Panzerkampfwagen V Panther

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Panzerkampfwagen V Panther
Panzerkampfwagen V „Panther“
PanzerV Ausf.G 1 sk.jpg

Fahrbereiter Panther Ausf. G der Wehrtechnischen Studiensammlung Koblenz

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 5 (Kommandant, RichtschĂŒtze, LadeschĂŒtze, Fahrer, Funker)
LĂ€nge 8,86 m
Breite 3,43 m
Höhe 2,95–3,10 m
Masse 43–45,5 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 15–120 mm
Hauptbewaffnung 7,5-cm-KwK 42 L/70
SekundĂ€rbewaffnung 2 × 7,92-mm-MG 34
Beweglichkeit
Antrieb Maybach HL 230 P 45
515 kW (700 PS)
Federung Drehstabfeder
Höchstgeschwindigkeit 46 km/h
Leistung/Gewicht 15,4–16,3 PS/t
Reichweite 170 km

Der Panzerkampfwagen V „Panther“ (Sd.Kfz. 171) war ein deutscher Panzer im Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Entwickelt wurde der Panther nach dem Schock des Auftretens des sowjetischen T-34, gegen den die im Jahr 1941 gebrĂ€uchlichen Standardmodelle der Panzer III und IV mit ihren kleinkalibrigen bzw. kurzrohrigen Hauptwaffen nur auf gefĂ€hrlich kurze Distanzen eine Chance zum Abschuss hatten. Die deutschen Panzer konnten sich damals oft nur aufgrund ihrer grĂ¶ĂŸeren taktischen Beweglichkeit, bedingt durch die AusrĂŒstung jedes einzelnen Fahrzeuges mit FunkgerĂ€ten, behaupten.

Nach Untersuchungen erbeuteter T-34 wurde beschlossen, einen mindestens gleichwertigen Panzer zu bauen. EntwicklungsauftrĂ€ge gingen sowohl an Daimler-Benz als auch an MAN. Nach der Ausschreibung wurden zwei Prototypen entwickelt, der Daimler Benz VK.30.01 (DB) sowie der MAN VK.30.02 (MAN). Der Vorschlag von Daimler-Benz erinnerte dabei stark an den T-34. Als Folge daraus war auch der Turm sehr weit vorne auf die Wanne gesetzt, was mit der zunĂ€chst vorgesehenen 7,5-cm-KwK 39 als Hauptbewaffnung noch unproblematisch gewesen wĂ€re. Als aber die neue KwK 42 â€“ ebenfalls im Kaliber 75 mm, nun aber mit einer RohrlĂ€nge von 70 Kalibern (statt 48 wie bei der alten Waffe) â€“ ausgesucht wurde, hĂ€tte dies zu einem erheblichen Überhang der Kanone und damit zu einer inakzeptablen Kopflastigkeit des Fahrzeugs gefĂŒhrt. Weiterhin hĂ€tte die technische Entwicklung lĂ€ngere Zeit in Anspruch genommen, da der Entwurf – erstmals fĂŒr einen deutschen Panzerkampfwagen â€“ einen Dieselmotor (MB 507), Heckantrieb und Blattfedern vorsah.

Aus diesen GrĂŒnden und wegen der schon vorliegenden ersten Erprobungsergebnisse wurde der Entwurf von MAN fĂŒr die Produktion gewĂ€hlt. Auffallendstes Merkmal waren die erstmals bei einem deutschen Panzer geneigten SeitenflĂ€chen. Diese waren kein Ergebnis der Untersuchungen des T-34, sondern es waren bereits zuvor Tests mit schrĂ€gen Panzerungen durchgefĂŒhrt worden.

Nachdem die Entscheidung fĂŒr das MAN-Modell gefallen war, wurde die erste Bestellung von 200 Fahrzeugen bei Daimler-Benz storniert.

