Otto von Habsburg

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Otto von Habsburg
Otto von Habsburg (2004)

Otto von Habsburg – in Österreich amtlich Otto Habsburg-Lothringen, kurz meist Otto Habsburg – (* 20. November 1912 in Reichenau an der Rax; † 4. Juli 2011 in Pöcking[1]) war ein österreichisch-deutscher Schriftsteller, Publizist und Politiker. FĂŒr die CSU war er Mitglied des EuropĂ€ischen Parlaments. Er besaß die StaatsbĂŒrgerschaften von Österreich, Deutschland und Ungarn[2] und nach eigenen Angaben von Kroatien.[3]

Von 1916 bis 1918 war Otto Kronprinz Österreich-Ungarns, bis 1921 Kronprinz Ungarns. Mit allen Vornamen und voller Titulatur wurde er damals als „Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius, Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn“ bezeichnet. Er war von 1930 bis 2006 Oberhaupt der Familien Habsburg-Lothringen. An der belgischen UniversitĂ€t Löwen war er seit 1929 als Otto Herzog von Bar immatrikuliert und wurde dort 1935 unter diesem Namen promoviert.

Ab Mitte der 1930er Jahre setzte sich Otto von Habsburg – zunĂ€chst unter christlich-monarchistischen Vorzeichen – mit der Paneuropa-Union fĂŒr die europĂ€ische Einigung ein. Er trat als entschiedener Gegner Hitlers und des Nationalsozialismus sowie des Kommunismus auf. „In der Politik [
] betrachtete er sich [
] Â»als Werkzeug Gottes«.“[4]

Jahrzehnte spĂ€ter sorgten seine Haltung zum Rechtsextremismus und seine Aussage zum Einfluss von Juden in der amerikanischen Politik[5] fĂŒr Kritik und Kontroversen. Ebenso wurde seine 2008 gehaltene Festrede bei einer ÖVP-Gedenkveranstaltung im österreichischen Parlament heftig kritisiert, in der er Österreich als erstes Opfer Hitlers darstellte und behauptete, „dass es keinen Staat in Europa gibt, der mehr Recht hat, sich als Opfer zu bezeichnen!“ Er bezeichnete sich selbst als „Legitimisten“ (so z. B. 2002 in einem Interview mit der rechtsnationalen Wochenzeitung Junge Freiheit), worunter er jemanden verstand, „der fĂŒr die legitim annehmbare Staatsform in jener Zeit eintritt, in der diese Staatsform existiert“.[5]

1961 unterzeichnete er die vom Habsburgergesetz als Bedingung fĂŒr seine Einreise nach Österreich geforderte ErklĂ€rung des Verzichts auf HerrschaftsansprĂŒche; im gleichen Jahr wurde aber in Deutschland sein Sohn als Erzherzog ins Taufregister eingetragen. Aus der Unsicherheit ĂŒber seine tatsĂ€chliche Haltung zur Republik entstand die „Habsburg-Krise“. 1966 durfte er wieder nach Österreich einreisen. 1972 kam es zum „historischen Handschlag“ mit dem sozialdemokratischen Bundeskanzler Kreisky. Habsburgs politische und historische Äußerungen fĂŒhrten in Österreich bis 2008 (siehe oben) immer wieder zu Kritik und Diskussionen, bei denen er vor allem die Sozialdemokraten als Gegner hatte.

Als Mitinitiator und Schirmherr des „PaneuropĂ€ischen Picknicks“ am 19. August 1989 wird Otto Habsburg in den Nachrufen als maßgeblich am Fall des Eisernen Vorhangs beteiligt gewĂŒrdigt.[6]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geburtshaus Villa Wartholz (um 1900)

Kindheit und Jugend

Otto wurde 1912 in der Villa Wartholz in Reichenau an der Rax in Niederösterreich geboren. Als erstgeborener Sohn der damaligen Nummer zwei in der Thronfolge, des spĂ€teren Kaisers Karl I., und seiner Ehefrau Zita und als Kronprinz (ab 1916) wurde Erzherzog Otto auf eine zukĂŒnftige Herrscherrolle vorbereitet. Bei den Beisetzungsfeierlichkeiten fĂŒr Kaiser Franz Joseph I. in Wien und bei der Krönung seines Vaters zum König von Ungarn in Budapest trat der 4-jĂ€hrige Otto 1916 in der Öffentlichkeit erstmals als Kronprinz auf.

Nach Auflösung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn am Ende des Ersten Weltkrieges wohnte er bis MĂ€rz 1919 mit seinen Eltern – vor der Ausreise der ehemaligen Kaiserfamilie angesichts der drohenden Internierung seines Vaters – im Schloss Eckartsau in Niederösterreich. Von 1919 bis 1921 lebte Otto Habsburg-Lothringen mit seinen Eltern in der Schweiz im Exil.

Nach zwei gescheiterten Restaurationsversuchen in Ungarn wurde sein Vater von den SiegermĂ€chten des Ersten Weltkriegs nach Madeira verbannt; Zita begleitete ihn dorthin und holte die Kinder Anfang 1922 nach. Als Karl I. im April 1922 auf dem Sterbebett lag, musste der neunjĂ€hrige Sohn zusehen, wie man, so sein Vater, „als Kaiser und Christ stirbt“.[7] Nach dem Tod Karls ĂŒbersiedelte die Familie in das baskische Fischerdorf Lequeitio,[8] „wo Alfons XIII. – der spanische König hatte in Wien das Theresianum besucht und eine Erzherzogin geheiratet – fĂŒr das Auskommen sorgt.“[4]

Seine Mutter Zita Habsburg-Lothringen erzog ihren Sohn auch nach dem Untergang der Doppelmonarchie und der 1921 in Ungarn beschlossenen Dethronisation der Habsburger zu einem römisch-katholischen Monarchen. So wurde er in den Sprachen der Völker der k.u.k. Monarchie unterrichtet und musste den alt-österreichischen und alt-ungarischen Stundenplan eines Gymnasiums nebeneinander absolvieren.

Otto beherrschte neben seiner Muttersprache Deutsch auch Ungarisch, Kroatisch, Englisch, Spanisch, Französisch und Latein fließend in Wort und Schrift. Seine BĂŒcher schrieb er daher spĂ€ter nicht nur auf Deutsch, sondern auch in Ungarisch und Französisch.

Familienoberhaupt

Im Oktober 1929 ließ sich die Familie in Belgien nieder. Die GroßjĂ€hrigkeitserklĂ€rung und damit das Ende der Vormundschaft seiner Mutter erfolgte am 20. November 1930. Damit wurde Otto Habsburg-Lothringen Oberhaupt des „Hauses Habsburg“ und SouverĂ€n des Ordens vom Goldenen Vlies. Nach mit Auszeichnung bestandener ReifeprĂŒfung griff Otto von Habsburg im Oktober 1929 ein Studium der Staats- und Sozialwissenschaften an der Katholischen UniversitĂ€t Löwen auf und nahm den lothringischen Titel Herzog von Bar an.[9][10][11] Unter diesem Namen war er auch immatrikuliert.[12] Am 7. Juni 1935 erhielt Otto von Habsburg unter dem Namen Herzog von Bar nach mit Auszeichnung abgeschlossenem Studium an der UniversitĂ€t Löwen den Doktor der sozialen und politischen Wissenschaften.[13]

Von 1940 bis 1944 lebte Habsburg-Lothringen – außerhalb Österreichs von Habsburg – in den USA, 1944 bis 1951 hauptsĂ€chlich in Frankreich, spĂ€ter wieder in Spanien. 1951 heiratete er in Nancy Regina Prinzessin von Sachsen-Meiningen (1925–2010). (Mit ihr hatte er sieben Kinder, 22 Enkelkinder und 2 Urenkelkinder.) Seit 1954 lebte die engere Familie Ottos in Pöcking am Starnberger See in Bayern. Die im Familienbesitz stehende „Villa Austria“, die Otto von Habsburg bis zu seinem Tode bewohnte, wurde von einem australischen OpernsĂ€nger um 1870 als „Villa Australia“ erbaut.[7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er eine TĂ€tigkeit als Vortragsreisender und war außerdem als Schriftsteller tĂ€tig. Habsburg, der in seinem politischen Engagement vom spanischen Diktator Franco unterstĂŒtzt wurde, setzte sich fĂŒr dessen Auszeichnung mit der Goldmedaille des Stiftes Mariazell ein, die Franco 1952 erhielt.[8]

Otto von Habsburg (rechts) unter anderem mit Helmut Kohl

VerzichtserklÀrung

Die Einreise in die am 12. November 1918 ausgerufene Republik Österreich war ihm und den anderen Familienmitgliedern durch § 2 Habsburgergesetz vom 3. April 1919 untersagt, so lange sie nicht auf die Zugehörigkeit zum Haus Habsburg-Lothringen und die aus ihr gefolgerten HerrschaftsansprĂŒche verzichteten und sich als getreue StaatsbĂŒrger der Republik bekannten. Otto gab diese ErklĂ€rung gegen den Rat seiner Mutter im Mai 1961 ab, um als Europapolitiker nach Österreich einreisen zu können (siehe Abschnitt Die „Habsburg-Krise“, 1961–1966),[14] und unterschrieb sie mit dem fĂŒr ihn seit dem Adelsaufhebungsgesetz vom 3. April 1919 in Österreich gĂŒltigen Namen: Otto Habsburg-Lothringen.

Europapolitiker

1957 bis 1973 war er VizeprĂ€sident, 1973 bis 2004 war er als Nachfolger des GrĂŒnders Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi PrĂ€sident der Internationalen Paneuropa-Union;[15] von 2004 bis 2011 war er deren EhrenprĂ€sident.

Von 1979 bis 1999 war er, nachdem er 1978 neben der österreichischen StaatsbĂŒrgerschaft auch die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hatte, fĂŒr die Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) – ab 1982 war von Habsburg Mitglied, er hatte aber keine ParteiĂ€mter ĂŒbernommen – Abgeordneter im EuropĂ€ischen Parlament und zweimal dessen AltersprĂ€sident.

Im Zusammenhang mit der Erarbeitung der EuropĂ€ischen Verfassung sprach er sich immer fĂŒr einen Gottesbezug aus.[16] Er war in der EuropĂ€ischen Volkspartei von 1981 bis 1999 Obmann im Politischen Ausschuss, Vorsitzender der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU – Ungarn, Mitglied im Politischen Ausschuss fĂŒr Recht und BĂŒrgerrechte und Stellvertretendes Mitglied im Entwicklungsausschuss und im Ausschuss fĂŒr Haushaltskontrolle.

Otto von Habsburg schied aus gesundheitlichen GrĂŒnden am 13. Juni 1999 auf eigenen Wunsch aus dem EuropĂ€ischen Parlament aus. Nach seinem RĂŒckzug aus allen politischen Funktionen und der Abgabe vieler seiner Ämter arbeitete er zuletzt nur noch als Publizist.

Tod und Beisetzung

Otto von Habsburg starb am 4. Juli 2011 im Alter von 98 Jahren in seinem Haus in Pöcking; nach Angaben seiner Familie ist er „friedlich eingeschlafen“. Öffentliche Aufbahrungen des Sarges erfolgten in der St.-Ulrich-Kirche in Pöcking, in der Theatinerkirche St. Kajetan in MĂŒnchen und in der Basilika Mariazell in der Steiermark, bevor er nach Wien gebracht wurde. Nach der ÜberfĂŒhrung wurden die SĂ€rge Otto von Habsburgs und seiner Frau Regina (sie war am 10. Februar 2010 vorerst in der Gruft auf der Veste Heldburg in Deutschland bestattet worden) in der Wiener Kapuzinerkirche gemeinsam aufgebahrt. Am 16. Juli 2011 wurde Otto Habsburgs Sarg in den Wiener Stephansdom ĂŒberfĂŒhrt, wo am gleichen Tage der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn als Vertreter von Papst Benedikt XVI. in Anwesenheit auslĂ€ndischer StaatsoberhĂ€upter und des österreichischen BundesprĂ€sidenten die Totenmesse hielt. Bei der Zeremonie wurde auf Wunsch der Familie Habsburg die „Kaiserhymne“ gespielt.

Von einem Trauerzug aus 3.500 Teilnehmern begleitet, wurde der Sarg nach der Messe vom Stephansdom in die Kapuzinergruft, die traditionelle Grablege der Habsburger, gebracht; Tausende Interessierte und Schaulustige beobachteten den Kondukt durch die Wiener Innenstadt. In die Kapuzinerkirche wurde der Sarg erst nach einer in Ă€hnlicher Form schon bei Ottos Mutter, Zita, 1989 durchgefĂŒhrten „Anklopfzeremonie“ eingelassen; die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. An Habsburgs Seite wurde seine Frau Regina bestattet. Sein Herz wurde am nĂ€chsten Tag in der ungarischen Benediktinerabtei Pannonhalma beigesetzt.

