Pelzarten

Pelzhändler 1890 in der kanadischen Provinz Alberta

Als Pelz bezeichnet man das Fell von Säugetieren mit dicht stehenden Haaren sowie das daraus gearbeitete Kleidungsstück. Rauchwaren, österreichisch auch Rauwaren, sind zugerichtete, das heißt zu Pelzen veredelte Tierfelle. Pelztiere sind Wildtiere, die ein für Bekleidung verwendbares Fell haben. Diese Auflistung behandelt die Felle und die daraus hergestellten Produkte, nicht den Pelz als tierisches Organ.

„Alfölder Bauernhaus“ aus Pelz: Ausstellungsobjekt der Millenniumsausstellung in Budapest 1896 (Fa. Katzer, Budapest). Sockel aus Seehundfellen; Unterbau Suslik; Grundmauern und Fensterverschläge Maulwurf; Hauptwände und Pfosten Bisamwamme; auf den Pfosten Igel, die Fehschweifboas im Maul halten; Fenster und Türvorsprünge Fehwamme (russisches Eichhörnchen; Giebelwände aus Seehundfellen. An den vier Ecken verschiedene Fuchsarten; Dachziegel aus Opossumschweifen; Schornstein Grebesfelle (Haubentaucher) und darauf ein Storch, der seine Jungen füttert. Steinadler und Bär schmücken das Dach. Im Giebel der Schädel eines Elches.[1]

Soweit die Felle nicht aus anderen Gründen anfallen (z. B. bei der Fleischgewinnung) werden Pelztiere dafür gezüchtet oder gejagt. Entsprechend der Tierart werden die verschiedenen Fell- bzw. Pelzarten und die daraus gearbeiteten Kleidungsstücke bezeichnet (Nerzjacke, Bisammantel). Die Zucht geschieht in der Regel in Pelztierfarmen. Das Töten von Tieren für die Gewinnung von Pelzen ist insbesondere unter Tierschutz-Aktivisten umstritten.

Dr. Otto Feistle schreibt 1931 in Rauchwarenmarkt und Rauchwarenhandel: „Bei der Mannigfaltigkeit der heute zur Verwendung gelangenden Fellsorten, es sind längst über 500, sind fast alle Länder der Erde, selbst Afrika, an der Pelzproduktion beteiligt“.

Im Folgenden werden verschiedene Pelztierarten unter dem Aspekt der Fellnutzung (Herkunft und Aussehen der Felle, Fellqualitäten, geschichtlicher Rückblick auf Jagd, Zucht und Handel usw.) aufgelistet.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Bezeichnung der Fellteile

Eine Definition besagt, dass als Pelze Haardichten über 400 Haare pro cm² bezeichnet werden, als Felle 50 bis 400 Haare/cm², alle darunter liegenden Behaarungsdichten sind haararme Haut.[2] S.17

Die Qualität eines Felles hängt von vielen Faktoren ab. Mit Einschränkungen lässt sich verallgemeinern: Pelztierarten, die ganz oder zeitweilig im Wasser leben, haben ein besonders dichtes und strapazierfähiges Fell. Je kälter der Lebensraum, desto dichter und seidiger das Haar. Marderartige haben zumeist ein besonders haltbares Fell. Winterfelle sind qualitativ besser als Sommerfelle, Übergangsfelle (aus der Zeit des Fellwechsels) neigen unter Umständen zum Haarausfall („Mildhaarigkeit“) und weisen störende Nachwuchsstellen auf. Felle von Kleinraubtieren haben ein zügigeres und damit stabileres Leder als die von Pflanzenfressern.

Im Rauchwarenhandel und in der Kürschnerei weichen einige Begriffe von den zoologischen oder jägersprachlichen Bezeichnungen ab. Bei den meisten Fellarten wird der Bauch als Wamme bezeichnet, die Extremitäten komplett als Pfoten, außer beim Lamm (= Klauen, z. B. Persianerklauen). Jeder dicht behaarte Fellschwanz heißt in der Pelzbranche Schweif, das Lamm oder Schaf wieder ausgenommen. Der Fellrücken ist der Grotzen. Die dunkelsten, blaustichigen Winterfelle werden in der Fachsprache „blau“ genannt, im Gegensatz zu „rot“, den eher helleren und deshalb meist weniger geschätzten Farbvarianten der gleichen Fellart. Ein Fell mit dichtem, nicht straff anliegendem Haar wird als „rauch“ bezeichnet.

1965 heißt es, dass zu der Zeit aus 168 Tierarten Pelze gewonnen wurden. Davon entfielen auf Europa 43 Arten, auf Asien 53, auf Nordamerika 35, auf Südamerika 16, auf Australien 10 und auf Afrika 9 Arten.[3]

Insektenfresser

Maulwurffelle (zusammengenäht) und Farbmusterkarte

Aus der Tierordnung der Insektenfresser sind für die Pelzverarbeitung nur zwei Arten aus der Familie der Maulwürfe, der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) und der Russische Desman (Desmana moschata), von Interesse.

Felle der Amerikanisch-Asiatischen Maulwürfe wurden kaum gehandelt. Das Fell der pyrenäischen Bisamspitzmaus, auch pyrenäische Rüsselmaus, das mit 10 bis 15 cm Länge noch kleiner ist als das des Desmans, wird 1937 mit „hat nur lokales Interesse“ erwähnt. Es ist auf dem Rücken kastanienbraun, an den Seiten graubraun und auf der Wammenseite silbergrau gefärbt.[4]

Europäischer Maulwurf

Maulwurfsjacke
(2004, historisches Modell)
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Die Fellfarbe ist variierend, dunkel bläulich-schwärzlich. Die Unterseite mit grünlich irisierendem, unscharfen Längsstreifen, der besonders bei alten Tieren stark ausgeprägt ist. Mitunter scheint das Fell fast schwarz zu sein, es gibt jedoch keine reinschwarzen Felle. Das Sommerfell ist grau und matter. Das Haarkleid ist äußerst kurz und dicht.

Neben den aus Russland kommenden Fellen wurden vor allem mitteleuropäische Sorten gehandelt, daneben auch englische (schottische, die neben den holländischen als die besten gelten), italienische und solche aus Serbien/Montenegro.

Nach dem Zeitpunkt des Anfalls werden Sommer-, Herbst- und Winterfelle unterschieden. Das Winterfell ist sehr dicht und gleichmäßig voll entwickelt. Das Leder ist fleckenlos und wird als weißledrig bezeichnet, tatsächlich ist es jedoch grünlich-grau.

Das Fell ist nicht sehr reibungsbeständig; an stärker beanspruchten Stellen verfilzt es schnell.

Haltbarkeitskoeffizient: 5 bis 10 %[5][Anmerkung 1]

Das Maulwurffell kam erst nach 1910 in Mode. Zum einen erschien es dem Handel nicht sehr strapazierfähig, hinzu kommt das durch die Wirbelbildung vom Haar aus sichtbare weiße Leder. Erst als es gelang, das Fell von der Lederseite durchdringend zu „blenden“ und in der Tönung des Naturfells noch einmal zu färben, erfreute sich das Fell, insbesondere in den Zwanziger/Dreißiger Jahren, einiger Beliebtheit. So plötzlich wie die Mode das Maulwurffell begünstigt hatte, so schlagartig hörte diese Mode in Mitteleuropa auch wieder auf.

Die Felle kommen als Tafeln zusammengesetzt in den Handel. Bis 1988 wurden etwas vermehrt jährlich wieder etwa 500.000 Felle verarbeitet[6], inzwischen dürfte die Zahl erneut erheblich zurückgegangen sein. Maulwurffelle kommen nur noch sporadisch in kleinen Mengen auf den europäischen Markt, in Deutschland werden sie wohl derzeit kaum verwendet.

In Deutschland ist der Europäische Maulwurf seit 31. August 1980 nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) besonders geschützt.[7] Weltweit betrachtet ist diese Art weit verbreitet und gilt nicht als bedroht; die IUCN listet sie als nicht gefährdet (least concern).

Russischer Desman

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Desman

Der Russische Desman, auch Wychuchol oder Vychuchol ist mit 20 bis 25 cm und einer Schwanzlänge von 16 bis 19 cm etwa hamstergroß und damit wesentlich kleiner als die Bisamratte. Sein Fell wird auch als „Silberbisam“ bezeichnet.

Die kurze, feine bis seidige, sehr glänzende und dichte Behaarung ist bräunlich-rötlich, dunkelbraun bis kastanienbraun mit metallisch schimmernden dunkelvioletten Tönen, die nach den Seiten zu immer lichter werden um in der Wamme eine glänzende silberweiße Farbe zu zeigen.

Haltbarkeitskoeffizient: 40 bis 50 % [5][Anmerkung 1]

Die Wirkung der „Hochglanzwamme“ führte am Leipziger Rauchwarenmarkt zu der Bezeichnung Silberbisam. Wegen der wertvollen Wamme wurden die Felle (anders als abgebildet) unüblicherweise im Rücken aufgeschnitten.

Über den fast unbehaarten Schwanz heißt es 1841 in einem Lexikon: „Der Schwanz wird wegen seines Moschusgeruchs gegen die Motten zu Pelzwerk gelegt und schützt dieses bis zwei Jahre lang, weil er so lange seinen Geruch behält.[8]

Die Felle wurden ehemals zu Pelzfuttern verarbeitet, selten auch zu Großkonfektion.

Der Russische Desman wird von der IUCN als gefährdet (vulnerable) gelistet und darf heute nicht mehr bejagt werden. 1973 wurden auf einer russischen Auktion 1.500 Felle versteigert, die aber wohl aus mehrjährigen Fängen stammten.[6]

Kleinbären

Mantel aus gefärbten Bassariskfellen (2005)

Bassarisk oder Katzenfrett

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Die beiden Arten, das Nordamerikanische und das Mittelamerikanische Katzenfrett, zur Familie der Kleinbären gehörend, werden auch American ringtail (cat), Bassarisk oder Raccoonfox, von der spanischsprechenden Bevölkerung Cacomixtle („Katzeneichhörnchen“) genannt.

Färbung: Vom Hals bis zu den Pfoten verschwommene dunklere Binden. Die Unterseite und der Schweif sind gelblichweiß, hellgelb oder roströtlich. Das Fell ist 61 bis 100 cm lang, hinzu kommt der Schweif mit 31 bis 53 cm.

Haltbarkeitskoeffizient: 40 bis 50 % [5][Anmerkung 1]

Die Felle werden als Ringtailcat gehandelt, im Einzelhandel traditionell meist als Bassarisk. Nach der nordamerikanischen Statistik fielen 1982/1983 ca. 80.000 Felle an (ohne Mittelamerika).[6] Nach Walker’s Mammals of the World war der Höhepunkt 1978/79 mit rund 135.000 Fellen, ist aber zurückgegangen und betrug im Jahr 1991/92 nur mehr 5.638 Felle.

Die Pelze werden zu Besätzen, Innenfuttern, Jacken und Mänteln, oft auch gefärbt, verarbeitet.

Waschbär

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Automobilisten-Mantel; USA (1906)

Älterer Name: Schupp; Plural: Schuppen. Fellbezeichnung daher gelegentlich noch Schuppenfell bzw. kurz Schuppen.

Die als „Finnraccoon“, „Russischer“, auch „Chinesischer Waschbär“ („Russian“ oder „Chinese Raccoon“) im Handel befindlichen Felle stammen nicht vom Waschbären. Es sind Felle vom Marderhund, die auch als „Tanuki“ oder, infolge der größeren Ähnlichkeit mit dem Fuchsfell, als „Seefuchs“ gehandelt werden. Die Verwendung der Bezeichnung „Raccoon“ (engl. Waschbär) für zwei völlig verschiedene Fellarten dürfte zu Verwechslungen führen.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Waschbären ist der Westen und Süden Kanadas über die USA bis nach Mexiko. Mehrere kleinwüchsige Formen leben auf den Inseln vor Mexiko und Florida. In den Zwanziger Jahren wurde neben der Zucht anderer Pelztiere in Deutschland auch die Zucht des Waschbären aufgenommen. Sie erwies sich als unrentabel. Felle dieser freigelassenen oder entkommenen Tiere sind gegenüber denen aus Nordamerika von geringerer Haarqualität.[6]

Die Behaarung ist fein bis mittelfein, glänzend und dicht. Die Unterwolle ist nicht allzu dicht und wird nach den Seiten zu dünner. Die Färbung reicht von gelblichgrau bis bräunlichgrau, dunkelgrau und schwarzgrau bis nahezu blauschwarz (selten).

Haltbarkeitskoeffizient: 50 bis 60 % [5][Anmerkung 1]

Besondere Kennzeichen sind die sich über Augen und Schnauze hinziehende weiß umränderte schwarze Maske sowie der geringelte Schweif, fünf bis sieben Ringe, die Spitze ist stets dunkel. Er erreicht eine Größe von bis zu über 61 cm, hinzu kommt der Schweif mit etwa 20 bis 25 cm.

Um 1988 betrug der nordamerikanische Anfall an Waschbärfellen jährlich regelmäßig etwa 4 Millionen, davon etwa 100.000 aus Kanada[6]. Die größten Felle kommen aus British Columbia, die feinsten und seidigsten aus Wisconsin. Farmversuche wurden meist wieder aufgegeben.

Das Waschbärfell ist im Gegensatz zu vielen anderen langhaarigen Pelzen besonders strapazierfähig. Vielleicht spielt es deshalb von Zeit zu Zeit auch in der Herrenmode eine Rolle. Zuerst als „Reisemantel“ bezeichnet, verlor er mit der Beheizung der Eisenbahnen seine Bedeutung.[9] Nach der Erfindung des Kraftfahrzeugs entstand er neu als „Automobilistenmantel“, als unfehlbar wasserdichtes Chauffeurkleid und wegen seiner praktischen Färbung[10]. Amerikanische Collegestudenten entdeckten ihn für sich in den zwanziger/dreißiger Jahren, als Waschbär-Kurzmantel galt er als Statussymbol (raccoon-coat-collegiate fashion). Durch den Zweiten Weltkrieg bedingt hatte die Jagd auf den Waschbären so weit abgenommen, dass man ihn teilweise als Landplage empfand. Durch eine deshalb verstärkte Nachstellung kamen wieder mehr Felle auf den Markt, für die jedoch kaum ein Bedarf war. Das änderte sich Mitte der 50er Jahre schlagartig, als Walt Disney mit dem Film über den legendären amerikanischen Politiker Davy Crockett auch dessen, zumindest im Film getragene, Waschbär-Trappermütze mit dem geringelten Schweif populär machte.

Die größeren und schwereren Felle werden hauptsächlich zu Kragen und Besätzen gearbeitet, die leichtere Ware auch zu Jacken und Mänteln. Die Felle werden vor der Verarbeitung oft „geschönt“ (Reinforcing), die dunklere Fellmitte wird zusätzlich gelegentlich noch einmal nachgedunkelt.

Nasenbär

Das Fell des in Südamerika beheimateten Nasenbären wurde in sehr geringer Menge für Pelzzwecke genutzt. Es ist etwa 70 cm lang, der Schweif 40 bis 50 cm. Das Unterhaar ist kurz und rau und zeigt eine blaugraue Nuance. Die Grannen sind lang und straff, sehr glänzend und graubraunrötlich geringelt. Der Schweif ist abwechselnd gelb und schwarzbraun geringelt.[11]

Von den Fellen heißt es 1939, dass sie sich zwar für Pelzwerk eignen, aber nur wenig im Handel vorgekommen sind, man bezeichnet sie dann wohl auch mit dem Ausdruck „Südamerikanische Schuppen“ (= Waschbären), obwohl sie selbstverständlich keine eigentlichen Schuppen darstellen.[12]

Großbären

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Für Bekleidungszwecke wird nur das Fell des Baribals verwendet. Ansonsten verarbeitet man die vielfach zu schweren und zotteligen Bärenfelle fast nur zu Decken, Fuß- und Wandteppichen (teils naturalisiert, mit ausgearbeiteten Köpfen). Das Haar wird auch in der Pinselindustrie genutzt (Pinselbären).

Braunbär

Der Braunbär hat die weiteste Verbreitung unter den Bären, ist aber fast überall durch Bejagung und Zerstörung des Lebensraums stark dezimiert oder zurückgedrängt, in Europa kommt er fast nur noch in Spanien, den Balkanländern sowie in Nordskandinavien und Russland vor. Die einzelnen Unterarten und Herkommen sind unterschiedlich stark geschützt.

Die Felllänge kann bis zu über 2 m betragen. Die verschiedenen Formen variieren beträchtlich in Größe und Färbung. Das Fell des Kodiakbären ist mit über 3 m die größte Unterart, es ist größer als das des Kamtschatkabären und dieses größer als das des Uralbären.

Die Färbung reicht von rotgelb über verschiedene Brautönungen bis zu schwarz. Fahl isabellfarben sind die Felle der Isabell-Braunbären aus dem Himalaya und den Syrischen Braunbären, silbergrau in verschiedensten Färbungen der nordamerikanische Grizzlybär. Grizzlys erreichen eine Gesamtlänge von 2,50 m.

Der russische Standard unterscheidet

  • nach Herkommen: Sibirier, Nördliche, Russische, Kaukasische
  • Sorten: I = vollhaarig, II = weniger vollhaarig, III = halbhaarig, IV = dünn
  • Farben: a) dunkel b) braun
  • Größen: größte = 177 cm und länger, mittelgroße = 142 bis 177 cm, kleine = 106 bis 142 cm, Jungtiere = 71 bis 106 cm, Bärenjunge = bis 71 cm

1974 wurden allerdings auf der 67. Leningrader Auktion nur noch 25 Bärenfelle angeboten.

Im selben Jahr bot die Hudson's Bay Company in der Märzauktion 37 Felle ohne Angabe des Herkommens in den Farben braun und schwarz an. Der Fellanfall ist seitdem unerheblich geblieben und für den Handel ohne Bedeutung. Die Felle werden offen angeliefert.[6]

Baribal

Bärenfellmütze (2007)
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Das Fell des „Baribal“, auch Schwarzer Bär oder Amerikanischer Bär ist 1,5 bis 2 Meter lang. Meist ist es schwarz, häufig auch zimtfarben, selten rotgrau bis blaugrau und silbergrau. Das Haar ist relativ kurz bis länger (Oberhaar bis zu 10 cm, Unterwolle etwa 4 bis 5 cm), rauch, feinhaariger als andere Bärenarten, glänzend und dicht, die Unterwolle ist fein und dicht. Teilweise hat das Fell eine Nackenmähne. Das Leder ist fein.

Für Pelzbekleidung und Besätze (früher besonders zu Kutscherkragen) werden die besonders feinhaarigen und geschmeidigen Felle von bis zu einem Jahr alten Tieren bevorzugt („Cubbären“). Allgemein für Pelzzwecke geeignete Felle wurden auch Pelzbären („Furriers“) genannt. Die Felle älterer Tiere wurden zu Decken verarbeitet („Deckenbären“).

Die von den englischen Garde-Infanteristen getragene Mütze wird als „bearskin“ (Bärenfellmütze) bezeichnet. Die erste Erwähnung ihres Gebrauchs ist aus dem Jahr 1768 überliefert. Eine weitere militärische Verwendung fanden die für Kopfbedeckungen geeigneten Felle („Armeebären“) als Beiwerk zu Grenadiermützen.

Um 1915 wurden jährlich etwa 5000 Schwarzbärfelle aus den USA und etwa 3000 aus Kanada nach Europa exportiert.[13] Die Fellanlieferung wurde 1967 noch als „beachtlich“ angegeben. Die Preise auf den Londoner Auktionen stiegen immer dann an, wenn die Heeresverwaltung Aufträge auf Bärenmützen erteilte.[14]

Eisbär, auch Polarbär

Das Fell des Eisbären, bei dem heute höchstens noch als Jagdtrophäe der Kopf naturalisiert wird, wurde um 1910 noch zu Decken, Stiefeln und Handschuhen verarbeitet.[15] Die Verwendung der Polarbärhaare für Fliegen zum Flugangeln erwähnt eine Fachkunde der Hudson's Bay Company etwa in den 1970er Jahren, wozu sie sich besonders eignen.[16]

Männliche Felle erreichen eine Gesamtlänge von 2,40 m, weibliche von 1,80 bis 2,10 m. Der größere Körper ist mehr in die Länge gestreckt als beim eng verwandten Braunbären, der Hals lang und verhältnismäßig dünn und der Kopf ziemlich schmal. Das gelblichweiße Fell hat einen deutlichen Glanz, das Sommerfell ist gelblicher als das Winterfell. Das Haar ist stark borstig und glasig. Die kleineren und mittelgroßen Felle sind meist weicher als die große. Am längsten sind die Haare am Hinterfell, an der Wamme und den Beinen, am kürzesten an Kopf, Rücken und Hals.

Die Felle werden aufgeschnitten, nicht rund, angeliefert. Die Art ist geschützt, der Eisbär steht im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Um 1904 kamen etwa 1000 Stück in den Handel,[15] 1953 jährlich nur noch 100 Stück, 1988 nach Schutzmaßnahmen wieder 500 Felle, 300 davon aus Kanada.[6]

Hunde (Familie)

Füchse

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Verschiedene Edelfuchsarten als Musterstreifen (2009)

Die Füchse gehören zu den Tierarten mit den verschiedensten Haarvariationen, sowohl in Farbe, Haarlänge und Haarstruktur.

Der Rauchwarenhandel unterscheidet zwischen Edelfüchsen, den Silber-, Kreuz-, Blau- und Weißfüchsen, Platinfuchs (Mutationsfüchsen) und edelsten Sorten von Rotfüchsen. Und allen weiteren Arten von Rotfüchsen, soweit sie nicht unter ihrem Artnamen gehandelt werden (Kitfuchs, Grisfuchs, Korsak usw.).

Haltbarkeitskoeffizient für Edelfüchse: 40-50 % [5][Anmerkung 1]
Fuchsmantel des britischen Sängers Elton John, aus gefärbten Fellen verschiedener Fuchsarten (Mitte 1980er)

Die Welt-Farmproduktion an Edelfüchsen betrug für das Jahr 2007 7.054.500 Felle (Quelle: Oslo Fur Auctions). Durch den Rückgang der Anlieferung aus China (2006: 8 Millionen, 2009: 1,7 Millionen Felle) ist seit 2009 wieder Finnland führend in der Fuchszucht (Anlieferung 1,7 Millionen, davon 1,2 Millionen Blaufuchsfelle). Die Angaben aus China werden in Ermangelung einer genauen Erfassung jedoch als sehr unzuverlässig eingeschätzt.[17]

Weißfuchs oder Eisfuchs

Der Eis- oder Polarfuchs spaltet sich in zwei Farbschläge auf, den Blaufuchs und den Weißfuchs.

Das Fell ist etwa 46 bis 68 cm lang, der Schweif 30 bis 40 cm, Farmtiere sind durchschnittlich bedeutend größer. Die Pfoten sind im Winter dicht behaart.

Das Haar ist deutlich weicher als das des Rotfuchses, die Unterwolle ist so verfilzt, dass man beim Hineinblasen das Leder nicht sieht, beim fertigen Pelz sind selbst die zwischengesetzten Lederstreifen nicht zu sehen, wenn sie nach traditioneller Kürschnerkunst ohne Zerreißen des Haarvlieses eingenäht wurden (Galonieren).

Die Gesamtzahl der wildlebenden Polarfüchse wurde vor 1968 für die Tundren der Sowjetunion auf 200 Tausend, für Nordamerika auf 140 bis 160 Tausend geschätzt.[6]

Die wildlebenden europäischen Populationen das Eisfuchses sind nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

Blaufuchs
Blaufuchsjacke (2007)
Galonierter Bluefrost Fuchs-Kurzmantel (2008)

Der Blaufuchs, ein Weißfuchs-Farbschlag, gilt als wertvoller als das verfilztere und kleinere Fell des Weißfuchses. Fast weiße Blaufüchse mit nur leicht angedeuteter dunklerer Fellmitte werden als Shadowfuchs gehandelt; reinweiße Felle gegenüber dem Endverbraucher meist, wie das des Polarfuchses, als Weißfuchs.

Die Felle aus Wildfängen sind etwa 50 bis 65 cm lang, der Schweif 25 bis 35 cm, die männlichen Felle sind nur wenig größer als die weiblichen. Die Felle aus Zuchten sind meist erheblich größer.

Das lange und sehr seidige Haar variiert von blaubraun und hellstem „café au lait“ bis hellblaugrau und tief dunkelbraun, mitunter fast schwarz mit Schattierungen nach rostrot und lehmigschmutzig, teilweise mit Silberhaar. Das Sommerfell ist dunkelschwarzbraun und zumeist etwas bräunlicher als das Winterfell.

Die Blaufuchszucht begann fast gleichzeitig mit der des Silberfuchses (1890er Jahre), doch erreichte sie bis zum Zweiten Weltkrieg nicht deren Ausmaß.[6] Die Felle kommen hauptsächlich aus Skandinavien, Polen, der Sowjetunion und Nordamerika.

1986 ergaben die Wildfänge bei einem Bestand von etwa 140 - 160.000 Tieren in Nordamerika einen Fellanfall von jährlich 40-50.000 Fellen, davon etwa 15.000 aus Kanada. Für die damalige UDSSR waren keine Anfallzahlen bekannt.[6] 2007 kamen aus Skandinavien folgende Mengen in den Handel: Blaufuchs 1.214.000 Felle, Blue Shadow/Weißer Blaufuchs 150.500 Felle, Silberblaufuchs (Bluefrost-Fuchs) 475.000 Felle (Quelle: Oslo Fur Auctions).

Die wildlebenden europäischen Populationen das Eisfuchses sind nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

Derzeit werden die Felle in Westeuropa hauptsächlich für Besätze auf Stoffkonfektion und Kleinteile genutzt. Bis vor einigen Jahren auch viel, heute noch vereinzelt, für Mäntel und Jacken, oft auch in der fellsparenden Galoniertechnik.

Weißfuchs oder Polarfuchs

Der Weißfuchs, eine Farbvariante des Eis- oder Polarfuchses, lebt in der gesamten nördlichen Polarzone. Entsprechend dem Klima angepasst ist sein weißes, dichtes, langgranniges und feinseidiges Winterfell. Das Sommerfell ist steingrau bis graubräunlich, fast olivbraun, mitunter noch dunkler. Die russischen Qualitäten werden nach (hier nicht einzeln aufgeführten) Stadien der Entwicklung und den Provenienzen unterschieden. [18][6] Über den Jahresanfall lagen 1988 genaue Zahlen nicht vor. In Nordamerika fielen zu dem Zeitpunkt 40-50.000 Blau- und Weißfuchsfelle an, davon dürften etwa die Hälfte Weißfüchse gewesen sein. Die kanadische Statistik wies für die Saison 1985/1986 etwa 6000 Weißfuchsfelle aus. Das russische Angebot betrug 1987 5.000 Felle.[6]Weißfüchse werden kaum in Farmen gehalten, allerdings bezeichnete die Pelztierzüchter-Organisation Saga [19] wie auch oft der Einzelhandel reinweiße Blaufüchse als Weißfüchse.

Nicht ganz rein weiße oder vergilbte Felle werden „geschönt“, d. h. durch optische Aufheller gebleicht.

Weißfüchse werden vor allem zu abendlichen Pelzen, vor allem zu Besätzen, Schals und anderen Kleinteilen verarbeitet, in Mitteleuropa uns nur selten zu Jacken oder Mänteln.

Die wildlebenden europäischen Populationen das Eisfuchses sind nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

Grisfuchs oder Graufuchs

Nordamerikanische Grisfuchsfelle

Im Einzelhandel wird der nordamerikanische Grau- oder Grisfuchs meist als Grisfuchs angeboten, die Bezeichnung Graufuchs wurde in der Vergangenheit häufig für graufarbige Füchse anderer Provenienzen, insbesondere für südamerikanische Füchse, verwendet.

