Osmanisches Reich

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Osmanisches Reich
Osmanlı İmparatorluğu
Devlet-i AlĂźye-i OsmĂąnĂźye

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Osmanisches Reich

Flagge der TĂŒrkei#Flaggen des Osmanischen Reiches
Wappen des Osmanischen Reiches
Flagge Wappen
Wahlspruch: ŰŻÙˆÙ„ŰȘ ۧۚۯ Ù…ŰŻŰȘ
Devlet-i Ebed-mĂŒddet
(Der Ewige Staat)
Amtssprache Osmanisches TĂŒrkisch
Hauptstadt SĂ¶ÄŸĂŒt (1299–1326)
Bursa (1335–1365)
Edirne (1365–1453)
Kostantiniyye/Istanbul (1453–1922)
Staatsform absolute Monarchie
konstitutionelle Monarchie (ab 1876)
Staatsoberhaupt Sultan
Regierungschef Großwesir
FlĂ€che 4.800 kmÂČ (1299)
5.200.000 kmÂČ (16. Jahrhundert) [1]
3.400.000 kmÂČ (ohne Vasallen um 1900) [2] kmÂČ
Einwohnerzahl 30−35.000.000 (1600)[3][4]
24.028.900 (1906)
ohne Vasallen[5]
12.600.000 (1922)
WĂ€hrung Akçe, KuruƟ, Lira, Sultani, Para
GrĂŒndung 1299
Karte des Osmanisches Reiches in seiner grĂ¶ĂŸten Ausdehnung am Ende des 17. Jahrhunderts
Karte des Osmanisches Reiches in seiner grĂ¶ĂŸten Ausdehnung am Ende des 17. Jahrhunderts

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Osmanisches Reich (auch Ottomanisches oder TĂŒrkisches Reich; osmanisch â€ŰŻÙˆÙ„ŰȘ Űčلیهٔ ŰčŰ«Ù…Ű§Ù†ÛŒÙ‡â€Ž, Ä°A Devlet-i ÊżAlÄ«ye-ÊŸi ÊżOsÌČmānÄ«ye, tĂŒrkisch Osmanlı Ä°mparatorluğu) ist die Bezeichnung fĂŒr das Reich der Dynastie der Osmanen von ca. 1299 bis 1923. In Europa wurde das Land als „TĂŒrkei“ oder „TĂŒrkisches Reich“ bezeichnet. Anatolien wurde in lateinischen Werken nach der Landnahme der tĂŒrkischen Seldschuken bereits seit dem 12. Jahrhundert als „Turchia“ („TĂŒrkei“) bezeichnet.[6]

Das Osmanische Reich ging aus den Resten des Sultanats der Rum-Seldschuken hervor und war mehrere Jahrhunderte lang die entscheidende Macht in Kleinasien, im Nahen Osten, auf dem Balkan, in Nordafrika und auf der Krim. Hauptstadt war seit 1453 Konstantinopel (osmanisch Kostantiniyye; heute Istanbul). Im Laufe des 18. und vor allem im 19. Jahrhundert wurden die Osmanen in Auseinandersetzungen mit den europĂ€ischen MĂ€chten sowie durch diverse AufstĂ€nde anderer Nationen, welche unter osmanischer Herrschaft lebten, nach Kleinasien und in den Nahen Osten zurĂŒckgedrĂ€ngt. Nachdem das Osmanische Reich in den Nachfolgewirren des verlorenen Ersten Weltkriegs untergegangen war, wurde 1923 als Nachfolgestaat die Republik TĂŒrkei gegrĂŒndet.

Die osmanischen Sultane waren sunnitische Muslime und folgten der hanafitischen Rechtsschule. Seit 1517 stellten sie auch die Kalifen.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Die Überlieferungen ĂŒber die Anfangszeit des Osmanischen Reiches sind spĂ€rlich, wohl weil es sich um ein kleines unter relativ vielen Beylik (FĂŒrstentĂŒmer) handelte. Diese FĂŒrstentĂŒmer waren nach der Zerschlagung des Sultanats der Rum-Seldschuken in Kleinasien entstanden. Viele wertvolle BĂŒcher und Texte sind bei der Zerstörung von Bursa durch Timurlenk 1402 verloren gegangen. Der Namensgeber Osman I. war zu Anfang des 14. Jahrhunderts der Herrscher ĂŒber einen nomadischen Stamm, den Clan der Kayı vom Stamm der Bozok, der bei SĂ¶ÄŸĂŒt im nordwestlichen Anatolien seinen Mittelpunkt hatte. Die Kayı waren yörĂŒkturkmenischer Herkunft und islamischen Glaubens. Ab 1299 machte Osman seinen Beylik zunehmend unabhĂ€ngig vom Reich der Rum-Seldschuken. Dieses Jahr wird daher traditionell als das GrĂŒndungsjahr des Osmanischen Reiches angesehen. Am 27. Juli 1302 fĂŒhrten die Osmanen ihre erste Schlacht gegen eine byzantinische Armee (Schlacht von Bapheus/Schlacht von Koyunhisar), die fĂŒr die Osmanen mit einem Sieg endete. Dem byzantinischen Gelehrten Georgios Pachymeres nach war es dieser Sieg ĂŒber eine byzantinische Armee, der Osman Ruhm in weiten Teilen Anatoliens einbrachte. So wird der 27. Juli 1302 als Tag der DynastiegrĂŒndung angesehen.[7] Osman gewann nach und nach die Oberhand ĂŒber die benachbarten tĂŒrkischen StĂ€mme und erweiterte seinen Herrschaftsbereich auf Kosten des Byzantinischen Reiches. Nach Paul Wittek spielte die GhāzÄ«-Ideologie eine große Rolle bei der KriegsfĂŒhrung und Entwicklung des frĂŒhen osmanischen Beyliks. Sie hatten es von Anfang an auf die Eroberung byzantinischer Territorien abgesehen, so dass die ersten Eroberungen an der Grenze zum Byzantinischen Reich (Uc) geschahen und sich Richtung Rumelien fortsetzten. Schließlich belagerte er Bursa und Nicaea (Iznik), die beiden grĂ¶ĂŸten byzantinischen StĂ€dte in Anatolien. Bursa fiel kurz vor Osmans Tod im Jahre 1326.

Iznik wurde 1331 von seinem Sohn und Nachfolger Orhan erobert, nachdem er 1329 bei Maltepe (Pelekanon) eine byzantinische Armee besiegt hatte. Orhan hatte 1326 ein FĂŒrstentum geerbt, das knapp halb so groß wie die heutige Schweiz war. Er machte Bursa zur Hauptstadt, und bis zur Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 blieb es die Grablege der osmanischen Sultane.

Außerdem baute er die Janitscharen auf, (tĂŒrkisch Yeniçeri, „neue Truppe“), die in den nĂ€chsten Jahrhunderten die Elitetruppe der osmanischen Armee darstellen sollte. Sie bestanden ursprĂŒnglich aus nichttĂŒrkischen Kriegsgefangenen, die unter geistlicher Anleitung des sufitschen Bektaschi-Ordens zu fanatischen und dem Sultan ergebenen Kriegern ausgebildet wurden. Neben ihnen spielte die Reiterei eine wichtige Rolle, vor allem die Sipahi, die schwere Reiterei, die aus Inhabern von Tımar genannten nicht vererbbaren MilitĂ€rlehen bestand. Weitere Truppeneinheiten stellten die Akıncı, dar, Sturmreiter, deren Lebensunterhalt ĂŒberwiegend aus der Beute bestritten wurde, und die sich auch im Sklavenhandel betĂ€tigten. Gleichzeitig unterhielt die Zentrale eigene Truppen des Sultans, zu ihnen gehörte auch die Leibwache des Sultans, die Kapikuli, wĂ€hrend die Provinzgouverneure, die Walis, regionale Einheiten unterhielten, darunter die Serratkuli.

Die Osmanen verdrĂ€ngten das Byzantinische Reich weitgehend aus Kleinasien. Bei Orhans Tod 1359 war das Reich bereits mehr als dreimal so groß wie beim Tode seines Vaters. Doch hatte er seinen Machtbereich nicht nur auf Kosten von Byzanz ausgedehnt, das 1333 erstmals Tribut zahlte, sondern auch auf Kosten seiner turkmenischen Nachbarn. So brach er 1345 die regionale Macht der benachbarten Karesi. Durch geschicktes Agieren wĂ€hrend der byzantinischen Thronstreitigkeiten, die Johannes IV. an die Macht brachten, konnte er den Beylik von Aydin an der ÄgĂ€is seinem Herrschaftsgebiet einverleiben.

Die Osmanen wurden zu einer Vormacht in Kleinasien. Als der Byzantiner Kantakuzenos Hilfe vom Sultan Orhan Gazi erfragte, nutzte dieser die Gelegenheit und gab ihm 6.000 Mann. Orhan Gazi eroberte einige Gebiete wie die KĂŒstengebiete am Schwarzen Meer und Edirne. Diese militĂ€rischen Erfahrungen halfen ihm auch bei der Eroberung Rumeliens. Gleichzeitig weiteten die Osmanen ihre Macht bis Smyrna, Sardes und Milet aus.

