Palermo

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Palermo
Palermo
Wappen
Palermo (Italien)
Palermo
Staat: Italien
Region: Sizilien
Provinz: Palermo (PA)
Lokale Bezeichnung: Palermu / Paliemmu
Koordinaten: 38¬į 7‚Ä≤ N, 13¬į 22‚Ä≤ O38.11583333333313.361388888889Koordinaten: 38¬į 6‚Ä≤ 57‚Ä≥ N, 13¬į 21‚Ä≤ 41‚Ä≥ O
Fläche: 158 km²
Einwohner: 655.875 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 4.151 Einw./km²
Postleitzahl: 90121‚Äď90151
Vorwahl: 091
ISTAT-Nummer: 082053
Demonym: Palermitani
Schutzpatron: Santa Rosalia
Website: www.comune.palermo.it
Stadt und Hafen vom Monte Pellegrino aus gesehen

Palermo ist die Hauptstadt der Autonomen Region Sizilien und der Provinz Palermo. Sie liegt an einer Bucht an der Nordk√ľste Siziliens. Im 8. Jahrhundert v. Chr. gegr√ľndet, erlebte die Stadt vor allem unter der Vorherrschaft der Araber sowie der Normannen und der Staufer eine Bl√ľtezeit. Heute ist Palermo mit 655.875 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) Italiens f√ľnftgr√∂√üte Stadt und das politische sowie kulturelle Zentrum Siziliens.

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Klima

Palermo
Klimadiagramm (Erklärung)
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Temperatur in ¬įC,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschl√§ge f√ľr Palermo
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Max. Temperatur (¬įC) 14,8 15,1 16,1 18,4 21,8 25,1 28,3 28,8 26,6 22,9 19,3 16,0 √ė 21,1
Min. Temperatur (¬įC) 10,2 10,1 10,9 12,9 16,0 19,7 22,9 23,6 21,5 17,8 14,3 11,5 √ė 16
Niederschlag (mm) 71,6 65,4 59,5 44,1 25,5 12,2 5,1 13,3 41,5 98,0 94,3 80,0 ő£ 610,5
Regentage (d) 9,7 10,0 8,7 6,1 3,2 1,6 0,8 1,6 4,1 8,3 9,4 10,8 ő£ 74,3
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Quelle: WMO

Die Stadt liegt an einer Bucht des Tyrrhenischen Meeres an der Nordk√ľste Siziliens. Begrenzt wird die Bucht im Norden vom rund 600 Meter hohen Monte Pellegrino, im Osten vom Monte Catalfano.

Die Ebene zwischen den Bergen wird italienisch Conca d‚Äôoro (‚ÄěGoldene Muschel‚Äú) genannt, vermutlich wegen der Orangenhaine, die Palermo zur Zeit der arabischen Herrschaft umgaben. Heute dehnt sich das Stadtgebiet √ľber fast die ganze Conca d‚Äôoro aus. Die Ebene gilt als sehr fruchtbar.

Palermo bildet eine Agglomeration und ist mit 659.433 Einwohnern (2009) in der Kernstadt und etwas √ľber einer Million Einwohnern in der Metropolregion die gr√∂√üte Stadt Siziliens. Neben den innerst√§dtischen Quartieri und Mandamenti geh√∂ren folgende frazioni in den Randgebieten zur Stadt: Acqua dei Corsari, Altarello, Aquino, Arenella, Bandita, Boccadifalco, Brancaccio, Ciaculli, Mezzomonreale, Mondello, Pallavicino, Partanna, Pomara, Resuttana, San Lorenzo, Santuario di Santa Rosalia, Sferracavallo, Tommaso Natale, Vergine Maria, Villagrazia.

Palermo geh√∂rt zur ‚ÄěRegione Agraria n. 13 - Pianura Conca d‚ÄôOro‚Äú und ist Mitglied der kommunalen Vereinigungen ‚ÄěAssociazione Italiana Citt√† Ciclabili‚Äú, ‚ÄěAssociazione Nazionale Citt√† del Pesce di Mare‚Äú und ‚ÄěAssociazione Citt√† italiane per la mobilit√† sostenibile e lo sviluppo dei trasporti‚Äú.

Palermo ist in acht Stadtbezirke (circoscrizioni) eingeteilt, die ihrerseits wiederum in insgesamt 34 Stadtviertel (quartieri) unterteilt sind.

Die Nachbargemeinden Palermos sind Altofonte, Belmonte Mezzagno, Ficarazzi, Isola delle Femmine, Misilmeri, Monreale, Torretta und Villabate.

