Postal

Postal
Entwickler Running With Scissors, Inc.
Publisher Ripcord Games
Erstveröffent-
lichung
14. November 1997
Plattform(en) PC (Linux, Windows), Mac OS X
Genre Third-Person-Shooter
Spielmodi Singleplayer, Multiplayer
Steuerung Tastatur
Systemminima 133 MHz CPU, 16 MB RAM, 24 MB Festplatte
Medien CD-ROM
Sprache Englisch, Deutsch

Postal ist eine Computerspiele-Serie des US-amerikanischen Entwicklungsstudios Running with Scissors, Inc. (RWS). Teil eins erschien 1997 und erhielt 2003 einen Nachfolger, der auf der Unreal Engine basiert. Teil zwei ist daher ein First Person Shooter, während sich der erste Teil noch einer isometrischen 2D-Ansicht bedient.

Beide Teile werden aufgrund ihrer deutlichen Gewaltdarstellung, auch gegen unbewaffnete Zivilisten, sehr stark kritisiert. Postal 2 ist in Deutschland indiziert. In Neuseeland und Australien war Postal neben Manhunt ein weiteres Spiel, das durch das Office of Film and Literature Classification keine Prüfung erhielt, solche Spiele gelten dann in diesen Ländern als verboten (Ein ungeprüfter Film darf dort weder verkauft, gekauft, angesehen noch überhaupt importiert werden).

Der Name des Spiels basiert auf der amerikanischen Redewendung „going postal“, was soviel bedeutet wie „einen Amoklauf starten“ oder schlicht „durchdrehen“.

Inhaltsverzeichnis

Postal

Postal versetzt den Spieler in die Rolle des Postal Dude, dem in der Spielwelt etliche Waffen zur Verfügung stehen, um seinem Frust Luft zu verschaffen und die Spielwelt in Schutt und Asche zu legen.

Der United States Postal Service strengte eine Markenrechtsklage gegen Running With Scissors an, verlor diese jedoch nach sechs Jahren.

1998 erschien ein Add-on mit dem Titel Special Delivery, das das Spiel um vier Level, neue Soundeffekte, neue Gegner sowie neue Spielmodi erweitert. Das Original und das Add-on wurden 2001 zusammen als Postal Plus auf den Markt gebracht, und durch Loki Software auch auf das Betriebssystem Linux portiert.

Postal 2

Postal²
Postal 2 logo.png
Entwickler Running With Scissors, Inc.
Erstveröffent-
lichung
13. April 2003
Plattform(en) Mac OS X, PC (Linux, Windows)
Genre Ego-Shooter
Spielmodi Singleplayer, Multiplayer
Steuerung Tastatur & Maus
Systemminima Win 98, Me, 2000, XP, Vista, Pentium III 733 Mhz, 128 MB RAM, DirectX 8.1, 32MB DirectX 8.1 Grafikkarte
Mac OS X 10.2.8 oder höher, 700 MHz G3, 256 MB RAM, 32 MB Grafikkarte
Linux Kernel 2.2 oder höher, Pentium 1GHz, Glibc 2.1.x, 128 MB RAM, OpenGL fähige Grafikkarte mit 32 MB
Medien CD-ROM
Sprache Englisch
Altersfreigabe
PEGI ab 18+ Jahren empfohlen
Information In Deutschland indiziert

Postal 2 erschien am 13. April 2003 für Mac OS X , Linux und Windows und basierte auf der Unreal Engine 2. Der Spieler übernimmt die Rolle des „Postal Dude“, eines großen dünnen Mannes mit Sonnenbrille, Bart und Ledermantel. Er lebt mit seiner keifenden Frau, die man jedoch nie zu Gesicht bekommt, in einem staubigen Wohnwagen in der fiktiven Stadt „Paradise“ in Arizona, USA. Das Spiel ist in Wochentage aufgeteilt und deckt fünf Tage im Leben des „Postal Dudes“ ab. Die Aufgaben des Spielers sind überwiegend rein profaner Natur, so lauten seine ersten „Aufträge“ unter anderem: beim Arbeitgeber Scheck abholen, Geld von der Bank abheben, im Supermarkt Milch holen (oder stehlen) und in der Kirche beichten zu gehen. Alles weitere liegt beim Spieler. Ziel des Spiel ist es, die Woche mit ihren unterschiedlichen Aufgaben zu überstehen. Dabei ist es allein dem Spieler überlassen, wie diese Aufgaben gelöst werden, so hat der Spieler beispielsweise die Wahl, ob er für die Milch im Supermarkt bezahlt, es mit dem Kassierer aufnimmt oder durch die Hintertür flüchtet. Im Laufe des Spiels wird es allerdings immer schwieriger, die Tagesaufgaben friedfertig zu lösen, da der Postal Dude in allerlei seltsame Situationen gerät, dabei die Feindseligkeiten verschiedenster Gruppen auf sich zieht und in verschiedene Gefechte gerät, die ohne Gewaltanwendung nur schwierig zu überstehen sind.

