Portugiesische Kolonialgeschichte

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Portugiesische Kolonialgeschichte
Das Entdeckerdenkmal in Lissabon

Das Portugiesische Kolonialreich war das erste globale Weltreich und das am l√§ngsten bestehende Kolonialreich Europas. Seine Geschichte begann 1415 mit der Eroberung von Ceuta und dem Zeitalter der Entdeckungen mit den Expeditionen entlang der afrikanischen K√ľste und endete mit der R√ľckgabe der letzten portugiesischen √úberseeprovinz Macao an die Volksrepublik China 1999.

Als Vasco da Gama 1498 den Seeweg nach Indien entdeckte, stieg Portugal zur f√ľhrenden Handels- und Seemacht des 15. und 16. Jahrhunderts auf. Die K√∂nige aus dem Hause Avis, besonders Manuel I. (1495‚Äď1521), f√ľhrten das Land zu h√∂chster Bl√ľte. Bis in das 17. Jahrhundert erwarb Portugal Kolonien in Amerika, Afrika, Arabien, Indien, S√ľdostasien und China.

Portugal war zun√§chst weniger an der Besitznahme gr√∂√üerer Landfl√§chen interessiert. Um die Handelsrouten von und nach Indien zu sichern und Konkurrenten auszuschalten, wurden an den K√ľsten Afrikas und Arabiens St√ľtzpunkte errichtet und St√§dte erobert, ebenso bei den Produktionsorten der Waren. Die geringe Bev√∂lkerungszahl Portugals verhinderte, dass das Land gro√üfl√§chig Gebiete in Besitz nahm, Brasilien bildete aufgrund der geringen St√§rke der einheimischen Bev√∂lkerung eine Ausnahme. Sp√§ter kamen noch Angola und Mosambik als fl√§chenm√§√üig gr√∂√üere Kolonien dazu.

Der Niedergang des portugiesischen Kolonialreichs setzte bereits im 17. Jahrhundert ein, als die Briten, Franzosen und Holl√§nder ebenfalls begannen sich in Asien zu engagieren und den Portugiesen einen Gro√üteil ihrer asiatischen Kolonien entrei√üen konnten. Im Gegensatz zu den anderen Kolonialm√§chten konnte Portugal aber einige seiner Kolonien bis in die 1970er Jahren halten, was auf die Kolonialpolitik des autorit√§ren Salazar-Regimes zur√ľckzuf√ľhren ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Siehe auch: Portugal unter dem Hause Avis und Johann IV. (Portugal)

Die Situation in Portugal vor der Expansion

Portugal hatte in der Reconquista blutige Schlachten gegen die Mauren gef√ľhrt, bis sie 1251 f√ľr Portugal mit der Eroberung der Algarve endete. Danach gab es noch mit Kastilien einige Auseinandersetzungen, die mit der Schlacht von Aljubarrota 1385 endeten. Das portugiesische Gro√üb√ľrgertum, die Fidalgos, hatten damit ihr milit√§risches Bet√§tigungsfeld verloren und waren somit praktisch arbeitslos. Es musste eine L√∂sung gefunden werden, mit der man die Fidalgos von eventuellen unbedachten Waffeng√§ngen gegen den K√∂nig abhalten konnte. Auch f√ľr den Monarchen bedeutete dies keine weiteren M√∂glichkeiten mehr nationalen Ruhm zu gewinnen.

Doch weniger das Streben nach Macht und Prestige als wirtschaftliche Notwendigkeiten waren der Grund f√ľr die Portugiesen, ihr Machtgebiet au√üerhalb Europas auszudehnen. Die Landflucht im 13. Jahrhundert hatte Portugal abh√§ngig von Getreideimporten gemacht, da die eigene Landwirtschaft die knapp eine Million Einwohner nicht ern√§hren konnte. Man empfand es als Schande Getreide aus dem muslimischen Maghreb einf√ľhren zu m√ľssen, neben Importen aus Sizilien, dem Baltikum, der Normandie und der Bretagne. Auch Tuch, Eisen, Kupfer und Waffen mussten im Ausland gekauft werden. Die Folge war ein Abfliessen von Finanzmitteln. Als eigene Handelsg√ľter gab es nur Salz, Kork, Oliven√∂l und Wein. Zwar hatte Portugal damals bereits Faktoreien in M√°laga, Rouen und Hanfleur, Handelsniederlassungen in Flandern und H√§ndler in Montpellier, Marseille und Montagnac, doch die Zahl der portugiesischen H√§ndler reichte nicht aus, die Wirtschaft des Landes nach vorne zu bringen. Immerhin konnte man mit England 1353 Handelsfreiheit f√ľr die jeweiligen Kaufleute aushandeln. W√§hrend nach Kastilien am Ende des 15. Jahrhundert gerade mal zwei Handelswege f√ľhrten, hatte sich Portugal schon fr√ľh zum Meer hin orientiert. Seit dem 12. Jahrhundert besa√ü man schon eine bescheidene Kriegsflotte, die schon bei der Reconquista gegen die Mauren eingesetzt wurde. Unter Fern√£o I. wurde die Companhia das Naus gegr√ľndet um die Handelsflotte zu f√∂rdern. Zu Beginn des 15. Jahrhundert verbanden Portugal mit dem restlichen Europa bereits zwei wichtige Seerouten. Die eine f√ľhrte in den Golf von Biscaya und √ľber Dieppe bis nach Br√ľgge, die zweite nach Sevilla. Doch der Aufbau der Flotten f√ľhrte zu einem weiteren Verlust an Arbeitern in der Landwirtschaft und einen h√∂heren Bedarf an Schiffszwieback, so dass noch mehr Getreide im Lande fehlte. Der Blick fiel auf die arabischen Gro√üh√§ndler und den Getreidemarkt in Marokko, der damaligen nordafrikanischen Kornkammer. Ende des 14. Jahrhunderts litt Portugal zudem an einer massiven Goldknappheit. Nach 1383 wurde in Portugal keine einzige Goldm√ľnze mehr gepr√§gt. 50 Jahre waren nur noch ausl√§ndische Gold- und Kupferm√ľnzen im Umlauf. Dazu kam es ab 1460 zu einer Silberknappheit, da die traditionellen Silberlieferanten Portugals in Ostdeutschland aufgrund von Pest und Hungersn√∂ten immer mehr ausfielen. Gold wurde m√ľhsam √ľber Karawanenwege aus den afrikanischen Reichen s√ľdlich der Sahara importiert. Weitere Handelswaren aus der Region waren Zucker, Sklaven, Kupfer und Salz. Endpunkt dieser Karawanen war Ceuta, das auch als bester Hafen Marokkos galt. So wurde die Stadt an der Stra√üe von Gibraltar das erste Ziel der portugiesischen Expansion au√üerhalb Europas.

Die katholische Kirche sah zudem in einer Expansion die Möglichkeit heidnische Gebiete zu missionieren. Sie wurde ein entscheidender Faktor bei den portugiesischen Unternehmungen in Übersee.[1]

Expeditionen unter Heinrich dem Seefahrer

Heinrich der Seefahrer. Ausschnitt aus einem Gemälde des 15. Jahrhunderts

Unter Johann I. eroberten die Portugiesen 1415 Ceuta, ihre erste Besitzung au√üerhalb Europas. Heinrich der Seefahrer, ein Prinz des portugiesischen K√∂nigshauses, initiierte ab 1418 die Portugiesischen Entdeckungsfahrten entlang der afrikanischen K√ľste, zur Sicherung des Handels mit den afrikanischen Reichen s√ľdlich der Sahara und um den √∂stlichen Seeweg nach Indien zu finden und nun den Gew√ľrzhandel unter die Kontrolle Portugals zu bringen. Heinrich gilt als der Organisator der Entdeckungsfahrten. 1419 wurden Madeira und 1427 die Azoren in Besitz genommen. 1434 umrundete Gil Eanes das Kap Bojador, das bis dahin f√ľr unpassierbar gehalten wurde. 1436 entdeckte Afonso Gon√ßalves Baldaia den Rio do Ouro und 1441 erreichten Nuno Trist√£o und Ant√£o Gon√ßalves das Cabo Branco. 1445 kam Dinis Dias zum Cabo Verde, dem westlichsten Punkt Afrikas.

1446 wurden der Entdecker Nuno Trist√£o und 18 seine M√§nner beim Versuch Frischwasser aufzunehmen durch Einheimische get√∂tet. Der Vorfall s√ľdlich des Gambiaflusses war der erste dieser Art. Ab diesem Zeitpunkt wurde die portugiesische Schiffsartillerie verst√§rkt und die Landekommandos bewaffnet. Versuche mit den lokalen afrikanischen Herrschern am Cabo de N√£o und am Cabo Verde B√ľndnisse zu schlie√üen, um den Warenaustausch und den Sklavenhandel zu sichern, schlugen fehl. Die portugiesischen Unterh√§ndler kehrten nie zur√ľck.[1]

Nach diesen Fehlschl√§gen wurden zun√§chst keine weiteren Fahrten zur weiteren Erforschung der afrikanischen K√ľste ausgesendet. Der Grund lag in den hohen Kosten und den bisher mageren Gewinnen. Noch war der Sklavenhandel nicht lukrativ genug und in der Heimat wurde Kritik laut, die den fehlenden Gewinn bem√§ngelten. Aber die Aussichten f√ľr √∂konomischen Erfolg waren vorhanden. Am Rio do Ouro hatten die Portugiesen als L√∂segeld f√ľr maurische Gefangene Goldstaub erhalten, die westafrikanischen Reiche von Ghana, Mali, Kanem und Songhai stellten sich als potentielle Handelspartner dar. In den folgenden Jahren musste zun√§chst eine wirtschaftlich tragf√§hige Basis geschaffen werden. Zudem stellte sich mit Kastilien nun ein europ√§ischer Konkurrent gegen Portugal, der bef√ľrchtete durch portugiesische Anspr√ľche auf die bisher erforschten Gebiete vom m√∂glichen Reichtum des S√ľdens abgeschnitten zu werden. Der Streit um die Kanarischen Inseln tat ein √ľbriges, so dass es zwischen 1451 und 1454 zum bewaffneten Konflikt zwischen den beiden Nachbarn um die Inseln kam. Am 8. Januar 1454 griff Papst Nikolaus V. mit der Bulle Romanus Pontifex in den Konflikt zwischen den beiden katholischen M√§chten ein und sprach den Portugiesen die Eigentumsrechte f√ľr die Gebiete von Kap Bojador bis zur S√ľdspitze Afrikas zu, obwohl die Ausdehnung der Gebiete noch unbekannt war. Hierdurch waren die Investitionen f√ľr die Entdeckungsfahrten zumindest politisch abgesichert. Die Kanaren blieben in der Hand Kastiliens.

Zu den √∂konomischen Problemen kamen noch praktische Probleme. Mit zunehmender Entfernung musste immer mehr Proviant an Bord der Schiffe untergebracht werden, unbekannte Meeresstr√∂mungen und Winde mussten erst gemeistert werden. Und auch die nach S√ľden zunehmende Feindseligkeit und Wehrhaftigkeit der afrikanischen K√ľstenbewohner musste nun mit eingeplant werden.

Das Portugiesische Kolonialreich im Jahr 1500 und die von Portugal erforschten Gebiete (blau)

Erst 1455 drangen die ersten Expeditionen wieder in unbekannte Gebiete vor. Der Gambiafluss wurde erforscht. Man glaubte, dass der Fluss ein Seitenarm des Nils w√§re und man √ľber ihn das Kaiserreich von √Ąthiopien erreichen k√∂nnte. Im 15. Jahrhundert gab es immer wieder diplomatische Kontakte mit dem christlichen Reich in Ostafrika, die aber durch die Reise durch das muslimische √Ągypten erschwert waren. Portugal erhoffte sich einen starken Verb√ľndeten gegen den Islam in Afrika. Der Gambia f√ľhrte jedoch nicht in das 6000 Kilometer entfernte Reich und √Ąthiopien zeigte sich auch sp√§ter nicht sonderlich begeistert von der Idee eines Krieges gegen die starken muslimischen Nachbarn.

Eine von den Expeditionen, die den Gambiafluss erforschen sollten, kam 1456 unter Alvise Cadamosto vom Kurs ab und entdeckte daf√ľr die √∂stlichen Insel der Kap Verden. Etwa f√ľnf Jahre sp√§ter entdeckten andere Expeditionen auch die westlichen Inseln. Damit stand Portugal eine dritte Basis im Atlantik zur Verf√ľgung, auf der seine Schiffe auf dem Weg zum s√ľdlichen Afrika und sp√§ter nach Brasilien mit Proviant versorgt werden konnten.

Die Entdeckung des Seewegs nach Indien

Beim Tod Heinrichs des Seefahrers 1460 hatten die Portugiesen die gesamte Westk√ľste Afrikas bis zum Cabo Mesurado im heutigen Liberia erkundet. Doch aufgrund der chronischen Knappheit an finanziellen Mitteln sollte es fast 10 Jahre dauern, bis Portugals Seefahrer erneut auf Entdeckungsfahrt gingen. Ein weiterer Grund f√ľr die Wartezeit war auch das geringe Interesse K√∂nigs Alfons V. die klimatisch f√ľr Portugiesen ungesunden und bisher wenig profitablen Gebiete Westafrikas zu erforschen, trotz seines Beinamen der Afrikaner. Alfons V. widmete sich zun√§chst der Eroberung weiterer St√§dte und Handelspl√§tze in Marokko. Bereits 1458 Alc√°cer Ceguer und 1471 Tanger und Arzila. Erst 1468 verpflichtete sich der Gesch√§ftsmann Fern√£o Gomes zur Erforschung j√§hrlich weiterer 100 Leguas der afrikanischen K√ľste. Als Gegenleistung erhielt er f√ľr f√ľnf Jahre (der Vertrag wurde 1473 um ein Jahr verl√§ngert[2]) alle wirtschaftlichen Rechte in Westafrika. Ausgenommen waren der Handelsposten Arguim und die Atlantikinseln. 1470 erreichte man das Cabo Tr√™s Pontas und 1471 erreichten Jo√£o de Santar√©m und P√™ro Escobar die Goldk√ľste mit der Goldmine Shama (Samma) im heutigen Ghana und das Cabo Formoso im Nigerdelta. Zwischen 1471 und 1474 wurden die Inseln S√£o Tom√©, Pr√≠ncipe, Fernando P√≥o und Annob√≥n entdeckt. 1474 √ľberschritten Lopo Gon√ßalves und Rui de Sequeira auch erstmals den √Ąquator und stie√üen bis zum heutigen Gabun vor.

Portugiesische Karte von Nordamerika und Grönland 1519

João Vaz Corte-Real fuhr 1473 in einer gemeinsamen portugiesisch-dänischen Expedition bis nach Grönland und es gibt Hinweise, dass sie bis Neufundland (Terra Nova do Bacalhau) kam. Später soll es sogar portugiesische Siedlungsversuche in der Region gegeben haben und portugiesische Expeditionen sind 1500 eventuell bis Florida vorgedrungen. Portugiesische Namen auf Karten des beginnenden 16. Jahrhunderts lassen diesen Schluss zu.[2]

Die Entdeckungen unter Gomes Agide und das Gold aus Shama brachte die portugiesische Wirtschaft in Schwung. Grund f√ľr Kastilien trotz der p√§pstlichen Bullen in den Golf von Guinea zu fahren und Sklaven nach Sevilla zu verschiffen. Dazu kam der Kastilische Erbfolgekrieg (1474‚Äď1479). 1479 verzichtete Kastilien schlie√ülich im Vertrag von Alca√ßovas f√ľr die Oberhoheit √ľber die Kanarischen Inseln, auf Besitzanspr√ľche auf Madeira, auf die Azoren und alle Gebiete s√ľdlich von Kap Bojador und damit auf die Erforschung der Ostroute nach Indien. Der portugiesische K√∂nig verzichtete seinerseits auf den Thron von Kastilien.

Symbol der Besitznahme: Ein Padr√£o in Sagres

An der Goldk√ľste errichteten die Portugiesen 1482 das Fort S√£o Jorge da Mina (Elmina). Der Posten, mit einer Garnison von 63 Mann besetzt, wurde zum wichtigen Handelsplatz f√ľr den Warentausch gegen Gold. Zu dem bereits langen Titel der portugiesischen K√∂nige (rei de Portugal e do Algarve, Senhor de Septa, Senhor d‚ÄôAlcacere em Africa) gesellte sich nun der Senhor de Guinea. Ab sofort wurden die Entdecker angewiesen statt Holzkreuze nun steinerne S√§ulen (Padr√Ķes, singular: Padr√£o) an markanten Punkten der K√ľste aufzustellen, die den Besitzanspr√ľche Portugals unterstrichen. Auf den S√§ulen stand in lateinischer und portugiesischer Sprache das Jahr der Aufstellung, der Name des Seefahrers und des regierenden K√∂nigs. Der erste Entdecker, der diese S√§ulen setzte war Diogo C√£o, der 1482 die M√ľndung des Kongo entdeckte.

Die Aufteilung der Welt zwischen Spanien und Portugal

Zur√ľck in Lissabon wurde C√£o von einem Mann namens Christoph Kolumbus angesprochen, der ihn um Hilfe f√ľr sein Projekt der Erforschung des westlichen Seewegs nach Indien bat. Allerdings fand Kolumbus in Portugal keine Unterst√ľtzung. Man vermutet heute, dass aus der geheimen Reise Corte-Reals 1473 der portugiesischen K√∂nig √ľber das kalte, √§rmliche Land im Westen informiert war und daher eine Erforschung als nicht lohnend ansah. Au√üerdem wusste man in Portugal, dass Kolumbus sich bei der Berechnung des Erdumfangs und der Entfernung nach Indien irrte. Dazu kam noch die erfolgreiche Reise Diogo C√£os, die auf eine baldige Umrundung Afrikas hoffen lie√ü. Dennoch soll sich K√∂nig Johann II. bittere Vorw√ľrfe gemacht haben, als Kolumbus 1493 auf dem R√ľckweg von seiner ersten Reise in Lissabon Station machte und von seiner Entdeckung berichtete. Allerdings brauchte der K√∂nig nicht lange um festzustellen, dass die neu entdeckten Gebiete s√ľdlich von den Kanarischen Inseln lagen und diese laut dem Vertrag von Alca√ßovas damit zu Portugal geh√∂rten. Sofort wurde der Anspruch an das spanische K√∂nigshaus weitergeleitet und ein Geschwader unter Francisco de Almeida zur Besetzung der Inseln vorbereitet.[2] Eine Auseinandersetzung zwischen Spanien und Portugal drohte. Schlie√ülich teilte Papst Alexander VI. die Welt im Vertrag von Tordesillas (1494) in eine √∂stliche, portugiesische Sph√§re und in eine westliche f√ľr den damaligen Konkurrenten Spanien, was im Vertrag von Saragossa (1529) pr√§zisiert wurde. Vom amerikanischen Kontinent war der Osten Brasiliens als portugiesische Einflussbereiche vorgesehen. Der Vertrag war im Prinzip bis 1777 in Kraft, wurde aber in vielen Teilen nicht eingehalten. Die Portugiesen f√ľhrten Expeditionen und eventuell auch Kolonisationsversuche in Nordamerika durch. In Brasilien dehnten sie sich schnell √ľber die Vertragsgrenze aus. Im Gegenzug besetzte Spanien die Philippinen und engagierte sich auf den Molukken.

