Philipps-Universität Marburg

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Philipps-Universität Marburg

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Philipps-Universität Marburg
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Gr√ľndung 1. Juli 1527
Ort Marburg
Bundesland Hessen
Staat Deutschland
Leitung Katharina Krause
Studenten 21.597 (WS 2010/11)[1]
Mitarbeiter 2.953 (2010)[2]
davon Professoren 357 (2010)
Website www.uni-marburg.de

Die Philipps-Universit√§t Marburg (historisch: Alma Mater Philippina) wurde im Jahre 1527 von Landgraf Philipp dem Gro√üm√ľtigen als protestantische Hochschule gegr√ľndet. Sie ist heute die √§lteste protestantische Universit√§t und geh√∂rt mit ihren ca. 21.000 Studierenden zu den mittelgro√üen deutschen Universit√§ten. Sie besitzt in mehreren Fachbereichen (Medizin, Chemie, Psychologie etc.) ein Renommee und gilt hier als besonders drittmittel- und forschungsstark.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Siegel der Universität mit dem Abbild des Namensgebers Landgraf Philipp I., Briefmarke von 1977

Am 1. Juli 1527 gr√ľndete Landgraf Philipp die Universit√§t, der damals elf Professoren und 84 Studenten angeh√∂rten. Erster Rektor an der Universit√§t war Johannes Eisermann, genannt Ferrarius Montanus, aus Am√∂neburg. Die Hochschule nutzte zun√§chst in erster Linie die vorhandenen Klostereinrichtungen der Dominikaner, Franziskaner und Kugelherren. Zwei Jahre sp√§ter gr√ľndete er auch die Hessische Stipendiatenanstalt, das √§lteste Studentenwohnheim Deutschlands. Die Universit√§t war Schauplatz des Marburger Religionsgespr√§chs zwischen Martin Luther, Ulrich Zwingli und Philipp Melanchthon. Im Jahr 1541 erhielt der Landgraf von Kaiser Karl V. das Universit√§tsprivileg, das auf dem Reichstag zu Regensburg ausgefertigt wurde und vor dem Hintergrund des Regensburger Vertrags zwischen dem Kaiser und dem Landgrafen zu sehen ist.

In der Zeit von 1580 bis 1628 war der bekannte Rudolf Goclenius d. √Ą. Professor f√ľr Philosophie, Logik und Ethik an der Philipps-Universit√§t. Er versuchte, wie zahlreiche andere Professoren seiner Zeit, Melanchthons Philosophie mit der von Petrus Ramus zu verbinden. Im Jahr 1609 wurde Johannes Hartmann zum Professor f√ľr Chymiatrie berufen und erhielt damit den weltweit ersten pharmazeutisch-medizinisch orientierten Chemie-Lehrstuhl.

Als Landgraf Moritz zum Calvinismus √ľbertrat, nahm die Universit√§t ebenfalls das reformierte Bekenntnis an (und behielt es bis zum Ende der konfessionellen Ausrichtung 1866), was viele lutherische Professoren an die 1607 neu gegr√ľndete Gie√üener Universit√§t vertrieb. Als im Jahr 1624 Marburg vor√ľbergehend an das lutherische Hessen-Darmstadt fiel, wurde die Universit√§t von 1625 bis 1649 mit der Gie√üener Universit√§t vereinigt und danach geschlossen.

Marburger Student um 1700
Alte Universität, Detail
Geisteswissenschaften und UB
Mensa auf den Lahnbergen
Geisteswissenschaften (Philfak)
Universitätsbibliothek
Hörsaalgebäude
Naturwissenschaften auf den Lahnbergen
Biomedizinisches Forschungszentrum
Klinikum Marburg (privatisiert)

Am 24. Juni 1653 wurde die Universit√§t durch Wilhelm VI. (Hessen-Kassel) wiederer√∂ffnet, der den Universit√§tsstandort des Landes wieder von Kassel nach Marburg verlegte. Die Hochschule erlebte danach wegen der Konfessionalisierung und Finanzknappheit schwere Jahre. Im Jahr 1866 wurde die Philipps-Universit√§t mit der Annexion Hessens durch Preu√üen k√∂niglich preu√üische Universit√§t mit 264 Studenten (davon 22 Nicht-Hessen) und 51 Professoren.