Serienfertigung

Serienfertigung des Panther

Nachdem die Entscheidung zugunsten der VK 30.02 von MAN als zukĂŒnftigen Panzerkampfwagen V Panther gefallen war, trafen sich am 4. Juni 1942 in NĂŒrnberg Vertreter jener vier Werke, in denen die Serienfertigung beginnen sollte. FĂŒr die Endmontage waren vorgesehen:

Eine geringe Anzahl der Ausf. A fertigte die Demag in Duisburg. Henschel & Sohn schied nach dem Auslaufen der Ausf. D als Hersteller aus. Obwohl der Produktionsplan zum Jahresende 1942 den Beginn der Serienfertigung vorsah, konnte vor Januar 1943 kein Panther ausgeliefert werden. Auch danach begann die Fertigung mit vier Fahrzeugen im Januar, 18 im Februar und 59 im MĂ€rz eher langsam. Als im August 1943 das Daimler-Benz-Werk in Berlin-Marienfelde und MAN in NĂŒrnberg-Gibitzenhof durch Bombenangriffe beschĂ€digt wurden, sank der monatliche Ausstoß kurzzeitig ab. Beide Werke wurden erneut von August bis September 1944 mehrfach angegriffen. Die M.N.H wurde bei den Luftangriffen auf Hannover erst im MĂ€rz 1945 getroffen. Mit der Besetzung der Werke im April 1945 endete die Produktion.

Insgesamt produzierten die Hersteller annĂ€hernd 6000 Panther, davon 2953 der Ausf. G, 2192 der Ausf. A und 842 der Ausf. D. Mit 2030 StĂŒck produzierte die MAN die meisten, knapp vor Daimler-Benz (1929 StĂŒck) und der M.N.H (1856 StĂŒck). Henschel & Sohn mit 130 und die Demag mit 50 produzierten Einheiten waren nur geringfĂŒgig beteiligt.


Herstellungszahlen des Panzerkampfwagen V Panther
Jan. Febr. MĂ€rz April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. Summe
1943 4 18 59 78 165 160 202 120 197 257 209 299 1768
1944 279 256 270 311 345 370 380 350 335 278 318 285 3777
1945 211 126 102 ? 439

Technische Beschreibung

Antrieb und Laufwerk

Reparaturarbeiten am Schachtellaufwerk eines Panthers

Der Antrieb des Panthers Ausf. D bestand aus dem Maybach-12-Zylinder-Hochleistungsmotor HL 210 P30, der bei 3000 Umdrehungen/min 650 PS erbrachte. Im Motorraum war eine automatische Halon-Feuerlöschanlage installiert, die mit Kohlenstoff-Chlor-Brom (Bromchlordifluormethan) arbeitete. Das 7-Gang-Getriebe AK7-200 ĂŒbertrug die Leistung auf die vorderen AntriebsrĂ€der. Damit war auf der Straße eine Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h möglich. Nach 250 gebauten Exemplaren kam der neue Motor HL 230 P30 als Antrieb zum Einsatz. Dieser leistete bei 3000 Umdrehungen/min 700 PS, was keine höhere Geschwindigkeit, aber eine bessere Beschleunigung erbrachte. Ab November 1943 wurde zur LebensdauerverlĂ€ngerung des Motors dessen maximale Drehzahl auf 2500 Umdrehungen/min begrenzt, was zu einer geringeren Höchstgeschwindigkeit von etwa 45 km/h fĂŒhrte.

Die acht gummibandagierten LaufrĂ€der von 860 Millimetern Durchmesser waren an DoppeldrehstĂ€ben verschachtelt aufgehĂ€ngt. Mit der 66 Zentimeter breiten Gleiskette blieb der Bodendruck mit 0,735 kg/cmÂČ annehmbar.

Bewaffnung

Alle drei AusfĂŒhrungen des Panthers waren mit der 7,5-cm-KwK 42 L/70 als Hauptbewaffnung ausgestattet. FĂŒr diese wurden im Turm 79 (Ausf. A und D) oder 82 (Ausf. G) Geschosse mitgefĂŒhrt. Die empfohlene Ladung bestand zu 50 Prozent aus Panzergranaten 39/42 und zu 50 Prozent aus Sprenggranaten. Dazu kamen einige wenige Panzergranaten 40/42 mit Wolframkern.