Einige österreichische Politiker und Historiker kritisierten die große Ehre, welche die Republik Österreich dem Ă€ltesten Sohn des letzten Kaisers zuteil werden ließ, ebenso das hohe, vom Staat bezahlte Sicherheitsaufgebot. Rund 400 Polizisten waren im Einsatz, am Trauerzug nahm eine Einheit des Bundesheeres teil. Eine kleine Demonstration der sozialistischen Linkspartei, die gegen „GeschichtsfĂ€lschung und den Trauerzug“ demonstrierte, soll friedlich verlaufen sein.[17]

Politische Rolle

Thron- und TitelansprĂŒche

Von seiner Mutter Zita seit jeher so erzogen, hielt Otto Habsburg-Lothringen jahrzehntelang an den ThronansprĂŒchen fest, die im Sinne des Legitimismus nach dem Tod seines Vaters auf ihn ĂŒbergegangen waren. In folgenden Nachfolgestaaten Österreich-Ungarns wurden ThronansprĂŒche des Hauses Habsburg explizit per Gesetz ausgeschlossen:

Die in der Kaiserproklamation von Kaiser Franz I. vom 11. August 1804 angefĂŒhrte Bestimmung, das Oberhaupt des Hauses Österreich fĂŒhre den Titel eines Kaisers unabhĂ€ngig von der Verfassung der ErblĂ€nder, war nach dem Untergang der Monarchie 1918 politisch nicht mehr von Bedeutung, da das Kaisertum Österreich als Staat nach Kaiser Karls VerzichtserklĂ€rung und der Ausrufung der Republik im November 1918 nicht mehr vorhanden war.

Als StaatsbĂŒrger der neu gegrĂŒndeten Republik Deutschösterreich (1918 / 1919) bzw. der Republik Österreich (seit 1919), die nach der Auflösung der Donaumonarchie am Ende des Ersten Weltkrieges entstanden war, fiel Otto Habsburg ab 3. April 1919 unter das von der Nationalversammlung beschlossene Adelsaufhebungsgesetz (in Verbindung mit dem Habsburgergesetz), durch das der dynastische Hausname Habsburg-Lothringen in Österreich verbĂŒrgerlicht und zum Familiennamen wurde.

1957 hielt das österreichische Innenministerium fest, dass Ottos Name amtlich Dr. Otto Habsburg-Lothringen lautet. Gleichzeitig wurde ihm auf Grund des Adelsaufhebungsgesetzes amtlich untersagt, den dynastischen Namen Otto von Österreich zu fĂŒhren.[20][21] In einem Nachruf in der Zeit verwies Joachim Riedl 2011 auf Otto Habsburgs lange „Liste an Titeln, die von wohlklingender Wertlosigkeit sind.“[4]

Zwischenkriegszeit

PlĂ€ne in Österreich

Seit etwa 1922 waren in Österreich kleinere traditionalistische Vereinigungen entstanden, zum Beispiel in Wien „Ö. StV. Ottonia“ (vormals Corps Ottonen), die eine konstitutionelle Monarchie mit dem Habsburger Prinzen an der Spitze grĂŒnden wollten. Allerdings wurde diese Restaurationsbewegung (siehe Legitimisten) nur von wenigen Politikern gutgeheißen. Monarchistisch ausgerichtete Parteien erhielten bei allen freien Wahlen der Ersten Republik nur einen geringen WĂ€hlerzuspruch, und verfehlten stets den Einzug ins Parlament.

Vor allem ab 1930 gab es in Österreich Überlegungen einzelner Politiker, so auch von den ab 1933 diktatorisch herrschenden Bundeskanzlern Engelbert Dollfuß und Kurt Schuschnigg, den Sohn des letzten Kaisers in einer neu zu konstituierenden Monarchie als Staatsoberhaupt einzusetzen. Dadurch sollten die KĂ€mpfe zwischen den politischen Lagern ĂŒberwunden werden. Mit der RĂŒckbesinnung auf die k.u.k. Monarchie sollte das Staatsbewusstsein der Österreicher verstĂ€rkt und ein Gegengewicht zu den deutschnationalen Anschlussbestrebungen an das Deutsche Reich geschaffen werden.

Im Zuge der RĂŒckbesinnung wurde vom StĂ€ndestaat 1934 auch der Doppeladler im Staatswappen (allerdings ohne Krone und Zepter) wieder eingefĂŒhrt und beim Bundesheer die k.u.k. Tradition betont, etwa durch die teilweise WiedereinfĂŒhrung alter Armeeuniformen. Otto von Habsburg wurde allerdings von Bundeskanzler Schuschnigg mehrmals ersucht, nicht nach Österreich einzureisen, um damit anderen Staaten keinen Angriffsgrund zu geben.

Am 10. Juli 1935 wurde von Schuschnigg die Landesverweisung der Habsburger sowie die Beschlagnahme ihres Privatvermögens gesetzlich aufgehoben. Im April 1936 wurde der Familienversorgungsfonds wiederhergestellt. Anfang 1937 soll nach einer Besprechung Habsburgs mit Schuschnigg ein Protokoll zur Vorbereitung der Restauration erstellt worden sein. Am 1. JĂ€nner 1938 wurden GĂŒter im Wert von etwa 31,5 Millionen Schilling (Wert April 2011: etwa 103 Millionen Euro) zugunsten dieses Fonds rĂŒckerstattet. Otto Habsburg soll eine monatliche Apanage von 20.000 Schilling erhalten haben.[4] 1937 trat jedoch eine AbkĂŒhlung des VerhĂ€ltnisses Schuschniggs zu Otto ein, und Schuschnigg „verschob“ Überlegungen zur NeugrĂŒndung der Monarchie.[22]

Bis 1938 war dem „Emigranten“ Otto Habsburg von 1.603 österreichischen Gemeinden (die allerdings 1934–1938 nicht demokratisch verwaltet wurden) die EhrenbĂŒrgerschaft verliehen worden; das erste EhrenbĂŒrgerrecht hatte er in der Gemeinde Ampass in Tirol am 7. Dezember 1931 erhalten. Am 11. Februar 1938 gab es monarchistische Massenveranstaltungen mit etwa 80.000 Teilnehmern in Wien und den LandeshauptstĂ€dten.

Abwehrwille gegen Hitler

Kurz vor dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich ersuchte Otto von Habsburg den damaligen Bundeskanzler Schuschnigg, ihm die Kanzlerschaft der Republik zu ĂŒbertragen, um militĂ€rischen Widerstand zu organisieren. Dies verdeutlichte Habsburgs starken Abwehrwillen gegenĂŒber dem nationalsozialistischen Diktator. WĂ€hrend Schuschnigg gegen einen möglichen deutschen Einmarsch protestieren und kapitulieren wollte, war Habsburg wie Teile der damaligen österreichischen Armee und ArmeefĂŒhrung (andere Teile waren lĂ€ngst Nationalsozialisten) fĂŒr militĂ€rischen Widerstand und wollte von Schuschnigg die Regierungsgewalt ĂŒbernehmen.

In seinem Schreiben vom 17. Februar 1938 an Schuschnigg forderte Habsburg neben aktiver Verteidigung und strikter Ablehnung des Nationalsozialismus:

„Vorerst muss die Befriedung nach links aktiv betrieben werden. Die Arbeiter haben in den letzten Tagen bewiesen, dass sie Patrioten sind. Diese Gruppe kann durch den Nationalsozialismus nicht vergiftet werden, wird daher stets am sichersten fĂŒr Österreich eintreten, wogegen die Regierung ihr die Möglichkeit geben muss, an der Gestaltung des Vaterlandes – fĂŒr welches sie sich einzusetzen bereit ist – aktiv mitzuwirken.“

Schuschnigg lehnte dieses Ansinnen ab; ein solcher Versuch wĂŒrde „mit hundertprozentiger Sicherheit den Untergang Österreichs bedeuten“.[22]

Von Adolf Hitler, von Ungarn und der Tschechoslowakei (von Seiten tschechischer Politiker wurde die Parole „Lieber Hitler als Habsburg!“ ausgegeben[23]) wurden die Restaurationsabsichten in Österreich mit EinmarschplĂ€nen (der deutsche Einmarschplan trug den Tarnnamen „Unternehmen Otto“) beantwortet, da sie monarchistische RĂŒckwirkungen auf ihre LĂ€nder befĂŒrchteten.

Europa

In den 1930er Jahren lernte Habsburg Richard Coudenhove-Kalergi kennen, der 1922 die Paneuropa-Union (PEU) gegrĂŒndet hatte. 1936 wurde er Mitglied. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Habsburg von 1973 bis 2004 in Nachfolge von Coudenhove-Kalergi PrĂ€sident der Union und dann bis zu seinem Tod 2011 EhrenprĂ€sident. In Österreich war er an der Umformierung der Monarchistischen Bewegung in die Paneuropa-Bewegung Österreich beteiligt und wurde deren PrĂ€sident bis 1986, als er die Funktion an seinen Sohn Karl ĂŒbergab.

Zeit des Nationalsozialismus

VorgÀnge in Kontinentaleuropa

Nachdem mit dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich die NS-Herrschaft in Österreich begonnen hatte, wurde Habsburg am 29. MĂ€rz 1938 wegen Hochverrats steckbrieflich zur Fahndung ausgeschrieben, wie der Völkische Beobachter am 20. April, dem „FĂŒhrergeburtstag“ berichtete.[24] Sein persönliches Vermögen und das von ihm verwaltete Familienvermögen der Familie Habsburg wurden auf persönlichen Befehl Hitlers enteignet. Die Spitzen der legitimistischen Bewegung wurden sofort verhaftet und großteils hingerichtet. Zwischen 1938 und 1942 dĂŒrften 4000 bis 4500 österreichische Monarchisten verhaftet worden sein; etwa 800 bis 1000 von ihnen wurden hingerichtet oder verloren in Konzentrationslagern ihr Leben.

Am 10. Mai 1940 entkam die Familie Habsburg nur knapp einer Bombardierung des Schlosses Steenokkerzeel. Von FĂŒhrer-Stellvertreter Rudolf Heß ging der Befehl an die Invasionstruppen in Belgien aus, Otto Habsburg und seine BrĂŒder, wenn sie gefasst wĂŒrden, ohne jedes Verfahren sofort zu erschießen. Über Paris, Spanien und Portugal floh „Otto of Austria“, wie er sich dann in Amerika nannte, am 27. Juni 1940 in die Vereinigten Staaten (USA) ins Exil.[24] Auch seine Mutter, Zita, und Ottos Geschwister flĂŒchteten auf den amerikanischen Kontinent.

Am Tag des Rundfunkaufrufs zum Waffenstillstand durch Philippe PĂ©tain in Frankreich kehrte Habsburg nach Angaben einer autorisierten Biographie am 17. Juni 1940 noch einmal nach Bordeaux zurĂŒck, um mit Hilfe des portugiesischen Generalkonsuls, Aristides de Sousa Mendes, Visa fĂŒr die Flucht von im Deutschen Reich politisch verfolgten Österreichern ĂŒber Spanien und Portugal nach Übersee zu organisieren.[8][25] Die Biografie spricht von etwa 15.000 Personen, die so gerettet worden seien.[25] Auch die anlĂ€sslich seines Todes ausgestrahlte ORF-Dokumentation „Menschen und MĂ€chte“ spricht von Tausenden rettenden Visa, die er fĂŒr Österreicher, die aus dem Deutschen Reich und den besetzten LĂ€ndern fliehen mussten, organisiert hĂ€tte.[26] Sein Name soll sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf einer sogenannten „Wiesbadener Liste“ mit Personen befunden haben, die Frankreich im Falle der bedingungslosen Kapitulation sofort zu verhaften und an das Deutsche Reich auszuliefern gehabt hĂ€tte.[27]

Otto Habsburg, seiner Mutter und den Geschwistern wurde auf Befehl Hitlers die ReichsbĂŒrgerschaft entzogen. In einer Geheimakte des Reichssicherheitshauptamtes Berlin vom 25. August 1941 heißt es dazu:

„Der FĂŒhrer hat nach Vortrag befohlen, dass der frĂŒheren Kaiserin Zita von Habsburg-Lothringen die deutsche StaatsbĂŒrgerschaft aberkannt und die AusbĂŒrgerung zugleich auf ihre Söhne und Töchter unter Beschlagnahme ihres zum Teil noch nicht eingezogenen Vermögens erstreckt wird.“[28]

Das enteignete Vermögen fiel an das Großdeutsche Reich und ging, soweit es sich in Österreich befand, nach dessen Untergang in den Besitz der Republik Österreich ĂŒber.