Nach der √úbernahme durch Preu√üen bis zum Ersten Weltkrieg wurde die Universit√§t allm√§hlich ausgebaut. In diese Zeit f√§llt der Bau der heutigen Alten Universit√§t durch Carl Sch√§fer, der als qualit√§tvolles Beispiel eines Profanbaus der deutschen Neogotik gelten kann. Sehenswert sind hier unter anderem die im Stile des Historismus gestaltete Aula und der Karzer f√ľr Studenten. Bedingt durch die Grundst√ľckssituation und das Bestreben, geeignete Geb√§ude in Staatsbesitz zu nutzen, blieben die Einrichtungen der Hochschule - im Gegensatz zur Campus-Universit√§t angloamerikanischer Pr√§gung, wie z.B. in Bielefeld, Bochum und Konstanz - √ľber die Stadt verteilt, was auch viele Vorteile f√ľr Stadt und Universit√§t hat.

Im Jahr 1880 waren 500 Studenten eingeschrieben, und 1887 stieg die Studentenzahl erstmals auf 1.000. Bis 1909 verdoppelte sie sich wiederum. Im Jahr 1908 wurden die ersten Frauen zum Studium zugelassen, und im Jubil√§umsjahr 1927 war die Zahl von 3.000 Immatrikulierten erreicht. Ab dem Jahr 1931 (4.387) erlebte die Studentenzahl - auf Grund geburtenschwacher Jahrg√§nge, ab 1933 aber auch auf Grund nationalsozialistischer Reglementierung (Beschr√§nkung des Frauenstudiums, Ausschluss j√ľdischer Studenten, Vorschalten von Pflichtdiensten wie Reichsarbeitsdienst und Milit√§rdienst vor die Immatrikulation) - einen deutlichen Einbruch.

Historisch gab es zahlreiche prominente Universitäts-Angehörige.

Der Macht√ľbernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 folgte die Amtsenthebung des National√∂konomen Wilhelm R√∂pke und seine Emigration in die T√ľrkei sowie die Selbstt√∂tung des j√ľdischen Professors f√ľr indogermanische Sprachen Hermann Jacobsohn am 27. April.

Marburg verf√ľgte historisch √ľber ein ausgepr√§gtes Couleurstudententum, was bis heute insbesondere anl√§sslich des allj√§hrlich am ersten Julisonntag stattfindenden Marktfr√ľhschoppens der Verbindungsstudenten zu Konflikten und gro√üen Polizeiaufgeboten f√ľhrt. Marburger Verbindungsstudenten waren 1920 verantwortlich f√ľr die Mechterst√§dter Morde. Bis 1936 erfolgte die weitgehende Selbstaufl√∂sung der Marburger Studentenverbindungen im Zuge der Gleichschaltung der Verbindungen in Form so genannter Kameradschaften im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund. Nach dem Krieg wurden die meisten Verbindungen jedoch nach ihren alten, meist unpolitischen Grunds√§tzen wieder neu ins Leben gerufen und stellen bis heute einen wesentlichen Faktor des universit√§ren Lebens dar.

Ab 1960 wurde die Universit√§t wiederum ausgebaut und erweitert, auch um den Anforderungen der nach 1945 stark anschwellenden Studentenschaft zu begegnen (im Sommersemester 1964 z√§hlte diese 8.000 K√∂pfe). Die Neubauten des Verwaltungsgeb√§udes, der Mensa und des H√∂rsaalgeb√§udes beendeten die √§rgste Platznot der weit √ľber ihre Kapazit√§ten belasteten Universit√§t. Daneben entstand die Philosophische Fakult√§t an der B3, und die alte Elisabethschule musste dem Savignyhaus der Rechtswissenschaften weichen. Die Auslagerung der Naturwissenschaften auf den Campus auf den Lahnbergen au√üerhalb der Stadt fand Ende der 1960er Jahre statt.

