Philipp II. (Frankreich)

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Philipp II. (Frankreich)
Philipp II. August empfängt einen päpstlichen Legaten. Illumination aus den Grandes chroniques de France, um 1335. (British Library, London)

Philipp II. August (fr: Philippe Auguste; * 21. August 1165 in Gonesse; ‚Ć 14. Juli 1223 in Mantes-la-Jolie), war von 1180 bis 1223 K√∂nig von Frankreich aus der Dynastie der Kapetinger. Er war der einzige Sohn von K√∂nig Ludwig VII. dem J√ľngeren und dessen dritter Gemahlin Adele von Champagne.

Philipp ist einer der bedeutendsten K√∂nige in der mittelalterlichen Geschichte Frankreichs. Seine Herrschaft war bestimmt von dem Kampf gegen das Haus Plantagenet und das ‚Äěangevinische Reich‚Äú. Nach wechselvollen Auseinandersetzungen mit Heinrich II., Richard L√∂wenherz und Johann Ohneland konnte er letztlich √ľber die Plantagenets siegen und ihnen den gr√∂√üten Teil ihrer franz√∂sischen Territorien entrei√üen. Dies erm√∂glichte den Durchbruch des kapetingischen K√∂nigtums. Zugleich verhalf sein Sieg √ľber Otto IV. in der Schlacht bei Bouvines 1214 dem Staufer Friedrich II. zum r√∂misch-deutschen K√∂nigtum.

Philipps Beiname ist zeitgen√∂ssisch. Er ist dem kaiserlichen Titel Augustus (franz: Auguste, dt.: der Erhabene) entliehen und wurde ihm von seinem Biographen Rigord geben. Der erkannte in dem K√∂nig, entsprechend der Definition des Titels, einen ‚ÄěMehrer des Reiches‚Äú.

Inhaltsverzeichnis

Anfang und Herrschaftskonsolidierung

Philipp Dieudonné wird von einem Engel seinen Eltern gesandt. (Grandes Chroniques de France um 1270, Paris, Bibliothèque Sainte-Geneviève)

Philipp wurde als Kind h√§ufig ‚ÄěDieudonn√©‚Äú (Gottgegebener) genannt, da seine Geburt eine dynastische Krise beendete und die Kontinuit√§t der kapetingischen Dynastie wahrte. Er wurde erst im achtundzwanzigsten Regierungsjahr seines Vaters geboren und stammte, als erster und einziger Sohn, aus dessen dritter Ehe. Trotz dieses Hintergrundes z√∂gerte Ludwig VII., seinen Sohn zum Mitk√∂nig kr√∂nen zu lassen, um die Nachfolge Philipps zu sichern. Vermutlich lag diesem Z√∂gern das abschreckende Beispiel des Hauses Plantagenet zugrunde, in dem sich die S√∂hne mit dem Vater um die Macht stritten. Erst nachdem die Gesundheit des K√∂nigs nachlie√ü, berief er 1179 eine Adelsversammlung ein, um sich Rat einzuholen. Als sich die Mehrheit der Versammlung durch Akklamation f√ľr die Kr√∂nung Philipps aussprach, wurde dieser am 1. November 1179 in Reims zum K√∂nig gekr√∂nt und gesalbt.

Nach dem Tod Ludwigs VII. am 18. September 1180 konnte Philipp so unbestritten die Nachfolge als K√∂nig antreten. Allerdings galt er zu diesem Zeitpunkt mit f√ľnfzehn Jahren noch als unm√ľndig, weshalb sich f√ľr die n√§chste Zeit eine Regentschaft f√ľr das Land abzeichnete, die sich aus Philipps Mutter, Adele von Champagne, und deren Br√ľdern Erzbischof Wilhelm von Reims, Graf Theobald von Blois und Graf Stephan von Sancerre, zusammensetzte. Diese Gruppierung hatte schon in den letzten Lebensjahren Ludwigs VII. den k√∂niglichen Hof dominiert und f√ľr den zeitweise regierungsunf√§higen K√∂nig die Macht ausge√ľbt.

Philipp aber gedachte trotz seiner Jugend, die Macht sofort zu √ľbernehmen und stellte sich damit gegen seine Mutter und seine Onkel. Gegen diese gewann er mit dem Grafen Philipp von Flandern einen m√§chtigen Verb√ľndeten. Gegen den Willen seiner Mutter heiratete er am 28. April 1180 die Nichte des Grafen von Flandern, Isabella von Hennegau, und vollzog damit einen Bruch mit seiner Verwandtschaft. Die Situation artete in einen regelrechten Krieg aus; Adele von Champagne floh in die Normandie in der Hoffnung, Heinrich II. Plantagenet, den wohl m√§chtigsten Mann Frankreichs zu jener Zeit, als Verb√ľndeten gegen ihren Sohn zu gewinnen. Aber Heinrich Plantagenet hatte andere Pl√§ne als sich gegen seinen Lehnsherren zu wenden, da er zu dieser Zeit mit der Durchsetzung der Anspr√ľche seines Schwiegersohnes, Heinrich des L√∂wen, in Deutschland besch√§ftigt war. Auch galt es nach den Konventionen des mittelalterlichen Lehnsrechts als unehrenhaft, die Minderj√§hrigkeit eines Lehnsherrn auszunutzen um ihn anzugreifen. Stattdessen trafen sich Philipp und Heinrich Plantagenet am 28. Juni 1180 in Gisors, um ein gemeinsames Verteidigungsb√ľndnis zu schlie√üen.

Diese Entwicklung f√ľhrte im Gegenzug zu einem Bruch Philipps mit dem Grafen von Flandern, der ein Rivale der Plantagenet war. Am 14. Mai 1181 schloss sich in Provins der Graf von Flandern mit den Grafen von Blois-Champagne zusammen, denen sich auch die Grafen von Nevers und Hennegau sowie der Herzog von Burgund anschlossen. Die Krondom√§ne war so von der feindlichen Allianz fast eingeschlossen. Auf Druck Heinrich Plantagenets aber beendeten 1182 der Erzbischof von Reims und die Grafen von Blois-Champagne ihre Opposition zu Philipp und erkannten dessen Herrschaft an. Der jungen K√∂nigin Isabella gelang es, auch ihren Vater aus dem B√ľndnis zu l√∂sen. Nur das Verh√§ltnis zum Grafen von Flandern blieb feindselig. Es versch√§rfte sich zus√§tzlich durch den Tod von dessen erster Frau 1182, deren Erbe, die Grafschaft Vermandois, Philipp zur√ľckforderte. Der Graf von Flandern wurde durch ein gescheitertes B√ľndnisangebot an Kaiser Friedrich Barbarossa zunehmend isoliert. Nachdem sich der Krieg nach einigen Siegen zugunsten K√∂nig Philipps wendete, war auch der Graf von Flandern zur Unterwerfung bereit. Im Vertrag von Boves 1185 gewann der K√∂nig die Stadt Amiens und 65 Burgen im Vermandois und sicherte sich die Anwartschaft auf die Grafschaft Artois als Mitgift seiner Frau. Der Graf von Flandern konnte den n√∂rdlichen Teil des Vermandois behalten.

Somit hatte sich Philipp bis zum Jahr 1185, mittlerweile m√ľndig geworden, gegen√ľber seinen Konkurrenten behauptet und die Alleinherrschaft √ľbernommen.

Die angevinische Bedrohung

Philipps Königtum

Frankreich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Der französische Teil des angevinischen Reichs in rot, die französische Krondomäne in dunkelblau.

