Ozean

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Ozean
Weltmeere

Als Ozean (Plural die Ozeane, von griechisch ŠĹÄőļőĶőĪőĹŌĆŌā (‚ÄěOzean‚Äú, der die Erdscheibe umflie√üende Weltstrom, Personifikation als antiker Gott Okeanos)) bezeichnet man die gr√∂√üten Meere der Erde. Synonym und als √úbertragung im Deutschen auch Weltmeer.[1]

Inhaltsverzeichnis

Die Lage

Insgesamt sind 71 Prozent der Erdoberfl√§che von Meeren (den Ozeanen und deren Nebenmeeren) bedeckt. Sie konzentrieren sich auf der Wasserhemisph√§re, deren Zentrum im riesigen Pazifik nahe Neuseeland liegt. Auf der gegen√ľberliegenden Landhemisph√§re befinden sich nur der Atlantik, der Arktische Ozean und Teile des S√ľdlichen Ozeans sowie des Indischen Ozeans.

Die Aufteilung der Ozeane

Weltkarte der Ozeane

Die f√ľnf Ozeane der Erde sind

Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man auch von nur drei Ozeanen: Atlantischer Ozean, Indischer Ozean und Pazifischer Ozean. Bei dieser Sichtweise wird der Arktische Ozean als Teil des Atlantiks angesehen und der S√ľdliche Ozean, als dessen Abgrenzungen der 60. Breitengrad S√ľd definiert wurde, zu den drei zuerst genannten Ozeanen gez√§hlt.

Eine alternative Betrachtungsweise unterteilt die zwei gr√∂√üten Ozeane der Erde entsprechend ihrer Zugeh√∂rigkeit zur Nord- bzw. S√ľdhemisph√§re in Nord- und S√ľdatlantik sowie Nord- und S√ľdpazifik und z√§hlt den Indik, das Nordpolarmeer und das S√ľdpolarmeer dazu.

Historisch spricht man von den Sieben Weltmeeren, die neben Pazifik, Atlantik und Indik auch das Karibische Meer, das Mittelmeer, das Gelbe Meer und die Nordsee umfassen (oder auch andere Meere, die als Nebenmeere der Ozeane gelten, wie das Schwarze Meer oder die Ostsee).

Eine weitere Alternative ist die mit der ‚Äěg√∂ttlichen‚Äú Zahl sieben verbundene Betrachtungsweise aus dem j√ľdisch-christlichen Raum. Sie teilt die Erde in sieben Kontinente (Nord-Amerika, S√ľd-Amerika, Europa, Afrika, Asien, Ozeanien, Antarktis) und sieben Weltmeere/Ozeane (Nord-Atlantik, S√ľd-Atlantik, Nord-Polarmeer, S√ľd-Polarmeer, Indik, Nord-Pazifik, S√ľd-Pazifik). ‚Üí Sieben Meere

Gestalt der Ozeane

Entstehung eines Ozeans
Anstieg des Meeresspiegels in den letzten 24.000 Jahren

Die einzelnen Ozeane, die zwischen den Kontinenten liegen, unterscheiden sich unter anderem durch Volumen, Salzgehalt, ein eigenes Gezeiten-System, Wellen (Seegang) und Meeresströmungen sowie erdgeschichtlich von den anderen Teilen des Weltmeeres.

Innerhalb der Ozeane und ihren Nebenmeeren bzw. auf dem Ozeanboden befinden sich teils sehr hohe und langgestreckte mittelozeanische R√ľcken, teils sehr viele und niedrigere Schwellen, gro√üe und kleine Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs sowie im Pazifik der Pazifische Feuerring. Au√üerdem ragen zahlreiche Inseln, Inselgruppen und Archipele aus diesen Meeren heraus und Halbinseln in diese hinein. Nord- und S√ľdpolarmeer sind teils oder ganz von Pack- und Treibeis bedeckt.