Das von Habsburg behauptete Verdienst, Luftangriffe der Alliierten auf Österreich verhindert bzw. verschoben zu haben (im Deutschen Reich wurden die „Donau- und Alpenreichsgaue“ als „Reichsluftschutzkeller“ bezeichnet),[29] wird von der Wissenschaft nicht akzeptiert. Die anfĂ€ngliche Nichtbombardierung rĂŒhrte daher, dass die StĂŒtzpunkte der englischen und der amerikanischen LuftstreitkrĂ€fte, von denen aus die Bombergeschwader starteten, vorerst zu weit von Österreich entfernt waren, um die sichere RĂŒckkehr der Flugzeuge zu garantieren. Erst als die StĂŒtzpunkte 1943 / 1944 Österreich nĂ€herrĂŒckten (Flughafen Foggia) bzw. US-Bomber mit grĂ¶ĂŸerer Reichweite zur VerfĂŒgung standen, wurden Bombardierungen aufgenommen.[30]

Aktionen in den USA und in Großbritannien

In den USA und in Großbritannien hatte Otto Habsburg intensive persönliche Kontakte zu PrĂ€sident Franklin Roosevelt und Winston Churchill. Ihm gelang die erfolgreiche Initiierung des „Austrian Day“, die erfolgreiche Aufnahme Österreichs in die Briefmarkenserie „Occupied Nations“ und vor allem die Teilnahme an der 2. Konferenz von Quebec, wo er mit UnterstĂŒtzung Churchills bei PrĂ€sident Roosevelt erfolgreich eine Verkleinerung der sowjetischen Zone bzw. die Aufteilung Wiens auf die vier Alliierten anregte.[31] Sein Versuch der Bildung einer Exilregierung und eines Habsburger „Austrian Battalion“ scheiterte aber.[32]

Durch Otto Habsburgs BemĂŒhungen sollte die staatliche EigenstĂ€ndigkeit Österreichs nach dem Krieg erreicht, die Zonenplanung der Alliierten im besetzten Nachkriegsösterreich zugunsten der WestmĂ€chte verĂ€ndert und Ungarn aus der Allianz mit dem Deutschen Reich herausgebrochen werden. Hinsichtlich Ungarns wurden die westalliierten PlĂ€ne einer ungarischen Kapitulation gegenĂŒber den WestmĂ€chten, einer Luftlandung alliierter Truppen in Ungarn bzw. Landung in Jugoslawien zur UnterstĂŒtzung und einer beabsichtigten Einsetzung Otto von Habsburgs im Rahmen bzw. an der Spitze der ungarischen Regierung durch die ĂŒberraschende Besetzung Ungarns durch die Rote Armee zunichte gemacht. Churchill war ein Verfechter dieser PlĂ€ne, um dem bevorstehenden Vormarsch der Sowjets nach Mitteleuropa Einhalt zu gebieten.

Eine weitere realistische Restaurationsmöglichkeit fĂŒr Habsburg bestand wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges, indem er Churchill fĂŒr das Konzept einer Donauföderation gewann bzw. Habsburg in PlĂ€nen der britischen Diplomatie fĂŒr solche Überlegungen gefĂŒhrt wurde: Auf dem Gebiet des frĂŒheren Österreich-Ungarn sollte nach seinen Vorstellungen ein neuer Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn nach dem Vorbild Belgiens entstehen, der zwei große Bevölkerungsgruppen vereinigte. Auch die LĂ€nder Bayern, Baden, WĂŒrttemberg und Hohenzollern-Sigmaringen sollten als Monarchien wiederhergestellt und in einem so genannten „SĂŒddeutschen Bund“ vereinigt werden. Es gab von Churchill auch einen Vorschlag zur Isolierung Preußens und zur Schaffung eines erweiterten Donaubundes. „Als Bruno Kreisky im schwedischen Exil davon erfĂ€hrt, notiert er: Â»Glaubt man wirklich in diesen Kreisen, dass die HassgefĂŒhle, die mit dem Namen Habsburg verbunden waren, heute schon verschwunden sind?«“[33]

Churchill wollte als Gegengewicht zum Deutschen Reich eine modernisierte Auflage des alten Österreich-Ungarn schaffen, wobei er hinsichtlich letzterem meinte: „Wenn es nicht existierte, mĂŒsste man es erfinden.“ (Dieses Bonmot wird ursprĂŒnglich dem tschechischen Historiker und Politiker FrantiĆĄek PalackĂœ, 1798–1876, zugeschrieben). Churchills diesbezĂŒgliche Konzepte scheiterten jedoch an der Ablehnung durch Josef Stalin auf der Konferenz von Teheran. Roosevelt schĂ€tzte die realistische Chance zur Durchsetzung dieses Projektes infolge des weiten Vordringens der Roten Armee als gering ein und vertrat daher dieses Projekt nicht in gleicher Weise wie Churchill. Amerikaner und Briten verbanden mit dieser Föderation allerdings nicht das Ziel der erneuten Inthronisierung des Hauses Habsburg.

In einer Unterredung unter vier Augen zwischen dem Erzbischof von New York Francis Spellman und PrĂ€sident Roosevelt am 3. September 1943 antwortete der PrĂ€sident auf Spellmans ausdrĂŒckliche Frage, ob Österreich, Ungarn und Kroatien unter irgendeine Art russisches Protektorat fallen wĂŒrde, mit einem eindeutigen Ja. Zu Österreich meinte Roosevelt, es werde keine Opposition gegen ein kommunistisch beherrschtes österreichisches Regime geben. Die einzige Möglichkeit wĂ€re, wenn Otto von Habsburg mit Hilfe Ungarns den Thron gewinnen könnte – aber selbst er wĂŒrde sich mit den Russen zu arrangieren haben.

Von 1944 bis zur VerzichtserklÀrung 1961

Im November 1944 reiste Otto von Habsburg „als einer der ersten FlĂŒchtlinge“[33] von den USA ĂŒber Lissabon ins befreite Paris, 1945 nach Kriegsende nach Westösterreich; er hielt sich mit seinem Bruder Robert einige Wochen in der französischen Zone, in Innsbruck, auf.

In einem mit „Otto of Austria“ signierten und mit der Habsburgerkrone verzierten Brief schrieb Otto am 2. Juli 1945 an US-PrĂ€sident Truman, empfahl die Schaffung von österreichischen Regierungsstellen in den von den Westalliierten besetzten BundeslĂ€ndern und warnte vor der Anerkennung der provisorischen Staatsregierung unter Leitung des Sozialdemokraten Karl Renner in Wien, „da ansonsten Â»das kommunistisch beherrschte Regime« in Wien Â»das Land zur Anarchie fĂŒhren« wĂŒrde.“[34] Diesem Vorschlag Habsburgs wurde nicht entsprochen; er hĂ€tte die Teilung Österreichs entlang der Demarkationslinie zur russischen Zone verfestigt. Renner gelang es, noch 1945 die Anerkennung aller vier Alliierten fĂŒr seine Regierung in Wien zu erhalten.

Die noch 1945 beschlossene RĂŒckkehr der Zweiten Republik zum Verfassungsrechtsbestand vor 1933 (inklusive Habsburgergesetz) zwang Otto Habsburg dazu, Österreich 1946 wieder zu verlassen:[22] „Auf DrĂ€ngen der amerikanischen Besatzungsmacht reist schließlich Außenminister Karl Gruber nach Tirol, um die lĂ€stigen Habsburger zur Abreise zu bewegen.“[33]

Habsburg musste ausreisen, weil er keine VerzichtserklĂ€rung abgegeben hatte. Den Sozialisten war Habsburg noch jahrzehntelang suspekt; sie befĂŒrworteten seine Einreise keinesfalls. Außerdem war die Ausreise trotz Widerstands der Franzosen wohl zur BesĂ€nftigung der Sowjets nötig, die eine Habsburgerrenaissance in ihrer EinflusssphĂ€re verhindern wollten und daher 1955 zur Zustimmung zum österreichischen Staatsvertrag auch die völkerrechtliche Verankerung der Geltung des Habsburgergesetzes verlangten.

Die Ausweisung 1946 hatte keinen Einfluss auf Otto Habsburgs österreichische StaatsbĂŒrgerschaft. Da er keinen gĂŒltigen österreichischen Reisepass hatte, erhielt er ĂŒber Vermittlung Charles de Gaulles einen monegassischen Reisepass bzw. einen Pass des SouverĂ€nen Malteserordens, dem er seit 1932 angehörte.[35] SpĂ€ter erhielt er weiters einen spanischen Diplomatenpass. Im Jahr 1949 erhob Otto Habsburg „in Widerspruch zur österreichischen Verfassung eine Reihe von Personen in den Adelsstand“. In einer Wiener Tageszeitung befĂŒrwortete Habsburg kurze Zeit danach in einem Interview „eine aus Â»monarchischen und republikanischen Elementen gemischte Staatsform«“.[34]

Seit dem 10. Mai 1954 ist der stĂ€ndige Wohnsitz der Familie Habsburg-Lothringen die „Villa Austria“ (im Volksmund auch „Kaiservilla“ genannt) in Pöcking am Starnberger See. 1957 stellte das österreichische Innenministerium den Namen mit Dr. Otto Habsburg-Lothringen fest, gleichzeitig wurde ihm amtlich untersagt, den dynastischen Namen Otto von Österreich zu fĂŒhren.[20] Zuvor hatte Habsburg versucht, seine Töchter Andrea und Gabriela an ihren Geburtsorten standesamtlich mit Namen eintragen zu lassen, die auf die einstige dynastische Funktion seiner Familie Bezug nahmen. Bei Andrea scheiterte sein Versuch, sie 1953 in WĂŒrzburg als Erzherzogin eintragen zu lassen, bei Gabriela gelang ihm dies 1956 in Luxemburg.[36]

Am 8. Mai 1956 war Otto Habsburg-Lothringen von der niederösterreichischen Landesregierung bescheinigt worden, österreichischer StaatsbĂŒrger zu sein und es wurde ihm ein Reisepass ausgestellt. Dieser enthielt jedoch die EinschrĂ€nkung „GĂŒltig fĂŒr alle Staaten der Welt, mit Ausnahme von Österreich“ (vgl. StaatsbĂŒrgerschaft von Karl).[24]

Anfang 1958 fĂŒhlte Maximilian Hohenberg, ein Sohn des in Sarajewo ermordeten Thronfolgers Franz Ferdinand in Österreich wegen der RĂŒckkehrchancen Otto Habsburgs vor, die Sozialisten hĂ€tten sich jedoch reserviert gezeigt. Basis war die von Ottos Anwalt am 21. Februar 1958 verfasste ErklĂ€rung, deren Sinn allein in der RĂŒckkehrmöglichkeit gelegen war, jedoch ohne ausdrĂŒcklicher Anerkennung des Habsburgergesetzes und ohne formell – wie von der SPÖ gefordert – auf jeden Herrschaftsanspruch zu verzichten:

„Um in meine Heimat zurĂŒckkehren zu können, erklĂ€re ich im eigenen Namen und im Namen meiner Gemahlin und meiner minderjĂ€hrigen Kinder als österreichischer StaatsbĂŒrger, die derzeit in Österreich geltenden Gesetze anzuerkennen und mich als getreuer BĂŒrger der Republik zu bekennen.“[37]

Am 3. September 1958 schrieb er an den Bundeskanzler Julius Raab, bei dem er seinen RĂŒckkehrwunsch deponierte. Raab antwortete ihm am 17. Oktober und Ă€ußerte in dem Schreiben seine Bedenken, „dass bei der Empfindlichkeit der Tschechoslowakei und Ungarns es unmöglich sein wird, hier in Österreich eine politische TĂ€tigkeit zu entfalten.“[37] ZusĂ€tzlich erhob er die Forderung nach Restitution des ehemaligen Habsburgervermögens aus dem so genannten Familienversorgungsfonds.[34]

Kurz danach erklĂ€rte er neuerlich, dem Neuen Kurier gegenĂŒber, dass fĂŒr ihn die konstitutionelle Staatsform die beste Staatsform sei. Am 20. Dezember 1958 wurde er von der französischen Illustrierten Paris Match zitiert, eine Äußerung, die er spĂ€ter bestritt, in dieser Form getĂ€tigt zu haben:

