Asthma

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Asthma
Klassifikation nach ICD-10
J45 Asthma bronchiale
J45.0 Vorwiegend allergisches Asthma bronchiale
J45.1 Nichtallergisches Asthma bronchiale
J45.8 Mischformen des Asthma bronchiale
J45.9 Asthma bronchiale, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Das Asthma bronchiale (von griechisch ŠľÜŌÉőłőľőĪ, ‚ÄěAtemnot‚Äú, oft auch vereinfachend nur Asthma genannt), ist eine chronische, entz√ľndliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender √úberempfindlichkeit. Bei entsprechend veranlagten Personen f√ľhrt die Entz√ľndung zu anfallsweiser Luftnot infolge einer Verengung der Atemwege ‚Äď einer sogenannten Bronchialobstruktion (Definition des international consensus report). Diese Atemwegsverengung wird durch vermehrte Sekretion von Schleim, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Bildung von √Ėdemen der Bronchialschleimhaut verursacht, sie ist durch Behandlung r√ľckbildungsf√§hig (reversibel). Eine Vielzahl von Reizen verursacht die Zunahme der Empfindlichkeit der Atemwege (bronchiale Hyperreaktivit√§t oder auch Hyperreagibilit√§t) und die damit verbundene Entz√ľndung. F√ľnf Prozent der Erwachsenen und sieben bis zehn Prozent der Kinder leiden an Asthma bronchiale.

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft

Asthma ist eine seit dem 16.¬†Jahrhundert im Deutschen nachweisbare Entlehnung aus griechisch ŠľÜŌÉőłőľőĪ, √°sthma, welches wiederum selbst morphologisch unklar von einem indogermanischen Wortstamm *hma mit der Bedeutung ‚Äěatmen‚Äú abgeleitet zu sein scheint. [1]

Epidemiologie

Asthma bronchiale beginnt in der Regel schon im Kindesalter und ist die h√§ufigste chronische Erkrankung dieses Lebensabschnitts. Zum Vorkommen (Pr√§valenz) des Asthma bronchiale in Deutschland gibt es unterschiedliche Aussagen. Etwa f√ľnf Prozent der Erwachsenen und bis zu zehn Prozent der Kinder sind betroffen. Die Zahl der asthmabedingten Todesf√§lle in Deutschland betr√§gt etwa 5000 pro Jahr. Frauen erkranken h√§ufiger an Asthma als M√§nner.

Hinsichtlich der Pr√§valenz in Europa kann Asthma auch als ‚Äěbritische Krankheit‚Äú bezeichnet werden, da die Pr√§valenz weder auf besonders industrialisierte noch auf besonders arme noch auf besonders schadstoffbelastete noch auf besonders rauchfreudige Gegenden einen Einfluss hat: Der westeurop√§ische Durchschnitt von Erwachsenen mit klinischem Asthma betr√§gt 5,9¬†%. Die Weltrangliste f√ľhrt Schottland mit 18,4 Prozent an. Weitere Gegenden: England 15,3¬†%, Australien 14,7¬†%, USA 10,9¬†%, Deutschland 6,9¬†%, Hong-Kong 6,2¬†%, √Ėsterreich 5,8¬†%, Schweiz 2,3¬†%, Russland 2,2¬†%, China 2,1¬†%, Griechenland 1,9¬†%, Indonesien 1,1¬†% und Macau 0,7¬†%. [2]

Ursachen

Ursachen (√Ątiologie) der verschiedenen Formen

Man unterscheidet das allergische (extrinsische) Asthma vom nicht-allergischen (intrinsischen) Asthma. In Reinform kommen diese jedoch nur bei etwa zehn Prozent der Patienten vor, bei der Mehrheit werden Mischformen beobachtet. W√§hrend bei Kindern das allergische Asthma h√§ufiger ist, tritt im Alter geh√§uft die nicht-allergische Form auf. Zigarettenrauch in der elterlichen Wohnung beg√ľnstigt Asthma. Es gibt auch Hinweise, dass kulturelle und zivilisatorische Umst√§nde, wie auch bestimmte Medikamentenanwendungen in fr√ľher Kindheit Asthma f√∂rdern. [3]

Allergisches Asthma

Das allergische exogene Asthma wird bei entsprechender genetischer Veranlagung zur Atopie durch √§u√üere Reize (Allergie ausl√∂sende Stoffe in der Umwelt, sogenannte Allergene) ausgel√∂st. Dabei werden Immunglobuline vom Typ E (IgE) gebildet, die in Wechselwirkung mit spezifischen Allergenen die Aussch√ľttung von allergieausl√∂senden Botenstoffen wie Histamin, Leukotrienen und Bradykininen aus Mastzellen bewirken. Diese Stoffe l√∂sen dann die Atemwegsverengung aus. Neben dieser Sofortreaktion vom Typ I nach Einatmen des Allergens kann es nach 6 bis 12 Stunden zu einer Sp√§treaktion kommen; diese wird √ľber Immunglobuline vom Typ G (IgG) ausgel√∂st. Oft treten beide Reaktionen auf (englisch dual reaction).