1485 war Diogo C√£o auf einer zweiten Reise vermutlich bis zur Walfischbucht in Namibia gekommen. Drei Jahre sp√§ter umrundete Bartolomeu Dias schlie√ülich das Kap der Guten Hoffnung und fuhr bis zum Fluss Groot-Vis im Osten des heutigen S√ľdafrika. Bereits 1487 waren die Portugiesen P√™ro da Covilh√£ und Afonso de Payva aufgebrochen, um auf arabischen Schiffen die K√ľsten des Indischen Ozeans zu bereisen und mit dem weiteren Ziel, ein B√ľndnis mit dem christlichen Kaiser von √Ąthiopien gegen die Araber zu schmieden. Sie gelangten von Alexandria und Sues aus zum Roten Meer. De Payva trennte sich von seinen Begleiter, um direkt nach √Ąthiopien zu reisen, verschwand aber auf den Weg dorthin, w√§hrend de Covilh√£ nach Aden und weiter an die Malabark√ľste Indiens, zur Handelsstadt Sofala im heutigen Mosambik und eventuell bis nach Madagaskar reiste. In einer weiteren Reise besuchte er die Hafenstadt Hormuz. Schlie√ülich erreichte de Covilh√£ 1493 den Hof von Kaiser Na‚Äôod I. von √Ąthiopien in Aksum. De Covilh√£ blieb bis zu seinem Tod 1530 in √Ąthiopien. Das portugiesisch-√§thiopische Milit√§rb√ľndnis mit Ziel den Islam in Afrika zu stoppen kam nicht zustande, aber die Reiseberichte de Covilh√£ wurden nach Lissabon geschickt. Zwar sind sie heute nicht mehr erhalten, doch man geht davon aus, dass sie Vasco da Gama zur Verf√ľgung standen, als er auf seine Reise ging. Seine Aufgabe bestand im Prinzip ohnehin nur, die Strecke vom Groot-Vis bis Sofala zu erforschen, denn die Route von der ostafrikanischen Handelsstadt bis Goa in Indien geh√∂rte schon damals zu den meist befahrenen Seefahrtsrouten und wurde von arabischen H√§ndlern bedient.[1]

Vasco da Gama bei der Ankunft in Kalikut (Romantisierende Illustration zu einer Ausgabe der Lusíadas, um 1880)

Die drei Karavellen S√£o Gabriel, S√£o Rafael und S√£o Miguel wurden zusammen mit dem Versorgungsschiff Berrio da Gama unterstellt. Die Schiffe wurden mit der damals modernsten Artillerie best√ľckt, da man mit einem bewaffneten Konflikt mit den Arabern rechnete. Sie w√ľrden sich ihr Handelsmonopol im Indischen Ozean nicht kampflos nehmen lassen. Am 8. Juli 1497 stach da Gama in See. Bartolomeu Dias reiste bis zu den Kapverdischen Inseln als Berater mit. Um den Flauten im Golf von Guinea zu entgehen, fuhr da Gama nicht entlang der afrikanischen K√ľste, sondern in der Mitte des Atlantiks nach S√ľden, bis er dann nach Osten drehte und Anfang November die s√ľdafrikanische K√ľste erreichte. In der Sankt-Helena-Bucht wurden die Schiffe √ľberholt und mit Einheimischen Handelskontakte gekn√ľpft. Erst nach mehreren Anl√§ufen gelang am 22. November die Umrundung vom Kap der Guten Hoffnung und da Gama landete am 25. November in Angra de S√£o Braz (Mossel Bay ), wo er einen Padr√£o aufstellte und das Versorgungsschiff aufgab. Zu Weihnachten erreichte man einen K√ľstenstrich S√ľdafrikas, den Vasco da Gama Natal (Weihnachten) nannte. Am 10. Januar 1498 ankerte die Flotte in der Delagoabucht, wo heute Maputo, die Hauptstadt Mosambiks liegt. Aufgrund der freundlichen Bewohner nannte Vasco da Gama das Land Terra da Boa Gente (Land der guten Leute). Sofala wurde bei der Weiterfahrt verfehlt, aber am 22. Januar gelangte man zur M√ľndung des Sambesi, wo wieder ein Padr√£o errichtet wurde. Im M√§rz entdeckte man die Ilha de Mo√ßambique. Am 7. April 1498 kam die Flotte nach Mombasa, wo arabische Kaufleute erstmals versuchten, da Gamas Weiterfahrt zu verhindern. Hier traf man auf Christen aus √Ąthiopien und Syrien und chinesische H√§ndler. Unterst√ľtzung fanden die Portugiesen in Melinde (Malindi), einer Handelsstadt etwas n√∂rdlicher, die in Konkurrenz mit Mombasa stand. Ab hier f√ľhrte der arabische Lotse Melemo Cama (Ahmed Ibn Majid) Vasco da Gama durch die Gew√§sser. Am 29. April 1498 wurde der √Ąquator √ľberquert und am 17. oder 18. Mai kam das indische Gebirge der Westghats in Sicht. Das Geschwader ankerte am 20. Mai 1498 in der kleinen Hafenstadt Capocate n√∂rdlich von Kalikut. Mit dem Samorim (Herrscher) von Kalikut wurde ein Handelsvertrag geschlossen, aber als nach einigen Zwischenf√§llen mit arabischen H√§ndlern sich die Stimmung langsam gegen die Portugiesen richtete, verlie√üen sie die Stadt Ende August. Man fuhr etwas Richtung Norden bis zu den Angediven, bevor man am 5. Oktober endg√ľltig Indien mit den Lader√§umen voller Gew√ľrze verlie√ü. Nach einer viertelj√§hrigen Fahrt erreichte man Mogadischu. Weiter ging es nach Melinde, vorbei an Mombasa, wenig sp√§ter musste die S√£o Rafael aufgegeben werden, da die Mannschaft durch Krankheit zu stark dezimiert worden war. Auf der mosambikanische Insel Ilha de S√£o Jorge wurde der letzte Padr√£o aufgestellt. Am 10. Juni 1499 erreichte das erste Schiff aus da Gamas Flotte Lissabon, Vasco da Gama kam aufgrund der Krankheit seines Bruders Paulo erst im September wieder in der Heimat an, wo er mit gro√üen Ehren empfangen wurde. Ein Viertel der Mannschaft war auf der Reise umgekommen. Der Dichter Lu√≠s de Cam√Ķes schrieb die Geschichte der Fahrt in dem portugiesischen Nationalepos Die Lusiaden (Os Lusiades) nieder.

Kontrolle √ľber den Indischen Ozean

Afonso de Albuquerque (Bild aus dem 16. Jhr.)

Gleich nach der R√ľckkehr von Vasco da Gama wurde eine zweite Indienfahrt vorbereitet. Am 9. M√§rz 1500 stachen 13 Schiffe mit 1500 Mann Besatzung unter dem Kommando von Pedro √Ālvares Cabral in See. Wie da Gama zuvor schlug Cabral von den Kapverdischen Inseln aus einen gro√üen Bogen nach Westen, um den Passatwinden zu entgehen. Am 21. April kam ein Berg in Sicht, der Monte Pascoal (Osterberg) getauft wurde und am 23. April 1500 landete Cabral als erster Europ√§er an der K√ľste Brasiliens nahe dem heutigen Porto Seguro und nahm das Land f√ľr Portugal in Besitz. Die ersten Jahre diente Brasilien nur als Zwischenstopp auf der Route Europa‚ÄďIndien, bis seine Reicht√ľmer (Brasilholz, Diamanten) entdeckt wurden. Die Entdeckung erregte auch in dieser Zeit kein gro√ües Aufsehen. Dies kann daran liegen, dass Cabral Brasilien zun√§chst f√ľr eine gr√∂√üere Insel hielt[1] oder weil man bereits von dessen Existenz wusste. Die K√ľste k√∂nnte schon von anderen Seeleuten zuvor gesichtet worden sein, einige Berichte lassen auf Expeditionen Portugals nach S√ľdamerika in den 1490ern schlie√üen.[2] Auf Cabrals Fahrt √ľber den S√ľdatlantik gingen mehrere Karavellen in einem Sturm verloren. Unter den Opfern war auch Bartolomeu Dias, der Entdecker vom Kap der Guten Hoffnung, der hier den Tod fand. Die Flotte war im Sturm auseinandergerissen worden. W√§hrend Cabral in Mosambik Zwischenstation machte, segelte Diogo Dias an der Ostk√ľste Madagaskars entlang nach Norden, bis er Mogadischu und schlie√ülich Berbera am Eingang zum Roten Meer erreichte. Beim ostafrikanischen Qu√≠loa (Kilwa) trafen sich die Schiffe wieder. Weiter ging es nach Melinde und mit dort angeheuerten, arabischen Lotsen nach Kalikut. Wieder kam es zu Handgreiflichkeiten mit arabischen H√§ndlern. Schlie√ülich wurde die portugiesische Faktorei gest√ľrmt und sp√§ter 28 Portugiesen get√∂tet. Cabral fuhr nicht wie da Gama davon, er beschlagnahmte die Ladung einer arabischen Flotte im Hafen und lie√ü die Schiffe verbrennen. Danach nahm Cabral die Stadt in Beschuss. √úber 600 Einwohner sollen gestorben sein. Cabral fuhr mit seinem Geschwader weiter nach Cochin. Der Stadtstaat war, ebenso wie seine Nachbarn Cannanore (Kannur) und Coul√£o (Kollam), dem Herrscher von Kalikut untergeben, weswegen sie nur allzu gerne ein B√ľndnis mit Portugal gegen ihn eingingen. Portugal erhielt dadurch Handelsst√ľtzpunkte an der Malabark√ľste. Der nun beginnende Gew√ľrzhandel brachte endlich die Profite um die Investitionen zu decken. Cabral erforschte noch die Goldminen des Monomotapa (heute in Simbabwe und Mosambik), bevor er 1501 nach Lissabon zur√ľckkehrte.

1503 wurden die Seychellen (Ilhas do Almirante) und Sokotra (Socotor√°) entdeckt. Im selben Jahr erhielt Afonso de Albuquerque vom Herrscher von Cochin die Erlaubnis zum Bau der ersten portugiesischen Festung in Indien. Das italienisch-arabische Handelsmonopol war zerbrochen. Nat√ľrlich versuchten die ehemaligen Handelsherren sich gegen die portugiesische Konkurrenz zu wehren. Der √§gyptische Sultan der Mamluken drohte Pal√§stina und die heiligen St√§tten zu zerst√∂ren, wenn die Portugiesen sich nicht zur√ľckziehen w√ľrden, doch Portugal lie√ü sich durch die Drohungen nicht einsch√ľchtern. 1505 ernannte K√∂nig Manuel I. den Heerf√ľhrer Francisco de Almeida zum ersten Vizek√∂nig von Portugiesisch-Indien und entsandte ihn mit 22 Schiffen und 2500 Mann, darunter 1500 Marinesoldaten nach Indien. Im selben Jahr erobert de Almeida die ostafrikanischen Handelsst√§dte Sofala, Qu√≠loa und Mombasa, die bisher in Opposition gegen Portugal standen. Letztere war auch bisher Konkurrent des portugalfreundlichen Melinde. Nahe Goa ging de Almeida in Indien an Land und baute ein Fort und ein Handelskontor im befreundeten Cannanore. Erste Hauptstadt der Portugiesen in Indien wurde Cochin. De Almeidas Sohn Louren√ßo fuhr inzwischen weiter nach S√ľden und betrat als erster Portugiese Ceylon, das im Laufe des 16. Jahrhunderts von den Portugiesen erobert werden sollte. Auf dem R√ľckweg vernichtete Louren√ßo de Almeida am 17. M√§rz 1507 bei Cannanore die Flotte des Herrschers von Kalikut.

1507 besetzte Afonso de Albuquerque die Insel Sokotra und am Eingang des Persischen Golfs die wichtige Stadt Hormuz. Zwar baute man gleich eine Festung, da man aber zu wenig M√§nner hatte, musste die Stadt 1508 vorerst wieder aufgegeben werden. Mit der Eroberung von Sokotra und Hormuz war der Golf von Aden und der Persische Golf f√ľr √§gyptische und venezianische Schiffe versperrt, weswegen der Sultan der Mamluken eine Kriegsflotte entsandte. Beim Zusammentreffen der Flotten 1508 beim heutigen Bombay wurde Louren√ßo de Almeida get√∂tet, woraufhin sein Vater einen Rachefeldzug begann und die St√§dte Chaul (Tschoul) und Kalikut pl√ľnderte. Ende des Jahres erreichte de Albuquerque die Malabark√ľste und √ľberbrachte Almeida vom K√∂nig die Anweisung, dass de Albuquerque das Amt des Gouverneurs Indiens √ľbernehmen solle und de Almeida abgesetzt sei. De Almeida weigerte sich aber mit der Begr√ľndung, er m√ľsse erst den Tod seines Sohnes r√§chen, danach w√ľrde er sein Amt abgeben. Am 3. Februar 1509 vernichtete de Almeida in der Seeschlacht von Diu die √§gyptische Flotte und gewann damit f√ľr Portugal die Vorherrschaft im Indischen Ozean. De Almeida gab sein Amt ab und begab sich auf die R√ľckreise nach Portugal. Nahe dem heutigen Kapstadt kam er aber bei K√§mpfen mit Einheimischen mit 64 anderen Portugiesen ums Leben.

Das portugiesische Kolonialreich im 16. Jh. (gr√ľn)

1509 gelang es de Albuquerque Goa zu erobern, das ab 1510 Hauptstadt des portugiesischen Estado da India wurde. Sumatra und die Malaiische Halbinsel wurden erstmals erreicht. Ende 1510 fiel auch das Machtzentrum Kalikut in die H√§nde Portugals. Der erste Versuch Malakka an der nach ihr benannten Meeresstra√üe zu erobern scheiterte, doch 1511 wurde sie unter gro√üen Verlusten genommen. Damit war der gr√∂√üte Gew√ľrzmarkt und der indisch-chinesische Handel in der Hand Portugals. Mit den Herrschern von Birma, Java und Kotschinchina wurden Handelsvertr√§ge abgeschlossen. 1513 plante de Albuquerque die Eroberung von Mekka und Sues, doch bereits im selben Jahr scheiterte die Einnahme von Aden. Die weitergehenden Eroberungspl√§ne Richtung Rotes Meer wurden daraufhin aufgegeben.

1515 eroberte de Albuquerque Hormuz zum zweiten Mal. Auf dem R√ľckweg erreichte ihm die Nachricht seiner Absetzung durch Manuel I.. De Albuquerques Erfolge hatten die Bef√ľrchtung wachsen lassen, er k√∂nne sich eines Tages gegen den K√∂nig wenden. De Albuquerque starb verbittert am 16. Dezember 1515 in Goa.

Die Erforschung Ostasiens

Ruinen von S√£o Paulo in Macao

Nach der zun√§chst gescheiterten Eroberung Adens 1513 ging die Expansion Richtung Osten weiter. Bereits 1511/12 erforschten Ant√≥nio de Abreu und Francisco Serr√£o mit drei Schiffen die Inseln S√ľdostasiens. Java, Timor, Ambon, Seram (fr√ľher: Ceram), die Banda-Inseln und Alor geh√∂ren zu deren Entdeckungen. Als Erste erreichten sie den Westpazifik. Ferner beschrieb de Abreu die K√ľste von Neuguinea, wo er aber nicht landete. Erst Jorge de Meneses betrat als erster Europ√§er die Insel 1526 und gilt als Neuguineas offizieller Entdecker. Serr√£o gelangte in einer zweiten Fahrt zur n√∂rdlichen Molukkeninseln Ternate, auf der 1513 eine portugiesische Faktorei errichtet wurde. Die Rivalit√§t zwischen den lokalen Sultanten Ternate und Tidore nutzten die Portugiesen um hier eine Handelsbasis aufzubauen. Sp√§ter erforschte Serr√£o auch die Nordk√ľste Borneos. Diogo Lopes de Sequeira besuchte die H√§fen Pedim und Pac√©m auf Sumatra und sichtete die Nikobaren.

Portugiesische Karavelle auf japanischem Gemälde

Jorge √Ālvares segelte als erster Portugiese nach China und landete im Mai 1513[3] (andere Quellen: 1515[1]) an der M√ľndung des Perlflusses auf der Insel Lintin, wo er einen Padr√£o aufstellte.[4] Ihm folgte 1514 bis 1516 der Italiener Raffaello Perestrello, der f√ľr Portugal auf der Dschunke eines chinesischen Kaufmanns Kanton besuchte. 1517 kam es unter Fern√£o Pires de Andrade bei Tam√£o (Tuen Mun ŚĪĮťĖÄ) in den sp√§teren New Territories von Hong Kong zu K√§mpfen mit der chinesischen Armee.[5] 1519 wurde von den Portugiesen Tam√£o besetzt.[1][6]. Perestrello hatte berichtet, dass der chinesische Kaiser gute Beziehungen mit Portugal w√ľnsche, worauf de Albquerque 1520 Tom√© Pires mit einer diplomatischen Mission √ľber Nanjing nach Peking entsandte. Dort wurde Pires erstmal auf Anraten des ehemaligen Herrschers von Malakka unter Arrest gestellt. Erst als Kaiser Zhengde in Peking eintraf, konnte Pires bei ihm vorsprechen. Da Zhengde aber kurz darauf 1521 starb, wurde Pires zur√ľck an den Perlfluss geschickt, bis der neue Kaiser ihm neue Anweisungen senden w√ľrde. Kaiser Jiajing war aber den Portugiesen feindlich gestimmt. Noch im selben Jahr wurden in Tam√£o alle Portugiesen au√üer Pires hingerichtet. Erst 1543 wurde der Handel von den Chinesen wieder aufgenommen und 1557 durften sich die Portugiesen in Macao niederlassen, aus dem sich das Zentrum des portugiesischen Handels in Ostasien entwickelte. 1543 erreichten die Portugiesen die japanische Insel Tanegashima. Portugal organisierte in den folgenden Jahrhunderten den Handel zwischen China und Japan.

Eine Karte des 16. Jahrhundert scheint zu beweisen, dass portugiesische Forscher, nicht Briten oder Niederl√§nder, die ersten Europ√§er waren, die Australien entdeckten. Die Karte zeigt genaue geografische Details entlang der australischen Ostk√ľste auf Portugiesisch. Der Portugiese Crist√≥v√£o de Mendon√ßa f√ľhrte demnach 1522 eine Flotte von vier Schiffen in die Botany Bay, fast 250 Jahre vor James Cook.[7]

Niedergang der kolonialen Macht

Personalunion von Spanien (gelb) und Portugal (gr√ľn) um das Jahr 1600. (Hellgelb: von Spanien beansprucht)

War zwischen 1505 und 1515 der Gew√ľrzhandel √ľber das Mittelmeer zu erliegen gekommen, kamen ab 1516 wieder Waren aus Indien √ľber Alexandria nach Europa. Auch der Handel √ľber die Pilgerstra√üe nach Mekka konnte von den Portugiesen nicht unterbunden werden. Ebenso wenig √ľber die Seidenstra√üe und die Hafenst√§dte Pal√§stinas und des Schwarzen Meeres.