Kritik

Postal 2 zeigt deutlich satirische Züge, die auf verschiedene Aspekte des „American Way of Life“ abzielen. Beispiele wären unter anderem der allzu leichte Zugang zu Waffen, schießwütige und korrupte Polizisten oder eine im Spiel stattfindende Wahl, die deutliche Parallelen zu der ersten Wahl von George W. Bush zeigt. In der Stadt selber stößt der Spieler auf Anzeigetafeln, Namen und Schilder mit zynischen und schwarzhumorigen Sprüchen, die die Verkommenheit der Gesellschaft in Paradise verdeutlichen und dem Spiel eine sarkastische Atmosphäre verleihen.

Das Spiel ist jedoch stark in die Kritik geraten, da es dem Spieler ermöglicht, wahllos und exzessiv gewalttätig zu werden, was detailfreudig dargestellt wird.

Die Entwickler des Spiels versuchten der Kritik an dem Spiel damit entgegenzuwirken, indem sie angaben, dass die Entscheidung zur Gewaltausübung rein beim Spieler liege. Er allein entscheide, ob er seine Aufgaben friedlich erledigt oder Unheil stiftet. Allerdings wird der Spieler oftmals dazu gereizt, Gewalt anzuwenden. So wird er des Öfteren von überzogen dargestellten Protestgruppierungen angegriffen, die gegen alles mögliche protestieren, von Büchern bis zu Christen. Die Bewohner von „Paradise“ sind extrem unhöflich, werden schnell beleidigend, wenn der Spieler sie anrempelt, und leicht gewalttätig. Auch liegen diverse Waffen, von Scheren, die sich wie Wurfsterne verwenden lassen, über Sturmgewehre bis zum Napalmwerfer frei in der Gegend herum.

Der Spieler wird zwar gereizt, einen Amoklauf zu starten, nötig ist dies jedoch nie. Einige Missionen bringen den Spieler allerdings in ernste Gefahr, so dass er ermutigt wird, die Angreifer zu töten. So wird beispielsweise in der Mission „Beichten in der Kirche“ nach dem Beichtvorgang eine Zwischensequenz eingeblendet, in der Al-Qaida-Terroristen die Kirche stürmen und deren Besucher angreifen. Auf den Spieler wird unweigerlich geschossen, ob er nun selbst bewaffnet ist oder nicht. Zwar ist es nie Pflicht, das Feuer zu erwidern, doch ohne Gewalteinsatz ist es vor allem bei höheren Schwierigkeitsgraden beinahe unmöglich, eine solche Situation heil zu überstehen.

Die Aufgaben laufen allerdings nicht immer nur auf einen potentiellen Amoklauf hinaus, sondern lockern das Spiel oft mit kontroversem Humor auf.

In einer Mission ist es beispielsweise die Aufgabe des Protagonisten, auf das Grab des eigenen Vaters zu urinieren, wobei ihn zwei Hinterwäldler erwischen, entführen und sexuell missbrauchen wollen, was sich dadurch kennzeichnet, dass der Protagonist von nun an ein Lack- und Lederoutfit trägt, das es schnellstens zu wechseln gilt.

Der Spielverlauf wird von sarkastischen Sprüchen des Postal Dude begleitet, der Ereignisse und Situationen kommentiert.

Im Spiel gibt es immer wieder Referenzen auf die reale Welt. So arbeitet der Spieler zu Beginn bei den Spieleentwicklern RWS, deren Geschäftsräume von einer Gruppe Demonstranten belagert werden, die gegen gewalttätige Computerspiele protestieren. Ironischerweise stürmen diese dann selbst die Geschäftsräume sehr gewalttätig.

Einige weitere kontroverse Spielfeatures und Ereignisse:

  • mit Anthrax gefüllte Kuhköpfe als Waffe
  • Katzen lassen sich als Schalldämpfer für die Schrotflinte und das Sturmgewehr missbrauchen
  • Crack-„Gesundheits“-Pfeifen, die den Spieler heilen und sogar zusätzliche Lebensenergie verleihen, jedoch zur Sucht und Entzugserscheinungen führen
  • die Möglichkeit des Spielers, auf Mitmenschen zu urinieren und diese dadurch zum Sich-Übergeben zu bringen oder aber auf sich selbst, um sich zu löschen, falls er in Brand gerät
  • Islamistische Terroristen, die einen Selbstmordanschlag auf eine Kirche verüben
  • Als Dude seinen Onkel Dave, einen Kultführer, besuchen will, muss er feststellen, dass die Ranch des Kultes von Truppen des ATF umstellt ist. Dies ist eine offensichtliche Anspielung auf die Waco-Belagerung.
  • Es gibt eine versteckte Mission, in der man Osama Bin Laden töten muss.