Noch zu Orhans Lebzeiten begann die Expansion nach Europa durch Überschreiten des Marmarameers (Marmara Denizi), 1354 wurde mit Gallipoli (Gelibolu) die erste Stadt auf europĂ€ischem Boden erobert. 1361 gelang die Einnahme Adrianopels (Edirne), der zweitgrĂ¶ĂŸten byzantinischen Stadt, nach der Schlacht an der Mariza (1371) folgte der Übergriff auf Makedonien (1371) und Bulgarien (1385 und 1396). 1389 gelang Murad I. in der Schlacht auf dem Amselfeld ein Sieg ĂŒber die verbĂŒndeten christlichen FĂŒrsten aus Serbien und Bosnien. Dennoch begann parallel die Eroberung Kleinasiens, vor allem von Aydin (1390), aber auch von Mentesche (1390, endgĂŒltig 1421) im SĂŒdwesten und Germiyan und auch gegen Karaman im Osten, das allerdings bis 1466 widerstand und damit die Expansion nach Osten lange behinderte.

Schwerpunktverlagerung nach Europa

Wenn auch in Kleinasien sowohl durch Krieg als auch durch Heirat Zugewinne stattfanden, war inzwischen der europĂ€ische Teil des Reiches der wichtigere geworden. So wurde ab 1385 die militĂ€rische FĂŒhrung einem „Beylerbey von Rumelien“ (dem europĂ€ischen Teil des Osmanischen Reiches) und einem „Beylerbey von Anatolien“ ĂŒberantwortet, wobei Ersterer den Oberbefehl hatte. Viele der charakteristischen Merkmale des Osmanischen Reiches hatten sich zu dieser Zeit schon herausgebildet. Aus den eroberten Gebieten wurden den Kriegern PfrĂŒnden – Tımar genannt – gegeben; im Gegenzug mussten sie als Sipahis in der Kavallerie des osmanischen Heeres dienen. Dieses System Ă€hnelte zunĂ€chst dem europĂ€ischen Lehnswesen des Mittelalters, allerdings gab es auch große Unterschiede. So entwickelte sich beispielsweise keine Leibeigenschaft. Als stehendes Heer wurde die wichtige Infanterie von den Janitscharen (tĂŒrk. Yeniçeri) gestellt, die vor allem aus der so genannten Knabenlese auf dem Balkan und dem Kaukasus gewonnen, zum Islam bekehrt wurden und eine Ausbildung erhielten, die sie zu fĂ€higen Instrumenten der Machtpolitik des Reiches machte. Auf der anderen Seite bestimmten sie zunehmend in politischen Fragen mit und stiegen, neben dem Hof mit dem Verwaltungsapparat und dem osmanischen Adel, zu einer dritten Kraft hinter dem Sultan auf.

Auf Sultan Murad I., der auf dem Amselfeld nach der Schlacht durch einen verwundeten Feind getötet worden war, folgte Bayezid I. (manchmal auch Beyazıt oder Bayezıt geschrieben), der sich bald daran machte, Konstantinopel (Byzanz) zu erobern, was allerdings noch nicht gelang; Byzanz wurde jedoch erneut zu Tributzahlungen verpflichtet. 1396 mussten sich die Osmanen einem Kreuzfahrerheer unter dem ungarischen König und spÀteren Kaiser Sigismund stellen, das in der Schlacht von Nikopolis vernichtend geschlagen wurde.

Existenzkrise durch Timur

Eine erste Existenzkrise musste das Osmanische Reich durchstehen, als sein Heer in der Schlacht bei Ankara gegen Timur Lenk 1402 vernichtend geschlagen wurde und Bayezid in Gefangenschaft geriet. Der GrĂŒnder der Timuriden-Dynastie hatte innerhalb kurzer Zeit ein riesiges Reich von Nordindien ĂŒber Georgien und Persien bis Anatolien erobert, das aber nach seinem Tod 1405 schnell zerfiel. Die Verwaltung der Gebiete des Osmanischen Reichs hatte er an die Söhne Bayezids, SĂŒleyman (Rumelien), Mehmed (Zentralanatolien mit Amasya) und Ä°sa (anatolischer Teil um Bursa) gegeben. Diese kĂ€mpften in der Folge sowohl um die an Timur verloren gegangenen Gebiete als auch gegeneinander um die Vorherrschaft. In den KĂ€mpfen zwischen den BrĂŒdern wurde SĂŒleyman von einem weiteren Bruder, Musa, 1410 geschlagen, dem wiederum Mehmed 1413 mit UnterstĂŒtzung von Byzanz eine Niederlage beibrachte (siehe auch Osmanisches Interregnum). Mehmed stellte sich als Sultan des wieder vereinigten Reichs in den folgenden Jahren der Herausforderung, das Land zu konsolidieren und gleichzeitig die alte GrĂ¶ĂŸe wiederherzustellen.

Auch die Thronbesteigung Murads II. lief nicht reibungslos ab. Kurz vor Mehmeds Tod machte ein Mustafa als angeblicher Sohn Bayezids AnsprĂŒche geltend. Wahrscheinlich war er ein leiblicher Sohn, er wurde aber von Mehmed als „falscher Mustafa“ diffamiert. Sowohl er als auch ein Bruder Murads (der auch als „kleiner Mustafa“ (KĂŒĂ§ĂŒk Mustafa) bezeichnet wird), der von Byzanz als ThronprĂ€tendent aufgebaut worden war, wurden hingerichtet. Bei dieser Gelegenheit musste 1422 die Belagerung Konstantinopels wiederum abgebrochen werden. Venedig verteidigte SelĂąnik (Thessaloniki) ab 1423 gegen die Osmanen, denen jedoch 1430 die Stadt, deren Umland lĂ€ngst in ihrer Hand war, endgĂŒltig zufiel. Schon zweimal, 1387–1391 und 1394–1403, war die Stadt osmanisch gewesen, dann letztmalig byzantinisch.

Wiederaufnahme der Expansion

Mehmed I. empfĂ€ngt WĂŒrdentrĂ€ger

In SĂŒdosteuropa war das Königreich Ungarn zum Hauptgegner geworden. 1440 konnte es die Einnahme der wichtigen Festung in Belgrad abwenden. Vor allem Johann Hunyadi gelangen immer wieder militĂ€rische Erfolge, obwohl seine und die Versuche des Papstes, ein Kreuzfahrerheer zur Vertreibung der Osmanen aus Europa zusammenzurufen, in West- und Mitteleuropa kaum Gehör fanden. Drei Jahre spĂ€ter konnte Hunyadi sogar nach Bulgarien vordringen. Auch die Albaner unter Skanderbeg fĂŒhrten einen UnabhĂ€ngigkeitskampf gegen die Osmanen. 1444 schloss Murad in Szeged einen zehnjĂ€hrigen Friedensvertrag, der jedoch sogleich von Ungarn gebrochen wurde, um einen vom Papst initiierten Feldzug zu fĂŒhren. Murad hatte gerade die Macht an seinen Sohn Mehmed abgegeben und sich zurĂŒckgezogen, trat nun aber erneut an die Spitze des Heers, das die Kreuzfahrer unter dem polnisch-ungarischen König WƂadysƂaw III. (Polen und Ungarn) in der Schlacht bei Warna vernichtend schlug. Abermals musste er 1446 die Macht fĂŒr seinen unerfahrenen Nachfolger ĂŒbernehmen, um einen Janitscharenaufstand niederzuschlagen, und fĂŒgte 1448 den Ungarn unter Johann Hunyadi im Kosovo in der Schlacht auf dem Amselfeld eine schwere Niederlage zu.

Mehmed II. bestieg 1451 endgĂŒltig den Thron und bereitete sofort die Einnahme von Konstantinopel, dem „Goldenen Apfel“ vor (bei den Osmanen hatte der goldene Apfel hohe mythische Bedeutung und galt als Objekt allen Strebens und GlĂŒcks; spĂ€ter trug Wien diese Bezeichnung). Dieses Ereignis ist oft als ZĂ€sur in der Geschichte verstanden worden, als Ende des Byzantinischen Reichs und Ende des Mittelalters. TatsĂ€chlich hatte Byzanz jedoch zu dieser Zeit kaum noch Macht und beschrĂ€nkte sich auf kaum mehr Gebiet als das der (wenn auch wichtigen) Stadt Konstantinopel. FĂŒr Europa war die Stadt dennoch in zweierlei Hinsicht von großer Bedeutung. Zum einen hielt sie die Wege in den Schwarzmeerraum offen, zum anderen war sie kulturell immer noch von großer Bedeutung.

Byzanz war Mehmed aber auch deswegen ein Dorn im Auge, weil es mit Orhan einen osmanischen ThronprĂ€tendenten aufstellte. Im Fall des „falschen“ Mustafa hatte ein Ă€hnliches Verhalten zum BĂŒrgerkrieg gefĂŒhrt. Konstantinopel fiel nach 54tĂ€giger Belagerung am 29. Mai 1453. Nach den fĂŒr diese Zeit ĂŒblichen PlĂŒnderungen wurde die Stadt die neue Hauptstadt des Osmanischen Reichs, und man versuchte, die alte Bevölkerung – wie Griechen und Juden – zum Bleiben zu bewegen und neue dort anzusiedeln. Die Hagia Sophia wurde zur Moschee Ayasofia. Als letzte Überbleibsel byzantinischer Staatlichkeit wurden 1460 die Morea (Peloponnes) und 1461 das Kaiserreich Trapezunt unterworfen.