Die Gewinne aus dem Handel mit Indien und Afrika im 15. und 16. Jahrhundert galten als Privateigentum des portugiesischen K√∂nigs. Unter Manuel I. (1495‚Äď1521) wurden sie nicht gewinnbringend, sondern in Prunkbauten und Hofhaltung investiert. Der Manuelinische Stil zeugt noch heute davon. Weitere Profiteure waren die Kirche, der Adel und das Gro√üb√ľrgertum, das sich an den Fahrten mit Investitionen beteiligte. Der Gro√üteil des Volkes ging leer aus. Unter den Kolonialbeamten grassierte die Korruption. Unter Johann III. (1521‚Äď1557) stiegen die Auslandsschulden aufs Unermessliche. 1549 musste die portugiesische Niederlassung in Antwerpen geschlossen werden. Sebastian I. (1557‚Äď1578) musste den Staatsbankrott erkl√§ren.[1]

Das portugiesische Kolonialreich im Jahr 1700

1578 wurde K√∂nig Sebastian I. bei dem Versuch ganz Marokko zu erobern in der Schlacht von Alc√°cer-Quibir get√∂tet. Sein Nachfolger wurde Heinrich I., der als Kardinal kinderlos blieb. Mit ihm starb der letzte m√§nnliche Angeh√∂rige des Hauses Avis und Portugal fiel in Personalunion an Spanien. Zudem waren 40.000 Portugiesen und S√∂ldner bei dem marokkanischen Abenteuer umgekommen, was zu einer langen Schw√§chung der milit√§rischen Schlagkraft Portugals f√ľhrte. Die Staatskasse musste zum gr√∂√üten Teil zur Ausl√∂sung portugiesischer Gefangener aus marokkanischer Gefangenschaft verwendet werden. Gr√∂√üere Reserven waren ohnehin nicht angelegt worden, so dass man im Konkurrenzkampf mit den anderen europ√§ischen Nationen nicht mehr mithalten konnte.[1]

Das portugiesische Kolonialreich im Jahr 1800

Der territoriale Niedergang des portugiesischen Kolonialimperiums setzte im 17. Jahrhundert ein, als die Niederl√§nder begannen sich ebenfalls in Afrika, Amerika und Asien zu engagieren und den Portugiesen einen Gro√üteil ihrer asiatischen Kolonien, wie Malakka, Ceylon und die Gew√ľrzinseln entrissen (siehe auch Niederl√§ndisch-Portugiesischer Krieg). Zudem war Portugal in Personalunion mit Spanien automatisch mit England verfeindet, weswegen England nun auch gegen die Kolonien seines bisherigen engsten Verb√ľndeten Portugal vorging. An der Ostk√ľste Afrikas eroberte der Oman die meisten portugiesischen Besitzungen.

Am 1. November 1755 traf mit dem Erdbeben von Lissabon ein weiterer harter Schlag das K√∂nigreich. Die Hauptstadt wurde nahezu komplett vernichtet. Portugal wurde zum Spielball der m√§chtigeren europ√§ischen Staaten und Lissabon 1807 von den Truppen Napoleons besetzt. Die portugiesische K√∂nigsfamilie floh nach Brasilien und Rio de Janeiro wurde neuer Regierungssitz. Nach dem Ende des Krieges erhielt Brasilien 1815 den Status eines in Personalunion mit Portugal regierten K√∂nigreichs. Als Brasilien wieder den Status einer Kolonie erhalten sollte, lie√ü sich der portugiesische Kronprinz als Peter I. zum Kaiser von Brasilien kr√∂nen und erkl√§rte 1822 die Unabh√§ngigkeit des Landes, womit Portugal seine gr√∂√üte und reichste Kolonie endg√ľltig verlor. √úbrig blieben im 19. und 20. Jahrhundert als letzte Fl√§chengebiete Mosambik und Angola, sowie einige kleine Besitzungen in Westafrika, Indien und Ostasien. Das Hinterland dieser Kolonien wurde erst in dieser Zeit der wirklichen Kontrolle Portugals unterworfen. Davor beschr√§nkte man sich jenseits von Brasilien auf Handelsposten, d√ľnne K√ľstenstreifen und Schutzvertr√§ge mit einheimischen Herrschern. Die wirkliche koloniale Macht wurde erst nach dem Verlust Brasiliens in den beanspruchten Gebieten aufgebaut. In der liberalen Verfassung von 1822 wurde die portugiesische Nation als ‚ÄěUnion aller Portugiesen beider Hemisph√§ren‚Äú beschrieben, womit die Einheit zwischen Mutterland und den Kolonien best√§rkt wurde. Auch die darauffolgende Verfassung, die Charta von 1826 hielt in Artikel 1 fest, dass das K√∂nigreich Portugal die politische Vereinigung aller Portugiesen bildet. Artikel 2 z√§hlte die Gebiete auf und Artikel 3 betonte, dass Portugal nicht auf die Anspr√ľche auf diese Gebiete verzichtet. Als Portugiese wurde in Titel II, Artikel 7 definiert: ‚ÄěAlle, welche in Portugal und seinen Besitzungen geboren und gegenw√§rtig nicht Brasilianer sind.‚Äú

Schon fr√ľher war den Einheimischen der Kolonien die M√∂glichkeiten gegeben worden als Assimilado die portugiesischen Staatsb√ľrgerrechte zu erhalten. Daf√ľr mussten f√ľnf Bedingungen erf√ľllt werden. Man musste √§lter als 18 Jahre sein, die portugiesische Sprache beherrschen, seine Familie versorgen k√∂nnen, sich das Wissen aneignen, um die Pflichten als Staatsb√ľrger zu erf√ľllen und zuletzt durfte er weder Deserteur noch Wehrdienstverweigerer gewesen sein.[8]

Portugals Plan der Verbindung der s√ľdafrikanischen Kolonien, die ‚ÄěMapa Cor-de-Rosa‚Äú 1886

1885 scheiterte Portugal mit seinen Anspr√ľchen auf das Gebiet von Belgisch-Kongo durch den Einspruch Deutschlands. Portugal erhielt nur die Garantie f√ľr seine Besitzungen in Cabinda, Angola und Mosambik, allerdings ohne Festlegung der inneren Landesgrenzen. Hier lautete die Auflage, dass man Truppen und Zivilbeamte entsenden m√ľsse, um die beanspruchten Gebiete zu besetzen. Der Traum einer Landbr√ľcke zwischen den Besitzungen in Angola und Mosambik kollidierte aber mit den britischen Pl√§nen einer englischen Kolonie vom Kap bis Kairo. Auch wenn Frankreich und Deutschland einen portugiesischen Puffer unterst√ľtzten, konnte Portugal trotz der ausbrechenden nationalen Begeisterung f√ľr den Kolonialismus nicht die Ressourcen zur effektiven Besatzung aufbringen. Immerhin wurden einige Expeditionen in die heutigen Gebiete von Malawi, Sambia und Simbabwe ausgesendet, so dass Portugals Au√üenminister Henrique Barros Gomes 1887 den Kolonialm√§chten eine Landkarte vorlegte, auf der die von Portugal beanspruchten Landstriche rosa eingef√§rbt waren, die Mapa Cor-de Rosa. Gro√übritannien wies die Anspr√ľche zur√ľck und setzte im Januar 1890 ein Ultimatum f√ľr Portugal, sich aus Rhodesien und dem Njassaland zur√ľckzuziehen. Ansonsten drohte man mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen und entsandte sogar ein Kriegsschiff nach Lissabon. Das Zur√ľckweichen des portugiesischen K√∂nigs vor der britischen Drohung sollte einer der Ausl√∂ser der Ereignisse sein, die zum Sturz der Monarchie in Portugal 1910 f√ľhren sollten.[8]

Den letzten Gebietsgewinn erhielt Portugal nach dem Ersten Weltkrieg, als ihm durch den Vertrag von Versailles, als Entsch√§digung f√ľr die deutsche Besetzung des Nordens von Mosambik, das Kionga-Dreieck zugesprochen wurde. Im Zweiten Weltkrieg blieb Portugal neutral. Trotzdem wurden Portugiesisch-Timor und Macao von den Japanern besetzt. Portugal erhielt die beiden Kolonien nach Ende des Krieges zur√ľck.

Portugiesisches Kolonialreich seit 1945 und Dekolonialisierung

Portugals √úberseeprovinzen im 20. Jahrhundert mit Jahr des Verlustes
Portugiesische Soldaten in den 1960ern in Luanda
Situation in Portugals afrikanischen Kolonien Ende 1970
Kontrollposten der PAIGC 1974
√úbergabezeremonie von Macao 1999

Im Gegensatz zu anderen Kolonialm√§chten wie Gro√übritannien oder Frankreich hielt Portugal seine letzten Kolonien trotz des blutigen Kolonialkrieg in Portugiesisch-Guinea, Angola und Mosambik bis in die 1970er Jahren. Dieses imperiale Beharren gegen den allgemeinen Entkolonialisierungstrend und gegen wirtschaftliche Vernunft war das Ergebnis der Kolonialpolitik des autorit√§ren Estado Novo (portugiesisch: ‚ÄěDer neue Staat‚Äú) unter Ant√≥nio de Oliveira Salazar und seinem Nachfolger Marcelo Caetano. In Gro√übritannien und Frankreich hatten sich nach dem Ersten Weltkrieg liberale Demokratien gebildet, die ihren Kolonien beschr√§nkte Autonomie gew√§hrten. Die Autonomiebestrebungen der britischen und franz√∂sischen Kolonien, die durch den aufkommenden Liberalismus best√§rkt wurden, f√ľhrten nach dem Zweiten Weltkrieg zur v√∂lligen Unabh√§ngigkeit der meisten Kolonien. Portugal hatte sich dagegen bis 1974 kaum von diktatorischen Prinzipien entfernt. Aus der Monarchie erwuchs nach einem kurzen demokratischen Intermezzo eine Diktatur, die mit den Prinzipien des Faschismus versuchte, Portugal wieder als Weltmacht zu etablieren. Die Autonomiebestrebungen in den portugiesischen Kolonien wurden mit Milit√§rgewalt unterdr√ľckt. Am Ende hatte Portugal mehr Soldaten in den afrikanischen Kolonien als im eigenen Land (1974 waren es 80 % der Armee) und die Milit√§rausgaben verschlangen fast 60 % des Staatshaushalts. Erst nach der Nelkenrevolution, die das autorit√§re Regime 1974 beendete, entlie√ü die nun demokratische Regierung ihre afrikanischen Kolonien in die Unabh√§ngigkeit. Die indischen Besitzungen waren bereits in den F√ľnfzigern und Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Indien annektiert worden. Genauso ging es dem Fort S√£o Jo√£o Baptista d'Adjuda, das 1961 von Dahomey besetzt wurde. Die Annexionen wurden erst nach der Nelkenrevolution von Portugal anerkannt. Portugiesisch-Timor (Osttimor) sollte zu dieser Zeit auf die Unabh√§ngigkeit vorbereitet werden, w√§hrend Macao 1976 nur innere Autonomie gew√§hrt wurde, da die Volksrepublik China vor einer √úbernahme die Kl√§rung der Hongkong-Frage verlangte.

In Portugiesisch-Timor kam es zu inneren Machtk√§mpfen und die wachsende Bedrohung durch Indonesien zwang die lokale FRETILIN am 28. November 1975 einseitig die Unabh√§ngigkeit auszurufen. Nur neun Tage sp√§ter wurde Osttimor durch Indonesien besetzt und annektiert. Weder die Unabh√§ngigkeitserkl√§rung noch die Annexion durch Indonesien wurden von Portugal anerkannt. Auch f√ľr die UNO blieb Osttimor portugiesisches Territorium bis zur international anerkannten Unabh√§ngigkeit im Jahr 2002.

In Macao bestand die portugiesische Verwaltung bis zur friedlichen R√ľckgabe an die Volksrepublik China am 20. Dezember 1999. Damit endete die √ľber 500 Jahre alte Kolonialgeschichte Portugals.

Die Folgen f√ľr die Gegenwart

Heute gehören neben Kontinental-Portugal nur noch die beiden Inselgruppen der Azoren und Madeira zum portugiesischen Staatsgebiet. Sie haben inzwischen einen Autonomiestatus.

Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder, dunkelblau: Mitgliedsstaaten; hellblau: Beobachterstatus; rot: Sitz der CPLP

Portugal und die sieben ehemaligen Kolonien, die Portugiesisch als Amtssprache verwenden, sind in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen L√§nder (CPLP) organisiert. Mauritius und √Ąquatorialguinea haben Beobachterstatus, die Volksrepublik China hat ihn f√ľr Macao 2006 beantragt. Seit 2006 finden regelm√§√üig die Jogos da Lusofonia (Lusophonischen Spiele) statt, ein Sportereignis, in dem die portugiesischsprachigen L√§nder und Regionen gegeneinander antreten. Neben den Jogos da Lusofonia-Mitgliedern Macao und den Staaten mit Portugiesisch als Amtssprache, sind √Ąquatorialguinea, Indien und Sri Lanka assoziiert. Ghana, die indonesische Insel Flores und das spanische Galicien, dessen Regionalsprache Galicisch mit dem Portugiesischen verwandt ist, √ľberlegen eine Teilnahme.

Portugal war bereits mit der Unabhängigkeit der Kolonien und verstärkt nach seinem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft Ziel Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien. 2006 lebten 418.000 Ausländer legal in Portugal, davon kamen 68.000 von Kap Verde, 64.000 aus Brasilien, 34.000 aus Angola und 25.000 aus Guinea-Bissau. Die Anzahl der Chinesen, zumeist aus Macao, nimmt immer mehr zu.

In den ehemaligen Kolonien haben Portugiesen auch in der Bevölkerung ihre Spuren hinterlassen. In allen gibt es mit einem unterschiedlichen Bevölkerungsanteil eine Mischbevölkerung mit den jeweiligen einheimischen Ethnien, die Mestiços genannt wird, teilweise gibt es auch eine portugiesische Restbevölkerung. Portugiesische Kreolsprachen werden in Sri Lanka, Malakka sowie auf den Kapverdischen Inseln und Flores gesprochen.

Die Wirtschaft im portugiesischen Kolonialreich

Karte Westafrikas aus dem 16. Jahrhundert

Portugal war vor der Expansion in √úbersee ein √ľberwiegend von der Landwirtschaft gepr√§gtes Land. Nach Beginn der Entdeckungsfahrten errichtete man entlang der afrikanischen K√ľste Handelsposten, von denen aus der Handel mit dem Hinterland betrieben wurde. Festungen sorgten f√ľr die Sicherung der Handelswege und Einflusssph√§ren. 1444 wurde die Companhia de Lagos gegr√ľndet, die das Handelsmonopol f√ľr Afrika erhielt.

Bereits 1441 hatte Ant√£o Gon√ßalves die ersten schwarzafrikanischen Sklaven nach Portugal mitgebracht. Davor hatte man Mauren und die Urbev√∂lkerung der Kanarischen Insel versklavt, was sich aber nicht einfach gestaltete, da beide V√∂lker sehr wehrhaft waren. Bei Schwarzafrikanern war die Jagd leichter. Man fing sie selber, meistens aber wurden sie von maurischen oder schwarzafrikanischen H√§ndlern abgekauft. Vom 1448 gegr√ľndeten Handelsst√ľtzpunkt Arguim (im heutigen Mauretanien) aus, begann ein reger Handel mit Sklaven, der die weiteren Entdeckungsreisen der Portugiesen √ľberhaupt erst finanzierte, da andere Reicht√ľmer bisher nicht gefunden worden waren. Nur die Zuckergewinnung, zum gr√∂√üten Teil auf Madeira, brachte ebenfalls Profite. Schon 1444 trafen 280 Sklaven in der portugiesischen Stadt Lagos ein, davon waren 46 der Gewinnanteil f√ľr Heinrich dem Seefahrer. Um 1450 herum kamen j√§hrlich 700 bis 800 Sklaven nach Portugal. Mit der Entdeckung des Kongoflusses 1482 nahm der Sklavenhandel stark zu. J√§hrlich wurden auf den Sklavenm√§rkten von Lissabon und Lagos 12.000 Menschen verkauft. In dieser Zeit entwickelte sich der Kongo als Hauptlieferant von ‚ÄěEbenholz‚Äú, sp√§ter wurde es Angola. Ein Gro√üteil der Sklaven wurde nach Kastilien, Aragon und den Rest von Europa verkauft. Nur ein Teil blieb in Portugal und wurde dort in der Landwirtschaft (wie zum Beispiel den Zuckerrohrplantagen auf Madeira) oder im Haus eingesetzt. Aus Elmina kam dazu j√§hrlich eine halbe Tonne Gold und mit Guineapfeffer (Afromomum melegueta) aus Westafrika das erste Gew√ľrz. 1493/94 importierte man 1711 Zentner, zwischen 1498 und 1504 dann 2440 Zentner. Weitere Handelsg√ľter wurden Gummiarabikum, Zibetkatzen, Baumwolle und Elfenbein. Eingetauscht wurden diese Waren gegen Weizen, Stoffe, Kleidungsst√ľcke, Korallenketten und Silber. Weitere Gewinne brachte die Fischerei, der Walfang und die Jagd auf Seehunde.[1][2]

Um die Erforschung der fremden Gebiete voranzutreiben wurden 1469 die Handelsrechte an der afrikanischen K√ľste f√ľr insgesamt sechs Jahre an Fern√£o Gomes und 1502 die Nutzungsrechte von Brasilien an Fern√£o de Noronha vergeben. Daf√ľr verpflichteten sich die Gesch√§ftsleute, j√§hrlich eine festgesetzte L√§nge der K√ľste zu erforschen.[1]

Das R√ľckgrat der Wirtschaftsmacht Portugal: Eine Karavelle um das Jahr 1500

Als Vasco da Gama 1498 den Seeweg nach Indien entdeckt hatte, war der Weg zum asiatischen Markt offen. Mit der zweiten Indienreise Vasco da Gamas 1502 war erstmals der Gewinn h√∂her als die Investitionen. Das portugiesische K√∂nigshaus machte einen Gewinn von 400 Prozent.[1] Die arabische und italienische Konkurrenz wurde durch die Besetzung von Gebieten an der Stra√üe von Hormuz und am Golf von Aden ausgeschaltet. Weitere St√§dte wurden an der ostafrikanischen K√ľste und in Indien erobert, ebenso Ceylon und Gebiete in S√ľdostasien. Aus Indien kamen nun diverse Handelsg√ľter nach Portugal: Pfeffer (Piper nigrum), das teuerste Gew√ľrz im Mittelalter (in Lissabon brachte Pfeffer einen Gewinn von 500 Prozent[1]), Ingwer, Gew√ľrznelken, Muskat, Kampfer, Borax, Wermut, Kardamom, Kurkuma, Abelmoschus, Opium, Sarsaparille und Aloe. Ceylon steuerte Zimt bei, der als Tribut den lokalen Herrschern f√ľr Schutzvereinbarungen abgepresst wurde. Mit Erreichen der Gew√ľrzinseln erhielt Portugal die Kontrolle √ľber die Produktionsst√§tten von Gew√ľrzen, wie Gew√ľrznelken von den Molukken und Muskat von den Bandainseln.