F√ľr eine polygen vererbte Anlage spricht die Beobachtung, dass Kinder von Eltern, die beide an allergischem Asthma leiden, ein Erkrankungsrisiko von 60‚ąí80¬†% haben. Auf der Insel Tristan da Cunha leidet die H√§lfte der Einwohner an Asthma infolge famili√§rer Vererbung.[4] Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinitis), der wie das Asthma eine allergisch bedingte entz√ľndliche Erkrankung der Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raums ist, kann auf die unteren Atemwege √ľbergreifen und dort zu Asthma f√ľhren (‚ÄěEtagenwechsel‚Äú). Fast ein Viertel dieser Patienten[4] entwickelt dadurch nach mehr als 10 Jahren ein Pollenasthma. Zudem steht am Anfang meist ein bestimmtes Allergen im Mittelpunkt; √ľber die Jahre kommt es jedoch oft zur Ausweitung des Ausl√∂serspektrums, so dass die Allergenvermeidung f√ľr den Patienten immer schwieriger oder sogar unm√∂glich wird.

Es gibt Hinweise, dass Landleben ungeborene Kinder vor Asthma sch√ľtzt: Kinder von Frauen, die w√§hrend der Schwangerschaft Kontakt zu Tieren, Getreide oder Heu hatten, bekommen im sp√§teren Leben seltener allergische Atemwegs- und Hauterkrankungen. F√ľr einen gewissen Schutz vor diesen Beschwerden ist aber ein anhaltender Kontakt zu Nutztieren oder Getreide n√∂tig. [5]

Nicht-allergisches Asthma

Das nicht-allergische endogene Asthma kann hingegen durch andere Reize verursacht werden: Infektionen, meist der Atemwege, Medikamentenunvertr√§glichkeiten - sog. Analgetika-Asthma (eine pseudoallergische Reaktion auf Schmerzmittel, meist nichtsteroidale Antiphlogistika wie Acetylsalicyls√§ure), Einwirkung von giftigen (toxischen) oder irritierenden Stoffen (L√∂sungsmittel, Weichmacher, kalte Luft, Zusatzstoffe und anderem), besondere k√∂rperliche Anstrengung sowie die Refluxerkrankung (R√ľckfluss von Magens√§ure) sind m√∂gliche Ursachen dieser Form. Manche Zusammenh√§nge und weitere Ursachen sind derzeit noch nicht gekl√§rt.

Nach einer Studie k√∂nnen Raumsprays und Reinigungsmittel zum Spr√ľhen das Risiko von Atemwegsbeschwerden und von Asthma stark erh√∂hen[6].

Pathogenese

F√ľr die Krankheitsentstehung (Pathogenese) sind drei pathophysiologische Abl√§ufe charakteristisch:

Entz√ľndung der Bronchien

Allergene oder andere Reize l√∂sen eine Entz√ľndungsreaktion der Bronchialschleimhaut aus. Diese hat zentrale Bedeutung beim Asthma. Neben Mastzellen und deren ausgesch√ľtteten Botenstoffen (Entz√ľndungsmediatoren, siehe oben) spielen eosinophile Granulozyten und T-Lymphozyten dabei eine wichtige Rolle.

Bronchiale Hyperreaktivität

Bei den meisten Asthmatikern l√§sst sich eine unspezifische bronchiale Hyperreaktivit√§t (allgemeine Atemwegs√ľberempfindlichkeit gegen Reize) nachweisen. Die Hyperreaktivit√§t l√§sst sich oft objektivieren durch Inhalation von Reizsubstanzen, z.¬†B. beim Methacholintest, Histamintest oder bei Belastungen wie dem Renntest (√ľber Anstrengung und die Ausk√ľhlung der Bronchien beim Rennen, vor allem bei Kindern) oder durch Kaltluftprovokation.