Auf dem Balkan kamen die Osmanen nur langsam voran. 1456 konnte Hunyadi die Eroberung Belgrads abwenden und sicherte die UnabhĂ€ngigkeit Ungarns fĂŒr die nĂ€chsten siebzig Jahre. Allerdings eroberte Mehmed bis 1460 die Peloponnes und den Rest Serbiens. 1470 kam Albanien, 1475 die Krim dazu.

Osmanisches Reich 1481–1683

1481 bestieg Bayezid II. den Thron, unter dem sich der Expansionsdrang des Reichs abschwÀchte. Eine Rolle spielte dabei sein Bruder Cem, der zuerst vom Johanniterorden und spÀter vom Papst als Geisel gegen ihn eingesetzt wurde. Bayezid selbst wurde 1512 von seinem Sohn Selim abgesetzt und wohl vergiftet.

Selim setzte vor allem im Osten die EroberungsfeldzĂŒge fort. 1514 gelang ein Sieg gegen die Safawiden in Persien, 1516 gegen Syrien. Schließlich wurde 1516/17 das Mamelucken-Reich in Ägypten zerschlagen. Damit ĂŒbernahm das Osmanische Reich das Protektorat ĂŒber die heiligen StĂ€dte Mekka und Medina (d. h. den Schutz der Pilgerwege und die Versorgung der StĂ€dte) und der osmanische Sultan erhielt mit dem Titel Kalif die eindeutige Vormachtstellung im islamischen Kulturkreis.

SĂŒleyman der PrĂ€chtige und der Aufstieg zur Weltmacht

Sultan SĂŒleyman I. erweiterte das Reich der Osmanen um ein Vielfaches und begrĂŒndete den Weltmachtstatus seines Reiches

Die Ära SĂŒleyman I. (1520–1566) wird meist als Höhepunkt der Macht des Osmanischen Reichs betrachtet. In der osmanischen und tĂŒrkischen Geschichtsschreibung erhielt er den Beinamen „KānĆ«nī“ („Gesetzgeber“), da unter seiner Herrschaft eine Reihe von Gesetzen entstanden, die LĂŒcken in den Bestimmungen der Schari'a ausfĂŒllen und das positive Recht festigen und kodifizieren sollten.[8] In der westlichen Welt wird er „der PrĂ€chtige“ genannt. Er gilt auch als einer der grĂ¶ĂŸten Kunstförderer unter den osmanischen Herrschern. Unter seine Regentschaft fallen etwa die architektonischen Meisterleistungen von Mimar Sinan. Durch viele FeldzĂŒge erweiterte SĂŒleyman das Reich Richtung Westen, Osten und SĂŒdosten.

1521 eroberte er innerhalb von nur 3 Wochen Belgrad. Die Festung galt damals als die stĂ€rkste auf dem Balkan. 1522 landete er mit seinen Truppen auf Rhodos und nahm die Festung im Dezember 1522 ein. Er ließ die Verteidiger aushungern, welche entkrĂ€ftet aufgeben mussten. Vier Jahre spĂ€ter wurde in der Schlacht von MohĂĄcs, in der Ludwig II. getötet wurde, das Schicksal Ungarns besiegelt. Zwar zog das osmanische Heer noch vor Jahresende vorlĂ€ufig ab, aber um die Thronnachfolge gab es einen Streit zwischen dem Habsburger Ferdinand I. und dem Ungarn Johann ZĂĄpolya, der die Osmanen um Hilfe ersuchte. Letztlich fiel das westliche Ungarn an Österreich, wĂ€hrend ZĂĄpolya im Frieden von Großwardein als König Restungarns unter osmanischer Oberhoheit anerkannt wurde. Nach seinem Tod 1540 besetzte die Pforte das mittlere Drittel des einstigen Ungarn und ließ Zapolyas Sohn das FĂŒrstentum SiebenbĂŒrgen. SĂŒleyman wollte auch Malta erobern, doch die Ritter des Heiligen Johannes besiegten die Invasionsstreitmacht.

Seeschlacht von Preveza (1538) in der Khair ad-Din Barbarossa die Flotte der Hl. Liga besiegte. Historistisches GemÀlde von 1866

Unterdessen nutzte SĂŒleyman I. 1529 die Lage, um erstmals Wien zu belagern, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Nach nur 19 Tagen war SĂŒleyman I. aufgrund eines sehr frĂŒhen Wintereinbruchs gezwungen, die Belagerung abzubrechen. Dennoch wurde Österreich als Folge dieses Konflikts langfristig tributpflichtig. Durch drei FeldzĂŒge gegen die Safawiden gelang es dem Osmanischen Reich, den Osten Kleinasiens endgĂŒltig zu erobern. Auch an anderen Fronten kam es zu Annexionen: 1534 Mesopotamien mit Bagdad, 1534 Aserbaidschan, 1540 Teile Dalmatiens, 1547 große Teile des Jemen. Zudem besiegte die Flotte des Khair ad-Din Barbarossa 1538 die Flotte der Heiligen Liga unter Andrea Doria bei Preveza.

1566 brachen die osmanischen Truppen erneut zu einem Ungarn-Feldzug auf. Er belagerte SzigetvĂĄr, das von Nikola Ć ubić Zrinski verteidigt wurde. SĂŒleyman I. starb jedoch wĂ€hrend dieser Belagerung von SzigetvĂĄr. Der Tod des Sultans, die Gesamtverluste bei der Belagerung von etwa 20.000 Mann und der hereinbrechende Winter veranlassten das osmanische Heer zum RĂŒckzug nach Konstantinopel.

Die Zeit SĂŒleymans leitete auch engere Beziehungen zu den europĂ€ischen MĂ€chten ein. 1536 wurde die erste so genannte Kapitulation mit Frankreich unterzeichnet, die freien Handel vereinbarte und Frankreich die Gerichtsbarkeit ĂŒber seine Untertanen auf dem Boden des Osmanischen Reichs ĂŒbertrug.

Stagnation, Wiedererstarken und Beginn des Niedergangs

Schon wĂ€hrend der Regierungszeit SĂŒleymans gab es erste Krisensymptome, die sich im Lauf der Zeit verstĂ€rkten und den Niedergang des Osmanischen Reichs einleiteten. So wurden die Tımare, nicht-erblichen Lehen, mit denen die Spahi-Reiter ihren Lebensunterhalt und ihre AusrĂŒstung finanzierten, zunehmend auch an Nichtberechtigte vergeben, was zu einer SchwĂ€chung dieser Kerntruppe des Heeres fĂŒhrte. Weil kaum noch neue Territorien erobert wurden, fehlte es an Land, das man in das Tımarsystem integrieren konnte. Die Tımare wurden daher in immer kleinere StĂŒckelung vergeben, was die Spahis ebenfalls schwĂ€chte. Je weniger Truppen sich durch Tımare selbst finanzieren konnten, desto mehr mussten besoldet werden, was die Hohe Pforte vor finanzielle Aufgaben stellte, die sie nicht bewĂ€ltigen konnte. Die Mittel, mit denen die Großwesire und der Diwan zur Behebung der seit dem 16. Jahrhundert chronischen Finanznot des Reiches griffen, verschlimmerten die Krise. Zum einen wurde die Steuerpacht eingefĂŒhrt, die so genannte „malikĂąne“: Das Recht, eine bestimmte Steuer einzukassieren, wurde versteigert, wodurch der Fiskus die Summe sofort erhielt. Die „MĂŒltezim“ genannten SteuerpĂ€chter versuchten nun, deutlich mehr an Steuern aus dem ihnen zugewiesenen Gebiet herauszupressen als sie bei der Auktion bezahlt hatten, was sie bei der steuerpflichtigen Landbevölkerung verhasst machte. In der Folge breitete sich allgemeine Korruption im Osmanischen Reich aus – ohne „Geschenke“ oder Schmiergelder ging bei den Behörden gar nichts mehr. Hierzu trug auch seit dem 17. Jahrhundert verbreitete KĂ€uflichkeit von Ämtern bei. Sie fĂŒllte zwar die Staatskasse und vor allem in die Taschen der fĂŒr die Besetzung von frei gewordenden Stellen und Posten zustĂ€ndigen Großwesire und Beylerbeys mit erhebliche Summen. Auf der anderen Seite brachte sie auch viel inkompetentes und fĂŒr die jeweilige Aufgabe unausgebildetes Personal in Amt und WĂŒrden, das in möglichst kurzer Zeit versuchte, den fĂŒr den Ämterkauf investierten Betrag zu amortisieren. Folge war eine verschĂ€rfte Ausbeutung des einfachen Volkes.