Philipp trat ein schwieriges Erbe an. Sein Vater hinterlie√ü ihm einen geordneten und effizienten Verwaltungsapparat. Der voranschreitende wirtschaftliche Aufschwung von St√§dten wie Paris und Orl√©ans sicherte der Krone st√§ndige Einnahmequellen. Die Macht des K√∂nigs aber beschr√§nkte sich auf die Krondom√§ne, ein Gebiet, das die St√§dte Orl√©ans, Sens, Senlis und Mantes umfasste, w√§hrend der gro√üe Rest des K√∂nigreiches von m√§chtigen Feudalf√ľrsten beherrscht wurde. Philipps Vater und Gro√üvater hatten bereits versucht, die Macht solcher nahezu unabh√§ngigen F√ľrsten zu brechen, jedoch ohne Erfolg. W√§hrend der Regierung K√∂nig Ludwigs VII. entstand ein weiteres Machtgef√ľge, das sogenannte ‚ÄěAngevinische Reich‚Äú, das sich √ľber den gesamten Westen des Landes, von den Pyren√§en bis zum √Ąrmelkanal, erstreckte. Es war in den H√§nden des Hauses Plantagenet und in Personalunion vereint mit dem englischen K√∂nigreich.

Wie schon sein Vater verfolgte Philipp seit dem Beginn seiner Herrschaft eine Politik, die zur Zerschlagung des angevinischen Reichs f√ľhren sollte. Zwei wichtige Faktoren kamen ihm dabei zugute. Zum einen war er der Lehnsherr f√ľr die franz√∂sischen Territorien und zum anderen waren die S√∂hne von Heinrich II. Plantagenet untereinander zerstritten und f√ľhrten Krieg gegen den eigenen Vater.

Gegen Heinrich II. Plantagenet

Obwohl Heinrich II. Plantagenet in den ersten Jahren von Philipps Herrschaft als dessen Schutzherr aufgetreten war, f√∂rderte Philipp in dieser Zeit den Konflikt bei den Plantagenets, um diese zu schw√§chen. Ein Vorwand war das seit Jahren anhaltende Verl√∂bnis seiner √§lteren Schwester Alice (Alix) mit Richard L√∂wenherz, einem j√ľngeren Sohn Heinrichs II. und Herzog von Aquitanien. Die Ehe des Paares sollte den Besitzstatus des normannischen Vexin bei den Plantagenets legitimieren, doch die Weigerung Richards, die Prinzessin zu heiraten, gab Philipp eine rechtliche Handhabe, gegen die Plantagenets vorzugehen.

Bereits 1183 unterst√ľtzte Philipp den √§ltesten Sohn Heinrichs II., Heinrich den J√ľngeren, indem er ihm im Kampf gegen dessen Vater Geld und S√∂ldner zukommen lie√ü. Doch der j√ľngere Heinrich verstarb pl√∂tzlich noch im selben Jahr, und K√∂nig Heinrich II. blieb Sieger in dieser Auseinandersetzung. In einem erneuten Treffen in Gisors am 6. Dezember 1183 musste Philipp den alten Heinrich in dessen Besitzungen anerkennen. Aber schon im folgenden Jahr konnte er erfolgreich einen weiteren Sohn Heinrichs, den Herzog Gottfried von Bretagne, dazu bewegen, an den Hof nach Paris zu kommen und ihm f√ľr die Bretagne zu huldigen. Auch wenn Gottfried im Jahre 1186 nach einem Turnierunfall verstarb, konnte die Bretagne dauerhaft von den Plantagenets gel√∂st werden, da sich dessen Witwe gegen die Familie ihres Mannes stellte.

Philipp ging nun unverz√ľglich dazu √ľber, den n√§chsten Sohn Heinrichs, Richard L√∂wenherz, f√ľr seine Zwecke zu gewinnen. Dabei spielte ihm die anstehende Nachfolgefrage im Gesamtbesitz der Plantagenets in die H√§nde. Heinrich bevorzugte seinen j√ľngsten Sohn Johann Ohneland als Erben, den er mit Alice (Alix), Tochter von Humbert III., verheiraten und mit der Normandie belehnen wollte. Dies wiederum trieb Richard in die Arme Philipps, der Heinrichs Erbpl√§ne ablehnte, die im Jahr 1187 in Paris ein Zweckb√ľndnis gegen Heinrich schlossen. Aus der so entstandenen Abh√§ngigkeit Richards zu Philipp konnte dieser profitieren, nachdem er Richard 1187 zwang, sein Vorgehen gegen den Grafen Raimund V. von Toulouse zu beenden. Dies brachte Philipp die Eroberung von Issoudun im Berry ein. Anschlie√üend richteten beide ihren Kampf gegen Heinrich, indem Philipp den Gewinn des Berry durch die Einnahme von Ch√Ęteauroux 1188 abrunden konnte.

Im November 1188 kam es daraufhin zu einem Treffen Heinrichs II., Richards und Philipps in Bonmoulins. Ein Friedensschluss scheiterte, vor allem nachdem Richard an Philipp f√ľr den gesamten franz√∂sischen Besitz der Plantagenets gehuldigt hatte. F√ľr Heinrich war dies nicht hinnehmbar, da dies seine Enteignung in Frankreich und auch eine Trennung des Festlandes von England bedeutete. Weiterhin demonstrierten Richard und Philipp die Unersch√ľtterlichkeit ihrer Allianz mittels √∂ffentlicher Vertrauensgesten, wie einem Bruderkuss oder das √úbernachten in einem Bett. Heinrich zog sich darauf nach England zur√ľck, um 1189 mit einem Heer nach Frankreich zur√ľckzukehren und den Entscheidungskampf mit Richard und Philipp zu f√ľhren. Diese aber waren ihm milit√§risch √ľberlegen, verdr√§ngten ihn aus der Touraine, drangen in das Maine vor und zwangen Heinrich am 12. Juni 1189 zur Flucht aus Le Mans nach Chinon. Am 4. Juli 1189 war Heinrich gezwungen den Friedensvertrag von Azay-le-Rideau zu schlie√üen, worin er alle Eroberungen Philipps best√§tigen, ihm f√ľr den restlichen Besitz huldigen und Richard als Erben anerkennen musste. Zwei Tage sp√§ter starb Heinrich in Chinon.

Der Dritte Kreuzzug

Siehe Hauptartikel: Dritter Kreuzzug
Philipp August und Richard Löwenherz auf dem dritten Kreuzzug. (Darstellung aus einer um 1260 gefertigten Ausgabe der Historia rerum in partibus transmarinis gestarum des Wilhelm von Tyrus.)