Der Boden eines Ozeans ist die Oberseite eines St√ľcks ozeanischer Erdkruste. Seine Gestalt wird durch die Theorie der Plattentektonik erkl√§rt. Danach entsteht neuer Ozeanboden an den mittelozeanischen R√ľcken und flie√üt weg, bis er in einer Tiefseerinne (Subduktionszonen) ins Erdinnere eintaucht. Dies bedeutet, dass ein Ozean gr√∂√üer werden, kleiner werden, neu entstehen und auch verschwinden kann. So wird angenommen, dass der Atlantische Ozean etwa 150 Millionen Jahre alt ist. Fr√ľhere Ozeane sind beispielsweise der Mirovia, der Panthalassa, der Rheische Ozean, der Iapetus oder die Tethys mit dem ‚Äěeurop√§ischen‚Äú Randmeer Paratethys.

Der K√ľstenverlauf h√§ngt nicht nur von der Form und Lage der Kontinente ab, sondern auch vom Volumen des Meerwassers. So gibt es bei niedrigen Temperaturen weniger Meerwasser, da gro√üe Wassermengen als Eisschilde und Gletscher auf den Kontinenten gespeichert sind, bei steigenden Temperaturen hingegen kommt es aufgrund der W√§rmeausdehnung und dem Abschmelzen der Eismassen zu einem Meeresspiegelanstieg (Transgression). Weitere Faktoren sind Hebungen und Senkungen des Ozeanbodens aufgrund geologischer Ereignisse.

Im globalen Durchschnitt hat der Ozean eine Tiefe von 3682,2 m.[2] Dieser Wert wird noch genauer werden, wenn in der Zukunft beispielsweise die Unterwassergebirge vollst√§ndig direkt vermessen werden, denn momentan gibt es f√ľr viele Unterwassergebirge nur indirekte, mittels Erdsatellit bestimmte Ma√üe. Dies ist m√∂glich, da ein Unterwassergebirge eine lokal erh√∂hte Schwerkraft erzeugt und so ein erh√∂hter Wasserspiegel oberhalb gemessen werden kann (siehe auch Geoid).

Wasserbewegungen

‚ÄěDie Woge‚Äú von Gustave Courbet, 1870

Der Wasserk√∂rper eines Ozeans ist nicht einheitlich, sondern √§ndert sich mit der Tiefe. Es gibt gro√üe, stabile Wasserbewegungen, die Meeresstr√∂mungen. Am bedeutendsten ist das sogenannte Globale F√∂rderband, eine Kombination von Meeresstr√∂mungen, die vier der f√ľnf Ozeane miteinander verbinden und bei dem Oberfl√§chenstr√∂mungen und Tiefenstr√∂mungen einen globalen Wasserkreislauf bilden. Dabei kann es zur Bildung von gro√üen Wasserwirbeln oder Eddies in einer Tiefe von mehreren 1000 m kommen.[3] Auch Mittelozeanische R√ľcken k√∂nnen zur Verwirbelung f√ľhren.[4] Gro√üe Wasserwirbel von 50 km bis 200 km Durchmesser, die sich mehrere Wochen halten und kaltes, n√§hrstoffreiches Tiefenwasser an die Meeresoberfl√§che bef√∂rdern, werden ebenfalls beobachtet.[5]

An der Meeresoberfl√§che zeigen sich Wasserwellen. Es k√∂nnen vom Wind erzeugte unregelm√§√üige Wasserbewegungen sein, die durch eine Seegangsskala quantifizierbar sind. Einzelne Wellen oder Wellengruppen, die sogenannten ‚ÄěMonsterwellen‚Äú, sind besonders gef√§hrliche Wellen, die durch √úberlagerung mehrerer Wellen entstehen und dabei H√∂hen von mehr als 25 m erreichen k√∂nnen. Die Tsunamis sind durch Seebeben und Vulkanausbr√ľche verursachte Wellen, die sich erst in K√ľstenn√§he zu gef√§hrlichen H√∂hen auft√ľrmen.

Die im Verlaufe des Tages durch die Gezeiten verursachten Meeresspiegelschwankungen sind dagegen regelm√§√üig und werden in ihrer Auspr√§gung durch die jeweilige geometrische Form der K√ľsten beeinflusst.

Der Wind erzeugt im Ozean einen Wassertransport. Unter Ber√ľcksichtigung der Corioliskraft kommt es in den oberen Wasserschichten (bis etwa 50 m) zu einer Korkenzieherstr√∂mung.