Ein weiteres Mittel zur Sanierung der Staatsfinanzen waren wiederholte MĂŒnzverschlechterungen, indem man den Silbergehalt des Akçe, der WĂ€hrung des Osmanischen Reiches, durch Verkleinerung der MĂŒnzen oder durch Beimengung unedler Metalle reduzierte. Die Folge war eine deutliche Inflation. Die Preise stiegen, worunter vor allem die einfache Bevölkerung litt. Ein weiterer Grund fĂŒr den Preisverfall kam aus dem Westen: Weil ĂŒber den Atlantikhandel große Mengen Silber aus dem spanischen Kolonialreich nach Europa strömten, sank umgekehrt proportional zu der verfĂŒgbaren Menge des Silbers dessen Wert.[9]

Die Expansion der christlichen Staaten nach Übersee hatte fĂŒr das Osmanische Reich noch weitere negative Folgen. Mit der Entdeckung des Seewegs um Afrika herum verloren die Osmanen ihr Monopol auf den Indienhandel. Zwar brachten die Karawanen ĂŒber die GewĂŒrzstraße und die Weihrauchstraße auch im 16. und 17. Jahrhundert noch wertvolle LuxusgĂŒter an die HĂ€fen der Levante, doch sank deren Anteil am weltweiten Handel bestĂ€ndig gegenĂŒber dem Atlantikhandel. Auch im mediterranen Seehandel verloren die Osmanen zunehmend an Bedeutung, seit sie 1536 den Franzosen bedeutende Handelsprivilegien eingerĂ€umt hatten. Ähnliche Kapitulationen wurden mit England, Venedig und den Niederlanden geschlossen, sodass die osmanische Handelsflotte bald zur Bedeutungslosigkeit verurteilt war und dem Reich eine wichtige Einnahmequelle fehlte.

Die osmanischen Schiffe waren denen der EuropĂ€er bald auch technisch unterlegen, die ihre Handelsgewinne in technische Neuerungen wie die Galeasse investierten. Auch in anderen Bereichen zeigte sich bald ein technischer RĂŒckstand der Osmanen gegenĂŒber dem christlichen Europa. Die Sultane waren wenig innovationsfreudig – den Buchdruck mit beweglichen Lettern hatte Bayezid II. zum Beispiel 1483 bei Todesstrafe verboten. Daher konnten die Christen in ihren bald entstehenden Manufakturen deutlich billiger produzieren und ĂŒberschwemmten das Reich mit ihren Manufakturwaren. Die Folge waren Arbeitslosigkeit der Handwerker und Manufakturarbeiter in den StĂ€dten und eine passive Handelsbilanz, unter der das Osmanische Reich seit dem 17. Jahrhundert dauerhaft litt. Exporte von Nahrungsmitteln wie Getreide, die die Bilanz hĂ€tten ausgleichen können, waren verboten, um die Versorgung der Bevölkerung mit Brot zu sichern. Sie fanden auf dem Weg des Schmuggels dennoch in einem Ausmaß statt, das fĂŒr wiederholte Versorgungskrisen ausreichte.

Die zunehmende Unzufriedenheit weiter Teile der einfachen Bevölkerung zeigte sich in einer Reihe von AufstĂ€nden wie den Celali-AufstĂ€nden, die Anatolien wĂ€hrend der Jahre 1519 bis 1598 kaum zur Ruhe kommen ließen. Weil die Landbevölkerung besonders unter dem zunehmenden Steuerdruck, der Inflation und der Korruption litt, verließen viele Bauern ihre Gehöfte. Sie zogen in die StĂ€dte, in unzugĂ€ngliche Gebirgsgegenden oder schlossen sich den AufstĂ€ndischen oder marodierenden RĂ€uberbanden an, den so genannten Levent, die oft von ehemaligen Spahis gefĂŒhrt wurden, deren Tımare zu einem auskönmlichen Lebensunterhalt nicht mehr reichten. Die Landflucht, deren Folgen noch heute in den Strukturproblemen der Landwirtschaft Anatoliens bemerkbar ist, verschĂ€rfte wiederum die Probleme, da ohne die Bauern die Tımare keinen Profit mehr abwarfen, die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung schwieriger wurde und auch dem Fiskus Steuerzahler entgingen.

Der Staat stand diesen vielfĂ€ltigen und sich gegenseitig verstĂ€rkenden Krisensymptomen weitgehend hilflos gegenĂŒber. Nach dem Tod von SĂŒleyman I. kamen wiederholt ungeeignete Persönlichkeiten auf den Sultansthron, wie der alkoholkranke Selim II., der geistig zurĂŒckgebliebene Mustafa I., der bei seiner Thronbesteigung erst elf Jahre alte Murad IV. oder Ä°brahim der VerrĂŒckte. Sie standen zumeist unter dem Einfluss ihrer Ehefrauen oder MĂŒtter, der Valide Sultan, die zwar ĂŒber keinerlei Vorbildung zur Regierung eines Großreiches verfĂŒgten und den Harem auch nicht verlassen durften, aber dennoch das Reich de facto regierten. Man nennt daher das spĂ€te 16. und die erste HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts die Zeit der Weiberherrschaft („kadınlar saltanatı“). Gegen die Frauen des Harems waren auch die Großwesire machtlos, die nach GutdĂŒnken der Haremsbewohnerinnen berufen und entlassen wurden: WĂ€hrend der Weiberherrschaft betrug die durchschnittliche Amtsdauer eines Großwesirs nur wenig mehr als ein Jahr, zu kurz, um die notwendigen Reformmaßnahmen einzuleiten.

Ali Pascha, Befehlshaber der osmanischen Flotte vor Lepanto, Holzschnitt nach 1571
Kara Mustafa Pascha, Befehlshaber der osmanischen Truppen bei der Belagerung Wiens 1683
Empfang bei Selim II. in Edirne

In der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 konnten die christlichen GroßmĂ€chte mit Spanien und Venedig an der Spitze den ersten grĂ¶ĂŸeren Sieg mit der fast völligen Vernichtung der osmanischen Flotte erzielen. Die politischen Auswirkungen waren jedoch gering, da die christliche Allianz kurz darauf auseinanderbrach und die Osmanen ein Jahr spĂ€ter ihre Flotte vollstĂ€ndig wieder aufbauen konnten. Venedig musste sogar Zypern abtreten. Die Auseinandersetzung vor Lepanto fĂŒhrte aber zu einer Bereinigung der EinflusssphĂ€ren im Mittelmeer. Die Osmanen beschrĂ€nkten sich jetzt auf ihre Vormachtstellung im östlichen Teil, zum Beispiel mit der Eroberung der venezianischen Inseln Zypern 1571 und Kreta 1669, wĂ€hrend spanische, maltesische und italienische Flotten das westliche Mittelmeer unter sich aufteilten. Dennoch richtete Selim II. sein Augenmerk auf Tunesien, das 1574 in die Hand von Korsaren geriet, die der Hohen Pforte tributpflichtig waren. Zudem unterstĂŒtzte Selim die muslimischen Herrschaften in SĂŒdostasien.

1683 unternahm die Pforte nochmals einen Versuch, nach Mitteleuropa vorzustoßen und Wien zu erobern. Was aber schon in der BlĂŒtezeit des Osmanischen Reiches rund 150 Jahre vorher nicht gelang, wurde nun im Feldzug Kara Mustafas gegen Jan III. Sobieski von Polen-Litauen zum Desaster und zum Wendepunkt der Auseinandersetzung mit den europĂ€ischen Staaten. Nachdem in dieser Niederlage die militĂ€rischen SchwĂ€chen der Osmanen offenkundig geworden waren, begann im folgenden Jahr eine vom Papst initiierte Heilige Liga aus Österreich, Republik Venedig und Polen-Litauen einen Angriff auf das Osmanische Reich an mehreren Fronten. Nach mehreren schweren Niederlagen bei MohĂĄcs 1687, Slankamen 1691 und Senta 1694, wĂ€hrend des Großen TĂŒrkenkrieges, musste im Frieden von Karlowitz 1699 der Verlust von Zentralungarn mit SiebenbĂŒrgen an Österreich, Podolien und die rechtsufrige Ukraine an Polen-Litauen und der Peloponnes mit Dalmatien an Venedig festgeschrieben werden. Als neuer Gegner an der Nordgrenze kam Russland ins Spiel. Ein wichtiges Ziel von Zar Peter I. war ein Zugang zum Schwarzen Meer, den er 1695 mit Asow bekam.

Die Ă€ußeren Schwierigkeiten zogen Probleme im Inneren nach sich. 1687 war Mehmed IV. wegen der militĂ€rischen Niederlagen abgesetzt worden. 1703 kam es zum blutigen „Vorfall von Edirne“, in dem AufstĂ€ndische den ScheichĂŒlislam Feyzullah Efendi ermordeten und Sultan Mustafa II. absetzten.

Obwohl das Osmanische Reich zunehmend in die Defensive geriet, war es noch immer eine potente Macht. 1711, wĂ€hrend des Großen Nordischen Krieges, umschloss die Armee des Sultans das russische Heer am Pruth, nachdem das Osmanische Reich auf Bitte des flĂŒchtigen Schwedenkönigs Karl XII. in den Krieg eingetreten war. In den folgenden Verhandlungen musste Peter der Große den Osmanen Asow zurĂŒckgeben. Nachdem der moldauische Wojewode Dimitrie Cantemir zu Russland ĂŒbergelaufen war, besetzten die Osmanen die Hospodaren-Ämter in der Moldau und der Walachei bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mit Phanarioten, Griechen aus dem Phanar-Viertel in Konstantinopel, die schon lange Zeit als Übersetzer in der Politik eine wichtige Rolle gespielt hatten. In den DonaufĂŒrstentĂŒmern wird diese Epoche als Phanarioten-Herrschaft bezeichnet. Auch gegen die Republik Venedig war man erfolgreich und erlangte 1715 die Peloponnes zurĂŒck.

