PLO

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Die Pal√§stinensische Befreiungsorganisation (arabisch ‚ÄŹŔÖŔÜōłŔÖō© ōßŔĄō™ō≠ōĪŔäōĪ ōßŔĄŔĀŔĄō≥ō∑ŔäŔÜŔäō©‚Ä鬆Munazzamat at-Tahrńęr al-Filastńęniyya), kurz PLO (von engl. Palestine Liberation Organisation), wurde 1964 gegr√ľndet, um die Gr√ľndung eines unabh√§ngigen arabischen Staates Pal√§stina zu erreichen. Ihr Vorsitzender war seit 1969 bis zu seinem Tod am 11. November 2004 Jassir Arafat. Neuer Vorsitzender ist der Pr√§sident der Pal√§stinensischen Autonomiebeh√∂rde Mahmud Abbas.

Die PLO besteht aus der Fatah, der Demokratischen Volksfront zur Befreiung Pal√§stinas (Democratic Front for the Liberation of Palestine ‚Äď DFLP), der Pal√§stinensischen Befreiungsfront (PLF), der Arabischen Befreiungsfront (ALF), der Popular Struggle Front (PSF) sowie anderen kleineren Gruppen.

Die Volksfront zur Befreiung Pal√§stinas (PFLP) ist die zweitgr√∂√üte Fraktion der PLO und verlie√ü 1974 das Exekutivkomitee (nicht jedoch die PLO selbst) mit der Begr√ľndung, diese verrate das Ziel der Zerst√∂rung Israels zugunsten einer Zweistaatenl√∂sung. 1981 ist die PFLP wieder eingetreten.

Die Volksfront zur Befreiung Pal√§stinas - Generalkommando (PFLP-GC), eine Abspaltung der PFLP, verlie√ü die PLO 1974 aus denselben Gr√ľnden und ist bis heute nicht zur√ľckgekehrt.

Die Hamas war nie Mitglied der PLO, sondern wurde in Opposition zu ihr gegr√ľndet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gr√ľndungsgeschichte

Ahmad Schuqairi, Vertreter Pal√§stinas bei der Arabischen Liga, wurde 1964 auf der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga in Alexandria, mit der Gr√ľndung einer pal√§stinensischen Organisation beauftragt. Am 29. Mai 1964 trat der erste pal√§stinensische Nationalrat P.N.C. in Jerusalem zusammen und beschloss am 1. Juni 1964 die Gr√ľndung einer "Organisation zur Befreiung Pal√§stinas". Unter dem Vorsitz Schuqairis (bzw. nach 1967 Y. Hammudas) war die PLO de facto ein Werkzeug √§gyptischer Politik.

Motive f√ľr die Gr√ľndung
  • Die Initiative ging vom damaligen √§gyptischen Staatspr√§sidenten Gamal Abdel Nasser aus, der in den in Fl√ľchtlingslagern lebenden jungen Pal√§stinensern ein politisches und milit√§risches Potential sah, das er f√ľr sich zu nutzen gedachte. Seinen Freund Ahmad Schuqairi betraute er mit dem PLO-Vorsitz.
  • Nasser beanspruchte f√ľr sich die F√ľhrung in der arabischen Welt. Nach dem Jordanprojekt der Israelis sah er sich gezwungen, aktiv zu werden und diesen zu verteidigen.
  • Die PLO sollte eine offizielle Vertretung des arabischen Volkes von Pal√§stina darstellen und unter der Kontrolle der Arabischen Liga stehen.
  • Die F√ľhrung der verschiedenen pal√§stinensischen Gruppen, die bis dahin als geheime Widerstandsbewegungen agiert hatten, sollte zentralisiert werden.
  • Bis zum Jahre 1997 war die Zerst√∂rung des Staates Israel ein erkl√§rtes Ziel der PLO.

