Pflanzenkläranlage

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Pflanzenkläranlage
Eine Pflanzenkläranlage in Falkensee
Eine 20 EGW Pflanzkl√§ranlage mit Kl√§rschlammvererdung im LK Osnabr√ľck

Pflanzenkläranlagen sind mit Pflanzen bewachsene Anlagen, in denen Abwasser durch das Zusammenwirken von Pflanzen, Mikroorganismen, Abwasserbestandteilen, und - bei Bodenfiltration - auch des Filtersubstrats gereinigt wird.

Es existiert eine gro√üe Vielfalt von verschiedenen Pflanzenkl√§ranlagen. Die verschiedenen Systeme lassen sich nach dem Bezugssystem (aquatisch - terrestrisch) gliedern. So kommt man von bewachsenen Bodenk√∂rpern, √ľber Retentionsbodenfilter, Hangverrieselung, √ľberstr√∂mten Feuchtgebieten schlie√ülich zu Schwimminseln bei denen eine offene Wasserfl√§che ohne Bodenpassage vorliegt. Gliedert man die Verfahren nach Praxis-Bew√§hrung, haben sich bewachsene Horizontal- und Vertikalfilter nach DWA A 262 seit Jahren in gro√üer Zahl bew√§hrt und entsprechen den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Zweistufige Vertikalfilter mit Rohabwasserbeschickung haben sich seit Jahren in Frankreich in gro√üer Zahl (ca. 1000 Anlagen meist f√ľr etwa 500 - 2000 Einwohner) bew√§hrt. Andere Anlagentypen (Mehrschichtige Vertikalfilter, Retentionsbodenfilter, Kl√§rschlammvererdung, Hangverrieselung, Schwimminseln, Sumpfpflanzend√§cher, √ľberstr√∂mte Feuchtgebiete) sind mehr oder weniger verbreitet, entsprechen aber mitunter ebenfalls dem Stand der Technik. Im bepflanzten Bodenfilter (auch Wurzelraumkl√§ranlage genannt.) wird das Abwasser innerhalb eines bepflanzten Bodenk√∂rpers (Wurzelraum) gereinigt, der ‚Äď zweckgebunden (Ziel: m√∂glichst hohe Reinigungsleistung des eingeleiteten Abwassers) ‚Äď √ľberwiegend mit Schilfrohr (Phragmites australis), unterst√ľtzt durch Sumpf- bzw. Repositionspflanzen wie Rohrkolben, Binsen oder Seggen, bepflanzt ist. Die Pflanzenwurzeln dienen als Lebensraum f√ľr Mikroorganismen, die zum Abbau der Abwasserinhaltsstoffe beitragen, sowie weiterhin zum Eintrag von Luftsauerstoff, welcher ebenfalls die Reinigungsleistung der Pflanzenkl√§ranlage verbessert. Pflanzenkl√§ranlagen sind wissenschaftlich anerkannt, solange sie die Grenzparameter einhalten k√∂nnen, da sie den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Eine Pflanzenkl√§ranlage kann die meisten Wasserinhaltsstoffe auf nat√ľrliche Weise abbauen.

Dies geschieht im Wesentlichen durch ein Zusammenwirken von Filtermaterial (mechanisch), durch das Aufnehmen oder Abbauen der Wasserinhaltsstoffe durch Bakterien und organische Prozesse (biologisch), der Adsorption an Bodenteilchen (physikalisch) sowie durch Fällungsreaktionen zwischen den Wurzeln (chemisch).

Das Abwasser durchströmt die Pflanzenkläranlage entweder vertikal von oben nach unten oder horizontal von der Einlaufkulisse zur Auslaufkulisse. Im Bodenkörper verlegte Drainagerohre fangen das gereinigte Abwasser auf und leiten es in einen Kontrollschacht. Nach diesem Schacht wird das gereinigte Wasser in ein Gewässer eingeleitet, versickert oder wird zur Weiternutzung gespeichert.

Bei vertikaler, intermittierender Betriebsweise k√∂nnen die f√ľr dieses Verfahren besten Reinigungsleistungen (Kohlenstoffabbau und Nitrifikation) erzielt werden.