Audienz des französischen Gesandten le Vicomte d'Andrezel bei Sultan Ahmed III. am 10. Oktober 1724 (Jean-Baptiste van Mour 1724)

Weil die Krimtataren mit ihren RaubzĂŒgen die Ukraine bedrohten, begann Russland in einem BĂŒndnis mit Österreich 1736 einen Krieg gegen das Osmanische Reich. Die Russen marschierten auf der Krim ein und schwĂ€chten den osmanischen Vasallen erheblich. Unter der FĂŒhrung von Burkhard Christoph von MĂŒnnich schlug die russische Armee die TĂŒrken bei Otschakow und Stawutschany und nahm die wichtige Festung Chotin ein. Die Österreicher erlitten gegen die TĂŒrken eine Niederlage. Im Frieden von Belgrad 1739 mussten sie den Osmanen Nordserbien mit Belgrad und die Kleine Walachei zurĂŒckgeben, die die Habsburger zuvor im Friede von Passarowitz 1718 von den Osmanen gewonnen hatten. Russland bekam erneut und dauerhaft Asow zugesprochen. In diesem Krieg hatte eine Rolle gespielt, dass die Osmanen ihre Artillerie (Topçu) mit französischen Beratern wie Ahmed Pascha, dem Comte de Bonneval modernisiert hatten. Im Ganzen war in den teuren und verlustreichen Kriegen der vergangenen drei Jahrzehnte keine wesentliche Änderung des Territoriums zu verzeichnen. Danach folgte eine vergleichsweise lange Friedensperiode.

Russisch-TĂŒrkische Kriege

Siehe auch: TĂŒrkenkriege

Im Russisch-TĂŒrkischen Krieg 1768–1774 musste das Osmanische Reich endgĂŒltig erkennen, dass es seine Weltmachtstellung definitiv verloren hatte. 1770 verlegte Russland seine Flotte aus der Ostsee ins Mittelmeer und vernichtete die in der Seeschlacht bei ÇeƟme vor Anker liegende osmanische Flotte. Im Frieden von KĂŒĂ§ĂŒk Kaynarca mussten die Osmanen das Krim-Khanat in die „UnabhĂ€ngigkeit“ entlassen (es wurde aber schon nach wenigen Jahren eine russische Provinz); Teile des Nordkaukasus gingen an Russland, die Bukowina an Österreich.

Keine der beiden Seiten hatte die Absicht, es lange dabei zu belassen. Zarin Katharina II. entwarf ihr so genanntes „Griechisches Projekt“, in dem das Byzantinische Reich als russischer Vasall wiederauferstehen sollte und die ĂŒbrigen Teile des Osmanischen Reichs zwischen Österreich, Venedig und Russland aufgeteilt werden sollten, woran diese Alliierten jedoch wenig Interesse zeigten. 1783 annektierte Russland die Krim und begann mit deren wirtschaftlichem Aufbau. Die Osmanen, die ohnehin darauf aus waren, ihre Verluste aus dem vorigen Krieg rĂŒckgĂ€ngig zu machen, erklĂ€rten im selben Jahr nach verschiedenen Streitigkeiten Russland den Krieg. Nach Anfangserfolgen der Schwarzmeerflotte mussten sie jedoch 1792 im Frieden von Jassy abermals Gebietsverluste hinnehmen, darunter Gebiete zwischen Dnepr und Bug.

Reformen und MachtkÀmpfe

Osmanische Tughra (Mahmud II.)
Palast der Hatice, Schwester Selims III. (Antoine Ignace Melling (1763–1831), zwischen 1795 und 1813)

Selim III. zog aus den Niederlagen seine Lehre und fĂŒhrte umfassende Reformen in der Verwaltung und im MilitĂ€r durch. Parallel zu den Janitscharen versuchte er mit Hilfe europĂ€ischer Berater, eine neue Truppe, die NizĂąm-ı CedĂźd / â€Ù†ŰžŰ§Ù… ŰŹŰŻÙŠŰŻâ€Ž /‚Neue Ordnung‘, aufzubauen. Seine geplante allmĂ€hliche ÜberfĂŒhrung der Janitscharen in das neue Korps fĂŒhrte jedoch zu AufstĂ€nden, die 1807 in seiner Absetzung gipfelten. Sein Cousin Bayraktar Mustafa marschierte mit seinen Truppen in Konstantinopel ein und plante, Selim wieder als Sultan einzusetzen. Er kam jedoch zu spĂ€t, da Selim bereits erdrosselt worden war. Es blieb ihm also nur, den von den Janitscharen eingesetzten Mustafa IV. durch Mahmud II. zu ersetzen, der einer Ermordung nur knapp entkommen war. Mahmud setzte Bayraktar Mustafa als Großwesir ein und folgte einem Reformkurs, wobei er vermied, mit den Janitscharen direkt in Konflikt zu kommen. Schon im nĂ€chsten Jahr kam es wieder zu AufstĂ€nden. Um zu verhindern, dass er wieder zugunsten Mustafas gestĂŒrzt wĂŒrde, ließ Mahmud seinen Bruder ermorden. Der in BedrĂ€ngnis geratene Großwesir sprengte sich in einem Pulvermagazin in die Luft.

Der „kranke Mann“ am Bosporus

In Ägypten riss der Statthalter Muhammad Ali Pascha allmĂ€hlich die Macht an sich und ließ die einflussreichen Mamelucken-Emire liquidieren. Durch eine Reihe von Reformen war Ägypten bald in vielerlei Hinsicht der Zentrale in Konstantinopel ĂŒberlegen. Muhammad Ali begrĂŒndete die Chediven-Dynastie, die erst Mitte des 20. Jahrhunderts ein Ende fand. Nachdem sich Sultan Mahmud II. geweigert hatte, Muhammad Ali Pascha auch als Statthalter in Syrien einzusetzen, besetzten Ă€gyptische Truppen unter Ibrahim Pascha 1831 PalĂ€stina und Syrien und stießen nach einigen Siegen ĂŒber die Osmanen bei Homs und Konya 1832 nach Anatolien vor. 1838 fĂŒhlte sich das Osmanische Reich stark genug, den Kampf gegen die Ă€gyptischen Truppen unter Ibrahim Pascha in Syrien wieder aufzunehmen. Die Ă€gyptischen Truppen besiegten aber die osmanische Armee unter Hafiz Pasha in der Schlacht von Nisibis am 24. Juni 1839. An dieser Schlacht nahm der spĂ€tere deutsche Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke als MilitĂ€rberater bei der tĂŒrkischen Armee teil. Erst durch die Intervention Großbritanniens, Russlands, Preußens und Österreichs (1840) wurde Muhammad Ali Pascha 1841 gezwungen, Syrien und PalĂ€stina wieder zu rĂ€umen.

Ein zunehmendes Problem fĂŒr den Vielvölkerstaat der Osmanen war der Nationalismus der sich zunehmend als eigenstĂ€ndige Völker begreifenden Gruppen in den von ihnen besetzten Gebieten. Diese erhoben vehement Anspruch auf ReprĂ€sentation in eigenen Staaten. ZunĂ€chst erhoben sich 1804 die Serben; bis 1830 erhielten sie eine weitgehende Autonomie. Auch die Phanariotenherrschaft in den DonaufĂŒrstentĂŒmern fand 1826 ihr Ende. In den 1820er Jahren gewann die von einigen EuropĂ€ern unterstĂŒtzte UnabhĂ€ngigkeitsbewegung in Griechenland an Dynamik. Ein besonderes osmanisches Problem in diesem Falle stellten die einflussreichen Griechen in der Verwaltung dar, die teilweise mit der UnabhĂ€ngigkeitsbewegung sympathisierten. Im Krieg von 1826 war Mahmud gezwungen, ausgerechnet Truppen des verfeindeten Muhammad Ali Pascha von Ägypten zu Hilfe zu rufen. Trotzdem musste er 1830 Griechenland in die UnabhĂ€ngigkeit entlassen.

Die Zerstörung der osmanischen Flotte bei Sinope im Krimkrieg, von Iwan Aiwasowski

An diesem Beispiel zeigte sich, wie das Osmanische Reich, das von den Medien der Zeit als Kranker Mann am Bosporus persifliert wurde, immer mehr zum Spielball der europĂ€ischen MĂ€chte wurde. Russland sah darin eine Chance, seinen Machteinfluss in Europa stĂ€rker geltend zu machen und insbesondere einen Zugang zum Mittelmeer und auf den Balkan zu bekommen. Die osmanische Herrschaft auf dem Balkan schien gefĂ€hrdet, und Russland drĂ€ngte darauf, die Kontrolle ĂŒber die wichtigen Meerengen des Bosporus und der Dardanellen zu erhalten. Auf dem Balkan brachte sich Russland als Schutzmacht der dortigen orthodoxen Christen ins Spiel. Bereits frĂŒher hatte der russische Zar vergeblich versucht, die Regierungen Österreichs und Großbritanniens fĂŒr eine Aufteilung des Osmanischen Reiches zu gewinnen. Großbritannien und Frankreich sperrten sich aber gegen diese russische Expansion. Sie wollten nicht, dass die SchlĂŒsselpositionen in russische HĂ€nde fielen und unterstĂŒtzten die Osmanen, um den Status quo zu erhalten und damit ihre eigene Machthoheit in SĂŒdosteuropa an den osmanischen Grenzen zu sichern. In der so genannten Orientalischen Frage ĂŒber Sein oder Nichtsein des Reiches waren sie der Meinung, dass das Osmanische Reich, das in jener Zeit noch immer eine gewaltige Ausdehnung besaß, erhalten werden musste. Sein Zusammenbrechen hĂ€tte ein Machtvakuum verursacht. FĂŒr Großbritannien, den zu dieser Zeit wichtigsten Handelspartner des Osmanischen Reiches, ging es außerdem darum, die Verbindungswege nach Indien zu kontrollieren und die Vormachtsbestrebungen Russlands in Asien zu unterbinden (The Great Game).

