Outer Space Treaty

Der Weltraumvertrag (orig.: „Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper“) wurde am 27. Januar 1967 auf Grund der Erklärung der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 1963 zu den Rechtsgrundsätzen hinsichtlich der Tätigkeiten im Weltraum vereinbart. In Kraft trat der Vertrag am 10. Oktober 1967 (für die Bundesrepublik Deutschland am 10. Februar 1971), der von 98 Staaten unterzeichnet wurde.

Im Jahr 1959 wurde von den Vereinten Nationen COPUOS (Committee on the Peaceful Uses of Outer Space) geschaffen, das als ständiger Ausschuss den Rechtsstatus und die Nutzungsrechte regeln soll.

Inhaltsverzeichnis

Ziele des Vertrages

Ziel des Vertrages war die Verhinderung der Okkupation der Himmelskörper durch einzelne Staaten (damals der Sowjetunion und der USA; geregelt in Art. II). Ferner sollten keinerlei Kernwaffen in den Weltraum verbracht werden (Art. IV) und die Nutzung des Weltraumes nur friedlichen Zwecken unterworfen sein, zivile Raumfahrt und Weltraumforschung wird jedem Staat explizit gestattet. Weiterhin dürfen im Weltall sowie auf dem Mond keine militärischen Basen oder militärische Übungen abgehalten werden. Nach dem Vertrag haften Staaten auch für Schäden, die durch von ihnen in den Weltraum gebrachte Objekte entstehen.

Auswirkungen

██ signiert und ratifiziert
██ nur signiert

Die Auswirkungen des Vertrages waren bisher gering. Einige Passagen (vgl. Art. XII - Stationen auf Himmelskörpern) wirken noch äußerst futuristisch. Andererseits sind Schadensregulierungen durch abgestürzte Weltraumfahrzeuge (nach Art. VII) vereinzelt geblieben.

Umstritten ist bisher, ob es möglich ist, Grundeigentum auf Himmelskörpern zu erwerben. Vom europäischen Rechtsstandpunkt aus betrachtet, spricht dagegen zweierlei: Einerseits leitet sich der Eigentumsbegriff von einer gesellschaftsvertragsähnlichen Konstruktion ab und ist nicht naturrechtlich zu begründen. Grundsätzlich fehlt es zudem an der Verbindung zur Erdoberfläche, um ein Grundstück zu begründen. Zum zweiten spricht dagegen die fehlende Hoheitsgewalt, so dass prinzipiell jedes Grundstück von allen beansprucht werden könnte, ohne dass dagegen ein Rechtsschutz bestünde. Die Beanspruchung eines Grundstücks ist daher beliebig und ohne Rechtsbindung. Der völkerrechtliche Weltraumvertrag bindet jedoch nur Staaten und keineswegs Private. Zur Lösung werden nationale Raumfahrtgesetze vorgeschlagen. Dies kann nur durch große Nationen oder supranationale Organisationen wie die Europäische Union betrieben werden, die auch die Erkundung des Weltraums (ESA, NASA) vorantreiben.

Problematisch war bereits zur damaligen Zeit die fehlende Abgrenzung zwischen Weltraum einerseits und Luftraum andererseits im Weltraumvertrag. Dies wirkte sich insbesondere auf die militärische Nutzung aus. Insbesondere das SDI-Programm und die „Star Wars“-Szenarien der Reagan-Regierung in den 1980er Jahren dehnten den Begriff des Luftraums in Regionen aus, die gemeinhin dem Weltraum zugeordnet worden wären. Mangels Regelung im Weltraumvertrag wären die Vorhaben, wenn sie umgesetzt worden wären, vermutlich völkerrechtsmäßig gewesen.

Weitere Vertragswerke

Neben den Weltraumvertrag bestehen fünf weitere bekannte völkerrechtliche Verträge im Gebiet des Weltraumrechts:

Siehe auch

Literatur

  • Detlev Wolter: Common Security in Outer Space And International Law. - 1. Auflage. - United Nations Publications, Februar 2006. - ISBN 9-29045-177-7 - (Vgl. [1]; UNIDIR, Homepage: [2])
  • Wulf von Kries, Bernhard Schmidt-Tedd, Kai-Uwe Schrogl: Grundzüge des Raumfahrtrechts. München 2002. - ISBN 3-40649-742-X

Weblinks

Bitte beachte den Hinweis zu Rechtsthemen!

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Outer Space Treaty — Treaty on Principles Governing the Activities of States in the Exploration and Use of Outer Space, including the Moon and Other Celestial Bodies Signed 27 January 1967 Location London, Moscow and Washington Effective 10 October 1967 Condition 5… …   Wikipedia

  • Outer Space Treaty — ▪ 1967 formally  Treaty on Principles Governing the Activities of States in the Exploration and Use of Outer Space, Including the Moon and Other Celestial Bodies        (1967), international treaty binding the parties to use outer space only for… …   Universalium

  • Outer space (disambiguation) — Outer space refers to the relatively empty regions of the universe outside the atmospheres of celestial bodies. Outer space may also refer to: Outer Space (video game), a 1978 video game OuterSpace, a hip hop duo Outer Space (EP), an EP by S Endz …   Wikipedia

  • Outer space — For other uses, see Outer space (disambiguation). The boundaries between the Earth s surface and outer space, at the Kármán line, 100 km (62 mi) and exosphere at 690 km (430 mi). Not to scale Outer space is the void that exists beyond any… …   Wikipedia

  • United Nations Committee on the Peaceful Uses of Outer Space — The United Nations Committee on the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) was established in 1958 (shortly after the launch of Sputnik) as an ad hoc committee. In 1959 it was formally established by United Nations resolution… …   Wikipedia

  • Space law — is an area of the law that encompasses national and international law governing activities in outer space. International lawyers have been unable to agree on a uniform definition of the term outer space, although most lawyers agree that outer… …   Wikipedia

  • Space warfare — is combat that takes place in outer space, i.e. outside the atmosphere. Technically, as a distinct classificationFact|date=August 2008, it refers to battles where the targets themselves are in space. Space warfare therefore includes ground to… …   Wikipedia

  • Space Jurisdiction — Space jurisdiction, a field addressing what countries can enforce various laws in space, is becoming more important every day as the private sector begins to enter the field of space tourism. According to the Agreement Governing the Activities of …   Wikipedia

  • space exploration — Investigation of the universe beyond Earth s atmosphere by means of manned and unmanned spacecraft. Study of the use of rockets for spaceflight began early in the 20th century. Germany s research on rocket propulsion in the 1930s led to… …   Universalium

  • Space Preservation Treaty — The Space Preservation Treaty (SPT) is a proposed international treaty to ban space weapons in whole, an expansion on part of the Outer Space Treaty, which bars States Parties to the Treaty from placing nuclear weapons or any other weapons of… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.