Der Grisfuchs ist zierlicher als der Rotfuchs, hat zudem auffallend kurze Beine aber einen verhältnismäßig langen buschigen Schweif. Das Fell ist 53 bis 73 cm lang, der Schweif 28 bis 40 cm.

Das Grannenhaar ist grob und steif. Der Rücken ist pfeffer- und salzartig gefärbt, d. h. silbriger oder dunkler grauschwarz, wovon sich der Name des Tiers ableitet. Die Wangen, die Brust und die Wamme sind rostgelb bis kupferrot, der Schweif ist graumeliert und hat oben einen breiten tiefschwarzen Streifen.

Zoologisch gibt es zwei Arten, den Insel-Graufuchs und den Festland-Graufuchs, nur der Letztere ist für den Pelzhandel von Bedeutung. Der Handel unterscheidet beim Festland-Grisfuchs zwischen Eastern (kurzhaarig, seidig, Rücken silbrig, Wamme rostgelb) und Western (voller („schwerer“) im Haar, schwärzlichgrauer Rücken, die Wamme bis kupferrot).

Der Fellanfall betrug um 1988 jährlich etwa 250.000 bis 300.000 Felle, etwa zur Hälfte Eastern und Western.[6]

Das für einen Fuchs recht kurzhaarige Fell mit seiner interessanten Farbstellung wird zu Jacken und Mänteln verarbeitet, neuerdings auch gelegentlich, jetzt auch modisch eingefärbt, zu Besätzen. 1986 heißt es dagegen, offensichtlich etwas veraltet, der Grisfuchs sei wegen seines kurzen, harten Haares von geringem Wert und „wird zur Fütterung von Reisepelzwerk verarbeitet“.[2] S. 144

Kitfuchs

Beim in Nordamerika heimischen Kitfuchs oder Steppenfuchs unterscheidet man zwei Unterarten, den Swiftfuchs und den Großohrkitfuchs. Der Swiftfuchs ist mit einer Körperlänge von 35 bis 45 cm und einer Schweiflänge von 25 bis 30 cm die kleinste Fuchsart Amerikas.

Das dichte und feine Fell ist rötlich braun bis gelbbraun mit weißer Wamme. Je nach Provenienz ist es mitunter rötlicher, auch heller, die Schweifspitze ist schwarz.

Der Anfall an Fellen war um 1988 so weit zurückgegangen, dass genaue Zahlen nicht zu ermitteln waren.[6] In der roten Liste der gefährdeter Arten der IUCN 2007 wird er als „least concern“ geführt (nicht gefährdet).

Das Kitfuchsfell wird zu Jacken und Mänteln, Besätzen und Kopfbedeckungen verarbeitet.

Kreuzfuchs

Der Kreuzfuchs ist eine Farbvarietät des Rotfuchses. Charakteristisches Kennzeichen ist die schwarze bzw. dunkle kreuzähnliche Zeichnung über den Nacken und die Schultern, der Rücken und die Seiten sind blass- oder braungelb, rötlich oder dunkelbraun, oft stark gesilbert.

Kreuzfuchsfelle

Verbreitet ist er in Alaska, Kanada, Ostsibirien und Kamtschatka.

Die besten amerikanischen Sorten kommen von der Labrador-Halbinsel und aus dem Gebiet der Hudson Bay. Sie zeigen oft schöne, klare und kontrastreiche Farben und haben eine ausgezeichnete Fellqualität.

Asiatische Felle sind teils gelblich getönt, oft weniger gesilbert und schwächer in der Zeichnung.

Der russische Standard unterscheidet zwischen Kreuzfüchsen mit deutlich kreuzartigem Muster und Sywoduschkafüchsen, die mehr rotbraunsilbrig sind mit dunkelbrauner Unterwolle und dunkelgrauer Wamme und Brust.

In den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, der Hauptzeit der Langhaar-Pelzmode, begann man mit der Zucht des Kreuzfuchses. Als die Preise sanken, verlor man jedoch schnell das Interesse daran. Doch wurden unter anderem in Finnland Ende der Dreißiger Jahre Silberfüchse aus Alaska ausgesetzt, die sich mit den einheimischen Rotfüchsen paarten, so dass die erhofften Ergebnisse erzielt wurden. Es entstehen bei dieser Paarung Bastardfüchse, die alle Übergänge vom Rotfuchs bis zum Kreuzfuchs aufweisen, meist sind sie etwas dunkler als der Rotfuchs.

Genaue Zahlen über das Fellaufkommen waren um 1988 nicht zu bekommen, jedoch dürfte es sich nur um einige tausend Stück gehandelt haben, die meisten davon aus freier Wildbahn.[6]

Der Kreuzfuchs wird nur selten zu Mänteln und gelegentlich zu Jacken verarbeitet, meist wird er für dekorative Besätze verwendet.

Golden Island Fuchs

Am 1. Februar 1982 auf einer Kopenhagener Auktion das erste Mal angeboten, wurde der Golden Island Fuchs als neue Mutationsfarbe in der Vorankündigung als Kreuzung zwischen Polarfuchs und Silberfuchs bezeichnet, mit einem interessanten silberrötlich Effekt.[20] Auf der Auktion der Hudson's Bay Company 1985/89 in London erzielten Farmfelle einen Spitzenpreis von 575 englischen Pfund pro Stück.[21]

Weitere, in den letzten Jahren hinzugekommene Mutationsfarben sind

Fawn Light mit mittlerer Haarlänge; dunklem Rücken und sehr hellen Seiten[22]
Arctic Marble Frost, ein neuer Langhaartyp; weiß mit, besonders in der Rückenmitte, eingestreuten schwarzen Grannen[23]
Red Amber
Red Platina.

Korsak (-Fuchs)

Tafeln aus Korsakfuchsfellen („Mongolische Kitfüchse“)

Die Heimat des Korsakfuchs (gelegentlich auch Korsuk), Steppenfuchs oder Sandfuchs sind die Steppen Sibiriens, Zentralasiens vom Kaspischen Meer bis zur Mongolei, Mandschurei und Korea.

Korsakfuchswammen-Mantel

Das Fell ist nur 50 bis 60 cm lang, der dicht behaarte Schweif ist sehr viel kürzer als beim ähnlichen Rotfuchs; die Beine sind länger und die Ohren größer. Die Farbe ist blassgelb bis gelblich grau oder rötlich grau. Die Behaarung ist dicht; die Rückengrannen sind silbrig geringelt, Kehle, Brust und Wammen sind gelblichweiß. Der blassgelbe Schweif ist schwarz überschleiert. Der Gesamteindruck erinnert an ein Kitfuchsfell.

Schon in frühgeschichtlicher Zeit wurde der Korsakfuchs bejagt. In späterer Zeit gaben Nomadenvölker ihre an die Mongolen abzuliefernden Tribute in der Form von Korsakfellen ab. In Innerasien jagt man ihn heute noch auch mit Falken und Steinadlern (Beizjagd).

Das Fellaufkommen ist erheblich zurückgegangen. Im Winter 1923/24 waren es noch jährlich 135.700 Stück, 1940 nur noch 12.000. Bis 1960 war der Anfall wieder auf 27.000 angestiegen. 1988 lagen keine neueren Zahlen vor. Zu der Zeit erfolgten die Anlieferungen meist aus der Mongolei und Korea, sie sind meist als mongolische Kitfüchse im Handel.[6]

Die Verarbeitung erfolgt vor allem zu Großkonfektion, zu Jacken und Mäntel. Die langen Pfoten und die weißen Wammen werden zu sehr attraktiven Tafeln (siehe Bild links), hauptsächlich für Innenfutter, zusammengesetzt.

Rotfuchs

Hauptartikel: Rotfuchsfell

Silberfuchs

Der Silberfuchs, zoologisch auch Schwarzsilberfuchs, ist eigentlich eine Farbvariante des Rotfuchses (Schwärzling), er galt um 1900 als „König der Pelztiere“. Als die wertvollsten wurden damals rein schwarze Felle angesehen. Für ein besonders schönes Fell wurde 1910 auf einer Londoner Auktion 10.000 Goldmark bezahlt. Mit dem Silberfuchs begann in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts die systematische Zucht von Pelztieren.

Wildlebender Silberfuchs

In freier Wildbahn ist der Silberfuchs nur noch in geringer Zahl im nördlichen Nordamerika und in Nordost-Sibirien anzutreffen. Der Fang des amerikanischen Silberfuchses war einmal fast ausschließlich ein Privileg der Chippeway-Indianer, in deren Gebiet er hauptsächlich zu finden war.[24] Der wildlebende Silberfuchs ist ein Schwärzling der verschiedenen Rotfuchsarten in deren Verbreitungsgebiet er lebt, entsprechend unterschiedlich sind die Felle aus den entsprechenden Gebieten. Wo das Rotfuchsfell verschiedene Farbschattierungen im rotbraunen Spektrum aufweist, sind beim Silberfuchs alle Farbpigmente schwarz. Desto auffälliger sind die nicht gefärbten, silberweißen Haare oder Haarabschnitte, auch ist die Schweifspitze wie beim Rotfuchs weiß. Die Grundfarbe des Felles ist schwarz (tief„blau“) mit unterschiedlich starker Silberung. Außer den schwarzen Grannenhaaren, die aus der mehr oder weniger dunklen Unterwolle herausragen, finden sich schwarze Grannenhaare mit einer weißen Querbinde. Alles zusammen erscheint dann als „Silberung“, deren Intensität je nach Mode unterschiedlich bewertet wird.

Die Behaarung an sich ist lang und seidig bis fein, glänzend und dicht, das Unterhaar wird vom Grannenhaar gut abgedeckt. Die feinste Haarbildung ist im Nacken, oft mit einem krausenartigen Behang nahe der Schultern. Der Schweif ist besonders buschig.

Der Jahresanfall an wildlebenden Silberfuchsfellen ist unbedeutend.

Farm-Silberfuchs
Silberfuchsfelle
Eine Arbeiterin „veredelt“ eine preiswertere Fellart durch das Einsetzen weißer Haare („Spitzen“ genannt) auf Silberfuchs (nach 1900)

Das geringe Vorkommen von Schwarzsilberfüchsen in freier Wildbahn dürfte im Wesentlichen auf die schon seit über tausend Jahren betriebene Jagd zurückzuführen sein. Vor allem im Mittelmeerraum waren ganz schwarze Exemplare besonders geschätzt. In einem Reisebericht aus dem Jahr 950 n. Chr. heißt es: „…die schwarzen Fuchsfelle tragen die Könige der Araber und Perser und treiben wetteifernd Luxus mit dieser Tracht. Er ist ihnen teurer als Zobel…“. Bereits um 1890 begannen Amerikaner mit der Silberfuchszucht. Auf Betreiben Leipziger Rauchwarenhändler wurde 1920 Die Deutsche Versuchstierzüchterei edler Pelztiere GmbH gegründet und in Hirschegg-Riezlern, nahe Obersdorf, eine Silberfuchsfarm finanziert, in der dann 1923 der erste Wurf deutscher Silberfüchse fiel. 1910 wurde die Weltproduktion bereits auf 9500 beziffert, 1928 auf 80.000 und 1939 mit der Höchstzahl von 1 1/4 Millionen Fellen. Ein Fell kostete damals 200 bis 300 Mark, der höchste Preis für ein Farmfell lag Anfang der Dreißiger Jahre bei US $ 2100.[6][25]

Der Londoner Rauchwarenhändler Francis Weiss schreibt in seinem Bericht über das Auf und Ab von Pelzpreisen (der Silberfuchspreis war zwischenzeitlich von £ 500,- auf 50 bis 60 Schilling gesunken), „Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg kamen Silberfuchs-Stolen in den USA als „Straßenmädchen-Uniform“ in Mode. Demzufolge wagte es für die nächsten Jahrzehnte keine anständige Frau, einen Silberfuchs in der Öffentlichkeit zu tragen.[26]

Der Wert der Felle richtet sich neben den allgemeinen Qualitätsmaßstäben nach der Verteilung der Silberung (Viertel, Halb-, Dreiviertel- und Vollsilber). Auch werden „dark silver“, „full silver“ und „white silver“ gezüchtet, wobei die Wertschätzung für die verschiedenen Farbvarianten sich je nach Mode ändert.

Nach 1950 endete die Langhaarmode und die Zucht ging 1955 bis auf 5000 Felle zurück, um ab 1965 mit Unterbrechung wieder zuzunehmen. 2007 betrug die Produktion an skandinavischen Silberfüchsen 197.000 Felle (Quelle: Oslo Fur Auctions).

In letzter Zeit werden durch Bleichen und Färben interessante neue Farbeffekte auf Silberfuchsfellen erzielt. Zumeist werden die Silberfuchsfelle für Kleinteile und Besätze verwendet, in Mitteleuropa nur noch selten für Jacken und Mäntel.

Platinfuchs

Platinfuchscape, aufgenommen 2010

Die bekannteste, bei der Silberfuchszucht aufgetretene Farbvariante ist der Platinfuchs. Der erste bekannte, 1932 geborene Fuchs der Zuchtrichtung war der norwegische Rüde „Mons“ des Fischers und Pelztierzüchters Evertson auf der kleinen Insel Hinnøya, nach dem die Rasse als „Mons-Stamm“ bekannt wurde. Bei der ersten Vorstellung lehnte man das Tier ab, trotzdem erwarb es der Züchterkollege Kjaer. 1936 konnte er die ersten Felle auf einer Auktion in Oslo unter dem Namen Platinfüchse anbieten, die schon zu höheren Preisen als Silberfuchsfelle verkauft wurden. Der Preis schnellte von ursprünglichen 330 und 430 dänischen Kronen bereits 1937 auf 750 bis 2050 Kronen hoch, bei einem Angebot von 9 Fellen. 1939 erzielte das beste Fell 5500 Kronen und es setzte ein Run auf die Zuchttiere ein. Fast gleichzeitig entstanden in Nordamerika ähnliche Zuchtlinien. Den Höchstpreis erzielte der Platinfuchs 1939 in New York, 399 angebotene Felle wurden für durchschnittlich 548 US-Dollar (= 2400 dänische Kronen) verkauft, für das Spitzenfell zahlte man 11.000 Dollar (= 48.800 Kronen oder rund 27.000 Reichsmark). Das war der höchste Preis, der zumindest bis 1942, wahrscheinlich aber überhaupt, für ein einzelnes Pelzfell bezahlt wurde. Insgesamt fielen in dieser Saison, in der sich trotz der Rekordzahlen bereits ein Abflauen der Preise abzeichnete, etwa 1750 bis 1800 Felle an. Die weitaus meisten Felle gingen immer nach den USA und Kanada.[27] Auch 1942 lag der Preis noch rund 30 Prozent über dem des Silberfuchses.[28]

Fritz Schmidt beschreibt das Fell wie folgt: Der Wert des Platinfuchses beruht in der eigentümlichen lichten Farbe, die durch das Zusammenspiel von hellem, zumeist reinweißen Wollhaar mit Grannenhaaren von verschiedener Färbung, also teils weißen, teils dunklen bis schwarzen, teils auch mit Silberhaaren entsteht. Die Haarspitzen sind hier gewöhnlich pigmentfrei. Der bald mehr helle, bald mehr dunkle Platincharakter ist vielfach auch mit weißen, in Form und Größe verschiedenartigen Abzeichen auf der Stirn, am Nacken, an der Unterseite und den Läufen verbunden, so dass mitunter die Tiere regelrecht gescheckt erscheinen. Im Gesamtbild wie in der Schattierung seiner Farbe gibt also der Platinfuchs kein einheitliches Bild ab.[28] Weitere spätere Mutationen sind der

  • White-Face-Fuchs (Weißgesichtsfuchs). Charakteristikum sind die weißen Abzeichen; mehr oder weniger geschlossener Halskragen, eine schmälere oder breitere Blässe und weiße Läufe.
  • Ringneck-Fuchs mit gleichem Charakter und zahlreichen Übergängen zum White-Fox-Fuchs.
  • Pearl-Platin-Fuchs in einheitlich heller, blaubräunlicher Farbe ohne weiße Abzeichen. Die in Colorado aufgetretene Farbe wurde 1942 erstmals erwähnt.[29]
  • Burgunder-Fuchs; der schwarze Farbstoff des Silberfuchses ist durch ein bräunliches, schokoladenähnliches Pigment ersetzt.
  • Pastell-Fuchs; 1946 in Schweden durch wiederholte Kreuzungen aus White-Face- und Platinfüchsen entstanden; mit einer warmen, graubraunen Farbe, „die ein wenig an Sand erinnert“.
  • Glacier-Blue-Fuchs; gletscherblau; aus einer Kombination von Platin- und Pearlplatin-Füchsen herausgezüchtet. (Stand 1970)[28]
  • Schneefuchs (Snowfox); dieser weiße Fuchs mit schwarzgescheckter Schnauze, schwarzen Ohren und dunkler Rückenlinie fiel als Mutation in einer russischen Farm an.[6]
  • Andere neue Mutationen beziehungsweise Züchtungen werden unter Namen wie Amber Gold, Dawn-Glo, Almond, Golden Island usw. angeboten (Stand 1988).[6] Weitere Farben sind inzwischen entstanden, obwohl nach dem massiven Abflauen der Langhaar-Pelzmode und einem Verschwinden der Fuchsfarmen 1970 die Befürchtung geäußert wurde, dass auch das Ende vieler Farbschläge gekommen sein könnte.[28] Offenbar vergessen ist die norwegische Neuzüchtung des Opalfuchses, bekannt geworden im Jahr 1940.[30]
  • Slatefuchs ist eine Bezeichnung für ein schiefergrau eingefärbtes Fuchsfell, zumeist auf Weißfuchs. Auch andere, entsprechend eingefärbte Felle wurden zumindest in der Vergangenheit slatefarbig genannt.[31]

Die Verwendung entspricht der des Silberfuchses.

Seefuchs, Tanuki, Marderhund oder Enok

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Finnraccoon (2009)

Der ursprünglich nur im östlichen Sibirien, nordöstlichen China und Japan beheimatete Marderhund ist durch Ausbürgerung in der Ukraine heute bis nach Finnland und auch nach Deutschland (1962 erster erlegter Marderhund in der Bundesrepublik) vorgedrungen. Im Pelzhandel ist er unter der Bezeichnung Seefuchs oder Tanuki bekannt. Auf den Rauchwarenauktionen wird das Fell, wohl wegen seines in Teilen waschbärähnlichen Aussehens, mit den irreführenden Namen Finnraccoon, Russisch Raccoon oder Chinesisch Raccoon[20] 29. Juni 2007 (raccoon = engl. Waschbär) angeboten. Mitunter wird der Seefuchs auch als Waschbärhund bezeichnet.

Das etwa fuchsgroße, lang- und dichtbehaarte Fell hat als einfaches Kennzeichen gegenüber dem Waschbären einen Stummelschwanz; die eigenartige weißlichgraue Binde über den Augenpartien macht es ansonsten dem Waschbären ähnlich. Der Grundton des Felles ist ein schmutzig erdfarbenes Gelbbraun oder Gelbgrau, oft mit einer mehr oder weniger breiten dunklen kreuzförmigen Rückenzeichnung. Das ziemlich grobe Grannenhaar erreicht im Nacken eine Länge von 6,5 bis 9 cm und ist damit noch länger als beim Fuchs. Verhältnismäßig oft fallen Farbabweichungen an, Albinos, gelbe und weißgraue Felle.

Haltbarkeitskoeffizient: 50-60 % [5][Anmerkung 1]

Im Handel befanden oder befinden sich die Provenienzen

  • Tanuki aus Japan (weiches Rückenhaar (seidig), flache Granne, Nacken und Rücken kreuzförmig gezeichnet, Schweif 15 bis 20 cm lang (!), beste Felle als „Hokkoku“ bezeichnet). Sie gelten als die edelsten, nach Auskunft des deutschen Rauchwarenhandels sind seit mindestens 1990 keine Felle mehr bei uns im Handel
  • Mandschurei (sehr groß und langhaarig aber nicht sehr fein, beste „Ho-Lung-ho“)
  • Felle aus Korea (sehr groß, sehr langhaarig und grobsträhnig)
  • Ost-Sibirien (sehr groß bis etwa 80 cm, gut rauch, teils seidig. Gelbbräunlich mit weißgrau und schwarzbraun)
  • Russland (ussurische). Felle aus russischem Gebiet werden im Großhandel als Seefuchs bezeichnet (fast keine Unterwolle, langgrannig, stachlig)

Derzeit werden hauptsächlich gehandelt:

  • Finnraccoon aus Skandinavien (Felle aus der Zucht; größer als die übrigen Provenienzen; dichte Unterwolle, großes Haarvolumen, grannig)
  • Chinese raccoon (klein bis mittelgroß, langgrannig, wenig Unterwolle (flattrig), gelbbraun)

Für 1900 wurde der Weltanfall an Seefuchsfellen mit 200.000 Fellen angegeben. Der Anfall an Wildware belief sich 1953–1961 im europäischen Teil der damaligen Sowjetunion auf zwischen 30- und 70.000 Felle.

Die Zucht begann im Jahr 1929 und stellte sich im Gegensatz zu anderen Pelztieren, insbesondere den marderartigen, als sehr einfach heraus. 1988 fielen aus Zuchtfarmen, überwiegend in Finnland, 70.000 Felle an.[6]

In Japan wurde das Fell früher zur Herstellung von Blasebälgen, für Mützen und zum Schmuck von Trommeln verwendet, das Fleisch wurde gegessen. Verarbeitung heute fast ausschließlich zu Kleinteilen und Besätzen.

Wildhund

Australische Dingos können zwar für die Gewinnung von Pelzen genutzt werden, diese haben aber meist nur einen geringen Wert, in einigen Staaten sind Dingos geschützt.

Haushund

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An den Weltmarkt kamen seit jeher fast ausschließlich asiatische Felle, meist aus China, der Mongolei und Korea. Schon Brass schreibt 1925, „Im großen Publikum wird mit einer gewissen Verächtlichkeit davon gesprochen, dass von den Kürschnern auch „Hundefelle“ zu Pelzwerk verarbeitet würden. Das ist nun sehr übertrieben. Hauptsächlich werden im großen und ganzen nur die chinesischen Hundefelle verwendet und diese hauptsächlich zu Decken“. Brass schreibt dort auch, „Von armen Chinesen werden Hunde gegessen, und man sieht mitunter auch die Tiere auf chinesischen Märkten ausgeschlachtet hängen, aber vorzugsweise in Südchina. Dass sie aber eine chinesische Delikatesse seien und besonders gemästet werden, wie verschiedene Reiseschriftsteller behaupten, gehört in das Gebiet der Märchen, an denen die Literatur so reich ist“.[32] Trotzdem ist es noch immer ein Thema, s. Hundefleisch.

Während auch das Hundefell meist gering geschätzt war, fertigten die alten Bewohnern der Halbinsel Kamtschatka, die Itelmenen, jedoch daraus Ihre Festkleider, es galt ihnen wertvoller als Zobel. Als besondere Demütigung galt die Nachfrage: „Wo warst denn du, als ich und meine Vorfahren bereits Hundepelze trugen? Was hattest du denn damals an?“. Die übrigen sibirischen Völker verwendeten Hundefelle jedoch nur als Besätze oder Verbrämungen.[33]

Brockhaus schrieb 1841, dass ungeachtet der großen Verbreitung der Haushunde die Felle kaum brauchbar seien, „Am meisten kommen noch Pudel- und Spitzfelle vor, erstere namentlich aus Dänemark. Am theuersten sind die vom sibirischen Spitz (var. sibiricus Gm.), vorzüglich die schwarzen; die Haare sind sehr lang.[8] Eine spätere Erwähnung der Verarbeitung von Fellen europäischer Haushunderassen scheint nicht bekannt.

Als in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts Langhaarpelze verstärkt in Mode waren, kamen Pelze aus asiatischen Hundefellen unter anderem unter der Bezeichnung Gaewolf oder Sobaki auch in der Bundesrepublik einige Jahre lang in den Handel.

Der Luftsack des böhmischen Dudelsacks wird traditionell auch aus Hundefell hergestellt. Die Stigmatisierung von Hundefell hat in den letzten Jahrzehnten vermehrt zu einer Hinwendung zu Ziegenfell geführt, dennoch werden weiterhin Instrumente mit Luftbehältern aus Hundefell gearbeitet. Es ist allerdings anzumerken, dass dafür keine Zuchttiere geschlachtet werden, sondern die Felle ausnahmslos von verstorbenen Tieren mit dem Einverständnis der Besitzer verwendet werden.

Im Jahr 2002 haben die deutschen Pelzfachverbände für ihre Mitglieder mit Rücksicht auf die anhaltende Diskussion in den westlichen Ländern eine freiwillige Verzichtserklärung auf den Handel mit Hundefellen und von Hauskatzenfellen unterzeichnet (zusammen mit dem Welt-Pelzdachverband IFTF – International Fur Trade Federation). Seit dem 31. Dezember 2008 dürfen Hundefelle sowie Produkte, die solche Felle enthalten, in der Europäischen Union weder in Verkehr gebracht noch in die Gemeinschaft ein- beziehungsweise aus ihr ausgeführt werden. Eine Ausnahme sind Einfuhren ohne kommerziellen Charakter. [34] In Deutschland regelt dies das Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz.

Kojote (Coyote)

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Coyotenfell

Der in großen Teilen Nordamerikas von Alaska bis Costa Rica lebende Heulwolf ist die hauptsächlich für Pelze verwendete Wolfsart, sie wurde bis in die 70er Jahre im Einzelhandel meist einfach als Wolf angeboten. Das mexikanische Wort Coyote bedeutet so viel wie Mischling.

Das Fell ist etwa 95 bis 125 cm lang einschließlich des Schweifs, damit ist er kleiner als der eigentliche Wolf. Das struppige, gelblich-graue Fell mit einem Ansatz von schwarzen Haaren auf dem Rücken ist dick und recht langhaarig.

Haltbarkeitskoeffizient: 60 bis 70 % [5][Anmerkung 1]

Um 1988 fielen jährlich etwa 600.000 Felle an, davon etwa 60.000 aus Kanada.[6]

Der Kojote wird zu Decken, gute Qualitäten werden auch zu Jacken und zu (Herren-)Mänteln verarbeitet.

Schakal

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Zu den Schakalen gehören drei Wildhundarten, der Goldschakal, der Schabrackenschakal und der Streifenschakal.

  • Der Goldschakal lebt von Südosteuropa, Vorder- und Mittel- und Südasien bis zum Norden Hinterindiens, außerdem im Norden und Osten Afrikas.

Die Färbung ist rost- bis goldfarben, überlagert von schwärzlichen Grannenspitzen, über den Augen befinden sich schwärzliche Streifen. Die Pfoten sind ockerfarben mit heller Innenseite. Das Fell ist etwa 70 bis 85 cm lang, der buschige Schweif 22 bis 28 cm.

  • Der Schabrackenschakal lebt in den etwas offeneren Gebieten von Nubien, dem Sudan, Somaliland bis Kapland.

Er ist durch seine auffallende Färbung mit den anderen Schakalarten nicht zu verwechseln. Der wie eine Schabracke wirkende Rücken hebt sich scharf gegen die helle, rostrote Wamme ab. Das Fell ist 70 bis 85 cm lang, der Schweif ist grau mit einer grauen bis gelbroten Schwanzwurzel und 30 bis 35 cm lang.

  • Der Streifenschakal kommt von Abessinien bis zum nördlichen Südafrika vor, vornehmlich in den Waldgebieten.

Er hat längere Beine als die erstgenannten und einen dichter behaarten, dunkleren Schweif, der meist eine weiße Spitze hat. Die Färbung des Fells ist bräunlichgrau mit rötlich fahlem Rücken, seitlich hat es je einen mehr oder weniger scharf abgesetzten hellen Streifen, der unten schwarz gesäumt ist. Das Fell ist etwa 80 bis 90 cm lang, der Schweif 30 bis 35 cm.