Von Afrika aus begann der Handel mit Sklaven nun auch nach Arabien und Amerika. Andere Handelsg√ľter waren Elfenbein, Gold, Diamanten und Edelh√∂lzer, wie Brasilholz aus S√ľdamerika und Sandelholz, das von Timor nach China exportiert wurde, wo Portugal Mitte des 16. Jahrhunderts Handelsposten errichtete. Da es sowohl Chinesen, als auch Japanern verboten war ihr Land zu verlassen, betrieb Portugal √ľber Nagasaki in der Epoche des Nanban-Handels (1571‚Äď1638) den Handel zwischen den beiden Reichen und brachten im Tausch gegen Silber Seide und auch Feuerwaffen nach Japan. In Brasilien begann man bereits im 16. Jahrhundert mit dem Aufbau von Zuckerrohrplantagen. Waren hier zuerst Indianer als billige Arbeitskr√§fte eingesetzt worden, ersetzte man diese bald durch afrikanische Sklaven, die weniger anf√§llig f√ľr europ√§ische Krankheiten waren. 1649 wurde die Allgemeine Gesellschaft des Brasilienhandels (Companhia Geral do Com√©rcio do Brasil) gegr√ľndet, die weitreichende Handelsmonopole in Brasilien hatte. Sie sollte bis 1720 existieren. Ab dem 19. Jahrhundert wurde auch Kaffee in den Kolonien angebaut (Brasilien 1805, Portugiesisch-Timor 1815).

W√§hrend der Personalunion mit Spanien (1580‚Äď1640) wurden die Portugiesen immer mehr durch Spanier in ihren Handelsgebieten bedr√§ngt. Portugal drohte zu einer einfachen spanischen Provinz abzusteigen. Dazu verdr√§ngten Perser, Araber aus dem Oman sowie die Niederlande und England, die mit Spanien im Krieg waren, Portugal immer mehr aus ihren Kolonien. Nach der Befreiung von der spanischen Herrschaft musste Portugal weitere Verluste durch die Niederlande hinnehmen, so in Indien, S√ľdostasien und an der Goldk√ľste. Aus Brasilien konnten die Holl√§nder wieder vertrieben werden, jedoch ging der lukrative Handel zwischen Japan und China nach dem Shimabara-Aufstand an die Niederlande verloren. Der Oman vertrieb Portugal nicht nur aus dem Nahen Osten, auch ein Gro√üteil der Ostk√ľste Afrikas und der damit verbundene Sklavenhandel ging verloren.

Schon in der zweiten H√§lfte des 17. Jahrhunderts √ľberschwemmte englischer Zucker aus Jamaika und Barbados und Tabak aus Virginia den Markt und lie√ü die Preise f√ľr diese portugiesischen Exportg√ľter aus Brasilien in den Keller fallen. England erhielt durch mehrere Vertr√§ge freie Handelsrechte in Portugal und seinen Kolonien, w√§hrend portugiesische H√§ndler durch englische Steuern dort benachteiligt wurden. Zwar wurde Ende des 17. Jahrhunderts ein Importverbot f√ľr Wollstoffe erwirkt, um den einheimischen Markt zu sch√ľtzen, doch 1703 wurde zwischen England und Portugal der Methuenvertrag geschlossen. Er sah vor, dass England wieder ohne Hindernisse Textilien nach Portugal und dessen Kolonien exportieren durfte, w√§hrend Portugal f√ľr seine Weinexporte geringere Steuern in England zahlen musste, als die franz√∂sische Konkurrenz. Zwar wurde dadurch die Portweinproduktion im Norden des Mutterlandes gef√∂rdert, die gerade beginnende heimische Textilproduktion ging aber zu Grunde, was sp√§ter auch die industrielle Revolution in Portugal verz√∂gerte. Das Handelsdefizit Portugals gegen√ľber England versuchte man mit Gold und Diamanten aus Brasilien zu finanzieren. Die Zahlungen stiegen von 447.347 Pfund Gold (1741) auf 1.085.558 Pfund Gold (1760).[8]

Die Zerst√∂rung der Hauptstadt Lissabon durch das Erdbeben von 1755 lie√ü Portugal endg√ľltig auf die hinteren Pl√§tze der Wirtschaftsm√§chte Europas zur√ľckfallen. Im Konkurrenzkampf mit den anderen Kolonialm√§chten hatte Portugal immer √∂fter das Nachsehen. In den Napoleonischen Kriegen versuchte Frankreich dreimal das portugiesische Mutterland zu besetzen. Die beginnende Industrialisierung kam zum Erliegen. Das Land wurde durch die Taktik der verbrannten Erde, die sowohl Franzosen als auch Engl√§nder angewandt hatten, verw√ľstet. Zwischen 1810 und 1820 wurde Portugal de facto selbst zum Protektorat von Gro√übritannien. Als 1822 die mittlerweile wichtigste Kolonie Brasilien die Unabh√§ngigkeit erlangte, war das Ende der Wirtschaftsmacht besiegelt.

Sklaverei in Brasilien. Gemälde von Jean-Baptiste Debret (1768-1848).

Bereits 1807 verbot Gro√übritannien den Sklavenhandel und bek√§mpfte von da an auch aktiv den Sklavenhandel anderer europ√§ischer Staaten. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurden Sklaverei und Sklavenhandel ge√§chtet. In Portugal und seinen Kolonien wurde die Sklaverei endg√ľltig 1869 abgeschafft.

Die Kolonien entwickelten sich immer mehr zum Verlustgesch√§ft. So war Portugal nicht in der Lage Mosambik zu erschlie√üen, weswegen man 1891 fast ein Drittel des Landes an die britischen Firmen Mozambique Company und Niassa Company verpachtete. Die Folge war, dass die Kolonie praktisch von britischen und s√ľdafrikanischem Kapital beherrscht wurde und das britische Pfund weiter verbreitet war als der portugiesische Escudo. Im Angola-Vertrag vereinbarten Deutschland und Gro√übritannien am 30. August 1898 eine gemeinsame Anleihe, f√ľr welche die portugiesischen Kolonien als Pfand vorgesehen waren. Im Falle der erwarteten Zahlungsunf√§higkeit Portugals sollten Angola, Nordmosambik und Portugiesisch-Timor[8] an Deutschland, S√ľdmosambik an Gro√übritannien fallen. Bereits 1899 wurde der Vertrag aber durch die Verl√§ngerung der britischen Schutzgarantie f√ľr Portugal und all seine Besitzungen unterlaufen. Der Erste Weltkrieg rettete schlie√ülich Portugals Kolonien vor weiteren deutschen Expansionsbestrebungen in Afrika.

Die Verwaltung der Kolonien

Francisco de Almeida, der erste portugiesische Vizekönig von Indien
Capitanías Hereditarias in Brasilien im Jahr 1534

Da die Entfernungen zwischen Portugal und den indischen Besitzungen zu gro√ü waren, um sie effektiv von Portugal aus verwalten zu k√∂nnen, richteten die Portugiesen den Estado da √ćndia ein, unter der Regentschaft eines vom portugiesischen Monarchen ernannten Gouverneurs bzw. Vizek√∂nigs, der weitreichende Vollmachten besa√ü. Im Gegensatz zum spanischen Kolonialreich war die Amtsbezeichnung des Vizek√∂nigs jedoch nur ein Titel, der sporadisch an Personen mit gro√üen Verdiensten verliehen wurde. So wurde nicht jeder Gouverneur des Estado da √ćndia automatisch zum Vizek√∂nig erhoben. Beispielsweise Afonso de Albuquerque (‚ÄěAfonso der Gro√üe‚Äú), der den eigentlichen Grundstein des portugiesischen Kolonialreiches in Asien und Afrika legte, blieb nur Gouverneur. Hauptstadt wurde Goa an der Westk√ľste Indiens. Von hier aus wurden die Besitzungen im Nahen Osten, in S√ľdostasien, China, Japan und Ostafrika verwaltet.

Die brasilianische K√ľste teilte K√∂nig Johann III. im 16. Jahrhundert in 15 Capitan√≠as Hereditarias ein und vergab diese an Adlige und Personen aus dem Mittelstand. 1549 wurde S√£o Salvador da Bah√≠a de Todos os Santos, das heutige Salvador da Bahia, zur Hauptstadt aller Capitan√≠as und ein Generalgouverneur eingesetzt.

Angola (Portugiesisch-Westafrika) wurde 1575 zur Kolonie erkl√§rt und 1589 zur Kronkolonie erhoben. Die Kap Verdischen Inseln bildeten schon 1495 mehrere Kronkolonien, die 1587 zu einer einzigen vereinigt wurden. Cacheu an der Westafrikanischen K√ľste wurde 1640 zur Capitan√≠a. Von ihr wurde 1696 Bissau als eigenst√§ndige Capitan√≠a abgetrennt und 1753 als separate Kolonie unter die Oberhoheit von der Kronkolonie der Kap Verden gestellt.

Ab 1702 hatte Timor einen eigenen Gouverneur, der zun√§chst in Lifau, sp√§ter in Dili residierte und f√ľr die gesamten Besitzungen auf den Kleinen Sundainseln die Verantwortung hatte. Zuvor hatte der jeweilige zust√§ndige Generalkapit√§n diese Aufgaben √ľbernommen. Die Oberhoheit Goas blieb bestehen.

1714 wurde Brasilien zum Vizek√∂nigreich erhoben und 1763 die Hauptstadt in den wirtschaftlich aufstrebenden S√ľden nach Rio de Janeiro verlegt. Die indischen Besitzungen erhielten 1757 das Recht, Abgeordnete in das portugiesische Parlament zu entsenden.

Das seit 1569 einem Generalkapitän unter der Oberhoheit Goas unterstellte Mosambik (Kolonie unter Goa seit 1609), wurde 1752 zur Kolonie direkt unter der Herrschaft Portugals.

Nachdem die portugiesische K√∂nigsfamilie vor Napoleon aus Lissabon fliehen musste, wurde Rio de Janeiro zum Regierungssitz des Reiches. Brasilien erhielt 1815 den Status eines K√∂nigreichs, das in Personalunion mit Portugal gemeinsam regiert wurde. Als Brasilien sp√§ter diesen Rang verlieren und Portugal wieder untergeordnet werden sollte, erkl√§rte Peter I. die Unabh√§ngigkeit von Portugal.

1844 wurde Macao zur eigenst√§ndigen √úberseeprovinz (prov√≠ncia ultramarina) erkl√§rt, mit Oberhoheit √ľber die s√ľdostasiatischen Besitzungen, doch schon 1883 wurden Macao und das als letzte Besitzung im Indonesischen Archipel verbliebene Portugiesisch-Timor, wieder mit dem Estado da √ćndia zusammen gelegt und von Goa aus verwaltet.

Bissau und Cacheu wurden 1879 als Kolonie Portugiesisch-Guinea wieder vereinigt. 1883 wurde Cabinda (Portugiesisch-Kongo) zum Protektorat Portugals. 1932 wurde Cabinda der Oberhoheit Angolas unterstellt, ab 1934 galt es als abhängiges Territorium von Angola. 1946 wurde Cabinda wieder als eigenständiger Distrikt wiederhergestellt, der bis 1975 bestehen blieb. Cabinda rief einseitig eine unabhängige Republik aus, die von Portugal nicht anerkannt wurde, und wurde schließlich von Angola annektiert.

Da ab 1822 offiziell die Kolonien und das Mutterland gleichgestellt waren, erfolgte die Verwaltung nun durch die jeweiligen Ministerien in Lissabon. Folge war allerdings, dass die Kolonien st√§ndig benachteiligt wurden. Ab 1835 war daher das Marineministerium f√ľr die Verwaltung der Kolonien verantwortlich, ab 1851 √ľbernahm das neu gegr√ľndete Ministerium f√ľr √úberseeische Gebiete (Conselho Ultramarino) die Aufgabe. Das wurde aber 1868 aus Geldmangel wieder aufgel√∂st und die Verwaltung ging wieder an das Marineministerium. Die Gouverneure der Kolonien wurden in ihrer Entscheidungsfreiheit beschr√§nkt. S√§mtliche Angelegenheiten mussten mit der Administration in Lissabon abgestimmt werden.[8]

1946 erhielt Portugiesisch-Indien die Bezeichnung √úberseeprovinz, die ab 1951 auch f√ľr die anderen portugiesischen Kolonien verwendet wurde. Man wollte auf diese Weise nicht mehr als Kolonialmacht gelten, sondern als ‚Äěmultiethnische und plurikontinentale Nation‚Äú (Na√ß√£o Multirracial e Pluricontinental), deren √úberseeprovinzen ein integrierter und nicht abtrennbarer Teil sind. Auch die Bezeichnung Portugiesisches Kolonialreich (Imp√©rio Colonial Portugu√™s) wurde nicht mehr verwendet. Wirkliche Unterschiede in der Verwaltung ergaben sich daraus nicht, aber die portugiesischen Kolonien erhielten das Recht auf eine Vertretung im Parlament von Lissabon. Zudem wurden Macao und Portugiesisch-Timor eigenst√§ndige √úberseeprovinzen ohne Oberhoheit von Goa. Wenige Jahre sp√§ter gingen die portugiesischen Territorien in Indien und Ajud√° in Westafrika verloren.

Anfang der 1970er gab es erneut kleinere Reformen, Mosambik und Angola wurden 1971 zum Staat (estado) innerhalb Portugals ernannt. Die Einwohner Portugiesisch-Timors erhielten 1972, mit der Umwandlung der √úberseeprovinz zu einer autonomen Region, eine eingeschr√§nkte portugiesische Staatsb√ľrgerschaft. Die Nelkenrevolution brachte schlie√ülich die meisten Besitzungen Portugals auf den Weg zur Unabh√§ngigkeit. Nach kurzen √úbergangsverwaltungen wurden die afrikanischen Gebiete in die Unabh√§ngigkeit entlassen. Die Annexionen einzelner portugiesischer Besitzungen durch Indien und Dahomey wurden anerkannt.

Kurz nachdem sich Portugiesisch-Timor 1975 einseitig f√ľr unabh√§ngig erkl√§rt hatte, wurde es von Indonesien besetzt. Da die Besatzung international nie anerkannt wurde, blieb Osttimor offiziell bis zur Entlassung in die Unabh√§ngigkeit 2002 portugiesisches Territorium.

Macao wurde 1976 offiziell zum Chinesischen Territorium unter portugiesischer Verwaltung erkl√§rt und der Besitzung innere Autonomie gew√§hrt wurde. Der Volksrepublik China wurden nach und nach immer mehr Rechte zum Einspruch √ľberlassen, bis Macao 1999 endg√ľltig an China zur√ľckgegeben wurde.

Die ehemaligen Kolonien und St√ľtzpunkte Portugals

Afrika

Heinrich der Seefahrer bei der Eroberung von Ceuta 1415. Phantasievolle Historiendarstellung von Jorge Colaço (1864-1942) auf Wandfliesen in der Vorhalle des Bahnhofs Porto São Bento

Afrika war das erste Ziel der Expansionsbestrebungen Portugals. Was zuerst mit einer Weiterf√ľhrung der Reconquista in Marokko begann, wurde unter der F√ľhrung von Heinrich dem Seefahrer zu einer gezielten Erforschung der afrikanischen K√ľste mit dem Seeweg nach Indien als Endziel. Diesen sicherten St√ľtzpunkte, die wie eine Perlenkette entlang der afrikanischen K√ľste aufgebaut oder erobert wurden. Au√üerdem dienten sie als Handelsposten mit dem Landesinneren f√ľr Gold, Elfenbein und Sklaven. Die Sklaverei wurde in Portugal und seinen Kolonien 1869 beendet. Die Eigentumsrechte f√ľr die Westk√ľste Afrikas wurde den Portugiesen bereits 1454 von Papst Nikolaus V. zugesprochen.[1] An der Ostk√ľste Afrikas wurden die Portugiesen durch die Araber aus dem Oman zur√ľckgedr√§ngt und die anderen Gro√üm√§chte Europas √ľbernahmen nach und nach die Einflussbereiche Portugals, das mit seiner kleinem Bev√∂lkerung nicht dauerhaft das weitl√§ufige Reich halten konnte. Dazu kam noch die Zeit der Personalunion mit Spanien, die Portugal zeitweise zu einer Provinz degradierte. In Afrika blieben bis ins 20. Jahrhundert nur einige kleine Kolonien √ľbrig, die nach verlustreichen Kolonialkriegen und der Nelkenrevolution von 1974 schlie√ülich in die Unabh√§ngigkeit entlassen wurde. Da diese nicht ausreichend vorbereitet wurde, f√ľhrte sie in mehreren F√§llen zu Chaos, Diktatur und B√ľrgerkrieg unter deren Folgen die ehemaligen Kolonien noch heute leiden. Sie geh√∂ren mit zu den √§rmsten L√§ndern der Welt.

Marokko

Siehe auch: Portugal unter dem Hause Avis, Ferdinand von Avis

Portugiesische Fort in Mogador, dem heutigen Essaouira

1415 erobert Portugal w√§hrend der Reconquista die Hafenstadt Ceuta von den Mauren. Dies wurde der erste St√ľtzpunkt Portugals in Afrika. 1437 scheiterten die Portugiesen dabei, Tanger zu erobern, so dass sie ihre Pl√§ne, auch Tunis und Kairo anzugreifen, begraben mussten.[1] Auch 1458 gelang es ihnen nicht, die Stadt einzunehmen, doch 1471 wurde Tanger schlie√ülich erobert. Die heutige marokkanische Region Tanger-T√©touan um das Kap Spartel erhielt den Namen Algarve ultramar (Algarve jenseits des Meeres). Um 1520 beherrschte Portugal schlie√ülich nahezu alle Hafenst√§dte Marokkos am Atlantik. Die meisten wurden aber zwischen 1541 und 1550 aus wirtschaftlichen Gr√ľnden aufgegeben. Die st√§ndigen Angriffe der Mauren machte die St√§dte unrentabel. 1578 versuchte K√∂nig Sebastian I. entgegen allen Ratschl√§gen mit einem gro√üen Heer ganz Marokko zu erobern und sich selbst zum Christlichen Kaiser des Maghrebs zu machen. Am 4. August 1578, dem ‚ÄěTag der Schande‚Äú wurde das portugiesische Heer bei der Schlacht von Alc√°cer-Quibir vernichtend geschlagen. Von 17.000 portugiesischen Soldaten kehrten nur 60 nach Lissabon zur√ľck. Auch der K√∂nig fiel. Nach der Befreiung Portugals aus der Personalunion mit Spanien (1580‚Äď1640) verblieb Ceuta mit der Isla Perejil als einzige portugiesische Kolonie nach dem Frieden von Lissabon 1668 bei Spanien. Tanger wurde 1661 zusammen mit Bombay als Mitgift f√ľr Katharina von Braganza an den englischen K√∂nig Karl II. (England) gegeben. 1769 gab Portugal mit Mazag√£o (heute El Jadida), seine letzte Stadt in Marokko auf. Die Bev√∂lkerung wurde nach Brasilien evakuiert, wo sie den Ort Nova Mazag√£o im heutigen Bundesstaat Amap√° gr√ľndete.

