Ostwestfalen-Lippe

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Ostwestfalen-Lippe
Ostwestfalen-Lippe
Hermannsdenkmal
Hermannsdenkmal
Lage des Regierungsbezirkes Detmold in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
FlĂ€che: 6.519,97 kmÂČ
Höchster Punkt: am Totenkopf, bei Bad WĂŒnnenberg, mit 498 m ĂŒ. NN
Niedrigster Punkt: Wesertal bei Petershagen mit 27 m ĂŒ. NN
Kfz-Kennzeichen: BI, GT, HF, HX, LIP, MI, PB
Gliederung: 1 kreisfreie Stadt, 6 Kreise
Website: www.ostwestfalen-lippe.de
Bevölkerung
Einwohner: 2.038.323 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 316 Einwohner je kmÂČ
Arbeitslosenquote: 6,3 % (September 2011)[2]
Lage in Nordrhein-Westfalen und Gliederung
OWL und seine Kreise in Nordrhein-Westfalen
NaturrĂ€ume, Landschaften und FlĂŒsse in OWL
NaturrĂ€ume, Landschaften und FlĂŒsse in OWL

Ostwestfalen-Lippe Zum Anhören bitte klicken! [ˈɔstvɛst'faːln'lÉȘpə] (niederdeutsch: Austwestfaolen-Lippe, AbkĂŒrzung: OWL) ist eine Region im Nordosten von Nordrhein-Westfalen und ist ein Synonym fĂŒr den gebietsidentischen Regierungsbezirk Detmold. Der Regierungsbezirk wurde 1947 gegrĂŒndet, nachdem das Land Lippe sich fĂŒr die Zugehörigkeit zu Nordrhein-Westfalen entschieden hatte. Dabei wurde das Land Lippe mit Ostwestfalen zur Region Ostwestfalen-Lippe verschmolzen. In der Region wohnen etwas mehr als zwei Millionen Einwohner.

Ostwestfalen-Lippe wird im Osten durch das Weserbergland und im SĂŒden durch das Westhessischen Bergland begrenzt. Im Westen haben die Kreise Paderborn und GĂŒtersloh Anteil an der WestfĂ€lischen Bucht und der Paderborner HochflĂ€che mit der Senne. Nördlich reicht die Region vom Ravensberger HĂŒgelland ĂŒber das Wiehengebirge bis in das Mindener Land in der Norddeutschen Tiefebene hinein.

Die Siedlungsstruktur in Ostwestfalen-Lippe weist nur zwei Oberzentren auf und wird ĂŒberwiegend von mehreren mittelgroßen StĂ€dten geprĂ€gt. Aufgrund dieser Struktur liegt die Bevölkerungsdichte trotz des eher lĂ€ndlichen Charakters der Region verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hoch. Dies trifft insbesondere auf die zentral liegenden Gebiete im Ravensberger HĂŒgelland zu.

Kulturell und im SelbstverstĂ€ndnis der Bewohner wirken noch oft die historischen politischen und konfessionellen Grenzen in der Region fort, so dass die Region in das lutherische Minden-Ravensberg im Norden, das ĂŒberwiegend katholische Hochstift Paderborn und das evangelisch-reformierte Lipperland im Osten unterteilt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Blick vom Hermannsdenkmal auf der Grotenburg in Richtung Nordwesten ĂŒber den Teutoburger Wald
Blick von Minden auf die Weser und die Porta Westfalica
Geologische Karte von OWL
Karte der FlÀchennutzung in OWL
FlÀchennutzung in OWL

Geographische Lage und Aufteilung

Ostwestfalen-Lippe liegt in Ostwestfalen und im ehemaligen Land Lippe im Nordosten von Nordrhein-Westfalen am Übergang der Mittelgebirge in die Norddeutsche Tiefebene. Die Region bildet im Wesentlichen eine verwaltungspolitische Einheit; von einer einheitlichen Landschaft beziehungsweise einer homogenen naturrĂ€umlichen Einheit kann nur bedingt geredet werden.

Im Osten wird die Region grob vom Wesertal begrenzt, im SĂŒden vom Westhessischen Bergland. Im Westen hat die Region mit den Kreisen Paderborn und GĂŒtersloh Anteil an der WestfĂ€lischen Bucht und der Emssandebene. Dazu zĂ€hlt auch die Senne bei Paderborn. Nördlich reicht das Mindener Land bis in die Norddeutsche Tiefebene. Zentrale Mittelgebirgsgegenden sind das Lipper Bergland und das Ravensberger HĂŒgelland zwischen den Mittelgebirgen Wiehengebirge und Teutoburger Wald. An den Teutoburger Wald schließt sich sĂŒdlich das Eggegebirge an. Östlich davon liegen die Warburger Börde und das OberwĂ€lder Land, westlich davon die Paderborner HochflĂ€che und das Sintfeld. Diese Mittelgebirgsgegenden sind Teil des Unteren und Oberen Weserberglandes.

Der Köterberg in der NĂ€he des lippischen LĂŒgde ist mit 496 m ĂŒ. NN der höchste Gipfel des Regierungsbezirks. An einer Flanke des bereits zum Sauerland gehörenden Totenkopfs bei Bad WĂŒnnenberg erreicht Ostwestfalen-Lippe mit 498 m ĂŒ. NN seinen höchsten Punkt. Der niedrigste Punkt liegt bei Petershagen im Ă€ußersten Nordosten mit rund 27 m im Wesertal. Ostwestfalen-Lippe hat eine FlĂ€che von 6520 kmÂČ, eine maximale Nord-SĂŒd-Ausdehnung von 118 km und eine maximale West-Ost-Ausdehnung von rund 82 km.

Historisch befanden sich auf dem Gebiet des heutigen Ostwestfalen-Lippe mehrere VorgĂ€ngerstaaten. Im heutigen Kernbereich der Region befanden sich die Grafschaft Ravensberg sowie das FĂŒrstentum Lippe. Der Norden der Region wurde komplett vom FĂŒrstentum Minden abgedeckt. Der SĂŒden war weniger homogen. So bestand der sĂŒdöstliche Teil von Ostwestfalen-Lippe aus dem FĂŒrstbistum Paderborn. Im SĂŒdwesten grenzten die Grafschaft Rietberg sowie die Herrschaft Rheda an dieses an. 1815 gingen alle diese Gebiete im Staate Preußen auf und bildeten dort den preußischen Regierungsbezirk Minden in der preußischen Provinz Westfalen. Er wurde hĂ€ufig als Synonym fĂŒr Ostwestfalen benutzt.

Siehe auch: Liste der naturrÀumlichen Einheiten und Landschaften in Ostwestfalen-Lippe und Liste von Bergen und Erhebungen in Ostwestfalen-Lippe

Angrenzende Gebiete

Ostwestfalen-Lippe ist im Nordwesten, Norden und Osten von den niedersĂ€chsischen Landkreisen OsnabrĂŒck, Diepholz, Nienburg/Weser, Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Holzminden und Northeim umschlossen. Im SĂŒden grenzt Ostwestfalen-Lippe an die hessischen Landkreise Kassel und Waldeck-Frankenberg (beide Regierungsbezirk Kassel). Im Westen grenzt die Region an die nordrhein-westfĂ€lischen Kreise Soest, Hochsauerlandkreis (beide Regierungsbezirk Arnsberg) und Warendorf (Regierungsbezirk MĂŒnster).

GewÀsser

Ostwestfalen-Lippe wird durch die beiden großen FlĂŒsse Weser im Osten und Ems im Westen nach Norden in die Nordsee entwĂ€ssert. Dazwischen bildet sich in Höhe des Teutoburger Waldes die Weser-Ems-Wasserscheide zwischen diesen beiden Flusssystemen aus und setzt sich nach Norden hin ĂŒber das Wiehengebirge fort. Die Weser durchbricht bei Porta Westfalica das Wiehengebirge. GrĂ¶ĂŸere WesernebenflĂŒsse sind die Werre, Nethe Diemel und Emmer. Die Else und die Bega im Ravensberger HĂŒgelland bzw. im Lipper Bergland entwĂ€ssern in die Werre. Neben der Ems entspringt in der Senne auch die Lippe, die den SĂŒdwesten bei Paderborn zum Rhein hin entwĂ€ssert und somit ein drittes Einzugsgebiet neben dem vom Ems und Weser darstellt.[3]

Siehe auch: Liste der GewÀsser in Ostwestfalen-Lippe

Geologie

Ostwestfalen-Lippes Mittelgebirgsregionen bestehen ĂŒberwiegend aus Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinen aus dem Trias, Jura und der Kreidezeit. Der Ton ist Rohstoff zur Ziegelherstellung. Bekannteste Steinarten sind der Porta-Sandstein und der Osning-Sandstein. Diese Schichten wurden durch Erdfaltung aufgefaltet und bei der Bildung von Wiehengebirge, Teutoburger Wald und Eggegebirge in viele SĂ€ttel, Mulden, Horste und GrĂ€ben zerlegt. Die Gebirge werden als Bruchfaltengebirge beschrieben. Die einzelnen Schichten sind aus ihrer ursprĂŒnglich horizontal ĂŒbereinanderliegenden Lage in eine nebeneinander oder gar in ĂŒberkippter Lagerung gefaltet worden. In Ostwestfalen-Lippe beschreibt man die daraus entstehende Gebirgsform auch als Egge, die durch Dören bzw. Siepen voneinander getrennt sind. In den Beckenlagen wie Ravensberger HĂŒgelland und WestfĂ€lische Bucht und im Wesertal wurden in der Eiszeit Lockergesteine wie Sand, Kies, LĂ¶ĂŸ, Geschiebemergel abgelagert. Die mĂ€chtigsten Schichten des fruchtbaren LĂ¶ĂŸbodens aus dem QuartĂ€r finden sich vor allem in den Übergangsbereichen zur WestfĂ€lischen Bucht, zur Norddeutschen Tiefebene und in den TĂ€lern.[4]

Der Löss als bester Boden kennzeichnet vor allem die Warburger, die Steinheimer, die Blomberger und die Lemgo-Detmolder Mulde, das Ravensberger HĂŒgelland, den Nordsaum des Wiehengebirges (LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland) und Teile der Paderborner HochflĂ€che. Somit befinden sich, von der Paderborner HochflĂ€che und kleineren Partien im Mindener Land abgesehen, von guten Böden begĂŒnstigte Landstriche im gebirgigen Teil Ostwestfalen-Lippes und hier vornehmlich in den Niederungen. Eingetieft in die Landschaft reihen sich von SĂŒden nach Norden mehrere Bördelandschaften hintereinander: Die Warburger, die Steinheimer und die Ravensberger Börde.[5] Im Westen Ostwestfalen-Lippes erstreckt sich auf etwa 250 kmÂČ sĂŒdwestlich des Übergangs vom Teutoburger Wald zum Eggegebirge bis zur Paderborner HochflĂ€che die von Sandboden geprĂ€gte Senne. Sie umfasst Teile der Kreise GĂŒtersloh, Paderborn und Lippe sowie der Stadt Bielefeld.

FlÀchennutzung

Durch die fruchtbaren Böden gehören weite Teile Ostwestfalen-Lippes, insbesondere der Raum Minden-Ravensberg zum Altsiedelland und sind durch die intensive, jahrhundertelange menschliche Nutzung zu einer vergleichsweise dicht besiedelten, kleinrĂ€umigen, sowie auch im Vergleich zum restlichen Nordrhein-Westfalen relativ waldarmen Kulturlandschaft umgewandelt worden. GrĂ¶ĂŸere Waldgebiete finden sich im Wesentlichen nur auf den HöhenzĂŒgen der Mittelgebirge und machen rund 21 % der FlĂ€che aus. Obwohl im Bundesvergleich dicht besiedelt, hat Ostwestfalen-Lippe im Vergleich zu anderen nordrhein-westfĂ€lischen Regierungsbezirken einen recht lĂ€ndlich geprĂ€gten Charakter, der sich aus der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung ergibt. Über zwei Drittel der FlĂ€che sind Äcker oder Weiden.[6]

Klima

→ Hauptartikel: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Ostwestfalen-Lippe befindet sich nach der geographischen Lage im atlantischen Klimabereich mit milden Wintern und kĂŒhlen Sommern ,niederschlagsreich und von den Temperaturen her verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ausgeglichen. Die Beckenlandschaft des Berglandes und der Wesertalung ist wĂ€rmer als die HochflĂ€chen und Randgebiete, in denen das FrĂŒhjahr bis zu zwei Wochen spĂ€ter seinen Einzug hĂ€lt. Die vorherrschende Windrichtung aus SĂŒdwest fĂŒhrt teilweise zu Austrocknung der Böden, vor allem auf der Paderborner HochflĂ€che, aber auch Teilen der Senne. Der Teutoburger Wald und das Eggegebirge sind Riegel in dieser Windrichtung und daher RegenfĂ€nger: Hier liegt die Niederschlagsmenge bei bis zu 1000 mm, östlich davon sind niederschlagsarme Gegenden wie die Warburger Börde zu finden – mit NiederschlĂ€gen von 750 mm.