  • Die Haare aller drei Arten sind grob und hart und etwas schütter, auch die Unterwolle ist nicht sehr weich.

Der Fellanfall ist gering, meist kommt nur der Goldschakal in den Handel. Die besseren, aus Gebirgsgegenden stammenden Felle werden zu Besätzen und Mützen verarbeitet (teils auch gefärbt), gelegentlich auch zu Konfektion, ansonsten zu Decken.

Wolf

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Timberwolf-Herrenjacke (ca. 2003)

Wölfe wurden als „Schädlinge“ verfolgt. Ihr Vorkommen ist heute nur noch in den asiatischen Teilen der Sowjetunion, in der Mongolei, in Alaska, Kanada und Mexiko, noch vereinzelt in den Gebirgen Südwesteuropas, in Skandinavien, Finnland und Osteuropa.

Infolge des weiten Verbreitungsgebiets zeigen die Felle in der Färbung und Haarbeschaffenheit große Unterschiede. Meist sind sie mehr oder weniger gelbbraun, doch gibt es auch dunklere bis fast schwarze wie auch ganz helle Exemplare. Der Rücken zeigt oft eine durch die schwarzen Grannenspitzen hervorgerufene sattelartige Zeichnung. Bis auf einige amerikanische Rassen sind die Haare grob und steif, teils unterschiedlich lang. Das Fell ist 1,00 bis 1,40 Meter lang, der Schweif 30 bis 48 Zentimeter.

Haltbarkeitskoeffizient für Wolf und Timberwolf: 60-70 % [5][Anmerkung 1]
Polarforscher Roald Amundsen (1872–1928)

In der Rauchwarenbranche sind unter anderem folgende Begriffe üblich:

  • Grauwolf: Der Rücken, der Schweif und die Flanken sind grau (eine Mischung aus schwarzen, weißen und braunen Grannenhaaren). die Wamme und die Kehle sind heller, gelegentlich fast weiß. Die Pfoten, die Schnauze und die Ohren sind hellbraun bis zimtfarbig.
  • Timber- oder Waldwolf, auch Grauwolf: Die nördlichen Provenienzen haben ein dichtes, weiches langes Haar, häufig gibt es schwarze Exemplare.
  • Weißer- oder Polarwolf: Felle aus den nördlichen Gebieten Nordamerikas sind langhaarig und sehr weich, hell bis fast weiß mit vereinzelten grauen und schwarzen Haaren. Die aus den südlichen Gegenden stammenden Felle sind gräulich oder gelblich, teils blau mit deutlicher schwarzer Zeichnung, die Wamme ist weiß.

Der russische Standard unterscheidet zwischen:

  • Polarwölfen (Tundra- und Waldtundra-Zonen, Kamtschatka): Sehr dichtes, üppiges und weiches Haar, am Widerrist 11 bis 13  Zentimeter lang. Die dunklen Grannenhaare am Widerrist bilden einen Aalstrich. Die dicht behaarte Wamme und die Pfoten sind weißlich, fast weiß; die restliche Grundfarbe ist hell- oder dunkelgrau, leicht bläulich
  • und zwischen Waldwölfen und Steppenwölfen

von denen jeweils folgende Provenienzen unterschieden werden: Sibirier, Kasachstaner, Mittelasiatische, Zentrale, Kaukasische.

Als wertvollste Felle gelten die des Polarwolfs, die besten der übrigen die des sibirischen Wolfs. Schon nach Meinung der Polarforscher Nansen und Svertup geben die Felle von kanadischen und sibirischen Wölfen den besten Kälteschutz ab.[28] Niedriger bewertet werden die zentralen und kasachischen Wölfe, noch niedriger die mittelasiatischen und am geringsten die kaukasischen (detaillierte Beschreibung der Provenienzen in „Jury Fränkel's Rauchwarenhandbuch“).[6].

1987 waren über den Weltanfall keine genauen Zahlen bekannt. Aus Nordamerika kamen zu der Zeit etwa 7.000 Felle in den Handel, etwa die Hälfte aus Kanada. Das russische Auktionsangebot betrug 1987 3.700 Felle.[6]

Einige amerikanische und asiatische Wolfspopulationen wurden in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen, alle übrigen in Anhang II. Die europäischen Populationen sind streng geschützt nach BNatSchG seit 31. August 1980, Höchstschutz seit 1. Juni 1997.[7]

Als die Wölfe in Mitteleuropa noch sehr häufig waren, wurden die Felle als Unterlagen in Betten und als Innenfutter benutzt. „Die Wolfshaut wird insgeheim zu den Beltz- und Futterzweck unter die Kleider gebrauchet / und kommen nicht so leichtlich Maden / Flöh oder Läuse darein“ (Fürstlich-Adlige neuersonnene Jagdlust, 1711)[28]. Heute nur gelegentlich für (Herren-)Jacken und Mäntel, für Besätze und Decken.

Skunk (Stinktier)

nordamerikanische Skunksfelle
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Man unterscheidet die Streifenskunks oder Kanadaskunks, die Fleckenskunks und den Zorrino oder Südamerikanischen Skunk, der zu den Ferkelskunks gehört. Die Skunks bewohnen den amerikanischen Kontinent vom Norden bis zum äußersten Süden in verschiedenen Arten. Mit seinem plumperen, stämmigen Körper sieht der Skunk nicht wie ein typischer Marder aus. Der Kopf ist klein und spitz, das langhaarige Fell ist kontrastreich, meist schwarz mit weißen Streifen. Er wird 40 bis 50 cm groß, der lange, breite und buschige Schweif erreicht eine Länge von 30 cm.

Haltbarkeitskoeffizient: 50-60 %, Herkommen Montevideo 40-50 %[5][Anmerkung 1]

Besonderes Kennzeichen der Streifenskunks ist die Rückenzeichnung oder „Gabelung“, die in der Form und Ausdehnung stark variiert. Man unterscheidet im Handel schwarze Skunks, die meist jedoch einen kleinen weißen Fleck auf der Stirn oder im Genick tragen, kurzstreifige und weiße Skunks. Weiter unterscheidet man zwischen den östlichen Skunks mit verästelten zackigen Streifen (Zackenskunk) und den westlichen Skunks mit gerade verlaufenden, ungezackten Streifen. Im Großen und Ganzen kann ein Rauchwarenfachmann aus der Art der Gabelung das Herkommen der Felle bestimmen. In der Hochzeit der Skunksmode wurden bei der Fellverarbeitung die weißen Gabeln in der Regel herausgeschnitten und separat für Decken, Innenfuttern und Kragen verwendet.

Plaid aus südamerikanischen Skunksfellen, Rand aus neuseeländischem Opossum

Das Fell ist seit 1860 unter dem Namen Skunks in Deutschland im Handel.[15] Ein altes Fachbuch vermerkt, „Dieses Fellwerk ist beziehentlich seiner Verarbeitung dem Kürschner durch sein unegales Haar gerade so unbequem, wie das Thier zu Lebzeiten durch seinen Gestank. Kein Fell hat in der Rauche und Länge so unegales Haar wie der Skunk; am Kopf so kurz fast wie Hermelin, ist es in der Mitte des Rückens so lang wie der Fuchs, gegen die Hinterklauen fällt es wieder ab. Daraus soll nun etwas Egales fabriciert werden, und die Schwierigkeit wird erhöht dadurch, daß Kopf und Pumpf schmäler sind als die elastische Mitte des Felles“.[35]

Die Nutzung der Felle wurde erst möglich als es gelang, den typischen Geruch zu beseitigen. Seit etwa 1870 stieg die Nachfrage an. H. Werner schreibt im Jahr 1914, „1859 hört man in Leipzig zum ersten Male von Skunk, dem rauhen, ungemein dekorativen Pelz, der sich besonders in den letzten Jahren großer Beliebtheit erfreut“.[10] Bis in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg waren Skunks ein bevorzugtes Material für Besätze, Kragen und Muffe, vorwiegend auch für Kutscherkragen. An Handelswert stand der Skunk in den USA seinerzeit an zweiter Stelle hinter Bisam. Nach der IPA-Statistik von 1930 betrug die Anlieferung an die Weltmärkte damals etwa 5 Millionen Felle. Mit der Abkehr der Mode von den Langhaarfellen gingen auch die Anlieferungen zurück, nach dem Zweiten Weltkrieg ging es mit diesem Fellmaterial steil bergab. (1966/67 nur knapp 34.000, 1970 etwa 22.000).[6][36]

1984 wird ein Pelzfachmann zitiert: Skunk ist somit überhaupt kein Thema mehr am Brühl (gemeint ist das Pelzzentrum rund um die Frankfurter Niddastraße, übertragen vom Leipziger Brühl), der Artikel hat sich totgelaufen. Das Fell wird als zu poppig und zu schwer eingestuft. Nimmt man die Gabel heraus, „so sieht es aus wie ein Bärenfell.“[36]

Muff aus Lyraskunks, Mantel wahrscheinlich Sealskin (ca. 1915)

Als Lyraskunk bezeichnet man eine Farbvariante des Fleckenskunk. Die Körpergröße liegt zwischen 28 und 35 cm, der Schweif misst 17 bis 21 cm. Die Behaarung ist seidig und dicht, kürzer und weicher als bei den Streifenskunks. Die lyraförmige, weiße bis gelblich-weiße Streifen- oder Fleckenzeichnung hebt sich deutlich von der glänzend schwarzen Grundfärbung ab. Felle des Fleckenskunk fielen lt. Jury Fränkel's Rauchwarenhandbuch um 1988 zwischen 15.000 und 20.000 an.[6]

Haltbarkeitskoeffizient: 20 bis 30 % [5][Anmerkung 1]

Der Zorrino ist ein Vertreter der Ferkelskunks aus Mittel- und Südamerika. Sein Fell wird nur selten verarbeitet, die an sich schon kleinen Felle haben oft einen störenden Wirbel im Genick. Der jährliche Anfall ist nicht bekannt.

Der Patagonische Skunk steht als geschützte Art des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens im Anhang 2 des Abkommens; zum Handel sind Aus- und Einfuhrgenehmigungen sowie der Nachweis über die Unschädlichkeit für den Bestand notwendig.

Skunksfelle haben eine gute Haltbarkeit, ähnlich dem Fell der Waschbären. Sie spielen, trotz der insbesondere im Besatzbereich wiedererstarkten Langhaarmode, weiterhin keine Rolle in der Pelzmode (2011). Nur gelegentlich beschäftigen sich Designer mit dem etwas auffälligen Material.

Marderartige

Charsa (marder)

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Der im östlichen Asien verbreitete Charsa oder Buntmarder hat ein besonders hübsches Fell. Der vordere Teil des Rückens ist hell goldgelb gefärbt, zum Schwanz hin wird die Färbung allmählich dunkler. Kopf, Beine, Genick und Schwanz sind schwarzbraun, die Halsunterseite ist weißlich mit goldgelbem Kehlfleck. Die Fellseiten sind gelblichbraun, Das Unterhaar ist wollig, die Behaarung mittellang, fein und glänzend, weich und dicht; südliche Qualitäten sind etwas flach. Die Felllänge beträgt 60 bis 70 cm, hinzu kommt der Schweif mit 45 cm.

In der Sowjetunion steht der Charsamarder unter Schutz, allerdings wurden 1987 einmal 200 Felle angeboten. Das Fell kommt in sehr geringer Stückzahl hauptsächlich aus China unter dem Begriff Huang yao in den Handel, genaue Zahlen waren 1988 nicht bekannt.

Dachs

Dachsfelle
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Das Fell des Silberdachses, auch Amerikanischer Dachs und Präriedachs, ist seidenweich und dicht (im Gegensatz zum groben Fell des europäischen Dachses, das für Pelzzwecke nicht nutzbar ist). Auf dem Rücken erreicht es eine Haarlänge von 10 cm. Die Färbung ist weiß bis gelblichweiß mit feinen, grauschwarz geringelten Grannen. Kopf und Gesicht sind graubraun mit lebhafter weißer Zeichnung und einem weißen Streifen längs jeder Backe sowie über den Scheitel bis fast zur Schwanzwurzel. Der Bauch ist weiß bis gelblichweiß. Das Fell ist 42 bis 72 cm lang, der Schweif 10 bis 15,5 cm.

Haltbarkeitskoeffizient für die Provenienzen Europa, China, Korea und Japan sowie für den Honigdachs: 60-70 % [5][Anmerkung 1]

Das Verbreitungsgebiet reicht vom nördlichen Alberta in Kanada bis nach Mexiko. Die besten Felle mit seidigem Haar kommen aus Kanada und dem Nordwesten der USA.

Felle vom Honigdachs, auch Ratel genannt – aus Afrika und Vorderasien – werden kaum angeboten.

Der Amerikanische Dachs kann zu Mänteln und Jacken verarbeitet werden, derzeit wird er hauptsächlich für Besätze verwendet.

Sonnendachs siehe unten

Fichtenmarder (amerikanischer „Zobel“)

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Jacke aus „Kanadischem Goldzobel“ (2008)

Das Fell des Fichtenmarders wird meist als „Amerikanischer Zobel“ gehandelt. Der Amerikanische Zobel gehört zwar auch zur Gruppe der Echten Marder, wie der Zobel, und sieht ihm auch ähnlich. Doch gleicht er in Gestalt, Färbung und Lebensweise mehr dem europäischen Baummarder. Das Fell ist 40 bis 60 cm lang, der dicht behaarte Schweif bis 15 bis 20 cm. Nachdem der Bestand um 1910 stark dezimiert war (Jahresanfall 8.000 Felle), kamen dank umfangreicher Schutzmaßnahmen und strenger Regelung 1985/86 allein aus Kanada 180 000 Felle auf den Markt.[6]

Das dichte, seidigweiche, mittellange Haar übertrifft noch das des Baummarders, so dass das Fell höher als der Baummarder aber niedriger als der Russische Zobel bewertet wird. Die Braunfärbung des Haares zeigt je nach Herkommen hellere, dunklere, gelblichbraune bis tiefdunkelbraune Schattierungen, mitunter erscheint es fast schwarz. Der Kehlfleck ist oft tieforangefarben, mitunter sind es auch nur angedeutete kleine weißgraue Flecken. Die besten Felle kommen aus dem Gebiet der Hudson Bay, Fort George und East Maine.

Haltbarkeitskoeffizient: 40-50 % [5][Anmerkung 1]

Die Verwendung ist die gleiche wie die des Russischen Zobels.

Fischermarder, „Virginischer Iltis“ oder Pekan

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„Virginischer Iltis“, gefärbt (2009)

Das Fell ist als „Virginischer Iltis“ im Handel, obgleich es weder ein Iltis ist noch in Virginia vorkommt. Der Name Fisher stammt von den Indianern, die dem Tier nachsagten, es würde die Fischfallen berauben ohne selbst hineinzugeraten. Das Fell ist 50 bis 70 cm lang, der Schweif 30 bis 40 cm. Er ist ein typischer Waldbewohner, seine Nahrung sind kleine bis mittelgroße Säugetiere, vor allem Baumstachler, die er auf den Rücken dreht um ihnen den Bauch aufzureißen. Aber auch Fische, Vögel, Eier, Beeren und Obst zählen zu seiner Nahrung.

Die Bestände werden, nachdem er in vielen Gebieten ausgestorben war, inzwischen genau überwacht. 1985/86 kamen laut Jury Fränkel's Rauchwarenhandbuch allein aus Kanada wieder 15.000 Felle auf den Markt. Zuchtversuche hatten kaum Erfolg, da sie selten mehr als zwei oder drei Junge bekommen.

Das Haar des „Virginischen Iltisses“ ist sehr lang, weich und dicht. Das Fell ist dunkelbraun bis schwarz, teils sehr hell (gelblich-weiß) und kastanienbraun. Kopf, Nacken, Ohren und Schultern sind heller, mitunter in grau übergehend. Die Unterwolle ist gelblich bis bläulichgrau. Das Leder ist verhältnismäßig dick. Die besten Sorten „blaugraue“ sind tiefschwarzbraun bläulich schimmernd, etwa wie die besten Waschbären.

Haltbarkeitskoeffizient: 90 bis 100 % [5][Anmerkung 1]

Der Fischermarder, Pekan oder Virginische Iltis wird hauptsächlich zu Besätzen, auch zu Jacken und Mänteln verarbeitet.

Hermelin, Wiesel (Mauswiesel), Langschwanzwiesel =

Hauptartikel: Hermelinfell und Wieselfell

Iltisse

Europäischer Iltis

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Europäische Iltisfelle

Der Iltis, als Stinkmarder, „Stänker“, „Ratz“ bezeichnet, war in seinem Fell oft mit einem unangenehmen Geruch behaftet, er wurde in früheren Zeiten nur vom „allergemeinsten“ Volk verwendet. „Sie stinken gleich dem Iltis übel und stark“ heißt es in einem alten Jagdbuch. Der heutigen Zurichtung ist es gelungen, diesen Geruch völlig verschwinden zu lassen.

Das Fell ist etwa 34 bis 44 cm lang, der Schweif etwa 14 bis 18 cm. Das dunkle Oberhaar deckt die helle Unterwolle nicht völlig ab, dadurch erscheint das Fell wie von einem dichten, dunklen Schleier überzogen. Der Kopf ist rötlich grau oder rötlich braun, Hals, Brust, Beine und Schweif sind dunkel, meist bräunlich-schwarz. Damit gehört der Iltis zu den „verkehrt“ gefärbten Pelztieren, d. h. zu den Tieren, bei denen die Oberseite heller ist als die Unterseite. Die Farben variieren sehr, von weiß und weißlichgrau bis gelb, orange bis rotgelb. Nicht selten sind Flavismen, so genannte „Rührei“- oder „Honigiltisse“, die völlig einfarbig semmel- oder honiggelb sind, vor allem in Südeuropa. Auch dunkelrote bis braune Farbschläge kommen vor, so genannte „Froschiltisse.“

Haltbarkeitskoeffizient (auch weißer Iltis): 30 bis 40 % [5][Anmerkung 1]

Seit einigen Jahrzehnten wird der Iltis auch für Pelzzwecke gezüchtet. 1988 gab Jury Fränkel's Rauchwaren-Handbuch den geschätzten jährlichen Anfall mit 500.000 Fellen an.[6]

Der Europäische Iltis wird naturell oder gefärbt zu Jacken, Mänteln und Besätzen verarbeitet.

Der weiße oder Steppeniltis

Mantel aus Zuchtiltissen

Der Steppeniltis- oder Eversmann-Iltis ist als Russischer oder Weißer Iltis im Handel. Er bewohnt große Teile Asiens. Die Körpergröße ist etwa 35 bis 40 cm, der Schweif ist 14 bis 18 cm lang. Die fast weiße Unterwolle dominiert die Färbung. Das Sommerfell ist gelblich bis rötlich, das Winterfell grauweiß oder gelblichweiß, mitunter fast reinweiß. Die Grannenhaare stehen noch weniger dicht als beim Europäischen Iltis, so dass die Unterwolle noch deutlicher vorscheint. Kehle, Brust und Beine sind dunkel, oft tiefschwarz. Ein Merkmal ist die Färbung des Schweifes, die hintere Hälfte sehr dunkel, braunschwarz; die vordere Hälfte ist so hell wie die Unterwolle. Aus bestimmten Gebieten wie Petropawlowsk und Semipalatinsk kommen gelegentlich fast weiße Iltisse. Der Iltis unterliegt in Russland strengen Schutz- und Schongesetzen. Die besten, seidigsten, fast weißen Felle kommen aus Sibirien. 1987 bot die russische Rauchwaren-Handelsgesellschaft Sojuzpushnina 6700 Felle an.[6]

Aus den Fellen werden Jacken, Mäntel und zumeist Besätze gearbeitet.

Der Perwitzky (Fellbezeichnung) oder Tigeriltis

Als Perwitzky im Rauchwarenhandel, wäre der Tigeriltis wegen seiner Fleckung treffender als „Fleckeniltis“ oder „Pantheriltis“ bezeichnet. Das Fell hat keine Tigerstreifen sondern ist leopardenähnlich gefleckt. Die Rückenfärbung ist hell bis dunkelbraun mit zahlreichen gelblichen Flecken. Über den Augen hat es einen weißen Querstreifen, die Schnauze und die Kinnpartie sind reinweiß. Vom Nacken aus laufen drei weißliche Streifen, die bei den westlichen Provenienzen nach dem Rücken zu gelblich werden, bei den östlichen jedoch zu einem weißen Querstreifen verschmelzen. Der Schweif ist deutlich buschiger als beim Iltis und die Zeichnung ist bunter.

Haltbarkeitskoeffizient: 30 bis 40 % [5][Anmerkung 1]

Die Verbreitung des Tigeriltisses erstreckt sich über Südosteuropa und Polen und die Länder an den Küsten des Kaspischen und Schwarzen Meeres bis zur Mongolei und nach Nordchina, d. h. über Kleinasien, Kasachstan, Iran, Afghanistan, Turkmenien und Tadschikistan.

Das Fell ist 30 bis 38 cm lang, der Schweif 15 bis 21 cm.

In der Vergangenheit hatte das Fell für östliche Völker einen gewissen Wert, da es oftmals als Gastgeschenk oder Auszeichnung für verdiente Untertanen von Herrschern verliehen wurde. Heute ist das Fell, wohl auf Grund seiner dichten, kurzen Behaarung und seiner im Gegensatz zum Iltis graubraunen, weniger entwickelten Unterwolle, offenbar nicht fein genug. Um 1988 wurde die jährliche Anlieferung auf nicht mehr als 5.000 Felle geschätzt.[6]

International wurden nie viele Felle gehandelt. In den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts spielten die Felle für kurze Zeit als Garnituren für Damenkleidung und für leichte, attraktive Innenfutter eine gewisse Rolle.[28]

Kolinsky oder Kolonok, Feuerwiesel und Altaiwiesel

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Als →Kolinskyfell werden Fellprodukte des Kolinsky (Kolinski) oder Kolonok und des Solongoi oder Altaiwiesels bezeichnet. Seit dem 15. April 1967 sind nach den RAL-Bestimmungen im Handel, neben Kolinsky, nur noch die Namen Chinesisches Wiesel und Japanisches Wiesel zulässig.[6]

Aufgrund seiner Seltenheit spielte das Kolinskyfell pelzwirtschaftlich jedoch keine wesentliche Rolle.[37] Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES führt diese Art in Appendix III der Übereinkunft. Sie wird damit als eine in Indien mit besonderen Handelsbestimmungen versehene Art bezeichnet. Die Europäische Union beurteilt sie in der EU-Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/97 bzw. in der Änderung durch EG-Verordnung 407/2009 Anhang D als Art, deren Einfuhrmenge in die Europäische Union eine Handelsüberwachung rechtfertigt.

Eigentliche Marder

Baum- oder Edelmarder

Links Baummarder-, rechts Steinmarderfell
(der Kehlfleck des Baummarders ist rötlicher als es das farbveränderte Foto zeigt)

Der Baum- oder Edelmarder unterscheidet sich unter anderem durch sein auffallend feines und seidiges, dem Zobel vergleichbares Haar vom Steinmarder. Die Grundfarbe ist ein schönes glänzendes Braun mit Übergängen von gelblichbraun, fast beigefarben bis tiefdunkelnussbraun oder kastanienbraun. Die Wamme ist oft heller, der Kehlfleck gelblichbraun, mitunter auch dottergelb. Das Fell ist 48 bis 53 cm lang, der Schweif 23 bis 28 cm. Im Gegensatz zum Steinmarder sind die Fußsohlen stark behaart.

Haltbarkeitskoeffizient: 40 bis 50 % [5][Anmerkung 1]

Außer in Europa ist er vom Weißen Meer bis zum Kaukasus und östlich bis zum Ob und Irtysch verbreitet, ferner in Kleinasien und im Iran. Der größte Baummarder ist der kaukasische. Die besten Felle kommen aus Skandinavien, mit sehr langem und dichten Haar. Nordrussische, kaukasische und Ural-Felle sind mitunter etwas gröber im Haar, haben aber einen hohen Glanz und gute Farben. Sehr gute Felle kommen auch aus dem Alpengebiet. Nach „Jury Fränkel's Rauchwaren-Handbuch“ kamen um 1988 insgesamt jährlich höchstens 50.000 Felle in den Handel.[6] Die Felle werden zu Jacken, Mänteln und Besätzen verarbeitet.

Steinmarder

Der Steinmarder hat etwa die gleiche Größe wie der Baummarder.

Die Farbe ist rötlich graubraun bis bläulich grau oder -braun, ähnlich wie Milchschokolade. Sie ist nicht so rein wie beim Baummarder, der Bauch ist gegenüber dem Rücken vielfach heller. Der Kehlfleck ist weiß, oft gegabelt oder gezackt. Die Pfoten und der Schweif sind dunkelbraun, die Fußsohlen nackt. Wie beim Iltis deckt das Oberhaar die sehr kurze, aber dichte weiße Unterwolle nicht ab. Die Grannenhaare sind etwas gröber und starrer als beim Baummarder.

Haltbarkeitskoeffizient: 50 bis 60 % [5][Anmerkung 1]

Die besten Felle kommen aus Bulgarien, Russland (hier besonders aus dem Kaukasus, „Kubaner“) und aus Armenien (Erzerum- und Ararat-Gebiet). Russische Steinmarder sind besonders groß, oft sehr dunkel, häufig jedoch gröber im Haar. Auch aus den Wäldern Deutschlands, Österreichs, Ungarn, des Balkans, Italiens, Frankreichs, Spaniens und Belgiens kommen teilweise dunkle Felle. Nach „Jury Fränkel's Rauchwaren-Handbuch“ kamen um 1988 gleich dem Baummarder insgesamt jährlich höchstens 50.000 Felle in den Handel.[6]

Die Verwendung erfolgt wie beim Baummarder für Mäntel, Jacken und Besätze.

Nerz, Mink

Hauptartikel: Nerzfell

Als Nerzfell wird im Rauchwarenhandel heute das Fell des Nachkommens des Amerikanischen Minks gehandelt, die Nachkommen des europäischen Nerzes sind durch die Bundesartenschutzverordnung streng geschützt. Aus der Natur entnommene Tiere dürfen für den Handel nicht mehr eingeführt werden. In Deutschland gehandelte Wildnerzfelle kommen in der Regel weiterhin aus Nordamerika, obwohl der Mink, auch in Europa, insbesondere in Osteuropa, eingebürgert wurde.

Otter

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Otterfellmütze der Tonkawa-Indianer, Oklahoma (ca. 1880)

Bei den Ottern findet man mit circa einem Meter und 22 bis 45 kg die größten Vertreter der Marder (Riesenotter und Seeotter). Wie bei allen Mardern sind die Männchen etwa ein Viertel größer als die Weibchen. Ihr Fell ist entweder gleichmäßig braun-grau, manchmal leicht gesprenkelt und häufig etwas heller am „Kragen“ und/oder am Bauch. Sie besitzen mit mehr als 1.000 Haaren pro mm² eines der dichtesten Felle im Tierreich. Durch den Aufbau des Fells – lange Fellhaare schützen das dichte, weiche Unterfell – können sie auch bei längerem Aufenthalt im Wasser eine isolierende Luftschicht um den Körper halten. Wegen dieses dichten, stabilen Haarkleids wird dem Fell seit altersher die größte Haltbarkeit aller Pelzarten nachgesagt.