Geschichte

Antike

Die Ph√∂nizier gr√ľndeten die Stadt als Handelsst√ľtzpunkt im 8. Jahrhundert v. Chr. Der urspr√ľngliche Name der Stadt kam aus dem Punischen und lautete Ziz (die Blume). Er bezog sich auf die Fruchtbarkeit der Landschaft. Den heutigen Namen gaben die Griechen, die den nat√ľrlichen Hafen Palermos begehrten: ő†őĪőĹŌĆŌĀőľőŅŌā Panhormos = Ganzhafen, gro√üer Hafen. 408, 406 und 391 v. Chr. verteidigten die Karthager ihren Musterhafen gegen Syrakus und Flotten anderer griechischer St√§dte und entzogen ihr starkes Bollwerk der Hellenisierung.

Im Gegensatz zu anderen großen Städten Siziliens gelangte Palermo nie unter griechische Herrschaft, lag aber nahe der Grenze zum griechischsprachigen Ostteil der Insel.

275 v. Chr. gelang es K√∂nig Pyrrhus von Epirus, die Hafenstadt f√ľr kurze Zeit zu besetzen.

Während des Ersten Punischen Krieges von 264 bis 241 v. Chr. war Palermo ein wichtiges Bollwerk der Karthager, bis es 254 v. Chr. von den Römern durch eine Seeblockade erobert wurde und den Namen Panormus erhielt. Unter Augustus siedelten sich ehemalige römische Legionäre an und Panormus entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Städte auf Sizilien.

Von den Vandalen bis zur Einheit Italiens

Umgebung von Palermo um 1888

Nachdem die Vandalen im Jahr 429 ihr Reich in Nordafrika mit dem heutigen Tunesien als Zentrum gegr√ľndet hatten, fielen sie mehrfach in Sizilien ein und eroberten die Stadt. Palermo verlor an Bedeutung und fiel schlie√ülich 535 an Ostrom.

Ein Aufschwung setzte erst wieder unter islamischer Herrschaft ein. Arabisch ‚ÄŹō®ŔĄōĪŔÖ‚Äé / Balarm genannt, wurde Palermo 831 zur Hauptstadt der Emire von Sizilien und entwickelte sich durch den Anbau von Orangen- und Zitrusb√§umen zu einem bl√ľhenden Wirtschaftszentrum. Der Hafen wurde ausgebaut und es entstanden neue Stadtviertel. Die damalige Einwohnerzahl wird auf etwa 100.000 bis 120.000 gesch√§tzt. Unter den europ√§ischen St√§dten hatten damals nur Byzanz und C√≥rdoba mehr Einwohner. Es glich in der Gr√∂√üe den damaligen islamischen Metropolen, wie Kairo oder Bagdad. Laut Ibn al-Athńęr benutzte der muslimische Emir Muhammad b. Abdallah b. Aghlab, der von 832 bis 851 von Palermo aus Sizilien beherrschte, die Stadt als Ausgangspunkt f√ľr unabl√§ssige Pl√ľnderungen. Seit der Antike war Sizilien die Kornkammer der damaligen Welt und das begehrteste Agrarland des Mittelalters. Dies machte es zu einem Zankapfel unter den politischen M√§chten.

Normannenschloss La Zisa

1072 eroberten die Normannen unter Roger I. Palermo. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde es Hauptstadt der Grafschaft, ab 1130 des K√∂nigreichs Sizilien. Unter den normannischen Herrschern entstanden zahlreiche Kirchen und Pal√§ste mit deutlich arabischen Stileinfl√ľssen. Diese Bauten sind Zeugnis einer arabisch-byzantinisch-normannischen Symbiose in der Kunst. Beispiele daf√ľr sind die Sommerresidenz La Zisa im Stil eines arabischen W√ľstenschlosses oder die Kirchen San Giovanni degli Eremiti und San Cataldo mit ihren rot get√∂nten Kuppeln. Am Normannenpalast und an der Kathedrale von Palermo sind die arabischen Stilelemente ebenfalls zu erkennen, aber der Gesamteindruck ging durch sp√§tere An- und Umbauten verloren.

Sarkophag von Friedrich II., im Hintergrund der von Roger II.

Die kulturelle Bl√ľtezeit unter den Normannen dauerte an, als 1194 die Staufer die Macht √ľbernahmen. Friedrich II. baute die Stadt zur glanzvollen Residenz aus und gr√ľndete die Sizilianische Dichterschule.

Nach der Hinrichtung des letzten Staufers Konradin geriet Sizilien unter die Herrschaft von Karl von Anjou, der die Hauptstadt seines Reichs nach Neapel verlegte. Palermo verfiel immer mehr und die Armut der Bev√∂lkerung f√ľhrte 1282 zur Sizilianischen Vesper. Mit diesem Aufstand endete die Herrschaft Karls auf Sizilien. Tausende Franzosen wurden dabei von der einheimischen Bev√∂lkerung get√∂tet. Allein in Palermo starben 2000 Menschen.

