂rte die verbleibenden Gesch√ľtze.

Nachdem die Ranger Pointe du Hoc erobert hatten, wurden sie am 6. und 7. Juni mehrmals von deutschen Truppen angegriffen und 200 m vor der Spitze der Klippe eingekesselt. Das 116. US-Infanterieregiment und das 5. US-Rangerbataillon, die von Omaha Beach kamen, r√ľckten ca. 900 m an die eingeschlossenen Ranger heran. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juni befahl der Befehlshaber der deutschen Truppen, die die Ranger einkesselten, sich zur√ľckzuziehen, woraufhin die amerikanischen Verst√§rkungen durchbrechen konnten.

Am Ende des zweiten Tages war die Einheit von mehr als 225 Männern auf 90 noch kampffähige Männer geschrumpft.

Utah Beach

‚Üí Hauptartikel: Utah Beach
Landung am Utah Beach
Schwimmpanzer rollen an den Strand

Der Landungsplan umfasste vier Wellen. Mit der ersten Welle sollten in insgesamt 20 Landungsbooten, die mit je einem 30 Mann starken Kampfteam des 8. Infanterieregiments der 4. US-Infanteriedivision besetzt waren, zwei Landeköpfe etabliert werden.

Die komplette Operation baute auf der ersten Landungswelle auf, die f√ľr 6:30 Uhr am Morgen vorgesehen war. Etwa zur gleichen Zeit sollten auch acht mit je vier Schwimmpanzern best√ľckte Landungsboote auf den Weg geschickt werden.

Die erste Welle ging jedoch 1800 Meter s√ľdlich des geplanten Landeabschnitts an Land. Dies war die Folge einer starken seitlichen Str√∂mung, die die Landungsboote nach S√ľden abdr√§ngte. Da die K√ľstenlinie infolge des vorangegangenen Beschusses von Rauchwolken verdeckt war, fehlten den Besatzungen der Landungsboote Orientierungspunkte f√ľr eine Kurskorrektur.

Der falsche Landeort h√§tte eigentlich zu gro√üer Verwirrung f√ľhren k√∂nnen, die aber nicht eintrat. Zwar lie√üen sich die einzelnen Befehle nicht im Detail ausf√ľhren, aber Brigadegeneral Theodore Roosevelt, jr. der stellvertretende Kommandeur der 4. US-Infanteriedivision hatte die Lage im Griff und lie√ü die erreichbaren starken deutschen Stellungen angreifen. So konnten die Amerikaner schnell zu den Hauptstra√üen im Hinterland vorsto√üen und die Deutschen von dort aus attackieren.

Den Soldaten schlug nur relativ wenig Gegenwehr entgegen, so dass die Verluste mit 197 Männern als sehr gering beziffert werden konnten. Einige deutsche Artilleriestellungen beschossen die Schiffe auf See, konnten dort aber keine Schäden anrichten.

Am Ende des Tages hatten mehr als 20.000 Soldaten mit 1700 Fahrzeugen am Utah Beach französischen Boden betreten. Sie hatten nur etwa 200 Opfer zu beklagen.

Die deutsche Reaktion auf die Invasion

Die deutsche Abwehr wusste von zwei Zeilen aus Paul Verlaines Gedicht Herbstlied, die kurz vor der Invasion St√∂raktionen der franz√∂sischen Widerstandsbewegung ausl√∂sen sollten, und die √ľber BBC verlesen wurden. Die entscheidende zweite Strophe k√ľndigte die Invasion innerhalb der n√§chsten 48 Stunden gerechnet von 0:00 Uhr des auf die Durchsage folgenden Tages an. Diese Strophe wurde am 5. Juni um 21:15 Uhr von deutschen Funkstellen abgeh√∂rt. Die 15. Armee, die allerdings am Pas-de-Calais stationiert war, wurde daraufhin in Alarmbereitschaft versetzt. Die 7. Armee in der Normandie wurde aus nicht mehr nachzuvollziehenden Gr√ľnden nicht benachrichtigt.

Da f√ľr den 5. und am 6. Juni 1944 schlechtes Wetter vorausgesagt worden war, waren viele Gener√§le abwesend. Einige, wie der Befehlshaber der 7. Armee, Generaloberst Friedrich Dollmann, hielten sich bei Planspielen (Stabs√ľbung) in Rennes auf. Rommel besuchte am 6. Juni seine Frau in Deutschland, da diese ihren 50. Geburtstag feierte.

Soldaten der 1. Britischen Special Service Brigade beim Ausheben von Verteidigungsstellungen nahe der Orne, 7. Juni 1944

Die SS-Panzerdivisionen, also auch die 12. SS-Panzerdivision, durften nur mit Genehmigung Adolf Hitlers in Bewegung gesetzt werden. Da dieser aber schlief, blieb die Division dort, wo sie stationiert war und griff nicht in das Kampfgeschehen ein. Die Kampfhandlungen wurden von den Deutschen als T√§uschungsversuch von der eigentlichen Invasion beim Pas-de-Calais herabgestuft. Da die R√©sistance die Telefon- und Telegrafenleitungen zerst√∂rt hatte, gab es bei den Deutschen nur wenige Informationen √ľber die alliierten Truppenbewegungen. Die Alliierten setzten zudem Puppen in Fallschirmj√§geruniform, die sie Rupert nannten und laute Kampfger√§usche imitierten, √ľber der Normandie ab. Da zus√§tzlich zu diesen Imitaten auch sechs SAS-Soldaten absprangen und mehrfach Scheinattacken auf deutsche Stellungen ausf√ľhrten, waren die Deutschen vollkommen irritiert und nicht dazu imstande, sinnvoll zu agieren.

Um eine Luftlandung zu vertuschen, f√ľhrten die alliierten Flugzeuge Bomben mit, die sie √ľber unterschiedlichen Zielen im Gebiet abwarfen. Eine Reihe alliierter Fallschirmj√§ger sprang zudem versehentlich √ľber falschem Gebiet ab, so dass sie sich zu ihren Einheiten in der Normandie durchschlagen mussten und w√§hrend ihres Marsches dorthin verschiedentlich deutsche Verb√§nde angriffen. Auch dadurch wurden die Deutschen von den tats√§chlichen Operationsgebieten abgelenkt und schickten ihre Truppen erneut in die unwichtigeren Areale.

Der alliierten Streitmacht stand eine relativ kleine deutsche Luftwaffe gegen√ľber. Am Tag der Landung waren es genau zwei deutsche Flugzeuge, geflogen von Oberstleutnant Josef Priller und Feldwebel Heinz Wodarczyk, die die alliierten Landungstruppen angriffen. Alle anderen Flugzeuge waren am 4. Juni ins Landesinnere verlegt worden, da man die bisherigen Flugpl√§tze f√ľr zu bedroht ansah. Im Verlaufe des D-Days hatten die Alliierten die absolute Luftherrschaft (‚Üí Luftkrieg w√§hrend der Operation Overlord).

Einige Zeit sp√§ter wurde den Deutschen klar, dass eine Invasion stattfand. Doch sie hielten diese f√ľr eine Finte und vermuteten weiterhin, dass die eigentliche Invasion im Gebiet des Pas-de-Calais stattfinden w√ľrde. Manche der deutschen Gener√§le rechneten sogar noch Monate sp√§ter mit einer Hauptinvasion beim Pas-de-Calais.

Als erste Berichte von der Invasion Deutschland erreichten, war die offizielle Reaktion der Bev√∂lkerung Erleichterung, ja sogar Freude. Man war der Meinung, dass man den Feind, der nun zum Greifen nahe war, endlich entscheidend schlagen k√∂nne. Andere aber (z. B. an der Ostfront, wo im Sommer 1944 ein totaler Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte stattfand) waren unter der Hand der Meinung, dass der Krieg, der nach der Katastrophe von Stalingrad ohnehin verloren sei, jetzt (anderthalb Jahre sp√§ter) bald zu Ende gehen werde. Jedenfalls verschwand in den Tagen nach der alliierten Invasion in der Normandie schlagartig bei der gesamten Bev√∂lkerung das Vertrauen in den seit 1942 von der Propaganda als un√ľberwindbar angepriesenen Atlantikwall. Mit anderen ¬ęW√§llen¬Ľ, z. B. dem Westwall, war es sp√§ter nicht anders.

Die Folgetage der Landung

Omaha Beach: Verst√§rkungen und Ausr√ľstung auf dem Weg ins Hinterland

Die Alliierten hatten bei ihren amphibischen Landungen im Mittelmeerraum erkannt, dass es einer gut durchdachten Organisation an den Str√§nden bedurfte, um die Bewegungen der Schiffe und Fahrzeuge zu koordinieren und die Nachschubg√ľter zu lagern bzw. zu verwerten. Daher setzten sie Strandmeister ein, wobei es pro Landungsabschnitt (Omaha, Utah Beach etc.) einen Beach Naval Officer-in-Charge (NOIC) gab, der die Versorgung organisieren sollte. So sorgten die Alliierten sogar f√ľr B√§cker- und Barbierst√§nde und weitere Einrichtungen an den Str√§nden. Admiral Ramsay sagte sp√§ter:

‚ÄěDie Strandmeister stehen bei der ersten Anlandung vor einer √ľbermenschlichen Aufgabe. Die Str√§nde sind lang, und es ist schwierig, sie schnell und gr√ľndlich zu inspizieren. Die Strandtrupps sind h√∂chst gef√§hrdet, √ľberall √§ndert sich die Lage schnell.‚Äú[11]

F√ľr die Koordinierung der Ankunft und R√ľckkehr von Nachschub- und Geleitz√ľgen wurden zwei schwimmende Kommandostellen in jedem Gebiet eingerichtet, die die Namen Captain Southbound Sailings und Captain Northbound Sailings trugen. Der Omaha Beach diente nach dem D-Day als Hafenanlage, w√§hrend bereits drei Tage nach der Landung der schnellstm√∂gliche Aufbau der beiden Mulberrys begann, zuerst Mulberry B bei Arromanches und kurz darauf Mulberry A am Omaha Beach bei Vierville-Saint-Laurent. Damit war der Nachschub von der britischen Insel gesichert. Obwohl Mulberry A bereits am 19. Juni durch einen schweren Sturm zerst√∂rt wurde, konnten bis zum 31. Oktober 628.000 Tonnen Nachschubg√ľter, 40.000 Fahrzeuge und 220.000 Soldaten an Land gehen.