Erweiterungen

Das Add-on Postal²: Share The Pain erweitert das Spiel um eine Multiplayerfunktion. Diese Version beinhaltet jedoch auch die normale Einzelspielerversion. Der Multiplayerteil von Postal²: Share The Pain wurde am 20. Mai 2008 zum kostenlosen Herunterladen bereitgestellt.

Das Add-on Postal²: Apocalypse Weekend, ist seit Mitte Mai 2005 erhältlich. Es erweitert das Hauptspiel, das in der Woche von Montag bis Freitag spielt, um das Wochenende. Im Gegensatz zum Hauptspiel ist das Add-on linearer aufgebaut, der Spieler kann also seine Wege nicht mehr so frei wählen, wie es im Hauptspiel möglich war. Dadurch gibt es aber eine viel dichtere Story als im Hauptspiel. Es spielt weiterhin in der fiktiven Stadt „Paradise“, die aber um neue Areale erweitert wurde.

Die Möglichkeit, die Passanten mit einer Schaufel bzw. Schrotflinte zu enthaupten, wurde erweitert, so dass es nun möglich ist, den Passanten sämtliche Körperteile, also Arme, Beine usw. abzutrennen, oder auch den ganzen Körper entzwei zu teilen. Dafür gibt es auch neue Waffen wie eine Sense, eine Machete oder einen Vorschlaghammer. Der Spieler bekommt es in dieser Erweiterung hauptsächlich mit „Mad Cow Tourette Zombies“ (BSE-infizierten Zombies mit Tourette-Syndrom), Terroristen, militanten Tierschützern und US-Soldaten, die den Postal Dude für einen Terroristen halten und in ein Guantanamo-ähnliches Gefangenenlager stecken, zu tun. Zum Spielen wird das Original Postal² oder Postal²: Share The Pain benötigt.

Postal Fudge Pack

Am 13. November 2006 veröffentlichte RWS die Spielesammlung Postal Fudge Pack, die alle Teile und Add-ons der Serie, Mods und weitere Extras enthält.[1] Die Sammlung erschien auf einer Hybrid-DVD für Windows, Linux und Mac mit folgendem Inhalt:

  • Postal Plus (Postal mit Add-on Special Delivery)
  • Postal²: Share the Pain (Postal² mit Multiplayer-Erweiterung Share the Pain)
  • Postal²: Apocalypse Weekend (Add-on für Postal²)
  • Eternal Damnation (Mod für Postal²: Share the Pain)
  • A Week in Paradise (Mod für Postal²)
  • Extras (Videos, Trailers, Fotos von „Postal Babes“ und Mitschnitt eines Radiointerviews)

Das Postal Fudge Pack wurde von der BPJM im März 2008 in die Liste B aufgenommen und besitzt demnach nach Ansicht der Bundesprüfstelle möglicherweise strafrechtlich relevante Inhalte.

Postal 10th Anniversary Collectors Edition

Diese limitierte Sammler-Edition wurde als Müsli-Schachtel der Marke "Postal KrotchyO's" veröffentlicht. Es sind wieder alle Teile und Add-ons der Serie enthalten sowie weitere Extras.[2] Die Sammlung enthält:

  • Postal Plus (Postal mit Add-on Special Delivery)
  • Postal²: Share the Pain (Postal² mit Multiplayer-Erweiterung Share the Pain)
  • Postal²: Apocalypse Weekend (Add-on für Postal²)
  • Eternal Damnation (Mod für Postal²: Share the Pain)
  • A Week in Paradise (Mod für Postal²)
  • A Very Postal Christmas (Mod für Postal²)
  • Audio-CD Music To Go Postal By
  • Extras (Videos, Trailers, Fotos von „Postal Babes“ und Mitschnitt eines Radiointerviews, Stickerbogen)
  • Sneak Preview zum Kinofilm und Postal³
  • Gewinnspiel "Golden Ticket" für ein Christmas-Dinner mit den Entwicklern