Otter wurden hauptsächlich für Mäntel und Jacken und für Besätze auf feinen Herren-„Gehpelzen“ verwendet. D'Annunzio beschreibt in der seriösen römischen Zeitschrift La Tribuna bereits im Jahr 1884 geradezu überschwänglich die ersten langen, mit Biber besetzten Ottermäntel, offenbar einige der frühesten modernen, mit dem Haar nach außen getragenen Pelzmäntel überhaupt.[38] Abgesehen davon, dass alle Arten bis auf Lutra canadiensis inzwischen durch Handelsverbote des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens geschützt sind, finden die ehemals so begehrten Felle durch die Begünstigung der jetzigen Mode von leichten Materialien zumindest in den wärmeren Ländern kaum Beachtung. Laut der Statistik der IPA (= Internationale Pelz- und Jagdausstellung in Leipzig) fielen 1930 noch weltweit 160.000 Felle an, heute dürfte der Anfall weit unter 100.000 liegen. (Stand 1988)[6]

Fischotter

Kanadische Fischotterfelle

Als Fischotter werden verschiedene Arten auf der ganzen Welt bezeichnet, die oft beträchtliche Unterschiede in Bezug auf Größe, Farbe und Haarstruktur aufweisen. In den meisten Gebieten sind sie selten geworden: Nicht nur, dass die Fischer ihnen nachstellten – auch die Felle waren überall begehrt. Bis zum Ersten Weltkrieg war Otterfell das am höchsten bewertete Fell. Entscheidend war jedoch die zunehmende Verdrängung durch die Kultivierung. Hinzu kam die mit der Verschmutzung der Flüsse und Seen einhergehende Abnahme des Fischbestands.

Haltbarkeitskoeffizient, insbesondere für den Virginischen Otter: 90 bis 100 % [5][Anmerkung 1]

Die Körperlänge ist bis über 110 cm, der behaarte Schwanz 30 bis 55 cm.

Die besten Eurasischen Fischotter kamen aus Norwegen und Schweden, Felle mit dichter, dunkelgrauer Unterwolle und feinen weichen, dunkelbraunen Oberhaaren.

Alle Fischotter stehen in Anhang II des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens, einige Arten, wie beispielsweise der Eurasische Fischotter, der Südamerikanische Fischotter unter anderem sogar in Anhang I. Für letztere gilt ein absolutes Handelsverbot.

Der Nordamerikanische Fischotter, auch Kanadischer Otter, Virginischer Otter lebt von Alaska und Labrador bis zu den Südstaaten der USA. Die besten Sorten kommen aus dem Nordosten Kanadas (besonders seidig und dicht). Einzelne dunkle Sorten sind bemerkenswert durch hell- und weißgrundige Unterwolle. Westliche Provenienzen sind qualitativ und farblich schwächer sowie gröber und schütterer in der Unterwolle. Nur Alaskaotter sind feiner (mittelseidig). Im Süden ist die Qualität meist noch geringer.

Arianha-Otter, ca. 30 Jahre altes Fell

Südamerikanische Otter sind, bis auf den Riesenotter, wesentlich kleiner als nordamerikanische; Länge, Stärke und Dichte des Haares sind den nordamerikanischen Provenienzen nicht gleichwertig. Die Behaarung ist wesentlich flacher, meist glatt anliegend und gröber. Auch fehlt die feine Unterwolle. Diese ist wesentlich kürzer und flacher. Daneben sind der Küstenotter („Meerotter“), der Südamerikanische Fischotter, der Südliche Flussotter und der Riesenotter bekannt. Als beste, besonders rauche Sorten gelten die aus Feuerland, dem südlichen Chile, Patagonien, Uruguay und Süd-Brasilien. Das besonders flache, kurzggrannige und seidige Fell des Riesenotters wurde als Lontra oder Arianha gehandelt.

Alle Otter Südamerikas stehen unter dem vollen Schutz des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens.

In Afrika lebt der Fleckenhalsotter, von dem vor Jahrzehnten nur der im Kongo lebende Kongo-Otter und der Rhodesia-Otter in Europa gehandelt wurden. Der Kapotter lebt im ganzen Afrika südlich der Sahara. Als dritte Art ist der Kleinkrallenotter bekannt, von dem einige Populationen in Anhang I des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens stehen (absolutes Handelsverbot).

In Asien leben, neben dem Eurasischen Fischotter, der Indische Fischotter und der Haarnasenotter.

Seeotter

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Seeotterfelle; Unalaska (1892)

Der Seeotter, Meerotter, Kalan, Kamtschatkabiber oder Seebiber erreicht eine Körperlänge von 1,20 bis 1,50 Meter, selten jedoch über 1,30 Meter. Die Behaarung ist von gleichmäßiger Länge, beim Hineinblasen legt sich das Haar nach allen Seiten gleichmäßig auseinander, ohne dass der Haargrund sichtbar wird. Das Haar ist mittellang, feinseidig, sehr weich und sehr dicht. Das Oberhaar überragt das Unterhaar nur um wenige Millimeter. Die Färbung ist hellbraun bis tief-bläulichschwarz, samtartig, glänzend. Das Grannenhaar ist oft weißlich, wodurch das Fell mit silbrigem Schleier reifartig überzogen scheint. Das Seeotterfell gehörte einmal zu den kostbarsten Fellarten, es galt als fast unbegrenzt haltbar (leider zerfallen die alten Felle jedoch inzwischen im Leder und werden deshalb zu ihrer Erhaltung auf einen Textiluntergrund aufgebracht). Den chinesischen Mandarinpelzen aus Seeotter wurde eine Haltbarkeit von einhundert Jahren nachgesagt.[39]

Haltbarkeitskoeffizient: 90 bis 100 Prozent [5][Anmerkung 1]

Der Seeotter ist nach dem Arianha- oder Riesenotter die zweitgrößte Otterart, liefert jedoch die größten Felle. Das ausgespannte Fell des Seeotters ist äußerst beeindruckend, da es etwa doppelt so groß ist als das ohnehin schon große Tier, infolge der sonderbar lockeren faltigen Umhüllung des Körpers mit der Haut.[13]

Das Wohngebiet des Seeotters reicht im Norden bis an die Arktis, im Süden bis an die Tropen. Infolge schonungslos ausgeübter Jagd wurden die Tiere außerordentlich dezimiert, an einigen Stellen sind sie ausgestorben. Die 1911 geschlossene „Convention for the Protection of Seals“ bezieht auch den Seeotter ein, um die Gefahr des völligen Aussterbens zu bannen. In den Schutzgebieten haben sich die Herden beträchtlich vermehrt, zumal die genannte Convention in der Zwischenzeit wiederholt verlängert und ergänzt wurde. Inzwischen wurde die Unterart Enhydra lutris nereis (die Population der USA) in Anhang I des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens aufgenommen (absolutes Handelsverbot), die übrigen Populationen stehen in Anhang II.

Vor Erlass der Seal-Convention fiel einem Leipziger Rauchwarenhändler auf, dass fast alle seine Felle unter der rechten bzw. linken Vorderflosse eine beriebene Stelle aufwiesen. Dies scheint darauf zurückzuführen zu sein, dass das Tier dort mit einem Stein die Muscheln aufklopft (siehe Artikel Seeotter). - Erstmals nach 57 Jahren wurde 1968 der Fang von 1.000 Seeottern erlaubt, wohl um den Klagen der Küstenfischer gegen die Nahrungskonkurrenz zu entsprechen. Die Felle erzielten auf Grund ihrer Seltenheit auf der Versteigerung der Seattle Fur Exchange zwar noch Preise von durchschnittlich DM 250 bis 600 bei einem Höchstpreis von DM 2.300.[6] Jedoch ist das Interesse am Weltmarkt inzwischen praktisch erloschen, das Fell ist für die heutige Mode zu schwer, soweit bekannt, sind bisher keine weiteren Felle auf den Markt gekommen. Um 1969 erregte dann auch ein- und letztmalig ein auf der Frankfurter Pelzmesse gezeigtes Seeotterfell ob seiner beeindruckenden Ausmaße und seiner Seltenheit große Aufmerksamkeit.

Verwendung bis 1911 hauptsächlich für Besätze auf Herren-„Gehpelzen“, ein Fell reichte für fünf Kragen. Im Russland der Zarenzeit wurden die Paradeuniformen der Husarenoffiziere einschließlich der Tschakos mit Seeotter besetzt, wozu ein großes Fell benötigt wurde. Großes Interesse bestand auch in China an diesen Fellen für die Gewänder chinesischer Würdenträger.

Sonnendachs oder Pahmi

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Die Pahmis oder Sonnendachse sind schlanker als der Dachs und werden 33 bis 43 cm groß, dazu der Schweif von 15 bis 23 cm. Ein besonderes Merkmal ist die Gesichtsmaske, die aus schwarzen und weißen oder gelblichen Mustern gebildet ist und durch helle Mittelstreifen über den braunen Rücken fortgesetzt wird.

Haltbarkeitskoeffizient: 50-60 % [5][Anmerkung 1]

Es werden drei bis vier Arten unterschieden, siehe Artikel Sonnendachse.

Die ersten Felle kamen um 1900 in den Handel, zum Preis von 70 Pfennig pro Stück fanden sich anfangs nur wenige Käufer, später stieg die Nachfrage und damit auch der Preis. Das Fell kommt heute nur noch sporadisch in kleinen Mengen auf den Markt und wird, naturell oder gefärbt, zu Innenfuttern, Besätzen und gelegentlich auch zu Jacken und Mänteln verarbeitet.

Vielfraß

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Vielfraßfelle

Weil der Name Vielfraß unpassend scheint, wird das Tier oft auch mit seinem skandinavischen Namen Järv betitelt oder als „Bärenmarder“ bezeichnet. Auf englisch heißt das Tier Wolverine (irrtümlich eine Verwandtschaft zum Wolf andeutend) oder Glutton.

Mit einer Körpergröße von 85 cm bis 100 cm und einem Gewicht von 15 bis 20 kg ist er nach dem Seeotter der größte Vertreter der Marder. Er hat einen stark buschigen, aber nur etwa 15 cm langen Schwanz. Das Fell ist braun bis nahezu schwarz, langhaarig und dicht, mitunter auch hellbraun. Besonderes Kennzeichen ist die unterschiedlich stark ausgeprägte Winkelzeichnung an den Seiten und das davon eingeschlossenen Mittelstück auf dem Rücken, der „Sattel“ oder „Medaillon“. Kehle und Brust mit mehreren kleinen, unregelmäßigen gelblichweißen Flecken. Das Haar ist an den Seiten länger als am Sattel. Die langen, glänzenden Oberhaare sind grob und straff, die Unterwolle fein.

Haltbarkeitskoeffizient: 90 bis 100 % [5][Anmerkung 1]

Da das Fell bei der Atmung in strengem Frost keinen Reif ansetzt, wird es von den Inuit gerne als Verbrämung von Mützen und Kapuzen verwendet.

Nach Jury Fränkel's Rauchwarenhandbuch lag der Fellanfall in der Saison 1985/86 in Kanada und den USA bei 2.000 Fellen, in der damaligen Sowjetunion waren es 1987 750 Felle. Als Verwendung wird genannt, „hauptsächlich für Sportpelze“.[6]

Der Vielfraß ist nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt, seine Felle dürfen für den Handel nicht in die Bundesrepublik eingeführt werden.

Zobel

Hauptartikel: Zobelfell

Katzenartige

Katzenfelle lassen sich der Regel am kammartig abstehenden Grotzen (der Fellmitte) erkennen, indem man das Fell quer zur Haarrichtung knickt.

Hauskatze

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Zyperkatzen-Pelzfutter (oben ein Scheckenkatzenfell), 1931 in der Pelzkammer einer Berliner Pfandleihe

Bis in die Nachkriegszeit waren Pelze aus Hauskatzenfellen relativ häufig. 1970 heißt es, „Im Gegensatz zu den Hunden sind unsere Katzen, die Pussis und Peters und wie sie sonst heißen mögen, recht angesehene Pelztiere“.[28] - Im Jahr 2002 haben die deutschen Pelzfachverbände für ihre Mitglieder mit Rücksicht auf die aufgekommene Diskussion in den westlichen Ländern eine freiwillige Verzichtserklärung auf den Handel mit Hundefellen und von Hauskatzenfellen unterzeichnet (zusammen mit dem Welt-Pelzdachverband IFTF – International Fur Trade Federation). Nach der Verordnung (EG) Nr. 1523/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2007 wurde ein Verbot des Inverkehrbringens sowie der Ein- und Ausfuhr von Katzen- und Hundefellen sowie von Produkten, die solche Felle enthalten, in die bzw. aus der Gemeinschaft erlassen. Eine Ausnahme sind Einfuhren ohne kommerziellen Charakter. Die Verordnung trat am 31. Dezember 2008 in Kraft.[34]

Haltbarkeitskoeffizient: 50 bis 60 % [5][Anmerkung 1]

Nach Fellfarbe wurden die Felle wie folgt unterschieden (siehe auch Fellfarben der Katze)

  • Schwarze Katzen (Genottenkatzen, früher auch Janotte).[40], einfarbig schwarzbraun bis fast schwarz.
  • Blaue Katze (Kartäuserkatze), sehr selten. Einfarbig dunkelblau.
  • Zyperkatze (auch Cyperkatze), häufig. Gelblichgrau bis blaugrau mit regelmäßigen schwarzbraunen bis schwarzen Querstreifen und Flecken.
  • Räder- oder Marmorkatze, wildgrau bis blaugrau mit regelmäßigen schwarzbraunen bis schwarzen Querstreifen und Flecken.
  • Feuerkatze, rotgelb mit Flecken und Streifen wie die Zyper- und Räderkatze.
  • Donner- und Blitzkatze, auf schwärzlichem Grund, rot, gelb, auch grau, rot und gelb gefleckt.
  • Scheckenkatze (Bunte Katze), die Grundfarbe ist weiß mit unregelmäßigen größeren schwarzen, roten, grauen Flecken, mitunter auch dreifarbige Flecken.
  • Müllerkatze, hellblauer Grund durchsetzt mit schwarzen Tupfen.
  • die übrigen Rassekatzen spielten für die Pelzverarbeitung keine nennenswerte Rolle, Langhaarrassen galten als nicht für Pelzzwecke verwendbar.

Bis zum Ersten Weltkrieg wurden Katzenfelle, neben der Verwendung bei Rheumaerkrankungen (siehe auch Leibwärmer), fast ausschließlich für Futterzwecke in so genannten „Gehpelzen“ verarbeitet, erst später erfolgte die Verwendung zu Außenpelzen. Bis zum Einfuhrverbot von Katzenfellen zum Beginn des Jahres 2010 verwendete man die Felle zum Nachweis elektrischer Aufladung, von Kunststoffen und anderem, beispielsweise bei den Technischen Überwachungsvereinen und an Schulen.

Die Felle wurden immer nach der Farbe und Musterung und nicht nach Herkommen unterschieden. Die letzten Anlieferungen erfolgten, zu Platten vorkonfektioniert, aus China, wo sie auch heute noch verarbeitet werden (meist Zyperkatzen).

Kleinkatze („Leopardkatze“), wildlebende

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Da viele Arten der Kleinkatzen vom Aussterben bedroht sind, wurden alle Katzen in Anhang I oder II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen (außer der Hauskatze).

In der Pelzbranche werden die Kleinkatzen wegen der Fellzeichnung oft unter dem Begriff Leopardkatze zusammengefasst, was zoologisch nur der Bengalkatze zusteht. Auch der Begriff Tigerkatze ist von der Fellzeichnung her irreführend, weil die Felle meist keine tigerähnlichen Streifen sondern Flecken aufweisen.

Die Behaarung aller Arten ist gleichmäßig verteilt. Das Haar ist feiner bis gröber, teils hart, spröde, meist glänzend. Sie sind einfarbig und mehrfarbig bunt gescheckt.

Haltbarkeitskoeffizient: 50 bis 60 % [5][Anmerkung 1]

  1. Asien:
    1. Bengalkatze, Fellname meist Leopardkatze, auch Chinesische Wildkatze. Die Leopardenkatzenplatten aus China werden im Großhandel meist als Yunkwei-Leopardkatzenplatten oder als Lipi-Skin-Plates angeboten. Die Färbung variiert wegen der großen Verbreitung stark, von blassgelb über graugelb mit roten oder braunen Flecken, die teils in Längsreihen angeordnet sind, Kinn und Kehle sind weißlich, an den Ohren ein weißer Fleck. Bis auf Felis bengalensis (Anhang I) und mit Ausnahme der chinesischen Population stehen die übrigen Unterarten in Anhang II/C2 des Washingtoner Artenschutzübereinkommens.
    2. Borneo-Goldkatze
    3. Fischkatze, Tüpfelkatze, Hechtkatze
    4. Gobikatze, Graukatze
    5. Manul, Manulkatze, Fellname auch Manula
    6. Marmorkatze, Marmelkatze
    7. Rostkatze
    8. Asiatische Goldkatze, Temminckkatze
    9. Wüstenkatze, Steppenkatze
  2. Afrika
    1. Afrikanische Goldkatze
    2. Serval, Servalkatze
    3. Manguste. Über Mangustenfelle heißt es 1933: „Während in früheren Zeiten die Felle der Mangusten überhaupt nicht beachtet wurden, sind in den letzten Jahren auch Felle von Mangusten in den Handel gekommen. Es handelt sich vor allem um die Felle des ägyptischen Ichneumons, des Weißschwanz-Ichneumons, des Kurzschwanz-Ichneumons und der Zebramanguste.“[41]
      1. Ichneumon
      2. Zebramanguste
  3. Nord-, Mittel- und Südamerika
    1. Andenkatze, Bergkatze
    2. Kleinfleckkatze
    3. Peludo, Langschwanzkatze. Die ozelotähnlichen Felle wurden als Peludos gehandelt. Die Felle sind kleiner als vom Ozelot und haben im Gegensatz zum Ozelot nur einen anstelle zwei Wirbel im Nacken. Die Grundfärbung ist hell- bis ockergelb. Die Unterseite, Kinn und Kehle und die Innenseite der Pfoten sind weiß. Die Fellmitte hat braunschwarze bis schwarze große Tupfen. Während einige Populationen im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens stehen, werden die übrigen im Anhang II/C2 geführt.
    4. Ozelot (s. dort)
    5. Ozelotkatze, Cearakatze. Geschützte Art. Grundfärbung hell- bis sandockerfarben, sehr leuchtend. Die Fellmitte zeigt in Längsrichtung schwärzliche bis schwarze Ringflecken, die hellere Fellseite schwarze Flecken in Quermusterung. Die Felle haben keinen Nackenwirbel und sind deshalb einfach vom Peludo und vom Ozelot zu unterscheiden.
    6. Pampaskatze, Bergozelot
    7. Wieselkatze, Jaguarundi
  4. Über mehrere Kontinente verbreitet
    1. Falbkatze, Stiefelluchs
    2. Rohrkatze
    3. Sandkatze
    4. Wildkatze (Waldwildkatzen und Steppenwildkatzen)

1988 heißt es „Von all diesen Kleinkatzen kommen meist nur kleine Partien in den Handel. Es dürfte wohl kaum einen Rauchwarenfachmann geben, der alle Arten entsprechend ihrer Herkunft klassifizieren kann, zumal die verhältnismäßig geringen Mengen entsprechend ihrer Fellstruktur usw. zusammen sortiert werden. Die Anlieferungen werden mehr und mehr zurückgehen, da immer weitere Arten unter Schutz gestellt wurden und werden“.[6] Derzeit werden von den Kleinkatzen in Europa nur noch vereinzelt chinesische Leopardkatzenfelle verarbeitet.

Verwendung zu Konfektion jeder Art.

Luchs

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Luchsfelle sind meist nicht unter dem Artnamen im Handel sondern nur als Luchse, je nach Herkunft kanadische, nordamerikanische, russische oder mongolische Luchse sowie Bobcats (Rotluchse).

Um die Wamme beim Abziehen nicht zu beschädigen, wird dem Luchs von den Hinterbeinen beginnend in geschlossenem Zustand „das Fell über die Ohren gezogen“. Bis etwa 1930 wurde nur der Luchsrücken verwendet, dem derzeit kaum noch ein Wert beigemessen wird. Der heute hohe Preis mancher Luchs- oder Luchskatzenpelze rührt stattdessen daher, dass nur oder fast nur die Wamme in möglichst klarer Farbe (weiß mit dunklen Tupfen) verwendet wurde. Meist werden Rücken und Wamme getrennt verarbeitet, wobei je nach Preislage und unterschiedlichem modischen Anspruch, an der Wamme mehr oder weniger vom dunkleren Rücken verbleibt.

Gemeiner Luchs oder Nordluchs

Kennzeichnend für das Luchsfell sind die langen Beine mit beeindruckend großen Pranken, der Stummelschwanz und die auffälligen, bis zu 4 cm langen Haarpinsel über den großen Ohren sowie der Backenbart. Das Fell ist etwa 1,00 bis 1,30 m lang, der Schwanz etwa 15 bis 24 cm. Die Färbung variiert entsprechend dem großen unterschiedlichen Vorkommen, die Grundfarbe ist meist ein weißlich durchsetztes rötlich grau. Die rot- und graubraune Tüpfelzeichnung wechselt stark. Die Fellseiten, die Innenseite der Beine und der Vorderhals sind weiß. Vom Schwanz ist fast die hintere Hälfte schwarz, nach der Wurzel zu mit schwarzen Binden. Die Grannenhaare sind häufiger weißgrau oder ganz dunkel, schwarz gespitzt. Die Sommerfelle sind rötlicher, die Winterfelle grauweißlicher. Neben stark gefleckten kommen auch an Rücken und Seiten fast ungemusterte Luchse vor.

Haltbarkeitskoeffizient für alle Luchsarten sowie Luchskatzen: 50-60 % [5][Anmerkung 1]

Das weiche dichte Haar ist auf dem Rücken 40 bis 45 mm lang, das stark wellige Wammenhaar bis zu 25 mm.

Felle aus dem nördlichen Europa sind rauch, vor allem in der Wamme. Sie sind rötlich grau und haben schwarze, teilweise leicht braune Tupfen.

Aus dem europäischen Russland, dem Ural, dem Kaukasus und dem südwestlichen Sibirien kommen ebenfalls rötlich graue Felle mit sehr langhaariger, weißer Wamme und schwarz getupftem Rücken.

Die Felle aus dem nördlichen Sibirien sind sehr dichthaarig, der Rücken ist hellgrau bis gelblich, tiefdunkelbraun getupft. Die Wamme ist sehr hell, schwarz getupft. Aus anderen sibirischen Gebieten kommen sehr kleine rötlich weiße Felle mit starker rötlicher Fleckung, das Sommerfell hat fast keine Zeichnung.

Die Felle aus Turkestan, Zentralasien, der Mongolei und China sind sehr klein, meist rötlich, mit mehr oder weniger deutlichen Flecken.

Der rötliche europäische Luchs wurde zumindest im 19. Jahrhundert von den Kürschnern auch Kalbluchs genannt.[8]

Der Anfall an Luchsfellen ist nicht bedeutend. 1987 wurden von der russischen Pelzhandelsgesellschaft Sojuzpushnina 2500 Felle angeboten.

Die Art als Ganzes gilt nach der IUCN als nur gering gefährdet. Der eurasische Luchs steht jedoch in Anhang A der EG-Verordnung. Das bedeutet, dass er seit dem 1. Juni 1997 einem EU-weiten Handelsverbot unterliegt, obwohl er nach dem internationalen Artenschutzrecht nach wie vor im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet ist (regulierte Nutzung).

Verwendung hauptsächlich für Besätze, bei entsprechendem Anfall auch für Jacken und Mäntel.

Polarluchs

Der Polarluchs oder Kanadische Luchs lebt vor allem im borealen Nordamerika. Sein Fell ist 90 bis 115 cm lang, der Schwanz 13 cm. Die Farbe ist rötlich braun oder silbergrau mit schwach hervortretenden schwärzlich braunen Flecken an den Seiten und den Außenseiten der Läufe. Die fast fleckenlose Wamme ist schmutzigweiß bis dunkelgrau. Der Schwanz ist an der Oberseite rötlich bis gelblich weiß gebändert mit schwarzer Spitze, die Unterseite ist gleichmäßig leuchtend gelb.

Die Behaarung des Rückens ist dicht und seidenweich und etwa 3 cm lang. Das weiche Wammenhaar hat dagegen eine Länge von fast 10 cm. Der Polarluchs hat das eindrucksvollste Fell der Luchsfamilie und es wird deshalb meist am höchsten bewertet. Die feinsten Qualitäten sind Alaska und York Fort (YF) (Silberluchs). Aus Alaska, den Hudson-Bay-Territorien, Maine und dem nördlichen Minnesota kommen große, sehr seidige und dichte, silberweiße Felle. Québec, Ontario, Nova Scotia und Labrador liefern kleine, seidige bis sehr seidige, meist blaugraue Felle. Manitoba, Saskatchewan und Alberta sind größer aber gröber im Haar, hellgrau, die aus British Columbia (Coast) noch größer, grob im Haar, dunkelgrau mit dunkler Unterwolle.

Der nordamerikanische Anfall an Luchsfellen betrug 1987 etwa 25.000 Felle, davon etwa 6000 aus Kanada.

Auffallend für den Handel ist der periodisch stark wechselnde Fellanfall. In drei aufeinanderfolgenden Jahren ist das Angebot gering. In den folgenden Jahren bis zum siebenten Jahr stehen doppelt so viele Felle als im vorangegangenen Jahr zur Verfügung. Im achten Jahr bleibt die Zahl konstant. In den folgenden drei Jahren beträgt das Angebot jährlich die Hälfte der Vorjahresmenge. Die Ursache dieser Schwankungen hängt mit dem Massenwechsel des Schneehasen (White Hare) zusammen. Brechen unter ihrem Hauptwild Seuchen aus, so werfen die hungernden Luchsweibchen in dieser Zeit nicht.

Die Verarbeitung erfolgt zu Pelzkonfektion jeder Art, vor allem zu Besätzen.

Bobcat, Luchskatze oder Rotluchs

Kanadische Luchskatzenfelle

Der in den Vereinigten Staaten lebende (südlichstes Kanada bis gelegentlich Mexiko) Rotluchs ist kleiner als der Nordluchs Kanadas. Das Fell ist 65 bis 95 cm lang, der Schwanz 13 bis 19 cm. Die größten Felle sind damit so groß wie ein kleiner Luchs, das kleinste kaum größer als ein Wildkatzenfell. Die Fellbezeichnung ist meist Luchskatze oder Bobcat, auch wenn es Luchs„katzen“ im zoologischen System nicht gibt.

Im Handel hatte sich für die geringeren Sorten die Bezeichnung Bobcat, für die besseren Luchskatze, durchgesetzt. Da die Definition der warenehrlichen Bezeichnung anhand der Farbe schwierig war, beschloss eine Expertenkommission 1984: „Der Rotluchs kann ebenfalls im Handel unter der alten zoologischen Bezeichnung „Bobcat“ angeboten werden; als Luchskatze jedoch nur, wenn die Haarlänge in der Mitte des Kreuzes – gemessen zwischen Grotzen und Wamme – zwei Zentimeter oder mehr beträgt.“[42]

Der Grundfarbton ist rot oder rötlich braun, variiert aber in den Provenienzen erheblich. Auch die Flecken unterscheiden sich stark, bei Fellen aus Texas sind sie sehr deutlich, bei den Berg-Rotluchsen sind sie weniger stark abgesetzt. Der Bauch ist mehr oder weniger weißlich. Der Schwanz hat nur an der Wurzel die Körperfarbe und ist ansonsten hauptsächlich schwarz, meist mit weißer Spitze.

Die Behaarung ist wie beim Luchs, jedoch kurzhaariger, teils flach. Die Haardichte und Haarlänge variiert nach dem Herkommen.

Im Fellhandel werden folgende Provenienzen unterschieden: Östliche USA, Florida, Texas, Kalifornien, Ostkalifornien, die größten kommen aus Wyoming, Colorado, Utah und Neu-Mexiko.

1988 fielen etwa 80.000 Felle an, davon höchstens 2000 aus Kanada.[6]

Während die mexikanische Population in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens geführt wird, stehen alle übrigen Populationen in Anhang II.

Luchskatzenfelle werden häufiger zu Jacken und Mänteln als die längerhaarigen Großluchse verarbeitet, ansonsten zu Konfektion jeder Art.