In der Folgezeit nahmen die Aragonier, √Ėsterreicher und Bourbonen die Stadt in Besitz und sie verlor weiter an Bedeutung. 1860 zog Giuseppe Garibaldi in Palermo ein und ein Jahr sp√§ter kam Sizilien zum neuen K√∂nigreich Italien.

Stadtplan von Palermo um 1907

Palermo seit der Mitte des 20. Jahrhunderts

W√§hrend des Zweiten Weltkriegs wurde Palermo schwer besch√§digt. Viele Bewohner der Altstadt zogen um in neugebaute Siedlungen am Stadtrand und die Wiederaufbauarbeiten gingen nur sehr schleppend voran. Palermo erlebte einen starken Zustrom von Menschen aus dem l√§ndlichen Sizilien, so dass die Einwohnerzahl schnell sehr stark anstieg. Um Palermo herum wurden massenweise billig gebaute Sozialsiedlungen errichtet, w√§hrend die Restaurierung des alten Zentrums vernachl√§ssigt wurde und es zunehmend verfiel. Zudem war Palermo von Kriegsende bis Ende des 20. Jahrhunderts fest in der Hand der Mafia. Es war Zentrum zweier gro√üer Mafiakriege und z√§hlte zu den gewaltt√§tigsten St√§dten Europas - 1981 bis 1983 ereignete sich in Palermo durchschnittlich alle drei Tage ein Mafiamord. In den 1980er Jahren k√§mpften vor allem die Staatsanw√§lte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino dagegen an. 1992 wurden beide in der N√§he Palermos von der Mafia umgebracht. Erst unter dem ‚ÄěAntimafia‚Äú-B√ľrgermeister Leoluca Orlando (Amtszeit 1985-2000) bl√ľhte das √∂ffentliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt wieder auf. Unterst√ľtzt von anderen Politikern, von K√ľnstlern und von der Bev√∂lkerung setzte er den Kampf gegen die Mafia fort. Die Kriminalit√§t sank und heute liegt Palermo in der Verbrechensstatistik nicht mehr unter den 15 ersten St√§dten Italiens.

Orlando veranlasste auch, durch umfangreiche Sanierungsma√ünahmen die verfallenen Geb√§ude der Altstadt wieder instand zu setzen. So wurde z.B. dank seiner Bem√ľhungen 1997 das Teatro Massimo, eines der gr√∂√üten Opernh√§user Europas, wiederer√∂ffnet und seither mit Opernauff√ľhrungen sowie Konzerten kontinuierlich bespielt.

Entwicklung der Einwohnerzahl

Die Bewohner der sizilianischen Hauptstadt werden im Deutschen Palermitaner genannt.

Bevölkerungsentwicklung
1861 1871 1901 1921 1931 1951 1961 1973 2009
194.000 (ca.)[2] 186.000 (ca.)[3] 253.541
(mit dem Gemeindegebiet 309.604)[4]
400.464[5] 390.000 (ca.)[6] 483.000 (ca.)[7] 601.320[8] 658.000 (ca.)[9] 659.433

Wirtschaft

Wichtigster Wirtschaftssektor des 21. Jahrhundert ist der Dienstleistungssektor. Hierzu tr√§gt auch der zunehmende Tourismus bei. Des Weiteren ist und war Palermo Standort verschiedener Industriebetriebe aus den Bereichen chemische Industrie, Fahrzeug- und Schiffbau, Maschinenbau, Glas- und M√∂belherstellung[8], Metall- und Textilindustrie. Die Landwirtschaft ist gepr√§gt von der Nahrungsmittelerzeugung, dem Tabakanbau und Getreidewirtschaft. Mit dem Anbau von Zitrusfr√ľchten und Gem√ľse im Vergleich zu fr√ľher spielt sie jedoch eine untergeordnete Rolle. Trotz des Aufschwungs Ende des 20. Jahrhunderts hat Palermo unter den Provinzhauptst√§dten Italiens das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen und leidet an einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Der Hafen von Palermo ist der wichtigste Siziliens und ist damit ebenfalls ein nicht zu untersch√§tzender Wirtschaftsfaktor.