Gezielt wurde mit dem binokularen Turmzielfernrohr 12, das achsparallel zur Kanone eingebaut war. Die ermittelte Treffgenauigkeit mit der Panzergranate 39/42 ergab bei einer Entfernung von 500 Metern zum Ziel eine Trefferwahrscheinlichkeit von 100 Prozent. Diese Werte verschlechterten sich bei 1500 Metern (72 Prozent) und 3000 Metern Entfernung (18 Prozent). Da sie beim Übungsschießen erreicht wurden, war die tatsĂ€chliche Treffgenauigkeit auf dem Schlachtfeld in der Regel schlechter und hing von vielen Faktoren ab.

Die Schwenkgeschwindigkeit des Turmes hing ab der Ausf. A von der Drehzahl des Motors ab. Bei der ab November 1943 auf 2500 Umdrehungen/min gedrosselten Drehzahl konnte der Turm in 18 Sekunden um 360 Grad geschwenkt werden. Fiel der Antrieb aus, war auch eine Handschwenkung des Turms möglich.

Munition und Durchschlagsleistung der 7,5-cm-KwK 42 L/70 [1]
Nomenklatur der Munition Panzergranate 39/42 Panzergranate 40/42
Geschossgewicht 6,8 kg 4,75 kg
MĂŒndungsgeschwindigkeit 935 m/s 1120 m/s
Durchschlagsleistung
100 Meter 138 mm 194 mm
500 Meter 124 mm 174 mm
1000 Meter 111 mm 149 mm
1500 Meter 99 mm 127 mm
2000 Meter 89 mm 106 mm
Bei der Panzergranate 40/42 handelte es sich um ein unterkalibriges Hartkerngeschoss aus Wolframcarbid mit Leuchtspur, das aufgrund des Mangels an Wolfram nur in geringen Mengen oder oft gar nicht zur VerfĂŒgung stand. Sie hatte im Gegensatz zur Panzergranate 39/42 keine ExplosivfĂŒllung.

Einsatz

Panther bei der Verladung auf Eisenbahnwagen, 1943

Ab Januar 1943 stellte die Wehrmacht Panzer-Abteilungen auf, die nur mit dem Panther ausgestattet waren. Als Endziel war geplant, in jedes Panzerregiment der Panzerdivisionen des Heeres und der Waffen-SS eine Panther-Abteilung einzugliedern. Der KriegsstĂ€rkenachweis vom 10. Januar 1943 sah eine Ausstattung mit 96 Panthern vor. Davon waren drei im Nachrichtenzug, fĂŒnf im AufklĂ€rungszug und jeweils 22 in den vier Panzerkompanien vorhanden. Hinzu kam ein Panzerwerkstattzug fĂŒr die gesamte Abteilung, der mit fĂŒnf schweren Zugkraftwagen 18 t, zwei Bergepanthern zum Abschleppen der schweren Panzer und einem Strabokran ausgestattet war. Zum 1. April 1944 sank die planmĂ€ĂŸige Ausstattung der Panzerkompanien auf 17 Panther. Da der AufklĂ€rungszug ganz entfiel, hatte eine Abteilung nur noch 71 Panther. Zum 1. November 1944 traten dann noch KriegsstĂ€rkenachweise in Kraft, die jeder Panzerkompanie nur noch 14 oder 10 Panther zugestanden, so dass die gesamte Abteilung nur noch halb so stark wie 1943 war. Als Ausbildungshilfe wurde am 1. Juli 1944 die Pantherfibel vom Generalinspekteur der Panzertruppen Heinz Guderian herausgegeben. Sie war wie die Tigerfibel mit zahlreichen comicartigen Illustrationen versehen und im Fibelstil in weitgehend paarreimenden Versen geschrieben.