Um einen gesicherten Br√ľckenkopf aufzubauen, mussten die n√§chstgelegenen St√§dte eingenommen werden und ein Zusammenschluss der Landungstruppen erfolgen. Gleichzeitig mussten die Str√§nde gesch√ľtzt werden, um die Nachschubtransporte sicher an Land bringen zu k√∂nnen. Aus diesen Gr√ľnden wurden Patrouillen und ganze Kampfverb√§nde in das Hinterland geschickt, die vorr√ľcken und die St√§dte erobern sollten, was die Deutschen jedoch zu verhindern versuchten. In der Folge entbrannten schwere K√§mpfe hinter den Str√§nden. So versuchte die 12. SS-Panzer-Division ‚ÄěHitlerjugend‚Äú vom 7. bis zum 8. Juni, die kanadischen Einheiten bis zum Strand zur√ľckzudr√§ngen, was ihnen aber nicht gelang. Auch w√§hrend der Schlacht um Carentan (8. bis 15. Juni) wurde der deutsche Widerstand schlie√ülich gebrochen und die Stadt von den Alliierten eingenommen.

Die Offensive der Sowjetunion ‚Äď Bindung deutscher Kr√§fte an der Ostfront

Die Operation Bagration

Durch die große Sommeroffensive der Sowjetunion im Mittelabschnitt der Ostfront, die Operation Bagration, die am dritten Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, am 22. Juni des Jahres 1944, begann, wurden die deutschen Verbände enorm geschwächt.

Aufgrund der alliierten Invasion in der Normandie waren deutsche Verb√§nde von der Ostfront abgezogen worden, weshalb weniger Truppen an den deutschen Frontlinien im Osten zur Verf√ľgung standen. Vier sowjetische "Fronten" (Armeegruppen), zusammen mit mehr als 120 Divisionen und 2,15 Millionen Soldaten r√ľckten gegen die mit etwa 600.000 Soldaten stark unterlegenen und schlecht ausger√ľsteten Truppen der 9. und 4. Deutschen Armee sowie der 3. Deutschen Panzerarmee vor.

Die Rote Armee nutzte ihre √úberlegenheit und erzielte auf ganzer Linie Durchbr√ľche, in die dann Panzerkeile vorstie√üen. Operativ wendete sie damit zum ersten Mal die von den Deutschen drei Jahre zuvor gegen sie verwendeten Verfahren des Blitzkriegs an. Beg√ľnstigt wurde dies durch Hitlers Befehle, zu halten und ‚ÄěFeste Pl√§tze‚Äú zu bilden, anstatt zur beweglichen Verteidigung √ľberzugehen. So kam es zu Kesseln und letztlich zur Vernichtung der Heeresgruppe Mitte mit drei deutschen Armeen (insgesamt 25 deutsche Divisionen).

Es folgte ein deutscher R√ľckzug von 500 Kilometern in Richtung Westen, wo die Front erst Mitte August vor der deutschen Reichsgrenze zum Stehen kam. Die Heeresgruppe Nord wurde von allen Landverbindungen abgeschnitten, hielt sich jedoch bis zur Kapitulation im Mai 1945 in Kurland. Nach neuesten Sch√§tzungen verloren die Deutschen bei der Operation, die bis zum 19. August andauerte, √ľber 670.000 Mann, die Rote Armee ungef√§hr 765.000 Mann. Die Verluste der Wehrmacht konnten nicht wieder ausgeglichen werden, zumal Deutschland zu diesem Zeitpunkt in einem Drei‚ÄďFrontenkrieg stand. So wurden auch die Nachsch√ľbe f√ľr deutsche Truppen an der Invasionsfront in Nordfrankreich immer weniger, was den Vormarsch der alliierten Truppen Richtung Osten beg√ľnstigte.

Vorstoß ins Landesinnere

Die Situation in der Normandie bis zum 30. Juni 1944

Bis zum 12. Juni gelang es den Alliierten, die Br√ľckenk√∂pfe auf einer L√§nge von etwa 100 km und einer Tiefe von rund 30 km landeinw√§rts miteinander zu verbinden. In nur sieben Tagen war es ihnen gelungen, 326.000 Soldaten, 54.000 Fahrzeuge und mehr als 100.000 t Kriegsmaterial anzulanden. Trotz dieses Erfolges liefen sie ihrer Overlord-Planung hinterher. So war beispielsweise die Einnahme der Stadt Caen schon f√ľr den Landungstag vorgesehen. Auch der Vormarsch durch das Bocage-Gel√§nde der Cotentin-Halbinsel in Richtung der Orte im Landesinneren, wie Carentan (‚Üí Schlacht um Carentan) und dem wichtigen Kanalhafen Cherbourg gestaltete sich √§u√üerst m√ľhsam. Die Hecken und Gr√§ben boten den deutschen Verteidigern hervorragende Deckungsm√∂glichkeiten. Besonders f√ľr Scharfsch√ľtzen war das Gel√§nde ausgezeichnet geeignet.

21. Juni: Ein deutscher MG-Sch√ľtze, dessen Sichtfeld durch Rauchschwaden eingeschr√§nkt ist, bewacht bei einem √úbungseinsatz eine Wegblockade

Doch nicht zuletzt durch die alliierte Luft√ľberlegenheit und die selbst zerst√∂rten franz√∂sischen Bahngleise gelang es der deutschen Seite nicht, schnellstm√∂glich zus√§tzliche Einheiten in das Kampfgebiet der Normandie zu verlegen. Am 14. Juni gelang es der 4. US-Infanteriedivision trotz starken Widerstandes, die deutsche Hauptverteidigungslinie im Norden zu durchbrechen. Im Westen kam das VII. US-Korps ebenfalls langsam voran, da sie die Fl√ľsse Merderet und Douve √ľberqueren mussten. Durch ein verst√§rktes alliiertes Bombardement der deutschen Stellungen gelang es den Amerikanern am 18. Juni die Cotentin-Halbinsel mit einem schnellen Vorsto√ü nach Westen abzuriegeln. Die Deutschen zogen sich am 20. Juni in die Stadt Cherbourg zur√ľck, die zu einer Festung ausgebaut wurde (‚Üí Schlacht um Cherbourg).

Ein deutscher Heeresoffizier im Gespräch mit zwei US-Offizieren in Cherbourg nach der Kapitulation

Cherbourg unter Festungskommandant Karl-Wilhelm von Schlieben fiel am 26. Juni nach starkem amerikanischen Artilleriebeschuss und heftigen Stra√üenk√§mpfen. Nun waren die Alliierten auch im Besitz eines Tiefseehafens, was ihnen erm√∂glichte, Truppen und Kriegsger√§t in noch gr√∂√üerer Zahl √ľber See heran zu schaffen.

Die Schlacht um die Normandie war zu dieser Zeit in eine Anzahl von kleinen Schlachten zerfallen, in die sich alliierte Infanterieeinheiten, unterst√ľtzt von Artillerie, verzettelt hatten und nur sehr langsam gegen die deutsche Verteidigung vorstie√üen. Beispielsweise beklagte man beim VIII. US-Korps zwischen dem 2. und 14. Juli mehr als 10.000 Opfer bei einem Raumgewinn von nur 11 Kilometern.

Da die Deutschen immer noch am Ostufer der Orne lagen und von dort aus mit motorisierter Artillerie und Granatwerfern den Sword Beach beschossen, wurde die alliierte Versorgung von Nachschubg√ľtern √ľber diesen Strandabschnitt erheblich erschwert. Das Gebiet √∂stlich der Orne war der Landungsbereich der 6. Britischen Luftlandedivision w√§hrend der Operation Tonga gewesen, diese hatte den Abschnitt jedoch nicht erobern bzw. halten k√∂nnen. Urspr√ľnglich war der Strandabschnitt vor diesem Gebiet auch als alliierter Landungsstrand mit dem Codenamen Band Beach eingeplant aber sp√§ter wieder verworfen worden. Als der deutsche Beschuss immer pr√§ziser wurde und mehr und mehr Schiffe, Landungsboote und Versorgungsg√ľter verloren gingen, gaben die Alliierten am 1. Juli 1944 den Sword Beach auf, da von dort aus keine sinnvolle Nachschubversorgung mehr m√∂glich war.

Die Einnahme von Caen (‚Üí Schlacht um Caen) erwies sich f√ľr die alliierten Truppen der Briten und Kanadier an der Ostseite des Normandie-Br√ľckenkopfes als ungleich schwieriger. Caen wurde von starken deutschen Einheiten verbissen verteidigt. Montgomery f√ľhrte daher mehrere milit√§rische Operationen zur Eroberung der strategisch wichtigen Stadt und zur Kontrolle ihres Umlandes durch. Die Kontrolle √ľber Caen und dem Umland h√§tte den Alliierten den Bau von Landebahnen f√ľr Nachschubflugzeuge, bzw. die Nutzung des Flugfeldes bei Carpiquet erm√∂glicht. Dar√ľber hinaus w√§re die √úberquerung der Orne durch die Einnahme der Stadt und ihrer Br√ľcken erleichtert worden. Zur Verteidigung verlegten die Deutschen 150 schwere und 250 mittlere Panzer in das Caen-Gebiet. Dies und auch die zeitweise ung√ľnstige Wetterlage erschwerte den Alliierten die Einnahme der Stadt. Erst am 8. Juli, mehr als einen Monat sp√§ter als geplant, gelang die Eroberung des so wichtigen Flugfeldes bei Carpiquet. Damit war die Frontlinie bis auf weniger als einen Kilometer an die Stadt Caen heranger√ľckt. Am n√§chsten Morgen r√ľckten die alliierten Truppen in das n√∂rdliche Ende Caens ein, wurden aber beim weiteren Vorr√ľcken von Scharfsch√ľtzen aufgehalten. Der Pionier Arthur Wilkes beschrieb den Zustand der Stadt wie folgt: ‚ÄěBerge von Tr√ľmmern, [etwa] 20 oder 30 Fu√ü [‚Čą 6 oder 9 m] hoch [‚Ķ] die Toten lagen √ľberall.‚Äú [12]. Im Kriegstagebuch des 1. Battalion King's Own Scottish Borderers steht ebenfalls ein Eintrag zum 9. Juli: ‚ÄěIn den verlassen wirkenden H√§usern begann langsam ein Aufleben, als den [franz√∂sischen] Zivilisten klar wurde, dass wir die Stadt eroberten. Sie rannten mit Gl√§sern und Weinflaschen [aus ihren H√§usern] heraus.‚Äú [12]. Es dauerte noch etwa 9 weitere Tage, bis die s√ľdlichen und √∂stlichen Stadtteile, sowie die Gegend und die Vororte s√ľdlich und √∂stlich der Stadt am 19. Juli 1944 von den Briten und Kanadiern erobert wurden.