Mangelnde bronchiale Reinigung (Clearance)

Die Obstruktion ist die Verlegung des Lumens der Atemwege (Verkleinerung des verf√ľgbaren Querschnitts) infolge von Schleimhaut√∂demen (Fl√ľssigkeitseinlagerung in die Schleimhaut), von vermehrter bzw. gest√∂rter Schleimsekretion (Hyperkrinie bzw. Dyskrinie) und von Bronchospasmen (Verkrampfung der glatten Muskulatur der Bronchien). Dadurch kommt die Selbstreinigung der Lunge zum Erliegen: Das Sekret kann nicht abflie√üen und verst√§rkt seinerseits die Sch√§digung bis hin zur vollst√§ndigen Verlegung, den sogenannten Bronchialausg√ľssen.

Symptome

Bei einem Asthmaanfall kommt es zu akut auftretender Luftnot (Dyspnoe). Vor allem die Ausatmung ist erschwert und diese ist oft von pfeifenden Atemger√§uschen begleitet (exspiratorischer Stridor). Teilweise tritt Husten auf, auch in Form von Hustenanf√§llen. Bei Kindern ist Husten in der Regel das f√ľhrende Symptom, daher wird hier die Diagnose ‚ÄěAsthma‚Äú oft erst sp√§t gestellt. Das erschwerte Atmen und die Luftnot k√∂nnen zu Angstgef√ľhlen mit Unruhe und Sprechschwierigkeiten f√ľhren. Charakteristisch f√ľr Asthma ist das Fehlen von Symptomen im beschwerdefreien Intervall.

Diagnose

Die Diagnose ist durch Anamnese und bei typischen Hauptsymptomen oft leicht zu stellen.

Bei der Diagnose hilft eine Lungenfunktionspr√ľfung (Spirometrie) weiter, bei der unter anderem

  1. das Gesamtvolumen der ein- und ausgeatmeten Luft (Vitalkapazität, VK) und
  2. das in einer Sekunde bei forcierter Ausatmung ausgeatmete Volumen (Einsekundenkapazität, FEV1) bestimmt wird.

Aus dem Verh√§ltnis von Einsekundenkapazit√§t zur Vitalkapazit√§t wird die relative Sekundenkapazit√§t (FEV1 in¬†% der VK) errechnet, die als Ma√ü f√ľr die Einengung der Atemwege herangezogen wird.

Durch spezialisierte √Ąrzte kann der Atemwegswiderstand und das Ausma√ü der Lungen√ľberbl√§hung, beides wichtige Kriterien f√ľr Asthma, mit der Ganzk√∂rperplethysmographie (Bodyplethysmographie) bestimmt werden.

Peak-Flow-Meter

Zur Diagnose und Therapie√ľberwachung dient auch der PEF-Wert (peak expiratory flow). Dies ist der Maximalwert des Luftflussvolumens (Durchfluss) beim Ausatmen. Er dient als Indikator f√ľr den freien Querschnitt in der Luftr√∂hre beim Ausatmen. Dieser Wert sinkt meist schon vor einem Asthmaanfall. Er wird mit einem ‚ÄěPeak-Flow-Meter‚Äú gemessen, welches in verschiedenen altersangepassten Bauformen erh√§ltlich ist.

Typische R√∂ntgenbefunde f√ľr Asthma gibt es nicht. Eine vermehrte Strahlentransparenz der Lunge, schmale Herzsilhouette, tiefstehende Zwerchfelle und Ver√§nderungen des EKGs treten eher bei einer COPD auf.

Wichtig bei der Diagnose des Asthma bronchiale ist es zu erkennen, ob eine allergische Empfindlichkeit gegen ein oder verschiedene Allergene der Umgebung als Auslöser verantwortlich ist. Hierzu bedient man sich verschiedener Allergietests. Bei allergisch bedingtem Asthma kann sich bei der Blutuntersuchung eine Erhöhung der allergietypischen, spezifischen IgE (Immunglobuline) und/oder eine Eosinophilie finden.

Asthma wird in folgende Schweregrade eingeteilt:

Asthma-Schweregrade
Bezeichnung Symptome FEV1 bzw. PEF
(in % vom Sollwert)
1, intermittierend Tag: ‚ȧ 1 √ó pro Woche
Nacht: ‚ȧ 2 √ó pro Monat
‚Č• 80¬†%
2, persistierend, leicht Tag: < 1 × täglich
Nacht: > 2 √ó pro Monat
‚Č• 80¬†%
3, persistierend, mittelgradig Tag: täglich
Nacht: 1 √ó pro Woche
60‚ąí80¬†%
4, persistierend, schwer Tag: ständig
Nacht: häufig
‚ȧ 60¬†%

Differenzialdiagnosen (Auswahl)

Therapie

Therapiemöglichkeiten außerhalb einer Krise

Ein Inhalator mit einem ő≤2-Sympathomimetikum

Bei einer nachgewiesenen Allergie muss zun√§chst der ausl√∂sende Stoff gemieden werden (Beispiele: Berufswechsel beim B√§ckerasthma, Abschaffung von Haustieren, die ein Fell haben). Beim Asthma, das durch Milben oder Pollen ausgel√∂st wird, kommt manchmal eine Hyposensibilisierung, auch ‚Äěspezifische Immuntherapie‚Äú (SIT) genannt, in Frage.

