Pariser (Stoßdegen)


Pariser (Stoßdegen)
Pariser (Stoßdegen)
Pariser.jpg
Angaben
Waffenart: Degen
Bezeichnungen: Feder, Degue, Epee,
Verwendung: Militär- und Zivilwaffe, Reiterwaffe
Entstehungszeit: ca. 1750
Einsatzzeit: 1750 bis ca.1860
Ursprungsregion/
Urheber:
Frankreich
Verbreitung: Europa
Gesamtlänge: ca. 120 cm
Klingenlänge: ca.100 cm
Gewicht: ca. 700 gr.
Griffstück: Holz, Metall, Elfenbein,
Besonderheiten: Die Klingen sind im Querschnitt oft drei - oder vierkantig
Listen zum Thema
Fechtunterricht mit Stoßdegen, Weimar 1765

Pariser nennt man eine um 1750 in Frankreich entwickelte leichte, elegante, florettähnliche Stichwaffe, die ein kreisrundes Stichblatt und eine spitze Klinge mit dreieckigem Querschnitt hatte. Sie diente hauptsächlich vornehmen Leuten bei Überlandreisen zur Selbstverteidigung, machte aber auch schnell Karriere als Duellwaffe. Sie war schnell, wendig und effektiv.

Auch bei den Studenten im deutschsprachigen Raum fand sie schnell Anklang. Es stellte sich aber bald heraus, dass diese Waffe für die unter Studenten üblichen Raufereien viel zu gefährlich war. Besonders gefürchtet waren die so genannten Lungenfuchser, Durchstiche der Lunge, die ein Atmen unmöglich machten und oft zum Tode führten.

Obwohl bereits ab 1767 ausgehend von Göttingen das Hiebfechten eingeführt worden war, blieb das Stoßfechten mit dem "Pariser" besonders bei Theologen wegen der zwar gefährlichen, aber relativ unsichtbaren Schmisse weiterhin beliebt. So wurden dem Universitätsfechtamt in Jena allein zwischen Oktober und Dezember 1839 acht Lungenfuchser mit immerhin zwei Todesfällen gemeldet.

Bisher waren als Strafe für studentische Raufduelle lediglich im Rahmen der Universitätsgerichtsbarkeit die Waffen konfisziert und eine Geldstrafe verhängt worden. Höchste zu erwartende Strafe war die Relegation von der Universität gewesen. Aufgrund der gestiegenen Gefahr des studentischen Stoßfechtens wurden Duelle jetzt mit juristischen Strafen belegt. Trotzdem gab es immer wieder Verstöße. Die letzten bekannten Todesfälle gab es 1845 in Jena und 1847 in München. Die letzte bekannte Stoßmensur fand 1860 in Würzburg statt.

Die bis heute üblichen Korbschläger und Glockenschläger lösten den Pariser als studentische Fechtwaffe ab.

Weblinks

Siehe auch


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  • Schlagend — Georg Mühlberg: „Auf die Mensur“. Darstellung einer Mensur auf Korbschläger, ungefähr um 1900. (Für heutige Verhältnisse wäre der Abstand zwischen den beiden Paukanten zu groß.) Eine Mensur (lateinisch mensura, „Abmessung“) ist ein traditioneller …   Deutsch Wikipedia

  • Schlagende Verbindung — Georg Mühlberg: „Auf die Mensur“. Darstellung einer Mensur auf Korbschläger, ungefähr um 1900. (Für heutige Verhältnisse wäre der Abstand zwischen den beiden Paukanten zu groß.) Eine Mensur (lateinisch mensura, „Abmessung“) ist ein traditioneller …   Deutsch Wikipedia

  • Stoßmensur — Georg Mühlberg: „Auf die Mensur“. Darstellung einer Mensur auf Korbschläger, ungefähr um 1900. (Für heutige Verhältnisse wäre der Abstand zwischen den beiden Paukanten zu groß.) Eine Mensur (lateinisch mensura, „Abmessung“) ist ein traditioneller …   Deutsch Wikipedia

  • Studentisches Fechten — Georg Mühlberg: „Auf die Mensur“. Darstellung einer Mensur auf Korbschläger, ungefähr um 1900. (Für heutige Verhältnisse wäre der Abstand zwischen den beiden Paukanten zu groß.) Eine Mensur (lateinisch mensura, „Abmessung“) ist ein traditioneller …   Deutsch Wikipedia


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