Inhaltsverzeichnis

Der Aufbau einer Anlage

Von oben nach unten: Horizontal durchströmte Freiwasserpflanzenkläranlage, horizontal durchströmte Untergrundpflanzenkläranlage, vertikal durchströmte Untergrundpflanzenkläranlage

Pflanzenkläranlagen bestehen aus:

  • Einer mechanischen Trennung der festen Bestandteile. Diese kann auf drei Arten geschehen:
  1. In einem Absetzbecken (Sammelschacht).
    In diesem setzten sich die nicht im Wasser gelösten Abwasserinhaltsstoffe (der Fäkalschlamm) ab. Zudem schwimmen auf der Oberfläche jene Abwasserinhaltsstoffe auf, die leichter als Wasser sind. Dieser gesammelte Schlamm ist entsorgungspflichtig. Die Entsorgung ist je nach Größe und Belastung der Absetzanlage sowie der Abwassereigenschaften erforderlich (etwa einmal im Jahr). Es gibt auch Fälle, wo sich der Schlamm zum Teil durch biologischen Abbau im Absetzbecken selbst auflöst oder das zu reinigende Abwasser kaum absetzbare Stoffe enthält und damit die Leerung erst nach mehreren Jahren nötig ist.
  2. In einem Trockenfilterbecken mit zwei Kammern.
    Der Filter besteht aus einem Vlies, welches mit einer Schicht aus grobem Kies und dann mit einer Schicht aus Holzschnitzeln (nur Laubholz, da Nadelholz antibiotisch wirkt) bedeckt wird. Auf dem Filter setzen sich die Feststoffe ab und bleiben ständig an der Luft. Dadurch entstehen keine Fäulnis und Geruchsemissionen. Wenn die erste Kammer voll ist, wird die zweite benutzt.
    Das Endprodukt ist Kompostmasse.
  3. Variante: Die Pflanzenkl√§ranlage wird mit einer Komposttoilette kombiniert. So kommt es von vornherein nicht zur Vermengung der festen und fl√ľssigen Bestandteile. Dadurch entfallen die Anschaffungs- und Wartungskosten f√ľr die Vorkl√§rung und der Fl√§chenbedarf f√ľr die Pflanzenkl√§ranlage ist um die H√§lfte geringer.[1]
  • Dem Pflanzenbeet, meistens ein mit Schilf bewachsenes mit Kies und Sand gef√ľlltes Becken (Bodenk√∂rper). Das Abwasser wird entweder √ľber ein Gef√§lle oder √ľber eine Pumpe (meist intervallartig) aus dem Sammelschacht in die Pflanzenkl√§ranlage eingeleitet. Abwasserverteilanlagen, die auf deren Oberfl√§che verlaufen und Drainagerohre, die bei von oben nach unten durchstr√∂mten Anlagen auf der Beetsohle verlaufen, bringen das zu reinigende Wasser in den Bodenk√∂rper ein und ziehen es ab. Es werden auch l√§ngs durchstr√∂mte Anlagen gebaut, bei denen das Abwasser an einer Seite des Pflanzenbeckens zugef√ľhrt und an der anderen Seite abgef√ľhrt wird. Eventuell k√∂nnen mehrere Stufen (Pflanzenbecken) hintereinander geschaltet werden. Grunds√§tzlich zeichnen sich vertikal durstr√∂mte Pflanzenkl√§ranlagen durch hohe Nitrifikationsraten und geringe Denitrifikationsraten aus, wohingegen horizontal durchstr√∂mte Pflanzenkl√§ranlagen gute Denitrifizierer und daf√ľr aber meist schlechtere Nitrifizierer sind. Horizontal durchstr√∂mte Freiwasserpfanzenkl√§ranlagen √§hneln nat√ľrlich vorkommenden Feuchtgebieten, allerdings haben sie den bedeutenden Nachteil, dass sie ideale Brutbedingungen f√ľr Moskitos schaffen.
  • Bevor das gereinigte Wasser die Pflanzenkl√§ranlage verl√§sst, passiert es eine Kontrollstelle. Dabei kann die erforderliche Wasserqualit√§t (BSB5, CSB, Stickstoff, Phosphor) gemessen werden.

