Preußische Reformen

ï»ż
Preußische Reformen

Die Preußischen Reformen waren eine Reihe von Staats- und Verwaltungsreformen des frĂŒhen 19. Jahrhunderts, die von gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen begleitet wurden; diese Reformen und Maßnahmen wurden nach ihren Hauptinitiatoren auch Stein-Hardenbergsche Reformen genannt. Sie waren eine Reaktion auf die Niederlage Preußens gegen NapolĂ©on in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahr 1806. Große Gebietsverluste, erdrĂŒckende Tributzahlungen an Frankreich und das Bestreben, sich im Kreis der GroßmĂ€chte zu behaupten, nötigten die preußische StaatsfĂŒhrung seit 1807 zu Modernisierungen, die auf den Ideen der AufklĂ€rung beruhten und Teil einer gesamteuropĂ€ischen Entwicklung waren.

Karl Freiherr vom Stein und nach ihm Karl August FĂŒrst von Hardenberg waren hauptverantwortlich fĂŒr die Leitlinien der Politik und trieben die staatliche Neuordnung und Verwaltungsreformen sowie die VerĂ€nderungen in Agrarverfassung und Gewerbeordnung voran. Hinzu kamen die damit verknĂŒpften MilitĂ€rreformen von Gerhard von Scharnhorst, August Neidhardt von Gneisenau und Hermann von Boyen sowie die von Wilhelm von Humboldt eingeleiteten Reformen im Bildungswesen. Den Zusammenhang der Reformkomplexe machte Gneisenau deutlich, als er meinte, Preußen mĂŒsse sich auf „den dreifachen Primat der Waffen, der Wissenschaft und der Verfassung“ grĂŒnden.[1] Schwieriger als der Beginn der Reformzeit ist deren Ende zu bestimmen. Insbesondere innen- und verfassungspolitisch markiert das Jahr 1819 einen Einschnitt, als auch in Preußen die Verfassungsbestrebungen eingestellt wurden und restaurative Tendenzen die Oberhand gewannen.

Inhaltsverzeichnis

Anlass, Ziele und GrundsÀtze

Der Zusammenbruch und das Ziel der „Revolution von oben“

Die Gebietsverluste des preußischen Staates zwischen 1801-1807

Die Niederlage von 1806 war nicht nur eine Folge falscher Entscheidungen oder des militĂ€rischen Genies Napoleons, sondern hatte auch innerpreußische strukturelle GrĂŒnde. Preußen war im 18. Jahrhundert der klassische Staat des aufgeklĂ€rten Absolutismus in Deutschland. StĂ€ndische und andere partikulare Gewalten wie im Westen und SĂŒden gab es kaum noch. Zur Zeit Friedrichs II. war Preußen ein vergleichsweise fortschrittliches und reformorientiertes Land. Insbesondere nach dessen Tod begann das absolutistische System zu erstarren und die Reformen blieben stecken oder waren ambivalent. Dies gilt insbesondere fĂŒr die ausbleibende soziale Modernisierung. Das Allgemeine Landrecht fĂŒr die Preußischen Staaten von 1794 zielte zwar auf die Bindung von Staat und staatsbĂŒrgerlicher Gesellschaft an Gesetz und Recht ab, fixierte aber gleichzeitig die feudale Ordnung insgesamt. Zwar wurde auf den StaatsdomĂ€nen die Leibeigenschaft abgeschafft, nicht aber auf den ostelbischen Großgrund- und AdelsgĂŒtern.[2]

Die ReformbedĂŒrftigkeit des preußischen Staates war fĂŒr viele Beobachter und hohe Beamte schon vor dem Krieg von 1806 offensichtlich und fand sich auch in Denkschriften Steins und Hardenbergs wieder. Friedrich Wilhelm III. entließ Stein daraufhin im Januar 1807 aus seiner Stellung als Wirtschafts- und Finanzminister.[3] Der völlige Zusammenbruch Preußens infolge der Niederlage gegen Napoleon bei Jena und Auerstedt machte Reformen aber schließlich unabweisbar. Im Frieden von Tilsit verlor das Land etwa die HĂ€lfte seiner FlĂ€che. Dazu gehörten vor allem die Gebiete westlich der Elbe und die bei den letzten polnischen Teilungen gewonnenen Territorien. Damit war der altpreußische Staat faktisch untergegangen.