Die Deutsche Atemwegsliga empfiehlt folgendes Behandlungskonzept:

Dauermedikation (‚ÄěController‚Äú)

  • Stufe 1 (Intermittierendes Asthma):
    Eine Dauermedikation ist nicht erforderlich.
  • Stufe 2 (Leichtgradiges Asthma):
    Inhalation von niedrigdosierten, lokal wirksamen Glukokortikoiden (Budesonid, Beclometason, Fluticason, Mometason, Ciclesonid), alternativ von Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure, Nedocromil); eventuell oral ein Leukotrienrezeptor-Antagonist (Montelukast)
  • Stufe 3 (Mittelgradiges Asthma):
    Inhalation von lokal wirksamen Glukokortikoiden in mittlerer Dosierung. Zus√§tzlich lang wirksame ő≤2-Sympathomimetika inhalativ (Salmeterol oder Formoterol), zus√§tzlich gegebenenfalls oral verz√∂gert wirksames ő≤2-Sympathomimetikum und Theophyllin-Pr√§parat (PDE-Hemmer); auch hier eventuell ein oraler Leukotrienantagonist
  • Stufe 4 (Schweres Asthma):
    Ein hoch dosiertes inhalatives und ein systemisches Glukokortikoid (z.¬†B. Prednisolon), zus√§tzliche Medikamente wie bei Stufe¬†3. Zus√§tzlich ist bei Stufe 4 laut aktuellen Leitlinien auch Xolair (Omalizumab, ein IgE-Antik√∂rper) indiziert f√ľr die Behandlung von Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren mit schwerem persistierendem Asthma. Die Patienten m√ľssen einen positiven Haut -Test aufweisen oder eine Serum-Reaktion gegen√ľber mindestens einem ganzj√§hrig vorhandenen Aeroallergen zeigen. Zudem kann beim f√ľr Xolair geeigneten Patienten das Asthma trotz einer maximalen Therapie mit inhalierbaren Kortikoidsteroiden und langwirksamen Beta2-Mimetika nicht ausreichend kontrolliert werden. Xolair wird etwa 3-w√∂chentlich subcutan appliziert nach vorheriger Kontrolle des Gesamt IgE-Spiegels. Es ist relativ teuer und kann in seltenen F√§llen schwere Komplikationen (anaphylaktischer Schock) hervorrufen, eine zweist√ľndige Nachbeobachtung beim Arzt wird empfohlen. Omalizumab ist seit 2005 in Deutschland zugelassen.

Bei allen Schweregraden k√∂nnen bei Bedarf kurzwirksame ő≤2-Sympathomimetika inhaliert werden (‚ÄěReliever‚Äú).

Beim allergischen Asthma wird bei Kindern zum Teil zuerst auf Cromoglicins√§ure, Nedocromil oder Montelukast zur√ľckgegriffen. Wenn mit diesen schwach entz√ľndungshemmenden Mitteln nach etwa vier Wochen Therapie keine √Ąnderung der Symptomatik eingetreten ist, muss auf ein inhalatives Corticosteroid umgestellt werden. Diese Medikamente werden haupts√§chlich zur Vorbeugung von Asthmaanf√§llen eingesetzt (‚ÄěController‚Äú), sie m√ľssen also, um eine ausreichende entz√ľndungshemmende Wirkung zu erzielen, langfristig, wenn nicht dauerhaft eingesetzt werden.

Eine Asthmatherapie sollte ursachenorientiert vorgehen. Da gelegentlich eine psychosomatische Komponente vorliegt, k√∂nnen Psychotherapien teilweise auch eine Besserung der Beschwerden bewirken. Wichtig ist auch, dass rauchende Asthmapatienten sich das Rauchen abgew√∂hnen. Mediziner um Neil Thomson von der Universit√§t Glasgow haben herausgefunden, dass sich die Lungenfunktion bereits sechs Wochen nach der letzten Zigarette um 15¬†Prozent verbessert. Demnach k√∂nnen rauchende Asthmatiker Entz√ľndungen ihrer Atemwege durch das Aufgeben des Rauchens sehr viel besser lindern als durch die Einnahme entz√ľndungshemmender Medikamente.

In der Ganzheitlichen Medizin wird zudem auch eine Ernährungsumstellung zu Vollwertkost unter Vermeidung von manchen Nahrungsmittelallergenen / Nahrungszusatzstoffen empfohlen.