„Wenn ich aber einmal zurĂŒckgekehrt und ein einfacher StaatsbĂŒrger geworden bin, wer soll mich dann daran hindern, politisch fĂŒr meine Ideen zu kĂ€mpfen, und welches Gesetz könnte dann die StaatsbĂŒrger davon abhalten, mich zum Kaiser zu wĂ€hlen?“[34][37]

Ebenfalls 1958 forderte von Habsburg laut einem Spiegel-Bericht eine AutoritĂ€t fĂŒr Europa, die das Interesse der Allgemeinheit gegenĂŒber den Sonderinteressen einzelner schĂŒtzen könne. Eine solche AutoritĂ€t sei frĂŒher der Kaiser gewesen. Diese Aufgabe hĂ€tten weder der ehemalige Völkerbund noch die Uno zu lösen vermocht. Die Europa-Fahne erinnere eher an das Wahrzeichen eines Warenhauses, das nie das Kreuz ersetzen könne, unter dem Europa entstanden sei und unter dem es allein leben könne.[38]

All dies war fĂŒr die SPÖ nicht hinnehmbar und erregte Widerstand. Der BundesprĂ€sident Adolf SchĂ€rf schrieb daraufhin Anfang JĂ€nner an den (damals) StaatssekretĂ€r Bruno Kreisky: „Die Habsburgerfrage drĂ€ngt sich immer wieder auf. Wenn man bedenkt, dass Otto zur gleichen Zeit in Österreich das Gegenteil von dem erklĂ€rt, was er in Frankreich sagt, dann muss man damit rechnen, dass er seine RĂŒckkehr nur dazu benutzen wĂŒrde, um die Restauration zu beginnen. [
] Aus diesem Grunde glaube ich, dass man alles tun sollte, um eine RĂŒckkehr zu erschweren.“[37]

Auf Vorschlag des spanischen Ministerberaters SĂĄnchez Bello sollte Habsburg nach dem Ableben Francos fĂŒr die spanische Krone ins GesprĂ€ch gebracht werden, was jedoch fĂŒr den Diktator nie wirklich eine Option war.[8]

Die „Habsburg-Krise“ 1961–1966

Ab 1961 geriet die Koalition von ÖVP und SPÖ ĂŒber das Thema Habsburg in eine schwere Krise, mit der grundsĂ€tzliche verfassungsrechtliche Fragen verbunden waren. In der Folge kam es zu innenpolitischen Auseinandersetzungen um seine mögliche RĂŒckkehr, die sich auch nach einer offiziell protokollierten VerzichtserklĂ€rung, datiert mit 31. Mai 1961 fortsetzen sollte.[39]

Titel fĂŒr Habsburgs Kinder

Noch wenige Monate vor dieser so genannten „LoyalitĂ€tserklĂ€rung“ hatte Otto Habsburg in das Pöckinger Taufregister seinen neugeborenen Sohn Karl (* 11. JĂ€nner 1961) als „Karl von Habsburg, Erzherzog zu Österreich, königlicher Prinz von Ungarn“ eintragen lassen.[34] Den Vorgang erklĂ€rte Habsburg 1965 in einem Spiegel-Interview: „Diese ganze Geschichte ist so gelaufen: Die Eintragung hat der hiesige Pfarrer gemacht, ohne mich zu fragen, aus eigenem Antrieb. Es ist ja schließlich auch sein Buch. Übrigens hat er meinen Sohn nicht als Thronfolger bezeichnet. Der Pfarrer hat den Sachverhalt auch in einem eingeschriebenen Brief der SPÖ-Presse mitgeteilt, die ĂŒber die Eintragung schrieb. Aber die hat seinen Brief nie veröffentlicht.“[40] Eine solche Eintragung (und wahrscheinlich fĂŒr alle vor Karl geborene Kinder) hatte er – einer APA-Presseaussendung der ungarischen „parteiamtlichen“ USAP-Tageszeitung NĂ©pszabadsĂĄg (1963) zu Folge – bereits fĂŒr seine Ă€lteste Tochter Andrea Maria (* 30. Mai 1953) erreicht: „das standesamt von pöcking bewahrt die eintragung sorgsam auf, wonach die tochter otto von habsburgs, andrea maria, erzherzogin von österreich, königliche prinzessin von ungarn getauft ist. in ungarn findet man sicherlich keinen vernĂŒnftigen menschen, der den titel königliche prinzessin ernst nimmt.“ Gleichzeitig wurde vom Parteiorgan befĂŒrchtet: „[
] sehr realer krĂ€fte. die reaktionĂ€ren kreise innerhalb und ausserhalb österreichs sind aktiv und beabsichtigen mit der rĂŒckkehr otto von habsburgs die beginnende liquidierung der grundlagen des bĂŒrgerlich-demokratischen regimes in österreich selbst, die ausserkraftsetzung des staatsvertrages, die liquidierung der neutralitĂ€t österreichs und seine integration in das westliche militĂ€rbĂŒndnis.“ Und weiter: „wir ungarn können diese neue habsburger-provokation nicht ignorieren. wir können nicht vergessen, dass ..... otto habsburg, wenn auch als 'einfacher bĂŒrger' verkleidet, in seinem innersten gedenkt, die österreichische grenze als +kaiser von österreich und könig von ungarn+ zu ĂŒberschreiten.“[41]

Vermögensfrage

AnfĂ€nglich entzĂŒndete sich die innenpolitische Habsburg-Krise nur an der Vermögensfrage. WĂ€hrend das ÖVP-gefĂŒhrte Bundeskanzleramt in Auftrag gab zu prĂŒfen, um welche BesitzstĂ€nde es sich bei einer RĂŒckgabe hĂ€tte handeln können und diesbezĂŒgliche GesprĂ€che mit den Bundesforsten gefĂŒhrt wurden, sowie Bundeskanzler Raab in seinem Ressort den Auftrag gegeben habe, einen Gesetzesentwurf ĂŒber die RĂŒckstellung des Habsburger-Vermögens auszuarbeiten, blockierte auf der anderen Seite die SPÖ und griff Otto Habsburg medial an. Der wiederum hĂ€tte nun erkannt, das er sich mit der Vermögensfrage nicht durchsetzen wird können, und beschrĂ€nkte sich daher nurmehr auf die Ermöglichung seiner Einreise nach Österreich. Der Journalist Helmut Andics vermutete in Der Fall Habsburg (S. 165ff), dass Habsburg auch klar geworden sein könnte, „dass fĂŒr ihn als Familienoberhaupt aus der Reaktivierung des Familienversorgungsfonds nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten gegenĂŒber den anderen Familienmitgliedern ergeben wĂŒrden.“[34]

Politische Bewertung der VerzichtserklÀrung

Mit einem zeitlichen Abstand von mehr als vierzig Jahren veröffentlichte die Parlamentskorrespondenz (in Folge als PK abgekĂŒrzt) als Medienstelle des Parlaments 2006 eine ausfĂŒhrliche Darstellung dazu,[42] die Grundlage der folgenden Zusammenfassung ist:

Otto Habsburg-Lothringen gab in einer, durch seinen Rechtsanwalt, den frĂŒheren Finanzminister Ludwig Draxler[24] am 5. Juni 1961 an Bundeskanzler Alfons Gorbach ĂŒbergebenen ErklĂ€rung, datiert mit 31. Mai 1961, bekannt:

„Ich, Endesgefertigter, erklĂ€re hiermit gemĂ€ĂŸ § 2 des Gesetzes vom 3. April 1919, Staatsgesetzblatt fĂŒr den Staat Deutschösterreich Nr. 209, dass ich auf meine Mitgliedschaft zum Hause Habsburg-Lothringen und auf alle aus ihr gefolgerten HerrschaftsansprĂŒche ausdrĂŒcklich verzichte und mich als getreuer StaatsbĂŒrger der Republik bekenne. Urkund dessen habe ich diese ErklĂ€rung eigenhĂ€ndig unterschrieben. Pöcking, am 31. Mai 1961. Otto Habsburg-Lothringen.“[37][14]

Diese Formulierung entsprach somit in ihren wesentlichen Teilen wörtlich dem Habsburgergesetz. Gleichzeitig ersuchte er, sich demnach nurmehr auf seine Einreise beschrĂ€nkend, die Regierung, im Einvernehmen mit dem Hauptausschuss des Nationalrats festzustellen, dass diese ErklĂ€rung als ausreichend anzusehen sei, um die 1919 mit dem Habsburgergesetz auch ĂŒber ihn verhĂ€ngte Landesverweisung aufzuheben.[34]

Im Ministerrat am 13. und 21. Juni 1961 konnte darĂŒber keine Einigung erzielt werden. Das Protokoll der Sitzung wurde einige Tage spĂ€ter durch den Zusatz ergĂ€nzt, dass damit der Antrag als abgelehnt gilt. Der Antrag wurde deshalb nicht an den Hauptausschuss des Nationalrates weitergeleitet. Auch der Antragsteller wurde nicht verstĂ€ndigt.

Rechtliche Bewertung der VerzichtserklÀrung

Otto Habsburg-Lothringen rief daraufhin den Verfassungsgerichtshof an, der sich am 16. Dezember 1961 jedoch fĂŒr unzustĂ€ndig erklĂ€rte. Das Höchstgericht begrĂŒndete seine Haltung damit, dass kein Bescheid vorliege und dass die Regierung Einvernehmen mit dem Hauptausschuss suchen mĂŒsse, der wiederum kein Verwaltungsorgan sei und dessen Mitglieder ĂŒber das verfassungsrechtlich garantierte freie Mandat verfĂŒgten. Der VfGH habe daher keine Entscheidungskompetenz.

Deswegen wandte Habsburg sich am 6. Februar 1962 mit einer SĂ€umnisbeschwerde (das heißt einer Beschwerde darĂŒber, dass ĂŒber seinen Antrag nicht entschieden worden sei) an den Verwaltungsgerichtshof. Dieser forderte die Regierung auf, entweder eine Stellungnahme zu verfassen oder eine Entscheidung zu fĂ€llen. Nachdem die Regierung auch diesen Termin verstreichen ließ, stellte der Verwaltungsgerichtshof (der im Fall von SĂ€umnisbeschwerden bis heute berechtigt ist, an Stelle der zustĂ€ndigen Organe zu entscheiden) am 24. Mai 1963 fest, die LoyalitĂ€tserklĂ€rung sei ausreichend (womit die Landesverweisung Otto Habsburg-Lothringens dem Gesetz entsprechend beendet war).[43] Der VwGH ging davon aus, dass das Mitwirkungsrecht des Parlaments an dieser Entscheidung zwar im Habsburgergesetz 1919 festgelegt worden, nicht aber in die Bundesverfassung von 1920 ĂŒbertragen worden sei und dass er daher an Stelle der sĂ€umigen Bundesregierung allein entscheiden könne.

Politische Debatte

Dieses VwGH-Erkenntnis entfachte eine ĂŒberaus kontroversielle öffentliche Debatte. Es kam, auch unter Beteiligung des Gewerkschaftsbundes, zu Streiks und Demonstrationen gegen Habsburg. In der parlamentarischen Auseinandersetzung wiederum wurde vor allem der verfassungsrechtliche und rechtsstaatliche Aspekt heftig diskutiert. Insbesondere erregte die unterschiedliche Spruchpraxis der beiden Höchstgerichte schwere verfassungsrechtliche Bedenken.[44]

Am 5. Juni 1963 wurde im Nationalrat eine Dringliche Anfrage der SPÖ an den Bundeskanzler „betreffend die Wahrung der Rechtseinheit in Österreich“ debattiert. Die SPÖ wandte sich unter anderem dagegen, dass der Verwaltungsgerichtshof durch sein Erkenntnis die Mitwirkungsbefugnis des Parlaments bei dieser Entscheidung ignoriert habe. (SPÖ-Vorsitzender Vizekanzler Bruno Pittermann sprach beim Parteitag am 6. Juni 1963 in Wien von einem „Justizputsch“.[45]) Die ÖVP vertrat die Ansicht, die von Otto Habsburg-Lothringen abgegebene ErklĂ€rung entspreche voll den gesetzlichen Vorgaben und sei zu akzeptieren. Die FPÖ unterstĂŒtzte die Auffassung der SPÖ, der Nationalrat sei vom VwGH rechtswidrig ĂŒbergangen worden. Auf ihren Antrag nahm der Nationalrat mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ einen Entschließungsantrag an, die Bundesregierung möge dem Parlament einen Gesetzentwurf vorlegen, um einander widersprechende Entscheidungen der Höchstgerichte kĂŒnftig zu vermeiden. DarĂŒber hinaus wird eine authentische Auslegung des Habsburgergesetzes verlangt, damit der Hauptausschuss in Hinkunft in seinen Rechten nicht geschmĂ€lert wird.

