Ponte Corvo

Dieser Artikel befasst sich mit der italienischen Stadt Pontecorvo weitere Bedeutungen finden sich unter Pontecorvo (Begriffsklärung).
Pontecorvo
Pontecorvo (Italien)
DMS
Pontecorvo
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Frosinone (FR)
Koordinaten: 41° 27′ N, 13° 40′ O41.45694444444413.66666666666797Koordinaten: 41° 27′ 25″ N, 13° 40′ 0″ O
Höhe: 97 m s.l.m.
Fläche: 88 km²
Einwohner: 13.283 (31. Oktober 2007)
Bevölkerungsdichte: 151 Einw./km²
Postleitzahl: 03037
Vorwahl: 0776
ISTAT-Nummer: 060056
Demonym: Pontecorvesi
Schutzpatron: San Giovanni Battista
Website: Pontecorvo

Pontecorvo (auch Ponte Corvo) ist eine Stadt in der Provinz Frosinone in der Region Latium, im südlichen Italien. Sie liegt 119 km südöstlich von Rom und 47 km südöstlich von Frosinone.

Der Name Pontecorvo leitet sich vom lateinischen Pons curvus (kurvige Brücke) her. Da der heutige Name Ponte Corvo auf italienisch Raben-Brücke bedeutet, zeigt das Wappen der Stadt einen Raben auf einer kurvigen Brücke.

Pontecorvo

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Pontecorvo liegt auf einem Hügel über dem Fluss Liri am Fuß der Monti Aurunci. Es ist Mitglied der Comunità Montana Monti Ausoni.

Zu Pontecorvo gehören die Ortsteile Sant’Oliva, San Cosma und Vetrine.

Die Nachbargemeinden sind: Aquino, Campodimele (LT), Castrocielo, Esperia, Pico, Pignataro Interamna, Roccasecca, San Giovanni Incarico

Pontecorvo liegt 5 km von der Autobahn A1 Autostrada del Sole, Ausfahrt Pontecorvo, entfernt.

Geschichte

In der Antike gehörte das Gemeindegebiet zum Territorium von Aquinum. Es wurden zahlreiche Reste von römischen Landgütern gefunden. Darunter eine prachtvolle Villa der Familie Caecina-Suetria die 1983 beim Ortsteil Sant’Oliva gefunden wurde.

860 verlegte der langobardische Gastalde Rodoald seinen Sitz von Aquino an den Liri. Er baut neben einer bereits bestehenden Siedlung eine Burg. Außerdem errichtete er die Brücke, die wegen ihrer ungewöhnlichen Form dem Ort seinen Namen gab.

Wappen Jean-Baptiste Bernadottes

Im 11. Jahrhundert wurde Pontecorvo von den Normannen erobert, bevor es 1105 an das Kloster Montecassino fiel. 1464 kam es endgültig an den Kirchenstaat und bildete fortan eine päpstliche Enklave im Königreich Neapel. Diese wurde 1799 von den Franzosen unter Napoléon erobert. Als dieser seinen Bruder Joseph 1806 zum König von Neapel ernannte, schuf er für dessen Schwager Jean-Baptiste Bernadotte das Fürstentum Pontecorvo, der von nun an den Titel eines Prince de Pontecorvo trug. Das Fürstentum hatte damals ca. 12.300 Einwohner, die Stadt selbst 5.600.

Als Marschall Bernadotte 1810 Kronprinz von Schweden wurde, gab er den Titel zurück. 1812 bis 1815 erhielt Napoleon Lucien Murat, der Sohn von Joachim Murat, dem neuen König von Neapel, den Titel Fürst von Pontecorvo. 1815 wurde die Stadt wieder päpstliche Enklave, wurde 1860 aber mit Benevento, der anderen südlichen päpstlichen Enklave, dem neuen Königreich Italien einverleibt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zerstört und danach in modernem Stil neu aufgebaut.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1861 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 9.170 10.309 12.492 15.015 14.437 13.369 11.358 13.064 13.280

Quelle: ISTAT

Politik

Riccardo Roscia (UDC) wurde 2001 zum Bürgermeister gewählt und im Mai 2006 im Amt bestätigt. Roscia wurde im Juli 2007 wegen Amtsmissbrauch verhaftet und in Untersuchungshaft gebracht. Auch wenn er zwischenzeitlich wieder auf freiem Fuß ist, steht die Entscheidung im Gerichtsverfahren noch aus[1].

Sehenswürdigkeiten

  • Die Kirche San Giovanello ist die einzige mittelalterliche Kirche, die das Bombardement im Zweiten Weltkrieg überlebt hat.
  • Der Torre Rodoaldo wurde um 860 als Bergfried der Langobarden erbaut. Seit im 11. Jahrhundert die Kathedrale über den Ruinen der Burg erbaut wurde, dient er als deren Campanile.
  • Auch ein Teil der langobardischen Stadtmauer mit zwei Stadttoren ist noch erhalten.
  • Der Ponte Curvo ist wohl das älteste Bauwerk der Stadt, das in Teilen auf die Antike zurückgeht.

Kulinarische Spezialitäten

Pontecorvo ist Zentrum des Anbaus einer eigenen Paprikasorte, der sogenannten Corni di Bue (=Ochsenhörner), oder Piparoglie, die für ihren süßen Geschmack bekannt sind und vor allem in der Peperonata Verwendung finden.[2]

Söhne und Töchter der Stadt

Quellen

  1. Il Tempo, 26. Juni 2008
  2. Region Latium

Weblinks


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