Bevölkerung

Bevölkerungsdichte in OWL
StÀdte und Einzugsbereiche

Bevölkerungsdichte und Bevölkerungsverteilung

Ostwestfalen-Lippe hat rund 2,07 Millionen Einwohner und umschließt eine FlĂ€che von etwa 6500 Quadratkilometern. Dies entspricht etwas ĂŒber 10 Prozent der Einwohner, aber rund einem FĂŒnftel der FlĂ€che Nordrhein-Westfalens. Ostwestfalen-Lippe weist damit die geringste Bevölkerungsdichte im Vergleich zu den ĂŒbrigen Regierungsbezirken in NRW auf, hat aber eine annĂ€hernd doppelt so hohe Bevölkerungsdichte im Vergleich zum angrenzenden Niedersachsen und liegt auch oberhalb der Bevölkerungsdichte des Bundes. Dabei konzentriert sich die Bevölkerung stark auf die Agglomeration GĂŒtersloh-Bielefeld-Herford entlang der Bahnstrecke Hamm–Minden und den Straßen A 2 und B 61. Der Kreis Herford ist mit einer durchschnittlichen Einwohnerdichte von 564 Einwohnern pro kmÂČ fĂŒr einen Kreis dicht besiedelt. Diese Einwohnerdichte zieht sich ĂŒber die kreisfreie Stadt Bielfeld in den Kreis GĂŒtersloh mit 365 Einwohnern / kmÂČ, wĂ€hrend die Kreise Minden-LĂŒbbecke mit 273 Einwohnern pro kmÂČ, Lippe (282 Einwohner/kmÂČ) und Höxter (123 Einwohner/kmÂČ) lĂ€ndlich geprĂ€gte Gebiete sind. Der Kreis Höxter ist damit der dĂŒnnstbesiedelte Kreis in Nordrhein-Westfalen. Die beiden GroßstĂ€dte bzw. Oberzentren sind die UniversitĂ€tsstĂ€dte Bielefeld und Paderborn. Daneben gibt es zahlreiche Mittelzentren, von denen die Stadt GĂŒtersloh mit Überschreiten der 100.000-Einwohner-Grenze zukĂŒnftig zur Großstadt aufsteigen könnte. Weitere grĂ¶ĂŸere StĂ€dte sind Minden, das Verwaltungszentrum Detmold und Herford. Die Bertelsmann-Stiftung sagt fĂŒr 2030 einen RĂŒckgang der Bevölkerungszahl in der Region von 6,2 Prozent von rund 2,07 Millionen auf dann rund 1,9 Millionen Einwohner voraus.[7]

BĂŒnde Rheda-WiedenbrĂŒck Bad Oeynhausen Bad Salzuflen Herford Detmold Minden GĂŒtersloh Paderborn Bielefeld

Siehe auch: Liste der StÀdte und Gemeinden in Ostwestfalen-Lippe

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Region. Die Zahlen ab 1939 beziehen sich auf den heutigen (seit 1975 aktuellen) Gebietsstand des Regierungsbezirks Detmold. Die Zahlen fĂŒr 1905, 1925 sowie 1933 beruhen den Einwohnerzahlen des Regierungsbezirks Detmold nach 1961er-Gebietsstand zuzĂŒglich Benteler (1970 vom Kreis Beckum in den Kreis WiedenbrĂŒck umgegliedert), Harsewinkel, Greffen und Marienfeld (1973 vom Kreis Warendorf in den Kreis GĂŒtersloh umgegliedert) und abzĂŒglich Lette (1970 vom Kreis WiedenbrĂŒck in den Kreis Beckum umgegliedert), Essentho, Meerhof, Oesdorf und Westheim (1975 vom Kreis BĂŒren in den Hochsauerlandkreis umgegliedert), Garfeln, Hörste und Rebbeke (1975 vom Kreis BĂŒren in den Kreis Soest umgegliedert).

Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 sowie fĂŒr 1987 um VolkszĂ€hlungsergebnisse[8][9][10] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Zahlen fĂŒr 1975, 1980 und 1985 sind geschĂ€tzte Werte, die Zahlen ab 1987 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der VolkszĂ€hlung von 1987. Die Angaben beziehen sich auf die Wohnbevölkerung bzw. ab 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

Einwohnerentwicklung seit 1905
Jahr Einwohner
1905 (1. Dez.) 831.428
1925 (16. Juni) 968.804
1933 (16. Juni) 1.046.311
1939 (17. Mai) 1.115.634
1950 (13. Sep.) 1.502.271
1961 (6. Juni) 1.611.083
Jahr Einwohner
1970 (27. Mai) 1.746.456
1975 (31. Dez.) 1.798.574
1980 (31. Dez.) 1.817.168
1985 (31. Dez.) 1.785.400
1987 (17. Mai) 1.793.359
1990 (31. Dez.) 1.895.404
Jahr Einwohner
1995 (31. Dez.) 2.012.908
2000 (31. Dez.) 2.055.795
2005 (31. Dez.) 2.069.758
2007 (31. Dez.) 2.059.198
2010 (31. Dez.) 2.038.323

Religion

Durch die Region verlĂ€uft seit der Reformation die Trennlinie zwischen den beiden großen christlichen Bekenntnissen. Die Bevölkerung war im Norden (die Kreise Minden-LĂŒbbecke, Herford und Lippe sowie Bielefeld) lange Zeit fast gĂ€nzlich evangelisch, im SĂŒden (die Kreise Paderborn und Höxter) rein katholisch, im Raum des heutigen Kreises GĂŒtersloh kamen beide Religionsgruppen vor. Innerhalb des evangelischen Gebietes ĂŒberwiegt in Lippe das reformierte, ansonsten das lutherische Bekenntnis vor.

Die BistĂŒmer Minden (bis 1648) und Paderborn waren seit der Zeit Karls des Großen katholische Bistumssitze, Corvey und Herford bedeutende Reichsabteien. Paderborn hat eine historische Bedeutung erlangt, da hier der Papst Leo III. mit Karl dem Großen dessen Kaiserkrönung vereinbarte und damit das Fundament fĂŒr das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (HRR) gelegt wurde. Das Hochstift Paderborn wurde ab dem 13. Jahrhundert (nach dem Tod von Heinrich dem Löwen und dem Zerfall der Welfenherrschaft) bis 1803 von FĂŒrstbischöfen regiert. Die Stadt Paderborn sowie einige StĂ€dte des ehemaligen Hochstifts selbst waren nach der Reformation zwischenzeitlich protestantisch, wurden aber unter dem Domherrn und spĂ€teren Bischof Dietrich von FĂŒrstenberg sowie mit Hilfe der Jesuiten und anderer Orden wieder katholisch. Charakteristisch fĂŒr das katholische Hochstift sind die hohe Anzahl an Prozessionen, die weit ĂŒber die Anzahl der katholischen Prozessionen zu Christi Himmelfahrt und zu Fronleichnam liegen, und die Wallfahrtsorte wie zum Beispiel Kleinenberg (Marienwallfahrtsort) sowie die hohe Anzahl von Klöstern und Ordensniederlassungen im Erzbistum Paderborn, ebenso die relativ hohe Anzahl der katholischen Priester und Bischöfe, die aus dem ehemaligen Hochstiftgebiet stammen. Es gibt zudem eine Eremitenklause Klus Eddessen im Hochstiftgebiet. Im ehemaligen Hochstift gab es zwei protestantische Orte, Herlinghausen und Hagedorn, was zeigt, dass der Rechtsgrundsatz Cuius regio, eius religio nicht so strikt auszulegen ist. Paderborn ist seit 1930 Erzbistum, ein Umstand, der das katholische SelbstverstĂ€ndnis von Stadt und Umland prĂ€gt. Die Bevölkerung und die Geistlichkeit des Erzbistums wird als konservativer und katholischer als die der anderen katholischen BistĂŒmer in Nordrhein-Westfalen betrachtet.

Im 19. Jahrhundert erfasste die lutherische Erweckungsbewegung, gefĂŒhrt u. a. von Pastor Johann Heinrich Volkening, große Teile der Bevölkerung Minden-Ravensbergs und vertiefte das christliche Leben. Jöllenbeck (heute Teil Bielefelds) wurde einer der Ausgangspunkte fĂŒr die evangelische Posaunenchorbewegung. Posaunenchöre sind seitdem lebendiger Bestandteil des Gemeindelebens in der Region, oft zu hören in Gottesdiensten, bei Beerdigungen und sonntĂ€glichen Ehrungen Ă€lterer Gemeindemitglieder. Die meisten Protestanten gehören der Evangelischen Kirche von Westfalen an, die ihren Sitz in Bielefeld hat. Auf dem Gebiet des frĂŒheren FĂŒrstentums Lippe, annĂ€hernd identisch mit dem Kreis Lippe, besteht mit der Lippischen Landeskirche eine der zwei in Deutschland bestehenden reformierten Landeskirchen.

Wie ĂŒberall haben sich spĂ€testens seit Mitte des 20. Jahrhunderts die genannten GegensĂ€tze bedeutend abgeschwĂ€cht. Bedeutete noch der Zuzug der OstflĂŒchtlinge ab 1945 fĂŒr die Landbevölkerung oft den ersten Kontakt mit Menschen der jeweils anderen Konfession, wurde dies infolge der stetig wachsenden MobilitĂ€t immer selbstverstĂ€ndlicher. Bald brachten die zahlreichen Arbeitsmigranten und Aussiedler ihre jeweiligen Glaubensrichtungen mit nach Ostwestfalen-Lippe. Andererseits macht die allgemeine „Entchristlichung“ auch vor der Region nicht halt. Besonders in den evangelischen Gebieten sind die Kirchen sonntags nur wenig besucht, mittlerweile haben einige Gemeinden mit Finanzproblemen zu kĂ€mpfen.[11]

Ein Indiz fĂŒr die prozentuale Verteilung der Konfessionen in Ostwestfalen-Lippe kann die konfessionelle Zugehörigkeit der SchĂŒler geben. Im Schuljahr 2002/2003 waren etwa 48 Prozent aller SchĂŒler evangelisch, 28 Prozent katholisch, 6 Prozent islamisch, 8 Prozent hatten eine andere Konfession und 9,5 Prozent waren konfessionslos.[12]

Sprache

Das westfÀlische Sprachgebiet und seine Umgebung

→ Hauptartikel: OstwestfĂ€lisch

Historisch gehören Ostwestfalen und Lippe ĂŒberwiegend zur Mundartgruppe OstwestfĂ€lisch des WestfĂ€lischen Dialekts. Alle westfĂ€lischen Mundartgruppen sind durch eine starke Diphthongierung gekennzeichnet (uo, ĂŒĂ¶, uĂ« und ao). Die Zahl der Sprecher des Plattdeutschen ist inzwischen verschwindend gering und wurde weitgehend auch in der Umgangssprache vom Hochdeutschen abgelöst. „Platt“ erfreut sich jedoch bei Ă€lteren Bewohnern z. B. in Form von plattdeutschen Gottesdiensten immer noch einer gewissen Beliebtheit. Einzelne plattdeutsche AusdrĂŒcke und der aber insgesamt nur schwach ausgeprĂ€gte Akzent der Bewohner deuten jedoch immer noch auf diese insgesamt als historisch zu bezeichnende Zugehörigkeit zum niederdeutschen Sprachraum hin. Teile des östlichen Ostwestfalen-Lippe entlang der Weser gehen bereits in die Dialektgruppe des OstfĂ€lischen ĂŒber. Der Ă€ußerste Nordosten Ostwestfalen-Lippes wird dagegen bereits zum Gebiet des Nordniederdeutschen gezĂ€hlt. Alle genannten Sprachgruppen zĂ€hlen aber zum Niederdeutschen bzw. zum NiedersĂ€chsischen, sodass der Übergang als fließend bezeichnet werden kann.

Diese gemeinsamen Sprachwurzeln ist ein verbindenes Elelement im Regionalbewusstsein der Lipper und der Ostwestfalen. Außerdem deutet der Sprachraum auf kulturelle Gemeinsamkeiten mit dem restlichen Westfalen und dem niedersĂ€chsischen Kulturraum hin, gleichzeitig aber auch auf die relativ ausgeprĂ€gten kulturellen Unterschiede zwischen den westfĂ€lisch-lippischen und den rheinlĂ€ndischen Landesteilen Nordrhein-Westfalens.

Verwaltung und Politik

Verwaltung

Alter Markt in Bielefeld

→ Hauptartikel: Regierungsbezirk Detmold

Die Region wird verwaltungstechnisch mit dem Regierungsbezirk Detmold identisch. Ostwestfalen-Lippe gliedert sich in die kreisfreie Stadt Bielefeld und die Kreise GĂŒtersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-LĂŒbbecke und Paderborn. Ostwestfalen-Lippe ist jedoch historisch-politisch keine Einheit. 80 Prozent der FlĂ€che gehen auf den alten Regierungsbezirk Minden zurĂŒck, 20 Prozent der FlĂ€che sind durch den Beitritt des Landes Lippe dazugekommen. Diese beiden Gebiete wurden erst nach der Eingliederung des Landes Lippe in das Land Nordrhein-Westfalen mit Wirkung vom 21. Januar 1947 zusammengefasst. Der lippische Teil wird heute im Wesentlichen durch den Kreis Lippe abgebildet. Seit 2004 ist Ostwestfalen-Lippe neben Bremen und Westmecklenburg Modellregion fĂŒr BĂŒrokratieabbau.

Es gibt PlÀne, den Regierungsbezirk Detmold in einer neu zu schaffenden Region bzw. einem neuen Regierungsbezirk Westfalen oder Westfalen-Lippe aufgehen zu lassen. Insbesondere durch die Zusagen an den Landesteil Lippe in den Lippischen Punktationen ist dieser Plan jedoch umstritten.

OWL Marketing

Die Kreise der Region und die kreisfreie Stadt Bielefeld haben zusammen mit der privaten Wirtschaft die Marketinggesellschaft OstWestfalenLippe Marketing GmbH gegrĂŒndet. Die Wirtschaft wird vertreten durch den Verein Unternehmen fĂŒr OWL Marketing, in dem die beiden Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe zu Detmold, die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld sowie ĂŒber 100 Unternehmen aus der Region zusammengeschlossen sind. Zweck der OstWestfalenLippe Marketing GmbH ist „die AttraktivitĂ€t OWLs als Wirtschaftsstandort, Lebensraum und Urlaubsregion bekannt zu machen, [und] die Position OWLs im Standortwettbewerb der Regionen zu stĂ€rken“. Slogan des OWL Marketings ist: „OstWestfalenLippe: Ganz oben in Nordrhein-Westfalen“. Dies ist eine Anspielung auf den NRW-Nordpunkt, dem nördlichsten Punkt Nordrhein-Westfalens bei Rahden.[13]

Wahlen

Bundestagswahl 2009: Erststimmenmehrheit in OWL (rot=SPD / schwarz = CDU)

→ Hauptartikel: Wahlen zum Bundes- und Landtag in Ostwestfalen-Lippe

Bundestagswahlen

Die Region entsendet in den Bundestag sieben Vertreter, die in den Wahlkreisen GĂŒtersloh, Bielefeld, Herford - Minden-LĂŒbbecke II, Minden-LĂŒbbecke I, Lippe I, Höxter - Lippe II und Paderborn (Wahlkreisnummern 132 bis 138) direkt gewĂ€hlt werden. Bei der Bundestagswahl 2009 konnten die CDU-Bewerber fĂŒnf von sieben Direktmandaten erringen und damit auch eher traditionell sozialdemokratische wie den Bundestagswahlkreis Bielefeld.