Ausbau des Normandie-Br√ľckenkopfes bis zum 24. Juli 1944

Ein herber R√ľckschlag traf die Alliierten allerdings w√§hrend der Operation Goodwood, bei der Montgomery versuchte, mit Panzern den deutschen Widerstand zu brechen und aus dem Gebiet um Caen auszubrechen. Mehr als 430 britische Panzer wurden dabei zerst√∂rt, und die alliierten Truppen beklagten mehr als 5500 Tote und mussten sich zur√ľckziehen. Die Deutschen konnten ihre wichtigsten Stellungen mit einem Verlust von 109 Panzern halten, was f√ľr sie, im Gegensatz zu den Alliierten, hoch war, da sie die Verluste nur schwer ersetzen konnten. Taktisch gesehen war die Operation zwar eine Niederlage f√ľr die Alliierten, strategisch gesehen jedoch erreichte die Operation, dass die Deutschen den alliierten Hauptangriff zum Ausbruch aus dem Br√ľckenkopf jetzt noch st√§rker im britischen Sektor vermuteten.

Die Operation Spring zur Eroberung des Hochplateaus bei Cramesnil und La Bruyers und der Einnahme der Stadt Verri√©res s√ľd√∂stlich von Caen war eine der verlustreichsten der Kanadier im Zweiten Weltkrieg. Die Kanadier verloren etwa 1.500 M√§nner.

Am 25. Juli hatten die Alliierten erst die D+5-Linie erreicht, das hei√üt, sie hielten Positionen, die sie laut Overlord-Planung schon am 11. Juni erreicht haben wollten. Damit wurde ein Mangel der alliierten Planung f√ľr die Tage nach der Invasion aufgedeckt. Man war so mit den Problemen besch√§ftigt gewesen, die die Invasion selbst mit sich brachte, dass ein ad√§quates Konzept zum Ausbau des Br√ľckenkopfes fehlte. Besonders die taktischen Probleme an der Front der 1. US-Armee im Westen waren so nicht erwartet worden.

Feuernder amerikanischer Panzer bei Saint-L√ī

Nach der Einnahme Saint-L√īs (‚Üí Schlacht um Saint-L√ī) unternahmen die US-Amerikaner daher zeitgleich mit den Vorst√∂√üen der anderen Alliierten am 25. Juli einen Ausbruchsversuch aus ihrem Br√ľckenkopfsektor (‚Üí Operation Cobra), der in den Folgetagen im Westen zum Ausbruch aus der Cotentin-Halbinsel bei Avranches f√ľhrte.

Am 30. Juli f√ľhrte die US-Armee eine Neugruppierung und Umbildung ihrer Einheiten in der Normandie durch. Mit der 3. US-Armee unter der F√ľhrung von General George S. Patton wurde eine neue Armee aufgestellt, die zusammen mit der 1. US-Armee, nun befehligt von General Courtney Hodges, unter das Kommando von Bradleys 12. US-Armeegruppe gestellt wurde. Gleichzeitig wurde die 1. Kanadische Armee unter General Henry Crerar General Sir Bernard Montgomerys 21. Britische Armeegruppe zugeteilt.

Der nicht vorhergesehene gro√üe Erfolg der Operation Cobra f√ľhrte am 4. August zu einer Plan√§nderung der Alliierten, die einen weiteren Vorsto√ü nach Westen zu den Atlantikh√§fen zugunsten eines schnellen Vordringens zur Loire und Seine zur√ľckstellten und nur einen Teil der 3. US-Armee, das VIII. US-Korps unter Lieutenant General Troy H. Middleton in die Bretagne schickten. Cobra kennzeichnete deutlich den Weg vom Stellungs- zum Bewegungskrieg und war der Beginn f√ľr die Verfolgung der deutschen Armeen durch Nordfrankreich, was schlie√ülich zu ihrer Umfassung im Kessel von Falaise f√ľhrte.

Alliierter Vormarsch in die Bretagne und Richtung Seine

√úberraschenderweise fiel den Amerikanern die Br√ľcke bei Pontaubault √ľber die S√©lune kurz vor Ende der Operation Cobra unbesch√§digt in die H√§nde, so dass es Patton gelang, innerhalb von nur drei Tagen sieben komplette Divisionen mit etwa 100.000 Soldaten und 10.000 Fahrzeugen √ľber die Br√ľcke in die √∂stliche Bretagne zu f√ľhren. Mit dem Vordringen des VIII. US-Korps der 3. US-Armee in die Bretagne (‚Üí Schlacht um die Bretagne) gelang es den Amerikanern, den deutschen Besatzern die wichtigen Atlantikh√§fen Saint-Malo und Brest abzunehmen und zur Nachschublieferung f√ľr die alliierten Truppen in Nordfrankreich zu nutzen. Lorient und Saint-Nazaire wurden langfristig eingekesselt. Au√üerdem konnten die dort stationierten Truppen unter dem Befehlshaber der deutschen Einheiten in der Bretagne, General Wilhelm Fahrmbacher, daran gehindert werden, den Alliierten bei ihrem Vormarsch in Richtung Deutschland in den R√ľcken zu fallen.

Der alliierte Ausbruch aus dem Normandie-Br√ľckenkopf bis zum 13. August 1944

Am 6. August starteten die Deutschen unter dem leitenden OB West, Generalfeldmarschall G√ľnther von Kluge, eine Konterattacke bei Mortain (‚Üí Unternehmen L√ľttich). Viele kleine und verstreute Elemente der 6. US-Panzerdivision wurden auf den Weg nach Mortain zwischen den Fl√ľssen S√©e und S√©lune aufgerieben. Gegen Mittag griffen dann aber die zur Hilfe gerufenen deutlich √ľberlegenen alliierten Lufteinheiten ein und brachten den Vormarsch zum Stoppen. In der Nacht zum 8. August entschied von Kluge, den Angriff vorerst auszusetzen, da Teile der 3. US-Armee in das Gebiet zwischen Laval und Le Mans verschoben wurden und die deutsche S√ľdflanke bedrohten. Hitler reagierte daraufhin √§u√üerst ungehalten und drohte, von Kluge des Kommandos zu entheben, was er dann am 17. August mit der Einsetzung von Walter Model als neuen OB-West auch ausf√ľhrte.

Mitte August kam es bei Falaise und Argentan (→ Kessel von Falaise) zu einer entscheidenden Schlacht zwischen den Alliierten und den Deutschen. Die Alliierten konnten die deutschen Einheiten so empfindlich schwächen, dass sie sich nicht mehr von dieser Niederlage erholen konnten.

Erst beim alliierten Vormarsch Richtung Seine vom 21. bis 25. August wurde das Gebiet √∂stlich der Orne erobert, von wo aus etwa einen Monat fr√ľher der Sword Beach von deutscher Artillerie beschossen wurde und daher aufgegeben werden musste. Die 6. Britische Luftlandedivision stie√ü vom 17. bis zum 27. August 40 Meilen bis nach Pont Audemer vor, w√§hrend auf der gesamten Front ebenfalls Erfolge erzielt wurden. Der Sword Beach wurde allerdings nicht wieder aktiviert, da sich bereits ausreichend viele H√§fen unter alliierter Kontrolle befanden.

Die deutsche Wehrmacht verlor zwischen dem 7. und 21. August im Westen 50.000 Soldaten, und weitere 200.000 gerieten in Kriegsgefangenschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt beliefen sich die Verluste der Deutschen in der Normandie auf mehr als 240.000 Tote oder Verwundete und weitere 250.000 Gefangene. An Material b√ľ√üte die Wehrmacht dabei 1.500 Panzer, 3.500 Gesch√ľtze und 20.000 sonstige Fahrzeuge ein. Die Alliierten bezifferten 209.672 Verluste, darunter 36.976 Gefallene.

Alliierte Front bis zum 25. August 1944, dem Ende der Operation Overlord

Da den Alliierten nun kaum mehr deutscher Widerstand im Wege stand, konnten sie am 25. August Paris befreien (‚Üí Schlacht um Paris). Urspr√ľnglich war vorgesehen, die Stadt zu umgehen und erst sp√§ter zu erobern. Vor allem die Pariser Bev√∂lkerung erwartete jedoch, dass die Stadt erobert werden w√ľrde. In Paris war es zu Aufst√§nden gekommen, bei denen franz√∂sische Widerstandsk√§mpfer der R√©sistance einige Stra√üen und Geb√§ude, so auch das Rathaus, einnahmen. Am Abend des 24. August lie√ü General Philippe Leclerc de Hauteclocque eine kleine Panzerkolonne der 2. Franz√∂sischen Panzerdivision in die Stadt fahren und bis zum Rathaus vorr√ľcken. Um 10:00 Uhr am Morgen des 25. August standen Leclercs Division sowie die 4. US-Infanteriedivision im Inneren der Stadt. Am 26. August zog Charles de Gaulle, Anf√ľhrer der ‚ÄěFreien Franz√∂sischen Streitkr√§fte‚Äú (force fran√ßaise libre, FFL) und des ‚ÄěComit√© fran√ßais de la Lib√©ration nationale‚Äú (‚ÄěFranz√∂sisches Komitee f√ľr die Nationale Befreiung‚Äú), in das Kriegsministerium in der Rue Saint-Dominique ein. Danach hielt Charles de Gaulle vom Balkon des H√ītel de Ville eine Ansprache an die Pariser Bev√∂lkerung. Er bildete am 9. September eine provisorische neue franz√∂sische Regierung.

Die Unternehmen Cobra und Falaise beendeten die K√§mpfe, um die Normandie, um den schnellen Vorsto√ü durch Nordfrankreich einzuleiten, der bis etwa Mitte September 1944 andauerte. Der alliierte Vorsto√ü endete dann nicht wegen des deutschen Widerstandes, sondern aufgrund von Ausr√ľstungsmangel. Die alliierten Truppen waren das Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden und √ľberliefen die M√∂glichkeiten ihrer Logistik.

Seekrieg während der Operation Overlord

USS Nevada feuert ihre Gesch√ľtze auf deutsche K√ľstenpositionen ab, um die Landungen am Utah Beach zu sichern
Drei britische Motortorpedoboote kehren von der Suche nach deutschen Schnellbooten bei Cherbourg zur√ľck

F√ľr die Operation Overlord stellten die Alliierten ein gro√ües Repertoire von Schiffen ‚Äď sieben Schlachtschiffe, zwei Monitore, dreiundzwanzig Kreuzer, drei Kanonenboote, 105 Zerst√∂rer und 1073 kleinere Kriegsschiffe ‚Äď auf, die w√§hrend der Landung bzw. kurz davor, die deutschen Verb√§nde an den Str√§nden zerm√ľrben und deren Stellungen zerst√∂ren sollten. Au√üerdem sollten sie Schutz f√ľr die gesamte Invasionsflotte und Nachschubtransporte bieten.