Ostfront

Der erste Einsatz des Panthers erfolgte bei der Schlacht im Kursker Bogen im SĂŒden der Ostfront. Unter dem Oberbefehl der 4. Panzerarmee waren die Panzerabteilungen 51 und 52 zum Panzerregiment 39 mit insgesamt 200 Panthern zusammengefasst. Bereits beim Ausladen vor dem Angriffsbeginn brannten zwei Panther wegen MotorbrĂ€nden komplett aus. Nachdem die Panther am 5. Juli 1943 die Offensive im Rahmen der Panzergrenadierdivision Großdeutschland begonnen hatten, waren am 10. Juli nur noch zehn Panther einsatzbereit. Davon waren 23 TotalausfĂ€lle nach feindlichen Treffern, 56 waren durch Minen oder Treffer beschĂ€digt und 44 hatten mechanische AusfĂ€lle. Bis zum 20. Juli waren 56 Panther total zerstört worden. Es hatte sich herausgestellt, dass die Frontpanzerung des Panthers auch durch den T 34/85 nur schwer durchschlagen werden konnte. Der Panther selbst konnte jeden sowjetischen Panzer auch von vorn vernichten. Seine Seiten- und Heckpanzerung konnten aber schon bei Entfernungen ĂŒber 3000 Meter durchschlagen werden. Erst als der IS 2 1944 an der Front auftrat, war der Panther auch von vorn gefĂ€hrdet. Die mechanische ZuverlĂ€ssigkeit erreichte bald den gleichen Stand wie beim Panzerkampfwagen IV, nachdem erste Verbesserungen in die Serienfertigung eingeflossen waren.

In kurzer Folge wurden nun komplett mit Panthern ausgestattete Abteilungen an die Ostfront verlegt. Meist waren es im Kampf erfahrene Abteilungen, die zur Umschulung auf den neuen Panzer in die Heimat verlegten und wenige Wochen spĂ€ter zu ihren Stammdivisionen zurĂŒckkehrten. Die Zahl der vorhandenen Panther an der Ostfront erhöhte sich jetzt von 173 am 31. August 1943 ĂŒber 291 (30. November) auf 328. (29. Februar 1944) Am 31. Mai 1944 wurde mit 728 Panthern ein neuer Höchststand erreicht, der erst im MĂ€rz 1945 mit 740 ĂŒberboten wurde. In der Zwischenzeit war der Bestand mit 600 bis 700 Panthern relativ konstant.

Italien

Die einzige Einheit, die in Italien mit Panthern kĂ€mpfte, war die I. Abteilung des Panzerregiments 4, die als selbstĂ€ndige Heerestruppe im Februar 1944 mit 76 StĂŒck eintraf. Im Kampf gegen den alliierten Vormarsch nach Norden erlitt sie Verluste, die aber immer wieder ausgeglichen wurden, so dass eine durchschnittliche EinsatzstĂ€rke von 20 bis 30 Panthern bis April 1945 erhalten blieb.

Westfront

Als am 6. Juni 1944 die Alliierten in der Normandie landeten, fĂŒhrte die Wehrmacht bis Ende Juli sechs Panzerdivisionen mit Panther-Abteilungen an die Front. Bis zum 27. Juli gingen 131 Panther verloren. Eine britische Untersuchung von 82 erbeuteten Panthern ergab, dass 36 durch panzerbrechende Munition, sieben durch Artillerie, acht durch alliierte Flugzeuge und 18 durch Selbstzerstörung aufgrund unbekannter Ursachen zerstört wurden. Die Hauptgegner auf britischer Seite waren der Cromwell und der Churchill, die dem Panther von vorn nicht gefĂ€hrlich werden konnten. Von der Seite konnten sie auf 1500 Meter die Panzerung durchschlagen. Bei dem US-amerikanischen Sherman M4 sah es genauso aus. Der Sherman Firefly mit der grĂ¶ĂŸeren 76-Millimeter-Kanone konnte die vordere Turmpanzerung durchschlagen, musste aber auf eine Entfernung von 700 Metern an den Panther herankommen. Er selbst konnte alle alliierten Panzer zwischen 1000 und 2000 Meter von vorn vernichten. Von der Seite waren sogar, wenn er traf, Entfernungen bis 3500 Meter möglich. Aufgrund der Krise, die sich an der Westfront ab August ergab, wurden weitere neun Panther-Abteilungen an die Front verlegt. Davon kamen sieben in neu aufgestellten Panzerbrigaden mit jeweils nur 36 Panthern zum Einsatz. Vor dem Beginn der Ardennenoffensive verlegte die Wehrmacht nochmals starke PanzerverbĂ€nde an die Westfront, darunter 400 Panther. Insgesamt waren an der Westfront zu keiner Zeit mehr als 471 Panther in den KampfverbĂ€nden vorhanden. Tiefpunkte waren der August 1944 mit unter 50 und ab Januar 1945, als die Zahl der vorhandenen Panther unter 220 sank.