Landtagswahlen

Von den 15 Wahlkreisen konnte die SPD bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010 neun Wahlkreise in ihren protestantischen Stammgebieten in Minden-Ravensberg und in Lippe gewinnen. Lediglich der Wahlkreis 88 Minden-LĂŒbbecke I konnte dort die CDU verteidigen, die ansonsten alle fĂŒnf ĂŒberwiegend katholisch geprĂ€gten Wahlkreise im SĂŒden Ostwestfalen-Lippes gewinnen konnte und so insgesamt sechs Direktkandidaten aus Ostwestfalen in den Landtag entsendet.

Begriffsgeschichte und Regionalbewusstsein

Landeswappen von Nordrhein-Westfalen. Es weist mit Westfalenpferd und (der fehlerhaft um 36 Grad gedrehten) Lippischen Rose auf den von Westfalen abzugrenzenden Landesteil Lippe hin

Der Begriff Ostwestfalen-Lippe bzw. OWL ist ein Synonym fĂŒr den Regierungsbezirk Detmold und wird gebildet aus den Begriffen Ostwestfalen und Lippe. Ostwestfalen ist bereits seit dem 19. Jahrhundert ein Synonym fĂŒr den ehemaligen Regierungsbezirk Minden und beschreibt die Lage im Osten der preußischen Provinz Westfalen. Der Begriff Lippe geht auf das ehemalige Land Lippe zurĂŒck, das nicht zur Provinz Westfalen gehörte und unter anderem daher nicht als westfĂ€lisch gilt. Lippe bildet demnach einen eigenstĂ€ndigen Teil innerhalb des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und auch innerhalb der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Bezeichnung „Ostwestfalen-Lippe“ verbindet diese beiden Teile begrifflich miteinander. Der Begriff wird auffĂ€llig oft in der abgekĂŒrzten Form OWL gebraucht. Selten wird auch die Bezeichnung Ostwestfalen/Lippe verwendet (zum Beispiel als Bezeichnung fĂŒr die Autobahnausfahrt 28 der Bundesautobahn 2). Der Begriff wird dabei als identitĂ€tsstiftende Bezeichnung fĂŒr die Region vor allem seit der GrĂŒndung des Regierungsbezirks Detmold im Jahre 1947 genutzt.

Der Begriff Ostwestfalen-Lippe wird von Teilen der Bevölkerung oft als rein „kĂŒnstlicher“ Begriff des Regionalmarketings bzw. der Verwaltungspolitik aufgefasst, da auch das Regionalbewusstsein der Bevölkerung unterschiedlich ausgeprĂ€gt ist. Trennend wirken dabei die historischen politischen und konfessionelle Grenzen insbesondere zwischen Ostwestfalen und Lippe, aber auch zwischen dem protestantischen Norden (Minden-Ravensberg) und dem katholischen SĂŒden Ostwestfalens (Hochstift Paderborn). Auch die Zweiteilung in einen karnevalslosen Norden und dem den Karneval feiernden SĂŒden ist augenscheinlich. Insbesondere die Lipper haben aus ihrem geschichtlichen SelbstverstĂ€ndnis heraus ein ausgeprĂ€gtes Regionalbewusstsein fĂŒr ihre „lippische Heimat“, wohingegen sich manche Ostwestfalen im Vergleich oft einfach als Westfalen oder seltener als Nordrhein-Westfalen sehen. Verbindend wirken andererseits die lange gemeinsame Geschichte von Ostwestfalen und Lippe u. a. im Reichskreis WestfĂ€lischer Kreis, der lĂ€ndliche Charakter, die geographische und kulturelle NĂ€he, der gemeinsame Regierungsbezirk und die einst weit verbreitete plattdeutsche beziehungsweise niederdeutsche Sprache seiner Bewohner. Das gilt auch fĂŒr die Wahrnehmung der Bewohner, von der vermeintlich ruhr-rheinisch dominierten NRW-Landesregierung etwas stiefmĂŒtterlich behandelt zu werden. Aufgrund der meisten dieser verbindenden Elemente wurde der Begriff Ostwestfalen-Lippe vereinzelt auch schon vor 1947 fĂŒr dieses Gebiet verwendet. Oft wird wiederum der Begriff Ostwestfalen fĂ€lschlicherweise als Synonym fĂŒr Ostwestfalen-Lippe verwendet. Ein Grund mag die bessere EingĂ€ngigkeit gegenĂŒber dem relativ komplizierten „Bindestrichwort“ Ostwestfalen-Lippe sein. Andererseits ist aber auch die Sonderstellung des nordrhein-westfĂ€lischen Landesteils Lippe ungeachtet der lippischen Punktationen und seiner langwĂ€hrenden EigenstĂ€ndigkeit als selbststĂ€ndiges und nicht zu Westfalen gehörendes Gebiet aufgrund der oben beschriebenen Gemeinsamkeiten umstritten bzw. selbst in der Bevölkerung Ostwestfalen-Lippes zunehmend unbekannt. In erhöhtem Maße betrifft dies den Gebrauch des Begriffs durch AuswĂ€rtige. Insbesondere die Lipper lehnen die Verwendung des Begriffes Ostwestfalen als Synonym fĂŒr Ostwestfalen-Lippe ab, um auch begrifflich die Sonderstellung ihres Landesteils herauszustellen.

Siehe auch: Der Begriff „Ostwestfalen“

Geschichte

Widukinddenkmal in Herford
Das heutige OWL im Herzogtum Sachsen um 1000
Das heutige OWL um 1710
Territorien im Gebiet des heutigen OWL 1802
Territorien im Gebiet des heutigen OWL im Juli 1806

Ostwestfalen-Lippe ist erst nach Beitritt des Landes Lippe zum Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 1947 und GrĂŒndung des Regierungsbezirks Detmold als eine Region unter einheitlicher Verwaltung in Erscheinung getreten. Die Geschichte des Gebiets zeigt davor zwar gewisse Gemeinsamkeiten, aber erklĂ€rt auch durch seine Unterschiede das nicht besonders ausgeprĂ€gte Regionalbewusstsein der Bevölkerung.

FrĂŒhzeit und sĂ€chsisches Stammesreich

FrĂŒhzeitliche Funde aus der Stein-, und Bronzezeit z. B. im heutigen Hiddenhausen oder an den Externsteinen zeigen erste Spuren einer Besiedlung bereits in vorrömischer Zeit.

Das Hermannsdenkmal bei Detmold weist seit 1875 auf die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n.Chr. hin. Obwohl der Sieg von Arminius gegen Varus römische Armee sich wohl nach neueren Erkenntnissen nicht in Ostwestfalen-Lippe, sondern eher in Kalkriese zugetragen hat, so zeigen Funde aus der römischen Zeit z. B. im Ravensberger Land, dass der römische Einfluss bis in die Region reichte, obwohl die römische Expansion mit dieser Niederlage zunĂ€chst beendet war. Zu jener Zeit lebten in der Region verschiedene germanische StĂ€mme, u. a. die Angrivarier und die Cherusker, die sich in Folge teilweise dem Sachsenbund anschlossen. Das heutige Gebiet Ostwestfalen-Lippes lag im Gebiet der Engern.

FrÀnkische Expansion und Christianisierung

Im 8. Jahrhundert versuchten die Franken unter Pippin die sĂ€chsischen StĂ€mme erstmals zu christianisieren. Einer seiner Nachfolger, Karl der Große, trieb die frĂ€nkische Expansion in den Sachsenkriegen voran und grĂŒndete bereits 776 eine Pfalz in Paderborn. 799 traf sich dort Karl der Große mit Papst Leo III.. In den Sachsenkriegen besiegte Karl der Große 775 die Ostfalen und die Engern. Erst 785 jedoch waren die letzten sĂ€chsischen AufstĂ€nde unter FĂŒhrung des Sachsenherzogs Widukind weitgehend beendet; Widukind wurde getauft und Karl der Große war sein Taufpate. Heute erinnert unter anderem der Beiname des Kreises Herford Wittekindsland bzw. der Widukindstadt Enger, wo Widukinds Grab vermutet wird, an dieses Symbol sĂ€chsischen Widerstands. Das Gebiet des heutigen Ostwestfalen-Lippes war dennoch bis 1180 weiter Teil des Herzogtums Sachsen, das fortan freilich unter frĂ€nkischer Herrschaft Teil des FrĂ€nkischen Reiches war. Paderborn wurde und blieb bis heute Erzbistum und entwickelte sich zu einem geistlichen und weltlichen Zentrum fĂŒr das sĂŒdliche Ostwestfalen. 799 wurde das FĂŒrstbistum Paderborn errichtet. Zur Festigung der frĂ€nkischen Macht begrĂŒndete Ludwig der Fromme 815 (seit 822 am heutigen Standort) das reichsunmittelbare Kloster Corvey bei Höxter, das sich im 9. und 10. Jahrhundert zu einem der Zentren der christlichen Kultur Nordwesteuropas entwickelte. Der zweite Bischofssitz der Region war Minden. Erstmalig urkundlich erwĂ€hnt wird Minden im Jahre 798. 799 wurde das Hochstift Minden gegrĂŒndet. Bereits 789 wurde das Damenstift Herford und damit auch die Stadt Herford gegrĂŒndet. Das Stift wurde zur reichsunmittelbaren Reichsabtei durch Ludwig den Frommen erhoben und Herford wurde zur freien Reichsstadt Herford.

GrĂŒndung weiterer Territorien

Neben diesen zunĂ€chst als geistliche Territorien mit weltlichem Herrschaftsanspruch des Heiligen Römischen Reiches angelegte Territorien, entstand um 1140 die Grafschaft Ravensberg mit der 1214 erstmals erwĂ€hnten Stadt Bielefeld als Hauptstadt im Ravensberger Land. Ebenfalls im 12 Jahrhundert begannen die Edelherren zu Lippe eine eigenes (weltliches) Territorium zu schaffen, dessen Ausgangspunkt sich allerdings sĂŒdlicher als der heutige Kreis Lippe befand, nĂ€mlich beim 1184/1185 gegrĂŒndeten Lippstadt an der Lippe – daher der Name Lipperland. Das Gebiet, das in etwa dem heutigen Kreis Lippe entspricht, war aber damals bereits ein Lehen der lippischen Adligen. Wahrscheinlich 1190 grĂŒndete der erste lippische Regent Bernhard II. Lemgo – die Ă€lteste lippische Stadt im heutigen Kreis Lippe. Horn folgte wahrscheinlich vor 1248, Blomberg vor 1255 und Detmold um 1263. Weitere, allerdings sehr kleine und auch nicht immer voll selbststĂ€ndige Territorien waren die 1237 geschaffene Grafschaft Rietberg und das Amt Reckenberg als Exklave des FĂŒrstbistums OsnabrĂŒck.

Diese Territorien gehörten zum 1500/1512 eingeteilten Niederrheinisch-WestfĂ€lischen Reichskreis des Heiligen Römischen Reiches, der bis 1806 bestand haben sollte. Nicht zum WestfĂ€lischen Kreis zĂ€hlte die Herrschaft Rheda bei der heutigen Stadt Rheda-WiedenbrĂŒck. Rheda befand sich zu Anfang im Besitz der Edelherren zu Lippe.

Übersicht ĂŒber die weitere Entwicklung der Territorien

Alle Territorien konnten lange ihre EigenstĂ€ndigkeit bzw. im Falle Reckenbergs ihre gebietsmĂ€ĂŸige IdentitĂ€t bewahren, fielen aber spĂ€testens auf dem Wiener Kongress 1815 bzw. in den Befreiungskriegen bereits 1813 fast alle an Preußen. Einzige Ausnahme war Lippe, das bis 1947 unabhĂ€ngig blieb.

  • Paderborn blieb im SĂŒden der Region als geistliches und lange Zeit auch weltliches Zentrum erhalten, bis das FĂŒrstbistum Paderborn 1802/1803 von Preußen annektiert wurde und danach nur noch (bis heute) als geistliches Erzbistum fortbestand.
  • Das Hochstift Minden fiel 1648 an Brandenburg-Preußen. Minden wurde zur Garnisons- und Beamtenstadt. Ab 1648 wurde es in ein weltliches Territorium gewandelt und hieß fortan FĂŒrstentum Minden. Zur Eingliederung in das Königreich Westphalen wurde das FĂŒrstentum 1807 de facto aufgelöst. Als Reichsterritorium existierte es formal jedoch bis zur GrĂŒndung der Provinz Westfalen weiter.
  • Ravensberg fiel 1437 an die Herzöge von JĂŒlich, spĂ€ter JĂŒlich-Berg. Die Grafschaft Ravensberg fiel 1614 an Brandenburg-Preußen. Nach Eingliederung in das Königreich Westphalen hörte die Grafschaft 1807 de facto auf zu existieren. Als Reichsteritorium existierte sie formal jedoch bis zur GrĂŒndung der Provinz Westfalen weiter.

Die Grafschaft Ravensberg, das FĂŒrstbistum Minden, sowie Herford waren ab 1719 in der preußischen Verwaltungseinheit Minden-Ravensberg verbunden und bĂŒĂŸten daher, obwohl Ravensberg und Minden weiterhin formal eigenstĂ€ndige Gebiete in Preußen bildeten, noch mehr ihrer ohnehin unter preußischer Herrschaft erheblich reduzierten EigenstĂ€ndigkeit ein.