Weitere Entwicklung

Die Fatah blieb der PLO vorerst fern. Der Sechs-Tage-Krieg 1967 f√ľhrte zu einer Versch√§rfung des Pal√§stinenser-Problems im Nahen Osten. Infolge der israelischen Neueroberungen gelangten hunderttausende Pal√§stinenser unter Fremdherrschaft oder fl√ľchteten. Durch die verheerenden Niederlagen der arabischen Armeen wurde den Pal√§stina-Fl√ľchtlingen ihre seit zwanzig Jahren bestehende Hoffnung, "sie br√§uchten in ihren Lagern nur die Hilfe der arabischen Nachbarl√§nder abzuwarten", nicht erf√ľllt. Statt der immer wieder versprochenen L√∂sung des Pal√§stina-Problems brachte der st√§ndige Kriegszustand neues Elend und Besatzung anstelle von Freiheit und Selbstbestimmung, mit sich. Die Pal√§stinenser wollten nicht mehr ein Kalk√ľl in der Interessenpolitik Nassers und anderer aufstrebender arabischer Machthaber sein. Nach der Niederlage Nassers im Sechs-Tage-Krieg von 1967 verlor auch Shuqairi an Einfluss und musste die PLO-F√ľhrung an den Anwalt Hammudi abgeben. 1968 kam es nach einem Terroranschlag auf einen mit israelischen Kindern besetzten Bus zur Schlacht von Karame, welche die Macht√ľbernahme des Widerstandes in der PLO einleitete. Im gleichen Jahr wurden die Mandate der PLO neu verteilt. Die Widerstandsbewegungen bildeten nun die Mehrheit. Fatah war die st√§rkste Fraktion der PLO. Der bewaffnete Kampf gegen Israel wurde in die Nationalcharta, das Grundsatzprogramm der PLO, aufgenommen. Hammudi unterlag am 3. Februar 1969 Jassir Arafat, Gr√ľnder und Chef der militant-revolution√§ren al-Fatah und mit seinem traditionellen Kopftuch, das Symbol f√ľr die Befreiungsbestrebungen der Pal√§stinenser. Von da an verfolgte die PLO das Ziel der Errichtung eines s√§kularen Staates Pal√§stina in den Grenzen des alten britischen Mandatsgebiets von 1920 (das schlie√üt die Gebiete des heutigen Israel, den Gazastreifen, das Westjordanland, einen Teil der Golanh√∂hen und das K√∂nigreich Jordanien mit ein).

Mit der Macht√ľbernahme der PLO durch die Fatah verschob sich der Schwerpunkt der Arbeit vom Politischen ins Milit√§rische. Zahlreiche radikale Untergruppen wurden Teil der PLO und pr√§gten ihre T√§tigkeit seitdem sehr stark. Ab 1970 k√§mpfte die PLO vor allem von Beirut im Libanon aus im bewaffneten Untergrundkampf. Zuvor waren sie und andere Rebellengruppen nach dem Schwarzen September aus Jordanien vertrieben worden. Ausl√∂ser der Vertreibung aus Jordanien war ein Attentat der pal√§stinensischen DFLP auf den jordanischen K√∂nig Hussein I. gewesen, welches einen regelrechten B√ľrgerkrieg zur Folge gehabt hatte. Bei den heftigen Gefechten zwischen PLO und jordanischem Milit√§r waren ca. 3.000 ‚Äď 5.000 Pal√§stinenser ums Leben gekommen, darunter viele Zivilisten. In ihrer neuen Operationsbasis, dem Libanon, war die PLO bald erneut Ausl√∂ser eines B√ľrgerkriegs, als sie begann, sich Gefechte mit einheimischen Milizen zu liefern. Zuerst k√§mpfte sie gegen die maronitische Phalange-Miliz, sp√§ter auch gegen die schiitische Amal-Miliz. Aus diesem Grund war die PLO bei vielen Libanesen ‚Äď Moslems wie Christen ‚Äď √§u√üerst verhasst; der israelische Einmarsch 1978 fand sogar kurzzeitig Unterst√ľtzung in weiten Teilen der libanesischen Bev√∂lkerung.

In den 1970ern war die PLO eine Dachorganisation von acht Organisationen mit Hauptquartieren neben Beirut auch in Damaskus. Die Beziehungen der PLO zu Syrien verschlechterten sich allerdings in den fr√ľhen 1980er Jahren. 1999 nannte der syrische Verteidigungsminister Mustafa Tlas Arafat einen "Sohn von 60.000 Prostituierten". Jassir Arafat besuchte Damaskus nach 17 Jahren Abwesenheit zum ersten Mal wieder im Jahre 2000, bei der Beerdigung von Pr√§sident Hafiz al-Assad. Seit dem Tode Arafats allerdings scheint es zu einer Ann√§herung durch Mahmud Abbas an Syrien zu kommen.

Durch zahlreiche Anschl√§ge gegen Zivilisten (Geiselnahmen, etwa die Geiselnahme von M√ľnchen w√§hrend der Olympischen Spiele 1972, oder Flugzeugentf√ľhrungen) erlangte die PLO weltweite Aufmerksamkeit. Auf dem Treffen der Arabischen Liga 1974 wurde die PLO als einzige rechtm√§√üige Vertretung des pal√§stinensischen Volkes anerkannt, kurz darauf auch von den Vereinten Nationen, sie erhielt Beobachterstatus in der UN-Vollversammlung. Ihre teils sehr blutigen Aktionen in Israel trugen zum israelischen Einmarsch in den Libanon bei (siehe Ma'alot-Massaker und K√ľstenstra√üen-Anschlag).