Wissenschaft und Bildung

In Palermo befindet sich mit der Universit√§t Palermo eine der gr√∂√üten Hochschulen Italiens. Sie wurde 1806 gegr√ľndet und umfasst zw√∂lf Fakult√§ten. Daneben gibt es eine Fachhochschule f√ľr Technik sowie Handels-, Musik- und Kunstschulen, eine Theologische Fakult√§t und eine Niederlassung der Privatuniversit√§t LUMSA. 1832 ging die Accademia di Scienze, Lettere ed Arti aus der 1718 gegr√ľndeten Accademia del Buon Gusto hervor. Aufgabe des von Bruno Lavagnini gegr√ľndeten Istituto Siciliano di Studi Bizantini e Neoellenici ist vor allem die Erforschung von Sprache, Geschichte und Kultur des byzantinischen Sizilien und S√ľditaliens sowie der neugriechischen Literatur.

Bibliotheken und Archive

Als wissenschaftliche Allgemeinbibliothek fungiert die Zentralbibliothek der Region Sizilien (Biblioteca Centrale della Regione Siciliana, fr√ľher Biblioteca Nazionale), die neben Druckschriften auch eine Sammlung mittelalterlicher und neuzeitlicher Handschriften sowie das Tabulario (Urkundenarchiv) des Klosters und Erzbistums Monreale bewahrt. Die handschriftlichen Nachl√§sse zahlreicher sizilianischer Gelehrter, vorwiegend Theologen, Philologen und Historiker geh√∂ren zu den Sch√§tzen der Biblioteca Comunale in der der Casa Professa, der ehemaligen Jesuitenniederlassung. Eine zentrale Universit√§tsbibliothek gibt es nicht; die Literaturversorgung soll durch Fakult√§ts- und Institutsbibliotheken gew√§hrleistet werden. An Spezialbibliotheken ist noch die Bibliothek der Societ√† Siciliana di Storia Patria bei San Domenico zu nennen.

Das Staatsarchiv (Archivio di Stato) Palermo enthält neben den Archivalien der sizilianischen Zentralverwaltung, vor allem aus der Zeit der Vizekönige, die Urkundenarchive aufgehobener geistlicher Institutionen und die Akten der öffentlichen Notare aus der Provinz Palermo seit dem 14. Jahrhundert sowie in der Bibliothek die älteste Handschrift der Getica des Jordanes. Die archivalischen Quellen zur Geschichte der Stadt sind vorwiegend im Archivio Comunale, dem Stadtarchiv, in der Via Maqueda , zu finden. Außerdem gibt es noch ein ethnografisches Archiv in der Via delle Pergole.

Verkehr

Der Personen- und G√ľterverkehr findet gr√∂√ütenteils auf der Stra√üe statt. Palermo hat Anschluss zu den gut ausgebauten Autobahnen A19 nach Catania und dar√ľber zur A20 nach Messina sowie zur A29 nach Mazara del Vallo bzw. Trapani.

Der Hauptbahnhof von Palermo ist Endstation der Eisenbahnachse Berlin‚ÄďPalermo. Die wichtigste Verbindung auf Sizilien stellt die Bahnstrecke nach Messina dar. Weitere Verbindungen f√ľhren nach Agrigent, Catania und Trapani.

Ein städtisches Eisenbahnsystem, der Servizio ferroviario metropolitano di Palermo, rund um die Stadt sichert den Nahverkehr.

Etwa 30 km nordwestlich der Stadt liegt der internationale Flughafen Palermo-Punta Raisi ‚ÄúFalcone e Borsellino‚ÄĚ. Etwa 5 km westlich der Stadtmitte befindet sich der alte Flughafen Palermo-Boccadifalco.

Vom Hafen aus verkehren Autof√§hren u.a. nach Genua, Civitavecchia und Neapel. Weiter gibt es Schiffsverbindungen nach Tunis, Cagliari, Ustica, Malta und saisonal entlang der Nordk√ľste Siziliens nach Cefal√Ļ und zu den Liparischen Inseln.

Sehensw√ľrdigkeiten

Kirchen

Dom von Palermo

Das bedeutendste Kirchengeb√§ude von Palermo ist die Kathedrale. Der jetzige Bau wurde 1184/1185 errichtet und erfuhr im Lauf der Jahrhunderte mehrere Umbauten. Besonders gravierend war dabei der Umbau am Ende des 18. Jahrhunderts, bei dem die Kathedrale eine Barockkuppel erhielt und ihr Inneres klassizistisch umgestaltet wurde. F√ľr Deutschland ist die Kathedrale insofern von besonderer Bedeutung, da sich in ihr die Gr√§ber der Staufer Heinrich VI. und Friedrich II. sowie seiner Mutter Konstanze von Sizilien befinden. Sehenswert sind auch die Krypta und der Domschatz.