  • Lippe blieb fĂŒr ca. 800 Jahre, seit Anfang des 19. Jahrhunderts von der preußischen Provinz Westfalen umschlossen, ein eigenstĂ€ndiges Territorium. Das Land Lippe (seit 1789 FĂŒrstentum) wahrte seine staatliche EigenstĂ€ndigkeit bis 1947. Erst 1947/48 ging das Land Lippe bzw. der Freistaat Lippe in Nordrhein-Westfalen auf. Der Name Lippe und die rĂ€umliche IntegritĂ€t blieb jedoch als Kreis Lippe weitgehend erhalten. Die ehemalige Residenz Detmold ist heute Sitz der Bezirksregierung fĂŒr Ostwestfalen-Lippe.
  • Herford blieb lange freie Reichsstadt wurde dann aber von Brandenburg-Preußen vereinnahmt und wird 1652 der Grafschaft Ravensberg eingegliedert. 1803 verliert mit dem Stift Herford auch der letzte eigenstĂ€ndige Teil Herfords seine SelbstĂ€ndigkeit und wird dem preußischen Minden-Ravensberg eingegliedert.
  • Corvey erlangte im 12. Jahrhundert zunĂ€chst Reichsfreiheit und ein winziges Territorium als PrĂ€latur. SpĂ€testens ab 1582 war es eine FĂŒrstabtei. 1792 hob der Papst das Kloster auf und erklĂ€rte Corvey zum Bistum bzw. zum Hochstift. 1803 wurde es aufgehoben und kam zunĂ€chst unter hessisch-dillenburger Einfluss. Nach der Zeit im Königreich Westphalen wurde Corvey 1813/15 preußisch und existierte fortan nicht mehr als eigenstĂ€ndiges weltliches Territorium. Das geistliche Bistum Corvey blieb bis 1825 bestehen.
  • Die Herrschaft Rheda war nach der anfĂ€nglichen lippischen Zugehörigkeit von 1364 bis 1557 tecklenburgisch, kam dann als Erbe an die Grafen von Bentheim, 1606 an die Linie von Bentheim-Tecklenburg-Rheda, 1808 an das Großherzogtum Berg und wurde 1818 zum Königreich Preußen geschlagen und hörte damit auf zu bestehen.
  • Die Grafschaft Rietberg entwickelte nie eine besondere Bedeutung und fiel bereits 1456 als Lehnsherrschaft an die Landgrafen von Hessen. Ab 1581 war die Grafschaft Teil Ostfrieslands, ab 1699 Gebiet der Grafen zu Kaunitz. Die Grafen von Rietberg konnten auch ĂŒber die Franzosenzeit im Königreich Westfalen hinaus bis 1815 unter verschiedenen HĂ€usern ihr Gebiet behaupten, bevor Rietberg 1813/15 an Preußen fiel und damit aufhörte zu existieren.
  • Das Amt Reckenberg fiel mit dem Hochstift OsnabrĂŒck 1802 zum Königreich Hannover, ab 1807 um Königreich Westfalen bzw. zum napoleonischen Frankreich und 1815 an Preußen. Reckenberg verlor damit 1815 endgĂŒltig seine Stellung als Exklave.

Reformation und DreißigjĂ€hriger Krieg

Erste Reformationsversuche

Kloster Corvey

Nach der Christianisierung durch die Franken und Unterwerfung der aufstĂ€ndischen Sachsen, blieb die Region lange Zeit katholisch. Die Bischofssitze Paderborn und Minden, sowie die Klöster in Herford und Corvey waren die geistlichen Zentren der Region. Daneben gab es weitere kleinere Stifte z. B: das Damenstift in Stift Quernheim. Die Bewohner der Region waren ihren weltlichen und geistlichen Herren abgabenpflichtig, wenn die weltliche und geistliche Herrschaft wie im Bistum Paderborn nicht ohnehin gleichzeitig ausgeĂŒbt wurde.

Mit der Reformation sollte sich dieses homogene konfessionelle Bild der Region Ă€ndern. VorlĂ€ufer der Reformation waren die katholischen Reformbewegungen des 15. Jahrhunderts, etwa die „Devotio Moderna“, die auch in Westfalen von Bedeutung waren. Ein entsprechendes Fraterhaus gab es in Herford ab 1428. Klöster der Augustiner-Eremiten (der Orden, dem auch Martin Luther angehörte) gab es in Herford und Lippstadt, das eine lippische Exklave war. So gilt der „LippstĂ€dter Katechismus“ von 1534 von Johann Westermann als erstes eigenstĂ€ndiges westfĂ€lisches reformatorisches Zeugnis. In Herford gab es erste reformatorische Predigten bereits 1521. Selbst im Bischofssitz Paderborn fĂŒhrte die religiöse Erneuerungsbewegung 1528 zu einer sozialen Volkserhebung, in deren Folge sich die reformatorischen Ideen verbreiteten. 1532 schlug Bischof die Bewegung nieder und verbot die Reformation. Insgesamt zeigt sich darin, dass der Erfolg der Reformation in den einzelnen Territorien maßgeblich von den jeweiligen Landesherren abhing.

siehe auch: EinfĂŒhrung der Reformation in Herford

DreißigjĂ€hriger Krieg

Als 1621 protestantische Braunschweiger Truppen unter Christian von Braunschweig-WolfenbĂŒttel im DreißigjĂ€hrigen Krieg in das katholische Paderborn einrĂŒckten und gegen spanische Truppen in Lippstadt vorgingen, war die Vormachtstellung der katholischen Kirche in der Region endgĂŒltig gefĂ€hrdet, obwohl die Braunschweiger bereits 1622 bzw. nach kurzer RĂŒckkehr 1632 wieder abzogen. Die katholische Ordnung konnte durch die siegreichen katholischen Truppen unter Tilly zunĂ€chst wieder hergestellt werden. 1630 trat Schweden in den Krieg ein und unter Initiative des protestantischen Hessen-Kassels wurde dem protestantischen Schwedenkönig Gustav Adolf II. das Hochstift Paderborn sowie die Abtei Corvey zugesprochen. Der Kriegsverlauf im heutigen Ostwestfalen-Lippe war lange unklar, mehrmals wechselten die MachtverhĂ€ltnisse in der Region und manche StĂ€dte wie Lemgo und Paderborn wurden gleich mehrfach erobert. Die lippischen StĂ€dte beispielsweise verloren bis zum Ende des Krieges etwa zwei Drittel ihrer Bevölkerung; auf dem lippischen Land lag der Verlust bei etwa 50 Prozent.

Am 24. Oktober 1648 wurde in MĂŒnster und OsnabrĂŒck der WestfĂ€lische Frieden geschlossen und der DreißigjĂ€hrige Krieg beendet.

Konfessionelle Trennung

Nach dem WestfĂ€lischen Frieden wurde das Hochstift Minden sĂ€kularisiert und fiel als FĂŒrstentum 1648 zusammen mit der Grafschaft Ravensberg und dem annektierten Herford an das lutherische Brandenburg-Preußen. An der gebietsmĂ€ĂŸigen IntegritĂ€t der Territorien Ă€nderte sich jedoch wenig. Insbesondere Lippe, das bereits um 1605 unter Graf Simon VI. offiziell zum reformierten Bekenntnis ĂŒbertrat, blieb eine eigenstĂ€ndige Grafschaft. Die Trennung der lippischen Kirche von den BistĂŒmern Minden und Paderborn zeigt sich noch heute an der Lippischen Landeskirche. Die Zugehörigkeit von Minden-Ravensberg zum protestantischen Preußen, manifestiert bis heute die konfessionelle Trennung in Ostwestfalen-Lippe zwischen lutherischem Norden, reformierten Lippe und weiterhin katholischen SĂŒden um Paderborn.

Hexenverfolgungen

Der Hexenglaube erreichte im 16. und 17. Jahrhundert den Höhepunkt seiner Bedeutung. In Teilen Westfalens war dabei die Hexenverfolgung besonders intensiv. In der Grafschaft Lippe und in der Stadt Lemgo fielen 430 Personen den Hexenverfolgungen zum Opfer. Viele Opfer gab es auch im Hochstift Paderborn und in Minden, wo zwischen 103 und 1684 Hexenprozesse gegen insgesamt 128 Personen eröffnet wurden. Noch heute erinnert das HexenbĂŒrgermeisterhaus in Lemgo an diese Zeit.[14]

Der SiebenjÀhrige Krieg

Schlacht bei Minden (historische Darstellung)

Seit dem Ende des DreißigjĂ€hrigen Krieges wurde Ostwestfalen-Lippe nicht mehr vom Krieg heimgesucht. Dies Ă€nderte sich mit dem SiebenjĂ€hrigen Krieg dramatisch. Westfalen wurde nun zu einem Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen Österreich, Russland und Frankreich auf der einen Seite und Preußen und Großbritannien/Hannover auf der anderen Seite. Den Franzosen gelang es beispielsweise am 20. Juli 1757 Bielefeld zu besetzen. SpĂ€testens ab 1759/1760 gelang es alliierten Truppen in mehreren Schlachten die Franzosen zu schlagen und ihre Dominanz in der Region zu brechen. In diesem Zusammenhang ist die Schlacht bei Minden, das Gefecht bei Gohfeld und die Schlacht bei Warburg zu sehen. Die Franzosen zogen letztlich 1761/1762 aus Westfalen ab. Man schĂ€tzt, dass in Minden-Ravensberg die Bevölkerungsverluste bei 10 % lagen.

Industrialisierung

Proto-Industrialisierung

Zwei als moderne WohnhĂ€user renovierte Kotten, hinten rechts eine große Fachwerkscheune des Bauernhofs in Huchzen, zu dem die Kotten gehörten

Insbesondere in Minden-Ravensberg fĂŒhrte die Fruchtbarkeit der Böden ab etwa 1000 zu einem schnellen Bevölkerungswachstum, bei dem die Landschaft weitestgehende in eine Kulturlandschaft umgewandelt wurde. Durch das Anerbenrecht und das Heuerlingswesen fĂŒhrte dies zu einer Überbevölkerung und Verarmung weiter Teile der Bevölkerung. Diese Entwicklung fĂŒhrte jedoch auch zu einem AufblĂŒhen proto-industrialistischer Erwerbsformen, die wiederum die spĂ€tere Industrialisierung in Minden-Ravensberg begĂŒnstigten. Der Prozess vollzog sich dabei in mehreren Stufen:

  • Um 1000 lebte die Landbevölkerung in einzelnen Drubbeln inmitten ausgedehnter Marken. Die MarkenwĂ€lder und Felder wurden gemeinsam bewirtschaftet. Die Bevölkerung zahlte an die geistlichen und weltlichen Herren den Zehnt und stand in unterschiedlichem Ausmaß auch in rechtlicher AbhĂ€ngigkeit zu diesen. Durch das Anerbenrecht bewirtschaftete nur jeweils der Erbe den elterlichen Hof. Die anderen Nachkommen, die Erbkötter, erhielten nur ein kleines Erbe, errichteten in NĂ€he der Drubbel ihre Höfe und schufen durch Rodung neues Ackerland.
  • Ab etwa 1450 bis 1650 entstand die Schicht der Markkötter, die im Gegensatz zu den Erbköttern und Erben nur einen sehr geringen Erbanteil erhielten. Sie lebten in Kotten abseits der Drubbel. Der Grundbesitz der Markkötter war klein und ihr Auskommen stĂŒtzte sich vor allem auf ihr Vieh, das sie in der Mark hielten, obwohl ihnen dieses Recht nur widerwillig von den etablierten Bauern eingerĂ€umt wurde. Die ehemals dichten MarkwĂ€lder wurden durch die „wilde“ Ansiedlung der Markkötter weiter dezimiert.
  • Seit dem 16. Jahrhundert bildeten die Heuerlinge eine weitere, noch Ă€rmere, Siedlergruppe. Diese erbten gar keinen Grundbesitz sondern mussten in angemieteten Kotten (Heurlingskotten) leben, die Miete teils in Form von Arbeit beim Bauern, dem der Kotten gehörte, leisten und waren wirtschaftlich weitestgehend von diesen abhĂ€ngig.

Diese Ă€rmeren Schichten, also vor allem arme Heuerlinge und Kötter, erschlossen sich daher im 15. Jahrhundert mit Flachsanbau und -verarbeitung zu Leinen eine neue Erwerbsmöglichkeit. Diese FrĂŒhform der Industrialisierung im Ravensberger Landes wird als Protoindustrie charakterisiert. Die Leineweber verarbeiteten den Flachs, wenn sie nicht auf ihren eigenen oder den Feldern ihres KotteneigentĂŒmers arbeiteten, zum bekannten Ravensberger Leinen. Bielefeld wird daher auch Leineweberstadt genannt. Im preußischen Merkantilismus wurde das Leinengewerbe gefördert und die Zahl der Heuerlinge wuchs dadurch rasch, so dass um 1700 beispielsweise im Ravensberger Land die lĂ€ndliche Bevölkerung bereits zu zwei Dritteln aus Heuerlingen bestand. Im Jahre 1770 wurde die Mark auf preußischem Druck hin vollstĂ€ndig privatisiert (Binnenkolonisation durch Markenteilung) und grĂ¶ĂŸtenteils zu Ackerland landwirtschaftlicher Kleinbetriebe (StĂ€tten). Die Ă€rmeren Schichten blieben jedoch weiterhin auf die Flachsverarbeitung angewiesen.

Industrialisierung

In den ĂŒberwiegend zu Preußen gehörenden Gebieten förderte der Preußische Staat die zunĂ€chst protoindustrialistisch organisierte Textilherstellung, da Minden-Ravensberg dadurch zu den wirtschaftlich bestentwickelten Regionen Preußens und damit auch zu den Regionen mit hohem Steueraufkommen zĂ€hlte. Der Staat Preußen förderte ganz im Sinne des Merkantilismus unter anderem daher den Bau der Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft, spĂ€ter auch weiterer Strecken wie die Hannoversche Westbahn, die den wirtschaftlichen Anschluss an die SeehĂ€fen, die rheinischen Industriereviere und die Kohlereviere des Ruhrgebiets brachten. Der Bahnhof Minden wurde seit 1847 angefahren. Entlang dieser Bahnstrecken liegen auch heute noch die bevölkerungsreichsten Gebiete der Region.