Bekanntes Gefecht in Köln

Der beim Gefecht am Kölner Domvorplatz zerstörte Panther am 4. April 1945

Am 6. MĂ€rz 1945 gegen 14 Uhr Ortszeit ereignete sich in Köln ein Panzerduell zwischen einem Panzerkampfwagen Panther der Panzerbrigade 106 und einem M26 Pershing der 3. US-Panzerdivision, das vom US-Kriegsberichterstatter Jim Bates mitgefilmt wurde und zu den bekanntesten Aufnahmen des Zweiten Weltkrieges gehört. Der Panther stand direkt auf dem Domvorplatz des Kölner Doms, an einem Eckhaus am Ende der Komödienstraße. Nachdem er einen M4 Sherman zerstört hatte, wurde ein M26 beauftragt, den Panther auszuschalten. Jim Bates begab sich in ein nahe gelegenes GebĂ€ude und filmte das folgende Gefecht mit. Von der Querstraße Marzellenstraße aus traf der M26 den Turm des Panthers, worauf dieser beschĂ€digt wurde und Feuer fing. Danach flĂŒchteten drei Besatzungsmitglieder aus dem Panzer, der daraufhin noch von zwei weiteren SchĂŒssen des M26 getroffen wurde. Die beiden anderen Mitglieder der Besatzung starben. Den FlĂŒchtenden gelang es, unter dem Feuer US-amerikanischer Infanteriewaffen zu entkommen, wĂ€hrend der Panther ausbrannte. Das Wrack wurde spĂ€ter ein beliebtes Fotoobjekt.

Nach dem Krieg

Abschließend ist anzumerken, dass der Panther in seiner AusfĂŒhrung G auch von den Alliierten nach dem Ende des Krieges als „bester mittlerer Kampfwagen“ aller Konfliktparteien bewertet wurde. Die französischen StreitkrĂ€fte rĂŒsteten unmittelbar nach dem Krieg mehrere Einheiten mit erbeuteten Panthern aus, bis ein geeigneter Nachfolger beschafft werden konnte. Die Kanone des Panthers wurde nach dem Krieg in Frankreich fĂŒr den leichten Panzer AMX-13 weiter produziert.

Nachbetrachtung

Die spĂ€ter verbesserten Produktionsreihen des Panthers (Ausf. A und G) waren dem T-34, der den Hauptausschlag fĂŒr die Entwicklung des Panthers gegeben hatte, sowohl technisch als auch im Gefechtswert ĂŒberlegen. Auch wenn einige Fehler am Panther bis zum Ende der Produktion nicht behoben werden konnten, so etwa ein zu schwaches Seitenvorgelege (Untersetzungsgetriebe hinter den TreibrĂ€dern vorn), das als einfaches Stirnradgetriebe statt eines aufwĂ€ndigen Planetengetriebes ausgefĂŒhrt war, ĂŒberwogen die Vorteile.

Vorteile des Panthers waren seine sehr starke Kanone, eine hohe Schussfolge sowie seine starke Panzerung an der Frontseite. Der Panther war mit einem Überlagerungslenkgetriebe ausgestattet, das ihm eine sehr gute ManövrierfĂ€higkeit bei geringen Geschwindigkeiten erlaubte. In Sachen Federung und DĂ€mpfung gilt der Panther als Vorreiter spĂ€terer Panzer des Zweiten Weltkriegs. Er gilt als der erste moderne deutsche Panzer.