San Giovanni dei Lebbrosi

In Palermo gibt es mehrere Kirchengeb√§ude im arabisch-normannischen Stil. F√ľr Kirchengeb√§ude ungew√∂hnlich sind deren meist au√üen rot gef√§rbte Kuppeln, die eher an Islamische Kunst erinnern. Das √§lteste dieser Kirchengeb√§ude, San Giovanni dei Lebbrosi, wurde bereits von Roger I. im Jahre 1071 noch vor der Eroberung Palermos au√üerhalb der damaligen Mauern errichtet. San Giovanni degli Eremiti wurde von Roger II. kurz nach seiner Ernennung zum K√∂nig von Sizilien 1130 als Teil des ersten r√∂misch-katholischen Klosters auf Sizilien errichtet, neben der heute leerstehenden Kirche ist vor allem der Kreuzgang gut erhalten. La Martorana (Santa Maria dell'Ammiraglio), errichtet ab 1143, ist Konkathedrale der Italo-griechischen Kirche auf Sizilien. San Cataldo, errichtet von 1154 bis 1160 neben der Martorana, und La Magione (SS Trinit√†) geh√∂ren zu den letzten Kirchen auf Sizilien im arabisch-normannischen Stil und besitzt gut erhaltene Mosaiken.

Zu den gotischen Kirchen z√§hlen Santo Spirito, erbaut im 12. Jahrhundert, Sant‚ÄôAgostino und San Francesco d‚ÄôAssisi, beide erbaut im 13. Jahrhundert. Das Kirchengeb√§ude Santa Maria dello Spasimo, errichtet ab 1506, beherbergt heute ein Kulturzentrum, in dem Theater- und Musikveranstaltungen stattfinden. Santa Maria della Catena, erbaut von 1500 bis 1540, ist ein Beispiel f√ľr den Baustil der katalanischen Sp√§tgotik.

Inneres der Chiesa del Ges√Ļ

Die √§lteste sizilianische Jesuitenkirche Chiesa del Ges√Ļ wurde ab 1564 errichtet. In dem zur Kirche geh√∂renden Jesuitenhaus befindet sich heute die Stadtbibliothek. Weitere sehenswerte Kirchengeb√§ude aus dem 16. Jahrhundert sind die Kirche Santa Caterina mit einer Fassade im Stil der Sp√§trenaissance sowie das Oratorio di San Lorenzo und das Oratorio del Rosario mit wertvollen Stuckdekorationen. Die Kirche San Giuseppe dei Teatini, erbaut von 1612 bis 1645, erhielt eine prachtvolle Palastfassade im Stil des Barock.

Unter einem Kapuzinerkloster entstand ab 1599 die Kapuzinergruft, eine weitläufige Grabanlage, in der ca. 1200 Mumien entsprechend ihrem Stand gekleidet aufbewahrt werden.

Paläste

Normannenpalast
Palazzo Chiaramonte

Der Normannenpalast (Palazzo Reale oder Palazzo dei Normanni) war fr√ľher Sitz der K√∂nige und Vizek√∂nige Siziliens und ist heute Sitz des Sizilianischen Parlaments. Besonders sehenswert sind die Cappella Palatina und das Zimmer des Roger, beide mit Mosaiken aus normannischer Zeit. An den Normannenpalast angebaut ist die Porta Nuova an der Stelle eines fr√ľheren Stadttors. Weitere Schl√∂sser aus normannischer Zeit, die von arabischen Baumeistern errichtet wurden, sind La Zisa und La Cuba.

Die Adelspal√§ste aus dem Mittelalter haben meist ein festungsartiges Erdgeschoss ohne Fenster. Erst im Obergeschoss gibt es gr√∂√üere Fenster, die meist mit S√§ulenarkaden unterteilt und deren R√§nder ornamental geschm√ľckt sind. Paradebeispiel ist der Palazzo Chiaramonte aus dem 14. Jahrhundert. Er diente in den folgenden Jahrhunderten als Residenz der Vizek√∂nige, als Sitz der Inquisition und als Gericht. Der Palazzo Sclafani wurde 1330 im gotischen Stil mit arabischen und normannischen Elementen errichtet und 1435 in ein Spital umgebaut. Der Palazzo Abatellis ist ein quadratischer Block mit reich geschm√ľcktem Portal. Er diente lange Zeit als Dominikanerkloster. Heute befindet sich darin die Regionalgalerie.

Der Palazzo Pretorio (oder Palazzo Senatorio) an der Piazza Pretoria ist das Rathaus Palermos. Das Geb√§ude stammt urspr√ľnglich aus dem 15. Jahrhundert, wurde aber mehrmals baulich ver√§ndert und vergr√∂√üert. Seine jetzige Form erhielt es im 19. Jahrhundert. Der Palazzo Aiutamicristo nahe der Kirche La Magione wurde 1490 im Auftrag einer aus Pisa stammenden Handelsfamilie erbaut. In der N√§he des Doms steht der Erzbisch√∂fliche Palast mit dem Di√∂zesanmuseum.

