Pl√ľnderung

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Pl√ľnderung
√Ėffentliche Warnung an Pl√ľnderer im Deutschland der Nachkriegszeit

Mit Pl√ľnderung (von mittelniederdeutsch: plunder Hausrat, W√§sche) bezeichnet man die Auswirkungen marodierender Personen, Banden oder Truppen. Waren und G√ľter werden gewaltsam geraubt, verw√ľstet und zerst√∂rt, schutzlose Personen misshandelt und vergewaltigt. Im Allgemeinen steht der durch Pl√ľnderung verursachte Schaden in keinem Verh√§ltnis zum widerrechtlich beschafften Vorteil der Pl√ľnderer, die oftmals mit massiver Anwendung von Gewalt vorgehen.

Inhaltsverzeichnis

Phänomenologie

US-Soldaten pl√ľndern Schuhe in San Francisco nach dem Erdbeben und anschlie√üenden Stadtbrand von 1906

Opfer einer Pl√ľnderung werden einzelne Personen, Beh√§ltnisse und Transportger√§te, ganze Geb√§ude oder gar Ortschaften und Landstriche, h√§ufig werden evakuierte Gebiete aber auch z. B. nur kurzzeitig verlassene Wohnungen das Ziel von Untaten. Schiffe auf offener See werden von Piraten gepl√ľndert. Ebenfalls wird von pl√ľndernden Soldaten w√§hrend und nach kriegerischen Auseinandersetzungen berichtet, die damit nach Kriegsv√∂lkerrecht eine Straftat begehen - im Gegensatz zu einem Oberbefehlshaber, der eine Requisition anordnen kann. Im Gefolge von Kriegen spezialisieren sich auch Banden auf Pl√ľnderungen (vgl. Krippenreiter).

Die Pl√ľnderer bedienen sich auch der Notsituationen, die z. B. durch vorangegangenen Raub oder Sch√§digung ausgel√∂st wurden. Unf√§lle, Kampfhandlungen und andere Sachverhalte, die Abwesenheit von Schutzpersonen und der √Ėffentlichkeit bedingen, ziehen h√§ufig Pl√ľnderungen nach sich. Auch bei Pogromen wird gepl√ľndert. Im Fall von Katastrophen wird von den Medien und anderen Institutionen nicht selten auch da ‚ÄěPl√ľnderung‚Äú unterstellt, wo zwar Einige rauben, aber Andere - Durstende, Hungernde, Frierende usw. - sich nur das N√∂tigste verschaffen (Mundraub).

Der Begriff ‚ÄěPl√ľnderung‚Äú wird bildlich auch im Zusammenhang mit Verhalten gebraucht, das f√ľr kurzfristigen (monet√§ren) Vorteil langfristig gr√∂√üere Sch√§den in Kauf nimmt. So nennen Umweltsch√ľtzer den Abbau fossiler Rohstoffe ebenso Pl√ľnderung wie das Abholzen von Regenwald, das √úberfischen der Meere pl√ľndert die Fischbest√§nde. Wer unbedacht G√ľter verbraucht, pl√ľndert Reserven, eine teure Reise das Konto usw.

Rechtspraxis

Strafrecht

In Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz gilt Pl√ľnderung als besonders schwerer Landfriedensbruch. Rechtspraxis siehe dort.

Militär- und Kriegsrecht

Pl√ľnderung ist nach Artikel 28 sowie den Artikel 47 und 48 der Haager Landkriegsordnung im Krieg verboten.[1]

In Deutschland sind Straftaten gegen ‚Äědie allgemeinen Regeln des V√∂lkerrechtes‚Äú nach Art. 25 Grundgesetz verboten. Landfriedensbruch wird mit dem Artikel ¬ß 125a Strafgesetzbuch unter Strafe gestellt, das mit ¬ß 3 Wehrstrafgesetz auch im Kriegsfall angewendet wird.

In √Ėsterreich gelten mit Artikel 9 der Bundesverfassung und dem ¬ß 64 StGB √§hnliche Bestimmungen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Pl√ľnderung ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Pl√ľnderung ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

Quellen

  1. ‚ÜĎ Seite der Regierung der Schweizer Eidgenossenschaft: Vertragstext der Haager Landkriegsordnung
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!

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