SchwĂ€chen des Panthers waren seine ungenĂŒgende Motorisierung der Turmschwenkanlage (beispielsweise konnte der Turm bei stĂ€rkerer SchrĂ€glage des Panzers nur noch mit der Hand gedreht werden) sowie seine schwache seitliche Panzerung, weswegen er nach Möglichkeit im Verband mit anderen Panzertypen (Panzer IV) eingesetzt wurde. Auch sein kompliziertes Schachtellaufwerk sorgte fĂŒr AusfĂ€lle, insbesondere in der Sowjetunion â€“ der zĂ€he Schlamm setzte sich zwischen die LaufrĂ€der und konnte ĂŒber Nacht einfrieren. Die Motoren hatten eine Lebensdauer von 1000 km, die Ketten mussten nach 500 km getauscht werden, die Seitenvorgelege hielten gar nur 150 km. Die damals neuartige Drehstabfederung war ebenfalls nur mit hohem Zeitaufwand zu warten, da Wartungsluken nur auf einer Seite existierten.

Varianten/Projekte

Panzer V Panther Ausf. G mit NachtsichtgerÀt

Ab September 1944 wurden die Fahrzeuge, zunĂ€chst vereinzelt, ab Werk zur Aufnahme eines Infrarot-Fahr- und ZielgerĂ€tes FG 1250 auf der Kommandantenkuppel ausgerĂŒstet. Zusammen mit einem 60-cm-IR-Scheinwerfer „Uhu“ auf SchĂŒtzenpanzer Serie 251/20 sollte nachts bei nebelfreiem Wetter eine Reichweite von 600 m möglich gewesen sein. Mit dem kleinen Fahrscheinwerfer auf dem Turm waren Sichtweiten um 150 m möglich.[2] Der mit dem Kopf aus der Luke schauende Kommandant konnte dem RichtschĂŒtzen mit Hilfe des ZielgerĂ€tes die Seitenrichtung durch Antippen der linken und rechten Schulter mit seinem Fuß und die Höhenrichtung fĂŒr die Kanone mit einem Anzeigemechanismus vorgeben. Trotz kurzfristiger Vorbereitungen fĂŒr eine generelle AusrĂŒstung mit dem ZielgerĂ€t (beispielsweise bei der Fertigungsfirma MNH in Hannover)[3], gab es bis zum Ende des Krieges nur vereinzelte EinsĂ€tze.

Von anderen Herstellern wurden wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs Alternativen zu den wassergekĂŒhlten Ottomotoren (Maybach HL 230) des Panthers gesucht; die Österreichische Saurer Werke AG entwickelten beispielsweise einen luftgekĂŒhlten Zweitakt-Dieselmotor. Die dadurch bedingte erhöhte Bodentemperatur erforderte zwecks besserer WĂ€rmeableitung eine andere Bodenbewehrung.

Auf Basis des Panzerkampfwagens V wurden folgende Fahrzeuge gebaut:

In Planung waren noch folgende AusfĂŒhrungen bzw. Abarten des Panthers:

Panther Ausf. F mit Schmalturm (Modell)
  • Panzerbeobachtungswagen Panther, nur mit MG-Bewaffnung, Kanonenattrappe (nur Prototyp)
  • Flakpanzer Coelian (Pantherwanne mit 3,7-cm- bzw. 5,5-cm-ZwillingsgeschĂŒtz in neuem Turm zur Flugabwehr)
  • Panther Ausf. F (Panther mit neuartigem „Schmalturm“. Mehrere dieser TĂŒrme wurden von den Amerikanern 1945 erbeutet. Ihre optischen Entfernungsmesser galten als revolutionĂ€r.)
  • Panzerzerstörer Panther (Pantherwanne mit Kasemattenaufbau, Ă€hnlich dem des Jagdpanthers, und 12,8-cm-GeschĂŒtz vom Jagdtiger)
  • Panther 2 (zeitweilig geplanter Nachfolger des Panthers)