Meerwasser

Grundsätzliches

‚Üí Hauptartikel: Meerwasser

Salinit√§t in PSU √ľber ein Jahr gemittelt

Siehe dazu: Halokline, Thermokline, Chemokline, Pyknokline, Salinität sowie Versauerung der Meere

Durch Serpentinisierung werden pro Jahr 60 Kubikkilometer[6] Meerwasser chemisch im Ozeanboden gebunden. Hinzu kommt noch die Sättigung der Sedimente am Meeresboden mit Wasser. In den Subduktionszonen wird dieses Wasser wieder frei.

Sauerstoffverteilung

Der Sauerstoffgehalt des Meerwassers nahe der Meeresoberfläche ist bestimmt durch den Übergang von Sauerstoff aus der Luft ins Wasser und der biologischen Produktion von Sauerstoff aus Kohlenstoffdioxid (CO2) durch das marine Phytoplankton. Deshalb kann es besonders in den Tropen zeitweise zur Übersättigung (Sauerstoffsättigung > 100 Prozent) des Oberflächenwassers kommen, so dass Sauerstoff verstärkt in die Luft abgegeben wird. Das Phytoplankton verbraucht allerdings in der Dunkelheit selber einen Teil des erzeugten Sauerstoffs.

Mit zunehmender Wassertiefe und der damit verbundenen Abnahme des Sonnenlichtes nimmt die Sauerstoffs√§ttigung des Meerwassers ab.[7] Neben dem Veratmen des Sauerstoffs durch das Zooplankton und einen Teil des Bakterioplanktons tr√§gt auch der zunehmende biologische Abbau von Biomasse zur Verringerung des Sauerstoffgehaltes bei. Im Ozean kommt es nicht zum Umkippen des Tiefseewassers, da in der Labradorsee, in der Gr√∂nlandsee und im Weddell-Meer sauerstoffreiches Oberfl√§chenwasser entsteht, das in die Tiefsee herabsinkt und √ľber die Tiefenstr√∂mung des Globalen F√∂rderbandes weltweit verteilt wird.[8] Die Sauerstoffverteilung in der Tiefsee ist nicht gleichm√§√üig; es existieren sogenannte Sauerstoff-Minimum-Zonen, wo es beispielsweise zur anaeroben Ammoniak-Oxidation und zur Denitrifikation kommt (durch anaerobe Atmung von Bakterien entsteht molekularer Stickstoff, der aus dem Wasser in die Luft entweicht). Diese Gebiete finden sich h√§ufig in den Tropen, so gibt es im Arabischen Meer eine bedeutende Sauerstoff-Minimum-Zone in einer Tiefe von 200 m bis 1150 m.[9]

√Ėkosystem Ozean

Verteilung von Pflanzen in den Ozeanen. (Chlorophyll-Konzentration: Blau = gering, gr√ľn = mittel)

F√ľr das √Ėkosystem Ozean ist das mit zunehmender Tiefe abnehmende Sonnenlicht von gro√üer Bedeutung. Im obersten, vom Sonnenlicht erf√ľllten Teil des Ozeans, der Euphotischen Zone, nutzen Pflanzen die Photosynthese zur Aufnahme von Energie. Es schlie√üt sich darunter die Dysphotische Zone an, wo Sonnenlicht nur noch zum Sehen ausreichend vorhanden ist. In der darunter liegenden Schicht, der Aphotischen Zone, ist kein Sonnenlicht mehr vorhanden.

Ein weiteres wichtiges Kennzeichen der Ozeane ist, dass sich das Meereswasser bei unterschiedlichen Tiefen chemisch unterschiedlich verh√§lt. Meereslebewesen, wie beispielsweise Muscheln, Korallen, Kalkalgen und Kieselalgen nutzen Calciumcarbonat und Siliciumdioxid durch Biomineralisation zum Bau von Schalen und Skeletten. Diese Biominerale k√∂nnen allerdings chemisch durch das Meerwasser abgebaut werden. So gibt es f√ľr die Calciumcarbonate Aragonit und Calcit in den Ozeanen eine untere Tiefe, ab der sie sich aufl√∂sen, die Calcit- und Aragonit-Kompensationstiefe.