Marokko
Alc√°cer Ceguer (Alcazarquivir, El Qsar es Seghir, al-Qasr al-Kabir) 1458 1550 1458 erobert[1], 1550 aufgegeben aus √∂konomischen Gr√ľnden
Arzila (Asilah) 1471 1589 1471 erobert, 1541 aufgegeben aus √∂konomischen Gr√ľnden, 1577 wieder portugiesisch, 1589 wieder verloren
Azamor (heute Azemmour) 1486 1541 1486 Vasall Portugals und tributpflichtig, 1508 nach Aufstand durch Portugal erobert, 1513 erneut nach Unterlassung der Tributzahlung erobert, 1541 von Portugal aus √∂konomischen Gr√ľnden aufgegeben
Ceuta 1415 1668 1415 durch Portugal erobert, 1437 soll Portugal nach einem gescheiterten Versuch Tanger zu erobern auf Ceuta verzichten, tut es aber nicht, 1640 befreit sich Portugal aus der Personalunion mit Spanien und verzichtet 1668 zu Gunsten Spaniens auf Ceuta als Kolonie
Mazag√£o (Mazagan, heute El Jadida) 1502 1769 1502 von Portugal erobert, 1506 Ausbau zur Hafenfestung, 1541 wurden die Befestigungsanlagen neu errichtet, 1562 Angriff der Mauren abgewehrt, 1769 von Portugal aufgegeben
Mogador (Essaouira) 1506 1525 1506 Bau des Forts Castelo Real de Mogador, 1525 von den Marokkanern erobert
Safim (Safi) 1488 1541 1488 Gr√ľndung als portugiesischer Handelsposten, 1541 aus √∂konomischen Gr√ľnden aufgegeben
Santa Cruz do Cabo de Gu√© (Agadir) 1505 1541 1505 als portugiesischer Handelsposten gegr√ľndet, 1541 von den Wattasiden erobert
Tanger 1471 1661 1437 und 1458 Versuch Portugals Tanger zu erobern scheitert, 1471 Portugal erobert Tanger, 1661 als Mitgift an England

Zwischen Marokko und der Goldk√ľste

Siehe auch: Geschichte von Guinea-Bissau, Geschichte von Kap Verde, Liste der historischen portugiesischen Handelsstationen in Gambia

Fahnenappell der PAIGC-Rebellen 1974

Heinrich der Seefahrer organisierte mehrere Expeditionsfahrten entlang der afrikanischen K√ľste, mit dem Ziel den Seeweg nach Indien zu entdecken. 1434 umrundeten die Portugiesen das gef√ľrchtete Kap Bojador und erreichten sie 1445 Kap Verde, 1448 wurden die Faktorei und die Festung von Arguim gebaut, die zu einem wichtigen Handelsplatz f√ľr Sklaven wurde. 1455 erforschten die Italiener Antoniotto Usodimare und Alvise Cadamosto f√ľr Portugal den Gambiafluss. 1456 entdeckte Cadamosto die √∂stlichen Kapverdischen Inseln. Einige Historiker schreiben die Entdeckung zwar dem Genuesen Ant√≥nio da Noli zu, diese Version gilt aber inzwischen als widerlegt.[1] 1461 entdeckte Diogo Afonso auch die westlichen Inseln des Archipels. Im selben Jahr errichtete da Noli, als erster Gouverneur der Kapverden, kleine Milit√§rstationen auf der Insel Santiago und Fogo und 1462 die erste Siedlung Ribeira Grande (heute: Cidade Velha) im S√ľden Santiagos, die erste permanent bewohnte europ√§ische Siedlung in den Tropen. Die ersten Siedler waren portugiesische Exilanten und begnadigte Straft√§ter, fl√§mische und genuesische Abenteurer, sowie sephardische Juden von der iberischen Halbinsel. Bis 1480 war die gesamte K√ľste von Guinea bekannt. 1487 wurde eine Faktorei in Oden (Ouad√Ęne) aufgebaut, einem Knotenpunkt der Karawanenrouten etwa 550 km landeinw√§rts im heutigen Mauretanien. 1532 erhielt Ribeira Grande das Stadtrecht und ein eigenst√§ndiges Bistum f√ľr Kap Verde wurde errichtet. Von hier aus begann die Missionierung Westafrikas. 1614 wurde die Kolonie Cacheu und 1753 die Kolonie Bissau auf dem Festland gegr√ľndet, die bis zu ihrer Vereinigung als Kolonie Portugiesisch-Guinea 1879 unter der Oberhoheit von Kap Verde stand. Teile der von Portugal beanspruchten Gebiete auf dem Festland wurden von Frankreich annektiert. Erst 1915 konnte Portugal die bis dato unabh√§ngigen St√§mme unterwerfen. In den 1940er Jahren hatte Bissau, seit 1941 Hauptstadt Portugiesisch-Guineas, eine gewisse Bedeutung als Ausweichflughafen f√ľr den Panamerican-Clipper. W√§hrend des Estado Novo erlangte Kap Verde eine traurige Ber√ľhmtheit durch das Konzentrationslager Tarrafal auf der Insel Santiago, in dem viele Aufst√§ndische aus den Kolonien und Regimekritiker aus dem Mutterland inhaftiert waren. Ab 1963 w√ľtete in Portugiesisch-Guinea ein Unabh√§ngigkeitskrieg, in dem es den Aufst√§ndischen gelang einen Gro√üteil des Landes unter ihrer Kontrolle zu bringen und eine provisorische Regierung aufzubauen. Am 24. September 1973 erkl√§rte die PAIGC die Unabh√§ngigkeit Guinea-Bissaus und Kap Verdes als gemeinsamer Staat, doch erst 1974 wurde Guinea-Bissau als erste √úberseeprovinz nach der Nelkenrevolution endg√ľltig unabh√§ngig. Kap Verde erkl√§rte 1975 seine Unabh√§ngigkeit, getrennt von Guinea-Bissau.

Zwischen Marokko und der Goldk√ľste
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Arguim 1448[1] 1633 1448 Bau einer portugiesische Festung (andere Quelle: 1440/1455), 1461 Bau einer Festung, 1633 an die Niederlande verloren (heute Mauretanien)
Kapverdische Inseln 1456/61 1975 1456 (Ostteil) und 1461 (Westteil) entdeckt, ab 1462 besiedelt, 1975 in die Unabhängigkeit entlassen
Oden (Ouad√Ęne) 1487 16. Jhr. 1487 portugiesische Faktorei eingerichtet, im 16. Jahrhundert wieder verfallen
Portugiesisch-Guinea (heute Guinea-Bissau) 1614 1974 1446 Ankunft von Nuno Trist√£o, 1614 Gr√ľndung der Kolonie Cacheu, 1753 Gr√ľndung der Kolonie Bissau, 1879 Vereinigung der beiden Kolonien zu Portugiesisch-Guinea, bis 1915 Eroberung des Hinterlandes, 1974 in die Unabh√§ngigkeit entlassen
Ziguinchor (heute im Senegal) 1645 1888 1645 von Portugiesen gegr√ľndet, 1888 an Frankreich verloren

Portugiesische Goldk√ľste

Siehe auch: Geschichte Ghanas, Geschichte Elminas, Historische Forts von Ghana

Fort S√£o Jorge da Mina in Elmina

Unter Afonso V. ‚Äěder Afrikaner‚Äú (1443‚Äď1481) erforschte Portugal den Golf von Guinea bis zum Kap St. Katherina. 1471 befuhren die Portugiesen unter Jo√£o de Santar√©m und Pedro und P√™ro Escobar erstmals die Goldk√ľste. Unter Johann II. (1481‚Äď1495) wurde dort 1482 die erste Festung S√£o Jorge da Mina durch Diogo de Azambuja angelegt, die zum Hauptst√ľtzpunkt Portugals in Westafrika bis 1637 wurde. Die portugiesischen St√ľtzpunkte dienten mehr als Handelszentren, denn als Ausgangspunkte f√ľr gro√ür√§umige Eroberungen. Vor allem der Gold-, Elfenbein- und Sklavenhandel florierte. Die Eink√ľnfte der Krone verdoppelten sich auf einen Schlag. Durch die Entdeckung und Kolonisierung Amerikas erlebte besonders der Sklavenhandel, der zuvor haupts√§chlich von arabischen Staaten betrieben worden war, einen Aufschwung. Schon 1553 stieg England in das lukrative Gesch√§ft ein und kurz darauf folgten andere europ√§ische Nationen: Schweden, D√§nemark, die Niederlande, Brandenburg und Frankreich, die ihrerseits St√ľtzpunkte errichteten. Im 17. Jahrhundert gingen die portugiesischen Besitzungen an der Goldk√ľste an die Niederlande verloren. 1690 endete schlie√ülich die Zeit der Portugiesen im heutigen Ghana.

Portugiesische Goldk√ľste
Accra 1557 1578 Portugiesische Festung, von Einheimischen niedergebrannt
Fort Duma 1623 1636 an der M√ľndung des Ankober (Rio da Cobra)
Fort St. Antonio in Axim 1500 (1502?) 1642 1500 (1502?) portugiesische Faktorei, 1514 von Einheimischen zerstört, 1515 erneut portugiesische Faktorei, 1541 Rekonstruktion, 8. Februar 1642 von Niederländern eingenommen
Fort San Sebastian in Shama (Samma) 1526 1600 1526 portugiesisch; bis 1558 englisch; ab 1558 portugiesisch; 1590 Beginn des Fortbaus, 1600 wieder aufgegeben, zwischen 1600 und 1640 französisch (?), 1640 an die Niederlande verloren
Fort S√£o Jorge da Mina (St. George¬īs Castle oder Elmina Castle) in Elmina (El Mina) 1482 1637 1482 Bau des portugiesischen Forts, 1486 S√£o Jorge da Mina erh√§lt das Stadtrecht, 1540er Rekonstruktion des Forts, 1596, 1606, 1607, 1615, 1625 erfolglose Angriffe der Niederl√§nder, 1637 durch die Niederlande erobert
Cape Coast Castle (Fort Carolusburg, Fort Karlsborg) in Cape Coast hist. Ogua (Ugw√†) 1637 vor 1637 portugiesischer St√ľtzpunkt, 1638 niederl√§ndisch
Fort Dom Pedro in Anashan 1683 1690 1640 britisch, 1683‚Äď1690 portugiesisch (nachdem diese Fort Car√° wieder ger√§umt hatten)
Fort Car√° (heutiges Osu Castle (Osu, Ossu,Ursue)) 1558 1683 1558 portugiesische Lodge, 1576 von Einheimischen zerst√∂rt, 1580 franz√∂sisch, 1583 portugiesisch, sp√§ter jedoch wieder aufgegeben, 1650 schwedisch, 1652 Festungsbau von Schweden begonnen, 1658 d√§nisch, 1659 niederl√§ndisch, 1661 d√§nisch (nach offiziellen Abkauf von den Portugiesen), 1679‚Äď1683 portugiesisch (Der d√§nische Kommandant verkaufte das Fort wieder an die Portugiesen.), 1683 unter Kontrolle der lokalen Akwamu

Zwischen der Goldk√ľste und dem Kap der Guten Hoffnung

Siehe auch: Geschichte Angolas, Geschichte São Tomés und Príncipes

Portugiesische Festung auf São Tomé
Portugiesische Truppen im Kolonialkrieg in Angola

1471 wurde S√£o Tom√© von Jo√£o de Santar√©m entdeckt, 1472 Principe und 1474 durch Lobo Gon√ßalves der √Ąquator √ľberschritten. 1482 gelangte Diogo C√£o an die M√ľndung des Kongo. 1485 fuhr Diogo C√£o auf einer zweiten Reise erneut zum Kongo und nahm dort mit dem Mani-Kongo, dem Herrscher des Kongoreichs Kontakt auf. Der Herrscher lie√ü sich zum Christentum bekehren, die Portugiesen bauten im Gegenzug dazu Kirchen und Schulen. Allerdings lehnten einige kongolesische Adlige die Forderung der Missionare ab, die Polygamie abzuschaffen. Es kam zur Revolte, zwar schwor der vorige K√∂nig wieder vom Christentum ab, aber er wurde von seinem Vetter 1507 gest√ľrzt, der selbst 1491 getauft worden war. Seine Dynastie beherrschte den Kongo bis sie im 18. Jahrhundert durch die Portugiesen gest√ľrzt wurde.

1488 erreichte Bartolomeu Dias das Kap der Guten Hoffnung. Ab 1491 breitete Portugal seine Einflusssph√§re auf die Region s√ľdlich der Kongo-M√ľndung aus und begann mit der Missionierung der Einheimischen. 1520 bis 1526 erforschten die Portugiesen Baltasar de Castro und Manuel Pacheco den Kongofluss. 1576 gr√ľndeten die Portugiesen Luanda. 1641 bis 1648 besetzten die Niederl√§nder Angola. Dort konnten sie sich nicht halten, doch 1652 gelang es den Niederl√§ndern sich am Kap der Guten Hoffnung festzusetzen. 1721 baute Portugal das Fort S√£o Jo√£o Baptista d'Ajud√° um sich nochmals am Golf von Guinea zu etablieren, nachdem die St√ľtzpunkte an der Goldk√ľste ebenfalls an die Niederlande verloren gegangen waren. Allerdings konnte man nur noch die n√§chste Umgebung unter seine Kontrolle bringen. Lediglich als regionales Zentrum des Sklavenhandels spielte S√£o Jo√£o Baptista d'Ajud√° im 18. Jahrhundert eine gewisse Rolle. Am 10. September 1885 schlo√ü Portugal jedoch im Hinterland von S√£o Jo√£o Baptista d'Ajud√° einen Vertrag mit dem K√∂nigreich Dahomey, durch welchen Portugal Anfang 1886 das Protektorat √ľber dessen gesamte K√ľste √ľbernahm.[9] 1892 fiel Dahomey jedoch an Frankreich. Ebenso scheiterten 1885 Portugals Anspr√ľche auf das gegen√ľberliegende Belgisch-Kongo am Einspruch Deutschlands und 1890 musste Lissabon auf britischen Druck hin auf die Verbindung Angolas und Mosambiks zu einem geschlossenen s√ľdafrikanischen Kolonialreich verzichten. Am 1. August 1961 besetzte das gerade erst unabh√§ngig gewordene Dahomey, das heutige Benin, S√£o Jo√£o Baptista d'Ajud√°. Der Aufstand nationaler Kr√§fte in Angola, der im Fr√ľhsommer 1959 begann, wurde 1964 blutig niederschlagen. Ein weiterer von der marxistischen MPLA angef√ľhrter bewaffneter Aufstand 1972 wurde 1973 brutal niedergeschlagen. Erst nach der Nelkenrevolution in Portugal 1974 erhielten Angola und S√£o Tom√© und Pr√≠ncipe die Unabh√§ngigkeit. Cabinda wurde von Angola annektiert, obwohl es urspr√ľnglich ein eigener Staat werden sollte. Kurz darauf st√ľrzte Angola in einen jahrzehntelangen B√ľrgerkrieg.

Zwischen der Goldk√ľste und dem Kap der Guten Hoffnung
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Angola, auch Portugiesisch-Westafrika 1575 1975 1483 landet der portugiesische Seefahrer Diogo C√£o in der Region, 1576 Gr√ľndung der Hauptstadt Luanda, 1484 Besetzung des K√ľstenstreifens, 1641‚Äď1648 niederl√§ndische Zwischenherrschaft, danach wieder portugiesisch, 1840 Gr√ľndung von Mo√ß√Ęmedes, 1886 Gebiet zwischen Kunene und Kubango portugiesisch, 1891 Gebiet zwischen Kubango und Kassai portugiesisch, 1894 Luanda (Nordost) portugiesisch, 1975 in die Unabh√§ngigkeit entlassen
Annob√≥n 1474 1778 1474 entdeckt und besiedelt, 1778 an Spanien abgetreten (heute: √Ąquatorialguinea)
Benin 1486 1852 Gr√ľndung einer portugiesischen Faktorei durch Afonso de Aveira, 1852 britisches Protektorat (heute in Nigeria)
Fernando P√≥ (Bioko) 1474 1778 1472/73 entdeckt, 1474 in Besitz genommen, 1642‚Äď1648 von den Niederlanden besetzt, 1778 an Spanien abgetreten (heute: √Ąquatorialguinea)
Portugiesisch-Kongo (Cabinda) 1883 1975 Schlacht von Ambuila am 29. Oktober 1665: Portugal gewinnt die Kontrolle √ľber die Region, seit 1883 Protektorat, ab 1956 unter einem gemeinsamen Generalgouverneur mit Angola, 1975 sollte Cabinda als eigener Staat unabh√§ngig werden, wurde aber von Angola annektiert.
Ouidah mit dem Fort S√£o Jo√£o Baptista d'Ajud√° 1680 1961 1680 Bau einer Festung, kurz darauf wieder aufgegeben, 1721 Festung S√£o Jo√£o Baptista de Ajud√° neu aufgebaut, 1727 Stadt von K√∂nig Dossou Agadja von Dahomey erobert, 1728 wieder portugiesisch, 1822 brasilianisch, nachdem Brasilien 1844 die Festung aufgibt, wieder portugiesisch, doch auch Portugal gibt 1858 die Festung auf, 1861 Dahomey schenkt die Festung Frankreich, 1865 Portugal fordert erfolgreich die Festung zur√ľck, 1961 von Dahomey annektiert, 1975 Annexion durch Portugal anerkannt
Rio Muni 1778 nur Handelsrechte zwischen dem Niger und dem Fluss Ogooue, an Spanien abgetreten (heute: √Ąquatorialguinea)
S√£o Tom√© und Pr√≠ncipe 1471/72 1975 zwischen 1469 und 1471 Entdeckung S√£o Tom√©s, 1472 Entdeckung Principes, 1493 erste erfolgreiche Siedlung, 1500 erste Siedlung auf Principe, 1641‚Äď1648 holl√§ndisch besetzt, 1648 franz√∂sisch besetzt, 1975 in die Unabh√§ngigkeit entlassen

Ostafrika

Siehe auch: Geschichte Mosambiks

Fort Jesus in Mombasa/Kenia
Ilha de Moçambique
Portugiesische Soldaten im Kolonialkrieg in Mosambik

Nach der Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung war der Weg in den Indischen Ozean offen. Vasco da Gama fuhr 1498 entlang der afrikanischen K√ľste, die bisher zur Einflusssph√§re der Araber geh√∂rte, nach Norden Richtung Indien. Unterwegs schloss er einen Pakt mit der Stadt Melinde. Die Taktik der Portugiesen bestand in den folgenden Jahren darin, dass sie mit schwer bewaffneten Schiffen in die H√§fen fuhren und vom dortigen Herrscher verlangten, dass er sich zum Untertan der Portugiesen mache. Wurde diese Forderung nicht erf√ľllt, dann wurde die Stadt gepl√ľndert.