Akuter Asthmaanfall

Der akute Asthmaanfall kann dramatisch verlaufen. Die Maximalvariante, der sogenannte Status asthmaticus, stellt eine unmittelbare Lebensbedrohung dar. Es wird folgendes Vorgehen empfohlen:

  • Sauerstoffzufuhr √ľber eine Sonde oder Maske, um eine Sauerstoffs√§ttigung von mehr als 90¬†%, bei Schwangeren und Patienten mit Herzkrankheiten mehr als 95¬†%, zu erhalten.[7]
  • Bronchodilatation: kurzwirksame ő≤2-Agonisten (z.¬†B. Salbutamol) inhalativ, bei Bedarf auch subkutan oder intraven√∂s. Zus√§tzlich kann Ipratropiumbromid (ein Anticholinergikum) inhalativ gegeben werden.
  • Entz√ľndungshemmung: Kortikosteroide intraven√∂s
  • bei ungen√ľgendem Ansprechen auf obige Medikamente sollten zus√§tzlich Xanthine gegeben werden, wie z.¬†B. Theophyllin intraven√∂s oder eventuell das Narkotikum Ketamin

Medikamente mit potentiell Asthma-verstärkender Wirkung

Zu den Medikamenten, die bei Patienten mit Asthma zu schweren, mitunter lebensbedrohlichen Anf√§llen (Exazerbationen) f√ľhren k√∂nnen, geh√∂ren folgende Schmerzmittel: Acetylsalicyls√§ure, Paracetamol (extrem selten) und nichtsteroidale Antiphlogistika. Speziell der Einsatz von Betablockern ist bei Patienten mit Asthma manchmal kontraindiziert, da eine dadurch ausgel√∂ste Bronchialverengung m√∂glich ist. Dies gilt selbst f√ľr ő≤1-selektive Rezeptorblocker und f√ľr die lokale Anwendung (etwa bei Augentropfen gegen ein Glaukom). Es stehen Alternativen aus anderen Medikamentenklassen zur Verf√ľgung.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Kluge Etymologisches W√∂rterbuch der deutschen Sprache, 24.¬†Auflage
  2. ‚ÜĎ ‚ÄěGlobal Burden of Asthma‚Äú Report der GINA (Global Initiative for Asthma), Medical Research Institute of New Zealand, Wellington, Mai 2004
  3. ‚ÜĎ Zitiert nach "Beg√ľnstigt Antibiose Asthma bei Kindern¬†?", √Ąrzte-Zeitung, 19. Juni 2007, S. 4, dort zitiert nach Chest 131 / 6, 2007, 1753
  4. ‚ÜĎ a b Gerd Herold, Innere Medizin 2005, S.¬†301
  5. ‚ÜĎ J. Douwes, S. Cheng, N. Travier, C. Cohet, A. Niesink, J. McKenzie, C. Cunningham, G. Le Gros, E. von Mutius, and N. Pearce, Farm exposure in utero may protect against asthma, hay fever and eczema, Eur. Respir. J., Sep 2008; 32: 603 - 611 DOI:10.1183/09031936.00033707
  6. ‚ÜĎ American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine: The Use of Household Cleaning Sprays and Adult Asthma: An International Longitudinal Study, 21.06.2007
  7. ‚ÜĎ Papiris S et al.: Clinical review: Severe asthma. Crit Care (2002) 6:30-44. PMID 11940264.

Literatur

  • Ukena, Dieter et al.: Asthma bronchiale ‚Äď Diagnostik und Therapie im Erwachsenenalter, Dtsch Arztebl 2008; 105: 385-94
  • Ch. Schacher / H. Worth: Mein Asthma habe ich im Griff!, Deutscher √Ąrzte-Verlag 2007, ISBN 978-3-7691-7094-8
  • AOK (Hrsg.): Hilfe! Asthma - Patienten-Handbuch f√ľr unbeschwertes Atmen
  • Papiris S, Kotanidou A, Malagari K, Roussos C: Clinical review: severe asthma. Crit Care. 2002 Feb;6(1):30-44. PMID 11940264
  • Claus Bachert at al. Asthma und allergische Rhinitis - Eine Erkrankung mit zwei Gesichtern. Thieme, Stuttgart 2005, ISBN 3-13-133991-8.
  • Franz Petermann: Asthma bronchiale, Hogrefe, 1999, ISBN 3-8017-1121-8.
  • Morr (Hrsg.): Erkrankung der Atmungsorgane, M√ľnchen, Wien, Baltimore, 1986.

Weblinks

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