Technische Daten

Technische Daten der AusfĂŒhrungen des Panzerkampfwagen V Panther
AusfĂŒhrung D AusfĂŒhrung A AusfĂŒhrung G
0Allgemeine Eigenschaften
Baujahr Januar bis September 1943 August 1943 bis Juni 1944 MĂ€rz 1944 bis April 1945
Hersteller M.N.H., Henschel & Sohn, Daimler-Benz, MAN M.N.H., Daimler-Benz, MAN, Demag M.N.H., Daimler-Benz, MAN
StĂŒckzahl 842 2192 2953
Fahrgestellnummern 151000–160000, 210255–211000 210001–210254, 211001–214000 120301– ?, 124301– ?, 214001– ?
Besatzung 5 (Kommandant, RichtschĂŒtze, LadeschĂŒtze, Funker, Fahrer) = =
Gewicht 43 t 45,5 t 44,8 t
Turmgewicht 7,5 t 7,57 t 7,5 t
LĂ€nge 8,86 m = =
Breite 3,43 m = =
Höhe 3,1 m 2,95 m 3,1 m
Spurweite 2,61 cm = =
Kettenbreite 66 cm = =
Kettenauflage 3,92 m = =
0Bewaffnung
Hauptbewaffnung 7,5-cm-KwK 42 L/70 = =
SekundĂ€rbewaffnung 2 × 7,92-mm-MG 34 = =
Munitionsvorrat KwK: 79
MG: 4200
KwK: =
MG: =
KwK: 82
MG: =
KaliberlÀnge (KwK) L/70 = =
Feuerhöhe 226 cm = =
RohrĂŒberstand 198 cm = =
Panzerung
Turmblende (gewölbt) 120 mm = =
Turmfront (Neigung 78°) 80 mm 110 mm 100 mm (Neigung 80°)
Turmseiten (65°) 45 mm = =
Turmheck (62°) 45 mm = =
Turmdach (2 bis 7°) 15 mm = 30 mm
Wannenbug (35°) 60 mm = =
Fahrerfront (35°) 80 mm = =
Wannenseite (unten 90°, oben 50°) 40 mm = unten =, oben 50 mm (Neigung 60°)
Wannenheck (60°) 40 mm = =
Wannenboden (0°) 20+13 mm = =
Beweglichkeit
Motor Maybach HL 230 P 45, Zwölfzylinder-Ottomotor (V-Motor, 60° Bankwinkel), WasserkĂŒhlung
vier Registervergaser, aus vier Doppel-Fallstromvergasern realisiert
je Zylinderbank ein Bosch-MagnetzĂŒnder, Trockensumpfschmierung, Ölinhalt 28 Liter
Hubraum 23 l
Leistung maximal 700 PS bei 3000−1, Dauerleistung 650 PS bei 2800−1
Leistung/Gewicht 16,3 PS/t 15,4 PS/t 15,6 PS/t
Höchstgeschwindigkeit Straße 55 km/h (46 km/h bei Dauerleistung)
Höchstgeschwindigkeit GelÀnde 24 km/h
Kraftstoffvorrat 730 Liter
Fahrbereich 169 km (Straße), 85 km (GelĂ€nde) = 177 km (Straße), 89 km (GelĂ€nde)
Bodenfreiheit 56 cm = =
KletterfÀhigkeit 91 cm = =
SteigfÀhigkeit bis zu 35° = =
Wattiefe 170 cm = =
ĂŒberschreitbare Grabenbreite 191 cm = =

Siehe auch

Panzerkampfwagen V Ausf. G

Literatur

  • F. M. von Senger und Etterlin: Die deutschen Panzer 1926–1945. Bernard & Graefe Verlag, ISBN 3-7637-5988-3
  • Walter J. Spielberger: Der Panzerkampfwagen Panther und seine Abarten. Band 9, Motorbuch Verlag Stuttgart, ISBN 3-87943-527-8
  • Axel Turra: Panzerkampfwagen 5 Panther. in: Waffen-Arsenal Band 30, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0739-1
  • Horst Scheibert: Panther im Einsatz 1943–1945. Waffen-Arsenal Sonderband 24, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0439-2
  • Peter Chamberlain, Hilary Doyle, Thomas L. Jentz: Encyclopedia of German Tanks of World War Two. ISBN 978-0-668-04565-0
  • Thomas L. Jentz: Der Panther. Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0592-5

Weblinks

 Commons: Panzerkampfwagen V Panther â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Thomas L. Jentz: Der Panther. S. 125
  2. ↑ Jentz: Der Panther. Wölfersheim 1997, Seite 95
  3. ↑ Jentz: Der Panther. Seite 96

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