Plätze

Quattro Canti

Der zentrale Platz der Altstadt ist Quattro Canti an der Kreuzung der Hauptstra√üen Corso Vittorio Emanuele und Via Maqueda. Die Barockpal√§ste an den vier Ecken haben konkav geschwungene Fassaden. Sie sind geschm√ľckt mit Brunnen und Statuen, die die vier Jahreszeiten, die spanischen K√∂nige von Palermo und die Schutzheiligen der alten Stadtviertel darstellen.

Die Piazza Pretoria wurde im 16. Jahrhundert in der N√§he der Quattro Canti angelegt, um Platz f√ľr einen gro√üen, manieristischen Brunnen zu schaffen, die Fontana Pretoria.

Fontana Pretoria

Die Piazza della Rivoluzione erinnert daran, dass an dieser Stelle 1848 der Aufstand gegen die Bourbonen begann und zwölf Jahre später Giuseppe Garibaldi erstmals in Palermo auftrat. Der Brunnen Fontana del Genio in der Mitte des Platzes ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

Die Piazza Ruggero Settimo liegt vor dem Teatro Politeama und ist einer der Mittelpunkte des st√§dtischen Lebens. Benannt ist der Platz nach dem Pr√§sidenten der kurzlebigen Republik Sizilien im Jahr 1848. Weitere Hauptanziehungspunkte sind die Piazza Bellini vor der Kirche La Martorana, die Piazza Verdi vor dem Teatro Massimo und die Piazza Indipendenza s√ľdlich des Normannenpalastes.

Die Piazza Marina liegt am Rande des historischen Viertels Kalsa. Sie wurde 1863 vom Architekten Giovanni Battista Basile entworfen. Auf ihr befindet sich der Giardino Garibaldi. Die Piazza wird von 15 Palästen umgeben, darunter der Palazzo Chiaramonte, der Palazzo Notarbartolo und der Palazzo Mirto.

Museen und Galerien

Galleria d’Arte Moderna
Archäologisches Regionalmuseum

Das Archäologische Regionalmuseum (Museo Archeologico Regionale "Antonio Salinas") zeigt eine Sammlung einzigartiger Exponate von der Vorgeschichte Siziliens bis zur spätrömischen Zeit.

Die Regionalgalerie (Galleria Regionale della Sicilia) im Palazzo Abatellis ist Siziliens umfangreichste Galerie. Die Sammlung beinhaltet Bilder und Skulpturen vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert. Eines der bekanntesten Exponate ist die ‚ÄěAnnunziata‚Äú von Antonello da Messina.

Das Diözesanmuseum (Museo Diocesano) im Erzbischöflichen Palais zeigt religiöse Kunst und Sakralgegenstände vom 12. bis zum 19. Jahrhundert. Im Untergeschoss befinden sich Ausgrabungsexponate und Darstellungen der Stadtentwicklung.

Das V√∂lkerkundemuseum (Museo Etnografico) dokumentiert mit √ľber 4000 Exponaten sizilianische Volkskunst und Traditionen. Ausgestellt werden u.a. sizilianische Karren und handgefertigte Puppen des sizilianischen Marionettentheaters. Auch das Museo Internazionale delle marionette Antonio Pasqualino zeigt rund 3000 Marionetten aus ganz Sizilien.

Die Galerie f√ľr moderne Kunst (Galleria d‚ÄôArte Moderna) wurde im Dezember 2006 wiederer√∂ffnet. Die Kunstgalerie, deren Best√§nde knapp 100 Jahre im Teatro Politeama zwischengelagert waren, befindet sich nun in den Klostergeb√§uden des ehemaligen Franziskaner-Konvents Sant‚ÄôAnna und zeigt auf 4700 m¬≤ zeitgen√∂ssische Skulpturen, Bilder und Installationen.

Das geologisch-pal√§ontologische Museum (Museo geologico Gemmellaro) ist ein geologisch-pal√§ontologisches Museum. Es umfasst in vier S√§len die Bereiche Mineralogie, bes. sizilianische Gesteine, Informationen zur Erdgeschichte und zu Fossilien fr√ľher Lebensformen, eine Ausstellung √ľber auf der Insel ausgestorbene S√§ugetiere mit einer Sammlung sizilianischer Elefanten und eine Dokumentation √ľber die Kultur der ersten Sizilianer.

Theater

Teatro Massimo
Teatro Politeama


Das neoklassizistische Teatro Massimo, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts, ist Italiens gr√∂√ütes und Europas drittgr√∂√ütes Opernhaus. Der kunstvoll gestaltete Theaterraum bietet Platz f√ľr 3200 G√§ste.