In den 1970er und 80er Jahren galt die Marburger Universit√§t und insbesondere der Fachbereich 03 ‚ÄěGesellschaftswissenschaften und Philosophie‚Äú als linke Hochburg. Bereits seit den 1950er Jahren wirkte hier der marxistische Politikwissenschaftler Wolfgang Abendroth. Nach 1968 wurden viele seiner Sch√ľler der ‚Äězweiten Generation‚Äú wie Frank Deppe, Georg F√ľlberth, Reinhard K√ľhnl und Dieter Boris auf Professorenstellen in der Politikwissenschaft und der Soziologie berufen. Auch die Vertretung der Studierenden war in den 1970er Jahren vom DKP-nahen Marxistischen Studentenbund Spartakus (MSB) und in den 80er Jahren von der Gr√ľn Bunt Alternativen Liste (GBAL) gepr√§gt.

Die Philipps-Universit√§t ist heute gepr√§gt durch ihre Vielzahl an kleinen, vor allem geisteswissenschaftlichen F√§chern, die zahlreiche Studienkombinationen erm√∂glichen. F√ľhrend in Rankings ist sie vor allem in den Naturwissenschaften, insbesondere Chemie und Biologie, ebenso wie in der Psychologie. Hervorragend ausgewiesen ist sie beispielsweise in den Materialwissenschaften und der Nanotechnologie, in der Tumorbiologie und der Mikrobiologie, in den Neurowissenschaften, auf dem Gebiet der Optodynamik, der Friedens- und Konfliktforschung sowie weiteren natur- und geisteswissenschaftlichen wie auch medizinischen Fachgebieten. Im Bereich der Forschung gilt sie als √ľberdurchschnittlich erfolgreich, was viele hohe Auszeichnungen f√ľr Wissenschaftler der Universit√§t, insbesondere elf Leibniz-Preise, belegen.

Bundesweit historisch ohne Vorbild ist der Verkauf des Universitätsklinikums an die Rhön-Klinikum-AG, einen privatwirtschaftlichen Klinikkonzern, zum 1. Januar 2006, nachdem es zuvor mit dem Universitätsklinikum Gießen fusioniert wurde. Das Klinikum heißt seither "Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH Standort Marburg". Im Rahmen des begonnenen zweiten Bauabschnitts des Klinikums auf den Lahnbergen sind inzwischen die beiden Neubauten des Biomedizinischen Forschungszentrums und der Zentralen Medizinischen Bibliothek eingeweiht worden, der Umzug des Mutter-Kind-Zentrums erfolgte im Sommer 2006.

In der Innenstadt ist ein neuer, ‚Äěoffener‚Äú Campus f√ľr die Geisteswissenschaften in Planung, deren bisheriger Geb√§udekomplex in der Wilhelm R√∂pke-Stra√üe komplett aufgegeben werden soll. Die meisten naturwissenschaftlichen und medizinischen Institute dagegen bleiben weiterhin auf dem Campus Lahnberge weit au√üerhalb der Stadt.

Die Philipps-Universit√§t hat zw√∂lf Prozent ausl√§ndische Studenten, die aus √ľber 120 Nationen kommen; Frauen machen mittlerweile √ľber die H√§lfte der Studentenanzahl aus.

Gliederung

Die Philipps-Universität Marburg gliedert sich in 16 Fachbereiche (FB).

Präsidium

An der Spitze der Universität Marburg steht das Präsidium, das sich zum 1. März zusammensetzt aus der Präsidentin, Katharina Krause sowie den Vizepräsidenten Harald Lachnit und Joachim Schachtner und dem Kanzler Friedhelm Nonne.