In dieser Situation gewannen die Reformer in der BĂŒrokratie und im MilitĂ€r die Oberhand gegenĂŒber den konservativen und restaurativen Teilen der BĂŒrokratie sowie gegenĂŒber dem Adel. Einen erheblichen Einfluss ĂŒbte die idealistische Philosophie in der Nachfolge von Immanuel Kant auf die Hauptakteure aus. Die Ziele der Reformer definierte die Rigaer Denkschrift von 1807. Formuliert wurde diese im Wesentlichen von Barthold Georg Niebuhr, Karl vom Stein zum Altenstein und Heinrich Theodor von Schön fĂŒr Hardenberg. Sie konstatierten, dass die Revolution den Franzosen einen ganz neuen Schwung gegeben habe. „Alle schlafenden KrĂ€fte wurden geweckt, das Elende und Schwache, veraltete Vorurteile und Gebrechen wurden zerstört.“ Auch Preußen bliebe nichts anderes ĂŒbrig, als sich tiefgreifend zu reformieren. Der „Wahn, dass man der Revolution am sichersten durch Festhalten am Alten und durch strenge Verfolgung der durch solche geltend gemachten GrundsĂ€tze entgegen streben könne, hat besonders dazu beigetragen, die Revolution zu befördern und derselben eine stets wachsende Ausdehnung zu geben. Die Gewalt dieser GrundsĂ€tze ist so groß, sie sind so allgemein anerkannt und verbreitet, dass der Staat, der sie nicht annimmt, entweder seinem Untergange, oder der erzwungenen Annahme derselben, entgegensehen muss; Ja selbst die Raub- und Ehr- und Herrschsucht Napoleons und seiner begĂŒnstigten Gehilfen ist dieser Gewalt untergeordnet und wird es gegen ihren Willen bleiben. Es lĂ€sst sich auch nicht leugnen, dass unerachtet des eisernen Despotismus, womit er regiert, er dennoch in vielen wesentlichen Dingen jene GrundsĂ€tze befolgt, wenigstens ihnen dem Schein nach zu huldigen genötigt ist.“

Daraus folgerten die Autoren: „Also eine Revolution im guten Sinn, gemach hin fĂŒhrend, zu dem großen Zwecke der Veredlung der Menschheit, durch Weisheit der Regierung und nicht durch gewaltsame Impulsion von Innen oder Außen – das ist unser Ziel, unser leitendes Prinzip. Demokratische GrundsĂ€tze in einer monarchischen Regierung: diese scheint mir die angemessene Form fĂŒr den gegenwĂ€rtigen Zeit-Geist. Die reine Demokratie mĂŒssen wir noch dem Jahre 2440 ĂŒberlassen, wenn sie anders je fĂŒr den Menschen gemacht ist.“ Mit Blick auf die Niederlage von 1806 ging auch Friedrich Wilhelm III. davon aus, dass Preußen nur bei grundlegenden Reformen in Staat und Gesellschaft weiter bestehen könne.[4]

Der Einzug Napoleons am 27. Oktober 1806 in Berlin machte die Krise des alten preußischen Staates sichtbar (HistoriengemĂ€lde von Charles Meynier, 1810)

Napoleon selbst war es, der den König veranlasste, Stein im September 1807 in die Regierungsspitze zurĂŒckzuholen, weil er ihn fĂ€lschlicherweise fĂŒr einen BefĂŒrworter seiner Politik hielt. Auch die Reformpartei in Preußen setzte sich fĂŒr die Berufung Steins ein. Dieser selbst stellte allerdings schwerwiegende Bedingungen, die vom König im Vorfeld die Zustimmung zu wesentlichen Reformschritten verlangten. Dazu gehörte die Abschaffung des königlichen Kabinettssystems. Die Regierung sollte nur durch die Minister erfolgen, die ein unmittelbares Vortragsrecht beim König haben sollten. Stein, der konzeptionell fĂŒr kollegiale FĂŒhrungsstrukturen plĂ€dierte, verlangte und erhielt von Friedrich Wilhelm III. die Position eines leitenden Ministers. Direkte Weisungsbefugnis hatte er dabei fĂŒr die Zivilverwaltung. GegenĂŒber den anderen Ressorts verfĂŒgte Stein ĂŒber Kontrollrechte. [5] Als Napoleon merkte, dass ihm in Stein ein ernsthafter Gegner erwachsen war, tat er alles, um diesen auszuschalten. Letztlich war Stein gezwungen, Preußen zu verlassen. So hatte er nur etwas mehr als ein Jahr bis November 1808 Zeit fĂŒr seine Reformpolitik.