Mit der ersten Intifada ab 1987 litt der Alleinvertretungsanspruch der PLO und ihre F√ľhrungsrolle unter den Pal√§stinensern. Organisationen mit noch radikaleren Standpunkten, wie die Hamas und der Islamische Dschihad, gewannen mehr und mehr an Bedeutung.

Ab 1993 spielte die PLO als pal√§stinensischer Partner in den Verhandlungen von Oslo und Kairo mit den USA und Israel eine bedeutende Rolle und trieb aufgrund des Gaza-Jericho-Abkommens die pal√§stinensische Autonomie voran. Bei den ersten Wahlen in den Autonomiegebieten am 20. Januar 1996 erhielt sie einen hohen Stimmenanteil und PLO-F√ľhrer Arafat wurde zum Pr√§sidenten der Autonomiebeh√∂rde gew√§hlt.

Mit dem Scheitern der Verhandlungen in Camp David 2000 war eine Friedensregelung wieder in weite Ferne ger√ľckt, mangelnde Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten f√ľhrte seitdem zu wachsenden Konflikten. Ende 2000 brach die zweite Intifada aus und seitdem machte eine Spirale aus Terror und Vergeltung viele Fortschritte wieder zunichte.

Mit der Unter-Hausarrest-Stellung Jassir Arafats 2001 durch die Israelis sank seine und die Machtposition der PLO weiter; extremistischere Organisationen gewinnen seitdem weiter an Bedeutung.

Zu den unr√ľhmlichen Seiten der PLO geh√∂rt neben ihrer terroristischen Aktivit√§t gegen Zivilisten, dass sie im Libanon eigene Gef√§ngnisse unterhielt, in denen Pal√§stinenser eingesperrt waren, die den Kampf der PLO weder pers√∂nlich noch finanziell unterst√ľtzen wollten.

Die Nationalcharta

Der Text der Pal√§stinensischen Nationalcharta in der Fassung aus dem Jahre 1968 enth√§lt viele Abschnitte, die zur Zerst√∂rung Israels aufrufen. In einem Briefwechsel zwischen Jassir Arafat und Jitzhak Rabin, der im Zusammenhang mit dem Interimsabkommen √ľber das Westjordanland und den Gazastreifen stattfand, erkl√§rte sich Arafat bereit, diese Abschnitte zu entfernen. Am 26. April 1996 votierte der Pal√§stinensische Nationalrat f√ľr die L√∂schung oder Berichtigung aller dieser Abschnitte und bestimmte, dass ein neuer Text verfasst werden sollte. Ein Brief von Arafat an den damaligen US-Pr√§sidenten Bill Clinton im Jahre 1998 listete alle betroffenen Abschnitte auf und ein Treffen des Pal√§stinensischen Nationalrats billigte diese Auflistung. Ein √∂ffentliches Treffen der Mitglieder der PLO, des Nationalrats (PNC) und des PLO-Zentralrats (PCC) best√§tigten in Anwesenheit von Clinton den Brief ebenfalls.

Trotzdem wurde niemals ein neuer Text f√ľr die Nationalcharta verfasst, was zu anhaltenden Kontroversen f√ľhrt. Kritiker der pal√§stinensischen Organisationen behaupten, dass die Tatsache, dass keine Ver√§nderungen durchgef√ľhrt wurden, die Unaufrichtigkeit der pal√§stinensischen Seite beweise. Darauf wurde unter anderem damit geantwortet, dass die Verfassung des zuk√ľnftigen Staates Pal√§stina die Charta ersetzen w√ľrde. Der ver√∂ffentlichte Verfassungsentwurf enth√§lt folgenden Abschnitt in Bezug auf das Staatsgebiet: ‚Äěes ist eine unteilbare Einheit, basierend auf den Grenzen vom 4. Juni 1967‚Äú.

Siehe auch

Literatur

  • Gerrit Hoekmann: Zwischen √Ėlzweig und Kalaschnikow. Geschichte und Politik der pal√§stinensischen Linken. ISBN 3-928300-88-1

Weblinks


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  • PLO ‚ÄĒ acronym of Palestinian Liberation Organization, by 1965 ‚Ķ   Etymology dictionary


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