Als das Teatro Massimo Ende des 20. Jahrhunderts wegen baulicher M√§ngel und umfangreicher Sanierungsarbeiten √ľber zwei Jahrzehnte geschlossen war, diente das Teatro Politeama als Ersatzb√ľhne. Heute finden hier Konzerte und Ballettauff√ľhrungen statt.

Parks

Ficus macrophylla im Giardino Garibaldi
Im Botanischen Garten

Palermos größte Parkanlage ist der Parco della Favorita am Fuß des Monte Pellegrino, der 1798 von König Ferdinand III. angelegt wurde. Heute ist der Park ein öffentlicher Volkspark mit Tennis- und Fußballplätzen und einer Pferderennbahn.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde auch der Botanische Garten angelegt, in dem Goethe nach der ‚ÄěUrpflanze‚Äú suchte. Er beherbergt heute √ľber 12.000 Pflanzenarten. Neben dem Botanischen Garten, der zum Botanischen Institut der Universit√§t geh√∂rt, befindet sich die Villa Giulia, ein geometrisch angelegter Park mit Brunnen und Sonnenuhr.

Im Giardino Garibaldi, einem kleinen Park vor dem Palazzo Chiaramonte, wachsen die größten Feigenbäume Europas. Vom Normannenpalast aus liegt Richtung Universität der Parco d'Orleans, Richtung Dom die palmenreiche Parkanlage Villa Bonanno mit den Resten römischer Häuser.

Friedhöfe

Der Friedhof Sant’Orsola liegt am Poliklinikum im Stadtteil Vespri. Er hat einen alten und einen neuen Teil. Hier befindet sich die Grabkapelle der Familie Falcone, in der der Richter und Mafia-Gegner Giovanni Falcone beigesetzt wurde. Auf dem Friedhofsgelände liegt die Chiesa dei Vespri (Santo Spirito), vor der 1282 die Sizilianische Vesper zum Ausbruch kam.

Auf dem Friedhof Santa Maria di Ges√Ļ ruht der Richter und Mafia-Gegner Paolo Borsellino.

Der Friedhof Santa Maria dei Rotoli liegt nordwestlich des Hafengebiets am Fuße des Monte Pellegrino. Er wurde in einer runden, symmetrischen Form angelegt. Hier befindet sich das Grab des Bildhauers Ernesto Basile. Anbei gibt es einen Ausländerfriedhof, auf dem man das Grab der Familie Whitaker findet.

In den Katakomben des Kapuzinerordens wurden besonders Adelige und B√ľrger begraben, z. B. Tomasi di Lampedusa. Die unterirdischen Gr√§ber sind meist nach Berufen und Adelsstand angeordnet. Man kann die √úberreste der Toten in ihrer Berufs- oder auch Festtagskleidung sehen.

Weiteres

Straßenmarkt in Palermo

Die Giudecca ist das j√ľdische Stadtviertel in Palermo, zu dem man vom Corso Vittorio Emmanuele aus √ľber die Porta di Ferro oder die Porta Judaica gelangt.

Palermo verf√ľgt √ľber einige gro√üe M√§rkte, die sich √ľber die Stra√üen und Gassen der Altstadt erstrecken. Der bekannteste und gr√∂√üte Lebensmittelmarkt ist der Mercato della Vucciria (kurz La Vucciria). Er war urspr√ľnglich der Markt der Metzger, sp√§ter kamen die St√§nde der Fischer, dann der Bauern hinzu.

Der Mercato Ballar√≤ ist vorwiegend Obst- und Gem√ľsemarkt, auf dem Mercato del Capo wird neben frischen Lebensmitteln auch Kleidung angeboten. Au√üerdem gibt es den Nachtmarkt Il Borgo, der jedoch eher als Stra√üenfest denn als Markt zu sehen ist und der f√ľr seine Lebendigkeit ber√ľhmt ist.

Der Ponte dell‚ÄôAmmiraglio ist eine mittelalterliche Br√ľcke, die urspr√ľnglich den Oreto √ľberspannte, heute aber ca. 100 m abseits des Flusses liegt.

Umgebung

Yachthafen mit Monte Pellegrino

Etwa 8 km s√ľdwestlich des Stadtzentrums befindet sich der Dom von Monreale. Seine W√§nde stellten mit √ľber 6000 m¬≤ Gold-Mosaiken die Geschichten des Alten und Neuen Testaments dar. Sehenswert ist auch der quadratische Kreuzgang mit √ľber 200 Doppels√§ulen.