Der Tiefenverlauf eines Ozeans wird in mehrere Stufen unterteilt. Er beginnt mit dem bis in 200 Meter Tiefe herabreichenden Schelfbereich. Daran schlie√üt sich der Kontinentalhang an, der eine Tiefenlage bis zu 2000 m bzw. 3000 m einnehmen kann. Es folgen das Abyssal mit einer Maximaltiefe von 6000 m und darunter das Hadal.

Auftriebsgebiete

‚Üí Hauptartikel: Auftrieb (Ozeanographie)

Die sehr seltenen, meistens saisonalen Auftriebsgebiete sind sehr nährstoffreich. In ihnen steigt kalte Tiefenströmung nach oben und ersetzt das nährstoffarme warme Oberflächenwasser.

Offener Ozean

Der Offene Ozean umfasst etwa 80 Prozent der Fl√§che des Weltmeeres, aber nur 1 Prozent der Biomasse wird dort produziert. In diesem oligotrophen Gebiet begrenzt haupts√§chlich der Mangel an Stickstoff und Phosphor im Meerwasser das Wachstum der Meerespflanzen (Phytoplankton). Aber auch der Mangel an wichtigen Metallen, wie beispielsweise Eisen, wirkt wachstumshemmend, weshalb mit Eisend√ľngung von HNLC-Gebieten experimentiert wird.

An der Oberfläche des Meerwassers ist das Neuston zu finden.

Gro√üe Wasserwirbel, bei denen kaltes, n√§hrstoffreiches Meerwasser aus der Tiefe an die Meeresoberfl√§che gef√∂rdert wird, wirken wie ein kurzzeitig bestehendes Auftriebsgebiet und f√ľhren zu einer explosionsartigen Vermehrung des Phytoplanktons. Denselben Effekt haben tropische Wirbelst√ľrme.[10]

Schelf

‚Üí Hauptartikel: Schelf

Der Übergang zwischen dem Festland und der Tiefsee wird durch den bis zu 200 Meter Wassertiefe herabreichenden Schelf, den anschließenden Kontinentalhang und den Kontinentalfuß gebildet.

Die Schelfgebiete der Ozeane sind sehr n√§hrstoffreich und wirtschaftlich von gro√üer Bedeutung f√ľr die angrenzenden Staaten. Insofern wurde das rechtliche Konstrukt einer Ausschlie√ülichen Wirtschaftszone geschaffen, um die heute meist √ľberfischten Fischgr√ľnde und eventuelle Lagerst√§tten an Erd√∂l und Erdgas der nationalen Hoheit zu unterstellen. In der Europ√§ischen Union gilt die Gemeinsame Fischereipolitik.

Seegraswiese

Kelpw√§lder wachsen auf meist ruhigen, felsigen, 15 m bis 40 m tiefen Schelfgebieten. Der namensgebende Kelp ist eine mehrzellige Alge, die wie alle Seetange am Meeresboden wurzelt.

Auf weichem Boden im Flachmeer- oder im Wattbereich bilden Pflanzen aus der Familie der Seegrasgew√§chse teilweise ausgedehnte Seegraswiesen. Neben ihrer gro√üen √∂kologischen Bedeutung sind sie auch f√ľr den K√ľstenschutz wichtig.

Tiefsee

‚Üí Hauptartikel: Tiefsee

Die Tiefsee ist ein bisher nur wenig erforschtes Gebiet der Ozeane. Mit bemannten Tiefsee-U-Booten f√ľr mittlere und gro√üe Tiefen sowie mit unbemannten autonomen und ferngesteuerten Tauchfahrzeugen werden seit dem 20. Jahrhundert vor Ort Bilder aufgenommen und Proben gesammelt. Bis dahin konnten nur mit Netzen, beispielsweise auf der Challenger-Expedition (1872‚Äď1876) aus bis zu 8000 m Tiefe oder der Valdivia-Expedition (1898‚Äď1899) aus etwa 4600 m Tiefe, mehr oder weniger zermatschte Lebewesen aus der Tiefsee gefangen werden.