Der US-amerikanische Captain Anthony Duke erinnerte sich an die alliierte Armada:

‚ÄúBy God, I'll never forget the feeling of power ‚Äď power about to be unleashed ‚Äď that welled up in me as I viewed the long, endless columns of ships headed toward Normandy.‚ÄĚ

‚ÄěBei Gott, ich werde niemals das Gef√ľhl der St√§rke vergessen ‚Äď St√§rke die darauf wartete, freigesetzt zu werden ‚Äď, das in mir aufstieg, als ich die langen, endlosen Kolonnen von Schiffen sah, die Richtung Normandie fuhren.‚Äú[13]

Die Einsatzm√∂glichkeiten der deutschen Kriegsmarine gegen die alliierten Landeoperationen waren begrenzt (‚Üí Deutsche Situation in der Normandie im Jahr 1944). Im Juni 1944 verf√ľgte die Kriegsmarine √ľber keine gr√∂√üeren √úberwassereinheiten in den Basen in Frankreich. Die Einfahrten zum Kanal wurden zudem durch starke Kriegsschiffverb√§nde der Alliierten gesch√ľtzt, au√üerdem hatten die Alliierten die Lufthoheit √ľber den Kanal (‚Üí Luftkrieg w√§hrend der Operation Overlord). Es war daher offensichtlich, dass die Kriegsmarine keine Chance hatte, die alliierten Nachschublinien √ľber den Kanal zu unterbrechen, gleichwohl wurden Einheiten der Kriegsmarine in dieses aus heutiger Sicht sinnlose Unterfangen geschickt.

Die Kriegsmarine besa√ü am 6. Juni 1944 im gesamten Kanalbereich nur f√ľnf Torpedoboote, 39 Schnellboote ‚Äď von denen f√ľnf nicht einsatzbereit waren, 163 Minensuch- und R√§umboote, 57 Vorpostenboote (Kriegsfischkutter) und 42 Artillerief√§hrprahme. Hinzu kamen f√ľnf Zerst√∂rer, ein Torpedoboot, 146 Minensuch- und R√§umboote und 59 Vorpostenboote, die an der Atlantikk√ľste zwischen Brest und Bayonne stationiert waren. Im mittleren Kanal ‚Äď dort wo die alliierte Invasion stattfand ‚Äď verf√ľgten sie jedoch nur √ľber vier Torpedoboote, f√ľnfzehn Schnellboote, neun Vorpostenboote und sechs Artillerief√§hrprahme.

Die K√§mpfe waren f√ľr beide Seiten verlustreich. Meistens liefen die Gefechte zwischen deutschen Schnellbooten und britischen Motortorpedobooten ab; allerdings setzten die Deutschen ihre f√ľnf Zerst√∂rer ein, was jedoch zu keinem Erfolg f√ľhrte.

Den Alliierten gelang es zum Beispiel k√ľnstliche H√§fen ‚Äď die so genannten Mulberrys ‚Äď zu errichten und den versorgungstechnisch wichtigen Hafen von Cherbourg zu erobern und sich so wichtige Versorgungsstellungen zu sichern. Eines der wichtigsten Nachschubg√ľter war Treibstoff. Um diesen in die Normandie zu bringen, wurde die Operation Pluto (Pipe-Lines Under The Ocean) gestartet. Zu Beginn der Aktion wurde direkt von vor der K√ľste liegenden Tankschiffen Treibstoff an Land gepumpt und in die Fahrzeuge gef√ľllt. Als Port-en-Bessin von den Alliierten erobert worden war, wurden dort die ersten Tanklager errichtet. Zu dieser Zeit war der Bau der ersten Unterwasser-Pipeline bereits in vollem Gange. Sie konnte im August in Cherbourg in Betrieb genommen werden. Weitere folgten sp√§ter im Pas-de-Calais. Insgesamt wurden 21 Treibstoffpipelines durch den √Ąrmelkanal gelegt. Bis zum April 1945 flossen darin t√§glich 3100 t Treibstoff in die Nachschubbasen der Normandie. So konnten die Alliierten ihre Einheiten auf dem Land unterst√ľtzen und ihnen helfen, den Br√ľckenkopf auszubauen.

Luftkrieg während der Operation Overlord

Eine Hawker Typhoon wird mit Luft-Boden-Raketen bewaffnet, Mai 1944
Eine Luft-Boden-Rakete wird von einer Typhoon des 181. Geschwaders der Royal Air Force √ľber dem Flugfeld Carpiquet abgefeuert

Der Luftkrieg w√§hrend der Operation Overlord geh√∂rt ‚Äď neben der Luftschlacht um England, den Tr√§gerschlachten im Pazifik und dem strategischen Luftkrieg gegen das Deutsche Reich ‚Äď zu den bedeutendsten Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs. Die alliierte Landung in der Normandie wurde mit durch die Lufthoheit der alliierten Streitkr√§fte erm√∂glicht.

Vor dem D-Day bombardierten die Alliierten deutsche Versorgungslinien, Artilleriebatterien und unterst√ľtzten die franz√∂sische Resistance aus der Luft mit Munition und Ausr√ľstung.

W√§hrend des D-Days sicherten alliierte J√§ger den Luftraum √ľber dem Landungsbereich, w√§hrend Bomberstaffeln im Hinterland deutsche Stellungen bombardierten. Gleichzeitig suchten alliierte J√§ger die See nach deutschen U-Booten ab und bombardierten diese, um die Armada und Nachschubschiffe nicht zu gef√§hrden. Da die Deutschen gro√üenteils noch bis Juni 1944 an eine Landung beim Pas-de-Calais glaubten (‚Üí Deutsche Situation in der Normandie im Jahr 1944), konnten sie den Alliierten am D-Day nur zwei Jagdflugzeuge entgegensetzen. Alle weiteren Flugzeuge waren weiter ins Inland verlegt worden.

Nach dem D-Day unterst√ľtzten die Alliierten ihre Offensiven auf dem Boden mit konzentriertem Bombardement, zerst√∂rten so allerdings auch Landschaft und St√§dte und t√∂teten viele franz√∂sische Zivilisten. Ein walisischer Soldat sagte zu den Bombergeschwadern, die im Verlauf der Schlacht um Caen am Himmel erschienen:

‚ÄěDer gesamte n√∂rdliche Himmel war, so weit das Auge sehen konnte, von ihnen [den Bombern] gef√ľllt ‚Äď Welle √ľber Welle, eine √ľber der Anderen, die sich nach Osten und Westen ausdehnten, so dass man dachte es ginge nicht mehr weiter. Jeder hatte jetzt sein Fahrzeug verlassen und starrte verwundert [in den Himmel], bis die letzte Welle von Bombern ihre Bomben abgeworfen hatte und den R√ľckflug antrat. Danach begannen die Gesch√ľtze mit einem immer lauter werdenden Gesch√ľtzfeuer das Werk der Bomber zu vollenden.‚Äú

‚Äď [14]

Des Weiteren suchten alliierte Jagdflugzeuge die Normandie nach deutschen Truppenverb√§nden ab und beschossen sie, um einen Einsatz gegen die Landstreitkr√§fte zu vermeiden. Da die Deutschen anfangs keine n√ľtzlichen Aufkl√§rungsfl√ľge fliegen konnten, hatten sie der alliierten Luft√ľberlegenheit wenig entgegenzusetzen.

Ende August 1944, bei der Aufl√∂sung des Kessels von Falaise, betrugen die alliierten Verluste 4099 Flugzeuge und 16.674 Besatzungen. Dem gegen√ľber verlor die deutsche Luftwaffe 1522 Jagdflugzeuge. Die Verlustrate bei den Jagdflugzeugen im direkten Luftkampf war 3:1 zum Vorteil der Alliierten; die Verlustrate pro Einsatz bei der deutschen Luftwaffe war so sechsmal h√∂her als bei den Alliierten. W√§hrend die Alliierten ihre materiellen Verluste √ľber intakte Nachschubwege ersetzen konnten, blieb der Verlust f√ľr die deutsche Luftwaffe gr√∂√ütenteils unersetzt.

Deutsche und alliierte Propaganda und Verarbeitung der Invasion in der Presse

Auf deutscher wie auf alliierter Seite wurde die bevorstehende Invasion mit Propaganda wie auch mit  ‚Äď meist propagandistisch eingef√§rbten  ‚Äď Presseberichten begleitet. Die Deutschen ihrerseits gaben sich zuversichtlich, dass die Invasion gut f√ľr sie verlaufen w√ľrde, was in folgenden Ausz√ľgen aus Reden des deutschen Propagandaministers Joseph Goebbels erkenntlich wird. So sagte Goebbels in einer Rede am 5. Juni 1943 im Berliner Sportpalast:

‚ÄěMan spricht heute von der Invasion in Europa, als w√§re das die selbstverst√§ndlichste Sache der Welt [‚Ķ] Der englische und der amerikanische Soldat aber werden eine blutige Zeche bezahlen m√ľssen. Unsere Wehrmacht ist zu ihrem Empfang bereit!‚Äú[15]

Alliierter Passierschein, der deutschen Truppen eine gute Behandlung garantiert, wenn sie sich ergeben

Am 4. Juni 1944 hielt Goebbels dann in N√ľrnberg bei einer Gro√ükundgebung anl√§sslich des Kreistages des Kreises N√ľrnberg-Stadt der NSDAP eine weitere Rede:

‚ÄěAuch die Invasion wird sich nicht so abspielen, wie man sich das in London oder Washington vorstellt. Die erste Runde beispielsweise haben nicht wir, sondern die Feindseite verloren, denn sie hatte geglaubt, uns durch immer neu erfundene Nachrichten nerv√∂s zu machen. Ich habe nicht den Eindruck, da√ü sie alle wahnsinnig nerv√∂s sind [Gel√§chter]. Aber in London ist man nerv√∂s. Die englischen Zeitungen schreiben selbst davon, da√ü eine neue Krankheit ausgebrochen sei: die Invasionitis [Gel√§chter]. Gestern wieder ist in Amerika direkt eine hysterische Massenstimmung gewesen, weil eine Fernschreiberin in London nach New York durchgeschrieben hatte ‚Äď, die hatte sich im Fernschreiben ge√ľbt und hatte als √úbungsmaterial einen Satz niedergeschrieben, da√ü die Invasion bereits begonnen h√§tte, worauf nun in ganz Amerika eine Sensation ausbricht. Die Engl√§nder und Amerikaner glauben vielleicht, mit solchen Meldungen uns nerv√∂s zu machen. Sie denken wahrscheinlich, da√ü ich jetzt hier rede, um Sie jetzt wieder langsam abzuwiegeln, ‚Äď da√ü ich sage: Na so schlimm ist es nicht, sein Sie doch nicht so nerv√∂s und nicht so hysterisch! [Gel√§chter]‚Äú[16]