Mit Heinrichs Tod zerfiel das B√ľndnis zwischen Philipp und Richard, da dieser nun die Position seines Vaters als K√∂nig von England und Oberhaupt des ‚Äěangevinischen Reichs‚Äú einnahm und somit der neue Hauptgegner Philipps wurde. Obwohl Richard am 22. Juli 1189 in Chaumont-en-Vexin dem franz√∂sischen K√∂nig f√ľr alle Festlandsbesitzungen huldigte, verweigerte er weiterhin die dringlich geforderte Ehe mit Alice (Alix), womit der Konflikt um das Vexin weiterhin aktuell blieb. Eine direkte Konfrontation beider K√∂nige blieb zun√§chst aus, da das christliche Abendland seit dem Verlust von Jerusalem an die Muslime im Jahr 1187 einen Kreuzzug zur R√ľckeroberung der Stadt verlangte. Philipp, Richard und Heinrich hatten schon in Azay √ľber einen Kreuzzug verhandelt, den die ersten beiden nun gemeinsam ausf√ľhren wollten. Das lag in erster Linie daran, dass keiner dem anderen wirklich traute und die Abwesenheit des einen K√∂nigs einen unvorstellbaren Vorteil f√ľr den Daheimgebliebenen bedeutet h√§tte. Die Abreise verz√∂gerte sich zun√§chst, da Richard mit der Unterwerfung einiger Vasallen in der Gascogne besch√§ftigt war und Philipps Frau, Isabella von Hennegau, am 15. M√§rz gestorben war. Als beide K√∂nige am 4. Juli 1190 in V√©zelay ihren Kreuzzug offiziell begannen, war in Kleinasien bereits Kaiser Friedrich I. Barbarossa gestorben. Die Regentschaft Frankreichs √ľbergab Philipp dem k√∂niglichen Rat unter Vorsitz seiner Mutter Adele und Erzbischof Wilhelm von Reims. Philipp sorgte daf√ľr, dass ihnen der Zugriff auf den Staatsschatz verwehrt blieb, der den Templern zum Schutz anvertraut wurde, wobei sechs angesehene B√ľrger aus Paris die Schl√ľssel der Geldtruhen erhielten.

Nach einigen Verz√∂gerungen erreichte Philipp am 20. April 1191 das Lager der Kreuzfahrer vor Akkon. Richard hingegen war zun√§chst mit der Eroberung von Zypern besch√§ftigt. Dort heiratete er die Prinzessin Berengaria von Navarra, mit der er sich bereits in Sizilien verlobt hatte. Damit war eine Verbindung mit Prinzessin Alice (Alix) unm√∂glich geworden. F√ľr Philipp stellte diese Zur√ľckweisung seines Vasallen einen erheblichen Ansehensverlust dar, zumal Richard auch die Forderung auf die Restitution des Vexins ignorierte. Am 21. Juli 1191 fiel Akkon in die H√§nde der Kreuzfahrer, wenige Tage danach erkl√§rte Philipp seine R√ľckkehr in die Heimat. Als Vorwand diente ihm der Tod des Grafen Philipp von Flandern w√§hrend der Belagerung, dessen Erbe geregelt werden musste, wobei es auch um die Durchsetzung eines Anrechtes der Krone auf das Artois ging. Richard lie√ü ihn auf das Evangelium schw√∂ren, keinen Angriff auf seinen franz√∂sischen Besitz zu wagen, wies aber dennoch seine Bankiers in Pisa an, den Sold f√ľr seine Grenztruppen zu erh√∂hen. Er selbst blieb noch in Pal√§stina um weiter gegen Saladin zu k√§mpfen.

Auf der Heimreise traf sich Philipp in Rom mit Papst Coelestin III., von dem er vom Kreuzzugsgel√ľbte entbunden wurde. Gegen√ľber dem Papst bekr√§ftigte er, wenn auch erfolglos, dass Richard L√∂wenherz die Hauptverantwortung f√ľr die gescheiterte R√ľckeroberung Jerusalems trage. Anschlie√üend traf er sich in Mailand mit Kaiser Heinrich VI., dem Nachfolger Barbarossas, um die staufisch-kapetingische Allianz zu erneuern. Eine Vermittlerrolle √ľbernahm dabei Herzog Leopold V. von √Ėsterreich, der den englischen K√∂nig hasste, weil dieser ihn vor Akkon gedem√ľtigt hatte indem er das herzogliche Banner vom Stadtwall hatte herunterrei√üen lassen. Zus√§tzliche Interessen verbanden Philipp mit dem Kaiser, nachdem Richard 1191 mit dem K√∂nig Tankred von Sizilien ein Beistandsabkommen gegen den Kaiser geschlossen hatte. Zu Weihnachten 1191 weilte Philipp bereits wieder in Fontainebleau und begann mit der Forcierung seines Kampfes gegen Richard. Dazu lie√ü er Ger√ľchte verbreiten, in denen er den englischen K√∂nig beschuldigte, einen Mordanschlag gegen ihn in Akkon durchf√ľhren wollte, was einige der Vasallen Richards tats√§chlich auf die Seite Philipps f√ľhrte.

Nachdem Richard nach den Verhandlungen mit Saladin im Oktober 1192 die R√ľckreise angetreten hatte, geriet er bei der Passierung von √Ėsterreich in die H√§nde Herzog Leopolds, von dem er unverz√ľglich an Kaiser Heinrich ausgeliefert wurde.

Der angevinische Krieg

Gegen Richard Löwenherz

Die Gefangennahme seines Rivalen nutzte Philipp II. im Fr√ľhjahr 1193 zum Angriff auf dessen Territorien. Zuerst r√ľckte er in die Normandie vor, wo er Burgen wie Pacy, Ivry und vor allem das lang geforderte Gisors einnehmen konnte. Richard erm√§chtigte aus seiner Haft heraus ein Friedensabkommen (Mantes, 9. Juli 1193), indem er Philipp die Eroberungen best√§tigte. Anschlie√üend versuchte Philipp erneut eine Spaltung in der Plantagenetfamilie herbeizuf√ľhren, indem er die Ambitionen Johanns Ohneland gegen dessen Bruder unterst√ľtzte. Johann erkl√§rte sich f√ľr diese Unterst√ľtzung in einem Geheimvertrag bereit, die gesamte Normandie rechts der Seine, einschlie√ülich Rouen, sowie die Touraine an Philipp zu √ľbergeben. Auch war er bereit, f√ľr den Fall einer erfolgreichen √úbernahme des englischen Thrones den Lehnseid f√ľr England an Philipp zu leisten.

Rechts: Richard Löwenherz während seiner Gefangenschaft in Deutschland.
Links: Richard L√∂wenherz wird vor Ch√Ęlus verwundet.
(Darstellung aus dem Effigies Regum Angliae, 14. Jahrhundert, London, British Library)

Diesen Pl√§nen setzte sich die Mutter der beiden angevinischen Br√ľder, K√∂nigin Eleonore, entgegen. Sie strengte eine schnelle Herausl√∂sung Richards aus der Gefangenschaft an, die wiederum Philipp und Johann durch eigene L√∂segeldangebote an den Kaiser hinauszuz√∂gern versuchten. Eleonore aber veranlasste ihren gefangenen Sohn, dem Kaiser den Lehnseid zu leisten und nachdem sie das immense L√∂segeld aufgebracht hatte, lie√ü der Kaiser Richard im Fr√ľhjahr 1194 frei. Der brachte zun√§chst die Verh√§ltnisse in England wieder unter seine Kontrolle und setzte im Mai 1194 mit einem Heer auf das Festland √ľber. Nach und nach eroberte Richard seine Burgen in der Normandie zur√ľck, marschierte anschlie√üend in den S√ľden und vertrieb Philipp nach dem Gefecht von Fr√©teval aus der Touraine. Am 15. Januar 1196 war Philipp zur Unterzeichnung des Friedens von Louviers gen√∂tigt, indem er aber von Richard auch einige Zugest√§ndnisse, wie zum Beispiel die direkte Lehnshoheit √ľber die Auvergne, erhielt.

Der Frieden hielt nicht mal ein halbes Jahr. Nachdem Richard bei der Unterwerfung der Bretagne scheiterte und die regierende Herzogin ihren Sohn Arthur, der Richards Neffe und designierte Erbe war, an den Hof von Paris entsandte, begannen die K√§mpfe von neuem. Philipp eroberte im Juni 1196 die normannische Burg Aumale. Richard reagierte darauf mit einem B√ľndnis mit dem Grafen Balduin IX. von Flandern und unterst√ľtzte 1198 die Thronkandidatur seines Neffen Otto von Braunschweig in Deutschland. Philipp versuchte die sich anbahnende Umklammerung Frankreichs durch das angevinisch-welfische B√ľndnis mit einer Offensive zu begegnen, aber im September 1198 musste er in der Schlacht bei Gisors eine schwere Niederlage gegen Richard hinnehmen.