Im Gegensatz zum durchlichteten oberen Bereich des Ozeans erreicht die Tiefsee zu wenig oder √ľberhaupt kein Sonnenlicht mehr, so dass dort keine von Photosynthese existierenden Lebewesen vorkommen. Die meisten Tiefseetiere wandern bei Sonnenuntergang aus der Schwachlichtzone nach oben in den tags√ľber durchlichteten Bereich, um sich dort zu ern√§hren, und tauchen bei Sonnenaufgang wieder ab. Bei dieser Wanderung treffen sie auf lauernde R√§uber. Die h√§ufigsten Wanderer sind Ruderfu√ükrebse, Quallen und Krill. √úberlebenswichtig f√ľr die hier lebenden Tiere ist es, dass sie sich gegen√ľber dem von oben kommenden schwachen, blauen Licht nicht farblich abheben. Wichtige Tarntechniken sind Durchsichtigkeit und Gegenbeleuchtung, indem an der K√∂rperunterseite vorhandene Leuchtorgane je nach Lichtverh√§ltnissen unterschiedlich stark blau leuchten. Diese Biolumineszenz gewinnt in der von Sonnenlicht freien Zone der Tiefsee noch mehr an Bedeutung. So gibt es dort Tiefseefische, die mit Leuchtsignalen Beutetiere oder Partner anlocken.

F√ľr die Tiefsee bedeutend sind nicht nur der Wasserk√∂rper, sondern auch gro√üe Erhebungen des Meeresbodens, wie einzelne Unterwasserberge (Seamounts und Guyots) und gro√üe untermeerische Gebirge. Diese Erhebungen reichen manchmal bis zur Wasseroberfl√§che hinauf und beeinflussen die Meeresstr√∂mung, so dass dort √ľber gro√üe Entfernungen transportiertes, n√§hrstoffreiches Tiefenwasser in geringere Tiefen aufsteigen und somit in einem sonst n√§hrstoffarmen Teil eines Ozeans eine Oase des Lebens entstehen kann.

Ozeanboden

‚Üí Hauptartikel: Ozeanboden

Mächtigkeit des Sediments in den Ozeanen
Wirbellose Benthonten vor einer Eiswand im antarktischen McMurdo-Sund

Der Ozeanboden ist auf der Erde der fl√§chengr√∂√üte Lebensraum und umfasst die B√∂den der K√ľsten, der Schelfe, der Kontinentalh√§nge, der gro√üen Tiefseeebenen und der Tiefseegr√§ben.

Der Ozeanboden an einem Kontinentalhang besteht in der Regel aus Sand und Kies, in den Gezeitenzonen auch aus Schlick und Schlamm. Von den Kontinenten weiter entfernt besteht er vorwiegend aus Tonen und Resten von Mikroorganismen, die in Form des sogenannten Meeresschnees von der Oberfläche zum Grund eines Ozeans langsam herabsinken. Auf diese Weise entsteht eine im Durchschnitt 800 m dicke Schicht von Tiefsee-Sedimenten, die ein wichtiger Teil der tiefen Biosphäre[11] ist.

Die Organismen im Ozeanboden ern√§hren sich von den herab fallenden √úberresten von Pflanzen und Tieren, gelegentlich auch von gel√∂sten vulkanischen Gasen.[12] Denkbar ist auch, dass durch Radiolyse erzeugter Wasserstoff von Bakterien als Energiequelle genutzt wird.[13] In der obersten noch mit Sauerstoff angereicherten Sedimentschicht leben Bakterien und wenige Archaeen, w√§hrend darunter nur noch Archaeen zu finden sind. Im offenen Ozean des S√ľdpazifik, in einem Gebiet wo j√§hrlich nur wenig Meeresschnee anf√§llt, konnte im Sediment in Tiefen von bis zu acht Metern viel Sauerstoff gemessen werden, w√§hrend Kohlenstoff wiederum kaum verf√ľgbar war. Dort fanden sich wenige, aber sehr aktive auf Sauerstoff angewiesene Bakterien.[13] Kleinere Tiere in der oberen Sedimentschicht sind beispielsweise W√ľrmer, Schnecken und Muscheln.