Fachbereiche

In den Anfängen bestand die Universität aus der Theologischen, der Medizinischen, der Juristischen und der Philosophischen Fakultät, aus der 1964 die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät ausgegliedert wurde. 1970 wurden die Fakultäten mit dem Hessischen Hochschulgesetz in dann 20 Fachbereiche umgewandelt. Nach 1997 wurden einige Fachbereiche zusammengelegt, so dass die Nummerierung der nunmehr 16 Fachbereiche heute nicht mehr durchgängig ist.[3]

In der Fachrichtung Psychologie rangiert die Universität Marburg in der Spitzengruppe des europaweiten CHE Exzellenzrankings 2009 und gehört somit zur CHE Excellence Group Psychology 2009.[4]

FB 01 - Rechtswissenschaften
FB 02 - Wirtschaftswissenschaften
FB 03 - Gesellschaftswissenschaften und Philosophie
FB 04 - Psychologie
FB 05 - Evangelische Theologie
FB 06 - Geschichte und Kulturwissenschaften

FB 09 - Germanistik und Kunstwissenschaften
FB 10 - Fremdsprachliche Philologien
FB 12 - Mathematik und Informatik
FB 13 - Physik
FB 15 - Chemie

FB 16 - Pharmazie
FB 17 - Biologie
FB 19 - Geographie
FB 20 - Medizin
FB 21 - Erziehungswissenschaften

Im Zuge des Bologna-Prozesses f√ľhrte die Marburger Universit√§t eine gro√üe Zahl neuer Bachelor- und Masterstudieng√§nge ein. Parallel dazu werden die klassischen Studieng√§nge mit Abschluss Magister, Diplom usw. eingestellt.[5]

An-Institute

Die Universität kooperiert mit folgenden An-Instituten:

  • Katholisch-Theologisches Seminar
  • Christoph-Dornier-Stiftung f√ľr klinische Psychologie
  • Forschungsstelle f√ľr Personalschriften
  • Hans von Soden Institut f√ľr theologische Forschung
  • Health Care Management e.V.
  • Institut f√ľr Genossenschaftswesen (Stiftung des privaten Rechts)
  • Institut f√ľr Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart
  • Institut f√ľr Interdisziplin√§re Gerontologie und angewandte Sozialethik
  • Institut f√ľr Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (IVV)
  • Institut f√ľr Wirtschafts- und Sozialethik

Forschung

Sonderforschungsbereiche

  • SFB/TR17 - Ras-dependent Pathways in Human Cancer (2004; Gemeinsam mit Uni W√ľrzburg)
  • SFB/TR22 - Allergische Immunantworten der Lunge (Beginn: 2005)
  • SFB 593 - Mechanismen der zellul√§ren Kompartimentierung und deren krankheitsrelevante Ver√§nderungen (Beginn: 2007)

Leibniz-Preisträger

Die DFG verleiht einmal pro Jahr den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis an herausragende Deutsche Wissenschaftler und w√ľrdigt damit ihre Arbeit. Der Preis ist die h√∂chst dotierte wissenschaftliche Auszeichnung der DFG und mit jeweils 2,5 Millionen Euro (bis 2006 1,55 Millionen Euro) Preisgeld verbunden, die projektbezogen zu verwenden sind. Bisher gibt es an der Philipps-Universit√§t zehn Preistr√§ger.

Wissenschaftliche Einrichtungen

Zentrum f√ľr Gender Studies und feministische Zukunftsforschung

Das Zentrum ist eine zentrale interdisziplinär angelegte Forschungseinrichtung an der Philipps-Universität mit dem Ziel, die Frauen- und Geschlechterforschung an der Philipps-Universität zu profilieren und zu stärken.[6] Die ständigen Mitglieder des Zentrums sind Wissenschaftler aus 14 Disziplinen von sechs Fachbereichen der Philipps-Universität. Seit 2002 organisiert das Zentrum einen Habilitandinnen-Arbeitskreis. Es organisiert das Studienprogramm Gender Studies und feministische Wissenschaft. Das Zentrum gibt eine eigene Schriftenreihe mit unregelmäßig erscheinenden Publikationen heraus.[7]