Die politischen Konzepte von Stein und Hardenberg

Der Historiker Barthold Georg Niebuhr war einer der Verfasser der Denkschrift von Riga, einer der programmatischen Grundlagen der Reformpolitik

Stein und Hardenberg prĂ€gten nicht nur nacheinander die politische Richtung, sie standen auch fĂŒr zwei tendenziell unterschiedliche AnsĂ€tze. Anders als die Reformen in den Rheinbundstaaten war Steins Ansatz eher antiaufklĂ€rerisch, traditionalistisch und knĂŒpfte an adelige Absolutismuskritik und an englische Vorbilder, insbesondere die Glorious Revolution von 1688, an. Er stand den zentralistischen BĂŒrokratien skeptisch gegenĂŒber und trat fĂŒr KollegialitĂ€t in der Verwaltung und fĂŒr Dezentralisierung ein. Gemeinsam mit anderen fĂŒhrenden Reformköpfen verfolgte er „eine Politik der defensiven Modernisierung, nicht mit, sondern gegen Napoleon.“[6]

Hardenberg, der Stein ablöste, war dagegen mehr von den Traditionen der AufklÀrung geprÀgt. Er nahm stÀrker als Stein die Prinzipien der französischen Revolution und Anregungen der napoleonischen Herrschaftspraxis auf.[7] Im Gegensatz zu Stein war er Etatist. Er strebte eine StÀrkung des Staates durch eine straffe und zentral organisierte Verwaltung an.

Gleichwohl bedeuteten diese Unterschiede nur eine gewisse Akzentverschiebung innerhalb der ReformkrÀfte. Die Initiativen hingen zeitlich, inhaltlich und von ihren Zielen her zusammen, so dass der Begriff Stein-Hardenbergsche Reformen tatsÀchlich gerechtfertigt ist.

Zentrale Handlungsfelder

Im Kern waren die „organischen Reformen“ eine Synthese aus Altem und Fortschrittlichem. Es galt, die inzwischen wenig effektiven Strukturen des absolutistischen Staates aufzubrechen. Stattdessen sollte ein Staat mit Mitwirkungsmöglichkeiten der BĂŒrger auf der Grundlage von persönlicher Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz entstehen. Hauptziel der StaatsfĂŒhrung war es, durch eine Erneuerung von Innen den Weg zur Befreiung von der faktischen französischen Oberherrschaft und den Wiederaufstieg zur Großmacht zu ermöglichen.

Wirtschaftspolitisch wurden die Reformer stark von Adam Smith beeinflusst

Ein zentraler Punkt waren die Mitwirkungsmöglichkeiten der BĂŒrger im Staat durch EinfĂŒhrung der Selbstverwaltung in Provinzen, Kreisen und Kommunen. Nach der Nassauer Denkschrift Steins war das Ziel: „Belebung des Gemeingeistes und des BĂŒrgersinns, die Benutzung der schlafenden und falsch geleiteten KrĂ€fte und zerstreut liegenden Kenntnisse, der Einklang zwischen dem Geist der Nation, ihren Ansichten und BedĂŒrfnissen und denen der Staatsbehörden, die Wiederbelebung der GefĂŒhle fĂŒr Vaterland, SelbstĂ€ndigkeit und Nationalehre.“[8] Aus den Untertanen sollten StaatsbĂŒrger werden, die die Sache des Staates vertreten sollten. Teilweise waren allerdings die Pflichten von grĂ¶ĂŸerer Bedeutung als die Rechte. Außerdem grĂŒndeten Steins Vorstellungen von Selbstverwaltung noch auf stĂ€ndischen Grundlagen. Letztlich kam es zu einem Kompromiss zwischen den Vorstellungen eines modernen ReprĂ€sentativsystems und stĂ€ndischen Aspekten. An die Stelle der alten stĂ€ndischen Gliederung von Geistlichkeit, Adel und BĂŒrgertum traten nun Adel, BĂŒrgertum und Bauern. Das Wahlrecht sollte ausgeweitet werden und auch freie Bauern umfassen. Dieser letzte Punkt war daher eine Grundlage der Bauernbefreiung.