End- und Kontrollschacht

Der Kontrollschacht ist die letzte Station, bevor das Wasser die Pflanzenkl√§ranlage gereinigt verl√§sst. Dabei muss die Wasserqualit√§t anhand von Abwasserparametern analysiert werden (wichtig, der Untersuchungsumfang wird zumeist bei der Bewilligung der Anlage von der Beh√∂rde vorgeschrieben und kann aus der vom Betreiber selbst durchzuf√ľhrenden Eigen√ľberwachung und der von einer unabh√§ngigen Untersuchungsanstalt vorzunehmenden Fremd√ľberwachung bestehen).

Der Kontrollschacht hat au√üer der direkten Kontrolle der Wasserqualit√§t, auch noch die Funktion den internen Wasserspiegel zu regulieren. In manchen F√§llen wird von hier aus eine Abwasserr√ľckf√ľhrung realisiert. Dabei wird der Strom des gereinigten Abwassers halbiert und eine H√§lfte zur√ľck in die erste oder zweite Kammer der Mehrkammergrube (Vorkl√§rung) geleitet. Dadurch kommt es zu einer Unterdr√ľckung der Schwefelwasserstoffbildung in der Vorkl√§rung, einer Schlammreduzierung, einer "Belebung" des Abwassers bereits in der ersten Stufe - und insgesamt zu besseren Ablaufwerten. Bei Anlagen,welche im freien Gef√§lle beschickt werden kann so eine Abwasserr√ľckf√ľhrung allerdings nur mit einer Pumpe geschehen. Bei PKA, welche √ľber eine Pumpe beschickt werden, kann die Abwasserr√ľckf√ľhrung √ľber die Gravitation erfolgen (Quelle: http://www.aqua-nostra.de/index.php?weitere-behandlung).

Der Einstau des Beetes erfolgt bei manchen PKA-Typen nur in der Einfahrphase (ca. 3 Monate); andere Typen werden dauerhaft eingestaut. Die besseren Ablaufwerte bringt der nicht eingestaute Betrieb (sauerstoffreicher).

Funktionsweise der Pflanzenkläranlage

Nitrifikation und Denitrifikation in einer Pflanzenkläranlage

Die Reinigungsleistung einer Pflanzenkläranlage erfolgt durch das Zusammenwirken verschiedener Prozesse. Jeder Prozess bewirkt mehrere Funktionen. Dabei handelt es sich um ein äußerst komplexes und naturnahes Reinigungsverfahren.

Die Wasserinhaltsstoffe werden zum einen von den Pflanzen aufgenommen, um den N√§hrstoffbedarf der Pflanzen im Wachstum zu decken. Au√üerdem erhalten die Wurzeln des Schilfes die Durchl√§ssigkeit des Bodens (Sauerstoffzufuhr), der beim Betreten oder durch Ablagerungen im Betrieb vermindert wird. Zum anderen erfolgt der gr√∂√üte Teil der Reinigung durch Mikroorganismen bzw. Bakterien, die im Bodenk√∂rper leben. Beide Vorg√§nge reinigen das Wasser ‚Äěbiologisch‚Äú, das hei√üt durch biochemische Reaktionen.

Die Mikroorganismen leben und reinigen entweder:

Aerenchym der Salz-Teichbinse (Schoenoplectus tabernaemontani)
  • im aeroben Milieu (sauerstoffreiche Zone)

Viele Sumpf- und Wasserpflanzen haben sich im Laufe der Evolution an eine besonders sauerstoffarme Umwelt angepasst und aerenchymatisches Gewebe ausgebildet. Dieses Gewebe erm√∂glicht einen besonders effektiven Transport des in der Photosynthese gewonnenen Sauerstoffs durch die gesamte Pflanze bis hin zu den Wurzeln. Hier wird der Sauerstoff durch Diffusion an das Wasser nahe den Wurzeln abgegeben und beg√ľnstigt so autotrophe Mikroorganismen, die den ersten Reinigungsschritt, die Nitrifikation, durchf√ľhren.

  • im anoxischen Milieu (sauerstoffarme Zone)

Der Sauerstoff liegt nur chemisch gebunden vor, zum Beispiel als das Nitrifikationsprodukt Nitrat. Dieses Nitrat wird von Mikroorganismen, die ein sauerstoffarmes Klima bevorzugen, im Rahmen ihres Stoffwechsels in elementaren gasf√∂rmigen Stickstoff √ľberf√ľhrt, der anschlie√üend an die Luft entweichen kann. Dieser zweite Schritt, die Denitrifikation, wird von heterotrophen Mikroorganismen durchgef√ľhrt und ben√∂tigt daher neben einer sauerstoffarmen Umgebung als Voraussetzung eine Kohlenstoffquelle.