Studium

Vertretung der Studierenden

Die Marburger Studierenden werden √ľber die eigenen Fachbereiche hinaus durch den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) vertreten. Der AStA besteht aus einer Vorsitzenden, einem stellvertretenden Vorsitzenden und einer Finanzreferentin sowie Referaten und autonomen Referaten. Innerhalb der Fachbereiche werden die alle Studierenden einer Fachschaft zusammengefasst. Diese Fachschaften werden wiederum von ihrem jeweiligen Fachschaftsrat vertreten. Die Vertretung der Fachschaften ist zus√§tzlich √ľber die Fachschaftenkonferenz (FSK) vernetzt. Der Vorstand (1. Vorsitz, 2. Vorsitz, Finanzreferentin) wird vom Studierendenparlament (StuPa) in der ersten, konstituierenden Sitzung am Anfang einer Legislatur gew√§hlt und ist diesem Gremium in jeder Sitzung Rechenschaft schuldig (TOP 3 jeder Tagesordnung). Das Studierendenparlament wird im Sommersemester f√ľr ein Jahr von allen wahlberechtigten Studierenden gew√§hlt.

Die Lahnterrassen bei der Mensa

Am 19. April 2005 wurde u. a. durch Referenten des Marburger AStA mit den Verkehrsverb√ľnden RMV und NVV die Fortsetzung des Semestertickets bis 2011 unterzeichnet, was durch das 40. StuPa best√§tigt wurde. Damit k√∂nnen Marburger Studenten im gesamten NVV und gro√üen Teilen des RMV alle √∂ffentlichen Verkehrsmittel (bis einschl. Regional-Express der Deutschen Bahn) nutzen. Studierendenvertretungen anderer hessischer Universit√§ten haben sich an den Verhandlungen mit dem RMV ebenfalls beteiligt (daher der Verhandlungserfolg), allerdings haben deren Tickets auf Grund anderer √ĖPNV-Bedingungen eine andere (i.d.R. nicht so gro√üe) Reichweite. Daher wird das ‚ÄěMarburger‚Äú Semesterticket inoffiziell gerne als ‚Äěbestes Semesterticket Deutschlands‚Äú bezeichnet.

Die Deutsche Bahn war aus Verhandlungen √ľber einen InterCity-Zuschlag ausgestiegen, so dass die IC-Nutzung ab Sommersemester 2005 nicht mehr m√∂glich war. Im Wintersemester 2005/2006 gelang es dem AStA, die Deutsche Bahn wieder an den Verhandlungstisch zu holen, so dass seit dem Sommersemester 2006 allen Marburger Studierenden erneut das IC-Ticket (jetzt ohne Zusatzticket) zur Verf√ľgung steht.


Studentenwohnheime

Das Christian-Wolff-Haus (CWH-Marburg) ist eines der Marburger Studentenwohnheime. Es wurde nach dem Philosophen Christian Wolff (1679-1754) benannt und ist bei vielen ehemaligen Marburger Studenten bekannt. Das Geb√§ude in der Friedrich-Ebert-Stra√üe 111 wurde 1962 als Wohnheim f√ľr ca. 100 Promotionsstudenten erbaut und in den Jahren 1990 und 1992 zu einem Wohnheimkomplex mit 5 Geb√§uden und insgesamt 258 Wohnheimpl√§tzen erweitert (Friedrich-Ebert-Str. 113, 115, 117 und 119). Es ist inzwischen f√ľr Studenten jeder Art ge√∂ffnet und geh√∂rt zum Eigentum des Studentenwerks Marburg. Der Geb√§udekomplex liegt im Stadtteil Richtsberg und nahe den Universit√§tsgeb√§uden der naturwissenschaftlichen Fachbereiche auf den Lahnbergen.

Das Collegium Philippinum ist ein selbstverwaltetes Studentenwohnheim, dessen Tr√§ger die Universit√§t ist. Es dient seit 1946 den Stipendiaten der Hessischen Stipendiatenanstalt als Wohnheim, steht aber prinzipiell allen Studierenden offen. Am Marburger Schloss stehen 38 Wohnheimpl√§tze zur Verf√ľgung, davon 6 in Doppelzimmern.

Das in der Nachkriegszeit mit Erlass der US-Truppen eingerichtete "Collegium Gentium" im Obergeschoss der Psychologie-Fakultät, einem ehemaligen preußischen Kasernengebäude, wird nach knapp 60 Jahren Bestehens gegenwärtig geschlossen. Von Seiten der Universität wird mangelnder Brandschutz als Grund genannt.