In den Friedensverhandlungen von 1199, die unter der Vermittlung des Klerus eingeleitet wurden, musste Philipp herbe R√ľckschl√§ge hinnehmen. Der franz√∂sische Kronprinz sollte eine Tochter des mit Richard verb√ľndeten K√∂nigs von Kastilien heiraten, Richards Besitzstand auf dem Festland sollte best√§tigt werden. Weiterhin sollte Philipp die Wahl Ottos von Braunschweig zum r√∂misch-deutschen K√∂nig anerkennen, lediglich mit der √úberlassung der Burg Gisors wurde ihm entgegengekommen. Seine milit√§rische Unterlegenheit gegen√ľber Richard brachte die gegen die Plantagenets gerichtete Politik Philipps an den Rand des Scheiterns. Doch im April 1199 wendete sich die Lage √ľberraschend, als Richard L√∂wenherz im Kampf gegen den Vizegrafen von Limoges sein Leben verlor. Dem franz√∂sischen K√∂nig er√∂ffnete dies eine neue M√∂glichkeit, den Kampf gegen die Plantagenets weiter zu f√ľhren.

Gegen Johann Ohneland

Die Nachfolge Richards trat sein j√ľngerer Bruder Johann Ohneland an, obwohl es unter den angevinischen Vasallen zu Unsicherheiten in Bezug auf die Erbrechte Arthurs von Bretagne kam. Zwar wurde Johann in England und der Normandie allgemein anerkannt, aber besonders die Grafschaft Anjou war von der Nachfolge Johanns nicht √ľberzeugt und hielt zu Arthur. Da das ausgehandelte Friedensabkommen noch nicht unterschrieben war, nahm Philipp die Chance wahr, machte sich zum Verteidiger der Rechte Arthurs und griff Johann an. Da Johann einem direkten Kampf aus dem Weg ging, erlangte Philipp so bis zum Jahr 1200 eine weitaus bessere Verhandlungsbasis, als er noch gegen√ľber Richard gehabt hatte. Seine Aktionen waren durchaus vielversprechend, doch die eigene famili√§re Situation zwang den K√∂nig von Frankreich zum Einlenken.

Die Kapitulationsurkunde von Rouen, datiert am 1. Juni 1204.

Im Jahr 1193 hatte Philipp die d√§nische Prinzessin Ingeborg, die Schwester des D√§nenk√∂nigs Knut VI. geheiratet, um diesen zu einem B√ľndnis gegen Richard zu bewegen. Aber schon am Tag nach der Hochzeit verlangte Philipp die Trennung von der Braut, da er sie als zu absto√üend empfand. Ingeborg verwehrte allerdings ihre Zustimmung zu einer Scheidung, worauf Philipp sie verstie√ü und die deutsche Adlige Agnes von Meran heiratete. Die sich daraus ergebende Bigamie veranlasste Papst Innozenz III. zur drastischen Schritten und verh√§ngte 1198 das Interdikt √ľber Frankreich. Der Handlungsspielraum Philipps in seinem K√∂nigreich wurde dadurch zunehmend bedroht, vor allem weil seine treuesten Unterst√ľtzer in den Reihen des Klerus standen. Aber auch international wurde seine Position gef√§hrdet, da seine wichtigsten au√üenpolitischen Verb√ľndeten der Papst selbst und auch die Staufer im Reich waren. Deshalb war Philipp 1200 zu einem Frieden mit Johann gen√∂tigt, der im Vertrag von Le Goulet besiegelt wurde. Darin trat Johann einige Gebiete in der Normandie an Philipp ab und erkannte ihn als Oberlehnsherren der restlichen Festlandsbesitzungen an. Philipp lie√ü im Gegenzug seine Unterst√ľtzung f√ľr Arthur fallen.

Das anschlie√üende Fehlverhalten Johanns spielte Philipp aber erneut einen Vorwand in die H√§nde, gegen ihn vorzugehen. Johann hatte im Sommer 1200 Isabella von Angoul√™me geheiratet, die aber schon dem Grafen Hugo X. von Lusignan versprochen war. Lusignan war als aquitanischer Graf ein Vasall Johanns, der somit als Instanz zur Beschwerde f√ľr ihn nicht in Frage kam. Stattdessen wandte sich Lusignan an K√∂nig Philipp, der wiederum der Lehnsherr Johanns f√ľr Aquitanien war. Philipp ergriff die Gelegenheit, Johann rechtlich zu belangen, und er√∂ffnete einen Lehnsprozess gegen ihn. Um gleichzeitig eine Vers√∂hnung mit dem Papst zu erreichen, berief er im Mai 1201 ein Konzil in Soissons ein, auf dem er Ingeborg wieder an seine Seite holte. Und nachdem Agnes von Meran im Juli 1201 gestorben war, hob der Papst das Interdikt auf und legitimierte deren Kinder. Nachdem Johann bis zum Jahr 1202 vier Vorladungen vor das Hofgericht in Paris ignoriert hatte, sprach Philipp ein Vers√§umnisurteil √ľber ihn und erkl√§rte ihn all seiner L√§nder in Frankreich f√ľr verlustig. Der erneut entbrannte Krieg konnte somit als Vollstreckung eines ordentlichen Urteils und nicht als Eroberungsfeldzug gelten. Der franz√∂sische K√∂nig griff erneut auf Arthur von Bretagne zur√ľck und dieser huldigte ihm f√ľr alle angevinischen L√§ndereien. Arthur griff im Juli 1202 seinen Onkel mit einem Heer im Anjou an und belagerte seine Gro√ümutter Eleonore in Mirebeau, dort aber wurde er am 1. August 1202 von Johann √ľberrascht und gefangen genommen.

Als sich im Jahr 1203 die Nachricht von der Ermordung Arthus in Rouen durch Johann verbreitete, kam es zu einem allgemeinen Abfall dessen Vasallen, die sich nun direkt K√∂nig Philipp anschlossen. Der nutzte die Situation und marschierte in die Normandie ein. Im April 1204 konnte er die angeblich uneinnehmbare Burg Ch√Ęteau-Gaillard durch Verrat an sich bringen, womit ihm der Weg nach Rouen frei gelegt wurde. Dort marschierte er am 24. Juni 1204 ein, nachdem die Stadt bereits am 1. Juni kampflos kapituliert hatte. Anschlie√üend wandte er sich nach Aquitanien, wo bereits im April 1204 die Herzogin Eleonore gestorben war, und zog am 11. August in Poitiers ein. Johann konnte dem nichts entgegensetzen und war am 13. Oktober 1206 zur Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Thouars bereit. Er verzichtete darin auf den ganzen Besitz der Plantagenetfamilie n√∂rdlich der Loire. Die betreffenden Territorien wie Normandie, Maine, Anjou und Touraine konnte Philipp nun der Krondom√§ne hinzuf√ľgen, die er der k√∂niglichen Verwaltung unterstellte. Damit endete auch die von Wilhelm dem Eroberer 1066 geschaffene Verbindung zwischen der Normandie und England. Johann behielt Aquitanien und die Gascogne, wenngleich er diesen Gebieten fortan kaum noch Beachtung schenkte.