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Textilindustrie jedoch bereits im Niedergang begriffen und konnte die rasant gewachsene Bevölkerung Minden-Ravensbergs kaum mehr ernĂ€hren. Der Grund fĂŒr den Niedergang waren vor allem die mechanischen WebstĂŒhle in England und der dadurch ab etwa 1820 erzeugte und aus Belgien oder England importierte Leinen. Große Spinnereien im industriellen Maßstab wie die Ravensberger Spinnerei in Bielefeld blieben auf die Zentren beschrĂ€nkt, so dass insbesondere die Landbevölkerung unter dem Niedergang litt. Bis etwa 1860 waren sogar viele Menschen gezwungen, beispielsweise nach Amerika auszuwandern. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich, durch die Anbindung an die neuen Eisenbahnen begĂŒnstigt, die Tabakindustrie in Minden-Ravensberg zur dominierenden Industrie und brachte ab etwa 1860 neue Erwerbsmöglichkeiten auch fĂŒr die Landbevölkerung. Insbesondere das Ravensberger Land entwickelte sich zu einem Zentrum der europĂ€ischen Tabakindustrie und sollte dies auch bis zum Zweiten Weltkrieg bleiben.

In Lippe, wo die Industrialisierung in viel geringerem Maße Fuß fassen konnte, dies teilweise sogar durch den FĂŒrst behindert wurde, blieben die Ă€rmeren Bevölkerungsschichte noch lange in prekĂ€ren Lebenssituationen, so dass insbesondere hier Teile der Bevölkerung gezwungen waren, ihren Lebensunterhalt als Wanderarbeiter – z. B. als Wanderziegler zu verdienen. Dieses PhĂ€nomen wurde noch 1947 als soziales Problem in den Lippischen Punktationen explizit verurteilt.

Die napoleonische Zeit

Das Gebiet (heutiges Gebiet hervorgehoben) im Königreich Westfalen bzw. im Kaiserreich Frankreich (nordwestlich roter Linie)

Ab 1807 wurde durch Napoleon die heutigen ostwestfĂ€lischen Gebiete zusammen mit anderen auch vollkommen unwestfĂ€lischen Gebieten in das de facto französische Königreich Westphalen eingefĂŒgt. Nur Lippe konnte seine EigenstĂ€ndigkeit bewahren. Die Gebiete unter französischem Einfluss ĂŒbernahmen die französischen Verwaltungsstrukturen. Die sĂŒdlichen und östlichen Gebiete Ostwestfalens gehörten zum Departement der Fulda. Die nördlichen und westlichen Gebiete gehörten bis 1810 zum Departement der Weser. Der nordwestliche Teil des DĂ©partements wurde durch Beschluss vom 13. Dezember 1810 zum 1. Januar 1811 direkt in das Kaiserreich Frankreich eingegliedert. Die 1811 in Frankreich eingegliederten Gebiete lagen im DĂ©partement Ems-SupĂ©rieur. Dazu zĂ€hlten alle ostwestfĂ€lischen Gebiete nordwestlich der Linie Weser-Werre- Westgrenze Herford-Aa-Johannisbach-Schwarzbach-und Teutoburger Wald zwischen Werther und Borgholzhausen. Bielefeld und Herford gehörten demnach weiterhin zum Königreich Westfalen. Die nicht eingegliederten Gebiete wurden 1811 dem DĂ©partement Fulda eingegliedert. Den Ă€rmsten Schichten brachte die französische Fremdherrschaft die Möglichkeit, sich aus dem LehnsherrenverhĂ€ltnis bzw. der Leibeigenschaft freizukaufen, jedoch sollten die Heuerlinge, wenngleich rechtlich auch nicht mehr an Adlige gebunden, wirtschaftlich noch lange Zeit von den Besitzern ihrer Kotten abhĂ€ngig bleiben.

Bereits 1813 eroberte Preußen in den Befreiungskriegen französische Gebiete zurĂŒck und fasste sie im Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein zusammen. 1815 wurde auf dem Wiener Kongress die französische Herrschaft ĂŒber Ostwestfalen endgĂŒltig beendet.

Das preußische Ostwestfalen

Der Regierungsbezirk Minden mit Kreisen 1818

Seit Ende der französischen Fremdherrschaft war das heutige Ostwestfalen nun weitgehend preußisch. Der preußische Staat löste die alten Verwaltungsstrukturen, die noch auf den alten mittelalterlichen Territorien beruhte, auf und fasste 1815 Ostwestfalen im Regierungsbezirk Minden in der Provinz Westfalen zusammen. Die damals festgelegten Kreise lassen sich auch in der heutigen Kreisstruktur immer noch erahnen. In den sĂŒdlichen und damit katholischen Gebieten um Paderborn, die erstmals zu Preußen gehörten, wurde die Eingliederung in das protestantische Preußen von der Bevölkerung mehrheitlich abgelehnt und das Stichwort Musspreußen machte die Runde.

Die Region wÀhrend der Zeit des Nationalsozialismus

Wie ĂŒberall in Deutschland ĂŒbernahmen ab 1933 die Nationalsozialisten die Macht in der Region. In der NS-Ideologie Heinrich Himmlers spielte die Wewelsburg bei BĂŒren eine herausragend-unrĂŒhmliche Rolle als geplante SS-Ordensburg. Zum Ausbau der Burg wurden ArbeitskrĂ€fte benötigt, so dass in der NĂ€he eines der grĂ¶ĂŸten deutschen Konzentrationslager, das KZ Niederhagen, eingerichtet wurde. Besonders die Patienten der Von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel bei Bielefeld waren zu Zeiten des Nationalsozialismus von der Zwangssterilisation und durch die als Euthanasie bezeichneten nationalsozialistischen Krankenmorde akut gefĂ€hrdet. Obwohl die Leitung von Bethel versuchte, diese Menschen zu retten – was grĂ¶ĂŸtenteils auch gelang – wurden auch aus Bethel Menschen deportiert und getötet. Bereits 1941 begann die Deportierung der jĂŒdischen Bevölkerung Ostwestfalen-Lippes.

FĂŒr die Kriegsvorbereitung und DurchfĂŒhrung spielten insbesondere die Senne bei Paderborn, in der von Wehrmacht und SS der Panzerkrieg maßgeblich entwickelt und geprobt wurde, sowie als RĂŒstungsstandort die große Heeres-Munitionsanstalt LĂŒbbecke im Bereich der heutigen Stadt Espelkamp eine Rolle. Im Krieg wurden einige der RĂŒstungsbetriebe im Rahmen des Geilenberg-Programms auch in das Wiehen- und Wesergebirge bei Porta Westfalica in alten Bergstollen u-verlagert. Die industriellen Zentren Bielefeld, Herford, Minden, aber auch das eher lĂ€ndlich geprĂ€gte Paderborn sind bei Luftangriffen stark zerstört worden. Der Bodenkrieg verschonte die StĂ€dte aber weitgehend. Die einzige Panzerschlacht in der Region war die meist als „Schlacht um Paderborn“ bezeichnete Schlacht im SĂŒden der Region. Amerikanische PanzerverbĂ€nde der 3. US-Panzerdivision drangen dabei Ende MĂ€rz bis in den Raum Paderborn vor, um den Ruhrkessel im Osten zu schließen. In der Dörenschlucht bei Augustdorf gelang es einem SS-Verband zwar einige amerikanische Panzer auszuschalten und am 30./31. fiel der kommandierende US-General Maurice Rose bei Paderborn, jedoch wurde am 1. April bei Lippstadt der Ruhrkessel geschlossen und Paderborn eingenommen. Bereits am 4. April besetzten amerikanische Truppen Bielefeld, Herford, Detmold und Minden. Der Krieg war damit im April in der Region de facto zu Ende und die nationalsozialistische Herrschaft beendet.

Die Region nach 1945

Nach dem Krieg war bis zum Umzug nach Berlin Bad Oeynhausen Sitz der britischen MilitĂ€rregierung. Nach dem Krieg wurde Ostwestfalen bzw. der Regierungsbezirk Minden 1946 Teil des neuen Landes Nordrhein-Westfalen. Im Jahre 1946 entschloss sich das Land Lippe dazu, Nordrhein-Westfalen beizutreten. Der Beitritt wurde 1947 vollzogen. In den Lippischen Punktationen wurde der Beitritt geregelt und eine Eingliederung in den Regierungsbezirk Minden festgelegt. Der neue Regierungsbezirk, der jetzt erstmals ganz Ostwestfalen-Lippe als administratives Gebiet zusammenfasste, wurde in Regierungsbezirk Minden-Lippe, spĂ€ter in Regierungsbezirk Detmold umbenannt und die Verwaltung gemĂ€ĂŸ den Vereinbarungen zwischen dem Land NRW und dem Land Lippe nach Detmold verlegt.

Die Tabakindustrie in Minden-Ravensberg geriet in den Nachkriegsjahren durch das Aufkommen von Wickelmaschinen, deren Einsatz aus beschĂ€ftigungspolitischen GrĂŒnden vor 1945 in Deutschland verboten war, in einen produktionstechnischen Nachteil gegenĂŒber auslĂ€ndischen Produzenten. Der Niedergang der Tabakindustrie konnte aber unter anderem durch die Möbelindustrie aufgefangen werden, die in den lĂ€ndlichen Gegenden Ostwestfalen-Lippes bereits zuvor eine bedeutende Rolle spielte.

Von 1969 bis 1975 wurden die Kreise und Kommunen im Regierungsbezirk in einer Kommunalreform grundlegend neu geordnet. Infolge dessen wurde 1973 die neu geschaffene Stadt Harsewinkel dem Regierungsbezirk angegliedert und damit ostwestfĂ€lisch, obwohl das Gebiet gemĂ€ĂŸ den historischen Grenzen zum westfĂ€lischen MĂŒnsterland zĂ€hlte.

Siehe auch: Geschichte Westfalens

Wissenschaft und Bildung

In Ostwestfalen-Lippe gibt es zahlreiche Hochschulen. An der UniversitĂ€t Paderborn sind rund 13.500 Studierende (WS 2007/08) in 113 StudiengĂ€ngen immatrikuliert, an der UniversitĂ€t Bielefeld rund 17.600 (WS 2007/08) in 76 StudiengĂ€ngen. Im Forschungsranking des GĂŒtersloher Centrums fĂŒr Hochschulentwicklung (CHE) belegen Informatik, Wirtschaftsinformatik und Anglistik in Paderborn und Soziologie, Geschichte und PĂ€dagogik in Bielefeld vordere PlĂ€tze.

Ebenfalls von ĂŒberregionaler Bedeutung sind die Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit Ihren Standorten in Lemgo, Detmold, Höxter und Warburg, sowie die Hochschule fĂŒr Musik in Detmold.

In Bielefeld ist die Fachhochschule Bielefeld mit je einer Außenstelle in Minden und in GĂŒtersloh ansĂ€ssig.

Kleinste ostwestfĂ€lische Hochschule ist die Hochschule fĂŒr Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen in Herford, die fĂŒr 50 Studenten ausgelegt ist. Im Jahre 2009 sind dort 39 Studenten eingeschrieben.

Internationale Beachtung findet die wissenschaftliche Forschung des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen. Die Einrichtung ist UniversitÀtsklinik der Ruhr-UniversitÀt Bochum.

ErgĂ€nzt wird das Forschungsangebot in Ostwestfalen-Lippe durch das Fraunhofer INA (Kompetenzzentrum Industrial Automation) in Lemgo,[15] sowie zwei Außenstellen von Fraunhofer-Instituten in Paderborn.

Im Rahmen des BMBF-Programms "Lebenslanges Lernen" entstanden als Teil der "Lernenden Regionen" in OWL vor allem fĂŒr bildungsferne und benachteiligte Schichten, besonders Migranten, an fĂŒnf Standorten in Detmold, Bad Salzuflen, Lemgo, Blomberg und auch Herford die Selbstlernzentren Lippe zur individuellen Förderung sprachlicher sowie beruflicher Basisqualifikationen.[16]

In Ostwestfalen-Lippe gibt es einige kleinere Volkssternwarten. So gibt es an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe am Standort Lemgo seit 1969 eine Sternwarte. Die Realisierung eines Planetariums in Bad Lippspringe wird von der Planetariumsgesellschaft Ostwestfalen-Lippe e. V. als Förderverein angestrebt.

Wirtschaft

Wirtschaftskarte der Region

Ostwestfalen-Lippes Wirtschaft wird dominiert von mittelstĂ€ndischen Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Lebensmittelindustrie, IT-Industrie, Automatisierungstechnik und Möbelindustrie, die im Bezug auf das Bundesgebiet (und teilweise international) einen sehr hohen Stellenwert haben. Von der ehemals dominierenden Tabakindustrie in Minden-Ravensberg sind nur wenige Betriebe erhalten. In der Tradition der ehemals Ă€ußerst bedeutenden Leineweber aus der Region stehen die großen Textil- und Modeunternehmen in Minden-Ravensberg. Im primĂ€ren Sektor arbeiten weniger als 1 % der abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten, rund ein Drittel arbeiten im sekundĂ€ren Sektor, der Rest (rund 65 %) arbeiten im tertiĂ€ren Wirtschaftssektor. Die BeschĂ€ftigtenstruktur nach Wirtschaftsbereichen am 31. Dezember 2006 zeigt folgende Tabelle im Detail:

Wirtschaftsbereich Sozialversicherungs-
pflichtige BeschÀftigte
Anteil
in Prozent
Land- und Forstwirtschaft 5.188 0,8
Bergbau und Gewinnung von Erden und Steinen 450 0,1
PrimÀrer Sektor 5.638 0.9
Verarbeitendes Gewerbe 225.208 33
Energie- und Wasserversorgung 4.614 0,7
SekundÀrer Sektor 229.822 33,7
Baugewerbe 34.756 5,1
Handel 108.505 15,9
Gastgewerbe 13.079 1,9
Verkehr- und NachrichtenĂŒbermittlung 32.254 4,7
Kredit- und Versicherungsgewerbe 17.887 2,6
GrundstĂŒckswesen, Vermietung,
Dienstleistung fĂŒr Unternehmen
74.075 10,8
Öffentliche Verwaltung 30.896 4,5
Öffentliche und private Dienstleistungen 135.387 19,8
TertiÀrer Sektor 449.839 65,4
Gesamt 682.341 100

Quelle: Bezirksregierung Detmold, Stand 31. Dezember 2006 [17]

