Patara

Patara (griechisch Πάταρα, unter ptolemäischer Herrschaft auch unter dem Namen Arsinoë) war eine antike Stadt an der Mittelmeerküste Lykiens in der heutigen Türkei. Sie liegt nahe der Mündung des antiken Flusses Xanthos, türkisch Eşen Çayı, beim heutigen Gelemiş.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung

Patara galt als eine der wichtigsten Städte Lykiens und der bedeutendste Hafen dieser Landschaft. Unter dem Namen Pttara war die Stadt wohl eine lykische Gründung, auch wenn eine spätere griechische Tradition sie auf Pataros, einen Sohn Apollons, zurückführte. Apollon Patroos hatte in Patara einen Kult mit Orakel.

Römisches Theater in Patara

Geschichte

Seit Alexander dem Großen gehörte Patara zum Einflussbereich der hellenistischen Reiche und war eine wichtige Marinebasis in den Diadochenkriegen. Ptolemaios II. benannte sie zeitweise in Arsinoe um. In römischer Zeit behielt Patara seine führende Stellung in Lykien; es war Provinzhauptstadt und Sitz des Statthalters der Provinz Lycia et Pamphylia. Der Apostel Paulus verweilte im Verlauf seiner dritten Missionsreise (53-58 n.Chr.) in Patara:

"Als die Zeit zur Abfahrt gekommen war, trennten wir uns von ihnen, fuhren auf dem kürzesten Weg nach Kos, am anderen Tag nach Rhodos und von dort nach Patara. Hier fanden wir ein Schiff, das nach Phönizien fuhr; wir gingen an Bord und fuhren ab. Als wir Zypern sichteten, ließen wir es zur Linken liegen, segelten nach Syrien und landeten in Tyrus; hier sollte das Schiff seine Ladung löschen"... (Apostelgeschichte 21,1-3)

Im 4. Jahrhundert n. Chr. wurde der spätere Bischof Nikolaus von Myra dort geboren.

Erforschung

Der Hafen Pataras, der sich - wie noch heute ersichtlich - über ca. 2 km ins Landesinnere erstreckte, verlandete seit der Antike langsam. Dies geschah durch kontinuierliche Sandanschwemmung des nahen, schnellfließenden Flusses Xanthos und Bildung von Wanderdünen. Endgültig aufgegeben wurde der Hafen wohl im Mittelalter (13. Jahrhundert). Systematische Ausgrabungen der Stadt werden gerade durchgeführt. Im Gelände lassen sich die Überreste größerer Bauten erkennen: ein römischer Triumphbogen mit drei Durchgängen, Bäder, ein Theater, ein Getreidespeicher der Zeit Hadrians, zwei Aquädukte, die Hauptstraße (welche jedoch zum Teil unter Wasser steht) und Grundrisse des antiken Leuchtturms. Außerdem wird daran gearbeitet, das Buleuterion, das Versammlungsgebäude des Lykischen Bundes, neu zu errichten.

Apollon-Heiligtum

In der Frühzeit berühmt war das Apollon-Heiligtum von Patara mit seinem Orakel, dem später das Orakel von Delphi den Rang streitig machte. Danach geriet es fast vollständig in Vergessenheit und wurde bis heute durch die Archäologen nicht wieder gefunden. Allerdings fanden kürzlich das Forscherpaar Fahri und Havva Işık am nordöstlichen Rand von Patara nahe dem römischen Triumphbogen des Mettius Modestus, einen monumentalen Apollon-Kopf, sodass das alte Heiligtum an dieser Stelle vermutet wird.

Patara in der Neuzeit

Der antiken Stadt vorgelagert sind ein großes Dünengelände und ein 12 km langer feiner Sandstrand. Nur an einer Stelle in der Nähe des Parkplatzes ist ein kleines Restaurant mit Liegen- und Sonnenschirmvermietung errichtet. Vom Tourismus ist der kleine Ort Patara trotz des sehr schönen Strandes weitgehend verschont geblieben. Es gibt einige kleine Hotels, Pensionen und Restaurants. Zum Strand muss man ungefähr zwei Kilometer entlang der antiken Stätten laufen bzw. fahren; der Eintritt kostet 2011 pro Person 5,00 TL. Der Zugang durch die Dünen ist ebenfalls möglich, aber wegen deren Höhe etwas beschwerlich.

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Weblinks

 Commons: Patara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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