  • im anaeroben Milieu (sauerstofflose Zone)

Unter Sauerstoffabschluss ist ein zumeist aus Gr√ľnden der Geruchsbel√§stigung unerw√ľnschter Prozess, der aber in Sonderf√§llen in der anaeroben Abwasserreinigung eingesetzt wird.

Stickstoffkreislauf in einer Pflanzenkläranlage

Neben weiteren Stoffkreisl√§ufen, wie dem Phosphorkreislauf oder dem Schwefelkreislauf, nimmt der Stickstoffkreislauf eine herausragende Bedeutung ein, da die gro√üzahl der von Pflanzenkl√§ranlagen gereinigten W√§sser durch Stickstoffverbindungen verunreinigt sind. Die wichtigsten Eintragsarten neben Abwasser sind partikul√§rer Eintrag, Ammonifikation und Fixierung von atmosph√§rischem Stickstoff. Partikul√§rer Eintrag findet in Form von Schwebeteilchen im Wasser statt, die durch das Substrat in dem die Pflanzen leben physikalisch aus dem Wasser gefiltert werden und schlie√ülich durch Verstoffwechselung in Form von mikrobieller Biomasse dem System hinzugef√ľgt werden. Daneben wirkt sich ebenfalls Ammonifikation auf die Stickstoffbilanz aus. Hierbei wird organischer Stickstoff aus Bakterienbiomasse oder Pflanzenresten in einer Gleichgewichtsreaktion in anorganischen Stickstoff mineralisiert. Daneben wird in geringen mengen atmosph√§rischer Stickstoff im Wasser gel√∂st und so dem System hinzugef√ľgt. Die haupts√§chlichen Austragsarten aus einer Pflanzenkl√§ranlage sind Denitrifikation, Ammoniakverfl√ľchtigung und anaerobe Ammoniak Oxidation (Anammox). Neben der Denitrifikation als haupts√§chlichen Reinigungseffekt wird Stickstoff durch Ammoniakverfl√ľchtigung ausgetragen. Ammoniak liegt in Gleichgewicht in ionisiert und nicht ionisiert vor, dabei ist die nicht ionisierte Version von Ammoniak relativ Fl√ľchtig und kann so gasf√∂rmig aus dem System ausgetragen werden. Speziell in Abw√§ssern mit niedrigem chemischen Sauerstoffbedarf kann der Anammox-Prozess, indem Ammoniak mikrobiell ohne Zwischenschritt zu Luftstickstoff verstoffwechselt wird einen bedeutenden Beitrag zur Reinigungsleistung einer Pflanzenkl√§ranlage leisten. Abgesehen von diesen Ein- und Austr√§gen stellen F√§llung, Ionenaustausch und Degradation Stickstoffdepots dar. Neben einer Speicherung durch F√§llung wird Stickstoff ebenfalls nach dem Prinzip des Ionentauschers besonders in Tonmineralien auf akkumuliert. Ferner wird Stickstoff auch durch Degradation (tote Pflanzenreste) im System gespeichert, da schwer abbaubare Stickstoffverbindungen in Pflanzenresten mikrobiell durch Ammonifikation nicht vollst√§ndig verarbeitet werden. Herausragende Bedeutung beim Einfluss auf den Stickstoffkreislauf hat der pH-Wert und die Temperatur in der Pflanzenkl√§ranlage. Dar√ľber hinaus ist Phosphor ein vitaler Pflanzenn√§hrstoff und kann sowohl als Depot als auch als Austrag auftreten. Im Falle einer regelm√§√üigen Entfernung der Pflanzenbiomasse kann √ľber diesen Weg Phosphor aus dem System entfernt werden, andernfalls verbleiben Teile des in den Pflanzenresten enthaltenen Phosphors im System als Depot.