Auf dem Ozeanboden wachsen in bis zu 50 m Tiefe tropische Korallenriffe und an den Kontinentalh√§ngen bis in Tiefen von 1000 Metern die durch die Grundschleppnetzfischerei stark gef√§hrdeten Kaltwasserriffe. Weitere typische auf den Meeresb√∂den lebende Meerestiere sind Seeanemonen, R√∂hrenw√ľrmer, Schw√§mme, Seeigel, Seegurken, Seesterne, Schlangensterne und bodenbewohnede Fische, wie beispielsweise Knurrh√§hne, Plattfische oder Netzaugenfische.

An einigen untermeerischen Gebirgen, den mittelozeanischen R√ľcken, gibt es hei√üe Quellen. Diese lagern Erzschl√§mme ab und bilden die Grundlage f√ľr das von Sonnenlicht vollst√§ndig unabh√§ngige √Ėkosystem der Black Smoker (siehe auch Lost City). In der N√§he von Tiefseerinnen und an Stellen wo Methanhydrate in Folge von Erdrutschen instabil wird, finden sich kalte Quellen, die sogenannten Cold seeps, auch Methanquellen genannt. Sie entstehen dadurch, dass aus dem Meeresboden Wasser, angereichert beispielsweise mit Methan und Schwefelwasserstoff, ausstr√∂mt. An den hei√üen und kalten Quellen finden sich Bartw√ľrmer, die in Symbiose mit Bakterien leben. An den hei√üen Quellen gibt es eine vielseitige und biomassereiche Fauna, die beispielsweise aus Yeti-Krabben sowie bestimmten Arten von Muscheln, Schnecken und Garnelen besteht.[14] Das √Ėkosystem der kalten Quellen √§hnelt dem der hei√üen Quellen, nur fehlt dort die erh√∂hte Temperatur des Meerwassers, es ist dauerhafter und der √úbergang zur nicht spezialisierten Fauna ist einfacher. Ein weiteres wichtiges √Ėkosystem sind die Kadaver gro√üer Lebewesen, beispielsweise Wale, die auf den Ozeanboden sinken und dort f√ľr Monate bis Jahrzehnte verschiedenen Lebewesen als Nahrungsquelle dienen. Dies sind beispielsweise Haie, Schleimaale und knochenfressende W√ľrmer.

Umweltschutz

‚Üí Hauptartikel: Meeresschutz
Siehe dazu: M√ľllstrudel, Verklappung von D√ľnns√§ure, Atomm√ľll, Schiffsabwasser (MARPOL) sowie Unterwasserl√§rm

Internationale Verträge

Siehe dazu: Seev√∂lkerrecht, Seerechts√ľbereinkommen sowie Meeresboden-Vertrag

Ozeane auf anderen Planeten und Trabanten

Wahrscheinlich existiert, unter einer m√§chtigen Eiskruste verborgen, ein globaler Ozean (Eismondozean) auf dem Jupitermond Europa, vielleicht auch auf den anderen Monden Ganymed und Kallisto. Viele Hinweise deuten darauf hin, dass der Mars in der Fr√ľhzeit seiner Entwicklung offene Wasserfl√§chen enthielt. Kleinere Ozeane oder auch nur Seen aus Kohlenwasserstoffen (Methan, Ethan) k√∂nnten auf dem Saturnmond Titan ganzj√§hrig oder nur zeitweise existieren.[15] Dar√ľber, ob die gro√üen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun vielleicht ebenfalls Schichten fl√ľssiger Phasen, eventuell aus Helium oder Wasserstoff, beherbergen, kann nur spekuliert werden. Zur Herkunft der Ozeane siehe Herkunft des irdischen Wassers.

Das einzige Mondmeer, das die Bezeichnung ¬ęOzean¬Ľ tr√§gt, ist der Oceanus Procellarum, der Ozean der St√ľrme.