Außerdem war die Neuordnung der VerhĂ€ltnisse auf dem Lande neben den Gewerbereformen auch Teil der Liberalisierung der preußischen Wirtschaft. In diesem Punkt gingen die Reformen in Preußen deutlich weiter als in den Rheinbundstaaten und waren letztlich auch erfolgreicher. Der unmittelbare Anstoß fĂŒr VerĂ€nderungen in diesem Bereich war die Finanzkrise des preußischen Staates nach 1806. Dazu trugen die Kontributionen, Besatzungskosten und sonstigen kriegsbedingten Ausgaben erheblich bei. Insgesamt musste Preußen 120 Millionen Franc an Frankreich zahlen. Die Bauernbefreiung, die Gewerbefreiheit und andere Maßnahmen sollten wirtschaftliche Hemmnisse beseitigen und die freie Konkurrenz im Wirtschaftsleben durchsetzen. Die preußischen Reformer orientierten sich dabei stĂ€rker als die sĂŒddeutschen am Wirtschaftsliberalismus, wie ihn Adam Smith vertrat und wie ihn Theodor von Schön oder Christian Jakob Kraus propagierten. Dabei stand allerdings nicht die Förderung einer noch kaum vorhandenen Industrie im Vordergrund, sondern vielmehr die teils krisenhafte Lage der Landwirtschaft. Auch die Gewerbefreiheit zielte vor allem auf die Beseitigung von Schranken fĂŒr die lĂ€ndliche GewerbetĂ€tigkeit.[9]

Die Reformpolitik im Überblick

In der kurzen Zeit, in der Stein die leitende Position innehatte, wurden die entscheidenden Gesetze erlassen, auch wenn das Organisationsgesetz ĂŒber die Staatsverwaltung erst 1808 nach seinem Sturz veröffentlicht wurde. In Steins Amtszeit fielen das Oktoberedikt von 1807 zur Bauernbefreiung und die StĂ€dteordnung von 1808. Nach einer kurzen Zwischenphase unter Karl vom Stein zum Altenstein ĂŒbernahm Hardenberg die FĂŒhrung der Politik. Seit 1810 trug er den Titel eines Staatskanzlers; dieses Amt bekleidete er bis 1822. In seine Amtszeit fallen die Vollendung der Agrarreform mit den Regulierungsedikten von 1811 und 1816 sowie der Ablöseordnung von 1821. Hinzu kamen Gesetze zur Gewerbereform. Dazu gehörten insbesondere das Gewerbesteueredikt vom 2. November 1810 und das Gewerbepolizeigesetz von 1811. Im Jahr 1818 folgten Zollgesetze zur Aufhebung der Binnenzölle. Zu den gesellschaftlichen Reformen gehörte das Emanzipationsedikt von 1812 fĂŒr die jĂŒdischen StaatsbĂŒrger. Trotz unterschiedlicher Ausgangslage und Zielsetzung gab es vergleichbare Reformen auch in den Rheinbundstaaten, was jedoch kaum fĂŒr die MilitĂ€r- und Bildungsreformen gilt. Im Zuge restaurativer Tendenzen wurde die Reformpolitik in Preußen 1819/20 abgebrochen. Kernpunkte der vollzogenen Reformen blieben jedoch erhalten. [10]

Staats- und Verwaltungsreformen

BĂŒrokratie und StaatsfĂŒhrung

Die Reform von Verwaltung und Staatsstruktur hatte fĂŒr die ReformkrĂ€fte besonders hohe PrioritĂ€t. Einen preußischen Staat hat es vor 1806 eigentlich nicht gegeben, sondern es gab verschiedene LĂ€nder, Provinzen und Staaten, die zu einem betrĂ€chtlichen Teil nur von der Person des Königs zusammengehalten wurden. Eine einheitliche Verwaltung gab es nicht. Es existierten eine Reihe teilweise sachbezogener und teilweise provinzbezogener Behörden, deren Koordination nur schwach ausgeprĂ€gt war. So fehlte etwa ein fundierter GesamtĂŒberblick ĂŒber die Finanzsituation. Es gab zwar Minister, aber neben diesen stand das Kabinett des Königs. Auf den Rat der dort vertretenen persönlichen Berater und KabinettsrĂ€te stĂŒtzten sich meist die königlichen Entscheidungen.

Mit Beginn der Ära Steins wurde aus den preußischen Staaten ein einheitlicher preußischer Staat. Auch das alte Kabinettsystem wurde beseitigt. An die Stelle unklar abgegrenzter Oberbehörden wie dem Generaldirektorium trat 1808 ein nach dem Ressortprinzip klar gegliedertes Staatsministerium. Die Minister etwa fĂŒr Inneres, Äußeres, Finanzen, Justiz und Krieg waren dem König verantwortlich. Die VerĂ€nderungen gingen in ihrer Bedeutung ĂŒber die Schaffung einer effektiveren StaatsfĂŒhrung deutlich hinaus. Der preußische SpĂ€tabsolutismus wurde nun durch eine bĂŒrokratisch-monarchische Doppelherrschaft abgelöst. In dieser hatten die Minister eine starke Stellung. In der ReformĂ€ra ĂŒberflĂŒgelten sie sogar den Einfluss des Königs. Dieser konnte nur noch mit seinen Ministern und durch sie regieren. Zu Steins Zeiten war das Staatsministerium kollegial organisiert, es gab keinen ersten Minister. Dies Ă€nderte sich unter Hardenberg, der das Amt eines Staatskanzlers innehatte und als solcher den Zugang der Minister zum König kontrollierte.