Quellenangaben

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ op-marburg.de: Neuer Rekord: 21.597 Studenten an Uni Marburg, abgerufen am 16. Oktober 2010
  2. ‚ÜĎ Philipps-Universit√§t Marburg: Zahlen und Daten - Mitarbeiterzahlen , abgerufen am 30. Januar 2011
  3. ‚ÜĎ Philipps-Universit√§t Marburg - Philipps-Universit√§t Marburg : Fachbereiche
  4. ‚ÜĎ CHE Exzellenz Ranking 2009
  5. ‚ÜĎ Philipps-Universit√§t Marburg - Philipps-Universit√§t Marburg ‚Äď Dezernat III : Was studieren?
  6. ‚ÜĎ Offizielle Website des Zentrums f√ľr Gender Studies und feministische Zukunftsforschung
  7. ‚ÜĎ Literatur des Zentrums f√ľr Gender Studies im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Literatur

  • Handbuch F√ľr Marburger Professoren. Gedruckt Auf Beschluss des Akademischen Senats Vom 29. Juli 1899. Marburg 1899. [Enth√§lt u. a. Statuten, Gesetze, Vorschriften, Karzer-Ordnung, Stipendien, Benefizien ...].
  • Franz Gundlach: Catalogus Professorum Academiae Marburgensis (1527-1910). Marburg 1927 (Ver√∂ffentlichungen der Historischen Kommission f√ľr Hessen; 15)
  • H(einrich) Hermelink, S(iegfried) A(ugust) Kaehler u. a.: Die Philipps-Universit√§t zu Marburg 1527-1927. F√ľnf Kapitel aus ihrer Geschichte (1527-1866). Die Universit√§t Marburg seit 1866 in Einzeldarstellungen. N. G. Elwert'sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1927 (unver√§nderter Nachdruck 1977)
  • Georg Heer: Marburger Studentenleben 1527 bis 1927. Eine Festgabe zur 400-j√§hrigen Jubelfeier der Universit√§t Marburg. Marburg 1927
  • Kurt Goldammer (Red.): Marburg. Die Philipps-Universit√§t und ihre Stadt. Herausgegeben aus Anlass der 425. Wiederkehr ihrer Stiftung. Marburg 1952
  • Die Universit√§tsbibliothek Marburg 1527-1977. Eine bauhistorische Darstellung. Von Herwig G√∂deke und Franz-Heinrich Philipp. Photographische Arbeiten: Annemarie Mauersberger. Aus Anla√ü des Universit√§tsjubil√§ums 1977 herausgegeben von der Universit√§tsbibliothek Marburg. Gladenbach 1977.
  • Rudolf Schmitz: Die Naturwissenschaften an der Philipps-Universit√§t Marburg 1527-1977. Marburg: Elwert, 1978.
  • Inge Auerbach (Bearb.): Catalogus professorum academiae Marburgensis. Die Akademischen Lehrer der Philipps-Universit√§t in Marburg von 1911 bis 1971. Marburg 1979 (Ver√∂ffentlichungen der Historischen Kommission f√ľr Hessen; 15,2)
  • Wilfried von Bredow (Hg.): 450 Jahre Philipps-Universit√§t Marburg. Das Gr√ľndungsjubil√§um 1977. Marburg 1979
  • Julius Caesar (Hg.): Catalogus studiosorum scholae Marpurgensis. Nendeln; Liechtenstein: Kraus, 1980 (Nachdruck der Ausgabe 1875-1888)
  • Theodor(us) Birt (Hg.): Catalogi studiosorum Marpurgensium cum annalibus coniuncti series recentior annos 1653-1829 complectens. Nendeln; Liechtenstein: Kraus, 1980 (Nachdruck der Ausgabe 1903-1914)
  • Hans G√ľnther Bickert, Norbert Nail: Marburger Karzer-Buch. 15 Kapitel zum Universit√§tsgef√§ngnis und zum historischen Studententum. 2. Aufl., Marburg 1995
  • J√∂rg Jochen Berns (Hg.): Marburg-Bilder. Eine Ansichtssache. Zeugnisse aus f√ľnf Jahrhunderten. Bd. 1-2. Marburg 1995-1996 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur; 52-53)