Der Deutsche Thronstreit

Aufs engste verbunden mit dem Krieg zwischen Kapetingern und Plantagenet war der deutsche Thronstreit im heiligen r√∂mischen Reich zwischen den Staufern und Welfen, der 1197 nach dem Tod Kaiser Heinrich VI. ausgebrochen war. Das strategische Interesse beider Seiten gebot ihre Einflussnahme in die politischen Verh√§ltnisse Deutschlands. Die Plantagenets unterst√ľtzten naturgem√§√ü ihre welfischen Verwandten um somit gegen den K√∂nig von Frankreich eine zweite Front er√∂ffnen zu k√∂nnen. Dagegen war Philipp daran gelegen eine solche angevinisch-welfische Umklammerung zu verhindern und f√∂rderte die Staufer als Gegengewicht zu den Welfen. Beide Parteien w√§hlten im Sommer 1198 mit Philipp von Schwaben beziehungsweise Otto IV. von Braunschweig ihre Kandidaten zu K√∂nige, worauf sich in den folgenden Jahren ein Machtgleichgewicht im Reich einstellte. Bis im Jahre 1208 der Staufer Philipp von Schwaben in Bamberg einem Mordanschlag zum Opfer fiel, so dass Otto IV. einziger deutscher Herrscher war und die alte staufisch-kapetingische Allianz gegenstandslos zu werden drohte. Zwar versuchte Philipp den Herzog Heinrich von Brabant, der Geldlehen von ihm empfing, zum Nachfolger f√ľr den ermordeten Philipp von Schwaben zu gewinnen, doch wurde Otto mittlerweile sogar von den f√ľhrenden Anh√§ngern der staufischen Partei als K√∂nig anerkannt. Selbst Papst Innozenz III. lieh seine Unterst√ľtzung dem Welfen, da er hoffte durch ihn die staufische Politik zur Vereinigung Siziliens mit dem Reich beenden zu k√∂nnen. Nachdem Otto IV. im Oktober 1209 in Rom zum Kaiser gekr√∂nt wurde drohte Frankreich au√üenpolitisch isoliert zu werden.

Die Wende brachte die Fortf√ľhrung der staufischen Italienpolitik durch Otto IV., die den Papst dazu zwang seine Position zu √ľberdenken. Im November 1210 verh√§ngte der Papst den Kirchenbann √ľber den Kaiser, wodurch die staufische Sache eine Wiederbelebung erfuhr. Philipp nahm Kontakt zu den alten Stauferanh√§nger im Reich auf, wo es ihm gelang den Landgrafen Hermann I. von Th√ľringen vom Kaiser zu l√∂sen. Im September 1211 erreichte der junge Staufer Friedrich II., die Alpen √ľberquerend, Deutschland und wurde dort von seinen Anh√§ngern zum K√∂nig gew√§hlt und gekr√∂nt. Im November desselben Jahres wurde die kapetingisch-staufische Allianz bei einem Treffen zwischen Friedrich und Prinz Ludwig in Vaucouleurs erneuert.

Die Schlacht bei Bouvines

Siehe Hauptartikel: Schlacht bei Bouvines
Die Schlacht von Bouvines. (Darstellung aus La Toison d'or des Guillaume Fillastre, 15. Jahrhundert)

W√§hrend dieser Vorg√§nge im Reich war Philipp nach der Zerschlagung des angevinischen Reichs 1204 damit besch√§ftigt, die Herrschaft der Krone im Norden des Landes zu konsolidieren und sie auf die umliegenden Vasallen auszudehnen, was nicht ohne Widerstand geschah. Problematisch gestaltete sich die Situation in Flandern, wo Philipp seit dem Beginn seiner Regierung um das Erbe seiner ersten Ehefrau, Isabella von Hennegau, streiten musste. Um den Grafen Balduin IX. von Flandern aus der Allianz mit den Plantagenets zu l√∂sen, hatte er ihm im Vertrag von P√©ronne 1200 gro√üe Teile des Artois √ľberlassen m√ľssen. Graf Balduin starb 1204 als Kreuzfahrer in Griechenland und hinterlie√ü nur T√∂chter. Die √§lteste Tochter und Erbin Johanna wurde von Philipp im Jahr 1212 mit dem portugiesischen Prinzen Ferdinand (Ferrand) verheiratet. Philipps Sohn, Prinz Ludwig, dr√§ngte darauf, das Erbe seine Mutter Isabella antreten zu k√∂nnen, und zwang das flandrische Grafenpaar zur Herausgabe des Artois. In der Bretagne st√§rkte Philipp seinen Einfluss, indem er seinen Vetter Peter Mauclerc mit der Erbherzogin Alix verheiratete. W√§hrend des Erbfolgekrieges in der Champagne unterst√ľtzte er die Position der Gr√§fin Blanka und deren unm√ľndigen Sohn Theobald IV. gegen ihre Gegner, auch hier zum Vorteil der k√∂niglichen Interessen.

Im April 1213 wurde auf einem Hoftag in Soissons eine Invasion in England beschlossen. Die Chance, damit Johann Ohneland endg√ľltig zu vernichten und gleichzeitig eine Vereinigung Englands mit Frankreich zu begr√ľnden, erschien g√ľnstig, da sich Johann durch eine aggressive Kirchenpolitik mit seinem Klerus √ľberworfen hatte, was den Erzbischof von Canterbury zur Flucht nach Frankreich veranlasste. Dies hatte zur Folge, dass der Papst den englischen K√∂nig seines Amtes enthob und ihn exkommunizierte. Philipp sah sich nun als Vollstrecker des p√§pstlichen Willens und sammelte sein Heer in Boulogne. Doch Johann war sich seiner Gefahr bewusst, unterwarf sich am 15. Mai 1213 in aller Form dem Papst, der ihm vergab, woraufhin die Invasion abgebrochen werden musste. Graf Ferrand von Flandern hatte w√§hrend dieser Ereignisse nur halbherzig seine Unterst√ľtzung dem K√∂nig geliehen und forderte danach eine finanzielle Entsch√§digung f√ľr den Verlust des Artois. Philipp und Ludwig wendeten daher das in Boulogne zusammengestellte Heer nach Flandern, um Ferrand zu unterwerfen. Der Feldzug war zwar milit√§risch erfolgreich, bis Juni 1213 konnte Ferrand aus Flandern vertrieben und das Land unter Kontrolle gebracht werden. Lediglich der Verlust der Flotte im Hafen von Damme musste hingenommen werden. Der Graf von Flandern und mit ihm einige andere franz√∂sische Vasallen wie die Grafen Rainald I. von Dammartin und Rudolf I. von Eu flohen nach England, wo sie zu Johann Ohneland als ihrem neuen Lehnsherrn huldigten. Johann erkannte darin eine allgemeine Abfallbewegung der franz√∂sischen Vasallen von ihrem K√∂nig und r√ľstete zum entscheidenden Feldzug nach Frankreich um die verloren gegangenen Festlandsbesitzungen der Plantagenets zur√ľckzuerobern. Sein Verb√ľndeter, Kaiser Otto IV., versammelte seinerseits sein Heer um durch einen Sieg √ľber Frankreich seine Lage gegen√ľber den Staufern in Deutschland zu wenden und den Thronstreit f√ľr sich zu entscheiden.