Die Wasserqualität kann anhand sogenannter Summenparameter oder Einzelparameter wie Stickstoff- und Phosphorgehalt bestimmt werden. Die Kohlenstoffbelastung des Abwassers wird beispielsweise durch die Summenparameter

  • BSB5(ATH) (inhibierter Biologischer Sauerstoffbedarf: innerhalb von f√ľnf Tagen durch Mikroorganismen verbrauchter Sauerstoff. Die Hemmung durch Allylthioharnstoff (ATH) ist notwendig, weil sonst eine Auswertung nicht m√∂glich w√§re, weil noch zus√§tzlich eine mehr oder weniger vollst√§ndige Stickstoffoxidation mit gemessen w√ľrde.),
  • CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf: der durch katalytisch- chemische Umwandlungen (Oxidation) verbrauchte Sauerstoff) und
  • TOC (gesamter organisch gebundener Kohlenstoff)

bestimmt.

Viele Kl√§rwerke verwenden gegebenenfalls Eisenchlorid, Eisensulfat oder Aluminiumchlorid, um bei einem √úberangebot von Phosphat dieses aus dem Wasser zu entfernen. Dies erfolgt, indem das ‚ÄěEisen‚Äú oder ‚ÄěAluminium‚Äú das Phosphat zu einer im Wasser nicht l√∂slichen Verbindung umwandelt, die dann im Nachkl√§rbecken zu Boden ‚Äěf√§llt‚Äú (daher der Fachbegriff F√§llung). In einer Pflanzenkl√§ranlage erfolgen diese F√§llungsreaktionen aufgrund des im Bodenk√∂rper vorhandenen Eisensalzes oder anderer Mineralien. Dar√ľber hinaus wird Phosphor im Rahmen der Pflanzenphysiologie als N√§hrstoff aufgenommen und kann dem Wasser so entzogen werden. Dieser Vorgang kann aber nur vollzogen werden, sofern die gewachsene Pflanzenbiomasse regelm√§√üig entfernt wird, da ansonsten der Phosphor im Zuge der Verrottung wieder dem Wasser zugef√ľhrt wird. Im Gegensatz zu Stickstoff kann Phosphor nicht in gasf√∂rmiger Form abgeschieden werden, was im weiteren bedeutet, dass Pflanzenkl√§ranlagen eine endliche Menge an Phosphor aufnehmen k√∂nnen.

Insgesamt kann das gereinigte Wasser aus dem End- und Kontrollschacht wieder zu h√∂herwertigen Nutzungen unter Beachtung der hygienischen und technischen Vorschriften verwendet werden. Dies bedeutet eine Kreislaufschlie√üung und Wiedernutzung und ist ganz besonders f√ľr die Wasserwirtschaft in L√§ndern, in denen Wassermangel herrscht, n√ľtzlich.

Weiterhin gibt es eine Weiterentwicklung, bei der auf den Bodenkörper bewusst verzichtet wird. Die Pflanzen stehen auf ihren eigenen Wurzeln. Die Reinigung erfolgt hierbei im Wesentlichen durch die Pflanzen selbst und durch die Mikroorganismen in ihren Wurzeln. Vorteile sind unter anderem ein geringeres Gesamtgewicht und eine bessere Durchströmung, dadurch eine Leistungssteigerung und ein auf Dächern möglicher Einsatz.

Planung

Der Anschaffungspreis variiert, er ergibt sich durch die Kosten f√ľr die Planung und den Bau, sowie durch den Erwerb von bestimmten Elementen oder Materialien wie einer n√∂tigen Absetzgrube, in unterschiedlicher H√∂he. Wichtig ist in welchem Ma√üe (angeschlossene EW) sie geplant wurde. Abgesehen davon entstehen noch geringere Kosten, sie ergeben sich gr√∂√ütenteils durch die laufende Unterhaltung, durch die Entsorgung der Feststoffe (etwa einmal im Jahr), sowie der Kontrolle der Wasserparameter.

Pflanzenkl√§ranlagen m√ľssen sorgf√§ltig nach DWA A 262 geplant werden, das ist notwendig um eine funktionierende Anlage zu garantieren. Die Planungskosten sind abh√§ngig von der Ausbaugr√∂√üe. Es ist schon vorgekommen, dass Personen ohne besondere Kenntnisse eine Pflanzenkl√§ranlage ohne Planungshilfe gebaut haben. Das Ergebnis waren nicht einwandfreie Ablaufqualit√§ten und noch andere Fehlfunktionen beim Ablauf des Reinigungsprozesses. Eine Pflanzenkl√§ranlage wird immer auf Einwohnerwerten oder auf den Einwohnergleichwert ausgelegt (EW oder EWG). Die Mindestgr√∂√üe ist 4EW.