Auch in deutschen Zeitschriften wurden die Vorkehrungen hochgelobt. So wurde der Atlantikwall oft in einer heroisierenden Wirkung dargestellt. So wurde auf dem Titelbild der deutschen Wochenzeitung ‚ÄěDas Reich‚Äú ein standhafter deutscher Soldat mit einem Schild dargestellt, auf dem ‚ÄěAtlantikwall‚Äú steht und gegen das ein machtloser Brite anrennt. In anderen Zeitungen wie bspw. der Br√ľsseler Zeitung vom 13. April 1944 wird die Invasion ebenfalls rei√üerisch dargestellt und kommentiert:

‚ÄěIn blasser Angst vor der Invasion
‚ÄöDas gro√üe Blutbad der Weltgeschichte‚Äė
Der USA.-Publizist Reynolds zeigt das wahre Gesicht der Zweiten Front. Bei Landung von einer Million Mann rechnet er jeden zweiten als verloren. Die Gesch√ľtze der Maginot-Linie sind heute im Atlantikwall eingebaut.‚Äú[17]

Der alliierte Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower hingegen gab sich zuversichtlich, dass die Alliierten den Sieg erringen w√ľrden. So meinte er in seiner Ansprache vor dem D-Day:

‚ÄúYou will bring about the destruction of the German war machine, the elimination of Nazi tyranny over the oppressed peoples of Europe, and security for ourselves in a free world. [‚Ķ] The United Nations have inflicted upon the Germans great defeat in open battle man to man. Our air offensive has seriously reduced their strength in the air and their capacity to wage war on the ground. Our home fronts have given us an overwhelming superiority in weapons and munitions of war and placed at our disposal great reserves of trained fighting men. The tide has turned. The free men of the world are marching together to victory. I have full confidence in your courage, devotion to duty, and skill in battle. We will accept nothing less than full victory. Good luck, and let us all beseech the blessings of Almighty God upon this great and noble undertaking.‚ÄĚ

‚ÄěIhr werdet Zerst√∂rung √ľber die deutsche Kriegsmaschinerie, die Eliminierung der Nazi-Tyrannei √ľber die unterdr√ľckten V√∂lker Europas und Sicherheit f√ľr uns in einer freien Welt bringen. [‚Ķ] Die Vereinten Nationen haben den Deutschen im offenen Kampf Mann gegen Mann gro√üe Verluste zugef√ľgt. Unsere Luftoffensive hat ihre St√§rke in der Luft und ihre F√§higkeit auf dem Boden Krieg zu f√ľhren ernsthaft geschw√§cht. Unsere Heimatfronten haben uns eine √ľberw√§ltigende √úbermacht an Waffen und Munition gegeben und gro√üe Reserven von trainierten k√§mpfenden M√§nnern zur Verf√ľgung gestellt. Das Blatt hat sich gewendet. Die freien M√§nner der Welt marschieren zusammen zum Sieg. Ich habe vollstes Vertrauen in euren Mut, eure Pflichterf√ľllung und eure Kampferfahrung. Wir werden nichts anderes als den totalen Sieg akzeptieren. Viel Gl√ľck und lasst uns alle um den Segen des Allm√§chtigen Gottes f√ľr dieses gro√üartige und noble Vorhaben ersuchen. ref=[18]‚Äú

Die Deutschen berichteten meistens positiv √ľber die Invasion und propagierten, dass man dem Feind schwere Verluste zuf√ľgen werde. So berichtete eine deutsche Redakteurin √ľber Anweisungen zur Behandlung von Mitteilungen der alliierten Invasion:

‚Äě[‚Ķ] Wir haben die Anweisung bekommen, recht erfreut √ľber dieses langersehnte Ereignis zu schreiben.‚Äú[19]

Die Propaganda bezog sich allerdings nicht nur auf die Soldaten oder Bev√∂lkerungen der Parteien, sondern auch auf den jeweiligen Gegner. So garantierten die Alliierten den deutschen Soldaten, die sich freiwillig ergeben w√ľrden, ein komfortables und sicheres Leben. Diese Nachrichten wurden √ľber Flugbl√§tter verteilt. So waren beispielsweise die ersten alliierten Flugzeuge am 5. bzw. 6. Juni 1944 √ľber dem Himmel der Normandie unterwegs, um Flugbl√§tter abzuwerfen, und erst danach folgten die Maschinen mit den Fallschirmj√§gern an Bord. Die Flugbl√§tter waren in der Landessprache der jeweiligen Gegenseite verfasst (deutsche Flugbl√§tter auf englisch und andersrum). Teilweise waren jedoch auch Befehle in der Sprache des Austeilers abgedruckt, um die komfortable Behandlung der Gefangenen zu gew√§hrleisten. Neben Garantien und √§hnlichem f√ľr die Soldaten enthielten diese Flugbl√§tter aber manchmal auch Bombenwarnungen etc. f√ľr die Zivilbev√∂lkerung. Die Alliierten warfen von diesen Flugbl√§ttern mehrere Millionen Exemplare ab.

Es gab jedoch nicht nur Flugbl√§tter: Auch Zeitschriften wurden aus der Luft hinter den gegnerischen Linien abgeworfen. So warfen die Alliierten ab dem 25. April 1944 t√§glich eine neue Ausgabe der Zeitung ‚ÄěNachrichten f√ľr die Truppe‚Äú ab, die anf√§nglich aus zwei, sp√§ter aber aus vier Seiten bestand und Nachrichten √ľber die milit√§rische Lage und anderes enthielt [20]. Diese Kampagne wurde von einem vereinten amerikanischen und britischen Stab f√ľr die Operation Overlord entwickelt. Neben diesem Magazin erstellten die Briten und Amerikaner auch die Zeitschriften ‚ÄěFrontpost‚Äú und ‚ÄěFrontbrief‚Äú.

Laut dem Buch Overlord von Max Hastings war die effektivste Methode dieser Propaganda jedoch der von den Briten betriebene Radiosender Radio Calais [21], der fast die halbe deutsche Armee erreichte. Laut Hastings h√∂rten die Deutschen den alliierten Durchsagen √ľber gefangengenommene deutsche Soldaten, die √ľber das Radio verlesen wurden, aufmerksam zu.

Die Deutschen versuchten, mit ihren ‚ÄěWunderwaffen‚Äú wie der V1 oder V2, sowohl die deutsche Bev√∂lkerung von der M√∂glichkeit zu √ľberzeugen, den Krieg noch gewinnen zu k√∂nnen, als auch durch die Absch√ľsse auf London die britische Bev√∂lkerung zu demoralisieren.

Bei den alliierten Truppen kam au√üerdem die hei√übl√ľtige Stimme von Mildred Elizabeth Sisk Gillars gut an, die als Propagandistin beim Gro√üdeutschen Rundfunk, Radio Berlin unter dem Pseudonym Axis Sally bekannt wurde. Ihr infamstes Radio-Feature unter dem Titel Vision of Invasion bestand daraus, dass sie am 11. Mai 1944, kurz vor der geplanten Invasion in der Normandie eine amerikanische Mutter spielte, die ihren Sohn im √Ąrmelkanal verloren hatte. Eine Ansagerstimme brachte es auf den Punkt, mit den Worten: The D of D-Day stands for doom‚Ķ disaster‚Ķ death‚Ķ defeat‚Ķ Dunkerque or Dieppe.

Die Situation der Zivilbevölkerung während der Operation

Opfer unter der Zivilbevölkerung

Französische Zivilisten nach der Invasion im Gebiet um Caen
Ein britischer Soldat hilft einer alten Frau nach der Eroberung Caens. Im Hintergrund sind die Ruinen der Stadt zu erkennen
Eine franz√∂sische Familie kehrt am 18. Juli in ihr Dorf Buron zur√ľck, das w√§hrend der K√§mpfe total zerst√∂rt wurde

Aufgrund der Bedingungen f√ľr die Zivilbev√∂lkerung in der Normandie (Artilleriebeschuss und Bombardement) war die Zahl von Zivilopfern besonders hoch. Um den Bomben und Granaten zu entkommen, suchten die Menschen Schutz in Kellern, H√∂hlen, Steinbr√ľchen und mit Brennholzb√ľndeln bedeckten Gr√§ben.

Mehrere tausend Einwohner flohen nach S√ľden √ľber Stra√üen und Wege, die regelm√§√üig bombardiert wurden. Unter ihnen waren M√§nner, Frauen und Kinder, einschlie√ülich der Alten und Kranken, die zu Fu√ü, in Karren und manchmal mit ihren K√ľhen den Weg aufnahmen. Einige taten dies spontan, um vor den K√§mpfen zu fliehen, w√§hrend andere von der deutschen Armee Befehle erhielten, ihre H√§user zu verlassen. Die Fl√ľchtlinge zogen manchmal allein und manchmal in Konvois Richtung S√ľden, meist auf Routen, die das Vichy-Regime ausgearbeitet hatte.

Der Gro√üteil der zivilen Opfer starb aufgrund alliierter Bombardements aus der Luft, die zum Ziel hatten, Stra√üen zu zerst√∂ren, um den deutschen Nachschub aufzuhalten. Die t√∂dlichsten Angriffe fanden am Abend des 6. Juni und w√§hrend der Nacht vom 6. auf den 7. Juni statt, wobei die St√§dte Lisieux, Pont-l‚Äô√Čv√™que, Caen, Argentan, Flers, Cond√©-sur-Noireau, Vire, Saint-L√ī und Coutances teilweise zerst√∂rt wurden. Mehr als 3.000 Menschen wurden get√∂tet. Die Flugbl√§tter, die wenige Stunden vor dem Bombardement abgeworfen wurden, um die Einwohner zu warnen, hatten wenig Wirkung. In den folgenden Tagen verw√ľsteten Bomben au√üerdem L‚ÄôAigle, Avranches, Valognes, Vimoutiers, Falaise und Alen√ßon. Die Luftangriffe nahmen danach ab, obwohl kleinere St√§dte und D√∂rfer wie Aunay-sur-Odon und Evrecy weiterhin stark bombardiert wurden.

Viele weitere Einwohner starben aufgrund des alliierten Artilleriebeschusses und des Beschusses von See aus (→ Seekrieg während der Operation Overlord). So wurden viele der Städte und Dörfer an den Landungsstränden zerstört und viele Einwohner getötet. Alexander McKee sagte zu dem Bombardement der Stadt Caen (→ Schlacht um Caen) am 7. Juli folgendes:

‚ÄěDie 2.500 Tonnen Bomben unterschieden in keiner Weise zwischen Freund und Feind. Sollten die britischen Befehlshaber geglaubt haben, dass sie die Deutschen einzusch√ľchtern vermochten, indem sie die Franzosen umbrachten, so hatten sie sich schwer get√§uscht.‚Äú[22]

Als die Stadt Caen am 9. Juli von Briten und Kanadiern erobert wurde, waren viele Einwohner Caens tot oder obdachlos. Der Pionier Arthur Wilkes beschrieb den Zustand der Stadt wie folgt: ‚ÄěBerge von Tr√ľmmern, [etwa] 20 oder 30 foot [‚Čą 6 oder 9 m] hoch [‚Ķ] die Toten lagen √ľberall.‚Äú [23].