Das fĂŒhrte dazu, dass die BĂŒndnisse sich je nach Situation neu zusammenfanden. Im Krimkrieg (1853–1856), der durch die russische Besetzung der FĂŒrstentĂŒmer Walachei und Moldau ausgelöst wurde, kĂ€mpften Großbritannien, Frankreich und spĂ€ter auch Piemont-Sardinien auf Seiten der Osmanen. Im Frieden von Paris ging ein Teil des 1812 von Russland gewonnenen sĂŒdlichen Bessarabiens im Bereich der DonaumĂŒndung (etwa ein Viertel der GesamtflĂ€che) mit den Kreisen Cahul, Bolgrad und Ismail wieder zurĂŒck ans FĂŒrstentum Moldau, das ein autonomer Staat unter Oberhoheit der Pforte war, und das Schwarze Meer wurde entmilitarisiert. Zugleich wurde die territoriale UnabhĂ€ngigkeit und Unverletzlichkeit des Osmanischen Reichs garantiert.

Tanzimat-Periode

→ Hauptartikel: Tanzimat
Osmanisches Reich um 1900

Eine erneute Reformphase (1838–1876) begann, die eng mit dem Namen der Großwesire Mustafa ReƟid Pascha und spĂ€ter Ali Pascha und Fuad Pascha verknĂŒpft ist. Die Maßnahmen wurden unter dem Namen „Tanzimat-ı Hayriye“ (Heilsame Neuordnung) bekannt und fallen mit der Regierungszeit von AbdĂŒlmecid und AbdĂŒlaziz zusammen. Sie stellten die Nichtmuslime im Reich auf die gleiche Stufe wie die Muslime und fĂŒhrten ein neues Justizsystem ein, organisierten das Steuersystem neu und legten eine allgemeine Dienstpflicht in der Armee fest. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurden auch die Steuerpachten abgeschafft. Die zerrĂŒtteten Staatsfinanzen fĂŒhrten am 13. April 1876 zur ErklĂ€rung des Staatsbankrotts.

Die wichtigsten Reformedikte waren in diesem Zusammenhang das „Hatt-i Scherif (imperialer Erlass) von GĂŒlhane“ (1839), das „Hatt-i HĂŒmayun“ (1856), sowie die Osmanische Verfassung, in denen schrittweise und mit EinschrĂ€nkungen (1839 lauten diese „im Rahmen der Scheriatgesetze“) die Gleichheit und Gleichbehandlung aller Untertanen unabhĂ€ngig von ihrer Religion eingefĂŒhrt wurde.

Mit den von den MĂ€chten eingeforderten Reformen gingen – auch bedingt durch die industrielle RĂŒckstĂ€ndigkeit – zunehmend wirtschaftliche Probleme einher. In den „Kapitulationen“ genannten HandelsvertrĂ€gen wurde der Markt im Osmanischen Reich fĂŒr die EuropĂ€er geöffnet, und die Einfuhrzölle lagen unter den Ausfuhrzöllen. Durch die mangelnde WettbewerbsfĂ€higkeit des osmanischen Handwerks wurde das Osmanische Reich zum Exporteur von Rohstoffen und Importeur von europĂ€ischen Waren.

Sultan AbdĂŒlhamid II. (1842–1918)

Unterdessen fanden die Unruhen auf dem Balkan kein Ende. Nach einem Krieg gegen Serbien 1876 wurde in Konstantinopel eine internationale Konferenz einberufen, auf der u.a. die Zukunft des Balkan diskutiert wurde. Um seine Reformbereitschaft zu demonstrieren, kĂŒndigte der durch einen Staatsstreich an die Macht gekommene AbdĂŒlhamid II. eine liberale Verfassung an, die ein parlamentarisches System eingefĂŒhrt hĂ€tte. Eine wichtige Rolle bei deren Entwurf spielte der Großwesir Midhat Pascha.

Als Ergebnis der Konferenz fassten die MĂ€chte eine Autonomie sowohl fĂŒr zwei Provinzen auf bulgarischem Gebiet als auch fĂŒr Bosnien und Herzegowina ins Auge. Als die „Hohe Pforte“ dies ablehnte, erklĂ€rte Russland den Krieg, besetzte den gesamten europĂ€ischen Teil der TĂŒrkei und rĂŒckte auf Istanbul (Konstantinopel) vor. Nach dieser Entscheidungsschlacht am Schipkapass konnte nichts mehr den Siegeszug der russischen Truppen aufhalten.

Ende Januar 1878 bat das Osmanische Reich um den Abschluss eines Friedensvertrages. Am 3. MĂ€rz 1878 wurde in dem StĂ€dtchen San Stefano der Friedensvertrag von San Stefano unterzeichnet. Mit dem Vertrag wurden Bulgarien alle Territorien zugesprochen, in denen Bulgaren lebten. In diesem Vertrag wurde das Osmanische Reich zu großen ZugestĂ€ndnissen gezwungen. Es musste die UnabhĂ€ngigkeit RumĂ€niens, Serbiens, Montenegros und Bulgariens anerkennen. Ferner trat es die Provinz Kars an das Russische Reich ab.

Da die anderen europĂ€ischen MĂ€chte wiederum ihre Interessen bedroht sahen und ein europaweiter Krieg drohte, wurde 1878 der Berliner Kongress organisiert, dessen Hauptinitiator Bismarck war. Hier erhielten Serbien und Montenegro ihre UnabhĂ€ngigkeit, und die schon vorher in Personalunion regierte Walachei mit der Moldau schlossen sich zu dem selbststĂ€ndigen Staat RumĂ€nien zusammen. Der Berliner Kongress wurde mit dem Berliner Vertrag abgeschlossen, der u.a. mehrere Artikel des Friedens von San Stefano dermaßen revidierte, dass der alleinige russische Einfluss auf das Osmanische Reich in Einfluss aller europĂ€ischen MĂ€chte auf das Reich erweitert wurde.

Bagdad-Bahn (Foto: zwischen 1900 und 1910)

Innenpolitisch machte AbdĂŒlhamid II. seine Regierungsreformen wieder rĂŒckgĂ€ngig. Midhat Pascha wurde abgesetzt und das Parlament aufgelöst. AbdĂŒlhamids Regierungszeit wurde durch Despotie und Spitzelei geprĂ€gt, und als Sultan hatte er de facto die alleinige Macht. Finanziell geriet die Pforte nun vollends in die AbhĂ€ngigkeit der europĂ€ischen GroßmĂ€chte. Nachdem der Staatsbankrott erklĂ€rt worden war, ĂŒbernahm die Dette publique einen Gutteil der Finanzverwaltung. Das europĂ€ische Kapital konnte ungehindert in den Staat fließen. Seine Interessen konzentrierten sich auf die Rohstoffquellen im Irak, aber auch Großprojekte wie den Bau der Bagdadbahn. Dabei kam das Deutsche Reich zum Zuge, das spĂ€testens seit dem Berliner Kongress zum guten Partner fĂŒr das Osmanische Reich geworden war.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts erstarkten wieder die inneren OppositionskrĂ€fte, insbesondere die Bewegung der JungtĂŒrken, die ihren Ausgangspunkt vor allem in Saloniki hatte. 1908 musste angesichts der Bedrohung durch aufstĂ€ndische Truppen die Verfassung wieder in Kraft gesetzt werden.

Bewegung der JungtĂŒrken

→ Hauptartikel: JungtĂŒrken
Osmanische „20 Para“-MĂŒnze aus dem Jahre 1906
Osmanische „20 Para“-MĂŒnze aus dem Jahre 1906 (RĂŒckseite)

Die Verwirrung machte sich Bulgarien zunutze, um zusammen mit Ostrumelien einen unabhĂ€ngigen Staat zu grĂŒnden. Bosnien und Herzegowina wurden von Österreich-Ungarn annektiert, die faktisch bereits 1878 angegliedert worden und nur noch nominell tĂŒrkisch waren (Bosnische Annexionskrise). Die enormen Gebietsverluste legten die reaktionĂ€ren KrĂ€fte der JungtĂŒrkischen FĂŒhrung zur Last und versuchten 1909 einen Staatsstreich. Dessen Misslingen fĂŒhrte dazu, dass AbdĂŒlhamid durch seinen Bruder Mehmed V. (Mehmed ReƟat) ersetzt wurde. Der Sultan hatte von da an im Wesentlichen nur noch ReprĂ€sentationsfunktionen, wĂ€hrend die Regierung vom Großwesir eingesetzt wurde. Dieser wiederum wurde unter wesentlichem Einfluss der JungtĂŒrken ernannt. Durch eine verĂ€nderte Verfassung wurde ein parlamentarisches System etabliert.