Der Streifenluchs ähnelt dem Rotluchs, er ist aber langhaariger als der Rotluchs und hat längere Ohrpinsel. Das Fell ist 80 bis 92 cm lang, der Schweif 14 bis 18,5 cm. Die Felle werden oft mit Rotluchsfellen zusammen als Bobcats gehandelt. Der Fellanfall war 1988 nicht bekannt.[6] Schutzstatus wie die Luchskatze.

Pardelluchs

Der in Südeuropa bis nach Kleinasien, etwa bis zum Kaukasus, lebende Pardelluchs ist in fast allen Ländern geschützt. Der Fellanfall wurde 1988 als außerordentlich gering bezeichnet.[6]1952 heißt es, „In Spanien wird das Fell erlegter Luchse gern von Stierkämpfern, Kutschern, Pferdeknechten und anderen mit Pferden verbundenen Menschen, auch von Zigeunern, zur Verzierung ihrer Kleidung verwendet“.[43]

Das Fell ist rötlich rehbraun gefärbt mit schwarzen Streifen- und Fleckenreihen, ähnlich dem Serval. Die Wamme ist einfarbig gelblichweiß, seitlich fahlgelb. Die Behaarung ist kürzer und härter als die nordischen Luchse und im Winter viel weniger wollig.

Wüstenluchs oder Caracal (Karakal)

Karakalfell

Der türkische Name Caracal, deutsch Schwarzohr, bezeichnet ein auffälliges Merkmal des Wüstenluchses. Als Steppenbewohner lebt er in weiten Gebieten Afrikas und großen Teilen Asiens. Das Fell ist etwa 65 bis 80 cm lang, die Schweiflänge ist 25 cm. Die Rückenfarbe ist zimtrot bis blassgelb, die Unterseite rötlich weiß. Die Oberlippe kennzeichnet ein schwarzer Fleck sowie ein vom Nasenrand bis zum Auge reichender Backenstreifen. Die Ohren und die Ohrbüschel sind schwarz. Das Jugendkleid ist erst gefleckt, später ohne Flecken. Die mittellange bis lange Behaarung ist fein bis grob, dicht und flach anliegend.

Die asiatische Population steht in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, die afrikanische in Anhang II.

Die Fellanlieferung ist unbedeutend. [6](1988)

Ozelot

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Mexikanisches Ozelotfell
Wandteppich für Jagd- oder Sportzimmer. Das gefleckte Mittelteil ist offensichtlich aus Ozelotfellen, lt. Bildunterschrift im Original Tigerkatzenfelle (ca. Anfang 1900)[44]
Ozelotmantel, Rumpfteil (Kürschnerarbeit ca. vor 1980)

Die Pelzmode interessierte sich erst recht spät für den Ozelot, nicht nur unter den Kleinkatzenarten einer der attraktivsten Pelze. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts fand er noch kaum Beachtung. In der Zeit nach dem 2 .Weltkrieg war er plötzlich jedoch so gefragt, dass die Gefahr der Ausrottung bestand. Da eine Überwachung von Schutzgesetzen in den unübersichtlichen Wildnissen Südamerikas fast unmöglich schien, entschloss man sich zum absoluten und offenbar erfolgreichen Handelsverbot, die Bedrohung geht heute nicht mehr von der Bejagung aus.

Das Fell hat eine Länge von 65 bis 100 cm und einer Schwanzlänge von 30 bis 45 cm. Es ist sandgelb bis ockerbraun mit mehr oder weniger kräftiger Grautönung (vor allem bei Ozelots aus den trockenen Buschgebieten).

Haltbarkeitskoeffizient: 50 bis 60 % [5][Anmerkung 1]

Das Kennzeichen des Ozelots gegenüber dem Peludo (s. o., Kleinkatzen) sind die zwei nebeneinander liegenden Nackenwirbel, dagegen nur einer beim Peludo. Hier scheitelt sich das Haar, ein Teil der Kopfbehaarung läuft nach vorn. Die weiße Fellseite ist quergemustert, wobei die in Querreihen angeordneten Bauchflecken manchmal zu Querstreifen verschmelzen wie auch die Fleckenreihen im Rücken. Das Rückenmuster verläuft in Längsrichtung. Die Flecken und Streifen bilden Höfe, die innen wesentlich heller sind. Die Pranken sind fein getupft, der Schwanz hat im Oberteil große dunkle Querflecken mit heller Mitte. Insbesondere nach der Verarbeitung auffallend sind die neben den Vorderpfoten befindlichen großen Rosetten, vom Kürschner auch „Blumen“ genannt.

Argentinische Felle sind groß, ziemlich rauch und sehr seidig, bläulich bis hellgrau.

Auch die Felle aus Paraguay sind groß bis sehr groß, sehr rauch, gräulich, die Zeichnung verschwommen.

Von den brasilianischen Ozelots ist die Bahiaware selten groß, aber mit feinen Farben und guter Zeichnung. Die Felle aus dem Nordosten sind teils sehr ausdrucksvoll gezeichnet, recht groß und etwas flach im Haar. Die westlichen Felle sind ebenfalls recht groß, die Zeichnung ist jedoch etwas verwaschener. Bei Fellen aus Ost-Zentralbrasilien sind die Streifen schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen.

Aus Peru und Ecuador kamen bräunliche und gräuliche Felle mit ausdrucksvoller Zeichnung.

Kolumbien und Venezuela-Provenienzen sind flach, etwa 40 Prozent gräulich und gelblich, 60 Prozent braun bis rot, mit kleinerer bis mittelgroßer Zeichnung.

Mexikanische Felle sind groß mit großer dunkler eiförmiger eindrucksvoller Zeichnung. Sie sind meist (fachsprachlich) blau, mitunter dazu leicht grüngelblich.

Am höchsten bezahlt wurden so genannte „blaue“ Felle, die man am schönsten unter den „Mexikanern“ findet. Das mengenmäßig größte Angebot kam als „Brasilianer“ in den Handel.

Die Rohfellanlieferungen in die USA wurden wie folgt angegeben: Aus Peru 1964 = 11.244 Felle, 1967 = 115.458 Felle. Aus Brasilien, Bolivien und Kolumbien 1968 = 128.966 Felle, 1969 = 133.064 Felle.[6]

Zuchtversuche von Ozelots in Farmen waren offenbar nicht erfolgreich.

Ozelotfelle wurden zu Konfektion jeder Art verarbeitet.

Besonders geschützt nach BNatSchG seit 31. August 1980, Höchstschutz seit 18. Januar1990[7]

Ozelotkatze s. o. unter „Kleinkatzen, wildlebende“

Zibetkatze

Links Afrika-Zivethkatze, rechts Indien-Zibethkatze
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Die Zibetkatze wird im Pelzhandel fälschlicherweise auch als Serval oder Servalkatze bezeichnet. Von den zu den Schleichkatzen gehörenden weiteren Arten kommen nur noch die Felle der Ginsterkatzen für Pelzzwecke in den Handel. Gewerbliche Nutzung findet auch das Zibet aus den Drüsen der Katze als Grundstoff bei der Parfümherstellung.

Haltbarkeitskoeffizient: 60 bis 70 % [5][Anmerkung 1]

Für 1988 wird der Anfall als gering bezeichnet, durchschnittlich einige 10.000 Felle im Jahr.

Zur Verwendung heißt es, meist zu Decken und Vorlegern verarbeitet, mitunter auch zu Kolliers. Teils auch zu Tafeln und Bodies, vor allem auch China, von dort gerupft. [6] Inzwischen werden wohl keine Zibetkatzen mehr auf dem westeuropäischen Markt angeboten.

Ginsterkatze oder Genette

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Die Felle der unter anderem im Mittelmeerraum, im südwestlichen Asien und Teilen Afrkas vorkommenden Ginsterkatze waren als Genetten (Genotten) im Rauchwarenhandel (Genottekatze s. o. unter Hauskatze).

Im Jahr 732 erbeutete man bei dem Sieg von Karl Martell über die Sarazenen bei Tours eine Menge dieser mit diesem Fell gefütterter Kleider.[35] 1988 heißt es, Fellanfall unbedeutend. Anlieferungen noch geringer als bei der Zibetkatze, genaue Zahlen waren nicht erhältlich.[6]

Haltbarkeitskoeffizient: 20 bis 30 % [5][Anmerkung 1]

Verwendung in der Regel zu Konfektion.

Die Kleinfleck-Ginsterkatze ist als europäische Art nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

Großkatzen

Präpariertes Tigerfell (um 1900)

Seit Inkrafttreten des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens werden Großkatzen nicht mehr für Pelzzwecke gehandelt, sie kommen noch als Jagdtrophäen aus freigegebenen Abschüssen zum persönlichen Gebrauch nach Europa.

Haltbarkeitskoeffizient für Tiger, Löwe, Jaguar, Leopard, Schneeleopard, Puma, Nebelparder und Gepard: 50 bis 60 % [5][Anmerkung 1]

Schneeleopard oder Irbis

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Das Fell des Männchens dieser zentralasiatischen Großkatze hat eine Länge von 1,20 bis 1,50 Meter, hinzu kommt der Schwanz von etwa 90 cm. Entsprechend dem kalten Klima ist das Fell sehr dicht, weich und langhaarig. Die Färbung ist zartgelblich oder rötlich grauweiß, auf dem Rücken dunkler, an den Seiten heller. Schwarze Vollflecken verändern sich zu den Seiten bis zu den Schenkeln in schwarzgraue bis schwarze Ringflecken, die längs des Rückens vom Kopf bis zum Schwanz dichter stehen und reihenweise angeordnet sind. Die Kehle, der Bauch und die Innenseite der Beine sind weiß. Der Schweif ist wollig und sehr dicht behaart und hat in regelmäßiger Musterung schwarze Querbinden in Form eines halben Ringes. Die Flecken variieren stark in Größe, Form und Anordnung.

Häufig wurde das Fell des Schneeleoparden mit dem hellen Nordpersischen Leoparden, vor allem aber mit dem langhaarigen, großgefleckten Amurleoparden verwechselt.

Nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen vom 3. März 1973 zählt der Schneeleopard zu den von der völligen Ausrottung bedrohten Tierarten und wird deshalb auf Liste 1 geführt.

Bereits 1988 heißt es, „Fellanfall unbedeutend, genaue Zahlen sind nicht bekannt“.[6]

Nebelparder oder Schildkrötleopard

Taiwaner mit Schildkrötleopard, um 1900
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Der Nebelparder, dessen Fell auch als Schildkrötleopard gehandelt wurde, ist eine seltene Großkatze aus dem südöstlichen Asien. Das Fell ist etwa 75 bis 105 cm lang mit einem beachtlichen Schweif von 70 bis 90 cm. Es ist aschfarbig grau in gelblich-bräunlicher, teils rötlicher Schattierung. Über den Nacken ziehen sich sechs Längslinien, die beiden äußeren sehr breit, die inneren sehr schmal. Charakteristisch sind die großen schildpattartigen schwarzgeränderten Flecken mit den verdunkelten „Höfen“, die dem Fell den Namen gaben. Die Fellzeichnung gleicht der ebenfalls in Südostasien beheimateten, wesentlich kleineren Marmorkatze.

Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen steht der Nebelparder in Liste 1 (absolutes Handelsverbot). Bereits vor Inkrafttreten des Abkommens waren Mäntel oder Jacken aus Nebelparder sehr selten, 1971 empfahl die International Fur Trade Federation auf die Verarbeitung ganz zu verzichten.

Leopard

Chinesischer Leopard u. a.; Decke aus dem Yangtsetal, um 1900
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Beim Leopard oder Panther handelt es sich um dasselbe Tier, üblich ist die zweite Bezeichnung vor allem für den Schwarzen Panther, einen totalen Schwärzling.

Der Leopard gehört zu den gefährdeten Tierarten, er steht im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens. Aus einigen afrikanischen Ländern darf er als Jagdtrophäe eingeführt werden, der Handel ist jedoch verboten.

In den 1950er Jahren erlebte die Mode der gefleckten Wildkatzenfelle, insbesondere mit dem Ozelot, einen absoluten Höhepunkt. Anna Municchi empfindet als Debüt das Jahr 1911, mit einem in der Vogue veröffentlichten Foto eines prächtigen, bodenlangen Leopardenfellmantels, am Hals und den Ärmeln mit Skunks verbrämt.[45]

Das Leopardenfell ist 95 bis 150 cm lang, der Schwanz 60 bis 95 cm. Der Körperbau ist graziler als der des ähnlichen Jaguars, der etwa körperlange Schwanz bedeutend länger. Weitere Unterschiede sind beim Jaguar aufgeführt.

  • Asien
    • Das Fell des Chinesischen Leoparden ist gelblicher mit etwas kleineren Flecken.
    • Das Hinterindische Leopardenfell hat eine rötlichere Färbung; die etwas dickeren Rosetten sind etwas kleiner.
    • Das Fell des Indischen Leoparden hat eine ähnliche Färbung, doch variieren Farbe und Fleckung.
    • Das Java-Leopardenfell hat sehr kleine, eng beieinander liegende Flecken. Schwärzlinge kommen besonders häufig vor.
    • Das Fell des Sri-Lanka-Leoparden ist klein, dunkler und kleinfleckig.
    • Das Nepal-Leopardenfell ist heller und großfleckig.
    • Das Belutschistan-Leopardenfell ist gelblicher mit großen Flecken.
    • Das Fell des Nordpersischen Leoparden, der ein Gebirgsbewohner ist, ist besonders langhaarig und etwas größer.
    • Das Kaukasus-Leopardenfell ist klein und sehr hell.
    • Das Fell des Kleinasiatischen Leoparden ist dagegen mehr lohfarben, oft etwas graufarben.[6]
  • Afrika
    • Der Sinai-Leopard ist wahrscheinlich ausgestorben. Das Fell war groß, sehr hell mit großen Flecken.

Von afrikanischen Leoparden kommen

    • Das Fell des Nordafrikanischen Leoparden, es ist groß, gelblich-ockerfarben.
    • Das Eritrea-Leopardenfell ist etwas kleiner und kurzhaarig. Die beiden vorstehenden, sehr leichtledrigen Arten haben eine besonders schöne Zeichnung, sie waren als Somali-Leopard im Handel.
    • Das etwas größere Fell des Ostafrikanischen Leoparden stammt aus Kenia und Tansania.
    • Auch der Sansibar-Leopard gilt als ausgestorben; das Fell war klein, mit kleinen Flecken.
    • Das Fell des Zentralafrikanischen Leoparden hat eine hellere Färbung.
    • Das Südafrikanische Leopardenfell hat kleinere Rosetten und ist rötlicher gefärbt.
    • Das Uganda-Leopardenfell aus den Feuchtsavannen ist rötlichgelb bis lohfarben, oft sehr großfleckig.
    • Das Fell des Kamerun-Leoparden aus den Savannen des Landes ist großfleckig, es hat eine kräftige Färbung.
    • Das Fell des Westafrikanischen Waldleoparden hat eine düstere Färbung, olivgrau bis olivbraun, mit kleinen, engstehenden Rosetten.
    • Der Kongo-Leopard lebt im Ituri-Regenwald, er ist kleiner und gelblicher.[6]

Leopardenfelle wurden früher zu Teppichen, Satteldecken usw. verarbeitet. Die ungarischen Magnaten in Galatracht und die ungarische Leibgarde trugen Leopardenfelle um die Schultern.[35]Noch heute präsentieren sich in Südafrika Zulu-Herrscher und Gläubige der Nazareth Baptist Church mit Leopardenfellen.[46]

Jaguar

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Der Jaguar ist mit einer Körperlänge von 1,12 bis 1,80 m die größte Raubkatze Südamerikas. Die kleinsten Felle kamen aus Honduras, die größten aus dem brasilianischen Mato Grosso.

Der Jaguar ist zwar noch nicht vom Aussterben bedroht, aber trotzdem einer ständig wachsenden Gefährdung ausgesetzt, so dass ein Rückgang der Bestände festzustellen ist. Seit dem 3. März 1973 steht er auf der Liste des Washingtoner Artenschutzübereinkommens in Anhang I.

Er ist größer und gedrungener als der Leopard, hat jedoch einen wesentlich kürzeren Schwanz. Die Ringflecke sind größer als beim Leoparden. Die Rosetten haben in der Mitte, im Gegensatz zum Leoparden, einen oder zwei schwarze Punkte (Füllflecken). Die Grundfarbe ist oft rötlicher.

Trotzdem unterschieden sich die Jaguarfelle teilweise kaum von denen der Leoparden. Da es von beiden Arten schwierig war, ausreichende Mantelsortimente zu erhalten, wurden sie manchmal zusammensortiert und gemeinsam als Leopardenfelle angeboten.

Der Anfall an Jaguarfellen war gering, die Felle waren durch Bissstellen zudem oft stark beschädigt. Der Rohfellanfall betrug 1968 = 13.560 Felle, 1969 = 9831 Felle. Spätere Angaben lagen 1988 nicht vor, doch schätzte man die Anlieferungen als „bedeutend zurückgegangen“ ein.[6]

Tiger

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Der Tiger, in Teilen Asiens vorkommend, ist die größte aller lebenden Katzen, er gehört ebenfalls zu den geschützten Arten.

Der allergrößte Vertreter der Gattung ist der Sibirische Tiger oder Armurtiger mit einer Felllänge von 1,40 bis 2,80 m, hinzu kommt der Schwanz mit 60 bis 95 cm. Das dichte Fell ist langhaarig, hellgelblich, das Winterfell fast ohne rote Tönung. Die Wamme ist weiß bis hoch in die Flanken.
Das Fell des Chinesischen Tigers ist kleiner, rötlich ocker, fast rostbraun.
Das Indochinesische Tigerfell ist heller als das des Chinesischen Tigers, aber dunkler als der Indische und hat zahlreiche, eng stehenden Streifen.
Der Indische Tiger, oft auch Bengal- oder Königstiger, ist zwar kleiner als der Sibirische aber besonders eindrucksvoll gezeichnet. Die stärkeren Streifen liegen enger beieinander als beim Chinesischen Tiger.
Das Sumatra-Tigerfell ist kleiner als das Indische, meist jedoch dichter gestreift.
Der Kaspische Tiger gilt inzwischen als ausgestorben. Das Fell glich in der Färbung dem Königstiger. Die Streifen sind schmaler, an den Seiten bräunlich.

Die Felle dienen ausschließlich als Trophäen und werden zu Teppichen und Wandbehängen verarbeitet. Vor Inschutzstellung wurden vereinzelt auch Tigermäntel angefertigt.[6]

Gepard

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Anfangs wurden Gepardfelle nur zu Decken, Vorlegern und Trophäen verarbeitet, später auch zu Pelzbekleidung. 1971 empfahl die International Fur Trade Federation ihren Mitgliedern auf den Handel zu verzichten, am 3. März 1973 wurde der Gepard in Anhang I der Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen. Es dürfen nur einzelne Jagdtrophäen aus Namibia eingeführt werden, der Handel ist verboten.[6]

Puma

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1988 wurde der Anfall von Pumafellen mit jährlich 200 bis 300 angegeben. Sie wurden meist als Vorleger oder für Decken verwendet, in geringem Umfang auch für Bekleidung (1915).[13] Bei einem früher größeren Anfall wurden die Fell geschoren und auf Leopard gefärbt. Inzwischen wurden mehrere Unterarten des Puma in Anhang I der Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen, die übrigen Unterarten in Anhang II.[6]

Robben (Seehund, Blueback, Whitecoat, Lakoda, Sealskin)

Hauptartikel: Robbenfell

Wiederkäuer

Bison

Die Felle des amerikanischen Büffels waren im 18. und 19. Jahrhundert in Nordamerika als Kutschen-, Bahn- und Schlittendecken sehr populär. Die Nachfrage war so groß, dass sie mit zur dramatischen Erschöpfung der vormals riesigen Bisonherden beitrug.[47]

Gazelle, Antilope

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Sessel mit Fell der Nyala-Antilope (2010)

Da das harte, steife und sehr kurze Röhrenhaar der Gazelle mangels Elastizität sehr leicht bricht hat das Fell für die Pelzverarbeitung nur eine untergeordnete Bedeutung.

Haltbarkeitskoeffizient: 5-10 % [5][Anmerkung 1]

Die artenreiche Tierfamilie aus Afrika und dem südwestlichen Asien ist im Fellhandel fast ausnahmslos als Gazelle oder Antilope im Handel, beispielsweise auch die Felle des Springbocks.

Das Fell ist nicht ganz reh- bis damhirschgroß. Ein auffälliges Merkmal ist die beim lebenden Tier nur bei stärkerer Bewegung sichtbaren, von Hautfalten bedeckten 20 bis 25 cm langen schneeweißen Haare. Die lebhafte hübsche Färbung variiert ebenso wie Größe und Körperbau. Teils sind die Felle fast einfarbig, teils, bunt gestreift. Die Färbung ist lebhaft mit hübschen Zeichnungen, teils schwarz bis silbergrau gesprenkelt. Vorherrschende Farben sind dunkel- bis hellzimtbraun, rötlich grau bis gelblich grau, reh- oder perlhuhnähnlich. Die Fellseite sowie die Innenseite der Beine sind vielfach heller als der Körper: hellrötlich oder weiß bis weißgrau. Eine artenreiche Gattung der Antilopen bilden die Gazellen mit einer Felllänge von 0,85 bis 1,70 m und einer Schwanzlänge 15 bis 30 cm.[6][48]

Der Fellanfall ist gering.

Verwendung meist zu Kleinteilen wie Taschen, Besätzen und Ähnlichem, wegen der geringen Haltbarkeit nur selten als Großkonfektion. 1930 bildete eine Fachzeitschrift die erstmalige Verarbeitung von Springböcken ab, und zwar zu einem Mantel, den der Leipziger Kürschner Paul Büttner auf besonderen Wunsch der Kundin gearbeitet hat. Bis dahin wären die Felle für die Verwendung zu Pelzwerk noch nicht gehandelt worden.[48]

Reh

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Rehfelle finden nur in verschwindend geringer Zahl Verwendung, meist nur für Dekorationszwecke. [6]

Um 1900 schreibt ein Kürschnerfachbuch noch, dass das Reh „die bekannten, zu Vorlegern benutzten“ Felle liefert. Die schönsten Felle fallen im Winter an, doch gerade dann ist das ohnehin nicht strapazierfähige Haar besonders brüchig. Rehfelle mit gutem Haar wurden zu der Zeit auch in Krankenbetten gelegt, um das Wundliegen zu verhindern: „Man legt sie zu diesem Zweck unter das Bettuch verkehrt, so daß der Kopf nach den Beinen des Kranken liegt, der Rumpf unter den Achseln desselben. Der Kranke liegt auf diese Weise gegen den Strich und die starren Haare verhindern das Rutschen und damit das Aufliegen“. Auch die Sattler verwendeten „Rehstücke“ zum Besetzen des Geschirrs, um ein Wundwerden der Pferde zu verhindern. Herbstfelle sind deutlich haltbarer als Winterfelle, haben aber ein kürzeres Haar und dickeres Leder und sind deshalb weniger schön, sie wurden jedoch wegen des besseren Leders für Gerberzwecke besser bezahlt.[35]

Hirsch

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Einmal ein sehr beliebtes Fell, das bis zur Zeit der Kreuzzüge jedoch nur Fürsten tragen durften, spielt es heute keine Rolle mehr. Als Statussymbol wurde es vom Hermelin und vom Fehfell abgelöst.[15] Die heutige Nutzung ist wie die der Rehfelle.

Rentier (Nordamerika = „Karibu“) oder Pijiki

Inuit-Frau in Amautiq aus Karibufell, Iglulik (1999)
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Der Rauchwarenhandel ist nur am leichtledrigen, weichen, glänzend braunen, mitunter moirierten Fell der europäisch-asiatischen Jungtiere interessiert, die als Pijiki im Handel sind. Die Felle ausgewachsener Rentiere, ein beliebtes Mitbringsel von Nordlandfahrten, werden gelegentlich als Dekorationsfelle gehandelt.

Frauenparka der Inuit aus Pijiki-Sommerfellen (Anfang 1900)

Das etwa 6 cm lange Deckhaar erwachsener Rene ist sehr dicht, grob, lufthaltig und fest verfilzt. Da das Haar jedoch leicht bricht, werden die Felle fast nur für den Eigenbedarf der Tierhalter (Nationaltrachten), mit dem Haar nach außen, getragen, wobei das weiße Bauchfell als Verzierung verwendet wird.

Haltbarkeitskoeffizient: 20 bis 30 % [5][Anmerkung 1]

Die Felle werden nach dem Alter unterschieden, die von Frühgeburten (flach im Haar, 1 cm), die glänzenden seidigen, vereinzelt moirierten Felle von Milchkälbern und die von Grasfressern. Eine Besonderheit ist auch die Sortierung nach Qualitäten, die sich nach der Anzahl der Löcher richtet, die die Larve der Bremsfliege hinterlassen hat: 1. Sorte bis zu 10 Löcher, 2. Sorte bis zu 20 und 3. Sorte bis zu 40 Larvenlöcher.[6]

Pijikifelle wurden in der Vergangenheit zu Besätzen, Mützen, Mänteln und Sportjacken verarbeitet. In den letzten Jahren ist der ohnehin nie sehr häufige Artikel noch seltener geworden, der genaue, vermutlich unerhebliche Anfall ist nicht bekannt.

Kalb und Rind

Bison-Herrenjacke mit einem Gewicht von 6,2 kg
 Commons: Kalbfelle und Rinderhäute – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bekleidung aus Kalbfellen und Rindshäuten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Rindshäute ausgewachsener Tiere sind grob und steif und haben eine schwache Unterwolle und werden deshalb kaum für Pelzzwecke verwendet. Einige Zeit lang wurden afrikanische, in Spanien veredelte Stierhäute, zu Mänteln verarbeitet.

In den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann man, aus Fellen neugeborener und sehr junger Kälber Jacken und Mänteln zu arbeiten. Mittels neuer Zurichtverfahren gelang es, das Leder dünn zu falzen ohne die Haarwurzel zu verletzen.

In der Hochzeit der Fohlenpelzmode wurden moirierte Felle als Kalbfohlen gehandelt, eine Bezeichnung die nach den RAL-Vorschriften nicht mehr zulässig ist. Vor wenigen Jahren wurde Kalbfellkonfektion aus Frankreich in einer Saison sogar fälschlich als „Pony“ angeboten. Das Kalbfell ist an dem Nackenwirbel zu erkennen, das Fohlenfell (also auch das Pony) an den „Spiegeln“, den großflächigen Haarwirbeln vor den Ansätzen der Hinterbeine. Bei der Verarbeitung wird der häufig störende Kalbfellwirbel jedoch oft durch Drehen des Genickstücks entfernt.

Die Anlieferungen kommen vor allem Nord- und Mitteleuropa und aus Südafrika und Neuseeland, die letzteren beiden sind am besten für Pelzzwecke geeignet.

Insbesondere bei nicht seidigen Qualitäten neigt das Haar zum Brechen und ist deshalb nicht sehr strapazierfähig.