Das zerstörte Oradour-sur-Glane heute

Diverse Einwohner wurden von Deutschen get√∂tet, entweder f√ľr Widerstandsaktionen oder weil sie sich geweigert hatten, Anordnungen (es gab alleine 650 f√ľr die Niedernormandie) zu befolgen. So wurden am D-Day viele der im Gef√§ngnis von Caen inhaftierten Menschen exekutiert. Am 10. Juni 1944 kam es zum so genannten Massaker von Oradour, bei dem der Ort Oradour-sur-Glane als Repressalie gegen Partisanent√§tigkeit zerst√∂rt und die Einwohner ermordet wurden (vgl. Massaker von Oradour). Bei dem Massaker starben 642 Menschen, von denen nur noch 52 zu identifizieren waren. Unter den Toten befanden sich 207 Kinder und 254 Frauen. Nur sechs Einwohner √ľberlebten das Massaker.

Selbst Monate nach den K√§mpfen fiel noch eine gro√üe Zahl von Einwohnern der Normandie ‚Äď Bauern, Matrosen und h√§ufig Kinder ‚Äď Minen und fehlgez√ľndeten Bomben zum Opfer.

Insgesamt verloren rund 20.000 Einwohner der Normandie ihr Leben ‚Äď betr√§chtlich mehr als die Zahl von britischen und kanadischen Soldaten, die im Kampf get√∂tet wurden (ca. 16.000) und etwa gleich viel wie die amerikanischen Gefallenen (ca. 21.000). Eine vermehrte Anzahl unter zivilen Opfern l√§sst sich im Gebiet um Caen finden, das durch die schweren K√§mpfe w√§hrend der Schlacht um Caen besonders hart getroffen wurde. Allein in Caen fanden 1989 Zivilisten den Tod, w√§hrend es in den Vororten und umliegenden D√∂rfern nur 72 waren [24].

Reaktion der französischen Einwohner auf die Alliierten

Französische Zivilisten feiern die Ankunft alliierter Truppen in Carentan, der ersten von US-Truppen befreiten Stadt
Alliierte Soldaten unterhalten sich mit französischen Zivilisten (23. August 1944)

Bei Ankunft der Alliierten in den St√§dten der Normandie wurde mit Fahnen gefeiert, Teile der Bev√∂lkerung zogen sich sogar in Farben des Union Jacks an. Die Alliierten wurden mit Weinflaschen und offenen Weinkellern begr√ľ√üt, w√§hrend diese wiederum den Einwohnern der St√§dte Schokolade, Tabak und Kaugummi gaben. So steht beispielsweise im Kriegstagebuch des 1. Battalion King‚Äôs Own Scotish Borderers ein Eintrag zum 9. Juli:

‚ÄěIn den verlassen wirkenden H√§usern begann langsam ein Aufleben, als die [franz√∂sischen] Zivilisten realisierten, dass wir die Stadt [Caen] eroberten. Sie kamen rennend mit Gl√§sern und Weinflaschen [aus ihren H√§usern] heraus.‚Äú

‚Äď [25]

Nachdem am 25. August 1944 die Stadt Paris (‚Üí Schlacht um Paris) unter alliierter Kontrolle war, hielt Charles de Gaulle am 26. August einen Triumphzug ab und sprach danach vom Balkon des Rathauses zur Pariser Bev√∂lkerung. Am selben Tag folgte eine franz√∂sische Siegesparade √ľber den Champs-√Člys√©es. Ein Buchh√§ndler aus Paris, Jean Galtier-Boissi√©re, beschrieb die Szenen in Paris am 25. August 1944 wie folgt:

‚ÄěEine erregte Menge dr√§ngt sich um die franz√∂sischen Panzer, die mit Fahnen und Blumen geschm√ľckt sind. Auf jedem Panzer, auf jedem gepanzerten Fahrzeug stehen M√§dchen, Frauen, Jungen und Fifis mit Armbinden [K√§mpfer der FFI] direkt neben den M√§nnern in khakifarbenen Overall und k√©pi. Die Menschen s√§umten die Stra√üe, warfen Kussh√§nde, reckten die geballte Faust, zeigten den Befreiern ihre Begeisterung.‚Äú[26]

Kriegsverbrechen

Ein alliierter Soldat bewacht zwei deutsche Kriegsgefangene in der Nähe von Caen, 11. Juli 1944
Kanadische Soldaten bewachen eine französische Frau und deutsche Gefangene in der Nähe Caens, 19. Juli

W√§hrend der Operation Overlord ver√ľbten sowohl die deutsche als auch die alliierte Seite Kriegsverbrechen, wobei diejenigen von Amerikanern, Kanadiern und Briten erst in j√ľngster Zeit durch die vor allem auf Augenzeugenberichten beruhenden Forschungen des britischen Historikers Antony Beevor aufgedeckt wurden[27]. Auf beiden Seiten kam es zur T√∂tung von Kriegsgefangenen, entweder einige Zeit nach der bereits erfolgten Gefangennahme, oder dann, wenn sich Soldaten deutlich erkennbar gerade ergeben wollten. Dass es sich dabei nicht nur um spontane Handlungen oder Reaktionen auf erbitterte, verlustreiche K√§mpfe (die deutscherseits zum Teil mit Mitteln der asymmetrischen Kriegsf√ľhrung gefochten wurden) handelte, zeigt das nachweisbare Vorhandensein entsprechender Befehle, keine Gefangenen zu machen. Praktiziert wurde die Erschie√üung deutscher Gefangener durch alliierte Soldaten zum Beispiel dann, wenn der eigene schnelle Vorsto√ü durch die erforderliche Evakuierung der Gefangenen verz√∂gert worden w√§re. Weiterhin, so Beevor, haben deutsche Soldaten Verwundete und Sanit√§tspersonal get√∂tet, w√§hrend alliierte Piloten deutsche Sanit√§tskraftwagen aus der Luft beschossen h√§tten. Schwerpunktm√§√üig waren folgende Einheiten an solchen Verbrechen beteiligt: Auf deutscher Seite die 12. SS-Panzerdivision ‚ÄěHitlerjugend‚Äú und umgekehrt die gegen sie k√§mpfenden Kanadier; allein in den ersten Tagen wurden 187 kanadische Gefangene get√∂tet, darunter 18 in der Nacht vom 7. auf den 8. Juni beim Massaker in der Abbaye d'Ardenne bei Caen. F√ľr die amerikanische Seite werden mehrere Vorf√§lle aus der 101. und 82. Luftlandedivision berichtet, deren Fallschirmj√§ger besonders schwere K√§mpfe schon am ersten Tag zu bestehen hatte; so wurden bei Audouville-la-Hubert am D-Day 30 gefangene Wehrmachtsangeh√∂rige erschossen.[28]

Dar√ľber hinaus kam es im Verlauf der Operation Overlord zu etlichen, unter dem Deckmantel der ‚ÄěTerroristenbek√§mpfung‚Äú durchgef√ľhrten Massakern an der franz√∂sischen Zivilbev√∂lkerung durch Angeh√∂rige folgender Waffen-SS-Divisionen: 1. SS-Panzerdivision ‚ÄěLeibstandarte Adolf Hitler‚Äú, 2. SS-Panzerdivision ‚ÄěDas Reich‚Äú, 12. SS-Panzerdivision ‚ÄěHitlerjugend‚Äú (u.a. Panzerregiment 26), 17. SS-Panzergrenadierdivision ‚ÄěG√∂tz von Berlichingen.‚Äú Nach Beevor verloren bei den 26 schlimmsten Massakern in Frankreich im Jahre 1944 insgesamt 1904 Menschen das Leben, darunter allein 642 (davon 207 Kinder, 254 Frauen) in Oradour-sur-Glane am 10. Juni 1944; der Ort wurde fast v√∂llig zerst√∂rt. Noch im August t√∂teten SS-M√§nner auf dem R√ľckzug hunderte von Zivilisten in Buch√®res bei Troyes, in Maill√© sowie in Tavaux und Plomion. Die Gestapo ermordete angesichts der bevorstehenden deutschen Niederlage 600 bereits inhaftierte Mitglieder der R√©sistance.

Der ehemalige SS-Standartenf√ľhrer Kurt Meyer berichtet wie folgt √ľber die Behandlung von deutschen Kriegsgefangenen durch kanadische Truppen:

‚ÄěAm 7. Juni wurde mir ein Notizblock eines kanadischen Captains gegeben. Zuz√ľglich zu handgeschriebenen Befehlen, wiesen die Notizen an: 'no prisoners were to be taken' [‚Äökeine Gefangenen nehmen‚Äė]. Einige kanadische Gefangenen wurden [daraufhin] gefragt, ob die Instruktionen der Wahrheit entsprechen w√ľrden [‚Ķ] und sie sagten, dass sie den Befehl hatten, wenn die Gefangenen den Fortschritt behinderten, sie nicht gefangen zu nehmen.‚Äú[29]

Meyer soll daraufhin befohlen haben: ‚ÄěWas sollen wir mit diesen Gefangenen tun? Die essen nur unsere Rationen. In Zukunft werden keine Gefangenen mehr gemacht.‚Äú [30]

Der kanadische Kompanief√ľhrer und Major Jacques D. Dextraze best√§tigte nach dem Krieg Meyers Anschuldigungen:

‚ÄěWir passierten den Fluss ‚Äď die Br√ľcke war gesprengt worden. [‚Ķ] Wir nahmen 85 Kriegsgefangene. Ich w√§hlte einen Offizier aus und sagte: 'bring sie zum P.W. K√§fig zur√ľck'. Er ging zur√ľck und befahl ihnen, zu der Br√ľcke [‚Ķ] zu rennen. Diese M√§nner waren schon einige Meilen gerannt. Sie kamen ersch√∂pft an der Br√ľcke an, [aber der Offizier sagte:] Nein Nein, ihr nehmt nicht die Br√ľcke, ihr schwimmt. Jetzt fielen die M√§nner in das Wasser. Die meisten ertranken. [‚Ķ] Danach wurden sie von den Pionieren, die die Br√ľcke reparierten, aus dem Wasser geholt. Ich f√ľhlte mich sehr schlecht, als ich sie alle aufgestapelt neben der Br√ľcke sah.‚Äú[29]

Verluste bei der Operation Overlord

Die genaue Zahl der Verluste an Soldaten w√§hrend der Operation Overlord l√§sst sich nicht rekonstruieren. Bereits vor dem D-Day ‚Äď zwischen April und Mai 1944 ‚Äď verloren die Alliierten ann√§hernd 12.000 M√§nner und mehr als 2000 Flugzeuge. Die Alliierten hatten seit dem D-Day etwa 53.700 Tote (37.000 Tote bei den Landstreitkr√§ften und 16.714 Tote bei den Luftstreitkr√§ften), 18.000 Vermisste und 155.000 Verwundete, die Deutschen 200.000 Tote, Vermisste und Verwundete und weitere 200.000 Kriegsgefangene zu verzeichnen. Von den Alliierten sind insgesamt 32.807 der Gefallenen in Kriegsgr√§berst√§tten begraben, w√§hrend es bei den Deutschen 77.866 sind [31]. Die Opfer unter der franz√∂sischen Zivilbev√∂lkerung belaufen sich auf etwa 20.000 Menschen (vgl. Opfer unter der Zivilbev√∂lkerung)

Nachwirkungen der Operation Overlord

Die 82. US-Luftlandedivision √ľber der Landezone bei Grave im Verlauf der Operation Market Garden

Die Operation Overlord verlief f√ľr die Alliierten relativ erfolgreich, so dass sie ihren Br√ľckenkopf in der Normandie ausbauen und eine feste Basis f√ľr einen weiteren Vormarsch nach Osten, Richtung Deutschland, schaffen konnten. Zudem verhalf den Alliierten ihre zweite Landung in S√ľdfrankreich, die Operation Dragoon dazu, Frankreich zu erobern und kraftvoller vorzur√ľcken.

