Palos de la Frontera


Palos de la Frontera
Gemeinde Palos de la Frontera
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Palos de la Frontera
Palos de la Frontera (Spanien)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Andalusien
Provinz: Huelva
Comarca: Huelva
Koordinaten 37° 13′ N, 6° 53′ W37.216666666667-6.883333333333323Koordinaten: 37° 13′ N, 6° 53′ W
Höhe: 23 msnm
Fläche: 50 km²
Einwohner: 9.167 (1. Jan. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 183,34 Einw./km²
Gründung: 1379
Postleitzahl: 21810
Gemeindenummer (INE): 21055
Verwaltung
Bürgermeister: Carmelo Romero Hernández (PP)
Webpräsenz der Gemeinde
Lage der Gemeinde
Map of Palos de la Frontera (Huelva).png
Blick auf Palos de la Frontera
Nachbildung der Karavelle Pinta

Palos de la Frontera ist eine Stadt der Provinz Huelva der autonomen Region Andalusien in Spanien. Ihre Entfernung zur Provinzhauptstand Huelva beträgt 14 km. Sie liegt am linken Ufer des Río Tinto, nahe der Mündung des Río Odiel, wo dieser sich mit dem Río Tinto vereint, und unterliegt der Gerichtsbarkeit von Moguer.

Palos de la Frontera bezeichnet sich selbst als „Wiege der Entdeckung Amerikas“. Von hier aus stach Kolumbus mit den beiden Karavellen Niña und Pinta und der Karacke Santa Maria am 3. August 1492 in See, als er den Seeweg nach Indien entdecken wollte. Herausragende Persönlichkeiten der Stadt – wie z. B. die Brüder Pinzón – spielten eine zentrale Rolle bei der Entdeckung Amerikas durch die Europäer.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Stadt

Der Name der Stadt geht auf das lateinische Wort Palus zurück, was in diesem Zusammenhang so viel bedeutet wie „Sumpf“, „Morast“ oder „See“. Bis 1642 hieß die Stadt lediglich Palos. Mitte des 16. Jahrhunderts glaubten die ersten Chronisten der Entdeckung Amerikas, Gonzalo Fernández de Oviedo und Francisco López de Gómara, irrtümlicherweise, bei Palos und Moguer handele es sich um ein- und denselben Ort. Sie schufen daher die Bezeichnung Palos de Moguer, die sehr schnell Eingang in die Enzyklopädien und Lehrbücher der Zeit fand.

Im Mai 1642 beschloss der Stadtrat von Palos, die Stadt in Palos de la Frontera umzubenennen. Dabei machte er sich den Umstand zunutze, dass der aufständische Marqués de Ayamonte portugiesische Truppen über den Grenzfluss Guadiana nach Osten bis zum Río Tinto geführt hatte. Durch den neuen Namenszusatz konnte der falsche verdrängt werden, der Palos als Dorf der Nachbarstadt Moguer hatte erscheinen lassen.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1981 1991 2000 2008
Einwohner 1621 1902 1922 2201 2280 2469 2540 4390 5901 6750 7115 8964
Quelle: Instituto Nacional de Estadística (INE)

Wirtschaft

In den letzten Jahren hat sich die wirtschaftliche Aktivität weg von der traditionellen Fischerei und hin zu einer modernen Industrieproduktion verlagert. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Hier zu erwähnen ist vor allem der für die Provinz Huelva typische großflächige Anbau von Erdbeeren.

Sehenswürdigkeiten

Kloster von La Rábida
Nachbildung der drei Karavellen
Plaza del Comandante Franco (Juli 2001)
  • Iglesia de San Jorge im Mudejar-Stil. Neben der Kirche befinden sich die Überreste des Kastells von Palos.
  • Museo de Martín Alonso Pinzón. Hier kann der Besucher nautische Instrumente, Gemälde und Karten im Zusammenhang mit der Entdeckung Amerikas bewundern. Ein Monument erinnert an den Kapitän Kolumbus’ und bedeutenden Bürger Martín Alonso Pinzón.
  • Franziskanerkloster La Rábida (auf der Straße nach Huelva). Hier soll Kolumbus die Idee zu seiner Entdeckungsfahrt nach Indien gehabt haben.
  • Der botanische Garten (ebenfalls auf der Straße nach Huelva), angelegt von José Celestino Mutis, mit einheimischen und amerikanischen Arten.
  • Muelle de la Carabelas („Mole der drei Karavellen“). Hier liegen die Nachbildungen der drei Karavellen Pinta, Santa Maria und Niña, mit denen Kolumbus auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien aufbrach (die Nachbildungen wurden eigens für die Feier zum 500-jährigen Jubiläum der Entdeckung Amerikas im Jahre 1992 angefertigt und auf der Expo in Sevilla aufgestellt).
  • Muelle de la Reina („Mole der Königin“). Ein Monument des Ikarus erinnert an den seinerzeit weltweites Aufsehen erregenden ersten Interkontinentalflug des Wasserflugzeugs Plus Ultra von Huelva nach Buenos Aires im Jahre 1926.

Papstbesuch

Am 14. Juni 1993 besuchte Papst Johannes Paul II. Palos de la Frontera. U. a. würdigte er die herausragende historische Bedeutung der Stadt, sowohl für das Gepräge der modernen Welt als auch im Hinblick auf die Verbreitung des Christentums.

Städtepartnerschaften

Die Stadt unterhält unter anderem Partnerschaften mit den Städten

sowie mit

Söhne und Töchter der Stadt

  • Martín Alonso Pinzón (1441–1493), spanischer Seefahrer und Teilnehmer der ersten Kolumbus-Reise
  • Vicente Yáñez Pinzón (~1460–1523?), spanischer Seefahrer und Entdecker, Teilnehmer der ersten Kolumbus-Reise
  • Francisco Martín Pinzón (~1445–1502?), spanischer Seefahrer und Entdecker
  • Juan Rodriguez Mafrá
  • Gonzalo Guerrero (* vor 1500, † vermutlich 1536), spanischer Matrose, lebte nach Schiffbruch bei den Maya
  • Antón de Alaminos (1482–1520?), spanischer Steuermann und Entdecker

Einzelnachweise

  1. Population Figures referring to 01/01/2010. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística.

Weblinks

 Commons: Palos de la Frontera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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