Postal III

Postal III
Entwickler Running With Scissors, Inc. Akella
Erstveröffent-
lichung
10. Dezember 2011[3]
Plattform(en) Linux, Mac OS X, PlayStation 3, Microsoft Windows, Xbox 360
Genre Third-Person-Shooter
Spielmodi Singleplayer, Multiplayer[4]
Steuerung Tastatur & Maus, X-Box 360 Controller, PlayStation 3 Controller
Systemminima Pentium4 3,0 GHz, 1 GB RAM (XP)/2 GB RAM (Vista/7), DirectX 9.0c-kompatible Grafikkarte mit 128 MB RAM und Shader Model 2.0 (ab Nvidia 6600 GT oder ATI X800), 7.5 GB freier Speicherplatz, Windows 7/Vista/XP[5]
Medien Blu Ray, DVD, Download
Sprache Englisch

Postal III oder auch Postal 3 ist der nun dritte Teil der Postal Serie. Bereits 2004 wurde über einen dritten Teil nachgedacht, jedoch begann die Entwicklung erst im Oktober 2006. Anders als bei Postal² spielt man nun im Third-Person-Modus. Die Handlung wird, da der Postal Dude seine Heimatstadt Paradise am Ende von Postal 2: Apocalypse Weekend mit einer Atombombe in die Luft sprengte, in der fiktiven Stadt "Catharsis" ablaufen. Auf die Frage hin, was denn so alles neu sei, antworteten die Entwickler: „Animals Animals Animals and Babes Babes Babes“. Frühes Ingame-Filmmaterial des Spiels auf der E3 2008 enthüllte neue Waffen wie unter anderem die "Badgersaw", ein Dachs, den der Postal Dude ähnlich wie eine Säge benutzt, einen Staubsauger mit dem man kleinere Gegenstände aufsaugen und wieder herausschießen kann und ein M60 Maschinengewehr. Das aus Postal 2 bekannte Benzin wird es auch wieder geben. Ein neues Konzept der Waffe ist ein Laboraffe, der auf einen Laser, vom Postal Dude bedient, reagiert. Aus dem offiziellen Trailer geht hervor, dass man zumindest mit Segways fahren können wird. Die Entwickler gaben außerdem bekannt, dass es nun drei verschiedene Spielarten geben wird. Einmal als der ganz liebe Kerl, dann als der ganz böse Kerl und zuletzt, als der durchgeknallte Kerl, auch Insane genannt. Jedoch hat Postal nichts an seinem schwarzen Humor verloren und soll noch genauso satirisch sein wie früher.

Die Veröffentlichung des Spiels wurde mehrfach verschoben. Postal 3 sollte bereits im Herbst 2008 erscheinen, dann wurde die Veröffentlichung jedoch für Winter 2009 angekündigt. Auch dieser Termin konnte nicht eingehalten werden. Laut Gamestar hatte einer der Entwickler (Vince Desi) im Februar diesen Jahres gesagt das ein Release im Mai 2011 angestrebt wurde, da Postal III fast fertig sei und man nur noch einen Publisher brauche.[6]

Da die vorherigen Teile in Deutschland indiziert wurden, liegt eine Indizierung des dritten Teils nahe.

Für die Entwicklung lizenzierte das Studio die Source Engine von Valve.

Verfilmung

siehe Hauptartikel: Postal (Film)

Am 24. Oktober 2005 gab Running with Scissors, der Entwickler des Spiels und Rechteinhaber bekannt, dass ein Film geplant sei. Der wegen kontroversen Filmen umstrittene Regisseur Uwe Boll führte Regie. Als Marketingmaßnahme kündigte Boll an, dass in Postal alle Elemente, die die Fangemeinde an der Computerspielreihe liebe, vorkommen werden. Schwarzer Humor, exzessive Gewalt und selbst der Katzenschalldämpfer wurden genannt. Als „(Postal) Dude“ stand der Schauspieler Zack Ward vor der Kamera. In Deutschland kam der Film am 18. Oktober 2007 in die Kinos und ist inzwischen auf DVD und Blu-ray erhältlich.[7]

Siehe auch

Quellen

  1. Offizielle Ankündigung des Postal Fudge Pack
  2. Offizielle Ankündigung der Postal 10th Anniversary Collectors Edition
  3. http://www.modulopfer.de/2011/10/22/postal-3-hat-release-termin/
  4. http://www.gbase.ch/global/news/0/Postal-3-Multiplayer-an-Bord-28749.html
  5. http://www.runningwithscissors.com/postal3/requirements
  6. http://www.gamestar.de/spiele/postal-3/news/postal_3,44774,2321053.html
  7. Geschmacklos, aber konsequent: Ein Deutscher dreht den ersten Parodie-Film auf 9/11, Welt online, 14. Oktober 2007

Weblinks


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