Authentische Interpretation

Auf Grund dieser Entschließung legte die ÖVP-SPÖ-Bundesregierung Gorbach II ein diesbezĂŒgliches Bundesverfassungsgesetz vor.[46] Es wurde am 4. Juli 1963 in einer sehr turbulenten Nationalratssitzung nach erregten Diskussionen einstimmig (!) beschlossen.[47] Es bekrĂ€ftigt, dass die Festsetzung, ob eine ErklĂ€rung nach dem Habsburgergesetz als ausreichend zu erkennen sei, der Bundesregierung im Einvernehmen mit dem Hauptausschuss des Nationalrates zusteht.

Entschließung des Nationalrates

Da das Gesetz aber nicht, wie die SPÖ wollte,[48] rĂŒckwirkend beschlossen werden und daher das Erkenntnis des VwGH vom 24. Mai 1963 zu Gunsten Otto Habsburg-Lothringens[43] nicht aufheben konnte, und da die ÖVP den Vorschlag der SPÖ, das VwGH-Urteil einer Volksabstimmung zu unterziehen, wegen Verfassungswidrigkeit ablehnte,[49] nahm der Nationalrat weiters mit SPÖ-FPÖ-Mehrheit eine Entschließung an die Bundesregierung betreffend die „Willenskundgebung der Volksvertretung zu einer RĂŒckkehr von Dr. Otto Habsburg-Lothringen“ an. Darin wird die Bundesregierung „beauftragt“, „in WĂŒrdigung der Tatsache, daß ... eine RĂŒckkehr von Dr. Otto Habsburg-Lothringen nach Österreich nicht erwĂŒnscht ist, weil sie ohne Zweifel mit schwerwiegenden Konsequenzen fĂŒr die Republik Österreich verbunden wĂ€re und wegen der Gefahr daraus entstehender politischer Auseinandersetzungen auch zu wirtschaftlichen RĂŒckschlĂ€gen fĂŒhren wĂŒrde“, dieser Feststellung als Willenskundgebung der österreichischen Volksvertretung in geeigneter Weise zu entsprechen. (PK).

Die ÖVP hatte dagegen geltend gemacht, die Entschließung sei nichts anderes als ein Auftrag an die Regierung, die Rechtskraft eines höchstgerichtlichen Erkenntnisses zu ignorieren. Dem wurde entgegengehalten, die Bundesregierung werde aufgefordert, der Willenskundgebung in „geeigneter Weise“ zu entsprechen, sodass verfassungs- und gesetzwidrige Maßnahmen von vornherein ausscheiden. Die ÖVP lehnte die in der Diskussion von SPÖ-Seite geĂ€ußerte Vorstellung, dass eine Einzelfallentscheidung von Regierung und Hauptausschuss als Politikum „im gerichtsfreien Raum“[50] stattfinde und daher von den Höchstgerichten nicht ĂŒberprĂŒft werden könne, als mit dem Rechtsstaat unvereinbar ab.

Ein SPÖ-Redner verwies im Gegenzug darauf, der christsoziale Wiener BĂŒrgermeister Karl Lueger habe bereits 1899 Masssenkundgebungen gegen ein seiner Partei nicht genehmes VwGH-Erkenntnis organisiert.[51] Weiters wurde darauf verwiesen, dass in der juristischen Fachliteratur seit 1920 nirgends die Rechtsauffassung erwĂ€hnt wurde, der Hauptausschuss sei nicht zustĂ€ndig. In Zwischenrufen warfen die beiden Regierungsparteien einander Vorkommnisse aus den Jahren 1927 (Justizpalastbrand nach Leitartikel der Arbeiter-Zeitung), 1933/1934 (Beseitigung der Demokratie durch die VorgĂ€ngerpartei der ÖVP) und 1950 (angebliche PassivitĂ€t der ÖVP bei den kommunistisch gelenkten Oktoberstreiks) sowie ihre jeweiligen Überlegungen zur Koalition mit der FPÖ vor.

Folgen

Otto Habsburg-Lothringen durfte jedoch vorerst weiterhin nicht einreisen. Denn Innenminister Franz Olah und Außenminister (und spĂ€terer Bundeskanzler) Bruno Kreisky hatten (angeblich schon am 24. Mai 1963, dem Tag des VwGH-Erkenntnisses[52]) die Weisung gegeben, Habsburg, der keinen österreichischen Reisepass, sondern einen spanischen Diplomatenpass besaß, keinen Pass auszustellen und somit seine Einreise zu verhindern. Falscher Alarm an Grenzstationen soll zu mehreren EinsĂ€tzen der Exekutive gefĂŒhrt haben.

1964 einigten sich ÖVP und SPÖ darauf, die Habsburgerfrage „in Wahrung der Verfassung und jedes Rechtsstaates gemeinsam in friedlicher Weise und auf Dauer zu lösen“, wie es in der RegierungserklĂ€rung vom 2. April 1964 hieß. Man kam auch ĂŒberein, von ĂŒbereilten Schritten Abstand zu nehmen, womit eine Einreise Otto Habsburg-Lothringens bis zum Ende der Legislaturperiode nicht mehr zur Debatte stand. „Auch der salomonische Vorschlag von Bruno Kreisky, Otto Habsburg als österreichischen Vertreter beim Heiligen Stuhl abzuschieben, findet keine Zustimmung.“[33]

Einreiseerlaubnis

Erst die Nationalratswahl des Jahres 1966, aus der die ÖVP mit absoluter Mehrheit hervorging, brachte eine Wende in der Habsburgerfrage. Unter der ÖVP-Alleinregierung Klaus stellte das Innenministerium Otto Habsburg-Lothringen am 1. Juni 1966 einen unbeschrĂ€nkt gĂŒltigen Reisepass aus.[53] Zwei daraufhin im Rahmen einer dringlichen Anfrage vom Abgeordneten Leopold Gratz (spĂ€ter Bundesminister, BĂŒrgermeister von Wien, NationalratsprĂ€sident) am 8. Juni 1966 eingebrachte SPÖ-EntschließungsantrĂ€ge, die einerseits darauf abzielten die Entschließung von 1963 abermals zu bekrĂ€ftigen und andererseits darauf, das Habsburger-Vermögen, [
] auch „weiterhin ungeschmĂ€lert dem österreichischen Volk“ zu erhalten (PK), wurden mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ abgelehnt. Eine Mehrheit von ÖVP und FPÖ fand jedoch der FPÖ-Entschließungsantrag, in dem die Bundesregierung aufgefordert wurde, bei „allfĂ€llig anhĂ€ngig gemachten oder noch geltend zu machenden AnsprĂŒchen von Dr. Otto Habsburg-Lothringen oder von anderen Mitgliedern des Hauses Habsburg-Lothringen dafĂŒr Sorge zu tragen, dass diese ausschließlich von den zustĂ€ndigen Gerichten der Republik Österreich auf dem Boden der Gesetze entschieden werden“. Damit war die parlamentarische Behandlung der LoyalitĂ€tserklĂ€rung beendet.

Otto Habsburg-Lothringen reiste am 31. Oktober 1966 erstmals nach Österreich ein,[54] was am 2. November Proteste und einen Streik von rund 250.000 Arbeitnehmern zur Folge hatte.[55]

Seit den 1970ern

Otto Habsburg vor dem Schloss Belvedere in Wien (1998)

Am 4. Mai 1972 kam es anlĂ€sslich des 50-Jahre-JubilĂ€ums der Paneuropa-Union in Wien zum „historischen Handschlag“ zwischen Otto Habsburg-Lothringen und Bundeskanzler Bruno Kreisky. Von da an wurden Aufenthalte Otto Habsburg-Lothringens in Österreich nicht mehr diskutiert, das VerhĂ€ltnis zwischen der österreichischen Sozialdemokratie und der Familie Habsburg entspannte sich.

In seinem „unter den Fittichen seines alten Freundes“, des spanischen Diktators Franco, gegrĂŒndeten EuropĂ€ischen Informationszentrum in Madrid, einem „Elitezirkel“, der „die europĂ€ische Vereinigung unter christlichen Vorzeichen“ anstrebte, hatte Habsburg den bayrischen Spitzenpolitiker Franz Josef Strauß kennengelernt, „seinen spĂ€teren Mentor“ ab 1970.[33] „Der TrĂ€ger eines berĂŒhmten Namens spannt ein weltweites Beziehungsnetz, doch die aristokratische Regenbogenwelt meidet er. Â»Futil«, sagt er, sei sein Stand. Er meint vergeblich.“[56]

Am 8. Juni 1978 erhielt Habsburg-Lothringen – in Deutschland den Namen Otto von Habsburg tragend – im Rathaus seines Wohnorts Pöcking seinen deutschen Reisepass und damit auch die deutsche StaatsbĂŒrgerschaft. Habsburg „zieht als antikommunistischer Wanderprediger durch den Kalten Krieg, besonders die Ostpolitik von Willy Brandt verteufelt er.“[56] Bei der Europawahl 1979 verhalf ihm Strauß zu einem CSU-Mandat im EuropĂ€ischen Parlament, dem er bis zur Europawahl 1999 angehörte. Dort war er unter anderem außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion und initiierte gegen große WiderstĂ€nde jene Resolution, welche durch einen leeren Stuhl im EuropĂ€ischen Parlament medienwirksam auf die Völker hinter dem Eisernen Vorhang aufmerksam machte. Am 13. Juli 1988 reiste Otto von Habsburg erstmalig seit 1918 nach Budapest im noch kommunistischen Ungarn.

Er war Mitinitiator und Schirmherr des „PaneuropĂ€ischen Picknicks“ am 19. August 1989 an der ungarisch-österreichischen Grenze, an der Ungarn im Mai 1989 mit dem Abbau des Eisernen Vorhangs begonnen hatte. Ein noch vorhandenes Gittertor wurde beim Picknick fĂŒr drei Stunden symbolisch geöffnet. 661 in Ungarn urlaubende oder wartende DDR-BĂŒrger (die von den Veranstaltern per Mundpropaganda auf den Anlass aufmerksam gemacht worden waren), nutzten diesen historischen Moment zu ihrer, von den ungarischen Grenzsoldaten nicht verhinderten unkontrollierten Ausreise Richtung Österreich. Nach dem PaneuropĂ€ischen Picknick diktierte Erich Honecker dem „Daily Mirror“ folgende ErklĂ€rung: „Habsburg verteilte FlugblĂ€tter bis weit nach Polen hinein, auf denen die ostdeutschen Urlauber zu einem Picknick eingeladen wurden. Als sie dann zu dem Picknick kamen, gab man ihnen Geschenke, zu essen und Deutsche Mark, dann hat man sie ĂŒberredet in den Westen zu kommen.“ „Nach seinem Sturz behauptet 
 Honecker, dieser Habsburger habe den Sargnagel in seinen Sarg geschlagen.“[56]

Otto von Habsburg gehört neben anderen Christen zu den Unterzeichnern der ErklĂ€rung „FĂŒr Freiheit und Selbstbestimmung – gegen totalitĂ€re Bestrebungen der Lesben- und SchwulenverbĂ€nde“, die im FrĂŒhjahr 2009 zur UnterstĂŒtzung des 6. Internationalen Kongresses fĂŒr Psychiatrie und Seelsorge gestartet wurde. Er begrĂŒndete seine Unterschrift mit den Worten: „FĂŒr mich ist dies eine Frage des Prinzips und des Mutes, sich zu Werten zu bekennen und fĂŒr sie einzutreten. Es fehlt zu oft am Mut zum Bekenntnis. Wenn man den Mut aufbringt, sich einem Despoten wie Hitler entgegenzustellen, braucht man keinen Mut, um sich auch heute dem Zeitgeist zu widersetzen.“[57]

Kritik und Kontroversen

Ende 1998 geriet Habsburg ins Visier der Kritik sowie der Staatsanwaltschaft MĂŒnchen, weil er die VorwĂŒrfe und RĂŒcktrittsaufforderungen gegen seinen Sohn Karl Habsburg im Zusammenhang mit der World-Vision-SpendenaffĂ€re mit der nationalsozialistischen Judenverfolgung verglich:

„Karl wird angegriffen, weil er den gewissen gelben Stern trĂ€gt, den Namen Habsburg. [
] Die armen Juden haben ja Entsetzliches mitgemacht. Ich denke oft an sie in diesem Zusammenhang.“[58]

Der EU-Wahlkampf Karl Habsburgs fĂŒr die ÖVP war 1996 – laut Habsburg ohne sein Wissen – zum Teil mit unterschlagenen und an die Paneuropa-Union umgeleiteten Spendengeldern der Hilfsorganisation World Vision Österreich finanziert worden.[59]

Auf Kritik stieß Habsburg fĂŒr sein öffentliches Eintreten fĂŒr die umstrittene rechtsnationale Wochenzeitung Junge Freiheit, der er sich auch wiederholt als Interviewpartner zur VerfĂŒgung stellte.[60] Als Erstunterzeichner zweier von der Redaktion initiierter Petitionen setzte er sich 2002 vor dem Hintergrund eines Rechtsstreits gegen die damalige Verfassungsschutz-Kategorisierung der Zeitung als „rechtsextremistisch“ bzw. 2006 gegen deren Ausladung bei der Leipziger Buchmesse ein.