  • Die Philipps-Universit√§t Marburg im Nationalsozialismus. Veranstaltungen der Universit√§t zum 50. Jahrestag des Kriegsendes 8. Mai 1995, herausgegeben vom Konvent der Philipps-Universit√§t Marburg, Marburg 1996, ISBN 3-8185-0217-X
  • Inge Auerbach (Bearb.): Catalogus professorum academiae Marburgensis. Die akademischen Lehrer der Philipps-Universit√§t Marburg. Dritter Band: Von 1971 bis 1991. Erster Teil, Fachbereich 01-19. Marburg 2000 (Ver√∂ffentlichungen der Historischen Kommission f√ľr Hessen; 15,3.1)
  • Die Philipps-Universit√§t Marburg im Nationalsozialismus: Dokumente zu ihrer Geschichte. Herausgegeben von Anne Christine Nagel, bearbeitet von Ulrich Sieg, Stuttgart 2000
  • Melanchthon und die Marburger Professoren 1527 - 1627. Hrsg. von Barbara Bauer. 2 Bde. 2., verb. Aufl. Marburg 2000 (Schriften der UB Marburg, Band 89). ISBN 3-8185-0298-6
  • Inge Auerbach (Bearb.): Catalogus professorum academiae Marburgensis. Die akademischen Lehrer der Philipps-Universit√§t Marburg. Dritter Band: Von 1971 bis 1991. Zweiter Teil, Fachbereich 20-21. Marburg 2001 (Ver√∂ffentlichungen der Historischen Kommission f√ľr Hessen; 15,3.2)
  • Holger Zinn: Zwischen Republik und Diktatur. Die Studentenschaft der Philipps-Universit√§t Marburg in den Jahren von 1925 bis 1945. K√∂ln 2002 (Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen; 11)
  • Die Philipps-Universit√§t Marburg zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus, hg. vom Verein f√ľr hessische Geschichte und Landeskunde e.V. Kassel 2006 (Hessische Forschungen zur geschichtlichen Landes- und Volkskunde; 45). [Beitr√§ge u. a. zu: Rudolf Bultmann, Heinrich Hermelink, Martin Heidegger, Adolf Reichwein, Edmund E. Stengel, Ernst Robert Curtius, Rudolf Klapp, Ernst Freudenberg, Johannes Gadamer]
  • Christiane Stamm-Burkart: Die Planungs- und Baugeschichte der Alten Universit√§t in Marburg (1872-1891). Darmstadt und Marburg 2003 (Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte; 133).
  • Holger Th. Gr√§f und Andreas Tacke (Hrsg.): Preu√üen in Marburg. Peter Janssens historistische Gem√§ldezyklen in der Universit√§tsaula. Darmstadt und Marburg 2004 (Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte; 140).
  • Werner Fritzsche / Joachim Hardt / Karlheinz Schade: Universit√§tsbauten in Marburg 1945-1980. Baugeschichte und Liegenschaften der Philipps-Universit√§t. Marburg 2003 (Schriften der Universit√§tsbibliothek Marburg; 116).
  • Norbert Nail: Was Professoren einst √§rgerte. Aus der Fr√ľhzeit des Marburger Universit√§tsneubaus von 1879/91. In: Studenten-Kurier 2/2010, S. 17-21.
  • W. Ganzenm√ľller: Das chemische Laboratorium der Universit√§t Marburg im Jahre 1615. Angewandte Chemie 54(17/18), S. 215 -217 (1941), ISSN 0044-8249


Weitere Titel zur Marburger Universitäts- und Studentengeschichte sind abrufbar unter: http://www.uni-marburg.de/bis/ueber_uns/dezbib/bibgw/bibbg/studbibl

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Philipps-Universit√§t Marburg ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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