Nördlich des Stadtzentrums liegen der Monte Pellegrino mit dem Heiligtum der heiligen Rosalia und steinzeitlichen Felsenzeichnungen sowie der ehemalige Fischerort Mondello, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts zur Sommerfrische reicher Palermitaner entwickelte.

√Ėstlich der Stadt befinden sich die Barockvillen von Bagheria und die Ausgrabungsst√§tten von Solunto, einer urspr√ľnglich ph√∂nizischen Siedlung im Vorgebirge von Palermo.

Borsellino und Falcone, Bronzeplakette am Flughafen von Palermo

Personen

Bekannte Palermitaner sind u.a die Heilige Rosalia, die Schutzpatronin Palermos, der Alchemist Alessandro Cagliostro, der Schriftsteller Giuseppe Tomasi di Lampedusa, der Bildhauer Ettore Ximenes, die Mafiagegner und -opfer Giovanni Falcone und Paolo Borsellino und der langj√§hrige B√ľrgermeister Palermos, Leoluca Orlando.

Derzeitiger B√ľrgermeister der Metropole ist Diego Cammarata (FI). Er wurde am 26. November 2001 zum Stadtoberhaupt gew√§hlt und bei den Kommunalwahlen am 13. und 14. Mai 2007 in seinem Amt best√§tigt.

Weitere Personen mit Bezug zu Palermo befinden sich in der Liste bekannter Personen Palermos.

Städtepartnerschaften

Es gibt weltweit 28 Orte mit dem Namen Palermo. Der größte ist die Stadt Palermo in Kolumbien. 1906 änderte die Stadt ihren Namen von Guagua um in Palermo, da viele Palermitaner dorthin ausgewandert waren und auch dort die Heilige Rosalia verehrt wird. Seit 1998 verbindet die beiden Palermos eine Städtepartnerschaft. Weitere Partnerschaften bestehen u.a. zu Bizerta in Tunesien, Tiflis in Georgien, Chengdu in China, Jaroslawl in Russland und Danzig in Polen.

Feste

Zu Ehren der heiligen Rosalia, der Schutzpatronin der Stadt, findet jedes Jahr vom 13. bis zum 15. Juli ein gro√ües Fest statt (‚ÄěU Fistinu - Festino di Santa Rosalia‚Äú). Der Brauch geht zur√ľck auf das Jahr 1624, als wie durch ein Wunder Rosalias eine Pestepidemie endete. H√∂hepunkte des Festes sind eine feierliche Prozession mit dem Silberschrein der Heiligen durch die Stadt und ein gro√ües Feuerwerk am Hafenbecken La Cala.

Jeweils in der Nacht vom 3. auf den 4. September zieht eine Fackelprozession auf den Monte Pellegrino, den Wallfahrtsort der heiligen Rosalia.

Sport

Palermos erfolgreichster Fu√üballverein ist der US Palermo. Der Verein spielt in der 1. italienischen Liga, der Serie A. Heimspiele des Vereins finden im st√§dtischen Stadion Stadio Renzo Barbera statt, das Platz f√ľr 40.000 Zuschauer bietet.

Im Mai findet alljährlich im Parco della Favorita ein internationales Pferderennen statt.

Der Giro d’Italia 2008 startete in Palermo mit einem Mannschaftszeitfahren.

Literatur

  • Brigit Carnabuci: Sizilien ‚Äď Kunstreisef√ľhrer. DuMont Reiseverlag, Ostfildern, 4. Auflage 2006, ISBN 3-7701-4385-X
  • Eva Gr√ľndel, Heinz Tomek: Sizilien. DuMont Buchverlag, K√∂ln, 5. Auflage 2001, ISBN 3-7701-3476-1

Weblinks

 Commons: Palermo ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Statistiche demografiche ISTAT. Bev√∂lkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. ‚ÜĎ Der Gro√üe Brockhaus. 15. Auflage, 14. Band, Leipzig 1933, S. 79
  3. ‚ÜĎ Meyers Enzyklop√§disches Lexikon. 9. Auflage, Band 18, Mannheim/Wien/Z√ľrich 1978, S. 99
  4. ‚ÜĎ Meyers Konversations-Lexikon. 6. Auflage, 15. Band, Leipzig und Wien 1908; S. 327
  5. ‚ÜĎ Brockhaus (1933), loc. cit.
  6. ‚ÜĎ Brockhaus (1933), loc. cit.
  7. ‚ÜĎ Meyers Konversations-Lexikon (1978), loc. cit.
  8. ‚ÜĎ a b Meyers neues Lexikon, Band 6, VEB Bibliografisches Institut Leipzig, 1963, S. 371
  9. ‚ÜĎ Meyers Konversations-Lexikon (1978), loc. cit.

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