Pfarrkirchen

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pfarrkirchen
Pfarrkirchen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pfarrkirchen hervorgehoben
48.43251666666712.938381
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 381 m ü. NN
Fläche: 52,33 km²
Einwohner:

11.748 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 224 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84347
Vorwahl: 08561
Kfz-Kennzeichen: PAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 77 138
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 2
84347 Pfarrkirchen
Webpräsenz: www.pfarrkirchen.de
Bürgermeister: Georg Riedl (CSU)
Lage der Stadt Pfarrkirchen im Landkreis Rottal-Inn
Geratskirchen Zeilarn Wurmannsquick Wittibreut Unterdietfurt Triftern Tann (Niederbayern) Stubenberg (Niederbayern) Simbach am Inn Schönau (Rottal) Roßbach (Niederbayern) Rimbach (Niederbayern) Reut Postmünster Pfarrkirchen Mitterskirchen Massing Malgersdorf Kirchdorf am Inn (Bayern) Julbach (Inntal) Johanniskirchen Hebertsfelden Gangkofen Falkenberg (Niederbayern) Ering Egglham Eggenfelden Dietersburg Bad Birnbach Bayerbach (Rottal-Inn) Arnstorf Landkreis Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Landkreis Altötting Landkreis Mühldorf an Inn ÖsterreichKarte
Über dieses Bild

Pfarrkirchen ist die Kreisstadt des niederbayerischen Landkreises Rottal-Inn in Deutschland.

Wahrzeichen der Stadt sind die Wallfahrtskirche Gartlberg und das Wimmer-Ross auf dem Stadtplatz, das an die lange Pferdetradition der Stadt erinnert. Die Bronze-Plastik wurde 1966 von Hans Wimmer geschaffen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Altes Rathaus (erbaut um 1500)

Die Stadt liegt am Fluss Rott im Rottal. Der Hauptort zieht sich nördlich der Rott, über die Höhen des Galgenberg und des Gartlberg bis zum Reichenberg als homogene Bebauung.

Südlich der Rott schließt sich der Stadtteil Mooshof mit dem angrenzenden Gewerbe- und Industriegebiet an. Die übrigen Ortsteile liegen als Einzelorte in der Umgebung. Die Fläche ist von der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung geprägt. Pfarrkirchen liegt an der B 388, die vom 50 km entfernten Passau in die 125 km entfernte Landeshauptstadt München führt. Außerdem befindet sich die Stadt 65 km südlich von Straubing, 30 km südwestlich von Vilshofen an der Donau, 40 km westlich von Schärding, 22 km nördlich von Braunau am Inn und 80 km von Salzburg entfernt.

Stadtteile sind:

Altersham, Degernbach, Gehring, Lanzing, Mooshof, Oberham, Reichenberg, Steffelsöd, Untergrasensee, Waldhof.

Einwohner

Das Wimmer-Ross auf dem Stadtplatz mit dem neuen (links) und dem alten Rathaus (hinten)
Die Stadtpfarrkirche
Blick auf den Turm des alten Ratshauses durch die Beine des Wimmer-Rosses

Die Stadtgemeinde Pfarrkirchen hat insgesamt rund 12.000, in der Agglomeration in etwa 14.000 Einwohner. Agglomerativ gesehen ist Pfarrkirchen die einwohnermäßig größte Stadt im Landkreis Rottal-Inn, wenn man das zur Stadt Simbach am Inn naheliegende Kirchdorf am Inn mit beinahe 5500 Einwohnern nicht zur Agglomeration von Simbach am Inn hinzurechnet.

Reichenberg hat ca. 2800 Einwohner, Untergrasensee ca. 1700, Waldhof ca. 600.

Geschichte

Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde Pfarrkirchen als pharrachiricha Ende des 9. Jahrhunderts und ist demnach nach seiner Kirche benannt. Der Ort kam 1262 zusammen mit der Burg Reichenberg zum Herzogtum Niederbayern, und damit in den Besitz der Wittelsbacher. 1317 wurde es von den niederbayerischen Herzögen mit Marktrechten versehen und 1862 zur Stadt erhoben. Die Burg Reichenberg war Sitz des Vitztums „an der Rott“.

Durch die Eröffnung der „Rottalbahn“ von Neumarkt-Sankt Veit über Eggenfelden und Pfarrkirchen nach Pocking erhielt der Ort am 1. September 1879 Anschluss an das Eisenbahnnetz.

Seit der Gebietsreform 1972 ist Pfarrkirchen Kreisstadt des Landkreises Rottal-Inn.