2002 Ă€ußerte Habsburg in einem Interview mit der Jungen Freiheit auf die Frage, worin er den Grund fĂŒr die „ungewohnt militanten Töne“ vor der drohenden US-Intervention im Irak sehe, dass die US-Innenpolitik in zwei HĂ€lften gespalten sei, nĂ€mlich in ein in den SchlĂŒsselpositionen „mit Juden besetztes“ Verteidigungsministerium, „heute eine jĂŒdische Institution“, einerseits und ein von „Schwarzen, zum Beispiel Colin Powell und Condoleezza Rice besetztes“ State Department andererseits. Dagegen „kaum eine Rolle“ spielten nach Habsburg die „Angelsachsen, also die weißen Amerikaner“.[5]

Im November 2007 kommentierte Habsburg seine Haltung zum Staatsstreich Engelbert Dollfuss’. Er habe Dollfuss „unendlich respektiert. Der Mann war tapfer, bereit, sich bis zur letzten Konsequenz fĂŒr Österreich einzusetzen. Damals habe ich ja alles aus dieser Perspektive gesehen: Wir mĂŒssen Österreich erhalten.“ Auch mit der Parlamentsauflösung und dem Verbot von Parteien und Gewerkschaften habe er â€žĂŒberhaupt kein“ Problem gehabt: „Wenn es ums Land geht, bin ich zu jeglicher Sache bereit.“[61]

AnlĂ€sslich eines Festaktes der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) in Wien im MĂ€rz 2008 zum Gedenken an die nationalsozialistische MachtĂŒbernahme in Österreich im MĂ€rz 1938 sorgte Otto von Habsburg fĂŒr einen Eklat, indem er – „Die ÖVP-Mandatare jubelten dieser Apotheose des Opfermythos begeistert zu“.[33] – Österreich das „erste Opfer Hitlers“ nannte. Kein Staat in Europa habe mehr Recht als Österreich, sich als Opfer zu bezeichnen. Der „eigentliche Skandal“ sei die Diskussion darĂŒber, ob Österreich mitschuldig an den Verbrechen des NS-Regimes oder dessen Opfer gewesen sei. In diesem Zusammenhang nannte er die Moskauer Deklaration der Alliierten von 1943, die eine Mitverantwortung Österreichs festhielt, „einen der grĂ¶ĂŸten Akte der Heuchelei und der LĂŒge“, da Österreich zu dieser Zeit schon lĂ€ngst von der Karte verschwunden gewesen sei. Die BegrĂŒĂŸung Hitlers durch die Massen beim Antrittsbesuch Hitlers auf dem Wiener Heldenplatz im MĂ€rz 1938 sei eine „SelbstverstĂ€ndlichkeit“ und so harmlos wie bei einem Fußballspiel gewesen, da schließlich bei jedem „großen Rummel“ viele Leute zusammenkĂ€men, um zu applaudieren.[62] Ex-Bundeskanzler SchĂŒssel entgegnete, dass die Österreicher „leider auch TĂ€ter geworden“ seien, wĂ€hrend der sozialdemokratische Verteidigungsminister Norbert Darabos Habsburgs AusfĂŒhrungen einen „veritablen demokratiepolitischen Skandal“ nannte und von „Verhöhnung der Opfer des NS-Regimes“ sprach. Es sei unfassbar, dass siebzig Jahre nach dem „Anschluss“ auf einer Gedenkveranstaltung der ÖVP derartige Thesen vertreten wĂŒrden. Österreich habe die Verantwortung, sich seiner Geschichte zu stellen, und nicht, diese zu verleugnen.[63][64] Die auch von konservativen österreichischen Historikern ĂŒberwundene Position Habsburgs wird in Österreich als Opferthese bezeichnet.

Familie und Ahnentafel

Otto von Habsburg war Oberhaupt der Familie Habsburg-Lothringen von 1922 bis 2006. 2007 ĂŒbernahm sein Sohn Karl Habsburg-Lothringen diese Rolle.

1951 heiratete er in Nancy Regina Prinzessin von Sachsen-Meiningen (1925–2010). Mit ihr hatte er sieben Kinder, 22 Enkelkinder und 2 Urenkelkinder:

Ahnentafel Otto von Habsburg
Ururgroßeltern

Erzherzog
Franz Karl von Österreich
(1802–1878)
∞ 1824
Prinzessin
Sophie Friederike von Bayern
(1805–1872)

König
Ferdinand II. von Neapel-Sizilien (1810–1859)
∞ 1837
Erzherzogin
Maria Theresia Isabella von Österreich (1816–1867)

König
Johann von Sachsen (1801–1873)
∞ 1822
Prinzessin
Amalie Auguste von Bayern (1801–1877)

König
Ferdinand II. von Portugal (1816–1885)
∞ 1836
Königin
Maria II. von Portugal (1819–1853)

Herzog
Karl II. von Bourbon-Parma, König von Etrurien (1799–1883)
∞ 1820
Prinzessin
Maria Theresia von Savoyen (1803–1879)

Prinz
Charles Ferdinand von Frankreich, Herzog von Berry (1778–1820)
∞ 1816
Prinzessin
Maria Karolina von Neapel-Sizilien (1798–1870)

König
Johann VI. von Portugal (1767–1826)
∞ 1785
Prinzessin
Charlotte Joachime von Spanien (1775–1830)

Erbprinz
Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1802–1838)
∞ 1829
Prinzessin
Maria Agnes Henriette zu Hohenlohe-Langenburg (1804–1835)

Urgroßeltern

Erzherzog Karl Ludwig von Österreich
(1833–1896)
∞ 1862
Prinzessin Maria Annunziata von Neapel-Sizilien
(1843–1871)

König Georg von Sachsen (1832–1904)
∞ 1859
Prinzessin Maria Anna von Portugal (1843–1884)

Herzog Karl III. von Bourbon-Parma (1823–1854)
∞ 1845
Prinzessin Louise von Frankreich (1819–1864)

König Michael von Portugal (1802–1866)
∞ 1851
Prinzessin Adelheid zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1831–1909)

Großeltern

Erzherzog Otto von Österreich (1865–1906)
∞ 1886
Prinzessin Maria Josepha Luise von Sachsen (1867–1944)

Herzog Robert von Bourbon-Parma (1848–1907)
∞ 1884
Prinzessin Maria Antonia von Portugal (1862–1959)

Eltern

Kaiser Karl von Österreich, König von Ungarn (1887–1922)
∞ 1911
Herzogin Zita von Bourbon-Parma (1892–1989)

Otto von Habsburg (1912–2011)

WĂŒrdigungen

Der in Pöcking aufgebahrte Sarg mit dem Leichnam am 9. Juli 2011. Im Vordergrund links der Orden vom Goldenen Vlies. Der Sarg ist bedeckt mit einem schwarz-goldenen Sargtuch (Ă€hnlich der Fahne des Kaisertums Österreich bis 1918), mit schwarz-gold-silbern-rotem Spickelsaum wie bei der österreichischen Kaiserstandarte von 1894, worauf das kaiserlich und königliche mittlere gemeinsame Wappen von Österreich-Ungarn, ohne Schildhalter, sowie das Zeichen der Paneuropa-Union, abgebildet ist.

Neben inner- und außereuropĂ€ischen Auszeichnungen, EhrenbĂŒrgerschaften und Ehrendoktoraten ehrten 2002 europĂ€ische StaatsoberhĂ€upter bzw. Regierungschefs in einem großen Festakt in der Wiener Hofburg, auf Einladung von BundesprĂ€sident Thomas Klestil, Otto Habsburg-Lothringen zu seinem 90. Geburtstag fĂŒr sein Lebenswerk fĂŒr Europa und sein Eintreten gegen den Nationalsozialismus und den Kommunismus. Bei dieser Veranstaltung hob der ehemalige französische StaatsprĂ€sident und spĂ€tere PrĂ€sident des EuropĂ€ischen Konvents, ValĂ©ry Giscard d’Estaing hervor, dass Otto Habsburg durch verschiedene Interventionen der heimischen Bevölkerung die Qualen des Bombardements im Zweiten Weltkrieg zu ersparen versucht habe. Zu Ehren des 95. Geburtstags von Otto Habsburg zelebrierte Christoph Kardinal Schönborn am 19. November 2007 im Wiener Stephansdom eine Messe. Schönborn trug wĂ€hrend der Messfeier den so genannten „Elisabeth-Ornat“, der von Kaiserin Elisabeth dem Dom gestiftet worden war. Als Vertreter des Heiligen Stuhls war der damalige Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, anwesend. Er ĂŒbermittelte von Papst Benedikt XVI. „dem Oberhaupt des Hauses Habsburg", dessen Familie "sowie allen die dem Haus Habsburg verbunden sind", seinen Apostolischen Segen.[65] Am Nachmittag wurde Otto Habsburg mit seiner Familie von BundesprĂ€sident Heinz Fischer in der PrĂ€sidentschaftskanzlei im Leopoldinischen Trakt der Wiener Hofburg empfangen.[66][67]

Habsburg war Mitglied der Mont Pelerin Society, Ehren- und Devotions-Großkreuz-Bailli des SouverĂ€nen Malteserordens,[68] und von 1930 bis zur Übergabe an seinen Sohn Karl im Jahr 2000 SouverĂ€n des Ordens vom Goldenen Vlies.

Als Oberhaupt der Familien Habsburg-Lothringen war er von 1922 bis 2002 auch Oberster Bandinhaber des Akademischen Bundes der Katholisch-Österreichischen Landsmannschaften. Dieses Amt ĂŒbergab er zu seinem 90. Geburtstag in einem feierlichen Akt in der Wiener Augustinerkirche an seinen Sohn und prĂ€sumtiven Erben Karl. Er war außerdem Mitglied im Kuratorium des Forums Deutscher Katholiken.