Durch die enorme Materialf√ľlle und absolute Luftherrschaft konnten zu jeder Zeit deutsche Truppenansammlungen zerschlagen werden, weshalb die Alliierten nach dem Ende der Operation Overlord recht z√ľgig vorankamen. Zwar √ľberdehnten sie bei ihrem schnellen Vorsto√ü zum deutschen Westwall ihre Versorgungslinien, aber durch den Aufbau neuer, schneller Nachschubwege (‚Üí Red Ball Express), gelang es vor allem den in gro√üen Mengen ben√∂tigten Treibstoff bereitzustellen. Bereits am 3. September 1944 fiel Br√ľssel, und am Tag darauf konnte Antwerpen besetzt werden.

Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unterzeichnet 1945 in Berlin-Karlshorst die ratifizierende Kapitulationsurkunde

Bei der Luftlandeoperation Market Garden konnte das II. SS-Panzerkorps den Briten und US-Amerikanern in Arnheim noch einmal eine schwere Niederlage beibringen. Die Operation fand zwischen dem 17. und dem 27. September 1944 in den niederl√§ndischen Provinzen Noord-Brabant und Gelderland statt und hatte das Ziel, den deutschen Westwall zu umgehen und den englischen und amerikanischen Truppen einen raschen Vorsto√ü ins Deutsche Reich zu erm√∂glichen. Sie war, wie Eisenhower sp√§ter analysierte, ‚Äězu 50 % ein Erfolg‚Äú. Zwar verschoben die Alliierten die Frontlinie von Belgien aus n√∂rdlich bis Nimwegen, aber das Ziel, die deutschen Verteidigungslinien durch √úberschreiten des Rheins bei Arnheim zu umgehen, wurde nicht erreicht. Der unerwartet starke deutsche Widerstand in Arnheim verhinderte die Einnahme der wichtigen Rheinbr√ľcke. Die Alliierten mussten sich schlie√ülich unter hohen Verlusten an Menschen und Material zur√ľckziehen.

Um den Antwerpener Hafen nutzen zu k√∂nnen, schalteten die kanadischen Truppen im Oktober die deutschen Stellungen auf den in der Scheldem√ľndung liegenden Inseln S√ľd-Beveland und Walcheren aus. Die wichtige Schlacht an der Scheldem√ľndung dauerte √ľber einen Monat, dann war der Weg f√ľr die alliierten Nachschublieferungen frei.

Am 21. Oktober eroberten die Alliierten nach heftigen K√§mpfen mit Aachen die erste deutsche Stadt. Am 22. November 1944 erreichten weiter s√ľdlich US-amerikanische Kr√§fte Metz und Stra√üburg. Im Dezember versuchten die Deutschen mit der Ardennen-Offensive die Oberhand im Westen zu gewinnen. Das Operationsziel, die Linien der Alliierten zu spalten und in breiter Front nach Belgien vorzusto√üen, misslang jedoch im gleichen Ma√üe wie die hierdurch erzwungene Umgliederung der alliierten Kr√§fte im Rahmen des im Januar 1945 durchgef√ľhrten Unternehmens Nordwind auszunutzen.

Die westalliierten Truppen r√ľckten weiter nach Deutschland vor und trafen am 25. April mit sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe (Elbe Day) zusammen; der letzte Einflussbereich der Deutschen zerfiel jetzt in zwei Teile. Am 26. April fiel Bremen an die Briten, die weiter nach Nordosten zogen. In rascher Folge nahmen sie L√ľbeck (2. Mai) und Hamburg (3. Mai) ein sowie schlie√ülich Wismar; wohl auch, um die Rote Armee daran zu hindern, bis Schleswig-Holstein vorzusto√üen. Nachdem Eisenhower im operativen Hauptquartier der SHAEF in Reims das Ansinnen eines separaten Waffenstillstands mit den Westalliierten zur√ľckgewiesen hatte, unterzeichnete der deutsche Generaloberst Alfred Jodl in den Morgenstunden des 6. Mai 1945 die bedingungslose Gesamtkapitulation aller deutschen Truppen, die am 8. Mai um 23:01 Uhr Mitteleurop√§ischer Zeit in Kraft treten sollte.

Gedenken

Das Pointe du Hoc Ranger Monument
Der amerikanische Soldatenfriedhof in der Bretagne

Nach Beendigung des Krieges wurden auf dem ehemaligen Operationsgebiet in Nordfrankreich viele Friedhöfe, Gedenkstätten und Museen eröffnet, die an die Gefallenen, an die Überlebenden und ebenso an die Geschehnisse erinnern sollen.

Die bekannteste Bestattungs- und Gedenkstätte ist der US-amerikanische Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer. Daneben befinden sich in der Normandie noch viele weitere Friedhöfe und Gedenkstätten der Briten, Kanadier, Australier und Neuseeländer, die teilweise auch in gemeinsamen Stätten begraben sind. Auf der Kriegsgräberstätte in La Cambe und dem Soldatenfriedhof von St. Desir-de-Lisieux sind deutsche Offiziere und Soldaten bestattet.

Die Str√§nde der Operation sind mit ihren Codenamen in Karten und auf Stra√üenschildern eingezeichnet, und viele der Bunker stehen noch. Eine Vielzahl der Stra√üen sind nach den Einheiten, die in ihrer N√§he k√§mpften oder nach Kommandeuren bezeichnet, w√§hrend an Stellen wie beispielsweise der Pegasusbr√ľcke B√ľsten, Gedenkst√§tten und teilweise Museen errichtet wurden.

Eines der bekanntesten Mahnmale ist die Felsnadel am Pointe du Hoc, etwa zehn Kilometer westlich der amerikanischen Gedenkst√§tte am Omaha Beach. Sie soll an die dortigen gefallenen Ranger erinnern und als Mahnung f√ľr sp√§tere Generationen an die Geschehnisse des D-Day erinnern.

Das Mus√©e de la paix (Friedensmuseum) in Caen wurde auf Initiative der dortigen Stadtverwaltung errichtet und 1988 er√∂ffnet. Es existieren jedoch noch zahlreiche weitere Museen, die √ľber die ganze Normandie verstreut sind und sich teilweise sogar in sehr kleinen Ortschaften befinden.

Au√üerdem liegt einer der urspr√ľnglich zwei Mulberry-H√§fen noch immer vor Arromanches, wohingegen in Sainte-M√®re-√Čglise eine Fallschirmj√§gerpuppe am Kirchturm h√§ngt. Am Juno Beach errichteten die Kanadier das Juno Beach Information Centre, die US-Amerikaner hingegen errichteten ihr ‚ÄěNational D-Day Museum‚Äú in den Vereinigten Staaten.

Am 6. Juni jedes Jahres gedachte au√üerdem der US-amerikanische Karikaturist und Veteran des Zweiten Weltkriegs, Charles M. Schulz (1922‚Äď2000), mit seinem Cartoon ‚ÄěDie Peanuts‚Äú seiner Kameraden, die in der Normandie fielen.

Siehe auch

Literatur

Einige der B√ľcher sind in Deutsch sowie in Englisch und auch in anderen Sprachen erh√§ltlich. B√ľcher, die in deutscher Sprache erschienen sind, werden ausschlie√ülich bei ‚ÄěIn deutscher Sprache‚Äú aufgelistet. Spezielle Literatur zu den Landungen an den Str√§nden oder zu einzelnen Operationen usw. sind in den jeweiligen Artikeln zu finden.

In deutscher Sprache

  • Anthony Beevor: D-Day ‚Äď Die Schlacht in der Normandie, C. Bertelsmann, G√ľtersloh, 2010, ISBN 978-357010007-3 (engl. Original, 2009: ISBN 067088703X.)
  • Will Fowler: D-Day: The First 24 Hours, Amber Books Ltd., London 2003, ISBN 3-85492-855-6 (Fowlers Buch beschreibt ausschlie√ülich die Operation Neptune, dies allerdings mit guter Bebilderung und vielen Karten)
  • Tony Hall (Hrsg.): Operation ‚ÄěOverlord‚Äú, Motorbuch Verlag, 2004, ISBN 3-613-02407-1 (engl. Original, 2003: ISBN 0760316074. Umfassendes Werk internationaler Autoren. Das Buch ist thematisch gegliedert.)
  • Helmut K. von Keusgen: D-Day 1944, Die Landung der Alliierten in der Normandie. IMK-Creativ-Verl., Garbsen 2000, ISBN 3-932922-10-7
  • Yves Lecouturier: Die Str√§nde der alliierten Landung, Morstadt, 2003, ISBN 3-88571-287-3
  • Janusz Piekalkiewicz: Invasion. Frankreich 1944, M√ľnchen 1979
  • Cornelius Ryan: Der l√§ngste Tag, S. Mohn, 1960, ISBN 978-3-7042-2026-4
  • Dan Parry: D-Day, Vgs Verlagsgesellschaft: K√∂ln, 2004, ISBN 3-8025-1618-4
  • Brian B. Schofield: Der Sprung √ľber den Kanal, Motorbuch Verlag, 1978, ISBN 3-87943-536-7
  • Percy E. Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht 1944‚Äď1945, Teilband 1, ISBN 3-7637-5933-6 (Kommentierte Ausgabe des Kriegstagebuchs, insges. acht B√§nde, von denen sich einer unter anderem mit der Lage an der Westfront 1944 besch√§ftigt)
  • Dan van der Vat: D-Day. Die alliierte Landung in der Normandie, Collection Rolf Heyne, 2004, ISBN 3-89910-199-5
  • Winfried M√∂nch: Entscheidungsschlacht ‚ÄěInvasion‚Äú 1944? Prognosen und Diagnosen, Franz Steiner Verlag, 2001, ISBN 3-515-07884-3