Die Aktion wurde als heiliger christlicher Krieg gerechtfertigt. Da selbst die gro√üen St√§dte es nicht gewohnt waren, sich verteidigen zu m√ľssen und auch waffentechnisch unterlegen waren, hatten die Portugiesen ein leichtes Spiel. Im Jahr 1503 griff Ruy Louren√ßo Ravasco Sansibar an und zwang die Stadt einen Tribut zu zahlen. 1505 wurde Sofala eingenommen und es wurde dort eine portugiesische Festung erbaut. Francisco de Almeida pl√ľnderte in den folgenden Jahren Kilwa, Mombasa und Baraawe. Dasselbe Schicksal ereilte 1517 und 1528 ein zweites Mal Zaila (Saylac). Bis 1506 dehnte Portugal seinen Machtanspruch auf die gesamte K√ľste Tanganjikas aus. Diese Herrschaft bestand allerdings nur auf dem Papier, weil Portugal diesen Bereich nicht kolonisierte. Portugal baute in den folgenden Jahren eine Reihe von St√ľtzpunkten an der restlichen ostafrikanischen K√ľste auf und eroberte bis 1520 alle muslimischen Sultanate zwischen Sofala und dem Kap Guardafui, um den Seeweg nach Indien zu sichern.

Schon fr√ľh versuchte man, im Gegensatz zu Westafrika, auf der Jagd nach Gold in das Landesinnere vorzudringen. Bereits 1501 hatte Pedro √Ālvares Cabral die Goldminen des Monomotapa im heutigen Grenzgebiet zwischen Simbabwe und Mosambik besucht, 1514/15 erreichte Ant√≥nio Fernandes das heutige Simbabwe, indem er das K√∂nigreich von Monomotapa im inneren Mosambiks umging. 1543 verteidigten portugiesische Hilfstruppen unter Cristov√£o da Gama den Negus von √Ąthiopien gegen den muslimischen Somaliherrscher Ahmed Gra√Ī√Ī's, eine Bekehrung des √§thiopisch-orthodoxen Landes zum katholischen Glauben scheiterte aber. Auch Sklavenhandel wurde betrieben. Die verschleppten Afrikaner wurden in erster Linie an die arabischen L√§nder verkauft.

Die Yaruba-Dynastie aus dem Oman begann im 17. Jahrhundert nach und nach die portugiesischen St√ľtzpunkte zu erobern, sp√§ter folgten europ√§ische Konkurrenten. Schlie√ülich verblieb Mosambik als letzte Kolonie, in dessen S√ľden (Delagoa-Bucht) Portugal niederl√§ndischen, britisch-s√ľdafrikanischen und √∂sterreichischen Kolonialanspr√ľchen gegen√ľberstand. 1890 musste Portugal auf englischen Druck hin auch auf eine Landverbindung nach Angola, ihrer Kolonie an der afrikanischen Westk√ľste verzichten. Im Ersten Weltkrieg besetzten deutsche Truppen das n√∂rdliche Mosambik, wof√ľr Portugal als Entsch√§digung 1919 das Kionga-Dreieck erhielt, das an Mosambik angeschlossen wurde. 1964 begann der bewaffnete Kampf der FRELIMO gegen die portugiesischen Kolonialherrn, doch erst nach der Nelkenrevolution in Portugal wurde Mosambik nach einer einj√§hrigen √úbergangsphase in die Unabh√§ngigkeit entlassen.

Ostafrika
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Brava (Baraawe) 1506
Grande Comore 1500 1505 von Portugal f√ľnf Jahre besetzt
Insel Lamu


Melinde (Malindi) 1500 1630 1498 Vasco da Gama erreicht Melinde, 1500 B√ľndnis zwischen Melinde und Portugal, portugiesische Faktorei, 1593 Verlegung des portugiesischen Hauptst√ľtzpunkt nach Mombasa, 1630 Aufgabe der Faktorei
Mogadischu 1698
Mombasa 1500 1729 1498 Vasco da Gama erreicht Mombasa, 1505 von Portugal erobert, 1528 erneuter Angriff durch Portugal, 1593 erobert durch Portugal, Bau des Fort Jesus, 1698 an den Oman verloren, 1728 bis 1729 nochmals portugiesisch, dann an den Oman verloren
Mo√ßambique (Mosambik), auch Portugiesisch-Ostafrika 1502 1975 1498 Vasco da Gama erreicht Mosambik und nimmt es f√ľr Portugal in Besitz, 1502 Ilha de Mo√ßambique und Sofala als St√ľtzpunkte besetzt, 1510 Fort S√£o Sebasti√£o de Mo√ßambique auf der Insel, 1530 Gr√ľndung von Sena, 1537 Gr√ľndung von Tete am Sambesi, 1544 Gr√ľndung von Quelimane und Lauren√ßo Marques (Maputo), 1875 Delgoa-Bucht im S√ľden wird portugiesisch, 1885 Besetzung des Hinterlandes, 1893 Grenze der Gebiete um den Sambesi festgelegt, 1897 endg√ľltige Grenze zu den britischen Kolonien, 1917‚Äď1918 Norden von Deutschland besetzt, 1919 Kionga-Dreieck annektiert, 1964‚Äď1974 Unabh√§ngigkeitskrieg der FRELIMO, 1975 in die Unabh√§ngigkeit entlassen
Insel Pemba
Quíloa (Kilwa Kisiwani) 1505 1512 1502 von Vasco da Gama besucht, 1505 Francisco de Almeida zerstört die Stadt und baut ein Fort, 1512 durch Araber erobert, wieder Swahili-Stadtstaat
Sansibar 1503 1698 1499 von Vasco da Gama erreicht, ab 1503 portugiesische Handelsposten, 1505 durch Jo√£o Homere f√ľr Portugal in Besitz genommen, 1698 an den Oman verloren
Ilha do S√£o Loren√ßo, auch Santa Apolonia (Madagaskar) 1506 1550 10. August 1500 Diogo Dias betritt als erster Europ√§er Madagaskar, 1506 Flottenst√ľtzpunkt in Matatane an der Ostk√ľste, angeblich s√ľdliche und s√ľd√∂stliche K√ľste der Insel im Besitz Portugals bis 1550

Amerika

Siehe auch: Geschichte Brasiliens

Statue von Gaspar Corte-Real vor dem Confederation Building in St. John’s (Neufundland)

Der Geschichtsschreiber Cordeiro berichtet vom Portugiesen Jo√£o Vaz Corte-Real, er habe 1473 in einer gemeinsamen portugiesisch-d√§nischen Expedition Neufundland (Terra (Nova) do Bacalhau) und Gr√∂nland erreicht. Seine geheimen Berichte von dem armen Land jenseits des Atlantiks sollen mit ein Grund gewesen sein, weshalb Portugal Christoph Kolumbus keine Expedition Richtung Westen finanziert hat. 1498 erforschte Jo√£o Fernandes Lavrador die K√ľste der nach ihm benannten Labrador-Halbinsel. Am 12. Mai 1500 √ľbertrug Manuel I. Gaspar Corte-Real, einem Sohn von Jo√£o Vaz Corte-Real, die Eigentumsrechte ‚Äěeiniger Inseln und der Terra firma‚Äú im Nordwestatlantik. Auch Gaspar unternahm Entdeckungsfahrten bei Neufundland, Labrador und Gr√∂nland. Er verschwand bei einer seiner Fahrten, ebenso wie sein Vater und sein Bruder Miguel.[10]

Spekulationen gibt es √ľber den portugiesischen Seefahrer Jo√£o √Ālvares Fagundes, der 1520 die S√ľdk√ľste Neufundlands erforschte. Einige Wissenschaftler trauen Fagundes zu, dass er bis in den Golf des Sankt-Lorenz-Stroms vordrang. Fagundes soll als Belohnung eine Capitania √ľber die von ihm entdeckten Gebiete erhalten und dort eine Kolonie gegr√ľndet haben. Diese soll aber, ebenso wie eine Kolonie der Corte-Reals auf Labrador, nach kurzer Zeit wieder aufgegeben worden sein. Den Siedlern war es angeblich zu kalt, so dass sie ihr Gl√ľck weiter westlich versuchten. Die neue Kolonie soll sich bei Ingonish oder in der Mira Bay befunden haben, beides auf der Kap-Breton-Insel. Feindlich gesinnte Indianer sollen dann die Aufgabe der Kolonie erzwungen haben. Sicherheit √ľber die Existenz der portugiesischen Kolonien in Nordamerika gibt es nicht, jedoch zeigen Karten aus der Zeit um 1500 Neufundland, Labrador und sogar Gr√∂nland als portugiesisches Territorium (Cantino-Planisph√§re). Die Gebiete werden hier auch Terra Cortereal und Terra del Rey de Portuguall genannt. Sicher ist, dass die portugiesischen Fischer seit dieser Zeit vor die K√ľste Neufundlands kommen um hier Fische als Grundlage f√ľr das portugiesische Nationalgericht Bacalhau zu fangen.[11]

Karte Brasiliens aus dem 16. Jahrhundert

1500 erreichte Pedro √Ālvares Cabral als erster Europ√§er die K√ľste Brasiliens, andere Expeditionen Portugals erforschten ab 1501 die K√ľste Brasiliens. Bei einer von ihnen war Amerigo Vespucci als Steuermann mit dabei. 1502 erreichte man bereits Uruguay und den Rio de la Plata. Brasilien wuchs bald zur gr√∂√üten und reichsten Kolonie Portugals heran. 1531/32 wurden von Rio de Janeiro und S√£o Vincente aus erstmals Expeditionen ins Landesinnere entsandt.

1807 wurde Lissabon von den Truppen Napoleons besetzt, die portugiesische K√∂nigsfamilie floh nach Brasilien, Rio de Janeiro wurde neuer Regierungssitz. Nach Ende des Krieges erhielt Brasilien 1815 den Status eines K√∂nigreichs, das in Personalunion mit Portugal gemeinsam regiert wurde. Nach dem Tode Maria I. 1816 wurde der Prinzregent in Rio de Janeiro als Johann VI. zum K√∂nig von Brasilien und Portugal gekr√∂nt. Als er 1820 zur R√ľckkehr nach Portugal aufgefordert wurde, folgte er dieser, doch der Kronprinz weigerte sich, lie√ü sich als Peter I. zum Kaiser von Brasilien kr√∂nen und erkl√§rte am 7. September 1822 die Unabh√§ngigkeit Brasiliens, womit Portugal seine gr√∂√üte und reichste Kolonie endg√ľltig verlor.

Die vierte portugiesische Indienflotte erreichte 1502 auf den Weg nach Indien die Insel Trindade und im selben Jahr entdeckte Fern√£o de Noronha die nach ihm benannte Insel Fernando de Noronha. De Noronha hatte die Insel urspr√ľnglich S√£o Jo√£o getauft. Fernando de Noronha wurde besiedelt und kam, wie Trindade, zu Brasilien nach dessen Unabh√§ngigkeit.

Amerika
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Barbados 1536 1620 entdeckt durch Pedro Campos, Außenposten von brasilianischen Juden, 1620 aufgegeben
Brasilien 1500 1822 1500 Entdeckung Brasiliens, ab 1530 Kolonie, 1624 bis 1654 Nordosten als Neu-Holland niederl√§ndisch, 1714 Vizek√∂nigreich, 1815‚Äď1822 Personalunion Vereinigtes K√∂nigreich Portugal, Brasilien und Algarve, 1822 unabh√§ngig
Cisplatina (heute Uruguay) 1808(?) 1822 1808 von Portugal in Besitz genommen, andere Quelle: 1816 von Portugal besetzt, 1815‚Äď1822 Vereinigtes K√∂nigreich Portugal, Brasilien und Algarve, 1822 als Teil Brasiliens unabh√§ngig
Col√≥nia do Sacramento (Colonia del Sacramento) 1680 1777 1680 Gr√ľndung der Kolonie, im selben Jahr von Spanien besetzt, 1681 R√ľckgabe an Portugal, 1705‚Äď1715 als Niemandsland unter spanisch-argentinischer Verwaltung, 1715‚Äď1722 spanisch-argentinisch, 1722 verwaltet durch Portugal, 1735 von Spanien besetzt und Absetzung des portugiesischen Gouverneurs 1737, 1762 Erneuter Angriff Spaniens, 1763 wieder an Portugal, 1777 Abtretung an Spanien
Französisch-Guayana 1809 1817 von Portugal im Laufe der napoleonischen Kriege besetzt


Labrador (?) 1499 1526 1498 von Jo√£o Fernandes Lavrador entdeckt und nach ihm benannt, 1499 Kolonie, 1526 aufgegeben
Terra Nova (Neufundland) (?) 1521 1526 1473 bereits möglicherweise durch João Vaz Corte-Real entdeckt und als Terra Nova do Bacalhau (Neues Land des Stockfischs) benannt, 1500 durch portugiesische Expeditionen erforscht, 1521 Bau einer Kolonie, 1526 aufgegeben, seitdem nur noch von Fischern besucht

Asien

Naher Osten

1507 besetzte Afonso de Albuquerque f√ľr Portugal mehrere St√§dte am Golf von Oman und an der Stra√üe von Hormuz. Ziel war das Ausschalten der Konkurrenz durch H√§ndler aus Arabien, √Ągypten, Genua und Venedig indem der Golf von Aden und der Persische Golf deren Schiffen gesperrt wurde. Im selben Jahr landete Afonso de Albuquerque auf der Insel Sokotra, nahe der Hauptstadt Suq im Glauben, sie w√ľrden dort Christen vom arabisch-islamischen Joch befreien. Als sie merkten, dass sie doch nicht so willkommen waren, zogen die Portugiesen 1511 bereits wieder ab. 1513 scheiterte der Eroberungsversuch von Aden. Der Plan zur Eroberung von Mekka und Sues wurde daraufhin aufgegeben. Die anderen Besitzungen im arabischen Raum gingen im 17. Jahrhundert nach und nach verloren. Persien eroberte von den Portugiesen Bahrain (1602), Gamru (1615) und mit Hilfe der Engl√§nder die Besitzungen an der Stra√üe von Hormuz (1622). Nasir ibn Murshid und sein Cousin Sultan ibn Saif I. aus der Yaruba-Dynastie vertrieben die Portugiesen bis 1650 aus den Oman. Sp√§ter eroberten die Yaruba auch die portugiesischen Besitzungen in Ostafrika und pl√ľnderte 1655 Bombay.

Naher Osten
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte


Bahrain 1521 1602 Nach 81 Jahren wieder an Persien verloren
Gamru (heute: Bandar Abbas/Iran) 16. Jhr. 1615 Erwerb je nach Quelle 1506, 1515 oder 1521, von den Portugiesen befestigte Stadt, 1615 von Persien erobert,


Hormuz ((Ormuz, Hormus) 1507 1622 1507 Eroberung von Hormuz, Bau der Festung Forte de Nossa Senhora da Vitória, 1508 aufgegeben, 1515 Albuquerque erobert Hormuz erneut, Bau vom Forte de Nossa Senhora da Conceição de Ormuz auf Gerun, 1621 Bau vom Forte de Queixome auf Qeshm, 1622 Persien nimmt mit englischer Hilfe Hormuz und die Forts ein
Maskat 1507 1650 Vasco da Gama erreicht als erster Portugiese Maskat auf seiner Fahrt nach Indien, 1507 Portugal erobert Maskat, 1523 und 1526 nach Revolten zur√ľckerobert, 1550‚Äď1552 von den T√ľrken besetzt, 1581 erneut durch die T√ľrken zerst√∂rt, 1588 Fort von den Portugiesen wieder aufgebaut, 1650 von Sultan ibn Saif I. und an den Oman verloren
Quriyat (Curiate, Kuriyat) 1507 1648 1507 Portugal erobert die Stadt und Festung, 1522 Revolte, 1607 Festung wieder aufgebaut, 1648 von Nasir ibn Murshid erobert und an den Oman verloren
Socotor√° (Sokotra) 1507 1511 1507 portugiesisch, 1511 aufgegeben, an den Sultan von Mahra
Suhar (Sohar) 1507 17. Jhr. 1507 Portugal erobert die Stadt, bis 1649 Nasir ibn Murshid erzwingt Abzug, an den Oman verloren
Sur 1507 17. Jhr. von Nasir ibn Murshid erobert und an den Oman verloren

Weitere St√ľtzpunkte waren das Fort Sibo (El Sib) nahe Maskat, Calayate (Qalhat, Kalhat), Matara (Matrah), Borca (Barkah, Al Batha) und Cassapo (Khasab) im Oman.

Portugiesisch-Indien

Portugiesische Besitzungen in Indien
Kirche Unserer Lieben Frau der Unbefleckten Empfängnis in Panaji

siehe auch: Liste der Gouverneure von Portugiesisch-Indien

Dem Portugiese Vasco da Gama gelang 1498, was europ√§ische Seefahrer lange Zeit versucht hatten, auf dem Seeweg Indien zu erreichen. Portugal begann ab 1505 Gebiete in Indien zu erobern und dort Handelsst√ľtzpunkte einzurichten. Unter dem ersten Vizek√∂nig des ‚ÄěEstado da √ćndia‚Äú (Staat von Indien) Francisco de Almeida und seinem Nachfolger, dem Gouverneur Afonso de Albuquerque wurde die portugiesische Machtposition planm√§√üig ausgeweitet. 1507 f√ľhrte Louren√ßo de Almeida eine Strafexpedition gegen Quilon, da dort kurz zuvor der portugiesische Leiter der Faktorei ermordet worden war. Ein Jahr sp√§ter werden Chaul und Kalikut durch Francisco de Almeida gepl√ľndert. 1509 vernichtet er die arabisch-√§gyptische Flotte vor Diu und Portugal erhielt die vollst√§ndige Seeherrschaft im Indischen Ozean. Im selben Jahr wurde Goa und 1510 Kalikut erobert. 1535 fiel das wichtige Handelszentrum Diu in portugiesische H√§nde. 1538 und 1546/47 konnten Belagerungen von Diu abgewehrt werden. Waren anfangs die Muslime (√Ągypter und T√ľrken) und die indischen Reiche die Gegner, traten ab dem 17. Jahrhundert die Niederlande, England und sp√§ter andere europ√§ische Gro√üm√§chte als Konkurrenten auf. Dazu kam der Krieg gegen die Marathen im 18. Jahrhundert. Portugal verlor die meisten seiner St√ľtzpunkte und konnte nur noch einen kleinen Rest bis in das 20. Jahrhundert halten. 1954 √ľbernahmen lokale, indische Nationalisten in den portugiesischen Besitzungen Dadra und Nagar Haveli die Kontrolle und schaffen eine proindische Verwaltung. Indien verweigerte f√ľr die portugiesischen Truppen den Zugang zu den Enklaven durch sein Territorium. 1961 besetzte das unabh√§ngige Indien die letzten Enklaven Goa, Diu und Dam√£o (Daman). Die kleine portugiesische Garnison von 3.000 Mann konnte der √úbermacht nichts entgegenstellen, weswegen sie sich kampflos ergab. 1974 wurde die Annexion durch Indien durch Portugal anerkannt.