Auch unterhalb der Staatsspitze kam es zu weitgehenden VerĂ€nderungen. Preußen wurde in Regierungsbezirke eingeteilt. Die Regierungen waren wie die Staatsministerien in Ressorts gegliedert. Im Unterschied zu den Rheinbundstaaten hatten die RegierungsprĂ€sidenten keine umfassenden Kompetenzen, sondern sie standen jeweils als primus inter pares einem auf Diskussion und Konsensfindung angelegten Regierungskollegium vor.

Auch Justiz und Verwaltung wurden in diesem Zusammenhang endgĂŒltig getrennt. Dabei stand den Betroffenen bei Verwaltungsakten zwar ein Einspruchsrecht zu. DarĂŒber entschieden wurde aber innerhalb der BĂŒrokratie; eine juristische Kontrolle der Verwaltung gab es nicht. Allerdings bedeutete die weiter verstĂ€rkte Verschriftlichung, die Niederlegung der VorgĂ€nge in Akten, eine weitere EinschrĂ€nkung informellen Verwaltungshandelns. Die innere Organisation der Verwaltung wurde spĂ€ter Vorbild fĂŒr andere deutsche Staaten und fĂŒr Großunternehmen. In der Reformzeit erfuhr das Berufsbeamtentum, wie es seitdem nur wenig verĂ€ndert in Deutschland besteht, seine wesentliche AusprĂ€gung. Der Staat zahlte den Beamten auf Lebenszeit ein regelmĂ€ĂŸiges und auskömmliches Gehalt. Damit wurden diese von NebeneinkĂŒnften unabhĂ€ngiger und weniger anfĂ€llig fĂŒr Bestechungen. Im Zusammenhang mit der GewĂ€hrung einer lebenslangen Absicherung verlangte der Dienstherr aber auch eine unbedingte Treue und Hingabe. Privilegierung und Disziplinierung waren eng verbunden. Es entstanden Laufbahnvorschriften, DienstplĂ€ne, an bestimmte BildungsabschlĂŒsse gebundene Einstellungsvoraussetzungen und PrĂŒfungsordnungen. Damit verstĂ€rkte sich die Konkurrenz unter den Bewerbern. Gleichzeitig wurden Einstellungen von objektiven Kriterien und nicht mehr von der Gunst des EntscheidungstrĂ€gers abhĂ€ngig. Außerdem wurde durch diese Praxis das Leistungsprinzip gestĂ€rkt. Dem konnten sich auch die adeligen AnwĂ€rter auf höhere Beamtenstellen nicht mehr entziehen. Diese Modernisierung der Verwaltung wurde allerdings in den folgenden Jahrzehnten und vor allem im VormĂ€rz von der liberalen Öffentlichkeit immer mehr als eine alles durchdringende BĂŒrokratisierung kritisiert.[11]

Ein wichtiges Ziel der Reformer war nicht zuletzt die verwaltungsrechtliche Durchdringung des gesamten Landes. Insbesondere auf dem Land gab es neben dem Staat bislang noch adelige Partikularrechte, die dies verhinderten. Mit dem Gendarmerie-Edikt von 1812 wurden Landkreise als einheitliche Verwaltungseinrichtungen fĂŒr Gebietseinheiten aus Dörfern, kleineren StĂ€dten und Gutsbezirken geschaffen. Die Kreise wurden anfangs direkt in die staatliche Kontrolle eingebunden. An der Spitze standen nicht mehr adelige LandrĂ€te, sondern ernannte Kreisdirektoren mit weitreichenden Vollmachten. Als Vertreter der Bevölkerung kamen sechs Kreisdeputierte hinzu. Die Patrimonialgerichte des Adels wurden durch die staatliche Gerichtsverwaltung ersetzt. Auch die polizeilichen Rechte der Gutsherren wurden durch EinfĂŒhrung der Gendarmerie eingeschrĂ€nkt.