Zentrale von Melitta Haushaltsprodukte Europa in Minden

Die vier Arbeitsagenturen in Bielefeld, Herford, Detmold und Paderborn melden fĂŒr Oktober 2008 eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent. Dies entspricht 76.429 als arbeitslos Gemeldeten. Damit ist die Arbeitslosenquote im Vergleich mit den anderen nordrhein-westfĂ€lischen Bezirken unterdurchschnittlich.[18] Folgende Tabelle zeigt die Arbeitslosenquote in den einzelnen Kreisen und kreisfreien StĂ€dten:

Kreis Arbeitslosenquote
Bielefeld 9,3 Prozent
GĂŒtersloh 4,3 Prozent
Herford 6,2 Prozent
Höxter 5,8 Prozent
Lippe 7,5 Prozent
Minden-LĂŒbbecke 5,8 Prozent
Paderborn 6,5 Prozent
Ostwestfalen-Lippe 6,5 Prozent

Quelle: Bundesagentur fĂŒr Arbeit, Stand Oktober 2008 [18][19]

Oetker Werk in Bielefeld
Harting GebÀude von Mario Botta in Minden

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick ĂŒber die 15 grĂ¶ĂŸten Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe nach den BeschĂ€ftigungszahlen:

Unternehmen Sitz BeschĂ€ftigte weltweit BeschĂ€ftigte in OWL Umsatz Mrd. € Âč
AVA-GruppeÂČ Bielefeld 29.300 5.800 4,8
Benteler Paderborn 19.107 6.200 5,6
Bertelsmann GĂŒtersloh 97.132 10.910 19,3
Claas-Gruppe Harsewinkel 8.200 3.240 2,3
Edeka Minden Hannover Minden 24.200 7.880 5,4
EK/servicegroup Bielefeld 5.600 700 1,4
Gauselmann-Gruppe Espelkamp 5.490 1.600 1,0
Gildemeister Bielefeld 5.650 850 1,3
Hettich Unternehmensgruppe Kirchlengern 5.800 1.120 0,7
Isringhausen Lemgo 3.600 1.300 k.A.
Miele Gruppe GĂŒtersloh 15.950 8.150 2,7
Oetker-Gruppe Bielefeld 22.340 1.860 7,1
Phoenix Contact Blomberg 11.000 3.600 1,1
SchĂŒco International Bielefeld 4.700 1.900 1,6
Wago Kontakttechnik Minden 4.600 1.500 0,4
Wincor Nixdorf Paderborn 7.940 2.200 2,1
Quelle: IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, IHK Lippe zu Detmold und Angaben der Unternehmen, Stand: 2007 [20]

Âč Quelle: Wirtschaftsblatt [21] und Internetauftritt des jeweiligen Unternehmens
ÂČ Am 1. Juli 2006 umfirmiert in die Marktkauf Holding GmbH

Möbelindustrie

Etwa 70 Prozent der deutschen KĂŒchenmöbelproduktion stammt aus Ostwestfalen-Lippe. Mit dem Kompetenzzentrum der Holz-, Möbel- und Kunststoffindustrie sind folgende FachverbĂ€nde der Holz- und Möbelindustrie in Herford ansĂ€ssig: Verband der Deutschen KĂŒchenmöbelindustrie, Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie, Verband der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Westfalen-Lippe e. V., Industrieverband Möbel – Holz – Kunststoff Westfalen, Fachverband Serienmöbelbetriebe des Handwerks, Service-Gesellschaft der Holz- und Möbelindustrie Herford mbH. Mit dem in Verl ansĂ€ssigen Unternehmen Nobilia verfĂŒgt die Region ĂŒber einen der grĂ¶ĂŸten KĂŒchenhersteller Europas.
Schlagzeilen machte 2007 der in Insolvenz geratene grĂ¶ĂŸte Möbelhersteller Europas Schieder Möbel mit Sitz in Herford bzw. Schieder.

Bekleidungsindustrie

In Herford haben mit Ahlers sowie mit der F. W. Brinkmann GmbH und Leineweber drei der fĂŒnf grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen Herrenbekleidungsunternehmen ihren Sitz. In Bielefeld und Halle haben außerdem die Modekonzerne Seidensticker und Gerry Weber ihren Hauptsitz.

Tourismus

ehemaliges Kurhaus in Bad Oeynhausen

Der Tourismus spielt in Ostwestfalen-Lippe eine grĂ¶ĂŸere Bedeutung als im nordrhein-westfĂ€lischen Landesschnitt. Die Region wird durch ihre fĂŒnf großen HeilbĂ€der (Bad Driburg, Bad Lippspringe, Bad Meinberg, Bad Oeynhausen, Bad Salzuflen) und 12 Luft- und drei Kneipp-Kurorte, sowie ein Kneipp-Heilbad als Heilgarten Deutschlands bezeichnet. Von touristischer Anziehungskraft sind unter dem Aspekt Erholung die Naturparke Teutoburger Wald / Eggegebirge und Wiehengebirge/ Teutoburger Wald. Die Orte mit der höchsten FremdenverkehrsintensitĂ€t (FremdenĂŒbernachtungen pro 100 Einwohner, ohne GeschĂ€ftsreisende) sind Bad Driburg (FremdenverkehrsintensitĂ€t: 3.771), Bad Oeynhausen (1.970), Bad Lippspringe (1.859), Horn-Bad Meinberg (1.754), Bad Salzuflen (1.417) und Vlotho (1.015).[22]

MilitÀr

Das MilitĂ€r ist ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor in Ostwestfalen-Lippe. Die grĂ¶ĂŸten Bundeswehrstandorte sind Minden, Augustdorf und Höxter. Die Augustdorfer Rommel-Kaserne ist einer der grĂ¶ĂŸten Standorte des Heeres und Heimat der Panzerbrigade 21. Herford ist außerdem Sitz des Stabes der 1st (UK) Armoured Division (1. britische Panzerdivision) und Sitz des British Forces Broadcasting Service (BFBS). Die britischen StreitkrĂ€fte in Deutschland sind in Bielefeld und GĂŒtersloh aber vor allem in Paderborn-Sennelager stationiert (→ britische Standorte in NRW) und ĂŒben auf dem sich zwischen Paderborn und Augustdorf erstreckenden TruppenĂŒbungsplatz Senne zusammen mit Einheiten der Panzerbrigade 21. Das Sperrgebiet Senne konnte sich durch die militĂ€rische Nutzung zu einer ökologisch wertvollen Landschaft entwickeln, fĂŒr die immer wieder die Einrichtung eines Nationalparks Senne-Egge diskutiert wird. Der Flughafen GĂŒtersloh, der kurzfristig in den 1990er Jahren auch zivil genutzt wurde, wird durch die britischen StreitkrĂ€fte genutzt.

Medien

Hörfunk- und Fernsehsendemast auf dem Bielstein. (Blick vom Hermannsdenkmal)

In der Region gibt es zwei große Zeitungsgruppen, die Neue WestfĂ€lische und das Westfalen-Blatt die mit Lokalteilen fĂŒr die meisten StĂ€dte und Gemeinde der Region die grĂ¶ĂŸten Tageszeitungen sind. Die Neue WestfĂ€lische bildet eine publizistische Einheit mit der Lippischen Landes-Zeitung, Detmold, dem Haller Kreisblatt, Halle (Westf.), dem Mindener Tageblatt, Minden und dem Vlothoer Anzeiger, Vlotho. Die tĂ€glich verkaufte Auflage der durch diese Kooperation entstehenden Zeitungsgruppe Neue WestfĂ€lische betrĂ€gt laut IVW montags bis samstags 247.522 Exemplare, die der Kernzeitung 153.554 Exemplare (Stand 3. Quartal 2006). Damit ist die Neue WestfĂ€lische die auflagenstĂ€rkste Zeitung in der Region Ostwestfalen-Lippe. Die Vlothoer Zeitung, das Herforder Kreisblatt und das WestfĂ€lische Volksblatt sind wiederum mit dem Westfalen-Blatt publizistisch verbunden. Die Gesamtverbreitung des Westfalen-Blatt lag im II. Quartal 2005 bei 132.859 (laut IVW). Die Glocke (auch: GĂŒtersloher Volkszeitung) ist eine Tageszeitung fĂŒr Teile des Kreises GĂŒtersloh.

Der WDR betreibt in Bielefeld und neuerdings auch in Paderborn jeweils ein Lokalstudio fĂŒr den Rundfunk und das Fernsehen. Hier wird unter anderem die wochentĂ€gliche Fernsehsendung Lokalzeit OWL aktuell mit Nachrichten aus der Region produziert. In Bielefeld wird der offene Kanal 21 produziert.

Neben dem öffentlich-rechtlichen WDR strahlen mehrere Lokalsender Programme fĂŒr die Region aus: Radio Bielefeld, Radio GĂŒtersloh, 94.9 Radio Herford, Radio Hochstift, Radio Lippe und Radio Westfalica. Studenten der UniversitĂ€t Bielefeld produzieren das Campusradio Hertz 87,9. Auf dem Paderborner Campus wird das Uni-Radio L’UniCo produziert. Die Hochschule Ostwestfalen-Lippe betreibt an ihren Standorten in Detmold, Höxter und Lemgo das Campusradio Triquency. Im Bielefelder Stadtteil Gadderbaum sendet das Einrichtungsradio Antenne Bethel auf einer eigenen UKW-Frequenz fĂŒr die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die britischen StreitkrĂ€fte produzieren in der Region das englischsprachige Radio British Forces Broadcasting Service (BFBS) sowie die Wochenzeitung Sixth Sense.

GĂŒtersloh ist als Sitz des Weltkonzerns Bertelsmann ein Zentrum der europĂ€ischen Medienlandschaft.

Verkehr

Verkehrswege, HÀfen und FlughÀfen
Luftaufnahme Flughafen Paderborn
Der Mittellandkanal kreuzt die Weser
Radwegeschild mit Hinweis auf u. a. MĂŒhlenroute und BahnRadRoute Weser-Lippe bei Rödinghausen

Ostwestfalen-Lippe liegt an der nördlichen Mittelgebirgsschwelle und eignet sich aufgrund der Topographie fĂŒr die FĂŒhrung des wichtigen Ost-Westverkehrs, der hier in allen drei VerkehrstrĂ€gern Schiene, Straße und Kanal stattfindet. Entlang dieser Trassen haben sich die grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte ausgebildet, hier wohnen die meisten Menschen in Ostwestfalen-Lippe. Mit der Neuordnung der Verkehre nach der Deutschen Wiedervereinigung nahm dieser Ost-West Verkehr erheblich zu. GrĂ¶ĂŸere Nord-SĂŒd Verkehrsverbindungen finden sich erst westlich und östlich von Ostwestfalen-Lippe, eine geplante Nord-SĂŒd Autobahn ist Ende der 1970er Jahre gestrichen worden.

Straßenverkehr

Durch Ostwestfalen-Lippe verlaufen die Bundesautobahnen 2, 30 und 44. Sie nehmen den Ost-Westverkehr auf. Die A 33 (auch als Ostwestfalenmagistrale bezeichnet) dient einem Teil des ĂŒberregionalen Nord-SĂŒdverkehrs und ansonsten lokalem Verkehr. Wichtige Verkehrsknotenpunkte sind Bad Oeynhausen, Bielefeld, Minden und Paderborn. Die A 30 und A 33 sind nicht lĂŒckenlos befahrbar, daher ist der Ausbau der A 33 zwischen Bielefeld und Borgholzhausen bis etwa 2013 geplant, sowie die Nordumgehung Bad Oeynhausens bis etwa 2014, so dass die A 30 direkt an die A 2 anschließen wird.

Wichtigste Bundesstraßen in Nord-SĂŒd Richtung sind die Bundesstraßen 61 (in Bielefeld als Stadtautobahn teilweise Ostwestfalendamm genannt), 68 und 239. Die Ostwestfalenstraße fĂŒhrt als gut ausgebaute Schnellstraße von der Autobahnanschlussstelle „Ostwestfalen-Lippe“ der A 2  von der Stadtgrenze Bielefelds sĂŒdlich von Bad Salzuflen ĂŒber Lemgo, Blomberg, Steinheim, Brakel nach Warburg bis zur A 44.

Kleinere Bundesstraßen in Nord-SĂŒd Richtung sind die B 55, B 238, B 241, B 482, und B 514. In West-Ost Richtung verlaufen die wichtigen Bundesstraßen 1, 64 und 65, sowie die fĂŒr die Region weniger bedeutenden Bundesstraßen 7, 66 und 611. Durch Ostwestfalen-Lippe laufen die Themenstraßen Deutsche MĂ€rchenstraße, die Straße der Weserrenaissance und die WestfĂ€lische MĂŒhlenstraße.

Schienen- und Busverkehr

Wichtigster Bahnhof fĂŒr den Fern- und Nahverkehr ist Bielefeld Hbf mit ICE- und IC-Systemhalten. Weitere IC sowie einzelne ICE halten in Paderborn, GĂŒtersloh, Minden, Herford, Bad Oeynhausen, BĂŒnde, Warburg und Altenbeken. Wichtigster Nahverkehrsknotenpunkt ist der Bahnhof Herford, der inzwischen bezĂŒglich der Anzahl der haltenden NahverkehrszĂŒge die ehemaligen Eisenbahnknotenpunkte Löhne und Altenbeken ĂŒbertrifft.

Die wichtigsten Bahnstrecken sind die Bahnstrecke Hamm–Minden, Bahnstrecke Hannover–Minden und die Bahnstrecke Löhne–Rheine, diese dienen hauptsĂ€chlich dem Ost-West-Verkehr. Nebenstrecken mit ĂŒberregionaler Bedeutung sind die Bahnstrecke Hamm–Warburg, die Obere Ruhrtalbahn, die Bahnstrecke Nienburg–Minden, die Strecken Hannover–Altenbeken, Löhne–Hildesheim, und Herford–Altenbeken sowie die Egge-Bahn. Außerdem gibt es ab Bielefeld Hbf fĂŒnf Nebenbahnen mit regionaler Bedeutung, die auch die umliegenden Bereiche des MĂŒnster- und OsnabrĂŒcker Landes an Ostwestfalen-Lippe anbinden.