Portugiesisch-Indien (Estado da India)
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Ba√ßa√≠m (Bassein, heute Vasai-Virar) 1534 1739 1530 und 1531 wird die Stadt von den Portugiesen niedergebrannt, 1533 wird der ganze K√ľstenstrich verw√ľstet, 23. Dezember 1534 wird das Gebiet an die Portugiesen √ľbergeben, 1720 erobern die Marathen den Hafen von Kalyan, 1737‚Äď1739 Verlust der restliche Gebiete an die Marathen,
Bom Bahia (Bombay, heute Mumbai) 1534 1661 1508 erreicht der Portugiese Francisco de Almeida die Bucht und nennt sie Bom Bahia (Gute Bucht), 23. Dezember 1534 Vertrag von Ba√ßa√≠m √ľbertr√§gt Region an die Portugiesen, 1626 √úberfall der Engl√§nder, 1655 Sultan ibn Saif I. aus dem Oman pl√ľndert Bombay, 1661 als Mitgift an England
Cannanore (Kannur) 1502 1663 1502 Handelsst√ľtzpunkt, 1505 Errichtung des St. Angelo Fort, 1663 an die Niederlande verloren
Chaul (Tschoul) 1521 1740 1507 Pl√ľnderung Chauls, 1521 Bau eines Forts am S√ľdufer des Flusses Kundalika, 1531 neues Fort Santa Maria do Castello aus Stein, eine Stadt entsteht um das Fort, ein Vertrag von 1558 verhindert deren Befestigung, 1570/71 Zerst√∂rung der Stadt durch Ahmadnagar, Wiederaufbau und Befestigung der Stadt, neue Festung Morro de Chaul am Nordufer des Flusses, weitere Angriffe auf die Stadt werden abgewehrt, Ausbau der Befestigung bis 1613, Belagerung durch die Marathen M√§rz bis Oktober 1739, an die Marathen 1740 abgetreten
Chittagong 1528 1666 1528 Gr√ľndung einer Faktorei, 1666 von den Moguln erobert
Cochin 1502 1663 1500 landet der Portugiese Pedro √Ālvares Cabral in Cochin, 1502 Gr√ľndung einer Handelsniederlassung, 1503 erste europ√§ische Festung in Indien (Fort Manuel), bis 1510 Hauptstadt von Portugiesisch-Indien, 1524 Vasco da Gama stirbt in Cochin, 1663 an die Niederlande verloren
Coulão (Quilon, Kollam) 1502 1661 1502 Bau einer portugiesischen Faktorei, 1507 Strafexpedition gegen Quilon, 1518 Bau des Forte de São Tomé, 1661 an die Niederlande verloren
Cranganore (Kodungallur) 1523 1661 1502 bitten die Syrischen Christen der Stadt die Portugiesen um ihren Schutz, 1523 Bau eines portugiesischen Forts, 1565 Vergr√∂√üerung des Forts, 1661 an die Niederlande verloren, andere Quelle gibt Zeit der portugiesischen Herrschaft mit 1536‚Äď1662 an)
Dadra 1779 1954 1779 Portugiesisch (andere Quelle: 1785), 1954 lokale Nationalisten √ľbernehmen die Kontrolle, 1961 von Indien offiziell annektiert
Damão (Daman) 1559 1961 1523 Diogo de Melo landet als erster Portugiese in Damão, 1534 Zerstörung der Befestigungsanlagen durch die Portugiesen, 1559 Eroberung der Stadt Damão, 1588 Teil der Kolonie Portugiesisch-Indien, 1614 Eroberung des Gebietes von Damão Pequeno am rechten Ufer des Flusses, 18. Dezember 1961 von Indien besetzt, 1974 Annexion durch Portugal anerkannt
Diu 1535 1961 1513 Gr√ľndung einer Faktorei scheitert, 1531 Eroberungsversuch scheitert, 1535 Eroberung; Der Sultan von Gujarat erlaubt den Bau einer portugiesischen Festung und die Stationierung einer Garnison innerhalb einer Allianz gegen das Mogulreich, 1538 und 1546/47 Belagerungen zur Vertreibung der Portugiesen scheitern, Ende 17. Jahrhundert Angriffe der Niederl√§nder werden abgewehrt, 18. Dezember 1961 von Indien besetzt, 1974 Annexion durch Portugal anerkannt
Goa 1509 1961 1509 Eroberung und Errichtung einer portugiesischen Siedlung in Velha Goa (Alt-Goa), 1512 Niederschlagung einer Revolte, 1603 und 1639 niederl√§ndische Angriffe werden abgewehrt, Ende 17. Jahrhundert erobern die Marathen die n√∂rdlichen Teile Goas, 1737‚Äď1739 Die Marathen √ľberrennen fast ganz Goa, nur das Eintreffen der Flotte verhindert den Verlust, 1759 Pangim (Panaji) wird neue Hauptstadt der Kolonie, Gebietsgewinne: Bicholim (1781), Satari (1782), 1787 Rebellion gegen die Portugiesen, letzte Gebietsgewinne: Pernem (1788), Ponda, Quepem, Sanguem und Canacona (alle 1791), 1799‚Äď1813 englische Besetzung Goas, 1843 Panaji wird Hauptstadt Goas, 1955 Versuch von Unbewaffneten die indische Flagge auf dem Fort von Tiracol zu setzen, 18. Dezember 1961 von Indien besetzt, 1974 Annexion durch Portugal anerkannt
Hughli (Hooghly, Hugli) und Bandel 1579 1632 1536 Portugiesen erhalten die Erlaubnis zum Handel betreiben, 1579 Stadtgr√ľndung durch die Portugiesen
Kalikut (Calicut, Kozhikode) 1510[1] 1663/1664 1498 landet Vasco da Gama an einem Strand in der N√§he das erste Mal in Indien, 1507 Pl√ľnderung von Kalikut, 1510 Eroberung Kalikuts, 1512 Bau es Fortaleza de Diu, 1525 der befestigte Posten wird aufgegeben, 1528 und 1538 Niederlagen von Zamorin gegen Portugal und erneuter Bau einer Festung, 1540 Monopol des Gew√ľrzhandels f√ľr Portugal, 1571 Zerst√∂rung der Festung, 1588 Portugiesen lassen sich wieder in der Stadt nieder, 1600 Rebellion wird niedergeschlagen, 1663/1664 an die Niederlande verloren
Laquedivas (Lakshadweep) 1498 1545 1498 von den Portugiesen erobert und Bau eines Fort auf Amini, 1545 durch Rebellion der Einheimischen wieder verloren
Masulipat√£o (Masulipatnam, Machilipatnam) 1598 1610 1598‚Äď1610 portugiesisch besetzt
Malediven 1558 1573 1558 portugiesische Garnison und Handelsst√ľtzpunkt auf Viador (Viyazoru), vom Einheimischen Muhammad Thakurufaanu Al-Azam von den Inseln wieder vertrieben
Mangalore (Mangaluru) 1568 1763 1505 erste portugiesische Festung, 1565 Eroberung von Mangalore, 1568 Bau neuer Festung, 1659‚Äď1660 Oberhoheit durch Raja Shivappa Nayaka von Keladi (1645‚Äď1660), 1695 Araber brennen Mangalore nieder, 1714 R√ľckkehr der Portugiesen, 1763 Portugiesen werden durch Mysore-K√∂nig Hyder Ali vertrieben
Nagapattinam (Negapatam) 1507 1657 1657 an die Niederlande verloren
Nagar-Aveli (Nagar Haveli) 1779 1954 1779 Portugiesisch (andere Quelle: 1783), 1954 lokale Nationalisten √ľbernehmen die Kontrolle, 1961 von Indien offiziell annektiert
Paliacate (Pulicat) 1518 1610 1610 an die Niederlande verloren, 1612 zerst√∂ren die Portugiesen die niederl√§ndische Faktorei, der Ort wird aber nicht mehr besetzt (andere Quellen: 1609 Bau eines niederl√§ndischen Forts; portugiesische Herrschaft: 1518‚Äď1619)
Insel Salsete (Salsette, Sashti) 1534 1737 23. Dezember 1534 im Vertrag von Baçaím an Portugal, 1737 die Marathen erobern die Insel
S√£o Tom√© de Meliapore (Mylapore) 1523 1749 1516 Bau der Franzikanermission Nossa Senhora da Luz, portugiesische Siedlung 1523‚Äď1662 und 1687‚Äď1749,
Surate (Surat) 1540 1612 1540 Eroberung und Zerstörung der Stadt durch Portugal, Bau eines Forts, 1608 Ankunft der ersten englischen Schiffe, 1612 Zerstörung der portugiesischen Vormacht durch England nach der Seeschlacht von Suvali (Swally)
Thoothukudi (Tuticorin) 1548 1658 1548 Neugegr√ľndet durch die Portugiesen, 1658 an die Niederlande verloren

Ceylon

Der Sohn von Francisco de Almeida, des ersten Vizek√∂nig Portugiesisch-Indiens, Louren√ßo erreichte als erster Portugiese Ceylon, das bisher in erster Linie Zimt an arabische H√§ndler verkaufte. 1517 errichten die Portugiesen ihr erstes Fort in Colombo, das aber 1524 wieder aufgegeben wird. 1545 wird Jaffna tributpflichtig, 1591 setzen die Portugiesen sogar einen neuen K√∂nig in Jaffna ein. 1592 erlangen sie die Oberhoheit √ľber die Reiche von Kotte und Sitawaka, Kandy wird zwar kurz besetzt, erh√§lt aber als letztes Reich auf der Insel bis ins 17. Jahrhundert. 1597 f√§llt Kotte endg√ľltig an die portugiesische Krone, 1621 folgt Jaffna und bis 1629 gelingt eine Eroberung von Teilen Kandys, bis die Portugiesen ein Jahr sp√§ter eine Niederlage gegen Kandy einstecken m√ľssen. 1656 beginnen die Niederl√§nder nach und nach die Insel von den Portugiesen zu erobern. Erst Colombo und schlie√ülich 1658 als letztes Jaffna.

Ceylon
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Ceylon (Ceil√£o, heute Sri Lanka) 1517 1658 1505 Louren√ßo de Almeida erreicht Ceylon, 1517 Colombo erobert und Festung errichtet, 1545 Jaffna tributpflichtig, 1592 Oberhoheit √ľber Kotte und Sitawaka, zwischen 1656 (Colombo) und 1658 (Jaffna) an die Niederlande verloren

Hinterindien

Die Reste des portugiesischen Forts A Famosa in Malakka
Malakka

Im Jahr 1509 besuchte der Portugiese Diogo Lopes de Sequeira die Handelsstadt Malakka. Im darauf folgendem Jahr scheiterte ein Versuch Malakka zu erobern, doch 1511 gelang Afonso de Albuquerque die Eroberung einer der wichtigsten Handelsst√§dte Ostasiens unter gro√üen Verlusten. Im selben Jahr wurde das Fort A Famosa gebaut. Portugal begann Allianzen mit den umliegenden Herrschern der Halbinsel Malaya zu schmieden. Der ehemalige Sultan von Malakka versuchte von Johor aus mehrmals seine Stadt zur√ľckzuerobern, auch Atjeh griff mehrfach an. 1583 schloss Johor mit Portugal Frieden. Albuquerque baute in Malacca eine neue Verwaltung auf und eine eigene M√ľnzpr√§geanstalt. 1521 wurde eine Kirche errichtet, die 1558 zur Kathedrale geweiht wurde. Viele Portugiesen begannen sich in Malakka niederzulassen. Noch heute leben in dieser Stadt Nachkommen der Portugiesen, die eine portugiesische Kreolsprache sprechen. Ab 1602 begannen die Niederl√§nder immer wieder die Stadt zu attackieren. Erst 1641 gelang einer Flotte aus Johore und Niederl√§ndern die Eroberung Malaccas.

Eine Fu√ünote der Geschichte bildete der portugiesische Abenteurer Philip de Brito, der im sp√§ten 16. Jahrhundert in Syriam (heute Thanlyin/Myanmar) seine Basis hatte. Er machte sich selbst zum Kriegsherrn √ľber das Gebiet und k√§mpfte gegen die Birmanen bis er 1613 gefangen genommen wurde. Zum portugiesischen Besitz geh√∂rte Syriam nicht.

Hinterindien
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Malakka (Malacca) 1511 1641 1509 erstmals von Portugiesen besucht, 1510 Eroberungsversuch scheitert, August 1511 von Portugal erobert, 1641 an die Niederlande verloren

Ostasien

siehe auch: Liste der Gouverneure von Macao

Nanban-Handelsschiffe in Japan

1513 (1515?) besuchten mehrere portugiesische Expeditionen erstmals Kanton, Nanjing und Peking. Der erste Posten in China wurde 1519 in Tam√£o errichtet. 1543 erreichten die Portugiesen Ant√īnio da Mota, Ant√īnio Peixoto und Francisco Zeimoto die japanische Insel Tanegashima. Nach mehreren Versuchen an anderen Orten in China, siedelten die Portugiesen sich Mitte des 16. Jahrhunderts in Macao an, das zum Zentrum des Handels in Ostasien wird. Da es Japanern und Chinesen verboten war ihr Land zu verlassen, dienten die Portugiesen im 16. und 17. Jahrhundert als H√§ndler zwischen den beiden asiatischen Reichen. In der Epoche des Nanban-Handels wurde Seide aus China zum portugiesischen Handelsposten Nagasaki gebracht. Auch Feuerwaffen fanden durch die Portugiesen ihren Weg nach Japan. 1634 wurde eins eine k√ľnstliche Insel als Handelsposten in den Hafen von Nagasaki gebaut, doch nach dem Shimabara-Aufstand mussten die Portugiesen 1638 Japan verlassen und die Niederl√§nder nahmen ihren Platz ein. Am 20. Dezember 1999 gab Portugal seine letzte Besitzung in √úbersee Macao an die Volksrepublik China zur√ľck. Portugiesisch ist in Macao weiterhin eine Amtssprache.

Ostasien
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte


Lampakkau (Lampac√£o) 1553  ? 1553 Nach Aufgabe von Sanchuang Umsiedlung nach Lampakkau,
Liampó, China (Ningbo, Ningpo) 1533 1545 1542 Bau einer portugiesische Siedlung, 1545 Siedlung durch Chinesen zerstört, Umzug nach Sanchuang (andere Quelle: Siedlung von 1540 bis 1549)
Macao (Macau, Aomen) 1553 1999 1516 Portugiesen landen in Macao, 1553 Gr√ľndung Macaos als Handels- und Missionarszentrum, 1557 portugiesische Verwaltung und Oberhoheit Chinas, 1680 erster portugiesische Gouverneur, jedoch weiterhin unter chinesischer Souver√§nit√§t, 1849 Portugal erkl√§rt die Unabh√§ngigkeit Macaos von China, 1851 Besetzung von Taipa, 1864 Besetzung von Coloane, 1887 China erkennt das dauerhafte Recht Portugals an der Besetzung Macaos an, 1890 Ilha Verde mit einem Damm an Macao angebunden, 1938 Inseln Dom Jo√£o, Lapa und Montanha von Portugal besetzt, 1941 Dom Jo√£o, Lapa und Montanha von Japan besetzt, 1943‚Äď1945 Ganz Macao japanisches Protektorat, 1945 R√ľckgabe von Dom Jo√£o, Lapa und Montanha an China, 1976 Macao offiziell chinesisches Territorium unter portugiesischer Verwaltung, 1999 an die Volksrepublik China zur√ľckgegeben
Nagasaki (Dejima) 1571 1638 1542 Portugiesen erreichen erstmals Japan, 1571 portugiesischer Handelsposten, 1634 Konstruktion der k√ľnstlichen Insel Dejima, 1637 Shimabara-Aufstand, 1638 Ausweisung der Portugiesen
Sanchuang 1549 1553 Nach Aufgabe von Liamp√≥ Neugr√ľndung der Siedlung in Sanchuang, 1553 Aufgabe der Siedlung und Umsiedlung nach Lampakkau
Tinceo 1547 1549 1547‚Äď1549 portugiesisch
Tam√£o (Tuen Mun ŚĪĮťĖÄ) 1519 1521 1519 portugiesisch besetzt[12] (andere Quelle: 1519), 1521 von China zur√ľckerobert

Molukken

Holländisches Bild von Ternate 1720 mit dem ehemaligen portugiesischen Fort
Portugiesische Besitzungen auf den Molukken im 16. und 17. Jahrhundert

Mit den Gew√ľrzinseln (Molukken) erreichten die Portugiesen 1511 eines ihrer Hauptziele, der Zugang zu Gew√ľrzen, wie Muskatnuss, Muskatbl√ľte und Nelken. Wichtigster Verb√ľndeter der Portugiesen auf den Molukken war das Sultanat von Ternate, das neben der Insel Ternate, die H√§lfte der Insel Moti, den Norden Halmaheras (portugiesisch Moro, das Reich im Nordwesten Jailolo wurde von Ternate mit Hilfe Portugals annektiert), die Insel Ambon, den Osten von Ceram und den Nordosten Sulawesis beherrschte. Der Sultan erlaubte 1522 den Bau eines portugiesischen Forts auf Ternate und erm√∂glichtete den Portugiesen den Handel in seinem Reich, weswegen in manchen Quellen f√§lschlicherweise das gesamte Reich als portugiesischer Besitz aufgef√ľhrt wird. √Ąhnlich verh√§lt es sich mit Tidore, dem gro√üen Konkurrenten Ternates, der sich mit Spanien verb√ľndet hatte. Tidore beherrschte neben der eigenen Insel noch den gr√∂√üeren Teil Halmaheras, den anderen Teil von Moti, die Insel Makian und Teile des Westens von Neuguinea. Diese Gebiete werden oft als spanisch aufgef√ľhrt, obwohl 1527‚Äď1534 und 1544‚Äď1545 nur eine Allianz zwischen Tidore und Spanien bestand. Im Vertrag von Saragossa verzichtete Spanien zwar 1529 auf Aktivit√§ten auf den Molukken zu Gunsten Portugals, aber bis 1545 versuchte Spanien immer wieder die Kontrolle √ľber die Region zu gewinnen, als die Armee von Villalobo von den Portugiesen besiegt wurde. Doch Portugal konnte nur kurze Zeit vom Sieg profitieren. Das Fort auf Ternate musste 1575 aufgegeben werden, als der Sultan gegen seine ehemaligen Verb√ľndeten rebellierte. W√§hrend der Personalunion von Spanien und Portugal entsandte Spanien ab 1583 mehrere milit√§rische Expeditionen um erneut Kontrolle √ľber die Region zu gewinnen, doch auch der letzte Angriff auf Ternate 1602 verlief erfolglos. Daf√ľr konnten die Niederl√§nder 1605 das spanische Fort auf Tidore erobern. Erst 1606 konnten Spanier und Portugiesen Tidore wieder zur√ľckerobern und schlie√ülich die Kontrolle √ľber die Molukken zur√ľckgewinnen. Der Sultan von Ternate wurde mit seiner Familie nach Manila gebracht. Doch die Niederl√§nder blieben, verb√ľndet mit dem Sultan von Ternate, weiter der Gegner der Spanier, w√§hrend diese sich weiter auf den Sultan von Tidore st√ľtzten. Die Spanier konnten sich bis 1663 auf Ternate halten, weitere kleinere spanische St√ľtzpunkte existierten auf kleineren Inseln der Molukken noch etwas l√§nger, wie zum Beispiel auf Siau (1671‚Äď1677). Portugal hatte zu diesem Zeitpunkt bereits keinen Einfluss mehr auf die Molukken. Nach ihrer Vertreibung von Ternate wurde zun√§chst Ambon ihr neues Zentrum in der Region, dass aber bis 1580 st√§ndig durch muslimische Angriffe bedroht wurde. 1609 eroberten die Niederl√§nder Ambon.