Um √∂kologische Folgen zu vermeiden, m√ľssen die Ablaufwerte regelm√§√üig kontrolliert werden. Diese √úberwachung geschieht je nach den beh√∂rdlichen Auflagen zumeist j√§hrlich durch eine autorisierte Firma. Der Bau und die Einleitung in ein Gew√§sser oder in das Grundwasser ist nach den jeweiligen Vorschriften genehmigungspflichtig (in Deutschland dem Wasserhaushaltsgesetz WHG und dem jeweiligen Recht des Bundeslandes oder in √Ėsterreich dem Wasserrechtsgesetz WRG).

Fazit

In den meisten Kommunen besteht Anschlusszwang an die öffentlichen Abwasserentsorgung. So ist man gezwungen an das kommunale Abwassernetz anzuschließen, auch bei Bestehen einer eigenen Anlage. In Mitteleuropa wird sich daher der Einsatz von Kleinkläranlagen wie Pflanzenkläranlagen auf die nicht erschlossenen Gebiete beschränken. Pflanzenkläranlagen können jedoch auch zur Entsorgung kleiner Ortschaften dienen und somit an Stelle anderer Klärverfahren eingesetzt werden.

Andere Einsatzhindernisse k√∂nnten auch der Platzbedarf (4 bis 5 m¬≤/EW) oder weitergehende Reinigungsanforderungen (sehr hohe, gesicherte N√§hrstoffentfernung) sein. Weitere negative Eigenschaften sind nicht bekannt. Dazu kann festgehalten werden, dass die Reinigung geruchsneutral vorgeht (da sich in der Regel keine stehenden Wasseroberfl√§chen und anaerobe Zonen bilden). Die m√∂gliche technische Lebensdauer von Pflanzenkl√§ranlagen ist schwer zu bestimmen, da die meisten Anlagen noch betriebsf√§hig sind (die ersten entstanden etwa 1980). Doch ist eine Neubepflanzung, eventuell eine Erneuerung des Filtermaterials und bei Verdichtungen eine Auflockerung des Bodens n√ľtzlich, um die gew√ľnschte Ablaufqualit√§t zu erhalten.

Die Pflanzenkl√§ranlage ist eine Alternative zur Kleinkl√§ranlage nach dem Belebtschlammverfahren oder eines Tropfk√∂rpers. F√ľr den Ablauf der Anlage ist ein Gew√§sser von Vorteil, das das gereinigte Abwasser aufnehmen kann (Vorfluter). Oder das gereinigte Wasser wird dem Grundwasser zugef√ľhrt oder ggf. wiederverwendet. Die Einleitung in das Grundwasser ist jedoch in manchen F√§llen aus Gr√ľnden der Sicherstellung der Reinhaltung des Grundwassers wasserwirtschaftlich nicht erw√ľnscht (Hygiene, Restbelastung mit nicht abbaubaren Stoffen).

Bemerkenswert ist, dass Pflanzenkl√§ranlagen aufgrund der laufenden Prozesse, bei fachgerechter Ausf√ľhrung, im Winter nicht einfrieren und wegen des weitgehenden Fehlens von Aggregaten (bis auf eventuelle Pumpen zur Abwasserhebung) mechanisch robust sind. Ebenso sind sie, da die abbauenden Bakterien in der Bodenmatrix ‚Äěverankert‚Äú sind, nicht vom Absetzverhalten des Belebtschlammes abh√§ngig (siehe Betriebsprobleme/Bl√§hschlammbildung beim Belebtschlammverfahren). Diese Robustheit des Prozesses ist ein positiver Aspekt beim Einsatz in Verh√§ltnissen, in denen eine intensive, t√§gliche Wartung nicht zu gew√§hrleisten ist.

Siehe auch

Abwasserbehandlung, Eutrophierung, Simultanfällung, Gesetz der Kommunizierenden Röhren

Weblinks

 Commons: Pflanzenkl√§ranlage ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ komposttoiletten+ Pflanzenkl√§ranlage abgerufen am 6. Februar 2011

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