Haltbarkeitskoeffizient: 30 bis 40 % [5][Anmerkung 1]

Deutsche, für Pelzzwecke zur Verfügung stehende Kalbfelle wurden entweder gesalzen oder getrocknet angeliefert. Bevorzugt wurde die gesalzene Ware, sie ergab ein qualitativ besseres Leder und hatte weniger Ausfälle an „Kahlgängern“. Es wurden die nicht zu dickledrigen Felle verwendet, sie sollten gut konserviert und nicht haarlässig sein. Kleine Schadstellen konnte man akzeptieren, jedoch sollten die Felle keinen Käferfraß haben. Weiter heißt es, die Gütebeurteilung erfolgt nach der Haarbeschaffenheit in Bezug auf Glanz und Moiré. Die besseren Qualitäten haben ein enges Moiré, seidiges, nicht zu langes Haar. Den geringsten Wert haben stark rauche, matte, wollige beziehungsweise stark flache Felle ohne Glanz und Moiré. Auch mindern im Haar eingeschnittene Herdzeichen den Wert erheblich. Einfarbige helle, beziehungsweise weiße Kalbfelle können verschieden eingefärbt werden und sind deshalb besser verwendbar als gescheckte. Bei Kalbfellen erfolgt keine Einteilung nach Qualitäten, sie werden lediglich in bunte und einfarbige Felle klassifiziert.[49]

1988 heißt es: Vom Weltanfall - über den genaue Zahlen nicht vorliegen – sind höchstens 15 Prozent für Pelzzwecke geeignet, d. h. höchsten 30.000 bis 50.000 Stück, die entsprechend der Nachfrage aussortiert werden können. - In den 60er und 70er Jahren bestand rege Nachfrage, nach 1978 war dieses flache Fell nicht mehr gefragt. Inzwischen findet der Artikel naturell (fawns), aber auch modisch gefärbt, geschoren, bedruckt und auch reversibel steigende Nachfrage.[6] Seitdem ist das Interesse an diesem Artikel, nach einem kurzen Aufflackern um 2003, wieder fast erloschen.

Verwendung: Ausgewachsene, vor allem südamerikanische Felle, zu Vorlegern, Wandbehängen und Sitzbezügen. Kalbfelle zu Großkonfektion, Taschen und Ähnlichem.

Eine Besonderheit sind die Pampooties, absatzlose Fell-Schnürsandalen der Iren aus ungegerbten Rindshäuten, die mit den Haaren nach außen getragen wurden. Zumindest noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Jahren wurden sie von Teilen der irischen Bauern und Fischern zugeschnitten und benutzt. Pampooties haben nur eine kurze Haltbarkeit, meist weniger als einen Monat, jedoch sollen sie vorzüglich dafür geeignet sein, sich auf dem groben Steingeröll der Inseln fortzubewegen. Da das ungegerbte Leder steif wird, wenn sie nicht getragen werden, müssen sie über Nacht eingeweicht und morgens im feuchten Zustand angezogen werden.[50][51]

Lamm und Schaf

Hauptartikel: Lammfell

Indisch Lamm und Pakistanisch Lamm

Hauptartikel: Lammfell

Ostasiatische Lammfelle

Chekianglamm, Kalgan-Lamm, Mongolin, Sinkiang-Lamm, Slink, Tibet-Lamm, Tientsin-Lamm (Silklamm) u. a.

Hauptartikel: Lammfell

Karakul oder Persianer

Hauptartikel: Lammfell

Merinolamm und Schmaschen

Biberlamm, Borrego, Borrequito, Bueno, Lincoln u. a.

Hauptartikel: Lammfell

Halbpersianer und Orientlammfelle

Bagdad-Lamm, Bessaraber, Indisch Lamm, Iran-Lamm, Krimmer, Metis-Persianer, Salzfelle, Schiras u. a.

Hauptartikel: Lammfell
Astrachan (Lamm)
Hauptartikel: Astrachan

Ostasiatische Lamm-und Schaffelle

Hauptartikel: Lammfell

Zickel und Ziege

Hauptartikel: Ziegenfell

Unpaarhufer

Man findet mehr Fuchsfelle als Eselshäute in einem Kürschner-Laden (Holländisches Sprichwort)

Fohlen und Ross (Pferd)

Hauptartikel: Fohlenfelle und Rosshäute

Zebra

Hauptartikel: Zebra

Paarhufer

Wildschwein

Tasche aus Wildschweinfell

Die vom Jäger Schwarte genannte, eher dünn behaarte Haut des Wildschweins wird zumindest in der Neuzeit nicht zu Bekleidung verarbeitet. Im Winter ist das Fell dunkelgrau bis braun-schwarz mit langen borstigen Deckhaaren und kurzen feinen Wollhaaren. Frisch geborene Wildschweine haben ein hellgelbbraunes Fell, das in der Regel vier bis fünf gelbliche, von den Schulterblättern bis zu den Hinterbeinen reichende Längsstreifen aufweist. Auf der Schulterpartie sowie auf den Hinterbeinen sind die Tiere gefleckt.

Das dicke, feste Leder hat vermutlich auch in früherer Zeit eine weitergehende Bearbeitung verhindert. Als Jagdtrophäe werden die Schwarten vereinzelt als Vorleger oder Wandschmuck verwendet.

Schwielensohler

Guanako oder Guanaquito

Hauptartikel: Guanakofell

Alpaka

Hauptartikel: Alpaka

Vikunja

Hauptartikel: Vikunja

Nagetiere

Biber

 Commons: Biberfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bekleidung aus Biberfellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die beiden Arten der Biber, der Europäische und der Kanadische Biber, können bis zu 1,40 m lang werden. Das braune Fell ist mit 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter (Mensch: bis zu 600 Haare pro cm²) sehr dicht, und schützt vor Nässe und Auskühlung. Der Pelz wird durch das Tier regelmäßig gereinigt und mit einem fetthaltigen Sekret, dem Bibergeil (Castoreum), gepflegt.

Der Biber galt bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts als „König der Pelztiere“; er wurde zu einem offiziellen Emblem Kanadas, am 24. März 1975 erhielt er durch den act to provide for the recognition of the beaver (castor canadensis) as a symbol of the sovereignty of Canada die königliche Anerkennung.

Europäischer Biber

Der Europäische Biber, das größte Nagetier der alten Welt, bevölkerte einst ein Gebiet von Westeuropa bis an den Ural. Durch die fortschreitende Kultivierung, die Regulierung der Flüsse und Seen, aber auch infolge ständig ausgeübter Jagd, um in den Besitz des Felles, teils aber auch des Bibergeils, das als Medizin verwendet wurde, zu gelangen, sind die Bestände ausgerottet worden. Inzwischen gibt es wieder einige kleine Populationen auch in Deutschland.

Der europäische Biber ist durch die Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

In Sibirien gehörte der Biber zu den zahlreichsten Tieren und wichtigsten Felllieferanten. Es gab eine eigene Zunft von Biberfängern, die „Bobrowniki“. 1917 waren nur noch kleine Restbestände in entlegenen Sumpfgebieten vorhanden. Seit 1924 stehen die Restbestände unter strengem Schutz und die Bestände vergrößern sich langsam.

Die Zucht der Biber in Gehegen ist mehrfach versucht worden, auch in Amerika. Doch ist man dazu übergegangen, hier gezüchtete Tiere wieder in die freie Wildbahn auszusetzen, da sich die Ernährung der Tiere und der Bedarf an großen, eingezäunten Flächen als sehr schwierig erweist.

Gegenüber dem kanadischen Biber ist der europäische etwas kleiner und das Fell von weniger guter Qualität, abgesehen von denen aus Sibirien, die wohl den nordamerikanischen Bibern entsprechen. In der Leningrader Auktion wurden 1974 beispielsweise 2.000 Felle angeboten, 1976 auf einer norwegischen Auktion 100. Das russische Angebot war seitdem ständig angewachsen, 1987 waren es 15.000 Felle.[6] Verarbeitung wie beim kanadischen Biber.

Kanadischer Biber

Biberfell, Kanada
Pro pelle cutem

Der Kanadische Biber bewohnt mit seinen Unterarten den nördlichen Waldgürtel Nordamerikas.

Nachdem der Biber um 1900 in Teilen Kanadas fast ausgerottet, in großen Teilen stark dezimiert war, wurden in letzter Minute effektive Schutz- und Schongesetze erlassen und der Biber auch dort wieder ausgesetzt, wo er einst gelebt hatte. Bereits 1961 wurde die Erlaubnis zum Fang von 33.400 Bibern erteilt, der sich in den Jahren darauf steigerte. Der Fang von Bibern und anderen Pelztieren bildet die Existenzgrundlage mancher Indianer, die auch das Biberfleisch als Nahrung nutzen. Mittlerweile haben die Biber sich so stark vermehrt, dass der Bestand genau überwacht wird und sie auch zum Schutz des Baumbestands gefangen werden. Der Fang selbst ist streng geregelt.

In Nordamerika galt in früheren Jahrhunderten das Biberfell als Zahlungsmittel. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden von der Hudson’s Bay Company, die den Biber als Wappentier führt, getauscht (siehe auch Pelzhandel in Nordamerika):

Anzahl der Felle Gegenwert
15 Biberfelle 1 Flinte
3 Biberfelle 1 Dutzend Messer
2 Biberfelle 1 Axt
5 Biberfelle 1 wollene Decke
2 Biberfelle 1 Pfund Tabak usw.
1 Schwarzfuchs war ranggleich 20 Biberfellen.

Das Fell des Bibers hat etwa 5 bis 6 cm lange Grannenhaare, die schräg nach hinten gerichtet sind. Die Unterwolle ist außerordentlich dicht und fein bei einer Länge von 2 bis 3 cm. Sie wird vom Rücken nach den Seiten und der Wamme zu dichter. Die Färbung variiert zwischen hell- bis tiefdunkelbraun, wobei die Wamme etwas heller ist. Die Unterwolle ist im Rücken dunkelbraun, an den Seiten mehr graubraun bis blaugrau. Kanadische Biber sind meist dunkler, die aus den westlichen und zentralen USA heller, südliche rötlicher. Die Felle werden zum Trocknen vom Indianer oder Trapper in eine ovale, fast kreisrunde Form gespannt. Der Fellanfall in Nordamerika war 1972 etwa 500.000, 1968 etwa 600.000 Stück (davon aus Kanada über 400.000).[6]

Haltbarkeitskoeffizient: [5][Anmerkung 1]
mit Grannen 80 bis 90 %
gerupft oder geschoren 70 bis 80 %

Ehe man dazu überging, die missfarbigen und harten Grannenhaare zu entfernen, wurde nur das Biberhaar verfilzt und zu so genannten „Castorhüten“ verarbeitet, die im 18. und 19. Jahrhundert besonders beliebt waren. Oder es wurde zu diesem Zweck aus den Fellen die Unterwolle ausgekämmt, um dann klerikale Bekleidung und Gerichtsroben daraus zu kürschnern.[16] Wurden nur die Haare genutzt, verwendete man die abfallenden Häute für Beutlerarbeiten oder zur Siebherstellung.[8] Heute wird das Biberfell den verschiedensten Veredlungsverfahren unterzogen, die nicht sämtlich aufgezählt werden können, zumal, je nach Mode und fortschreitender Veredlungstechnik, immer neue Verfahren entwickelt werden.

  • Grannenbiber
    • Zugerichtete Biber, ohne Veränderung der Fellstruktur (naturbelassen). In diesem Zustand wird der Biber für eventuelle weitere Veredlungsstufen sortiert.
  • Spitzbiber
    • Leicht angeschorener Grannenbiber. Die Länge der Granne, die zwischen Flanken und Fellmitte variiert, wird egalisiert. Voll- und dichtbegrannte Ware wird naturell verarbeitet, schlechtfarbige Ware wird gefärbt. Verwendung vor allem für Besätze.
  • Tiefgeschorener Biber, Samtbiber
    • Hier wird die Granne bis zur Unterwolle abgeschoren. Ebenfalls für Besätze verwendet.
  • Gerupfte Biber, Samtbiber
    • Hier müsste eigentlich von gerupften und geschorenen Bibern gesprochen werden, da in der Regel nach dem Rupfen, d. h. nach dem Entfernen der harten Grannenhaare auch eine gewisse Schur zum Egalisieren der Haarlänge erfolgt. Hierbei werden die zum Verfilzen neigenden Wollhaarspitzen abgeschnitten.[16]
  • Samtbiber oder „Naturbiber“
    • Die klassische Biberveredlung, bei der durch Rupfen und Finish das samtige Biberfell entsteht.
  • Phantombiber
    • Bei einem Teil der als Grannenbiber veredelten Felle lässt sich erkennen, dass die Unterwolle an den Flanken (Seiten) bläulich ist. Durch Tiefschur nach dem Rupfen verstärkt sich dieser Effekt, so dass sich am Schluss der so genannte „Phantombiber“ mit dunkelbraunem Rücken und bläulichgrauen Seiten ergibt.

Bis vor dem zweiten Weltkrieg wurden die grannigen Biber meist zu Besätzen, vor allem Herrenbesätzen, verarbeitet.

Mit der Hinwendung der Mode zu leichterer Kleidung begann man etwa 1980 verstärkt auch Nerze und Wieselfelle zu rupfen, Bisam und andere zu scheren. Bis dahin wurden die Samt- oder damals noch einfach Naturbiber genannten Felle hauptsächlich zu Jacken und Mänteln verarbeitet, heute werden diese meist in Auslassarbeit gearbeiteten Teile fast nicht mehr angeboten. Seit wenigen Jahren werden Felle in Flecht- oder Webtechnik verarbeitet, so verwebt werden gelegentlich auch Biber für kleinere Teile bis hin zur Jacke verwendet.

Ein großer Teil der Felle wird gefärbt verarbeitet.

Bisam(ratte)

Hauptartikel: Bisamfell

Siebenschläfer

Das Fell des Siebenschläfers aus der Familie der Bilche wird nicht mehr genutzt.[6] Um 1840 kamen die Felle fast ausschließlich aus Krain im heutigen Slowenien in den Handel.[8] Bereits um 1900 heißt es, dass „die Felle meist in den Produktionsländern verbraucht werden“ und nur „selten und dann in kleinen Quantitäten in den Handel“ kommen.[52]

Petschanik (Gelb- oder Fahlziesel)

Hauptartikel: Zieselfell

Suslik (Ziesel)

Hauptartikel: Zieselfell

Burunduk (Streifenhörnchen)

 Commons: Burundukifelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Von links: Östlicher Chipmunk, Indisches Palmenhörnchen, Burunduk
Burundukimuff und Kleid mit Burundukfell (nach einem Original aus der Zeit um 1900)

Das asiatische Streifenhörnchen, der Burunduk, Plural Burunduki, gehört zu den kleinsten verarbeiteten Pelztieren. Das Fell ist etwa 8 bis 16 cm lang, hinzu kommt der Schweif mit 6 bis 14 cm. Die Fellmitte ist grau mit vier schmalen, schwarzbraunen und drei dazwischenlaufenden hellen gelblichweißen Streifen, wobei der mittelste auf der Mittellinie des Rückens liegt. Die Wamme ist weißgrau bis gelblichweiß. Das kurze, dichte Haar ist sehr fein.

Haltbarkeitskoeffizient: 20-30 % [5][Anmerkung 1]

Wie Brass in seiner ersten Auflage schreibt, wurden die Felle bis zum ersten Weltkrieg nicht beachtet, „obgleich sie sehr schöne Futter abgeben würden“. 1925 berichtet er jedoch bereits, „inzwischen hat man dies aber auch in den Kreisen der Pelzindustrie erkannt und Burunduki bilden jetzt einen nicht unbedeutenden Handelsartikel“.[32] 1987 wurden auf russischen Auktionen 23.000 Stück, alle aus der Mongolei, angeboten. [6] Inzwischen sind sie jedoch wieder fast ganz vom Markt verschwunden.

Verwendung zu Innenfuttern.

Das noch farbenfreudigere Fell des amerikanischen Streifenhörnchens, der Chipmunk oder Hackee, wurde von Indianerinnen als Kleiderschmuck benutzt, im Fellhandel spielte es kaum eine Rolle.

Chinchilla

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Es werden die Felle des Langschwanz- und des Kurzschwanzchinchillas verwendet, beide zur Gattung Eigentliche Chinchillas gehörig.

Schon seit 900 v. Chr. sollen die Felle von einem die Hochgebirgszüge der Anden bewohnenden Indianerstamm, den Chinchas, genutzt worden sein. Von den Inkas, die die Chinchas unterwarfen, wurde das Fell zum Königspelz erklärt. Es wurden aber auch aus den feinen seidenweichen Haaren Garne gesponnen und zu Decken und Umhängen verarbeitet.

Beim Hineinblasen sieht man die feinen Haare des Chinchillafells

Das Chinchillafell weist eine einmalige Besonderheit auf: Aus der Haarwurzel kommt nicht, wie bei anderen Säugetieren, ein einzelnes Haar, sondern 60 bis 80, mitunter noch mehr feinste Haare (etwa 30 mal dünner als Menschenhaare).

Haltbarkeitskoeffizient: 20 bis 30 % [5][Anmerkung 1]

Die Edelchinchilla gilt als eine ausgestorbene Unterart der Kurzschwanzchinchilla, eine weitere Unterart ist die Bergchinchilla. Die zweite Art, die fast ausschließlich für Zuchtzwecke genutzt wird, ist die Langschwanz-Chinchilla.

Das einmalig dichte, feine und weiche Fell wurde den Chinchillas fast zum Verhängnis. Unter den Indianern, die das Haar zu Wolle verspannen, hatten sich die Bestände kaum verringert. Als die Felle jedoch nach Europa kamen und wegen ihrer Seltenheit begehrt wurden, wurde die Jagd für viele Indianer zur einzigen Erwerbsquelle.

Verbrämung aus Chinchillafell, Russland 19. Jh.

Seit 1829 wurden die Tiere genauer bekannt, etwa zu oder nach dieser Zeit sind die ersten Felle aus Peru auf die Auktionen nach London gekommen.[8][6]

1894 wurden aus Chile etwa 400.000 Felle exportiert. Der größte Teil wurde über Leipzig, eines der damaligen Handelszentren für Rauchwaren, umgesetzt. Der dortige Rauchwarenhändler und Chinchillaspezialist Chinchillakönig Richard Gloeck verkaufte 1899 allein 18.500 Felle.[6] Bereits 1910 war der Anfall so weit zurückgegangen, dass mit einem Aussterben gerechnet werden musste. Deshalb vereinigten sich Chile, Argentinien, Bolivien und Peru 1917 zur Konvention zum Schutz der Chinchillas, wonach Jagd und Fang wie auch die Ausfuhr verboten waren. Die wenigen noch frei lebenden Chinchillapopulationen stehen jetzt unter vollem Schutz (Anhang I des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens).

Alle heute gehandelten Chinchillas stammen deshalb aus der Zucht.

Chinchillacape; Senta Berger auf der Berlinale 2010

Schon 1913 wurde von einem Engländer, Sir Thomas Murray, ein Gebirgsareal eingezäunt und mit über 500 Tieren besetzt, die aber innerhalb kurzer Zeit an seuchenhaften Erkrankungen und anderem starben. 1918 versuchte der amerikanische Bergbauingenieur Mathias F. Chapman Chinchillas zu züchten. Er erhielt die Erlaubnis, 23 zuchtreife Langschwanzchinchillas, die er von einheimischen Jägern fangen ließ, auszuführen. Mit elf Tieren, sieben Males und vier Females, den „Famous Eleven“, erreichte er nach stürmischer Seefahrt Kalifornien. Diese Tiere bildeten den Zuchtstamm für die nunmehr entstehende und sich stark ausbreitende Chinchillazucht in Nordamerika, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch nach Europa ausdehnte. Hier wiederholte sich das Gleiche wie in der Silberfuchszucht in den 1920er-Jahren; man versprach den angehenden Züchtern Riesengewinne, versicherte, dass die Tiere auf kleinstem Raum (Balkon, Keller) gehalten werden könnten, dass sie als Pflanzenfresser sehr billig in der Haltung seien und machte weitere, nicht immer der Wirklichkeit entsprechende Versprechungen. Tatsächlich erzielte man aber nur aus dem Verkauf der Zuchttiere so hohe Erlöse, in Amerika um 1940 zwischen 3.000 und 4.000 Dollar und 1953 noch zwischen 500 und 900 Dollar pro Paar.[6] Da zum Teil auch noch minderwertige Zuchttiere verkauft worden waren, waren auch die Felle minderwertig und erbrachten kaum einen Gewinn.[53] Heute werden in Deutschland Chinchillas wohl überwiegend für die Heimtierhaltung gezüchtet. Amerikanische Züchtervereinigungen brachten Felle unter Phantasienamen wie „Aurora Chinchilla“ oder „Charisma Chinchilla“ auf den Markt.

Mutationstiere sind inzwischen, ebenso wie in der Nerzzucht, angefallen und planmäßig weiter gezüchtet worden; unter anderem in den Farben weiß mit dunklen Grannen, Hell- Mittel- und Dunkelsilber, Saphir, Hell-, Mittel- und Dunkelbeige. Hell-, Dunkel- und Mittel-Holzkohle (Charcoals) mit weißen oder beinahe weißen Bäuchen, Hell-, Mittel- und Dunkelschwarz, mit braunen oder schwarzen Bäuchen. 1988 gab es etwa 25 Farbsorten.

2001/2002 begann der Chinchillafarmer Niels Sørig mit der Zucht eines doppelt rezessiven Typs aus den Farben Afro Violet und Saphir. Die Felle kamen erstmals 2011 unter dem Namen Blue Diamond auf die Kopenhagener Auktion.[54]

Die in der Literatur angegebenen Zahlen des Weltangebots an Chinchillas waren recht unterschiedlich. Die skandinavische Züchtergemeinschaft SAGA nennt 1985/86 die USA mit 37.000, Kanada mit 19.000, die Bundesrepublik damals noch mit 15.000, Dänemark mit 6000, Argentinien mit 3000 und Österreich mit 2000 Fellen als Hauptlieferanten. Die Produktion dürfte bedeutend höher gelegen haben (200.000 bis 300.000 Felle).

Infolge der feinen Haarstruktur und des sehr dünnen Leders werden Chinchillafelle hauptsächlich für Abendpelze, Stolen und Besätze verwendet.

Feh (asiatisches Eichhörnchen)

Hauptartikel: Feh

Hamster

Hauptartikel: Hamsterfell

Murmel(tier)

Hauptartikel: Murmelfell

Nutria oder Sumpfbiber

Hauptartikel: Nutriafell

Viscacha

Hauptartikel: Viscachafell

Hasenartige

Europäischer Feldhase, Schneeschuh-Hase (Polarhase), Schneehase

Hauptartikel: Hasenfell

Kanin (Hauskaninchen, Wildkaninchen)

 Commons: Kaninfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bekleidung aus Kaninfellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wildkanin(chen)

Das Europäische Wildkaninchen unterscheidet sich vom Europäischen Feldhasen durch seine geringere Größe, 35 bis 45 cm, Schwanzlänge 6 cm und die kürzeren Gliedmaßen, Färbung erdgrau. Das Fell wird im Rauchwarenhandel als Wildkanin bezeichnet.

Haltbarkeitskoeffizient: 20 bis 30 % [5][Anmerkung 1]

1790 wurden die ersten Wildkaninchen in Australien eingeführt, wo man sie bald als Landplage empfand. Von dort wurden jährlich sehr große Fellmengen exportiert, zuerst nur wegen des Haars, als „Schneidekanin“ für die Hutindustrie, dann auch für Pelzzwecke. Da die Haltbarkeit der Wildkaninchen recht gering ist, haben die zwar preiswerten, aber meist heftig haarenden Kaninjacken der 1960er und 1970er Jahre gesamte Fellart Kanin etwas in Misskredit gebracht. In den letzten Jahrzehnten sind die stets hasengrauen Felle kaum mehr für Pelzzwecke angeboten worden.

Große, dichte Winterfelle der Europäischen Wildkaninchen wurden zeitweilig in geringem Umfang pelzwirtschaftlich genutzt. Nach Larisch wurden um 1900 nur etwa 3 % der Felle dem Rauchwarenhandel zugeführt, 97 % gingen in die Haar- und Filzhutindustrie.

Hauskanin(chen)

Eine ausführliche Beschreibung der verschiedenen Rassen siehe Hauskaninchen, über Kaninfarben außerdem Genetik des Hauskaninchens.

Verschiedene Hauskaninchenfelle, naturfarben und gefärbt (alte Schautafel, 2009 bei einem Frankfurter Kaninfellhändler)

Aus dem Hauskaninchen haben sich durch jahrhundertelange Zucht sehr viele Rassen gebildet, die als Fleisch- und als Felllieferant dienen. Die wichtigste Forderung des Pelzhandels an ein gutes Kaninfell ist die der Dichte und Gleichmäßigkeit der Haare an den verschiedenen Körperteilen, auch zu den Seiten, der Wamme, hin. Die geringer wertigen Sommerfelle werden im Handel als „hohl“ bezeichnet. Kanin hat seit langem eine wichtige Stellung in der Pelzwirtschaft, es gehört mit zu den beliebtesten und preisgünstigsten Fellsorten, ist weich im Haar und besonders gut zur Veredlung und Färbung geeignet.

Noch nach dem Zweiten Weltkrieg war in der Rauchwarenbranche für schwarze, geschorene Kaninfelle der Name „Seal electric“ geläufig. Die erste Maschiniermaschine zum Entfernen des Oberhaars war in Amerika von der Firma Hadbavny gebaut worden. Sie hatte statt der heutigen Schermesser einen elektrisch aufgeheizten Platindraht, der die Haare absengte. Das Verfahren hat sich nicht bewährt, der Name Seal electric aber blieb.[55] Mit der früher entstandenen Bezeichnung Sealkanin bezeichnet der Handel auch heute noch gelegentlich geschorene, schwarz gefärbte Kanin, eine große Mode bis in die Nachkriegszeit. Hierfür eignen sich unter anderem am besten Französische Widder und Belgische Riesen. Da Sealkanin anfangs als Ersatz für das echte Sealfell angesehen wurde, färbte man die Felle auch nach dem Krieg noch eine Zeit lang nicht einfach schwarz. Das Leder des echten Sealfells verträgt das Färben nur schlecht, deshalb trug man dort die schwarze Farbe von der Haarseite mit der Bürste auf, das Unterhaar blieb dabei rötlich (siehe dazu Pelzrobbe unter Robbenfell). Das wurde beim Kanin nachgeahmt, indem die Felle erst rötlich eingefärbt wurden um dann, ebenfalls mit der Bürste, im Oberhaar schwarz eingefärbt zu werden. Nach und nach ging beim Verbraucher das Wissen, wie ein echtes Sealfell aussieht, verloren und man färbte die Felle im Farbbad durchgehend schwarz. Was nicht nur billiger sondern auch kundenfreundlich war; die damals rötliche Unterwolle erhöhte die Sichtbarkeit von Abriebschäden insbesondere in den Pelzkanten ganz erheblich.

Zum Trocknen aufgespannte Kaninchenfelle nach der Hausschlachtung (Tschechien, 2010)

Für braungefärbte Biberette-Kanin sind alle Felle mit blauem Grund am besten geeignet. Die Bezeichnung für schwarz gefärbte, ungeschorene Kanin war Skunkskanin. Zum Färben auf hellere Farbtöne verwendet man am besten weiße Felle, wie Weiße Widder, Weiße Riesen oder Weiße Wiener.

Haltbarkeitskoeffizient für Sealkanin und Biberette-Kanin: 20 bis 30 % [5][Anmerkung 1]

Ein besonderer Veredlungseffekt entsteht mit den heutigen technischen Möglichkeiten, indem die Unterwolle andersfarbig eingefärbt wird als das Oberhaar; sind die Haarspitzen fast weiß, werden die entstandenen Farben mit dem Zusatz „snowtop“ bezeichnet. Werden die Haarspitzen in Mustern teilweise abgeschoren, so ergeben sich bei entsprechenden Farben beeindruckende plastische Strukturen.

Nur sehr dicht stehende Haare können sich bei der Feinheit der Behaarung gegenseitig aufrechtstehend erhalten. Als die besten Qualitäten gelten das Fell des Französischen und Deutschen Widders, danach die Wiener, Französische Silber, Rheinische Schecke, Japaner, Thüringer, Chinchilla, Havanna, Alaska.