Molukken
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Ambon 1521 1609 1511/1513 Portugiesen erreichen Ambon, 1521 Faktorei, 1569 Fort an der Nordk√ľste, 1572 Fort an der S√ľdk√ľste, 1576 Festung Fortaleza da Nossa Senhora da Annunciada, 1605 an die Niederlande verloren
Batjan (Bacan) 1513 1851/59/61 1513 Faktorei,
Bandainseln (Bante) 1512 1621 1511 entdeckt[1], 1512 Faktorei (andere Quelle gibt an, dass kein permanenter portugiesischer Posten existierte), 1621 an die Niederlande abgetreten
Ternate 1513 1575 1513 Faktorei, Juni 1522 Bau der Festung São João Baptista de Ternate, 15. Juli 1575 Aufgabe von Ternate nach Aufstand der einheimischen Bevölkerung

Sundainseln

Siehe auch: Geschichte Osttimors und Liste der Gouverneure von Portugiesisch-Timor

Portugiesische Besitzungen auf den Kleinen Sundainseln im 16. und 17. Jahrhundert

Mit Verlust von Malakka 1641, stieg die Bedeutung von Makassar als Handelszentrum f√ľr Seide, Sandelholz und Diamanten. Der Handelsposten war 1521 gegr√ľndet worden und arbeitete unter dem Schutz des Sultans von Makassar. In den 1620ern lebten st√§ndig 500 portugiesische H√§ndler in Makassar, 1660 waren es 2.000. 1660 griff eine starke niederl√§ndische Flotte Makassar an. Das Fort Panakkukang wurde gest√ľrmt und der Sultan gezwungen, einen Vertrag zu unterzeichnen, der die Ausweisung der Portugiesen verlangte. Der Sultan z√∂gerte dies aus wirtschaftlichen Gr√ľnden bis 1665 hinaus, doch dann verlie√üen die letzten Portugiesen die Stadt.

Gouverneurspalast in Dili/Osttimor

Neben den Gew√ľrzen, handelten die Portugiesen auch mit Sandelholz von Timor. Anfang des 16. Jahrhunderts entdeckte Ant√≥nio de Abreu die Insel. Bereits 1515 kamen die ersten Dominikaner als Missionare nach Timor. Im Gebiet der damaligen K√∂nigreiche Oecussi und Ambeno setzten sich die Portugiesen das erste Mal auf Timor fest. 1556 gr√ľndeten die Dominikaner zur Sicherung des Sandelholzhandels den Ort Lifau (Lifao) und bauten 1566 eine Festung auf der Insel Solor, nordwestlich von Timor. √úber Solor wurde dann j√§hrlich das Sandelholz aus Timor exportiert. Portugiesische Verwaltung, Milit√§rgarnisonen und Handelsposten waren anfangs auf Timor nicht vorhanden. Sie wurden erst schrittweise als Reaktion auf die Bedrohung durch die Niederl√§nder aufgebaut, die ihren Einfluss in der Region immer mehr vergr√∂√üerten. 1568 erreichten niederl√§ndische H√§ndler erstmals Timor. 1586 wurden gro√üe Teile Timors portugiesische Kolonie (Portugiesisch-Timor). Auch auf Timor und den anderen Kleinen Sundainseln musste Portugal einen Gro√üteil seiner Besitzungen nach und nach an die Niederlande abtreten. 1656 eroberten die Niederl√§nder den portugiesischen Posten von Kupang in Westtimor. Die Macht der Niederl√§nder blieb aber zun√§chst auf die Umgebung Kupangs beschr√§nkt. Als jedoch 1749 ein Angriff von Portugiesen und Topasse auf Kupang, trotz √úbermacht, in einem Desaster endete, brach die Herrschaft beider in Westtimor zusammen. Ein Gro√üteil der regionalen Herrscher Westtimors schloss 1756 Vertr√§ge mit den Niederl√§ndern ab. 1846 begannen die Niederlande mit Portugal Gespr√§che √ľber die √úbernahme portugiesischer Territorien, aber Portugal lehnte zun√§chst jedes Angebot ab. 1851 kam der portugiesische Gouverneur Jos√© Joaquim Lopes de Lima mit den Niederl√§ndern zu einer Vereinbarung √ľber die kolonialen Grenzen in Timor, allerdings ohne Autorisation von Lissabon. Darin wurde der Gro√üteil von Westtimor an die Niederl√§nder abgetreten. Au√üerdem wurden gleichzeitig der Ostteil Flores, Solor, Pantar und Alor an die Niederl√§nder verkauft. Unn√∂tig zu sagen, dass der Gouverneur in Ungnade fiel und abgesetzt wurde, als Lissabon von dem Vertrag erfuhr. Doch die Vereinbarungen konnten nicht mehr r√ľckg√§ngig gemacht werden, auch wenn der Vertrag √ľber die Grenzen 1854 neu verhandelt wurde und erst 1859 als Vertrag von Lissabon ratifiziert wurde. Die verschiedenen kleinen K√∂nigreiche Timors wurden unter niederl√§ndischer und portugiesischer Autorit√§t aufgeteilt.

Niederl√§ndisch- (orange) und Portugiesisch-Timor (gr√ľn) 1911

Die Streitigkeiten wurden erst 1916 beigelegt, als die endg√ľltige Grenze zwischen dem niederl√§ndischen West- und dem portugiesischen Osttimor gezogen wurde. Zuvor hatten beide Kolonialm√§chte noch Enklaven ohne Meereszugang im Gebiet des jeweils anderen. Neben Portugiesisch-Timor waren Portugal nur noch die dazugeh√∂rigen Inseln Atauro und Jaco verblieben. Nach der Nelkenrevolution sollte auch Osttimor in die Unabh√§ngigkeit entlassen werden. Es kam aber zu Machtk√§mpfen zwischen den osttimoresischen Parteien, die Indonesien zur Besetzung grenznaher Gebiete nutzte. Die dadurch in Bedr√§ngnis gebrachte Partei FRETILIN rief daher am 28. November 1975 die Unabh√§ngigkeit aus, doch nur neun Tage sp√§ter startete Indonesien offiziell mit der Besetzung des Landes, die bis 1999 anhielt. 1999 √ľbernahmen die Vereinten Nationen die Kontrolle und f√ľhrten Osttimor 2002 schlie√ülich in die Unabh√§ngigkeit. Da die Ausrufung der Unabh√§ngigkeit 1975 und die indonesische Besatzung international nie anerkannt wurden, galt Osttimor bis 2002 offiziell als ‚Äěabh√§ngiges Territorium unter portugiesischer Verwaltung‚Äú. In Osttimor ist heute noch Portugiesisch Amtssprache, auf Flores wird von einer Minderheit eine portugiesische Kreolsprache gesprochen.

Sundainseln
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Adenara (Adonara) 1851/59/61 1851 durch den Gouverneur an die Niederlande abgetreten, 1859 Abtretung bestätigt, 1861 Übergabe an die Niederlande erfolgt
Alor (Ombai) 16. Jhr. 1851/59/61 1851 durch den Gouverneur an die Niederlande abgetreten, 1859 Abtretung bestätigt, 1861 Übergabe an die Niederlande erfolgt


Flores 1570 1851/59/61 1544 erste Sichtung der Insel durch Portugiesen, 1570 erste portugiesische Siedlungen, 1595 portugiesisches Fort in Ende, 1667 Teile von Flores an die Niederlande verloren, 1851 letzte Enklaven im Ostteil der Insel durch den Gouverneur an die Niederlande abgetreten, 1859 Abtretung bestätigt, 1861 Übergabe an die Niederlande erfolgt
Lomblen 16. Jhr. 1851/59/61 1851 durch den Gouverneur an die Niederlande abgetreten, 1859 Abtretung bestätigt, 1861 Übergabe an die Niederlande erfolgt
Macassar (Makassar, heute: Ujung Pandang) 1512 1665 1512 portugiesischer Handelsst√ľtzpunkt, 1660 Niederl√§nder st√ľrmen Makassar und zwingen den Sultan die Portugiesen auszuweisen, 1665 die Portugiesen verlassen Makassar
Pantar 16. Jhr. 1851/59/61 1814 Oberhoheit Portugals anerkannt, 1851 durch den Gouverneur an die Niederlande abgetreten, 1859 Abtretung bestätigt, 1861 Übergabe an die Niederlande erfolgt
Portugiesisch-Timor 1586 1975 (2002) 1512 entdeckt, 1556 Gr√ľndung des Ortes Lifau, 1586 Bildung der Kolonie, 1640 Beginn der niederl√§ndischen Besetzung des Westteils der Insel, 1653 wird von den Niederlanden Kupang zerst√∂rt und 1656 erobert, 1701 Lifau wird Hauptstadt der Kolonie, 1756 Gro√üteil Westtimors geht an die Niederlande verloren, 1769 Dili wird neue Hauptstadt, 1916 endg√ľltige Grenze zu Westtimor, 1975 unabh√§ngig und kurz darauf von Indonesien besetzt, 1999 UN-Verwaltung bis 2002, offiziell bis zur endg√ľltigen Unabh√§ngigkeit 2002 ‚Äěabh√§ngiges Territorium unter portugiesischer Verwaltung‚Äú
Solor 1556 1851/59/61 1556 Gr√ľndung einer portugiesischen Siedlung, 1566 Bau einer Festung, 1589 das Fort Laboiana wird bei einer Einheimischenrebellion teilweise niedergebrannt, 1602 Angriff der Bugis abgewehrt, 1613 an die Niederlande verloren, 1630 durch √úberlaufen des niederl√§ndischen Kommandanten von Portugal zur√ľckgewonnen, 1836 Angriff der Niederlande abgewehrt, kurz darauf aufgegeben und 1646 von den Niederlanden wieder besetzt, 1656 eine niederl√§ndische Milit√§rexpedition wird von den Topasse aufgerieben, Topasse-Herrschaft √ľber Solor, 1787 B√ľndnis zwischen Portugal und Topasse auf Solor, ab 1836 Teil der Kolonien Portugals, 1851 durch den Gouverneur an die Niederlande abgetreten, 1859 Abtretung best√§tigt, 1861 √úbergabe an die Niederlande erfolgt

Atlantik

Die Azoreninsel Terçeira auf einem Bild aus dem 16. Jahrhundert.

Die Inselgruppen der Azoren und von Madeira bilden die letzten Besitzungen Portugals abseits vom kontinentalem Mutterland. Wahrscheinlich waren die Inseln bereits den Phöniziern bekannt. 1419 gilt als Datum der Wiederentdeckung Madeiras durch den Portugiesen João Gonçalves Zarco, ab 1420 wurde die Blumeninsel besiedelt. Die Azoren wurden 1427 von Portugal entdeckt (andere Quellen: 1429 oder 1432) und ab 1439 besiedelt. Zunächst Kolonien, wurden die Inseln später zu Überseeprovinzen und 1976 autonome Regionen der Republik Portugal. Im Gegensatz zu den anderen Überseebesitzungen Portugals sind die Inseln nahezu ausschließlich mit Europäern besiedelt worden und hatten auch keine Urbevölkerung. Neben Portugiesen siedelten hier auch Flamen und Italiener.

Die Kanarischen Inseln waren nie portugiesisch. Allerdings waren sie seit ihrer Entdeckung 1312 durch den Genuesen Lancelotto Malocello Streitobjekt zwischen Portugal, Aragonien und Kastilien. Heinrich der Seefahrer forderte von Kastilien, Portugal das Recht zur Besetzung der Kanaren einzur√§umen, 1425 scheiterte der Versuch einer Besetzung. Heinrichs Ziel war es El Hierro zu einer Basis f√ľr die weitere Erforschung der afrikanischen K√ľste aufzubauen. Auch der Versuch dem unter dem Schutz von Kastilien stehenden normannischen Herrscher der Kanaren Maciot de B√©thencourt die Hoheitsrechte abzukaufen misslang aus unbekannten Gr√ľnden. Als Kastilien auf seine Oberhoheit beharrte, wandte Heinrich sich 1433 an den Papst und dieser entsprach ‚Äď offensichtlich in Unkenntnis der kastilischen Anspr√ľche ‚Äď dem portugiesischen Ersuchen. Daraufhin erhielt Heinrich von seinem Bruder Duarte I. weitgehende Verf√ľgungsrechte √ľber die Kanarischen Inseln. 1451 bis 1454 kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den beiden L√§ndern um die Kanaren. Portugal verzichtete schlie√ülich 1479 im Vertrag von Alca√ßovas auf seine Anspr√ľche. Daf√ľr verzichtete Spanien auf alle Gebiete s√ľdlich von Kap Bojador und damit auf die Erforschung der Ostroute nach Indien.

Madeira

Die dritte portugiesische Armada, die nach Indien geschickt wurde entdeckte unter Jo√£o da Nova mehrere Inseln im S√ľdatlantik. Ascension wurde am 25. M√§rz 1501 entdeckt und Ilha de Nossa Senora de Concei√ß√£o genannt. Zwei Jahre sp√§ter wurde die Insel von Afonso de Albuquerque am 20. Mai 1503 erneut ‚Äěentdeckt‚Äú. Er gab ihr den Namen Assun√ß√£o, weil er sie an Christi Himmelfahrt sichtete. Die Insel wurde aber nicht in Besitz genommen. Die Insel St. Helena wurde ebenfalls 1501 entdeckt. Die Portugiesen importierten sp√§ter Fr√ľchte und bauten einige H√§user, darunter eine Kapelle. Die Lage der Insel wurde zun√§chst geheim gehalten. Der erste l√§ngere Bewohner der Insel war Fern√£o Lopez, der vom Gouverneur von Goa verbannt worden war, aber nicht nach Portugal zur√ľckkehren wollte. Lopez starb 1530 auf St. Helena. Um 1600 gaben die Portugiesen St. Helena auf, das sofort danach von den Holl√§ndern besetzt wurde.

1505 wurde vermutlich von Gon√ßalo √Ālvares die Insel Gough entdeckt und unter dem Namen Ilha de Gon√ßalo √Ālvares in die Karten eingetragen.

Die Insel Tristan da Cunha wurde zwar 1506 vom Portugiesen Trist√£o da Cunha und der achten portugiesischen Indienflotte entdeckt. Da er aber nicht anlanden konnte, wurde sie von Portugal nicht in Besitz genommen.

Atlantik
Besitzung Erwerb Verlust Geschichte
Azoren 1427 Entdeckung durch die Portugiesen 1427 (andere Quellen 1429 oder 1432), 1439 Besiedelung, Kolonie bis 1766, Verwaltung durch einen Generalkapit√§n (1766‚Äď1831), √úberseeprovinz (1831‚Äď1976), autonome Region seit 1976
Madeira 1419 seit 1420 im Besitz Portugals, Kolonie (1580‚Äď1834), Distrikt (1834‚Äď1976), autonome Region seit 1976
St. Helena 1501 1501 entdeckt, 1600 aufgegeben und von den Niederlanden besetzt

Siehe auch

Literatur

Englisch:

Deutsch:

  • Peter Feldbauer: Estado da India. Die Portugiesen in Asien 1498‚Äď1620. Mandelbaum-Verlag, Wien 2003, ISBN 3-85476-091-4.
  • A. H. de Oliveira Marques: Geschichte Portugals und des portugiesischen Weltreichs. Kr√∂ner, August 2001, ISBN 978-3-520-38501-7.
  • Teresa Pinheiro: Aneignung und Erstarrung. Die Konstruktion Brasiliens und seiner Bewohner in portugiesischen Augenzeugenberichten 1500‚Äď1595. (Beitr√§ge zur Kolonial- und √úberseegeschichte, Band 89) Steiner, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-08326-X.
  • Fernand Salentiny: Die Gew√ľrzroute. Die Entdeckung des Seewegs nach Asien; Portugals Aufstieg zur ersten europ√§ischen See- und Handelsmacht. K√∂ln 1991, ISBN 3-7701-2743-9.

Weblinks

 Commons: Portuguese Empire ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Fernand Salentiny: Die Gew√ľrzroute: Die Entdeckung des Seewegs nach Asien. Portugals Aufstieg zur ersten europ√§ischen See- und Handelsmacht. K√∂ln 1991, ISBN 3-7701-2743-9.
  2. ‚ÜĎ a b c d e A. H. de Oliveira Marques: Geschichte Portugals und des portugiesischen Weltreichs. Kr√∂ner August 2001, ISBN 978-3-520-38501-7.
  3. ‚ÜĎ Edmonds, (2002) China and Europe Since 1978: A European Perspective, Cambridge University Press, ISBN 0-521-52403-2.
  4. ‚ÜĎ Porter, Jonathan. (1996). Macau, the Imaginary City: Culture and Society, 1557 to the Present. Westview Press. ISBN 0-8133-3749-6
  5. ‚ÜĎ China Briefing Media. (2004) Business Guide to the Greater Pearl River Delta. China Briefing Media publishing. ISBN 988-98673-1-1
  6. ‚ÜĎ Ride, Lindsay. Ride, May. Fairbank, John K. The Voices of Macao Stones: Abridged with Additional Material by Jason Wordie. Hong Kong University Press. ISBN 962-209-487-2
  7. ‚ÜĎ Map proves Portuguese discovered Australia: new book, Reuters (vom 21. M√§rz 2007)
  8. ‚ÜĎ a b c d e Monika Schlicher: Portugal in Osttimor. Eine kritische Untersuchung zur portugiesischen Kolonialgeschichte in Osttimor 1850 bis 1912. Abera, Hamburg 1996, ISBN 3-931567-08-7, (Abera Network Asia-Pacific 4), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss, 1994).
  9. ‚ÜĎ Brockhaus¬ī Conversations-Lexikon, 13. Ausgabe. Supplementband, Seiten 17 (Afrika) und 602 (Portugal). Leipzig 1887
  10. ‚ÜĎ Die Erforschung Nordamerikas durch die Corte-Reals auf der offiziellen Webseite der Bibliotheken und Archive Kanadas. (englisch)
  11. ‚ÜĎ Jo√£o √Ālvares Fagundes auf der offiziellen Webseite der Bibliotheken und Archive Kanadas. (englisch)
  12. ‚ÜĎ Ride, Lindsay. Ride, May. Fairbank, John K. The Voices of Macao Stones: Abridged with Additional Material by Jason Wordie. Hong Kong University Press. ISBN 962-209-487-2

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