Im Fr√ľhjahr 1214 landete Graf Ferrand mit einem englischen Kontingent unter dem Grafen William Longes√©e von Salisbury an der K√ľste Flanderns, eroberte einige St√§dte zur√ľck und wartete auf das Heer des Kaisers, um sich mit diesem zu vereinen. Gleichzeitig war Johann Ohneland mit starken Truppen bei La Rochelle an der K√ľste des Poitou gelandet, eroberte das bretonische Nantes und marschierte in das Anjou vor. Prinz Ludwig beendete einstweilen den Kampf in Flandern und zog Johann entgegen. Am 2. Juli 1214 √ľberraschte er ihn bei der Belagerung von Roche-aux-Moines, √ľberfiel sein Heer und trieb es in das Poitou zur√ľck. Johann musste dabei sein gesamtes Belagerungsger√§t zur√ľcklassen, womit ihm die weitere Fortf√ľhrung des Eroberungszuges verwehrt wurde. W√§hrend Prinz Ludwig weiter gegen Johann vorging, versammelte Philipp seinen Heerbann, der sich haupts√§chlich aus Rittern und Kommunalmilitzen der √éle-de-France zusammensetzte, in Erwartung auf den Angriff des Kaisers. Mit den Bannern der Oriflamme und der k√∂niglichen Lilien an der Spitze marschierte er im Juli 1214 nach Flandern. Dort traf er an einem Sonntag dem 27. Juli bei der Ortschaft Bouvines auf das kaiserliche Heer. An dem wechselreichen Kampf nahm Philipp mit pers√∂nlichem Einsatz teil und wurde dabei von gegnerischen Rittern vom Pferd gezogen. Nur das rechtzeitige Eingreifen der k√∂niglichen Ritter verhinderte seine Gefangennahme. Die Entscheidung im Kampf wurde durch die Flucht des Kaisers und seiner Ritter herbeigef√ľhrt, die Grafen von Flandern, Dammartin und Salisbury wurden gefangen genommen.

Der Sieg bei Bouvines war einer der entscheidendsten des Mittelalters. Philipp konnte darin seine Erfolge gegen die Plantagenets aus den Vorjahren verteidigen, Johann Ohneland erkannte am 18. September 1214 in Chinon in einem neuerlichen Waffenstillstand die 1204 geschaffenen Verh√§ltnisse an. Wenn auch der angevinische Krieg formell erst mit dem Vertrag von Paris 1259 beendet wurde, stellten die Plantagenets keine Gefahr mehr f√ľr das kapetingische K√∂nigtum dar. Im weiteren Verlauf des 13. Jahrhunderts waren Englands K√∂nige haupts√§chlich in Auseinandersetzungen mit ihren eigenen Baronen verwickelt, schon Johann musste ihnen 1215 die Magna Carta gew√§hren. Zugleich legte Philipp mit diesem Sieg den Grundstein zum Aufstieg der franz√∂sischen Krone zur vorherrschenden Macht in Westeuropa beim gleichzeitig einsetzenden Verfall der kaiserlichen Macht. Den damit begr√ľndeten Wandel im Verh√§ltnis zwischen Frankreich und dem Reich machte Philipp symbolisch deutlich, indem er den erbeuteten goldenen Trosswagen Ottos in die Kaiserpfalz nach Haguenau zu seinem Verb√ľndeten Friedrich II. schickte und diesem dort die Reichsstandarte mit den gebrochenen Schwingen des Reichsadlers vor die F√ľ√üe legen lie√ü.

Letzte Jahre

In den letzten zehn Jahren seines Lebens besch√§ftigte sich Philipp vorrangig mit dem Ausbau des Erreichten und der Reformierung der Verwaltungs- und Lehnsstrukturen seines K√∂nigreiches. Im Jahr 1216 er√∂ffnete sich ihm sogar die M√∂glichkeit zu einer Vereinigung Englands mit Frankreich, als die dortigen Barone seinen Sohn Ludwig einluden, ihr K√∂nig zu werden. Ludwig konnte fast das gesamte englische K√∂nigreich erobern, bis K√∂nig Johann Ohneland starb. Dessen unm√ľndiger Sohn Heinrich III. wurde aber umgehend von dem loyal gebliebenen William Marshal gekr√∂nt und unter dem Schutz des Papstes gestellt. Philipp entzog darauf seinem Sohn die Unterst√ľtzung, der sich bis 1217 aus England zur√ľckziehen musste.

Philipp August empfängt Vertreter der Kirche.

Ein weiteres f√ľr Frankreich bedeutendes Ereignis zu Philipps Lebzeiten spielte sich im S√ľden (Okzitanien) seines K√∂nigreiches ab. Dort herrschten vorwiegend kleine Allodialbesitzer, was einen gefestigten Vasallenverband, wie es ihn im Norden Frankreichs gab, nahezu ausschloss. Das kapetingische K√∂nigtum war hier allenfalls nur formal anerkannt, einige Gebiete standen bereits unter der Lehnshoheit der Krone von Arag√≥n. War der n√∂rdliche Teil Frankreichs seit dem 11. Jahrhundert von der Kirchenreform erfasst worden, so konnte der Klerus in Okzitanien die Forderungen nach apostolischer Lebensf√ľhrung und der damit verbundenen Vorbildfunktion nicht erf√ľllen, weil die Kirchenreform nahezu spurlos an diesem Landstrich vor√ľberging. Seit dem 11. Jahrhundert f√ľllte diese L√ľcke die neue Glaubensgemeinschaft der Katharer. Etwa ein Viertel der Bev√∂lkerung der Grafschaft Toulouse war Mitglied dieser Bewegung. In der F√ľhrungsschicht war diese neue Religion recht verbreitet, was nicht zuletzt an der Ablehnung der den Zehnten fordernden Amtskirche Frankreichs lag.

Die r√∂mische Amtskirche erkl√§rte den Katharimus zur H√§resie und rief 1208 zu einem Kreuzzug gegen die Katharer und ihre Unterst√ľtzer auf (Albigenserkreuzzug). K√∂nig Philipp konnte trotz des Wunsches des Papstes sich nicht an diesem Krieg beteiligen, weil ihn seine Feldz√ľge gegen Johann von England vollkommen in Anspruch nahmen. Dennoch konnte er indirekt Einfluss auf den Verlauf des Kreuzzuges nehmen, indem er dessen Anf√ľhrer Simon de Montfort Anweisungen erteilte. Montfort schlug am 13. September 1213 die Gegner des Kreuzzuges in der Schlacht bei Muret und konnte im Anschluss eine Herrschaft im S√ľden errichten, die er nach nordfranz√∂sischen Vorbild einrichtete. Aber der Krieg zog sich in die L√§nge und Montfort wurde 1218 bei der Belagerung von Toulouse get√∂tet. Sein Sohn war jedoch nicht f√§hig, den Kreuzzug erfolgreich fortzuf√ľhren. Im Jahr 1219 schickte Philipp daher seinen Sohn mit einem Kreuzritterheer in den S√ľden, ohne dabei bedeutende Fortschritte zu erzielen. Im Jahr 1222 schickte Philipp noch ein Heer unter der F√ľhrung des Erzbischofs von Bourges gegen den Grafen von Toulouse.

Bevor er selbst einen Zug in den S√ľden beginnen konnte, starb Philipp am 14. Juli 1223 in Mantes, nach einem Umritt in der Normandie, und wurde in der Abtei Saint-Denis bestattet.

Reformtätigkeit

Neues Lehnsrecht

Die französische Krondomäne (blau) vor und nach der Regierung Philipp August.
Lehen der Plantagenets in rot, weitere Vasallen in gr√ľn.