Ozeaneum

Es gibt gro√üe Aquarien, die verschiedene √Ėkosysteme der Ozeane nachbilden. Dazu geh√∂ren beispielsweise das Ocean√°rio de Lisboa und das Ozeaneum Stralsund.

Siehe auch

Literatur

  • Manfred Leier: Weltatlas der Ozeane ‚Äď mit den Tiefenkarten der Weltmeere. Frederking und Thaler, M√ľnchen 2007, ISBN 978-3-89405-541-7
  • Dorrik Stow: Encyclopedia of the oceans. Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-860687-7
  • Ian S. Robinson: Understanding the Oceans from Space. Springer, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-24430-1
  • INKOTA-netzwerk (Hrsg.): Weltmeere ‚Äď die globalisierte Auspl√ľnderung. INKOTA Brief 154, Berlin Dezember 2010

Weblinks

 Commons: Oceans ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Ozean ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
Wikinews Wikinews: Ozean ‚Äď in den Nachrichten
 Wikiquote: Ozean ‚Äď Zitate
Englische Links

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Friedrich Kluge: Etymologisches W√∂rterbuch der deutschen Sprache. Berlin 242002
  2. ‚ÜĎ Matthew A. Charette, Walter H. F. Smith: The Volume of Earth‚Äôs Ocean
  3. ‚ÜĎ Leibniz-Institut f√ľr Meereswissenschaften: Wirbel in der Tiefsee
  4. ‚ÜĎ scinexx.de: Tiefseeschluchten als gigantische Mischanlage
  5. ‚ÜĎ CSIRO Australia: Craig Macaulay, Ocean robots explain NSW cold water temperatures
  6. ‚ÜĎ Roland Oberh√§nsli: Warum sind die Ozeane nicht l√§ngst trocken?
  7. ‚ÜĎ National Oceanographic Data Center: World Ocean Atlas 2005, Verschiedene interaktive Grafiken zur Sauerstoffs√§ttigung nach Tiefe und Jahreszeit
  8. ‚ÜĎ Sulamith Antal: Die Sauerstoffversorgung des Ozeans
  9. ‚ÜĎ Institut f√ľr Chemie und Biologie des Meeres der Universit√§t-Oldenburg: Arabisches Meer, Sauerstoffminimumzone
  10. ‚ÜĎ NASA Data Shows Hurricanes Help Plants Bloom In 'Ocean Deserts'
  11. ‚ÜĎ Carl Wirsen: Is Life Thriving Deep Beneath the Seafloor?
  12. ‚ÜĎ UHNAI-Exploring the Deep Subseafloor
  13. ‚ÜĎ a b scinexx.de: Wimmelndes Leben in ozeanischer W√ľste
  14. ‚ÜĎ Antje Lenhart: √Ėkologie von Tiefsee-Hydrothermalquellen
  15. ‚ÜĎ ESA: Cassini‚Äôs new view of land of lakes and seas

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  • Ozean ‚ÄĒ Sm std. (12. Jh., Form 17. Jh.), mhd. Occńďne Entlehnung. Ist entlehnt aus ml. occeanus, dieses aus l. Ňćceanus, aus gr. Ňćkean√≥s der die Erdscheibe umflie√üende Weltstrom , dann Weltmeer . Adjektiv: ozeanisch. ¬†¬†¬†Ebenso nndl. oceaan, ne. ocean, nfrz ‚Ķ   Etymologisches W√∂rterbuch der deutschen sprache

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  • Ozean ‚ÄĒ [das gro√üe] Wasser, die See, [Welt]meer; (ugs. scherzh.): der gro√üe Teich. * * * Ozean,der:‚á®Meer OzeanMeer,dieSee,Atlantik,Weltmeer,Pazifik;ugs.:dergro√üeTeich,dasgro√üeWasser ‚Ķ   Das W√∂rterbuch der Synonyme

  • Ozean ‚ÄĒ OŐ≤¬∑ze¬∑an der; s, e; ein gro√ües Meer zwischen Kontinenten ‚Čą Weltmeer <der Atlantische, der Indische, der Pazifische / Stille Ozean> || K : Ozeandampfer ‚Ķ   Langenscheidt Gro√üw√∂rterbuch Deutsch als Fremdsprache


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