Die JungtĂŒrken verfolgten einen Reformkurs, der allerdings durch die angespannte außenpolitische Lage gehemmt war. Ein folgenschweres Element ihrer Politik war der tĂŒrkische Nationalismus. So wurde etwa in den arabischen Provinzen die tĂŒrkische Sprache als Amtssprache eingesetzt. In den nachfolgenden Kriegen verlor die Regierung so den RĂŒckhalt der Bevölkerung in den nichttĂŒrkischen Gebieten.

Das Jahrzehnt der JungtĂŒrken-Regierung war durch eine Reihe von schweren Kriegen geprĂ€gt. ZunĂ€chst ging 1911 Tripolis an Italien verloren. Im Ersten Balkankrieg schlossen Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro 1912 den Balkanbund gegen das Osmanische Reich, das dadurch fast alle europĂ€ischen Besitzungen einschließlich der Stadt Edirne verlor. Nur knapp einen Monat spĂ€ter griff Bulgarien seine ehemaligen VerbĂŒndeten an (Zweiter Balkankrieg), die von den Osmanen unterstĂŒtzt wurden. Nach der Niederlage Bulgariens wurde der Grenzverlauf in den VertrĂ€gen von Bukarest und von Konstantinopel so festgelegt, wie er noch heute zwischen Bulgarien und der TĂŒrkei verlĂ€uft.

Erster Weltkrieg und seine Auswirkungen

Gebietsverluste des Osmanischen Reiches
Enver Pascha

Im Ersten Weltkrieg versuchte man zunĂ€chst, sich in einer „bewaffneten NeutralitĂ€t“ aus den Kampfhandlungen herauszuhalten. FĂŒr den Fall, dass man diese NeutralitĂ€t nicht wĂŒrde aufrechterhalten können, blieb nur der Anschluss an eine der beiden MĂ€chtegruppen. Traditionell hatte man oft mit dem Deutschen Reich kooperiert (insbesondere wegen des Bagdadbahn-Projekts), aber auch mit den Entente-MĂ€chten gab es enge Beziehungen und einen regen Handel. Auf Betreiben Enver Paschas kam es schließlich zu einem KriegsbĂŒndnis mit Deutschland und Österreich-Ungarn, das allerdings im Kabinett umstritten war. Des Weiteren kam es zur Arabischen Revolte.

Im Osmanischen Reich begriffen fĂŒhrende Politiker den Weltkrieg als Chance zur RĂŒckeroberung verlorengegangener Gebiete auf dem Balkan, zu expansionistischen Zielsetzungen in Richtung Kaukasus und Zentralasien und dazu, eine Lösung der armenischen Reformfrage zu unterbinden. Diese Frage war aufs engste mit der orientalischen Frage verknĂŒpft. Sie bedeutete zugleich eine stĂ€ndige Möglichkeit zur Einmischung fĂŒr die westlichen MĂ€chte und Russland in die Innenpolitik des Osmanischen Reichs und konnte einen Vorwand zur Intervention liefern – mit dem Ziel der Aufteilung des Reiches.[10][11]

TĂŒrkische Maschinengewehrstellung auf den Dardanellen

Die osmanische FĂŒhrung (die jungtĂŒrkische Partei Ittihad ve Terakki) kĂŒndigte bald nach dem Kriegseintritt das Abkommen vom 8. Februar 1914.[12] Mitten im Weltkrieg, am 5. September 1916, kĂŒndigte die osmanische FĂŒhrung alle weiteren VertrĂ€ge und Abkommen, die internationale Interventionsmöglichkeiten enthielten. Dazu gehörten der Vertrag von Paris (1856), der Berliner Vertrag (1878), die Deklaration von London (1871).[13]

Am 24. April 1915 veranlasste die osmanische Regierung die Verhaftung und Deportation armenischer Zivilisten in Konstantinopel. Diese Politik mĂŒndete schließlich in der Ermordung von ca. 600.000 bis zu 1.500.000 Armeniern.[14] Damit kamen durch die Deportationen etwa zwei Drittel der auf dem Gebiet des Osmanischen Reiches lebenden Armenier ums Leben. (Siehe auch: Völkermord an den Armeniern)

Die Folgen des Krieges waren katastrophal. In Arabien hatte man den britischen KrĂ€ften nichts entgegenzusetzen. Schon 1916 schĂŒttelte der Emir von Mekka, Husain Ibn Ali die osmanische Oberhoheit ab und rief sich zum König von Arabien aus. Er wurde schließlich als König des Hedschas anerkannt, wĂ€hrend der ĂŒbrige Teil des Reichs gemĂ€ĂŸ dem Sykes-Picot-Abkommen in InteressensphĂ€ren aufgeteilt wurde. In der Balfour-Deklaration von 1917 wurde den Juden eine „nationale HeimstĂ€tte“ in PalĂ€stina versprochen. Wegen der Oktoberrevolution in Russland schied dieses zwar mit dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk aus dem Krieg aus, aber die SiegermĂ€chte besetzten im November 1918 einen Großteil des Osmanischen Reiches. Das JungtĂŒrkische „Triumvirat“ aus Cemal Pascha, TalĂąt Pascha und Enver Pascha wurde entlassen und flĂŒchtete. Nachdem im selben Jahr Mehmed V. gestorben war, rĂŒckte sein Bruder Mehmed VI. (Mehmed Vahideddin) nach, der aber den SiegermĂ€chten politisch völlig ausgeliefert war, und der nach Abschaffung des Sultanats im November 1922 Konstantinopel verließ.

Die Entstehung der heutigen TĂŒrkei

Gazi Mustafa Kemal AtatĂŒrk

Die nationalistischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts waren eine starke Kraft gewesen, die das Vielvölkerreich desintegriert hatten. Diese Kraft war aber auch in den Kerngebieten des Osmanischen Reichs vorhanden. Es entstand eine Widerstandsbewegung gegen die BesatzungsmĂ€chte, die die Reste des Reichs in InteressensphĂ€ren aufgeteilt hatte. Die fĂŒhrende Rolle spielte dabei der tĂŒrkische General Mustafa Kemal. Seine Rolle in den folgenden Auseinandersetzungen wurde als derart bedeutsam eingestuft, dass das tĂŒrkische Parlament ihm den Beinamen AtatĂŒrk („Vater der TĂŒrken“) verlieh. Schon bald bildete die nach ihm benannte kemalistische Bewegung in den nicht besetzten Gebieten eine Art Gegenregierung.

Bei den im Dezember 1919 durchgefĂŒhrten Wahlen errang die Befreiungsbewegung eine Zweidrittelmehrheit und verlegte ihren Hauptsitz nach Angora (heute Ankara). Im April 1920 konstituierte sich hier die „Große TĂŒrkische Nationalversammlung“, die im Januar 1921 ein provisorisches Verfassungsgesetz verabschiedete. Die neue Regierung pflegte gute Beziehungen zum mittlerweile bolschewistischen Russland und wurde von Frankreich, das das Mandat fĂŒr das sĂŒdliche Zentralanatolien hatte, faktisch anerkannt.

Im Vertrag von SĂšvres vorgesehene Interessenzonen

Der 1920 von der Hohen Pforte unterzeichnete Vertrag von SĂšvres, der dem tĂŒrkischen Staat die SouverĂ€nitĂ€t aberkannte, wurde von Ankara nicht anerkannt. Es kam zum nationalen Befreiungskrieg, in dem die griechischen Truppen aus Kleinasien zurĂŒckgeschlagen wurden. Auch der ĂŒberwiegende Teil der griechischen Zivilbevölkerung vor allem in Smyrna (tĂŒrkisch Ä°zmir) wurde aus dem Land gewiesen. Von griechischer Seite werden diese Ereignisse auch als die „Kleinasiatische Katastrophe“ bezeichnet. Zugleich wurden hunderttausende von Reichsbewohnern, die als TĂŒrken galten, aus Griechenland verwiesen. Die nationalistischen Bewegungen strebten – nicht nur in der TĂŒrkei – nach einem einheitlichen Staatsvolk.

Die Erfolge der Kemalisten sorgten fĂŒr einen Prestigeverlust fĂŒr die Regierung Sultan Mehmeds VI. In den Verhandlungen um den Vertrag von Lausanne 1923 war eine Delegation der Kemalisten aus Ankara vertreten, was einer internationalen Anerkennung gleichkam. Zur Konferenz (die am 30. November 1922 begann) war formal auch die Konstantinopeler Regierung eingeladen. Um zu verhindern, dass die TĂŒrkei durch zwei Regierungen vertreten wurde, schaffte die Regierung in Ankara unter Mustafa Kemal am 1. November 1922 das Sultanat ab. Drei Tage spĂ€ter trat die Istanbuler Regierung unter Ahmed Tevfik Pascha offiziell zurĂŒck. Damit endete am 4. November 1922 das Osmanische Reich.