Durch den Zusammenbruch des angevinisches Reichs und dem einhergegangenen Gewinn gro√üer Territorien f√ľr die Krondom√§ne wurde die Krone Frankreichs zum gr√∂√üten Land besitzenden Herren des Landes. Ihr dadurch begr√ľndetes √úbergewicht auf milit√§rischem und wirtschaftlichem Gebiet erlaubte es Philipp nun, die herrschaftliche Autorit√§t der Krone gegen√ľber dem Lehnsadel des K√∂nigreiches zu st√§rken. Damit begann eine Entwicklung des kapetingischen K√∂nigtums hin zu einer franz√∂sischen Monarchie, die alle Regionen des alten westfr√§nkischen Reichs administrativ und jurisdiktionell erfasste. Zu diesem Zweck fand unter seiner Herrschaft ein grundlegender Wandel der seit fast dreihundert Jahren bestehenden feudalen Ordnung statt, indem der K√∂nig nicht mehr als erster unter gleichen gegen√ľber den Lehnsf√ľrsten auftrat, sondern nun eine gesetzgebende und richterliche Oberherrschaft forderte. Der Sanktionsbereich des k√∂niglichen Rechts (us et coutumes de France), das bis dahin nur auf die Krondom√§ne beschr√§nkt war, wurde √ľber das gesamte K√∂nigreich ausgedehnt. Mit dem Hofgericht stand eine zentrale juristische Instanz zur Verf√ľgung, vor der zuk√ľnftig alle lehnsrechtlichen Fragen er√∂rtert werden sollten. Die schrittweise Beschneidung der rechtlichen Stellung des Adels lag diesen Ma√ünahmen zu Grunde. Der wohl spektakul√§rste Lehnsprozess wurde gleich gegen den englischen K√∂nig Johann Ohneland von 1200 bis 1202 gef√ľhrt (s. o.). Um dem m√§chtigsten Lehnsadel entgegenzukommen, der sich nicht der Autorit√§t des Hofgerichtes unterwerfen wollte, bildete Philipp mit dem Pairshof eine gesonderte juristische Instanz, in der die Pairs Rechtsstreitigkeiten untereinander entscheiden konnten.

Die Krone behielt sich bei der Neugestaltung der Lehnsordnung wichtige Rechte vor. Zum Beispiel mussten sich fortan alle Erbinnen im Lande gegen√ľber der Krone eidlich dazu verpflichten, nur noch mit der ausdr√ľcklichen Zustimmung des K√∂nigs zu heiraten, was der Krone eine wirksame Einflussm√∂glichkeit in der Territorialpolitik des Landes sicherte. Ein spektakul√§res Beispiel dieser Art war das der Gr√§fin Blanka von Champagne, die 1201 einen solchen Schwur leistete und ihre unm√ľndige Tochter damit faktisch unter die Vormundschaft des K√∂nigs stellte. Als Garantiem√§chte dieses Eides wurden die eigenen Vasallen der Gr√§fin verpflichtet, die versprachen, zugunsten der Krone gegen die Gr√§fin vorzugehen, wenn sie den Eid brechen sollte. Weiterhin wurde das Prinzip der ligischen Treue (homagium ligium) als rechtsverbindlich erkl√§rt, wonach ein Vasall, der Lehen von mehreren Herren empfangen hat, nur einem von diesen zur Heerfolge verpflichtet war. Sollte einer der Lehnsherren die Krone selbst sein, so geb√ľhrte ihr der Vorrang in der ligischen Treue. Solche Ma√ünahmen fanden im ganzen Land ihre Anwendung, was eine weitestgehende Aufl√∂sung althergebrachter Lehnsbande zugunsten der Position der Krone zur Folge hatte. Der Begriff des Lehens selbst erfuhr dadurch einen allm√§hlichen Definitionswandel. Zunehmend empfing die Krone das Homagium, ohne dass sie im Gegenzug ein Dienstgut mit Befugnissen zur Rechtsaus√ľbung verlieh. Stattdessen vergab sie blo√üe Geldlehen, was f√ľr den Lehnsnehmer eine Einnahmequelle er√∂ffnete, f√ľr die er sich im Gegenzug der Krone verpflichtete.

Eigenhändiges Testament König Philipps II. August, September 1222.

Um zus√§tzlich die wirtschaftliche Basis des Adels zu verringern, wurden Ma√ünahmen erlassen, die zu Teilungen von Besitzrechten f√ľhrten. Im Jahr 1209 erlie√ü das Hofgericht dazu eine neue Regelung des Erbteilungsrechts. War es vorher √ľblich, dass ein j√ľngerer Sohn einer Familie sein geerbtes Gut vom √§lteren Bruder als Lehen empfing, mussten nun beide f√ľr ihr Erbe gegen√ľber der Krone huldigen. 1214 wurde die Bestimmung erlassen, wonach das Wittum einer Witwe mindestens die H√§lfte der G√ľter des Mannes ausmachen musste, was f√ľr dessen Erbe zus√§tzliche wirtschaftliche Einbu√üen bedeutete.

Die daraus resultierenden sozialen Ver√§nderungen f√ľr den Adel banden diesen seit der Zeit Philipps in immer st√§rker werdenden Ma√üe an die Krone. Gef√∂rdert wurde diese Entwicklung durch die zunehmende Verwendung von S√∂ldnern durch die Krone. Dies war zwar kostenintensiver, machte aber den K√∂nig in milit√§rischen Belangen unabh√§ngiger vom Vertrauen auf die Heerfolgepflicht seiner Vasallen. Der gepanzerte Adelsreiter spielte weiterhin in der Kriegf√ľhrung Frankreichs bis in das Sp√§tmittelalter eine zentrale Rolle, wurde nun aber durch seine zunehmende wirtschaftliche Abh√§ngigkeit zum K√∂nig st√§rker an ihn und seine Hofhaltung gebunden.

Verwaltungsgeschichte

Zur Konsolidierung dieser neuen Rechtsordnung trieb Philipp die Etablierung einer einheitlichen königlichen Verwaltung im ganzen Land voran. Die drei wichtigsten Hilfsmittel dazu waren die Schriftlichkeit der Verwaltung, ein Korps verlässlicher Amtsträger und ein geordnetes Finanzwesen.

Philipp ordnete als erster franz√∂sischer K√∂nig eine umfangreiche Kodifizierung und Archivierung aller Urteile und Erlasse des Hofgerichtes an. War es bisher √ľblich den Standort des k√∂niglichen Archivs an dem des K√∂nigs zu binden, richtete Philipp es in einem festen Platz in Paris ein (Tr√©sor des chartes). Diese Ma√ünahme war dem Verlust des Archivs in der Schlacht von Fr√©teval 1194 geschuldet und legte damit den Grundstein f√ľr die Entstehung des franz√∂sischen Nationalarchivs. Dar√ľber hinaus wichen die umst√§ndlich formulierten Urkunden fr√ľherer Jahrhunderte knapp gehaltenen k√∂niglichen Mandaten, die in Kopien im Archiv aufbewahrt wurden.

Philipp II. bem√ľhte sich auch dort Pr√§senz zu zeigen, wo er nicht anwesend war. Bereits sein Vater hatte die Krondom√§ne in kleinere Verwaltungseinheiten, den sogenannten Pr√©vot√© (Vogteien), eingerichtet. Ihren Ausbau betrieb Philipp fort und erg√§nzte sie durch zus√§tzliche Instanzen, indem mehrere Pr√©vot√© einem Amtsbezirk untergeordnet wurden. N√∂rdlich der Loire war dies die Bailliage und s√ľdlich die S√©n√©chauss√©e (siehe Bailliage und S√©n√©chauss√©e). Die Baillis beziehungsweise die Seneschalle vertraten fortan in den jeweils so entstandenen Amtsbezirken die Autorit√§t der Krone und vertraten diese in Rechtsangelegenheiten. Die ihnen nun untergeordneten Pr√©vot√© standen ihnen dabei als polizeiliche Vollzugsorgane zur Seite. Der wesentliche Unterschied zwischen Bailli und Seneschall bestand darin, das ersterer direkt vom K√∂nig ernannt wurde, w√§hrend das Amt des Seneschalls weitgehend in der Hand adliger Familien erblich blieb.