Sehenswürdigkeiten

  • Stadtbefestigung: Der Stadtkern ist von einer Kastanienallee umgeben, die auf der Krone des Ringwalls der alten Befestigungsanlage angelegt wurde. Der nordöstlich gelegene, ca. 115 Meter lange Stadtweiher ist ebenfalls ein Relikt der damaligen Befestigung. Diese bestand aus der Stadtmauer, dem Wassergraben, dem Wehrwall und dem Vorgraben. Vor allem im westlichen Teil der Ringallee ist die Stadtbefestigung mit Mauer, Turm und Schanzanlage am besten erhalten.
  • Trabrennbahn: In Pfarrkirchen befindet sich die älteste Trabrennbahn Bayerns. Sie wurde am 22. September 1895 eröffnet. An Pfingsten finden regelmäßig Trabrennen, aber auch hochklassige Sandbahnrennen statt.
  • Stadtpfarrkirche St. Simon und Judas Thaddäus: Die Stadtpfarrkirche St. Simon und Judas Thaddäus aus dem frühen 14. Jahrhundert prägt das Stadtbild der Altstadt. Die zunächst im romanischen Stil erbaute Kirche wurde im 15. Jahrhundert im Stil der Spätgotik in eine dreischiffige Kirche umgebaut. Weitere Umbauten fanden 1860 und 1971 statt. Die Pfarrkirche hat einen 67 m hohen Kirchturm. Ursprünglich war die Kirche zweitürmig, der südliche Turm brannte 1648 aus und wurde abgetragen.
  • Altes Rathaus und Stadtplatz: Das barocke alte Rathaus besitzt einen achteckigen Kuppelturm mit Uhr und Glocke. Die Wohnbauten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert am Stadtplatz zeigen, weitab vom eigentlichen Kerngebiet, den Inn-Salzach-Stil: Vor Grabendächern liegen horizontal abschließende Fassaden. Viele dieser Gebäude beherbergen Marien- oder Heiligenfiguren in außenliegenden Mauernischen. Diese wurden nach der Belagerung durch das österreichische Infanterieregiment Nr. 49 des General Bernklau[2] an den Gebäuden angebracht, die im österreichischen Erbfolgekrieg durch dessen Beschuss mit erhitzten Kanonenkugeln unversehrt blieben. Einige dieser Kugeln sind neben dem Haupteingang der Gartlbergkirche als Votivgabe zu sehen.
  • Marienwallfahrtskirche: Die Marienwallfahrtskirche auf dem Gartlberg wurde zwischen 1661 und 1715 im barocken Stil erbaut. Sie beherbergt neben üppigem Kircheninventar eine Vielzahl von Votivgaben, die einen guten Überblick über die Stadthistorie geben. Von der Stadt bis zur Kirche auf dem Gartlberg führt ein Kreuzweg mit 15 Stationen.
  • Sender Pfarrkirchen: Der Sendemast der Deutschen Telekom AG für UKW und TV, mit einer Höhe von 164 Metern gehört zur Gemeinde Postmünster, prägt aber die südliche Horizontlinie der Stadt.
Panoramaaufnahme von Pfarrkirchen. In der Mitte ist die Pfarrkirche erkennbar, rechts der Gartlberg mit der zweitürmigen Wallfahrtskirche.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Pfarrkirchen sind zahlreiche klein- und mittelständische Betriebe angesiedelt. Neben dem größten Möbelhaus der Region ist die Stadt auch Produktionsstandort großer Lebensmittelvermarkter. Zusammen mit einem Unternehmen zur Formteilveredelung sowie einem Holzverarbeiter bilden sie die größeren Produktionsbetriebe. Daneben gibt es eine Vielzahl an Groß- und Einzelhandelsbetrieben sowie leistungsfähigen Handwerksfirmen mit teilweise hochspezialisierten Berufsbildern oder überregionaler Bedeutung.

Einen weiteren wichtigen Arbeitgeber stellen die zahlreichen Ämter, Behörden und Schulen dar. Neben Bundesbehörden sind auch Dienststellen des Landes und die Verwaltungseinrichtungen von Kreis und Kommune vertreten.

Pfarrkirchen ist auch Standort eines geriatrisch spezialisierten Krankenhauses mit über 160 Betten.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Politik

Bürgermeister ist zur Zeit Georg Riedl (CSU, 2008 mit 93,93 % wiedergewählt).

Städtepartnerschaften

Weblinks

 Commons: Pfarrkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Constantin von Wurzbach: Bärnklau, Johann Leopold Freiherr zu Schönreith. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich.  Band 1. Verlag L. C. Zamarski, Wien 1856–1891, S. 117 (auf Wikisource).

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