In englischer Sprache

  • Omar Bradley, Clay Blair: A General's Life, Autobiography, 1983
  • Anthony Hall: Operation Overlord. D-Day Day by Day, New Line Books, 2005, ISBN 1-84013-592-1 ‚Äď Tagebuch der Planung, Vorbereitung und Durchf√ľhrung der Operation Overlord, allerdings nur bis etwa f√ľnfzehn Tage nach dem D-Day.
  • Stephen E. Ambrose: D-Day, Simon & Schuster Inc., 1994, ISBN 0-7434-4974-6 ‚Äď Dieses Buch basiert auf diversen Interviews mit Zeitzeugen und handelt ausschlie√ülich vom D-Day , dem Tag davor und danach (D-1 und D+1). Ambrose verfasste neben diesem Buch diverse andere B√ľcher, so beispielsweise das Buch Band of Brothers, das Vorlage f√ľr die gleichnamige Fernsehserie war.
  • Robin Niellands: The Battle of Normandy ‚Äď 1944, Weidenfeld & Nicholson military, 2002, ISBN 0-304-35837-1 ‚Äď Niellands Buch zur Schlacht in der Normandie behandelt diverse Aspekte der Operation Overlord mit vielen Zitaten als Untermalung.
  • Fritz Kramer, Fritz Ziegelmann, Freiherr Von Luttwitz, Heinz Guderian: Fighting in Normandy: The German Army from D-Day to Villers-Bocage, Stackpole Books, 2001, ISBN 1-85367-460-5
  • Ronald J. Drez: Voices of D-Day: The Story of the Allied Invasion Told by Those Who Were There (Eisenhower Center Studies on War and Peace), Louisiana State University Press, 1998, ISBN 0-8071-2081-2
  • John Keegan: Six Armies in Normandy: From D-Day to the Liberation of Paris; June 6 - Aug. 5, 1944, Penguin Books, 1994, ISBN 0-14-023542-6
  • Max Hastings: Overlord, Touchstone; Reprint edition, 1985, ISBN 0-671-55435-2
  • Humphrey and Young, Susan Wynn: Prelude to Overlord: An Account of the Air Operations Which Preceded and Supported Operation Overlore, the Allied Landings in Normandy on D-Day, 6th, Presidio Press, 1984, ISBN 0-89141-201-8
  • C.P. Stacey: Canada's Battle in Normandy, Queen's Printer, 1948
  • Carlo D'Este: Decision in Normandy, London, 1983
  • Brown: Operation Neptune. Frank Cass Publishers, London 2004, ISBN 0-415-35068-9
  • Russell A. Hart: Clash of Arms: How the Allies Won in Normandy, Boulder, CO: Lynne Rienner, 2001, ISBN 1-55587-947-0

In französischer Sprache

  • Eddy Florentin: Stalingrad en Normandie, Paris, Presses de la Cit√©, 1964
  • Anthony Kemp: 6 juin 1944, Edition D√©couverte Gallimard, S√©rie Histoire, 1994, ISBN 2-07-058353-8
  • Georges Bernage: Gold Juno Sword, Editions Heimdal, ISBN 2-84048-168-5
  • Georges Bernage: Diables Rouges en Normandie, Editions Heimdal, ISBN 2-84048-158-8
  • Dominique Kieffer, St√©phane Simonnet: N¬į4 Commando, Editions Heimdal, M√§rz 2004, ISBN 2-84048-180-4
  • Philippe Bauduin: Quand l'or noir coulait √† flots, Editions Heimdal, M√§rz 2004, ISBN 2-84048-187-1
  • Erwin Rommel: Archives Rommel, Herrlingen-Blaustein
  • Dominique Lormier: Rommel : La fin d‚Äôun mythe, Le Cherche-Midi √Čditeur, Paris 2003
  • Henry Corta (1921-1998), Oberleutnant SAS : les b√©rets rouges, amicale des anciens parachutistes SAS francais, Paris 1952, franz√∂sischen SAS in der Bretagne
  • Henry Corta : Qui ose gagne (Who dares wins), Service Historique de l'Arm√©e de Terre (S.H.A.T.), Vincennes 1997, franz√∂sischen SAS in der Bretagne, ISBN 978-2863231036

H√∂rb√ľcher

  • Stephen E. Ambrose: D-Day : June 6, 1944 -- The Climactic Battle of WWII, Audioworks; Abridged edition, 2001, ISBN 0-7435-0814-9, Audio-CD (Englisch)

Weblinks

 Commons: Operation Overlord ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
  • Literatur zum Schlagwort Operation Overlord im Katalog der DNB und in den Bibliotheksverb√ľnden GBV und SWB

Deutsch

Englisch

Französisch

Mehrsprachig

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Janusz Piekalkiewicz: Die Invasion. Frankreich 1944, M√ľnchen 1979, Seite 42
  2. ‚ÜĎ Janusz Piekalkiewicz: Die Invasion. Frankreich 1944, M√ľnchen 1979, Seite 65
  3. ‚ÜĎ Frederick Sowrey: Aerial Reconnaissance, in: David G. Chandler/James Lawton Collins jr. (Hrsg.): The D-Day Encyclopedia, New York u. a. 1994, ISBN 0-13-203621-5, S. 1‚Äď3, S. 1
  4. ‚ÜĎ Janusz Piekalkiewicz: Die Invasion. Frankreich 1944, M√ľnchen 1979, Seite 61f.
  5. ‚ÜĎ Anthony Hall: Operation Overlord: D-Day Day by Day, New Line Books, 2005, ISBN 1-84013-592-1, Seite 21
  6. ‚ÜĎ Anthony Hall: Operation Overlord: D-Day Day by Day, New Line Books, 2005, ISBN 1-84013-592-1, Seite 55
  7. ‚ÜĎ Anthony Hall: Operation Overlord: D-Day Day by Day, New Line Books, 2005, ISBN 1-84013-592-1
  8. ‚ÜĎ T. Michael Booth und Duncan Spencer: Paratrooper: The Life of Gen. James M. Gavin, Schuster & Simon, New York 1994, ISBN 0-671-73226-9, Seite 170/71
  9. ‚ÜĎ gearboxsoftware.com: http://www.gearboxsoftware.com/index.php?p=gearblogs&entry=4; Abgerufen am 10. Juni 2006
  10. ‚ÜĎ Dokumentation des Discovery Channel aus dem Jahr 2002: ‚ÄěNormandie‚Äú, Bestellnummer: 29208.
  11. ‚ÜĎ Brian B. Schofield: Der Sprung √ľber den Kanal, Motorbuch Verlag 1978, ISBN 3-87943-536-7, Seite 73.
  12. ‚ÜĎ a b Britisches Verteidigungsministerium: http://www.veterans-uk.info/pdfs/publications/comm_booklets/drive_on_caen.pdf, PDF-Datei
  13. ‚ÜĎ Stephen E. Ambrose: D-Day. Simon & Schuster Inc., 1994, ISBN 0-7434-4974-6, Seite 258.
  14. ‚ÜĎ Britisches Verteidigungsministerium: http://www.veteransagency.mod.uk/pdfolder/60th_anniversary/normandy.pdf, PDF-Datei, Seite 5.
  15. ‚ÜĎ Stefan Mannes: student-online.net; Abgerufen am 15. April 2006.
  16. ‚ÜĎ Janusz Piekalkiewicz: Die Invasion. Frankreich 1944, M√ľnchen 1979, Seite 104.
  17. ‚ÜĎ Janusz Piekalkiewicz: Die Invasion. Frankreich 1944, M√ľnchen 1979, Seite 95.
  18. ‚ÜĎ famousquotes.me.uk: http://www.famousquotes.me.uk/speeches/Eisenhower/index.htm; Abgerufen am 13. Mai 2006.
  19. ‚ÜĎ Dokumentation des Discovery Channel aus dem Jahr 2002: ‚ÄěNormandie‚Äú, Bestellnummer: 29208.
  20. ‚ÜĎ psywar.org: http://www.psywar.org/psywar/reproductions/LeafletReport.pdf; Abgerufen am 14. Mai 2006
  21. ‚ÜĎ Max Hastings: Overlord, Pam Books, 1999, ISBN 0-330-39012-0, Seite 243
  22. ‚ÜĎ Yves Lecouturier: Entdeckungspfade ‚Äď Die Str√§nde der alliierten Landung, ISBN 3-88571-287-3, Seite 102.
  23. ‚ÜĎ Britisches Verteidigungsministerium: http://www.veteransagency.mod.uk/pdfolder/60th_anniversary/drive_on_caen.pdf, PDF-Datei
  24. ‚ÜĎ normandiememoire.com: Karte mit zivilen Opfern; Abgerufen am 10. Juni 2006
  25. ‚ÜĎ Britisches Verteidigungsministerium: http://www.veteransagency.mod.uk/pdfolder/60th_anniversary/drive_on_caen.pdf, PDF-Datei.
  26. ‚ÜĎ Hedley Paul Willmott, Robin Cross, Charles Messenger: Der Zweite Weltkrieg, ISBN 3-8067-2561-6, Seite 231.
  27. ‚ÜĎ Antony Beevor, D-Day. Die Schlacht um die Normandie, M√ľnchen 2010, S.67, 80‚Äď83, 120f., 136, 163, 176, 183f., 193, 198f., 221, 228f., 232, 241f., 253, 275f., 288f., 318, 374, 403f., 411, 420, 460, 466, 475f., 497, 519, 536, 540.
  28. ‚ÜĎ The Horror of D-Day: A New Openness to Discussing Allied War Crimes in WWII - SPIEGEL ONLINE - News - International
  29. ‚ÜĎ a b valourandhorror.com: http://www.valourandhorror.com/DB/ISSUE/POWs.php.
  30. ‚ÜĎ waramps.ca: http://www.waramps.ca/military/wwii/tnop.html#abbaye2, Bericht eines polnischen Gefreiten aus der 12. SS-Panzerdivision
  31. ‚ÜĎ users.erols.com/mwhite28: http://users.erols.com/mwhite28/battles.htm und ddaymuseum.co.uk: http://www.ddaymuseum.co.uk/faq.htm#casualities; Abgerufen am 21. Juni 2006
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