Folgende Forderungen werden an gute Kaninfelle gestellt:

  1. Möglichst groß bei trotzdem guter Qualität.
  2. Das Tier muss genügend alt gewesen sein, Felle junger Tiere nutzen sich schneller ab.
  3. Gleichmäßige Farbe des Naturfells.
  4. Möglichst viele gleiche Felle einer Sorte.
Kanin-Kürschnersortiment in der Klassifizierung „5 xer schwarz“ (2009)

Eine Besonderheit der deutschen Kaninsortimente waren, neben den vielen, sehr speziellen weiteren Qualitäts- und Farbaufteilungen, die Klassifizierungs-Aufkleber mit den „x“ in unterschiedlicher Anzahl (xxx, xxxx, xxxx usw.) und Farbe. „10 xer“ waren 45 cm lang, die kleinsten „3 xer“ unter 27 cm. Ein schwarzes Etikett = 1. Qualität, blau = 2. Qualität, rot = 3., grün = 4., gelb = 5. Ein Fellbund mit einem schwarzen Etikett mit 6 x (xxxxxx) beinhaltet also in der Regel jeweils 10 oder 20 Stück, gut mittelgroße (37-42 cm lange) Felle bester Qualität.

Nachdem in der Bundesrepublik die Kaninchenzucht schon länger fast nur noch als Sportzucht betrieben wurde, ging mit der Wiedervereinigung auch in der ehemaligen DDR die Haltung für die Fleischgewinnung drastisch zurück. Noch 1987 wurden vom Angebot der Interpelz-Auktionen in Leipzig 1.250.000 Felle verkauft.[6]

Schal aus geflochtenem, snowtop gefärbtem Rexkanin (konfektioniert in China, 2009)

Derzeit kommt die allermeiste Ware fertig konfektioniert über China in den Handel. Sie wird in der Regel einfach als Kanin angeboten, lediglich Teile aus Rexkanin, die sich mit ihrem dichten abstehenden Haar und fast gleichlanger Ober- und Unterwolle besonders für die Verarbeitung in der Wirktechnik eignen, werden besonders gekennzeichnet. Noch 1988 war unklar, ob sich die 1919 entstandene Mutation mit Ihren neu gezüchteten Farbschlägen auf dem Pelzmarkt durchsetzen würde.[6]

Eine Zuchtform des Rexkanin ist das Orylag-Kanin, das derzeit einen besonders hohen Preis erzielt und oft ohne den Zusatz Kanin gehandelt wird. Der Name wurde 1989 geschützt und darf nur Genehmigung der landwirtschaftlichen Genossenschaft der Züchter d’Orylag für Fleisch und Felle aus deren Tieren benutzt werden. Die französische Genossenschaft stellt an ihre Mitglieder auch unter Aspekten des Tierschutzes besonders hohe Ansprüche an die Haltungsbedingungen, beispielsweise besonders große Gehege. Orylag gibt es derzeit in drei Farbvarianten, braun, „biber“ und „chinchilla“. Die produzierte Fellanzahl hat sich von 1992 2000 Stück auf 100.000 im Jahr 2006 erhöht.[56]

Kaninchen werden für die Fleischproduktion vor allem in Südeuropa, und dort besonders in Spanien (meist weißes Fell guter Qualität), Italien, auch in Frankreich und in Osteuropa gezüchtet. Als Nebenprodukt fallen in diesen Ländern deshalb die meisten europäischen Felle an. Aus spanischen Veredlungsbetrieben kommen auch besonders innovative Farben, Schermuster und Veredlungen der Lederseite. Die überwiegende Menge an kommerzieller Tafelware und vor allem an fertig gearbeiteter Konfektion kommt jedoch über China nach Europa, auch europäische Felle werden tiefgefroren von chinesischen Firmen importiert und dort weiter verarbeitet.

Verarbeitung zu Innenfuttern, Decken und allen Arten der Pelzkonfektion, in vielen Veredlungsarten. In den letzten Jahren kommen aus China sehr viele Schals, Stolen, aber auch Jäckchen, sowie andere Kleinteile, die aus verwirkten bzw. in Netze geflochtenen, etwa 3 bis 5 mm breiten Streifen gearbeitet wurden.

Pampashase oder Mara

Das dichte und glänzende, braungraue Fell des patagonischen Pampashasen aus der Familie der Meerschweinchen wurde „zu Satteldecken und Teppichen verwendet“, kam aber um 1900 schon „noch wenig in den Handel“.[52]

Beuteltiere

Das Fell des Ringelschwanzbeutlers ist als Ringtail oder Ringtail-Opossum, das des Tüpfelmarders als Native Cat im Fellhandel. Beide siehe nachfolgend unter „Opossum“, australisch, tasmanisch und neuseeländisch. Die Felle der kleinen Känguruarten und die der eigentlichen Wallabies kommen ausschließlich als Wallabies in den Handel.[6]

Wallaby (Känguru)

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Moondyne Joe (1830–1900) im Wallabycape

Als Wallaby werden mehrere Arten aus der Familie der Kängurus bezeichnet. Der Begriff Wallaby ist allerdings nicht eindeutig. Im engeren Sinn zählen nur acht kleinere Arten der Gattung Macropus dazu, die in der Untergattung Notamacropus zusammengefasst werden. In einem weiteren Sinn (wie auch im Englischen) werden alle kleineren Gattungen der Kängurus (wie Hasenkängurus, Nagelkängurus, Buschkängurus, Filander und Felskängurus) dazugerechnet.

Kängurus sind in zahlreichen Arten über Australien, Tasmanien, Neuguinea, Aru- und Kai-Inseln und Teile des Bismarck-Archipels verbreitet. In Neuseeland wurden sie ca. 1947 eingebürgert.

Die Felle der Großkängurus wurden ausschließlich der Lederverarbeitung zugeführt, für die sie aber heute auch keine Rolle mehr spielen, teilweise unterliegen sie Exportverboten. Für die Pelzverarbeitung kommen unter anderem folgende Arten, die alle als Wallaby gehandelt werden, in Frage:

    • Peitschenschwanz-Wallaby, (Whiptail wallaby): Unter dieser Bezeichnung wurde das Hübschgesichtwallaby aus dem Osten Australiens eingeführt. Auffälligstes Kennzeichen sind die weißen Wangenstreifen, die sich von der Schnauze bis unter die Augen erstrecken.
    • Busch-Wallaby: das Rotnackenwallaby. Kopf-Rumpflänge 70 bis 90 cm, Schwanz 65 bis 90 cm.
    • Sumpfwallaby, Swamp Wallaby: Kopf-Rumpf-Länge 70 bis 90 cm, Schwanz 65 bis 90 cm.
  • Rockwallabies: Hierzu zählen das
  • Grey-Wallabyies, Felle mitunter ebenfalls als Rockwallabies gehandelt: die Felskängurus. Hierzu gehören das
  • Blaues Känguru, hier wurden nur die Felle weiblicher Tiere für Pelzzwecke genutzt. Sie sind meist hell, bläulichgrau; das Haar ist sehr weich und dicht mit bläulicher, reicher Unterwolle, auch langhaariger als andere Arten,die Unterseite ist weiß. Das Leder ist dünn und weich.[57]
  • Bergkänguru, die Felle männlicher Tiere sind dunkelbraun, nach Brass sind die der Weibchen hellbraun. Das zottelige Haar ist kurz und grob und daher wenig für Pelzzwecke geeignet.
  • Die als Silvery Lightside bezeichneten Felle stammen vom Bürstenkänguru, Felllänge 70 bis 90 ,cm, Schwanzlänge 28 bis 31 cm; und die
  • Silvery Darkside vom Rotnackenwallaby, Felllänge 70 bis 90 cm, Schwanzlänge 65 bis 75 cm.

Die Felle aller Wallabies sind meist rötlich braun, auch bläulich mit hellen Spitzen. Das Haar ist lang, etwa wie bei Waschbären, doch etwas flattrig, die Unterseite ist grauweiß. Gutfarbige Felle wurden meist naturell verarbeitet, schlechtfarbige auf andere Fellfarben, beispielsweise Nerz, eingefärbt.

Haltbarkeitskoeffizient: [5][Anmerkung 1]
Wallaby 30 bis 40 %
Riesenkänguru 20 bis 30 %

Im Jahr 1890 kamen jährlich etwa 400 Tausend Kängurufelle zum Rauchwarenumschlagplatz London; vor 1911 ging dann der größte Teil nach Nordamerika oder wurde in Australien selbst verarbeitet, die Gesamtzahl der jährlich gehandelten Kängurufelle betrug 20 Tausend; die der nach Europa exportierten Wallaby etwa 300 Tausend.[57] Für 1988 heißt es, „der Anfall an Wallabyfellen soll in den vergangenen Jahren bis zu 1 Million Stück betragen haben, doch liegen genauere Zahlen nicht vor“ [6]. Seitdem scheint das Fell zumindest vom europäischen Markt fast ganz verschwunden zu sein. Einige Känguruarten sind in das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (Anhang I bzw. II) aufgenommen worden.

Die Verarbeitung erfolgt meist zu Jacken oder Mänteln, flachere Felle zu Innenfuttern.

Opossum, amerikanisch

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Amerikanisches Opossumfell

Für den Pelzhandel kommen zwei Arten des Amerikanischen Opossums in Frage:

Merkmale

  Nordopossum Südopossum
Gemeinsamkeiten Beide Arten sind gelblich-weiß in heller bis dunkler Schattierung gefärbt, gelegentlich marderfarbig mit weißem Grund (südamerikanische Arten sind teils dunkler bis fast schwarz). Die Fellseiten sind gelbbraun bis gelblichweiß, die Kehle gelblichweiß. Die Füße sind schwarz.
Unterschiede Kopf fast einfarbig hell, weißlich bis gelblich gefärbt. Das helle, weiß bis gelbe Schwanzende umfasst immer mehr als die Hälfte der gesamten Schwanzlänge. Schwärzlicher bis bräunlicher Streifen von der Nase bis über das Auge bis zum Ohr; Stirn und Scheitel zwischen den Ohren sind dunkel. Das weiße Schwanzende umfasst weniger als die Hälfte der gesamten Schwanzlänge.

Das sehr lange Haar ist seidig bis fein, grob bis hart. Im Gegensatz zu dem dichten, weichen und wolligen Haar des australischen Opossums ist es wenig dicht (schütter); die Unterwolle schimmert oft weißlich vor. Das Oberhaar ist 4 bis 5 cm lang, die Unterwolle 2 bis 3 cm.

Haltbarkeitskoeffizient: 30-40 % [5][Anmerkung 1]

Provenienzen

Nordamerika
Nördliche Gegenden sind besonders seidig und fein, südliche gröber (drahtig)
  • Northern (North-Missouri, Ohio, Illinois, Indiana) Sehr groß, seidig; silbrig und hell, Unterwolle weiß
  • Centrals (Missouri, Arkansas) Groß, seidig, mittelfarbig; Unterwolle weiß. Die Arkansas sind als leichte Centrals im Handel
  • Western (Kansas, Nebraska, Kalifornien) Groß, gröber; gelbliche Grannen, flacheres Haar und dünnere Unterwolle. Größerer Anfall von Marder-Opossums
  • Eastern (Pennsylvania, New York State) Groß, besonders seidig; silbrig und hell, Unterwolle weiß, beste Ware
  • Southern (Texas, Louisiana) Klein, grob; Unterwolle licht; dunkelfarbig
  • Southwestern (Arkansas, Oklahoma) Groß, grob und „hohl“ (lichte Unterwolle); mittel- bis dunkelfarbig; kurzes, weiches Haar
Mittelamerika
Verkümmerter Haarwuchs; für Pelzzwecke weniger geeignet
Südamerika
Die meisten kommen aus Südbrasilien, Uruguay, dem nördlichen und mittleren Argentinien

Sorten und Bedeutung

Man unterscheidet zwei Sorten:

Beide Sorten sind sowohl im Oberhaar wie auch in der Unterwolle dunkler als nordamerikanische Opossum. Der qualitative Unterschied zwischen den beiden südamerikanischen Arten ist erheblich.

Außerdem werden unterschieden Unpelo, einfarbig braune Felle ohne schwarz-weiße Grannenhaare; Doblepelo mit schwarz-weißen Grannen.

Der Anfall nordamerikanischer Felle lag 1988 bei jährlich über einer Million; für Südamerika lagen keine Zahlen vor, der Anfall wurde „mit einiger Wahrscheinlichkeit niedriger“ geschätzt.[6]

Gute Felle eignen sich besonders zum Färben. Zwischen der weißen, nur mäßig dichten Unterwolle und den mehr oder weniger überstehenden silbrigen Grannen liegt eine dunkelbraune Haarschicht, die so genannte Zwischendecke, die dem Fell das charakteristische Aussehen gibt. Zu den Fellseiten hin wird die Felldecke schütter und rötlich braun. Neben der guten Rauche werden besonders die Felle geschätzt, bei denen die Grannen nur wenig über die dunkle Zone herausgehen, was eine schleierartige Wirkung ergibt.

Amerikanisches Opossum war vor dem Zweiten Weltkrieg stark in Mode, oft gefärbt. Ursprünglich nur naturfarben, braun oder schwarz gefärbt erwies es sich in der Strichbleichtechnik als ideale Grundlage für Imitationen von Steinmarder, Baummarder, Zobel und Rotfuchs. Durch entsprechende Vorbehandlung, Abdeckung der Haarspitzen mit einer Wachs-Paraffin-Kombination, und Grotzierung (Verstärkung der Farbe der Fellmitte) erhielt man dem Silberfuchs täuschend ähnliche Felle. Die nur gebleichten Felle nannte man Sonnenbrand.[58]

Als Gehpelzbesatz, Automobilistenmantel und Collegemantel machte es in der Herrenkleidung davor schon dem Waschbären Konkurrenz, siehe dort. Verwendung für Konfektion jeder Art, Besätze, Kragen und sonstige Kleinteile.

„Opossum“, australisch, tasmanisch und neuseeländisch: Fuchskusu

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Plaid aus naturgrauem neuseeländischem Opossum

Das für die Pelzwirtschaft wichtigste und wertvollste Beuteltier Australiens und Neuseelands ist der Fuchskusu, dessen Fell als „Australisch Opossum“ im Handel war, dem Hauptaufkommen entsprechend jetzt richtiger als „Neuseeländisches Opossum“.

Bis in die 90er Jahre wurden die naturgrauen Opossums als australische, die naturbraunen als tasmanische Opossum gehandelt. Die letzten Jahre kamen aber praktisch keine australischen Opossums mehr auf den Markt, fast das gesamte Aufkommen stammte von ursprünglich aus Tasmanien eingeführten Tieren aus Neuseeland.

Dort wird das Tier inzwischen wegen seines massenhaften Auftretens und der angerichteten Schäden, zum Beispiel in der Landwirtschaft und in Gärten, als Schädling angesehen. Auf Grund der deshalb betriebenen Bejagung fallen in großer Menge Opossumfelle an. Bis etwa 2005/2006 wurden deshalb ständig nach Absatzmöglichkeiten für die Felle gesucht, danach brachen die Lieferungen schlagartig ab, seit Ende 2007 wird der Artikel in geringer Menge wieder angeboten. Eine plausible Erklärung des Rauchwarengroßhandels ist, mittlerweile wird das Haar zu besonderen Garnen versponnen, der Preis hierfür sei so hoch, dass sich das Abziehen und Zurichten nicht mehr lohne; die Felle würden jetzt im Balg geschoren und nur das Haar genutzt.

  • Das Fell des gewöhnlichen Fuchskusu ist etwa 32  bis 58 cm lang, der behaarte Schwanz 24 bis 35 cm. Das Haar ist außerordentlich weich, das Oberhaar sehr fein, leicht gekräuselt, sehr dicht und nur wenig länger als die Unterwolle. Die Färbung ist blaubraun bis braun mit blassrötlichem Schimmer. Die Wamme ist hell ockergelb, die Schwanzspitze ist schwarz.
Haltbarkeitskoeffizient: 50 bis 60 %, für die Provenienz Adelaide 30 bis 40 % [5][Anmerkung 1]
  • Das Tasmanische Opossum oder Dunkle Fuchskusu hat einen teilweise schwärzlichen Grotzen und der
  • Hundskusu oder Bobak einen grauschwarzen Grotzen und gleichfarbige Fellseiten.

Jury Fränkel`s Rauchwarenhandbuch von 1988 nennt das australische Opossum als streng geschützt, bemerkt aber einschränkend, „dass kaum noch Felle aus Australien angeboten werden. Das gilt auch für die tasmanischen Opossums“.[6] Australische Opossum dürfen mit einer Ausnahmegenehmigung des Parks und Wildlife Service gefangen werden, die IUCN listet 2000 einige Arten als nicht gefährdet (least concern), andere als potentiell gefährdet (near threatened).

Australien
Nach den Provenienzen wurden folgende Qualitäten Australisches Opossum unterschieden. Queensland (Nördliche (schwächste Sorte), Zentrale, Südliche (Hundskusu)), New South Wales (als Sydneys im Handel), Victoria (Victorias (beste Qualität), Untersorten Reguläre, Rivers, Mountains), South Australia (Adelaide), Western Australia und Kongaroo-Island.

Tasmanien
Die Felle Tasmanischer Opossums sind sehr groß und dicht und bis über 70 cm lang. Sie sind meist dunkelrötlich braun, doch auch grau und besonders dunkel. Die grauen Sorten waren als graue Tasmanische, die dunklen (oft schwarzbraun) mitunter als braune Tasmanische im Handel.

Opossumfelle kamen erstmals nach 1860 zur Anlieferung. Zwischen 1860 und 1870 wurden nur einige zehntausend Felle angeboten. Das stieg bis 1906 auf 4 Millionen und ging bis 1950 auf 1,5 Millionen zurück. 1988 waren praktisch keine tasmanischen Felle mehr auf dem Markt.

Neuseeland
Um 1860 wurden tasmanische Opossums in Neuseeland ausgesetzt, erst 1947 wurden sie zum Fang freigegeben. 1987 schätzte man den Bestand auf 20 Millionen Tiere mit einer Vermehrungsrate von jährlich 5 Millionen. Durch intensive Bejagung versucht man der mittlerweile als Plage angesehenen Tiere Herr zu werden.

Die Felle sind etwas kleiner und weicher im Fell als die tasmanischen, jedoch nicht so gedrungen. Unterschieden wird zwischen dem Anfall im Norden, wo die meisten Felle herkommen. Diese Felle sind grau (dunkel), mitunter fast schwarz. Felle der südlichen Inseln (Southerleys) sind schwerer als die der nördlichen Inseln. Nördliche sind seidiger, südliche etwas gröber (gedrungen).

1988 schreibt der Fränkel, „Zur Verbesserung der Qualität hat man das so genannte „cage finishing“ eingeführt, bei dem die gefangenen Wildtiere bis zur optimalen Pelzreife in Käfigen gehalten werden. Auch die etwa 1980 begonnene Farmzucht hat sich nach Anfangsschwierigkeiten etabliert (z. Zt. etwa 20.000 Felle)“. Beides dürfte wegen der bei Opossum eingangs erwähnten Gründe und des zwischenzeitlich sehr geringen Preises für die Felle inzwischen überholt sein.

Gut geeignet für Pelzzwecke sind nur die Felle aus den beiden Wintermonaten Juni und Juli. Felle die in den übrigen Monaten anfallen weisen in der Regel Nachwuchsstellen im Haar auf, die auch als dunkle Stellen auf der Lederseite sichtbar sind.

Die Verwendung erfolgt vor allem zu Decken, Innenfuttern, Konfektion jeder Art und zu Besätzen.

Kuskus

Die Kuskus (Phalanger), auf einigen der großen Sunda-Inseln lebend, haben eine Körperlänge von 27 bis 65 cm, hinzu kommt der Schwanz mit 24 bis 60 cm. Das sehr dichte, wollige Fell ist auffallend bunt. Die zahllosen Farbabweichungen sind weiß, gelb, rotbraun, teils schwarz in den verschiedensten Mustern gefleckt. Das Fleisch wird von den Papuas gegessen, das Fell von ihnen zu Mützen und Umhängen verarbeitet; es ist, im Gegensatz zum Fell des Kusus, der mit ihm häufig verwechselt wird, jedoch nicht im Handel. [6]

Ringtail, Ringtail-Opossum, zoologisch: Ringelschwanzbeutler

Der den Opossums nahestehende Ringelschwanzbeutler darf nicht mit dem Ringtail-Katzenfrett, im Fellhandel Bassarisk, verwechselt werden.

Der Greifschwanz ist nicht behaart, die verschiedenen, in Australien lebenden Arten sind geschützt. Das Fell ist 19 bis 45 cm lang. Die Behaarung ist kurz, fein und dicht. Die Färbung ist hellgrau, dunkelgrau oder schwarzbraun, oft haben sie einen dunklen Aalstrich, selten drei dunkle Längsstreifen. Die Wamme ist weißgraugelblich. Die besten Qualitäten sind intensiv blau. Hellblaue Felle wurden als „Sydneys“ gehandelt. Die Fellanlieferungen waren unbedeutend, meist wurden sie in die Opossumpartien einsortiert.[6]

Native Cat, zoologisch: Beutelmarder

Das weiche und dichte, ehemals als Native Cat gehandelte Fell des in Tasmanien und ehemals in Südaustralien lebenden Tüpfelbeutelmarders ist 40 bis 65 cm lang, der buschig behaarte Schwanz 20 bis 30 cm. Bei einer der beiden vorkommenden Farbvarianten ist der Fellrücken gelbbraun bis hellolivgrau, bei der zweiten dunkelschwarzbraun. Auf dem Rücken und daran angrenzend befinden sich ähnlich dem Lyraskunk bei beiden Varianten zahlreiche kleinere und größere rundliche weiße Flecken, jedoch Tupfen anstatt Streifen. Die äußeren Fellseiten, die Beine und die Schwanzspitze sind weißgrau. Die Grannen sind braun mit schwärzlichen Spitzen. Die dicht stehenden Haare sind etwa 18 mm lang.[2]

Haltbarkeitskoeffizient: 30 bis 40 % [2][Anmerkung 1]

Aus den Fellen wurden hauptsächlich Innenfutter gearbeitet, die unter der Bezeichnung „Chickerickfutter “ verkauft wurden. Heute ist der Tüpfelbeutelmarder geschützt.

Vom ebenfalls als Native Cat bezeichneten Fell des Langschwanzigen Beutelmarders meint das Pelz-Lexikon von 1949, kämen damals jährlich 20.000 Stück in den Handel, ihr Wert war gering.[59]

Koala

Das dichtwollige Fell des Koalas ist weich und dauerhaft, der Haltbarkeitskoeffizient beträgt 30 bis 40 %.[2][Anmerkung 1] Die Oberseite ist hell bis dunkelgrau, auf der Kruppe befindet sich manchmal ein heller Fleck, die Fellseiten sind weißlich. Die zahlreichen Leit- und Grannenhaare sind hellspitzig.

Früher war der Koala so häufig, dass er in großer Zahl für Pelzzwecke gejagt wurde. 1924 exportierte Ostaustralien über 2 Millionen Felle.

Der Koala ist heute völlig geschützt.

Wombat

Auch die Felle der Wombats spielten einmal eine bedeutende Rolle im Rauchwarenhandel. Während das Fell des Nacktnasenwombats von geringer Qualität ist und für Pelzzwecke daher schlecht geeignet, ist das filzig wirkende Fell des Haarnasenwombats für Besätze und Jackenfutter verwendet worden.[2] Der Haltbarkeitskoeffizient beträgt 30 bis 40 %.[2][Anmerkung 1]

Das Haar ist lang und weich, die Unterwolle dicht. Die Farben variieren je nach Unterart zwischen grau und braun, wobei die Unterseiten der Gliedmaßen, Kehle und Brust fast weiß sein können. Der Schwanz ist unbehaart.

1906 wurden noch mehr als 250.000 Felle jährlich exportiert.[32] Heute zählt das Haarnasenwombat zu den bedrohten Tierarten.

Großer Kaninchennasenbeutler, Ohrenbeutler, Kaninchenbandicut

Die Felllänge beträgt 20 bis 44 cm, der Schwanz ist 12 bis 22 cm lang. Das Haar ist lang, seidig und weich, die Unterwolle schwach. Die Färbung ist hellsilbergrau, blaugrau-bräunlich, die Unterseite ist weiß. Die vordere Hälfte des Schwanzes ist schwarz und die hintere Hälfte, mit einer weißen Quaste am Ende, ist weiß gefärbt.

Laut Brass wurden um 1900 jährlich 30 Tausend bis 40 Tausend Felle nach Europa geliefert.[6]

Sonstige Pelztiere

Nachfolgend noch einige Pelztiere mit geringer Bedeutung für den Rauchwarenhandel.

Affen und Halbaffen

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Sämtliche Affenarten sind inzwischen unter Schutz gestellt.

Guereza oder Scheitelaffe

Zoologischer Artikel: Mantelaffe

Abessinische Guereza

bzw. Nördliche Guereza haben mit das schönste Fell.

Weißschwanzguereza

wirken noch schöner, mit einer noch stärker ausgeprägten, etwa 20 cm langen weißen Mähne.

Flughörnchen, Fellbezeichnung „Fliegender Hund“

Die Felle der Gleithörnchen beziehungsweise Flughörnchen wurden als Fliegende Hunde oder Molenda gehandelt, was zu einiger Verwirrung im Rauchwarenhandel führte. Denn diese sind Fledermäuse und tragen keinen Pelz, sie dürfen nicht gehandelt werden.[6]

Die Behaarung aller Arten ist flattrig. Die Haare sind zwar recht lang, jedoch ist die Unterwolle schütter. Zumeist wurden nur die Felle der Bantori fellwirtschaftlich genutzt, doch fast nur als Besatz, da das Leder sehr dünn ist.

Die Neuweltlichen Gleithörnchen, der Assapan oder Nordamerikanisches Zwerggleithörnchen mit einer Körperlänge von 13 bis 15 cm und einer Schwanzlänge von 8 bis 11 cm und das Nördliche Gleithörnchen mit einer Körperlänge von etwa 15 cm und gleichlangem Schwanz wurden pelzwirtschaftlich kaum genutzt.[6]

Rauchwarenhändler Emil Brass schreibt 1911 über das im östlichen Sibirien bis zum Ochotskyschen Meere und auch auf Sachalin lebende, graugelbe Flugeichhorn: „Ich erinnere mich nicht, Felle dieser Art gesehen zu haben, dagegen häufig die verwandten in China vorkommenden Arten“... „Die Chinesen verwenden es zu Verbrämungen. Es kommen jährlich in Hankow, Shanghai und Tientsin kaum 1000 Stück an den Markt, doch sollen in der letzten Zeit größere Mengen geliefert werden, die auch in den Welthandel gelangen“. Zu der Zeit waren Garnierungen mit Fellschwänzen große Mode, und so schreibt Brass weiter: „In der letzten Zeit sind grössere Mengen von Schweifen unter dem Namen „fliegende Hundeschweife“ in den Handel gekommen und zu gedrehten Schweifen verarbeitet worden. Auf regelmäßige Zufuhren ist aber nicht zu rechnen.“[32]

Javanisches Gleithörnchen

Das Javanische Gleithörnchen erreicht eine Größe von 40 bis 45 cm mit einem gleich langen Schwanz. Die schiefergrauen, silbern überzogenen Felle werden in größerem Maße in Java selbst wirtschaftlich genutzt, Doch sind sie wegen ihrer flattrigen Haare und des dünnen Leders sehr empfindlich, so daß sie meist nur als Verbrämungen verwendet werden.[6]

Taguan

Der größte Vertreter seiner Art ist der in den Waldgebieten Indiens, Burmas und Ceylons lebende Taguan. Er wird 60 cm groß, der Schwanz ist ebenfalls so lang. Die Oberseite ist grauschwarz, Kopf und Halsseiten sind kastanienbraun, die Unterseite schmutziggrau.[6]

Gewöhnliches Gleithörnchen oder Ljutaga

Das Vorkommen des Gewöhnlichen Gleithörnchens ist Nord- und Osteuropa, Sibirien und das nördliche Ostasien. Die Körperlänge beträgt 14 bis 20 cm, der Schwanz ist 9 bis 14 cm lang. Die Behaarung ist seidenweich, der Rücken silbergrau.