Bielefeld ist die einzige Stadt in der Region mit einer Straßenbahn. Die Linien werden teilweise unterirdisch gefĂŒhrt und werden als Stadtbahn Bielefeld bezeichnet. Die Stadt unterhĂ€lt am Bahnhof Brackwede einen Busbahnhof fĂŒr Fernbuslinien zu verschiedenen auslĂ€ndischen Zielen insbesondere in Ost- und SĂŒdeuropa.

In der Region wurden zwei VerkehrsverbĂŒnde (Ostwestfalen-Lippe und Paderborn-Höxter) gebildet, zwischen denen eine Kooperation durch die OWL Verkehr GmbH besteht. Es existieren die Verbundtarife „Der Sechser“ und „Hochstift-Tarif“.

Die Bahnstrecke Hamm-Warburg fĂŒhrt spektakulĂ€r ĂŒber den Altenbekener Viadukt.

Luftverkehr

Die FlughÀfen in OWL

In BĂŒren-Ahden im Kreis Paderborn befindet sich der Flughafen Paderborn/Lippstadt als einziger Passagierflughafen der Region. Der zivile Flugverkehr auf dem Flughafen GĂŒtersloh wurde zu Gunsten einer rein militĂ€rischen Nutzung 2003 eingestellt.

Die nĂ€chstgelegen FlughĂ€fen außerhalb der Region sind der Flughafen Dortmund, der Flughafen MĂŒnster/OsnabrĂŒck und der Flughafen Hannover. Sie sind von Bielefeld aus in etwa einer Autostunde zu erreichen.

Wasserstraßen

Die Bundeswasserstraßen Weser und Mittellandkanal, kreuzen sich in Minden im Wasserstraßenkreuz Minden. Die Weser hat oberhalb von Minden nur noch sehr geringe Bedeutung fĂŒr den Frachtverkehr. GrĂ¶ĂŸte HĂ€fen sind an Weser und Mittellandkanal der Hafen Minden und der Hafen LĂŒbbecke am Mittellandkanal.

Die Personenschiffe der Weserschifffahrtsgesellschaft Flotte Weser verbinden im touristischen Liniendienst u. a. Minden, Rehme, Porta Westfalica, Höxter und Corvey.

Radwege

Beliebteste Radrouten der Region sind der Europaradwanderweg R1, der Almeradweg, Weserradweg, die Wellness-Radroute, die BahnRadRouten Weser-Lippe, Hellweg-Weser und Teuto-Senne, die MĂŒhlenroute, Emsradweg, die Hellweg-Route, der Senne-Radweg, sowie der Else-Werre-Radweg.[23] Ein weiterer beliebter (Rad-)weg ist der Betriebsweg entlang des Mittellandkanals.

Siehe auch: Radverkehrsnetz NRW

Wanderwege

Der Höhenwanderweg Hermannsweg ĂŒber den Kamm des Teutoburger Waldes ist der wohl bekannteste Wanderweg Ostwestfalen-Lippes. Weitere Fernwanderwege sind der Eggeweg durch das Eggegebirge und der Wittekindsweg durch das Wiehengebirge. Höxter und Paderborn sind Endpunkte der Wildbahn bzw. des Rennwegs.

SehenswĂŒrdigkeiten und Kultur

Historisches Rathaus Paderborn

Bauwerke

Schlösser und Burgen

Die Herrscher der zahlreichen im Mittelalter entstandenen Territorien legten oft an strategisch wichtigen Punkten Burgen an, von denen sie das Land kontrollierten. Einige dieser Burgen wurden spĂ€ter in reprĂ€sentativere Schlösser umgewandelt. Viele sind nur noch in Teilen erhalten. Beispiele dafĂŒr sind die Stammburg der Ravensberger, die Burg Ravensberg (in Teilen erhalten) und die Burg Limberg (in Resten erhalten), die alle in der Grafschaft Ravensberg lagen. Das Bielefelder Wahrzeichen Sparrenburg gehörte ebenfalls zu den Ravensberger Landesburgen. Eine der Ă€ltesten in Resten erhaltenen Burgen ist die Iburg bei Bad Driburg und die Burg Desenberg bei Warburg. Die grĂ¶ĂŸten Burgen der Lipper waren das Schloss Brake, Burg Sternberg in Extertal, Burg Horn, Schloss Varenholz bei Kalletal sowie das im 16. Jahrhundert zum wohl grĂ¶ĂŸten Schloss Ostwestfalen-Lippes ausgebaute FĂŒrstliche Residenzschloss in Detmold, das immer noch vom Haus Lippe bewohnt ist. Das kleine Gebiet der Herrschaft Rheda wurde vom Schloss Rheda aus kontrolliert. Aber auch die geistlichen Herrscher der Region ließen Burgen und Schlösser errichten. Dazu zĂ€hlen das FĂŒrstbischöfliches Residenzschloss in Schloß Neuhaus, die Wewelsburg bei BĂŒren, Schloss Petershagen und das Schloss Haddenhausen. Daneben gab es viele Adelssitze und HerrenhĂ€user auf dem Land. Beispiele sind die Wasserburg Gut Böckel in Bieren, Gut Renkhausen, Schloss Crollage bei Preußisch Oldendorf und Schloss Wietersheim

Siehe auch: Liste der Burgen, Schlösser und Festungen in Nordrhein-Westfalen

DenkmÀler

Die beiden grĂ¶ĂŸten DenkmĂ€ler der Region sind das Hermannsdenkmal in Hiddesen bei Detmold und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica. Das Hermannsdenkmal ist das inoffizielle Wahrzeichen der Region und soll an den CheruskerfĂŒrsten Arminius (vgl. Arminia Bielefeld) und die Schlacht im Teutoburger Wald erinnern. Die Plastik Kaiser Wilhelms wurde vom ostwestfĂ€lischen Bildhauer Kaspar von Zumbusch gestaltet, der vor allem durch seine Monumente in MĂŒnchen und Wien berĂŒhmt wurde.

Kirchliche Bauten

Im frĂŒhen Mittelalter war die Region eine Hochburg des Christentums. Im ehemaligen Bischofssitz Minden zeugt davon der große Dom zu Minden mit seinem wertvollen Mindener Kreuz. Paderborn ist bis heute Bischofssitz. Die Bedeutung des Erzbistums bezeugen Paderborner Dom, die wohl grĂ¶ĂŸte Kirche der Region, mit BartholomĂ€auskapelle und Marktkirche in unmittelbarer NĂ€he. In BĂŒren steht die Kirche Maria Immaculata, die besonders durch ihre spĂ€tbarocke AusfĂŒhrung als eine der schönsten Kirchen der Region gilt.

Aus der Zeit des Stift Herfords stammt das Herforder MĂŒnster, das eine der grĂ¶ĂŸten Hallenkirchen Westfalens ist. Besonders in den katholisch geprĂ€gten Regionen im Kreis Höxter und Kreis Paderborn, aber auch im westlichen Kreis GĂŒtersloh sind einige Klosteranlagen erhalten. Dazu zĂ€hlen das Abdinghofkloster, das Franziskanerkloster WiedenbrĂŒck, das Kloster Hardehausen, das Kloster Marienfeldund das Kloster Dalheim, das heute ein Landesmuseum fĂŒr Klosterkultur beheimatet. Die bedeutendste Klosteranlage aus historischer und baulicher Hinsicht ist jedoch das Kloster Corvey mit seiner FĂŒrstlichen Bibliothek bei Höxter. Das sĂŒdliche Ostwestfalen prĂ€sentierte sich zur Expo 2000 als Klosterregion Hochstift Paderborn / Corvey.

StĂ€dtebauliche SehenswĂŒrdigkeiten

Im Zweiten Weltkrieg wurden durch Bombenangriffe vor allem die InnenstĂ€dte der industriellen Zentren Bielefeld, Herford, Minden und Paderborn bis auf Restbereiche zerstört. Die weniger dicht besiedelten Gebiete, vor allem der Kreis Lippe, weisen jedoch viele fast vollstĂ€ndig erhaltene Innenstadtbereiche auf. Insgesamt hat das Land Nordrhein-Westfalen 14 „historische Stadtkerne/ Ortskerne“ ausgewiesen: Bad Salzuflen, Blomberg, Brakel, Detmold, Horn-Bad Meinberg, Lemgo, LĂŒgde, Minden, Rheda-WiedenbrĂŒck, Rietberg, Schieder-Schwalenberg, Warburg, Höxter und Nieheim. Entlang der Weser gibt es viele erhaltene Bauwerke der Weserrenaissance, die Ostwestfalen-Lippes StĂ€dte in besonderer Weise geprĂ€gt hat.

Ebenfalls stÀdtebaulich interessant, wenngleich nicht historisch, ist Sennestadt, das als Bielefelder Trabantenstadt ein typisches Beispiel eines autogerechten StÀdtebaus der 1950er Jahre darstellt.

Technische Bauwerke und DenkmÀler

Eines der grĂ¶ĂŸten Wasserstraßenkreuze Europas ist das Wasserstraßenkreuz Minden an Weser und Mittellandkanal. Mit Hilfe von Schleusen können hier die Schifffahrtswege gewechselt werden. Bei Altenbeken ĂŒberspannt das 1853 eingeweihte Eisenbahnviadukt Altenbekener Viadukt das Beketal auf einer LĂ€nge von fast 500 Metern und einer Höhe von bis zu 35 Metern.

Das Besucherbergwerk Kleinenbremen erinnert daran, dass im Wiehengebirge und im Wesergebirge jahrhundertelang Bergbau betrieben wurde. Insbesondere das Gebirge bei Porta Westfalica ist stark unterhöhlt und im Rahmen der U-Verlagerung ausgebaut. Die Ravensberger Spinnerei in Bielefeld – heute ein Museum – ist ein Relikt der einst so bedeutenden Textilindustrie im Raum Minden-Ravensberg. Heute ebenfalls ein Museum ist die GlashĂŒtte Gernheim bei Petershagen. Im MĂŒhlenkreis Minden-LĂŒbbecke sind sehr viele WindmĂŒhlen erhalten, die einen Teil des lĂ€ndlichen Lebens in Ostwestfalen-Lippe dokumentieren. Aus wehrtechnischer und architektonischer Sicht sind die preußischen Anlagen der Festung Minden interessant.

Museen

In Detmold zeigt das Lippische Landesmuseum, das grĂ¶ĂŸte Museum der Region, Sammlungen aus den Bereichen Naturkunde, Ur- und FrĂŒhgeschichte, Landesgeschichte, Volkskunde, Kunst, Möbel und Innenarchitektur sowie Völkerkunde. Das Weserrenaissance-Museum in Lemgo veranschaulicht die kulturelle Vielfalt Nord- und Westdeutschlands im 16. und frĂŒhen 17. Jh. Die bekanntesten Kunstmuseen in der Region sind die Kunsthalle Bielefeld mit einer umfangreichen GemĂ€lde- und Skulpturensammlung sowie das Designmuseum MARTa in Herford, das in einem der drei von Frank Gehry erbauten GebĂ€ude in der Region beheimatet ist (weitere GebĂ€ude: Energie-Forum – Innovation und das Ronald McDonald Haus in Bad Oeynhausen). Das Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn ist das grĂ¶ĂŸte Computermuseum der Welt. Die Technik- und Sozialgeschichte der Region dokumentieren u. a. das WestfĂ€lische Industriemuseum Ziegelei Lage, die Ravensberger Spinnerei in Bielefeld und das WestfĂ€lische Freilichtmuseum Detmold, das einen Ausschnitt aus der vornehmlich bĂ€uerlichen Kultur der Region zeigt. In der Zigarrenstadt BĂŒnde veranschaulicht das Deutsches Tabak- und Zigarrenmuseum die Geschichte der Tabakindustrie der Region und zeigt darĂŒber hinaus aus der ganzen Welt stammende Exponate rund um das Thema Tabakkonsum. Ebenfalls in BĂŒnde zeigt das Dobergmuseum Exponate aus der FossillagerstĂ€tte Doberg, u. a. eine versteinerte Seekuh. Das Preußen-Museum in Minden vermittelt einen Überblick ĂŒber das westfĂ€lische Preußen. Das HexenbĂŒrgermeisterhaus dokumentiert die Lemgoer Stadtgeschichte, insbesondere das dunkle Kapitel der Hexenverfolgung. Das Junkerhaus – ein außergewöhnliches Kunstwerk fĂŒr sich – widmet sich dem Leben des Lemgoer KĂŒnstlers Karl Junker. Die Modellbundesbahn in Bad Driburg zeigt einen detaillierten Nachbau der Bahnhöfe Ottbergen und Bad Driburg im Maßstab 1:87. In Rheda-WiedenbrĂŒck kann das 2008 neu eröffnete Museum der WiedenbrĂŒcker Schule (Sakralkunst) besucht werden. In dem authentisch erhaltenen KĂŒnstlerhaus des Malers, Graphikers und Bildhauers Peter August Böckstiegel, dem Peter-August-Böckstiegel-Haus in Werther, lĂ€sst sich dessen umfangreiches expressives Schaffen erleben. Weniger bekannt, aber im Kontext von Migration und Integration von besonderer Bedeutung,[24] ist das Museum fĂŒr russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold. Es ist das erste und bisher einzige russlanddeutsche Museum in Ostwestfalen-Lippe und in Deutschland. In Halle befindet sich noch das Museum fĂŒr Kindheits- und Jugendwerke bedeutender KĂŒnstler, ein einzigartiger mueseumspĂ€dagogischer Ansatz.

Theater und Konzerthallen

Neben zahlreichen FreilichtbĂŒhnen (z. B.: die Goethe-FreilichtbĂŒhne Porta Westfalica oder die FreilichtbĂŒhne Bökendorf) sind die Theater Bielefeld mit zwei SpielstĂ€tten und das ehemalige Hoftheather der lippischen FĂŒrsten, das Landestheater Detmold, die grĂ¶ĂŸten BĂŒhnen der Region. In GĂŒterloh ist 2010 der vielbeachtete Neubau des Theasters in GĂŒterloh eröffnet worden. Das nordrhein-westfĂ€lische Landes-Sinfonieorchester Nordwestdeutsche Philharmonie aus Herford ist ein Konzertorchester der Region. Die Musiker spielen außer in Herford auch regelmĂ€ĂŸig in der Konzerthalle in Bad Salzuflen und auch im Stadttheater Minden, das kein eigenes Ensemble besitzt. Ein weiterer bekannter Konzertsaal ist die Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld. Auch im Konzertsaal der renommierten Hochschule fĂŒr Musik Detmold finden mehrere hundert Konzerte pro Jahr statt.