AnlĂ€sslich des Todes sandte unter anderem Papst Benedikt XVI. ein Beileidstelegramm an Otto Habsburgs Sohn Karl, in dem er den Verstorbenen wĂŒrdigt und als „S.k.k.H. Erzherzog Otto von Österreich“ tituliert, der in „Verantwortung vor Gott und im Bewusstsein eines bedeutenden Erbes“ sich als „grosser EuropĂ€er unermĂŒdlich fĂŒr den Frieden, das Miteinander der Völker und eine gerechte Ordnung auf diesem Kontinent eingesetzt“ habe.[69]

Auszeichnungen

  • Orden vom Goldenen Vlies (1916), Großkreuz des Ordens Carlos III. von Spanien (1951), Großkreuz des PĂ€pstlichen Gregorius-Ordens (1980), Großes Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1987), Bayerischer Verdienstorden (1976), Ehrenritter des Deutschen Ordens (1992), Großkreuz des Bayerischen St. Hubertus-Ordens, Großkreuz Lion d’Or von Luxemburg, Orden de Africa, Orden Hilal i Quaid i Azam von Pakistan (1993), Großkreuz des König Zvonimir-Ordens von Kroatien (1996), Maarjaa Maa-Orden der Republik Estland (1996), Großkreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn (1999), Großkreuz der Ehrenlegion (2009),[70] Großkreuz des St. Agathe- Ordens der Republik San Marino (2002), Großkreuz des Drei-Stern-Ordens der Republik Lettland
  • EhrenbĂŒrger zahlreicher Gemeinden in Österreich, Ungarn, Spanien, Frankreich, Tschechien, der Slowakei, Kroatien
  • Professor h.c. der UniversitĂ€t von BogotĂĄ, Ehrenmitglied des Instituto de Estudios da Marinha (Portugal), Honorary Fellowship der UniversitĂ€t Jerusalem, Ehrensenator der UniversitĂ€t Maribor, Master of Law and Economics h. c. der IMADEC University in Wien, der aber ungĂŒltig ist, da diese PrivatuniversitĂ€t keine Ehrentitel verleihen durfte.
  • Dr. h.c. der UniversitĂ€ten von Milwaukee, Nancy, Tampa, Cincinnati, Jerusalem, Ferrara, PĂ©cs, Veszprem, Budapest, Turku, Osijek, Skopje
  • akademische Ehrungen und Mitgliedschaften der Academie des Sciences Morales et Politiques (Institut de France in Paris), des Centre Europeen de Documentation et d’Information (CEDI – Madrid), der Real Academia de Ciencias Morales y Politicas (Madrid), der Academia da Cultura Portuguesa (Lissabon), der Academis Mejicana de Derecho International (Mexiko), Academie du Royaume du Maroc
  • 1963: Literaturpreis der Französischen Akademie
  • 1970: EuropĂ€ischer Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft
  • 1970: Literaturpreis der Französischen Akademie
  • 1976: Bayerischer Verdienstorden
  • 1977: Robert Schuman-Goldmedaille
  • 1977: Konrad-Adenauer-Preis
  • 1982: Internationaler Benediktspreis der Stadt Mönchengladbach
  • 1987: Louise-Weiss-Preis
  • 1987: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 1990: Europa-Medaille des Freistaates Bayern
  • 1990: Ehrenteller des Vereins heimattreuer KuhlĂ€ndler
  • 1991: Schlesierschild der Landsmannschaft Schlesien
  • 1994: Sonderpreis-Europapreis der Coudenhove-Kalergi-Stiftung zum Coudenhove-Kalergi-Jahrhundert (gleichzeitig mit Alois Mock)
  • 1997: Sankt-Nikolaus-Friedenspreis
  • 1997: Ehrenmitglied im kroatischen Drachen-Orden
  • 1998: Gary G. Schlarbaum-Preis
  • 1999: Robert Schuman-Medaille der EVP-Fraktion des Europa-Parlaments
  • 2000: Goldene Ehrennadel der Österreichischen Widerstandsbewegung O5
  • 2002: Verdienstmedaille des Vereins heimattreuer KuhlĂ€ndler
  • 2002: Ehrenpreis des „Euro Crystal Globe“ des EuropĂ€ischen Wirtschaftsinstituts EWI International
  • 2002: St. Liborius-Medaille fĂŒr Einheit und Frieden des Erzbistums Paderborn
  • 2002: Hans-Klein-Medaille der Jungen Union Bayern
  • 2002: Ehrenmitglied der EVP-Fraktion im EuropĂ€ischen Parlament
  • 2003: Steuerzahlerpreis der Taxpayers Association of Europe
  • 2003: Deutsch-Französischer Paneuropa-Preis fĂŒr europĂ€ische Einigung
  • 2004: Große Freiheitsmedaille des Kosovo
  • 2004: EhrenprĂ€sident der Internationalen Paneuropa-Union
  • 2004: EhrenprĂ€sident der IMADEC University in Wien
  • 2005: Europamedaille Karls IV. der Fördergesellschaft fĂŒr EuropĂ€ische Kommunikation
  • 2008: Erneute EhrenbĂŒrgerschaft der österreichischen Gemeinde Eckartsau, die ihm 1938 von den Nationalsozialisten aberkannt wurde.
  • 2008: Großes Ehrenzeichen des Landes SĂŒdtirol
  • Ehrenplakette fĂŒr Verdienste um das Volkstumsrecht und den deutschen Osten des Bundes der Vertriebenen
  • MĂ©daille du MĂ©rite EuropĂ©en von Luxemburg
  • Goldmedaille der Stadt Paris
  • International Humanitarian Award der jĂŒdischen Anti-Defamation League
  • Publizistik-Preis der Deutschland-Stiftung
  • Sonderstufe der Europa-Medaille der Paneuropa-Union Deutschland
  • Ehrenteller des EuropĂ€ischen MilitĂ€r-Fallschirmsprungverbandes e.V. AEPM Assiette d’Honneur en Etain
  • Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindungen K.Ö.St.V. Nibelungia Wien im ÖCV (verliehen am 16. Dezember 1936), K.Ö.M.L. Alpinia Styria Graz im MKV, K.Ö.M.L. Tegetthoff-Wien im MKV, K.Ö.St.V. Tauriskia-Villach im MKV, K.Ö.St.V. Vindobona II-Wien im MKV, K.D.St.V. Agilolfia Freising im CV, K.D.St.V. Frankonia (Czernowitz) zu Erlangen im CV, K.Ö.L. Ostaricia im KÖL, K.Ö.L. Maximiliana im KÖL, K.Ö.L. Austria-Salzburg im KÖL, K.Ö.L. Carolina im KÖL, K.Ö.L. Ferdinandea im KÖL, K.Ö.L. Josephina im KÖL, K.Ö.L. Leopoldina im KÖL, K.Ö.L. Saxo-Meiningia im KÖL, K.Ö.L. Starhemberg im KÖL, K.Ö.L. Theresiana im KÖL, K.Ö.L. Wallenstein im KÖL und A.V. Suevia zu Graz im ÖKV
  • Ehrenmitglied des Exil-P.E.N.

Schriften

  • Coutumes et droits successoraux de la classe paysanne et l’indivision des propriĂ©tĂ©s rurales en Autriche (1935; Dissertation)
  • Entscheidung fĂŒr Europa (1953)
  • Probleme des Atomzeitalters (1955)
  • Soziale Ordnung von morgen (1957)
  • Bernhard von Baden (1958)
  • Im FrĂŒhling der Geschichte (1961)
  • Der Ferne Osten ist nicht verloren (1963)
  • EuropĂ©ens et Africains – L’entente nĂ©cessaire (1963)
  • Europa, Großmacht oder Schlachtfeld? (1963)
  • Afrika ist nicht verloren (1964)
  • Gottes Hand in der Geschichte (1966)
  • Karl V. (1967), ISBN 3-85002-286-2
  • Politik fĂŒr das Jahr 2000; Herold Verlag, Wien (1968).
  • Les Transports et l’Europe (1969)
  • Bis hierher und weiter (1974)
  • Die Heilige Hedwig von Schlesien und unsere Zeit (1974), ISBN 3-7008-0126-2
  • La Naissance d’un continent (1975)
  • Idee Europa, Angebot der Freiheit (1976)
  • Karl IV. Ein EuropĂ€ischer FriedensfĂŒrst (1978), ISBN 3-87332-003-7
  • Jalta Ă©s ami utĂĄna következett (1979)
  • Europa – Garant der Freiheit (1980)
  • Die Reichsidee – Geschichte und Zukunft einer ĂŒbernationalen Ordnung (1986), ISBN 3-85002-228-5
  • Macht jenseits des Marktes. Europa 1992 (1988), ISBN 3-85002-267-6
  • Igy lĂĄttam 
 (1992)
  • EurĂłpĂĄĂ©rt (1992)
  • Nicht geschossen ist auch verfehlt (1992)
  • Úvahy o Evrope (1993)
  • Friedensmacht Europa – Sternstunden und Finsternis (1995), ISBN 3-85002-368-0
  • Die PaneuropĂ€ische Idee – Eine Vision wird Wirklichkeit (1999), ISBN 3-85002-424-5
  • Ein Kampf um Österreich 1938–1945 (2001), ISBN 3-85002-460-1
  • Unsere Welt ist klein geworden – Die Globalisierung der Politik (2006), ISBN 3-85002-539-X
  • Der Habsburg-Faktor Interviewsammlung; Hrsg. von Eva Demmerle[71] (2007)
  • Mit Gott fĂŒr die Geschichte. Die heilige Hedwig von Schlesien und unsere Zeit (2009), ISBN 978-3-902694-05-8

Literatur

  • Winston S. Churchill: Der Zweite Weltkrieg. 2003, S. 860ff., ISBN 3-596-16113-4.
  • Flavia Foradini: Otto d’Asburgo. L’ultimo atto di una dinastia. mgs press, Trieste 2004, S. 230, ISBN 88-89219-04-1.
  • Gordon Brook-Shepherd: Uncrowned Emperor: The Life and Times of Otto von Habsburg. 2002, ISBN 1-85285-439-1. dt. Otto von Habsburg. Biografie. Verlag Styria, Graz-Wien-Köln, 2002 ISBN 978-3222129711
  • Peter Broucek: Der österreichische Widerstand in Beispielen und Dokumenten. In: Manfred Rauchensteiner (Hrsg.): Tyrannenmord. Der 20. Juli 1944 und Österreich. Publikation des Heeresgeschichtlichen Museums/MilitĂ€rhistorischen Instituts, Wien 2004, ISBN 3-85028-383-6.
  • Stephan Baier, Eva Demmerle:[71] Otto von Habsburg, Die Biografie. 5. Aufl., Amalthea, Wien 2007, ISBN 978-3-85002-486-0. (Amalthea, Wien 2002, ISBN 3-85002-486-5.)
  • Gerhard Oberkofler: Heinz Fischer empfĂ€ngt Otto Habsburg. Randbemerkungen zum historischen Zusammenhang. In: Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft. Alfred Klahr Gesellschaft. Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.), Wien, Nr. 2/2008, S. 15ff. (Online (PDF; 6. S.).)
  • Wolfram Bitschnau: Heimkehr der Habsburger. Der Kampf um das Ende der Landesverweisung. Ares Verlag, Graz 2005 ISBN 978-3-902475-09-1