Am 13. Oktober 1923 wurde Ankara zur Hauptstadt erklĂ€rt und am 29. Oktober die Republik ausgerufen; Mustafa Kemal Pascha wurde StaatsprĂ€sident, Ismet Pascha, dem spĂ€ter aufgrund der Siege gegen die griechische Armee bei InönĂŒ der Nachname „InönĂŒâ€œ verliehen werden sollte, MinisterprĂ€sident der neu gegrĂŒndeten Republik. Der letzte Sultan, Mehmed VI., und alle Angehörigen der Dynastie Osman mussten das Land verlassen.

Verfilmungen

  • KuruluƟ / Osmancık (Die GrĂŒndung / Osmancık), TĂŒrkei 1987, eine TRT-Produktion, fachlicher Berater: Faruk SĂŒmer, Drehbuch: Tarık Buğra[15][16]
  • MuhteƟem YĂŒzyıl, Die Serie ĂŒber die Zeit und das Leben SĂŒleyman I., 2011 produziert und ausgestrahlt von Show TV, ist eine der teuersten und aufwendigsten tĂŒrkischen TV-Produktionen.

Siehe auch

Literatur

  • Suraiya Faroqhi: Geschichte des Osmanischen Reiches. C. H. Beck, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-406-46021-6
  • Suraiya Faroqhi: Kultur und Alltag im Osmanischen Reich. Vom Mittelalter bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. MĂŒnchen 1995
  • Suraiya Faroqhi u. a.: An Economic and Social History of the Ottoman Empire, Bd. 2: 1600–1914. Cambridge 1994
  • Emrah Safa GĂŒrkan: Die Osmanen und ihre christlichen VerbĂŒndeten, in: EuropĂ€ische Geschichte Online, hrsg. vom Institut fĂŒr EuropĂ€ische Geschichte (Mainz), 2011, Zugriff am: 3.11.2011.
  • Bodo GuthmĂŒller, Wilhelm KĂŒhlmann (Hrsg.): Europa und die TĂŒrken in der Renaissance. Niemeyer, TĂŒbingen 2000, ISBN 3-484-36554-4
  • Edgar Hösch: Geschichte der BalkanlĂ€nder, von der FrĂŒhzeit bis zur Gegenwart. MĂŒnchen 1995
  • Nicolae Jorga: Geschichte des Osmanischen Reiches. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-8218-5026-4 (5 Bde., Repr. d. Ausg. Gotha 1913)
  • Klaus Kreiser: Der osmanische Staat 1300–1922. Oldenbourg, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-486-53711-3
  • Josef Matuz: Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte. Darmstadt 1985
  • Michael Neumann-Adrian, Christoph K. Neumann: Die TĂŒrkei, ein Land und 9000 Jahre Geschichte. MĂŒnchen 1990
  • Maurus Reinkowski: Das Osmanische Reich – ein antikoloniales Imperium?. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, 3. Jg. 2006, Heft 1 (Volltext)
  • Karl-Heinz RĂŒttimann: Die TĂŒrkei vom Osmanischen Reich zur TĂŒrkischen Republik. Eine historische Bibliographie von 1500 bis 1950. 2006, ISBN 3-936233-06-3.
  • Erik Jan ZĂŒrcher: Turkey, a Modern History. London 1993
  • Daniel Goffman: The Ottoman Empire and Early Modern Europe. Cambridge 2002
  • Patrick B. Kinross: The Ottoman Empire. Folio Society, London 2003 (aktuelle, englische Ausgabe)
  • Mehmed SĂŒkrĂŒ Hanioglu: A Brief History of the Late Ottoman Empire. Princeton University Press, Princeton 2008, ISBN 978-0-691-13452-9
  • Cemal Kafadar: Between Two Worlds, The Construction of the Ottoman State. Berkeley-Los Angeles 1995
  • Halil Inalcik: The Ottoman Empire. The Classical Age 1300–1600. Phoenix Press, London 2003, ISBN 1-84212-442-0
  • Sevker Pamuk: A Monetary History of the Ottoman Empire. Cambridge 2000
  • Dimitri Kitsikis: L'Empire ottoman. Presses Universitaires de France, Paris Âł1994. ISBN 2-13-043459-2
  • Barbara Jelavich: History of the Balkans, Bd. 1 Eighteenth and Nineteenth Centuries. Cambridge 1983
  • Roderic H. Davison: Reform in the Ottoman Empire 1856–1876. New York ÂČ1973.
  • David Fromkin: „A Peace To End All Peace“. The fall of the Ottoman Empire and the creation of the modern middle east. Phoenix Press, London 2000, ISBN 1-84212-043-3
  • Malcolm E. Yapp: The Making of the Modern Near East 1792–1923. London/New York 1987.
  • Peter Malcolm Holt, Ann Katharine Swynford Lambton, Bernard Lewis: The Cambridge History of Islam. Bd. 1A, Cambridge 1977, ISBN 0-521-29135-6, S. 263–393 (Abschnitte geschrieben von u.a. Uriel Heyd, Halil Inalcik)
  • Carter Vaughn Findley The Turks in World History. Oxford 2005, ISBN 0-19-517726-6
  • Roger Owen: The Middle East in the World Economy 1800–1914. London 1981
  • Donald Quataert: The Ottoman Empire 1700–1922. Cambridge 2000
  • Stanford Shaw: History of the Ottoman Empire and Modern Turkey, Bd. I: Empire of the Gazis: The Rise and Decline of the Ottoman Empire, 1280–1808. Cambridge University Press, Cambridge 1976, ISBN 0-521-21280-4
  • Stanford Shaw, Ezel Kural Shaw: History of the Ottoman Empire and Modern Turkey, Bd. II: Reform, Revolution, and Republic: The Rise of Modern Turkey, 1808–1975. Cambridge University Press, Cambridge 1977, ISBN 0-521-21449-1
  • Klaus Kreiser, Christoph K. Neumann: Kleine Geschichte der TĂŒrkei. Stuttgart 2009
  • G.E. von Grunebaum (Hrsg.): Der Islam II. Die islamischen Reiche nach dem Fall von Konstantinopel. (=Fischer Weltgeschichte, Band 15), 13. Auflage: 1999, Frankfurt am Main 1971.

Weblinks

 Commons: Osmanisches Reich â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur zum Schlagwort Osmanisches Reich im Katalog der DNB und in den BibliotheksverbĂŒnden GBV und SWB

Quellen

Darstellungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Peter Turchin, Jonathan M. Adams, Thomas D. Hall: East-West Orientation of Historical Empires and Modern States. In: Journal of World-Systems Research, Vol. XII, No. II, 2006, S.218–239; S.223. PDF
  2. ↑ Klaus Kreiser: Der Osmanische Staat 1300–1922. Oldenbourg, MĂŒnchen 2008, ISBN 3-486-58588-6, S. 8.
  3. ↑ Hans-JĂŒrgen Gerhard (Hrsg): Struktur und Dimension: Festschrift fĂŒr Karl Heinrich Kaufhold zum 65. Geburtstag. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-515-07065-6, S. 7.
  4. ↑ Rudolf Schmidt: Die TĂŒrken, die Deutschen und Europa: Ein Beitrag zur Diskussion in Deutschland. VS Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14379-4, S. 46.
  5. ↑ Brockhaus 1906, in: Brockhaus Multimedia 2007
  6. ↑ Carter V. Findley: DĂŒnya Tarihinde TĂŒrkler. TĂŒrkische Übersetzung von The Turks in World History, S. 72
  7. ↑ Halil Ä°nalcık Devlet-i Aliyye – Osmanlı Ä°mparatorluğu Üzerine AraƟtırmalar 1 – Klasik Dönem (1302–1606), S.17
  8. ↑ Özay Mehmet: Fundamentalismus und Nationalstaat. EuropĂ€ische Verlagsanstalt 2002. ISBN 3-434-46104-3, S. 95
  9. ↑ Fernand Braudel, Sozialgeschichte des 15.–18. Jahrhunderts, Bd. 2: Der Handel, Kindler, MĂŒnchen 1986, S. 211
  10. ↑ Y. H. Bayur TĂŒrk Ä°nkılabı Tarihi (Die Geschichte der tĂŒrkischen Revolution), Bd. II/3, Ankara 1983, S. 131.
  11. ↑ Brief von Walter Rössler, dem Konsul in Aleppo (April 1921)
  12. ↑ Y. H. Bayur TĂŒrk Ä°nkılabı Tarihi (Die Geschichte der tĂŒrkischen Revolution), Bd. III/3, Ankara 1983, Seite 12
  13. ↑ Friedrich von Kraelitz-Greifenhorst: Die UngĂŒltigkeitserklĂ€rungen des Pariser und Berliner Vertrages durch die osmanische Regierung, in: Österreichische Monatszeitschrift fĂŒr den Orient, Nr. 43, 1917, S. 56-60.
  14. ↑ AktenstĂŒck 1916-10-04-DE-002 von Radowitz vom 4. Oktober 1916 in: Wolfgang Gust (Hrsg.): Der Völkermord an den Armeniern 1915/16. Dokumente aus dem Politischen Archiv des deutschen AuswĂ€rtigen Amtes, zu Klampen Verlag, Springe 2005 ISBN 3-934920-59-4, S. 519 – Onlinequelle
  15. ↑ SinematĂŒrk.com
  16. ↑ Osmancık Online bei Google Video (tĂŒrk.)

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Synonyme:

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