Klippschliefer oder Klippdachs

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Das Vorkommen der Klipschliefer beschränkt sich auf Afrika.

Kap-Klippschliefer, Johnston-Klippschliefer, Abessinischer Klippschliefer, Sudan- oder Sahara-Klippschliefer

Das Fell dieser vier Klippschlieferarten ist langhaarig, dicht und weich und variiert je nach Vorkommen zwischen dunkelnussbraun, hellbraun oder bräunlichgrau mit hellen Grannenspitzen. Die Felllänge beträgt etwa 40 bis 55 cm. Die Felle haben zwei Kennzeichen, sie haben kein Unterhaar und die einzelnen Haare sind in 15er Gruppen angeordnet. Ein zusätzliches Merkmal ist ein Fleck auf dem Rücken nahe am Lendenwirbel. Er besteht, je nach Herkommen, aus weißlichen, hellgelben oder schwarzen Haaren. Die etwa 30 mm lange kahle Stelle in der Mitte des Flecks stammt von einer Drüse, aus der die Tiere während der Paarungszeit eine stark riechende Flüssigkeit absondern.

Erst um 1900 kam das Klippschlieferfell mit etwa 10.000 Stück jährlich in den Handel, wo es zu Pelzfuttern verarbeitet wurde.[32]

1988 wurden die Anlieferungen als unbedeutend eingeschätzt, Zahlen waren nicht zu ermitteln.[6]

Felle der Baum- oder Waldschliefer, Felllänge etwa 45 bis 55 cm, werden noch weniger als das der Klippschliefer gehandelt.[6] Über die Fellnutzung der übrigen Schlieferarten ist offenbar nichts bekannt.

(So genannte) Pelzratten

(verschiedenen zoologischen Gruppen zugehörig)

Laternenratte oder Lampenratte, Yapok

Yapokfell
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Die unter den Namen Yapok, Laternen- oder Lampenratte im Handel befindlichen Felle werden trotz der hübschen Zeichnung nur wenig angeboten, sie stammen von einem südamerikanischen Schwimmbeutler.

Das Fell ist etwa 40 bis 45 cm lang. Das Haar ist sehr weich, die Behaarung dicht-wollig, kurz; hellbräunlich, weiß durchsetzt. Kennzeichnend sind die vier dunkelbraunen runden Rückenflecken, die am Hals und am Rumpf mehr oval sind und das Braun bis in die Pfoten fortsetzen, im Grotzen sind sie durch eine schmale braune Linie miteinander verbunden.[6]

Lemming

Im Pelzhandel spielten die Felle der Lemminge trotz des zeitweise massenhaften Vorkommens keine Rolle, das Pelzlexikon schreibt 1950, „jedenfalls derzeit nicht“.[60]

Wasserratte

Das Fell der eurasischen Wasserratten war einmal ein billiges Mantelmaterial, das schwarz und braun gefärbt verarbeitet wurde. 1960 hieß es, dass „der Artikel nicht mehr – jedenfalls nicht mehr regelmäßig – auf der Exportliste zu sehen“ ist. Gleichzeitig heißt es, in der Sowjetunion wird eine Landratte zu Pelzzwecken genützt, die Scheunenratte, „die aber mehr im Inland verbraucht wird und für den Export von geringer Bedeutung ist.“[61]

Maus

Das Fell der Hausmaus und der daraus hervorgegangenen Farbvarianten der Farbmäuse ist, trotz des zeitweise großen Anfalls in Tierversuchsanstalten, wohl nur selten genutzt worden. 1938 berichtet eine Zeitschrift der Pelztierzüchter von einer englischen Mäusezüchterin, die als Anregung von einem Londoner Kürschner ein Cape aus Mäusefellen arbeiten ließ, das in der Londoner Gesellschaft Beachtung fand und mit Gewinn verkauft wurde.[62]

Eierleger

Schnabeltier

Bereits seit 1905 steht das Schnabeltier unter völligem Naturschutz.

Das Fell wurde davor von australischen Kürschnern für Mützen und Decken verwendet, die Ausfuhr betrug um 1900 höchsten 100 Stück jährlich, zu einem sehr geringen Preis.[57] In Europa wurden über England um 1840 „einige Schnabeltierfelle“ nur von Naturalienhändlern gehandelt.[8]

Haltbarkeitskoeffizient: 50 bis 60 % [2][Anmerkung 1]

Vögel

Pelerine aus Kormoranfellen (ca. 1900)
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Bis etwa Anfang des 19. Jahrhunderts wurden noch Felle (Bälge) einiger Vogelarten in verhältnismäßig geringer Zahl verarbeitet, zumeist für Garnituren und Verbrämungen. Ihr Fell bildete „ein wenig dauerhaftes Pelzwerk“. Verwendet wurden vor allem Eiderenten, Grebes, Gänse, Möwen und Schwäne.[52]

Im Gegensatz zu fast allen behaarten Fellarten wurden die befederten Bälge im Rücken aufgeschnitten,[52] um die bessere Bauchseite zu schonen.

Hier eine Beschreibung der Zurichtung der Vogelfelle am Beispiel für Grebes aus dem Jahr 1895:

Die Zurichtung der Grebes ist ziemlich einfach. Dieselben werden eingeweicht wie Lammfelle, dann gewaschen, gut gespült und gefleischt, letzteres immer von der Mitte nach der Seite zu; hierauf kommen sie noch naß in die völlig reine Läutertonne, deren vierten Teil man mit sehr trockenen, reinen Sägespänen von weichem Holz anfüllt und nun die Grebes so lange drin gehen läßt, bis die ganze Feuchtigkeit aus den Fellen in die Späne übergegangen ist: sind die Späne feucht und nehmen von den Fellen keine Nässe mehr auf, so müssen dieselben erneuert werden. Man kann alsdann auf die Federn noch nassen Puder auftragen und nach dem Trocknen desselben die Grebes nochmals in trocknen Spänen von 'hartem' Holz warm läutern.[9]

Eiderente

Eiderenten wurde wegen ihrer Federn so stark nachgestellt, dass um 1900 Island und Skandinavien bereits Schutzgesetze erlassen hatten. Außer den Federn wurden zu der Zeit auch vereinzelt die von den Oberfedern befreiten Bälge genutzt, um Pelerinen und Kragen daraus zu machen. Durch „sorgfältiges Gegenüberstellen der dunklen Flügelpartien“ suchte man „eine gefällige Zeichnung zu erreichen.“[52]

Prachteiderente

1950 schreibt das Pelzlexikon, dass die Federn vom Balg der in den skandinavischen Ländern heimischen Königs- oder Prachteiderente vor dem Gerben ausgerupft werden, es wird nur das dichte, hellgraue Daunenhaar belassen. Die Felle werden von norwegischen und schwedischen Kürschnern „in hoher Meisterschaft“ zu Decken verarbeitet, die mit den hellgrünen Halspartien gesäumt werden „und einen sehr hübschen Eindruck machen“. „Aber auch die Eskimofrauen stellen ganz hervorragende Decken daraus her, für die gute Preise bezahlt werden.“[63]

Eisvogel

„Gröbis“ war die kürschnerische Bezeichnung für den Eisvogel, dessen Balg für Kinder- und Mädchengarnituren verwendet wurde.[35]

Gans (Hausgans)

Das Fell der Gans wurde in der Regel von den Oberfedern befreit, es bildet dann eine ziemlich gleichmäßige, weißflaumige Fläche. Es wurde meist zu Kragen verarbeitet und kam als „Schwanenbesatz“ in den Handel. Die besten, weil am dünnsten und egalsten im Leder und am dichtesten und rauchsten, kamen aus Holland, wo sie auch extra für Pelzzwecke gezüchtet wurden.[52] Weniger fein und dicht und nicht so gut im Leder waren die Felle aus Frankreich, noch dünner die der deutschen Landgänse.[35]

1914 bemerkt ein Fachbuch: Ganz neuerdings dienen prachtvoll aussehende „Schwanen“decken aus holländischem Ganspelz zum schicken Requisit einer Reise im Zeppelin - wohl der sinnigste Gebrauch, gerade für den Pelz eines Vogels, der selber nicht fliegen kann.[10]

Geier

Über den grauen Geier heißt es Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Kürschnerlehrbuch, dass das Fell zwar selten zu sehen sei, es aber Liebhaber für die egal graue aber auch grau- und weißgefleckte, langflaumige Haut gäbe.[35]

Grebes (Lappentaucher)

Verarbeitung eines Grebesfells, für einen Muff oder Ähnliches (ca. 1900)

Die am häufigsten verwendeten Arten waren das Kleine Grebes und das kleine russische Grebes mit weißem, dichtem, seidigglänzendem Bauch und rotbraunem Rücken. Der Balg ist 20 bis 22 cm groß und wurde, wie alle Vogelarten, wegen der schöneren Bauchseite im Rücken aufgeschnitten, der dann eine rote Seite bildet. Damit man, beispielsweise bei einem Muff, einen gleichmäßigen Abschluss bekam, setzte man an diese Seiten gewöhnlich einen kurzhaarigen, farblich harmonisierenden Pelz.[52]

Die großen Grebes (Haubentaucher) wurden jedoch, nicht nur wegen ihrer Größe sondern auch wegen ihrer, je nach Art, schönen blaugrauen, stahlgrauen bis schwärzlichgrauen Rückenfärbung, bevorzugt.

Die kleinen rotseitigen Sorten sind im Norden Europas beheimatet und kamen zumindest zu der Zeit bis hinunter nach Brandenburg vor, sowie in Russland und Sibirien. Die großen oder blauseitigen Grebes leben in der Türkei, Kleinasien und auf dem Balkan, aber auch in Kalifornien.

Der Handel unterschied eigentlich nur in blau- und rotseitige Sorten, sowie große und kleine Bälge, die besonders für Besätze und Kindergarnituren verwendet wurden. Das Pelzlexikon von 1949 berichtet immerhin noch von „einigen Hunderttausend Stück jährlich“;[64] es ist zu vermuten, dass es zu der Zeit tatsächlich bereits bedeutend weniger waren.

Kormoran

Zoologischer Artikel: Kormorane

Möwe

Um 1900 wird für die Verwendung und Verarbeitung von Bälgen der Möwe in der Kürschnerei angegeben, „Damenhüte, Muffen, Kragen und Kindergarnituren. Vielfach werden auch dabei die Köpfe naturalisirt und Flügel und Schweif mit in Anwendung gebracht. Wie bei den Grebes, werden bei den Arbeiten aus Möven, gewöhnlich zur größeren Haltbarkeit und besserem Abschluss die Seiten auf flaches Pelzwerk, wie weisses oder blaues Kanin, aufgesetzt“. Auf der Weltausstellung in Wien im Jahr 1873 konnte man die Verwendung der mannigfaltigsten Vogelarten feststellen, die uns heute merkwürdig erscheinen. Erwähnt wird unter anderem ein Teppich zusammengestellt aus den Flügeln von Seemöwen und ein Fußteppich verfertigt aus einem Pelikan von der New Yorker Firma M. Mahler, aber auch ein Damenmuff und Kragen aus Seemöwen von der Firma M. E. Heinrich auch der russischen Stadt Archangel.[65] Von den verschiedenen Arten der Möwenbälge wurden besonders die blauen oder graufarbenen verwendet.[52]

Pinguin

Das Pinguinfell wird 1895 in einem Kürschnerhandbuch mit erwähnt.[9]

Schwan

Die zu Pelzwerk verarbeiteten Schwanenfelle stammten von drei Arten, dem Höckerschwan, dem Wilden- oder auch Singschwan und dem schwarzen Trauerschwan.[52] Die Schwanenbälge kamen vor allem aus Holland, wo sie auch gezüchtet wurden,[52] und Frankreich. Sie sind sehr leicht und 70 bis 80 cm lang. Die Daunen sind sehr fein, weich und dicht; meist schneeweiß, manche mit einem leichten grauen Ton.[66]

Die starken Oberfedern wurden ausgerupft, so dass nur der weiche Flaum stehen blieb. Schwanenbälge wurden fast nur als Besatz für Ball- oder Theatertoiletten oder für Kinderartikel verwendet.[52]

Strauß

Gelegentlich wurden auch Felle größerer Vogelarten für den Pelzhandel nutzbar gemacht. Aus Australien kamen Felle des „Emus“ in den Handel, meist für Fußteppiche (bis zu jährlich „einige hundert“). Auf der Weltausstellung in Wien zeigte die Firma H. Kohn aus Victoria in Australien 1873 einen Muff und Halskragen, verfertigt aus victorianischem Emupelz.[67]

Südamerikanische Strauße“ wurden in Deckenform und als Felle exportiert und als „Teppiche, Diwandecken usw.“ genutzt. Einen großen Handelsartikel bildeten sie ebenfalls nicht.[32]

Whappernocker

Unter dem Volksnamen „Whappernocker“ wird im 18. Jahrhundert ein Tier mit einem schönen Fell aus den nördlichen amerikanischen Freistaaten genannt, für Connecticut wird es gesondert erwähnt. Gottfried Christian Bohns Waarenlager von 1806 bemerkt, dass es ein vortreffliches Pelzwerk abgibt, das Tier aber zu der Zeit noch gar nicht gehörig beschrieben sei. Das Fell hat eine schöne, glänzende rötlichbraune Farbe und dichtes weiches Haar. Bei Samuel Peters ist er etwas größer, bei Brockhaus nicht ganz so groß wie ein Wiesel. Man macht daraus Muffen für Frauenzimmer, die 30 bis 40 Guineen gelten, und also einen stolzen kostbaren Pelz ausmachen.[68][8][69]

Georgie D. Runyan schreibt im Jahr 1892 über den Whappernocker in ironischer, zweifelnder Weise, dass es durchaus fraglich sein könnte, dass der Beweis für seine Existenz, trotz der Beschreibung in den Nachschlagewerken, je angetreten wurde.[70]

Anmerkung

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq Die angegebenen vergleichenden Werte (Koeffizienten) sind das Ergebnis vergleichender Prüfung durch Kürschner und Rauchwarenhändler in Bezug auf den Grad der offenbaren Abnutzung. Die Zahlen sind nicht eindeutig, zu den subjektiven Beobachtungen der Haltbarkeit in der Praxis kommen in jedem Einzelfall Beeinflussungen durch Gerbung und Veredlung sowie zahlreiche weitere Faktoren hinzu. Eine genauere Angabe könnte nur auf wissenschaftlicher Grundlage ermittelt werden. Die Einteilung erfolgte in Stufen von jeweils 10 Prozent, nur die schwächsten Arten bekamen die Wertklasse von 5 bis 10 Prozent. Die nach praktischer Erfahrung haltbarsten Fellarten wurden auf 100 Prozent gesetzt.

Siehe auch

 Commons: Pelzfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Pelzbekleidung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kürschner (mit Zusammenfassung den Pelz betreffender Weiterleitungen) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Redaktion und Verlag Paul Larisch/Josef Schmid): Das Kürschner-Handwerk, 1. Jahrg., No. 12, 3. Teil, S. 72, Kapitel Mosaik, Paris Juni 1903
  2. a b c d e f g h Prof. Dr. sc. nat. Dr. med vet. h. c. Heinrich Dathe, Berlin; Dr. rer. pol. Paul Schöps, Leipzig unter Mitarbeit von 11 Fachwissenschaftlern: Pelztieratlas, VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 1986
  3. F. F. Aljew, Baku: Der Schutz der Pelztiere in der UdSSR. In: Das Pelzgewerbe, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin/Frankfurt am Main/Leipzig/Wien, Jahrgang XIX, 1968 Nr. 3, S.28 (S. Lebenglatz)
  4. Pelztier- und Rauchwarenkunde. In Die Kürschnerfibel, Verlag Alexander Duncker, Leipzig 21. August 1937, S.91
  5. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am Dr. Paul Schöps; Dr. H. Brauckhoff, Stuttgart; K. Häse, Leipzig, Richard König, Frankfurt/Main; W. Straube-Daiber, Stuttgart: Die Haltbarkeitskoeffizienten der Pelzfelle in Das Pelzgewerbe, Jahrgang XV, Neue Folge, 1964, Nr. 2, Hermelin Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin, Frankfurt/Main, Leipzig, Wien, S. 56-58
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by Christian Franke/Johanna Kroll: Jury Fränkel’s Rauchwaren-Handbuch 1988/89, 10. überarbeitete und ergänzte Neuauflage. Rifra-Verlag Murrhardt
  7. a b c Bundesamt für Naturschutz – Wisia-Online, WISIA Wissenschaftliches Informationssystem für den internationalen Artenschutz
  8. a b c d e f g h F. A. Brockhaus: Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste. Herausgegeben von J. S. Ersch und I. G. Gruber, Leipzig 1841. Dritte Section O-Z, Stichwort „Pelze“
  9. a b c Heinrich Hanicke: Handbuch für Kürschner, Verlag von Alexander Duncker, Leipzig, 1895, Seite 42, 82-83
  10. a b c H. Werner: Die Kürschnerkunst, Verlag Bernh. Friedr. Voigt, Leipzig 1914
  11. Alexander Tuma: Pelz-Lexikon. XX. Band der Pelz- und Rauhwarenkunde, Verlag Alexander Tuma, Wien 1980, Stichwort „Nasenbär“
  12. Pelztier und Rauchwarenkunde. In: Die Kürschnerfibel. Verlag Alexander Duncker, Leipzig 21. März 1939, Nr. 3, 7. Jahrgang, S. 33-35
  13. a b c A. R. Harding: Fur Buyer's Guide. A. R. Harding, Columbus, Ohio 1915 (engl.)
  14. Dr. Paul Schöps in Verbindung mit Kurt Häse und Richard König sen. Zoologische Bearbeitung Dr. Ingrid Weigel: Die Bären, in Das Pelzgewerbe, Jahrgang XIII, 1967, Nr. 2
  15. a b c d Dr. Max Meßner, bearbeitet von E. Unger: Materialienkunde für Leder- und Pelzarbeiter. Alfred Hahns Verlag, Leipzig, 1910, S. 23, 25, 29
  16. a b c Hudson's Bay and Annings Ltd. (Hsgbr.): The HBA Book of Furs, ohne Datum, ca. vor 1967? (engl.)
  17. In Pelzmarkt, Deutscher Pelzverband, Frankfurt am Main, Dezember 2009, S. 4-5 und Januar 2010, S. 5-6
  18. Terence Ruttle: Das Pelzgewerbe 1972, Nr. 4
  19. Sagafurs Skandinavische Pelztierzüchtergemeinschaft
  20. a b Winckelmann Sales Report, Nr. 139, Copenhagen, 30. Januar 1982, Winckelmann Verlag, Frankfurt/Main
  21. Pelzreport Kurt Lindemann, Oberursel, 15. Januar 1985. Käufer war Frank Zilberkzweit.
  22. Saga Furs, „Fawn Light Fuchs“ (zuletzt abgerufen 31. Juli 2009)
  23. Saga Furs, Arctic Marble Frost Fuchs (zuletzt abgerufen 31. Juli 2009)
  24. gez. P.: Als Winnetou mit Silberfüchsen handelte.... In: Der deutsche Pelztierzüchter, 13. Jahrgang, Heft 11, München 1. Juni 1938, S. 277
  25. Walter Fellmann: Der Leipziger Brühl, 1989, VEB Fachbuchverlag, Leipzig
  26. Francis Weiss: Auf und ab, in Winckelmann Pelzmarkt, Winckelmann Verlag KG, Frankfurt/Main, Ausgabe 317, 2. Januar 1976, S. 1
  27. Brinchmann-Hansen, Oslo: Zur Geschichte der Platinzucht Norwegens, erst seit den letzten Jahren geht ein erheblicher Anteil langhaariger Fellarten nach Asien und Russland (2011). In Der deutsche Pelztierzüchter, 17. Jahrgang 1942, Heft 2, München 1. Februar 1942, S. 41-42. Nachdruck aus: Der Rauchwarenmarkt, Leipzig, Nr. 22, 1949
  28. a b c d e f g h Dr. Fritz Schmidt: Das Buch von den Pelztieren und Pelzen, 1970, F. C. Mayer Verlag, München
  29. In: Der deutsche Pelztierzüchter, 17. Jahrgang, Heft 3, S. 66, München 1. März 1942: Amerikanische „Perl-Platinfüchse“, aus der nordamerikanischen Fachpresse
  30. E. B.: ...und trotzdem Neuzüchtungen. In: Der deutsche Pelztierzüchter, 17. Jahrgang, Heft 1, München 1942, S. 16
  31. Alexander Tuma: Pelzlexikon. Verlag Alexander Tuma, Wien 1951, Stichworte Slatefarbig und Slategrau
  32. a b c d e f Emil Brass: Aus dem Reiche der Pelze, 1925, Verlag der „Neuen Pelzwaren-Zeitung und Kürschner-Zeitung“, Berlin
  33. Hans Damm: Die Pelze der Eskimos und sibirischen Völker. In Das Pelzgewerbe, XX. Jahrgang, Heft 9-10, Hermelin Verlag Paul Schöps, Leipzig und Berlin, 1950. S. 19
  34. a b Verordnung (EG) Nr. 1523/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2007 über ein Verbot des Inverkehrbringens sowie der Ein- und Ausfuhr von Katzen- und Hundefellen sowie von Produkten, die solche Felle enthalten, in die bzw. aus der Gemeinschaft
  35. a b c d e f g Paul Cubaeus: Das Ganze der Kürschnerei. 2. neu bearbeitete Ausgabe, A. Hartleben Verlag, Wien und Leipzig, ca. 1911
  36. a b Redaktion: Iltis, Marder, Otter und Skunk bleiben Randsortimente. In: Pelz International, Heft 10, Rhenania-Fachverlag, Koblenz Oktober 1948, S. 58
  37. N. Dawaa, M. Nicht, G. Schünzel: Über die Pelztiere der Mongolischen Volksrepublik. In: Das Pelzgewerbe. Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, 1971, Nr. 1, S. 9.
  38. Anna Municchi: Ladies in Furs 1900–1940. Zanfi, Mailand 1952, engl., ISBN 88-85168-86-8. Sekundärquelle D'Annunzio unter dem Pseudonym „Happemouche“: La Tribuna, Rom, in der Kolumne „Cronachetta“.
  39. Dr. Paul Schöps, Kurt Häse: Zur Lagerung von Pelzwerk, Kapitel Die Lebensdauer veredelter und konfektionierter Ware. In: Das Pelzgewerbe, Jahrgang VII/Neue Folge Nr. 2, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin, Leipzig 1957, S. 66
  40. Johann Christian Schedel, überarbeitet von D. Johann Heinrich Moritz Proppe: Waaren-Lexikon. 4. Auflage, Offenbach/Main, 1814. Suchwort „Katze“
  41. Pelztier u. Rauchwarenkunde. In: Die Kürschnerfibel, Verlag Alexander Duncker, Leipzig 21. Juli 1933, Nr. 10, S.136
  42. Ute Fröhlich: An den Haaren herbeigezogen?, aus Pelzreport Kurt Lindemann, Oberursel, 15. Januar 1984, S. 1
  43. Das Pelzgewerbe, Hermelin Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin, 1952, Heft 3-4, S. 10.
  44. Redaktion und Verlag Paul Larisch/Josef Schmid: Das Kürschner-Handwerk, 1. Jahrg., No. 12, 3. Teil, S. 69, Kapitel Mosaik, Paris Dezember 1903
  45. Anna Municchi: Ladies in Furs 1900–1940. Zanfi, Mailand 1952, engl., ISBN 88-85168-86-8
  46. Ralf Krüger: Zulus im Leopardenfell werden kritisch beäugt. In www.news.de, 15. April 2004 (zuletzt abgerufen 29. April 2009)
  47. R. Turner Wilcox: The Mode in Furs, Charles Scribner's Sons, New York, London, 1951, S. 123 (engl.)
  48. a b Pelzmantel von Springböcken. In: Kürschner-Zeitung, Verlag Alexander Duncker, Leipzig September 1930
  49. Siegfried Beyer: Zur Beurteilung von Pelzfellen. In: Das Pelzgewerbe, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin/Leipzig 1951, Heft 1/2, S. 4
  50. A. E. Johann: Irland. Heyne Verlag, München 1979, ISBN 3-453-01935-0, S. 62-63
  51. Lucas AT. Footwear in Ireland (engl.). County Louth Archaeological Journal. 1956;13:309–394. Zitiert in: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2882957/
  52. a b c d e f g h i j k Paul Larisch, Paris: Das Kürschner-Handwerk (Larisch u. Schmid) , III. Teil, Zweite verbesserte Auflage, Selbstverlag, Berlin. Ohne Jahreszahl (Erstauflage 1903)
  53. In: Der Spiegel: Der Markt wartet. Abgerufen am 2. Februar 2011
  54. Special Chinchilla Type for Sale. In: News, Kopenhagen Fur, Kopenhagen September 2011, S. 8 (engl.)
  55. W. Künzel: Vom Rohfell zur Rauchware – Streifzüge durch die Rauchwarenveredlung, Alexander Duncker Verlagsbuchhandlung, Leipzig, ohne Datum (um 1935?), S. 82
  56. Wikipedia Frankreich, Orylag (französisch)
  57. a b c Emil Brass: Aus dem Reiche der Pelze, Band 1 und 2. Verlag Neue Pelzwaren-Zeitung, Berlin 1911
  58. Anton Ginzel: Amerikanisch Opossum – ein Blick in die Vergangenheit. In: Pelz-International, Heft 9, Rhenania-Fachverlag, Koblenz September 1986, S. 16
  59. Alexander Tuma: Pelz-Lexikon, XVII. Band, Beutelmarder, Verlag Alexander Tuma, Wien, 1949, S. 80
  60. Alexander Tuma: Pelzlexikon XIX. Band, Verlag Alexander Tuma, Wien, 1950, Stichwort „Lemming“
  61. Jury Fränkel: Rauchwarenhandbuch, Rifra-Verlag Murrhardt, 2. Auflage, 1965
  62. In: Der deutsche Pelztierzüchter: Mausfelle als Pelzwerk?, 13. Jahrgang, Heft 11, München, 1. Juni 1938, S. 300
  63. Alexander Tuma: Pelzlexikon. XIX. Band der Pelz- und Rauchwarenkunde, Kaninhaar – Mittelbetrieb, Verlag Alexander Tuma, Wien 1950, Königseiderente S. 60
  64. Alexander Tuma: Pelzlexikon. XVIII. Band der Pelz- und Rauchwarenkunde, Fachliteratur – Kaninfell, Verlag Alexander Tuma, Wien 1949, Grebes S. 76
  65. Das Kürschner-Handwerk. 1. Jahrgang, Nr. 3-4, Verlag von Larisch und Schmid, Wien Dezember 1902, S. 27
  66. Friedrich Lorenz: Rauchwarenkunde, Verlag Volk und Wissen VEB, Berlin, 1958, S.139
  67. Paul Larisch, Josef Schmid: Das Kürschner-Handwerk. 1. Jahrgang, Nr. 3-4, Verlag von Larisch und Schmid, Wien Dezember 1902, S. 27
  68. G. P. H. Norrmann: Gottfried Christian Bohns Waarenlager oder Wörterbuch der Produkten- und Waarenkunde. 2. Bd. M-Z, Ernst Bohn, Hamburg 1806, S. 1166
  69. Samuel Peters: A General History of Connecticut. London 1781, S. 249. Sekundärquelle 2: S. Ebelings: Amerika, Bd. II, S. 206 (engl.)
  70. Georgie D. Runyan: 400 Years of America. 1892. Neuauflage von 2010, Cosimo Inc. (engl.) ISBN 1-61640-272-5. Zitat: ...or with the story of the alarming incursions of the windham frogs, or the description of the remarkable quadrupeds, the whappernocker and the cuba; or with the conviction and punishment of the Episcopal clergyman in 1750 „for breaking the Sabbath day by walking too fast from church, combing a lock of his whig on Sunday.“

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