Plan von Paris im Jahr 1223, mit der Stadtmauer von König Philipp August.

Der daf√ľr ben√∂tigte Verwaltungsapparat trieb einerseits das daf√ľr ben√∂tigte Geld ein, verschlang es aber auf der anderen Seite wieder, sodass Strafgelder, Sondersteuern, Wegnahme j√ľdischer Verm√∂gen (Ausweisung der Juden aus Frankreich 1182) und Wegezoll (P√®age) diese dadurch entstandenen Haushaltsl√∂cher stopfen mussten. Eine reine Agrarwirtschaft konnte das nicht mehr leisten, vielmehr mussten Handel, Gewerbe und Geldumlauf zusammenwirken.

Paris

Unter Philipps Herrschaft avancierte Paris endg√ľltig zur zentralen Hauptresidenz des franz√∂sischen K√∂nigtums und damit zur Hauptstadt des Landes. Er erweiterte die K√∂nigspfalz auf der √éle de la Cit√© zu einem repr√§sentativen Palast (Palais de la Cit√©), dem er das Geb√§ude des k√∂niglichen Archivs angliederte, womit der Stadt nun auch die Rolle des administrativen Zentrums des K√∂nigreiches zukam. Zur F√∂rderung der wirtschaftlichen Prosperit√§t gew√§hrte er der Stadt 1181 das Messeprivileg und nur zwei Jahre sp√§ter wurden die ersten beiden Markthallen gebaut, aus denen das Quartier des Halles hervorging. Im Jahr 1185 gab Philipp den Befehl zur Pflasterung der wichtigsten Stra√üen, errichtete bis 1214 einen neuen Turm f√ľr die Burg des Louvre und begann mit dem Bau einer neuen Stadtmauer, die mit mehreren T√ľrmen (u. a. Tour de Nesle) gesichert wurde.

Mit dem Erlass des Scholarenprivilegs im Jahr 1200 stellte Philipp die Sch√ľler und Magister des Quartier Latin unter k√∂niglichen Schutz. Damit begr√ľndete er deren juristische Autonomie, was in den kommenden Jahren zur Bildung der Universit√§t von Paris f√ľhrte. Die daraus mit dem Bischof von Paris resultierenden Unklarheiten bez√ľglich der Rechtskompetenzen in der Stadt wurden mit der 1222 ausgearbeiteten Forma pacis zugunsten der Krone neu definiert.

Familiäres

Vorfahren

 
 
Philipp I.
(1052‚Äď1108)
 
Bertha von Holland
(?‚Äď1093)
 
Humbert II. von Maurienne
(?‚Äď1103)
 
Gisela von Burgund
(?‚Äď?)
 
Stephan von Blois
(?‚Äď1102)
 
Adela von der Normandie
(?‚Äď1138)
 
Engelbert von Kärnten
(?‚Äď1141)
 
Uta von Passau
(?‚Äď?)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig VI. der Dicke
(1081‚Äď1137)
 
 
 
 
 
Adelheid von Maurienne
(?‚Äď1154)
 
 
 
 
 
Theobald II. von Champagne
(1093‚Äď1151)
 
 
 
 
 
Mathilde von Kärnten
(?‚Äď1160)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ludwig VII. der J√ľngere
(1120‚Äď1180)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Adele von Champagne
(1140‚Äď1206)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Philipp II. August
(1165‚Äď1223)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Nachfahren

Am 28. April 1180 heiratete Philipp in erster Ehe Isabelle von Hennegau († 1190). Mit ihr hatte er die Kinder:

  • Ludwig VIII. der L√∂we (* 1187, ‚Ć 1226), K√∂nig von Frankreich
  • Philipp (* 15. M√§rz 1190, ‚Ć 18. M√§rz 1190)
  • Robert (* 15. M√§rz 1190, ‚Ć 18. M√§rz 1190)

Am 14. August 1193 vermählte er sich mit Ingeborg von Dänemark († 1236) von der er sich mehrfach vergeblich versuchte zu scheiden. Das Paar lebte bis zu Philipps Tod getrennt und hatte keine Kinder.

In dritter Ehe nahm er am 1. Juni 1196 Agnes von Meran zur Frau (‚Ć 1201). Die Ehe wurde vom Papst nicht anerkannt, da Philipp bereits mit Ingeborg rechtsg√ľltig verheiratet war. Aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor, die vom Papst legitimiert wurden:

  • Marie (* 1198, ‚Ć 20. August 1223)
  1. ‚ąě 1210 mit Markgraf Philipp I. von Namur
  2. ‚ąě 22. August 1213 mit Herzog Heinrich I. von Brabant

Philipp II. war Vater eines unehelichen Sohnes:

Quellen

Die beiden wichtigsten Quellen zum Leben Philipps II. August sind die Werke des Rigord (Gesta Philippi Augusti) und des Wilhelm den Bretonen (La Philippide). Rigord begann die Gesta mit der Kr√∂nung Philipps 1179 bis zum Jahr 1206, von da an wurde sie von dem k√∂niglichen Kapelan Wilhelm dem Bretonen bis zum Jahr 1220 weitergef√ľhrt. Wilhelm selbst begann unmittelbar nach der Schlacht bei Bouvines 1214 mit dem epischen Gedichtswerk Philippidos (franz: La Philippide), das er 1224 abschloss. Die Gesta fand Eingang in die Grandes Chroniques de France und wurde mit der Philippidos von H. F. Delaborde in zwei B√§nden (Ňíuvres de Rigord et de Guillaume le Breton, 1882/95) ediert.

Ergänzend dazu sind die Werke der englischen Chronisten Roger von Hoveden (Gesta Regis Henrici Secundi et Gesta Regis Ricardi Benedicti abbatis und Chronica) und Roger von Wendover (Flores historiarum) zu nennen.

Literatur

  • Alexander Cartellieri: Philipp II. August, K√∂nig von Frankreich. In 4 B√§nden. Aalen 1969, ISBN 3-511-03840-5. (Neudruck der Ausgabe Leipzig 1899).
  • La France de Philippe Auguste: Le temps des mutations. Actes du colloque international organis√© par le C.N.R.S. (Paris, 29 septembre - 4 octobre 1980), hrsg. von Robert-Henri Bautier, 1982.
  • Georges Duby: Der Sonntag von Bouvines. Berlin 1988.
  • Joachim Ehlers: Geschichte Frankreichs im Mittelalter. Stuttgart 1987.
  • G√©rard Siv√©ry: Philippe Auguste. Paris 1993.

Film

Im Jahr 1968 spielte der Brite Timothy Dalton in dem Film Der Löwe im Winter (The Lion in Winter) König Philipp von Frankreich. Der Film spielt im Jahr 1183 um die Weihnachtszeit und handelt von den Intrigen um die Nachfolge Heinrichs II. Plantagenet. In dem gleichnamigen TV-Remake von 2003 spielte diese Rolle der irische Schauspieler Jonathan Rhys Meyers.

Weblinks

 Commons: Philipp II. (Frankreich) ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Ludwig VII. König von Frankreich
Blason pays fr FranceAncien.svg

1180‚Äď1223
Ludwig VIII.
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