International bekannt ist das Gerry-Weber-Stadion welches nicht nur als Austragungsort fĂŒr das gleichnamige Tennisturnier Gerry Weber Open sondern auch als Konzerthalle genutzt wird. Weitere große Veranstaltungsorte fĂŒr Konzerte und Kongresse in der Region sind die Stadthalle und die Seidensticker Halle in Bielefeld.

Natur

Naturparke und Naturschutzgebiete

Sennelandschaft im Herbst

Ostwestfalen-Lippe hat Anteil an folgenden Naturparks:

Am 31. Dezember 2005 waren in Ostwestfalen-Lippe insgesamt 357 Naturschutzgebiete mit einer GesamtflĂ€che von mehr als 41.000 ha ausgewiesen. Das entspricht einem Anteil von 6,3 % an der GesamtflĂ€che. Insgesamt liegt die Region damit nur leicht unter dem Landesdurchschnitt. Die grĂ¶ĂŸten zusammenhĂ€ngenden Gebiete befinden sich im Großen Torfmoor, den Weserauen und im Diemeltal. FĂŒr die Senne und das Eggegebirge wird die Einrichtung eines Nationalparks Senne-Egge diskutiert, womit jedoch, solange die Senne noch militĂ€risch genutzt wird, nicht gerechnet werden kann.

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete in Ostwestfalen-Lippe

Naturdenkmale

Das wohl bekannteste Naturdenkmal Ostwestfalen-Lippes sind die Externsteine im lippischen Horn-Bad Meinberg. Diese Sandstein-Felsformation im Teutoburger Wald hat zwischen einer halben und einer Million Besucher pro Jahr. Ebenfalls aus Sandstein sind die Hannoversche Klippen bei WĂŒrgassen. Der Doberg bei BĂŒnde ist einer der umfangreichsten FossilienlagerstĂ€tte aus der Zeit des OligozĂ€n nördlich der Alpen. Einige der dort gefundenen Exponate werden im Dobergmuseum in BĂŒnde ausgestellt. Die Adlerwarte Berlebeck bei Detmold ist ein beliebtes Ausflugsziel in der NĂ€he des Hermannsdenkmals. Imposant ist außerdem das Durchbruchstal der Weser durch das Weser- und Wiehengebirge bei Porta Westfalica. Der Große Stein von Tonneheide ist einer der grĂ¶ĂŸten Findlinge Norddeutschlands.

Parks

Die Region ist mit ihren Garten- und Parkanlagen in das European Garden Heritage Network eingebunden. Im Projekt Garten_ Landschaft OstWestfalenLippe und Unterprojekten wie Wege durchs Land oder Rauminszenierungen verbindet die Region ihre GĂ€rten- und Parkanlagen mit Kunstprojekten.[25]

Zu den bekanntesten und grĂ¶ĂŸten Parks in Ostwestfalen-Lippe zĂ€hlen der Detmolder Palaisgarten, der Kurpark in Bad Salzuflen, der Stadtpark GĂŒtersloh, der Schloss- und Auenpark in Paderborn, der Park der magischen Wasser in Löhne / Bad Oeynhausen. Die beiden letztgenannten entstanden fĂŒr die Landesgartenschauen 1994 bzw. 2000.

Kulinarisches

Die KĂŒche der Region ist eine TeilkĂŒche der WestfĂ€lischen KĂŒche. Die EinflĂŒsse der norddeutschen KĂŒche sind insbesondere im Mindener Land groß. Traditionelle Gerichte sind zum Beispiel GrĂŒnkohl mit Pinkel, StippgrĂŒtze und Pickert. Als Besonderheit wird der Pickert in Lippe gern mit Leberwurst gegessen. Eine weitere lippische Besonderheit sind die auf Stroh gebackenen Strohsemmeln. Weitere typische Backwaren sind das Paderborner Landbrot, der Stutenkerl zur Adventszeit und die bekannten Lebkuchen aus Borgholzhausen. Aus Nieheim stammt der Nieheimer KĂ€se. Versmold wird wegen seiner Fleischereien als die WurstkĂŒche Westfalen bezeichnet. Die Region, vor allem Steinhagen und Halle, ist außerdem fĂŒr seine zahlreichen WacholderschnĂ€pse bekannt. Zu nennen sei hier der SteinhĂ€ger aus Steinhagen und der Lipper SchĂŒtze aus Lemgo. Bekannte ĂŒberregionale Biere sind das Herforder Pils, das Paderborner Pils, das Detmolder Pils und Barre BrĂ€u. Die August Storck KG produziert in ihrem Hauptwerk in Halle ĂŒberregional bekannte SĂŒĂŸwaren.

Siehe auch: WestfĂ€lische KĂŒche

Brauchtum und Volksfeste

Festandacht am Liboridienstag im Paderborner Dom

In den lĂ€ndlichen Gebieten Ostwestfalen-Lippes sind SchĂŒtzenfeste weit verbreitet. Bekannt ist zum Beispiel das Mindener Freischießen. In den (ehemaligen) geistigen Zentren der Region gibt es Volksfeste die auf einen religiösen Anlass zurĂŒckgehen beziehungsweise bei denen der religiöse Inhalt noch lebendig ist. Am bekanntesten sind Libori in Paderborn, der Annentag in Brakel und die Herforder Vision. Herford ist zugleich Sitz des Mitteldeutschen Schaustellervereins von 1895 Herford e. V. Im katholischen SĂŒden der Region wird Karneval gefeiert, wobei der Weiberkarneval in Stukenbrock der bekannteste sein dĂŒrfte. Im protestantischen Norden ist das SĂŒnnematten vor allem bei den Kindern beliebt. Daneben gibt es zahlreiche weitere Volksfeste, die weniger religiös motiviert waren, sondern ursprĂŒnglich ViehmĂ€rkte oder MĂ€rkte fĂŒr andere landwirtschaftliche Produkte waren. Die grĂ¶ĂŸten und bekanntesten der Region sind der Blasheimer Markt, der Leinewebermarkt und der Pollhansmarkt. Bekannt ist auch das Bierbrunnenfest in LĂŒbbecke. Die OsterrĂ€derstadt LĂŒgde hat eine rund tausendjĂ€hrige Tradition im Bau von OsterrĂ€dern, die zu Ostern brennend einen Hang hinunterrollen.

Teile des Mindener Landes und Lippes liegen im Verbreitungsgebiet der Schaumburger Tracht. Das Tragen einer Tracht ist jedoch sehr selten geworden. In den ĂŒbrigen Teilen Ostwestfalen-Lippes ist die Trachtentradition fast gĂ€nzlich ausgestorben.

Persönlichkeiten

Gerhard Schröder, bekanntester Lipper und auch bekannteste Persönlichkeit aus OWL
Frank-Walter Steinmeier stammt gebĂŒrtig aus dem Lipperland. Mit seiner Nominierung als SPD-Spitzenkandidat kommt bei der Bundestagswahl 2009 zum vierten Mal nacheinander der SPD-Kanzlerkandidat aus Lippe.

Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten aus der Region zÀhlen:

In der Region haben maßgeblich gewirkt:

Siehe auch: Liste der Persönlichkeiten aus Ostwestfalen-Lippe

Sport

Die SchĂŒcoArena in Bielefeld
Lipperlandhalle in Lemgo

SportstÀtten

Die nach Zuschauerzahl grĂ¶ĂŸten SportstĂ€tten sind die vornehmlich als Fußballstadien genutzten Stadien SchĂŒcoArena (oft Alm genannt) (27.300 Zuschauer) sowie das Stadion Rußheide (12.000 Zuschauer) in Bielefeld, die Energieteam Arena (15.300) sowie das Hermann-Löns-Stadion (12.500) in Paderborn, das Heidewaldstadion (12.500) in GĂŒtersloh und das Ludwig-Jahn-Stadion (18.400) in Herford, sowie das Weserstadion (6.800) in Minden. DarĂŒber hinaus gibt es noch die ĂŒberdachte SportstĂ€tte und Multifunktionsarena Gerry-Weber-Stadion in Halle mit einer KapazitĂ€t von 12.300 Zuschauern. Das Gerry-Weber-Stadion wird unter anderem als Tennis- und Handballstadion genutzt.

Vereine und Veranstaltungen

  • Fußball: Traditionsreichster Verein der Region ist die seit der Saison 2011/2012 in der 3. Fußball-Liga spielende Bielefelder Arminia. Der Verein bezeichnet sich selbst als „Sportclub der Ostwestfalen“, musste jedoch in den letzten Jahren mehrfach die finanzielle Insolvenz abwenden, was bis dato gelang. Die finanziellen Unruhen im Verein hatten den sportlichen Abstieg bis in die 3. Fußball-Liga des DFB zur Folge.

Sportlich erfolgreicher gestaltet sich der Weg des SC Paderborn 07, der sich in der 2. Liga etabliert hat und sich nunmehr als sportlich zur Zeit erfolgreichster Fußballverein der Region OWL erweist. Dahinter folgen der SC Verl und der SC WiedenbrĂŒck 2000 und in der Regionalliga West.

In der 2. Fußball-Bundesliga der Frauen spielen sowohl der Herforder SV Borussia Friedenstal und der FSV GĂŒtersloh 2009.

Literatur

  • Verena Hellenthal:MĂ€rchen und Sagen aus Ostwestfalen-Lippe. Sutton Verlag, Erfurt 2008, ISBN 978-3-86680-061-8
  • Wilhelm Wilms: Ostwestfalen-Lippe. Stalling, Oldenburg 1957, ASIN B0000BM5N0.
  • Matthias Rickling, Jan Witt, Marianne Witt-Stuhr: Zeitreise durch Ostwestfalen-Lippe. AusflĂŒge in die Vergangenheit. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 2006, ISBN 3-8313-1662-7.
  • Wartberg Verlag (Hrsg.): FreizeitfĂŒhrer Ostwestfalen-Lippe und Paderborner Land. 4. Auflage. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 2003, ISBN 3-86134-421-1.
  • BĂŒhn Verlag (Hrsg), IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (Hrsg.): Ostwestfalen – ganz oben in NRW. Wirtschaftsstandort und Kulturraum.3. Auflage. BĂŒhn, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-932831-27-6.

Siehe auch

 Portal:Ostwestfalen-Lippe – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Ostwestfalen-Lippe

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Ostwestfalen â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Ostwestfalen-Lippe â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Monatsbericht des Regierungsbezirks Detmold vom September 2011 abgerufen Oktober 2011
  2. ↑ Monatsbericht des Regierungsbezirks Detmold vom September 2011 abgerufen Oktober 2011
  3. ↑ FließgewĂ€sserinformationssystem, HTML, Abrufdatum Oktober 2007.
  4. ↑ Geologischer Dienst NRW, HTML, Abrufdatum Oktober 2007.
  5. ↑ Dr. Hans Riepenhausen: Die Landschaft – Natur und Kulturraum. In: Ostwestfalen-Lippe, Monographien deutscher Wirtschaftsgebiete. Band 4. 1957, S. 14 ff
  6. ↑ Ministerium fĂŒr Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, HTML, Abrufdatum: Oktober 2007.
  7. ↑ Neue WestfĂ€lische:Die Bevölkerung altert immer schneller Ausgabe vom 26. Oktober 2011, abgerufen 8. November 2011
  8. ↑ Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, DĂŒsseldorf 1964, S. 358–359
  9. ↑ Die Wohnbevölkerung in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens 1970. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen, DĂŒsseldorf 1972, S. 39–46
  10. ↑ Sonderreihe zur VolkszĂ€hlung 1987 in Nordrhein-Westfalen: Bevölkerung, Privathaushalte und ErwerbstĂ€tige. Gemeindeergebnisse der VolkszĂ€hlung, Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen, DĂŒsseldorf 1989.
  11. ↑ Volkhard Krech: Was glauben die Menschen in Nordrhein-Westfalen? Erste Ergebnisse einer Untersuchung ĂŒber religiöse PluralitĂ€t, PDF, Ruhr-Uni Bochum, Stand: 2006.
  12. ↑ Landesamt fĂŒr Statistik: SchĂŒler an allgemeinbildenden Schulen in NRW nach Religionszugehörigkeit, HTML, Abrufdatum: Oktober 2007
  13. ↑ Homepage der OstWestfalenLippe Marketing GmbH
  14. ↑ Manfred Wolf. Das 17.Jahrhundert. In: Wilhelm Kohl (Hrsg.), Geschichte Westfalens, Bd.1, S. 539–604.
  15. ↑ Fraunhofer Institut fĂŒ Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung - IOSB
  16. ↑ Wir ĂŒber uns
  17. ↑ Regierungsbezirk Detmold: Monatsbericht Ostwestfalen-Lippe, PDF, Stand 1. Oktober 2007
  18. ↑ a b Bundesagentur fĂŒr Arbeit Bielefeld: Arbeitsmarktbericht Oktober 2008 (Link nicht mehr abrufbar), PDF
  19. ↑ Arbeitslosenquote im Oktober 2008 – LĂ€nder und Kreise
  20. ↑ Internetauftritt des Regionalmarketings
  21. ↑ Internetauftritt des Wirtschaftsblatt
  22. ↑ Bezirksregierung Detmold: Entwicklung und Bedeutung des Tourismus in Ostwestfalen-Lippe (Stand: August 2006) (Link nicht mehr abrufbar), HTML
  23. ↑ Radroutenplaner NRW, HTML.
  24. ↑ brand eins Neuland: "Katharina Neufeld, 56, Museumsleiterin aus Detmold" - Neuland 02/2008 - Ostwestfalen-Lippe
  25. ↑ Garten_Landschaft OstWestfalenLippe, HTML, Website des OstWestfalenLippe Marketing.


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