Weblinks

 Commons: Otto von Habsburg-Lothringen â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Kaisersohn Otto Habsburg 98-jĂ€hrig verstorben. In: orf.at, 4. Juli 2011. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  2. ↑ Vgl. DDr. Otto von Habsburg-Lothringen verstorben. In: Website des Magistrats Eisenstadt, ohne Datum. Abgerufen am 6. Juli 2011.
    Vgl. Er wurde 98 Jahre alt. Kaisersohn Otto Habsburg verstorben. In: Wiener Zeitung/APA, 4. Juli 2011. Abgerufen am 6. Juli 2011.
  3. ↑ FĂŒr Kroatien: Man kann nie genug PĂ€sse haben. Interview mit Otto v. Habsburg. In: SĂŒddeutsche Zeitung, 20. Juni 2003. Artikelarchiv smd. Abgerufen am 6. Juli 2011.
  4. ↑ a b c d Joachim Riedl: Ein letzter Hauch der Monarchie. Mit dem Tod von Otto Habsburg geht ein Kapitel österreichischer Geschichte endgĂŒltig zu Ende. In: Wochenzeitung Die Zeit, Nr. 28, 7. Juli 2011, Österreich-Ausgabe, S. 13.
  5. ↑ a b c "Ich bin Legitimist." - Otto von Habsburg ĂŒber die Krise des Westens und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. In: jungefreiheit.de, 22. November 2002. Abgerufen am 2. April 2011.
  6. ↑ Vgl. den mehrfach am 4. Juli 2011 wiederholten Nachruf des ORF auf ORF 2.
  7. ↑ a b Joachim Kronsbein: Jawohl MajestĂ€t!. In: Der Spiegel. Nr. 27, 2007 (online).
  8. ↑ a b c d Stefan MĂŒller: Kaiser und Caudillo. In: Die Zeit, Ausgabe 48/2010, 25. November 2010.
  9. ↑ Salzburger Nachrichten am 4. Juli 2011: Otto Habsburg: Der letzte Kronprinz (abgerufen am 15. Juli 2011).
  10. ↑ Die Presse am 4. Juli 2011: Die wichtigsten Eckpunkte im Leben von Otto Habsburg (abgerufen am 15. Juli 2011).
  11. ↑ oe24 am 4. Juli 2011: Habsburgs Herz kommt nach Ungarn: Der Leichnahm Otto Habsburgs wird derzeit in Bayern aufgebahrt (abgerufen am 15. Juli 2011)
  12. ↑ Frieder am 5. Juli 2011: Otto von Habsburg gestorben (abgerufen am 15. Juli 2011).
  13. ↑ Heinz Wember am 24. Mai 2004 (Quelle: MĂŒnchner Merkur Nr. 266, 20. November 2002): Stationen im Leben des Otto von Habsburg (abgerufen am 15. Juli 2011)
  14. ↑ a b Bild und Faksimile: Links: Otto Habsburg-Lothringen vor der Salzburger Grenze. Rechts: Faksimile seiner ErklĂ€rung „An die Österreichische Bundesregierung“, datiert 31. Mai 1961 mit Unterschrift „Otto Habsburg Lothringen.“ JPG-Datei bei Oliver Meidl: Monarch. Ein Leben fĂŒr Europa – Republikanische WĂŒrdigung in Schwarz-Gelb. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  15. ↑ Paneuropa-Union. In: SĂŒdkurier, 10. September 2009. Abgerufen am 26. November 2010.
  16. ↑ Otto von Habsburg: FĂŒr den Glauben kĂ€mpfen. In: Kath.net, 17. MĂ€rz 2007.
  17. ↑ Berliner Zeitung am 17. Juli 2011: Wien zelebriert Abschied von Otto von Habsburg sowie Stern am 17. Juli 2011: Otto von Habsburg bestattet: Irgendwie doch ein KaiserbegrĂ€bnis (je abgerufen am 23. Juli 2011)
  18. ↑ Till Janzer: Zeit des Niedergangs – der böhmische Adel im 20. Jahrhundert. Website von Radio Praha, Beitrag vom 27. Dezember 2008.
  19. ↑ Vgl. Erkenntnis des VwGH 2008/06/0144 vom 25. November 2008. (Online im RIS. Abgerufen am 4. Juli 2011.)
  20. ↑ a b Die letzte „Kaiserin“ und „WĂŒrzburgerin“ Regina von Habsburg ist gestorben. In: Lexikon „Unser WĂŒrzburg“. Abgerufen am 21. August 2010.
  21. ↑ Karl-Franzens-UniversitĂ€t Graz: Österreichische Soziologinnen und Soziologen im Exil 1933 bis 1945. Abgerufen am 5. Juli 2011.
  22. ↑ a b c Brigitte Hamann: Die Habsburger, ein biographisches Lexikon. Wien 1988, S. 379 ff.
  23. ↑ Siehe z. B. GĂŒnter Kottek: Dr. Kottek: Zu einer verunglĂŒckten Aussage Bernd Posselts in seiner Festrede in Augsburg. Es fehlte die ganze Wahrheit zur Genese des MĂŒnchener Abkommens. In: Presseaussendung der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), Wien / Augsburg, 15. Juni 2011. Abgerufen am 4. Juli 2011.
  24. ↑ a b c d Oliver Meidl: Monarch. Ein Leben fĂŒr Europa – Republikanische WĂŒrdigung in Schwarz-Gelb. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  25. ↑ a b Stephan Baier, Eva Demmerle: Otto von Habsburg. Die Biografie. 5. Auflage. Amalthea Verlag, Wien 2007, ISBN 978-3-85002-486-0, S. 166 ff.
  26. ↑ Dokumentation des ORF aus der Reihe „Menschen und MĂ€chte“. Ausgestrahlt in ORF 2 am 4. Juli 2011 um 21.10 Uhr.
  27. ↑ Stephan Baier, Eva Demmerle: Otto von Habsburg. Die Biografie. Amaltea, Wien 2002, ISBN 3-85002-486-5, S. 139ff.
  28. ↑ Stephan Baier, Eva Demmerle: Otto von Habsburg. Die [autorisierte] Biografie. Amalthea, Wien 2002, ISBN 3-85002-486-5, S. 122.
  29. ↑ Stephan Baier, Eva Demmerle: Otto von Habsburg. Die Biografie. Amaltea, Wien 2002, ISBN 3-85002-486-5, S. 165; und Erich Feigl: Otto von Habsburg. Profil eines Lebens. Amalthea, Wien 1992, ISBN 3-85002-327-3, S. 133.
  30. ↑ Peter Broucek: MilitĂ€rischer Widerstand: Studien zur österreichischen Staatsgesinnung und NS-Abwehr. Böhlau, Wien 2008, ISBN 3-20577-728-X, S. 414; und Manfred Scheuch: Historischer Atlas Österreich. BrandstĂ€tter, Wien 2008, ISBN 3-85033-033-8, Kapitel Luftangriffe auf StĂ€dte Österreichs.
  31. ↑ Stephan Baier, Eva Demmerle: Otto von Habsburg. Die Biografie. Amaltea, Wien 2002, ISBN 3-85002-486-5, S. 180.
  32. ↑ Vanessa Conze: Das Europa der Deutschen. Ideen von Europa in Deutschland zwischen Reichstradition und Westorientierung (1920–1970). Oldenbourg Wissenschaftsverlag, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-48657-757-3, S. 104.
  33. ↑ a b c d e f Joachim Riedl: Ein letzter Hauch der Monarchie. Mit dem Tod von Otto Habsburg geht ein Kapitel österreichischer Geschichte endgĂŒltig zu Ende. In: Wochenzeitung Die Zeit, Nr. 28, 7. Juli 2011, Österreich-Ausgabe, S. 14.
  34. ↑ a b c d e f g Maria Wirth: Christian Broda. Eine politische Biographie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-89971-829-4, S. 250ff. (EingeschrĂ€nkte Ansicht in der Google Buchsuche.)
  35. ↑ Malteserorden
  36. ↑ Stephan Baier, Eva Demmerle: Otto von Habsburg. Die Biografie. Amalthea, Wien 2002, ISBN 3-85002-486-5, S. 217
  37. ↑ a b c d e Zitiert nach Oliver Meidl: Monarch. Ein Leben fĂŒr Europa – Republikanische WĂŒrdigung in Schwarz-Gelb. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  38. ↑ Otto von Habsburg. In: Der Spiegel. Nr. 21, 1958 (21. Mai 1958, online).
  39. ↑ Erich Feigl: Otto von Habsburg. Profil eines Lebens. Amalthea, Wien 1992, ISBN 3-85002-327-3, S. 208.
  40. ↑ Der Spiegel am 12. Mai 1965: Wenn man seinen Hund erschießen will...: Spiegel-Interview mit Otto von Habsburg (abgerufen am 25. Juli 2011).
  41. ↑ a 24 budapest, 5.6. (mti) – unter dem titel =der fall habsburg= schreibt heute die ungarische parteiamtliche =nepszabadsag=. Austria Presse Agentur – apa historisch: Pressemeldung vom 5. Juni 1963. Abgerufen am 22. Juni 2011.
  42. ↑ Die Habsburg-Krise – mehr als parteipolitische Auseinandersetzungen. Parlamentskorrespondenz vom 15. September 2006, Nr. 743.
  43. ↑ a b Verwaltungsgerichtshof: VwGH 0245/62, 24. Mai 1963, VwSlg 6035 A/1963, Rechtssatzkette im RIS. Insbesondere die RS 1 und 20 (zur ausreichenden ErklĂ€rung), 14 und 16, 22–24.
  44. ↑ Chefredakteur RenĂ© Marcic: Was im Falle Otto Habsburg rechtens ist. In: Salzburger Nachrichten,, 1. Juni 1963, S. 3f. (S. 3 (jpg).)
  45. ↑ In: Arbeiter-Zeitung, Zentralorgan der Sozialistischen Partei Österreichs, Nr. 131, 7. Juni 1963, S. 1
  46. ↑ Bundesverfassungsgesetz, mit dem das Gesetz vom 3. April 1919 [
] authentisch ausgelegt wird (Online als BGBl. Nr. 172 / 1963 (PDF) im RIS).
  47. ↑ Stenographisches Protokoll, 21. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich, X. Gesetzgebungsperiode, Donnerstag, 4. Juli 1963, Punkt 15, S. 1031ff. (Nachstehend kurz: NR-Protokoll 1963.) Online als PDF auf der Website des Parlaments.
  48. ↑ Abg. Hermann Withalm, NR-Protokoll 1963, S. 1054
  49. ↑ Abg. Withalm, NR-Protokoll 1963, S. 1051
  50. ↑ Abg. Theodor Piffl-Perčević, NR-Protokoll 1963, S. 1041
  51. ↑ Abg. Karl Czernetz, NR-Protokoll 1963, S. 1074f.
  52. ↑ Abg. Withalm, NR-Protokoll 1963, S. 1053
  53. ↑ pass fĂŒr otto habsburg ausgestellt | wien, 1.6. (apa) das bundesministerium fĂŒr inneres gibt bekannt. Austria Presse Agentur – apa historisch: Pressemeldung vom 1. Juni 1966. Abgerufen am 22. Juni 2011.
  54. ↑ vorrang dr. habsburg l wien, 31.10.-(apa) das bundesministerium fĂŒr inneres gibt bekannt. Austria Presse Agentur – apa historisch: Pressemeldung vom 31. Oktober 1966. Abgerufen am 22. Juni 2011.
  55. ↑ Stephan Baier, Eva Demmerle: Otto von Habsburg, Die Biografie. Amaltea, Wien 2002, ISBN 3-85002-486-5, S. 316; und Peter Eppel, Heinrich Lotter: Dokumentation zur österreichischen Zeitgeschichte, 1955–1980. Jugend und Volk, Wien 1982, ISBN 3-224-16500-6, S. 31; und proteste – zusammenfassung 1 wien, 2.11. (apa)- in zahlreichen betrieben wiens und einiger bundeslĂ€nder kam es heute zu proteststreiks gegen die einreise. Austria Presse Agentur – apa historisch: Pressemeldung vom 2. November 1966. Abgerufen am 22. Juni 2011.
  56. ↑ a b c Joachim Riedl: Ein BrĂŒckenleben. Viele Schnurren und eine Sternstunde. Zum Tode Otto von Habsburgs. In: Wochenzeitung Die Zeit, Nr. 28, 7. Juli 2011, S. 11.
  57. ↑ Otto von Habsburg: Ich stehe voll und ganz hinter dieser ErklĂ€rung! In: Medrum, 18. Mai 2009. Abgerufen am 18. Mai 2009.
  58. ↑ Zitiert nach: Hans-Peter Martin: Österreich: Gelber Stern. In: Der Spiegel. Nr. 52, 1998, S. 129 (21. Dezember 1998, online).
  59. ↑ Siehe zum Beispiel: Die Presse, 7. Dezember 1998 und 9. Dezember 1998.
  60. ↑ Vgl. Otto Habsburg (1912 - 2011). In: relevant. Best of Media, 4. Juli 2011. Abgerufen am 6. Juli 2011.
    Vgl. Michael Bonvalot: BĂŒrger Otto Habsburg verzichtet endgĂŒltig auf die Kaiserkrone. In: RSO – revolutionĂ€r sozialistische organisation, 4. Juli 2011. Abgerufen am 6. Juli 2011.
  61. ↑ Otto Habsburg: „Ich habe sie alle gekannt“. In: Die Presse, 9. November 2007. Abgerufen am 2. April 2011.
  62. ↑ Hans Rauscher: Skandal um Habsburg-Rede: "Fußballmatch auf dem Heldenplatz". In: Der Standard, Printausgabe, 11. MĂ€rz 2008. Abgerufen am 6. Juli 2011.
  63. ↑ Otto von Habsburg sorgt fĂŒr Eklat in Wien: Österreich als Opfer Hitlers bezeichnet. In: NZZ, 12. MĂ€rz 2008. Abgerufen am 2. April 2011.
  64. ↑ Habsburg plĂ€diert fĂŒr Opferrolle Österreichs. In: Ö1/Abendjournal vom 10. MĂ€rz 2008.
  65. ↑ Originalabbildung des pĂ€pstlichen „Apostolischen Segens“ zum 95. in: Humanistischer Pressedienst am 20. November 2007: „Kaiserliche Hoheit" hat Geburtstag (abgerufen am 25. Juli 2011).
  66. ↑ Messe zum 95. Geburtstag Otto Habsburgs. In: wien.ORF.at, 19. November 2007. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  67. ↑ Foto BundesprĂ€sident Fischer und Habsburg auf der Website der PrĂ€sidentschaftskanzlei. Bildunterschrift: „BundesprĂ€sident Heinz Fischer gratuliert Otto Habsburg, dem Ă€ltesten Sohn des 1918 entthronten Kaisers Karl I., zum 95. Geburtstag“.
  68. ↑ Nachruf des Großpriorates von Österreich
  69. ↑ Pressemeldung: Beileidstelegramm von Papst Benedikt XVI. anlĂ€sslich des Todes S.k.u.k.H. Erzherzog Otto von Österreichs, 9. Juli 2011
  70. ↑ DĂ©cĂšs d'Otto de Habsbourg (französisch). Abgerufen am 7. Juli 2011.
  71. ↑ a b Eva Demmerle ist Pressesprecherin von Otto von Habsburg; siehe Habsburg-media. Abgerufen am 24. Juni 2011.


VorgÀnger Amt Nachfolger
Karl I. Oberhaupt des „Hauses Habsburg“
1922–2006
Karl

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