Die Kreisreform war einer der tiefgreifendsten Angriffe der Reformer auf Adelsprivilegien. Letztlich ist sie daher auch in weiten Teilen am erbitterten Widerstand der Aristokratie gescheitert. Im Jahr 1816 gelang es dieser durchzusetzen, dass der Landrat, der nun wieder die fĂŒhrende Position einnahm, in der Regel aus den Reihen der eingesessenen Gutsbesitzer kommen sollte. Dies fĂŒhrte letztlich dazu, die Stellung des Adels auf dem Land zu stĂ€rken.[12]

Gesamtstaatliche ReprÀsentation?

Neben dem Staatsministerium plante Stein auch die Einrichtung eines Staatsrates. Mitglieder sollten amtierende und ehemalige Minister sein. Hinzu kamen weitere hohe Beamte, die Prinzen des Königshauses und vom König ernannte Personen. Das Gremium war als eine Art Ersatzparlament mit recht weitgehenden Entscheidungsrechten konzipiert. Als Bastion der BĂŒrokratie sollte der Staatsrat einen RĂŒckfall in den Absolutismus und das Erstarken feudaler Interessen verhindern. Bereits 1808 hat sich gezeigt, dass der Staatsrat nur unzureichend funktionierte. Hardenberg stufte ihn 1810 dann zu einem Beratungsgremium zurĂŒck.

Friedrich August Ludwig von der Marwitz war eine der maßgeblichen Personen in der adeligen Opposition

Gewissermaßen analog zu der EinfĂŒhrung der Selbstverwaltung der StĂ€dte plante Hardenberg eine gesamtstaatliche NationalreprĂ€sentation. Auch diese PlĂ€ne sahen eine Mischung von stĂ€ndischen und reprĂ€sentativen Elementen vor. Eine erste Versammlung von Notabeln trat 1811 zusammen, eine zweite folgte 1812. Diese setzte sich auf stĂ€ndischer Grundlage aus achtzehn adeligen Gutsherren, zwölf stĂ€dtischen Grundbesitzern und neun Bauernvertretern zusammen. Der Grund fĂŒr die stĂ€ndische Zusammensetzung war neben eher theoretischen PrĂ€ferenzen auch ganz praktischer, insbesondere fiskalischer Art. Um die hohen Kriegskontributionen zahlen zu können, war der Staat in hohen Maße auf Kredite des Adels angewiesen. AuslĂ€ndische Kredite dagegen waren nur dann zu erhalten, wenn die StĂ€nde fĂŒr die RĂŒckzahlung hafteten.

Nach der Einberufung der provisorischen Versammlungen zeigte sich bald, dass die Deputierten keineswegs nur das Gesamtinteresse des Staates im Augen hatten, sondern auch die Interessen ihres Standes durchsetzen wollten. Vor allem der Adel, der durch die Reformen seine Vorrechte in Gefahr sah, versuchte die Versammlungen als Waffe der Opposition gegen die VerĂ€nderungen zu nutzen. An ihrer Spitze standen Friedrich August Ludwig von der Marwitz und Friedrich Ludwig Karl Finck von Finckenstein. Deren Widerstand ging so weit, dass die Regierung sie sogar zeitweise verhaften ließ. Der Historiker Reinhart Koselleck hat die These vertreten, dass bei der endgĂŒltigen Etablierung einer stĂ€ndischen NationalreprĂ€sentation weitere Reformen unmöglich gewesen wĂ€ren. Am Ende der Reformen standen Kreise und Provinzvertretungen (Provinziallandtage) auf stĂ€ndischer Grundlage und eine vergleichbare stĂ€dtische Selbstverwaltung. Das Scheitern der Schaffung einer NationalreprĂ€sentation hatte erhebliche Folgen fĂŒr die weitere innere Entwicklung Preußens und des Deutschen Bundes. WĂ€hrend sich die sĂŒddeutschen Rheinbundstaaten zu Verfassungsstaaten entwickelten, blieb Preußen bis 1848 ohne ein gesamtstaatliches Parlament.[13]

StÀdtereform

Gottesdienst fĂŒr die ersten preußischen Stadtverordneten im Jahr 1808 in der Nikolaikirche in Berlin

Die StĂ€dte im ostelbischen Preußen wurden bis in die Reformzeit direkt vom Staat kontrolliert. Wo es dem Namen nach noch Selbstverwaltungsorgane gab, hatten diese kaum Einfluss oder waren sinnentleert. In Teilen knĂŒpfte die StĂ€dtereform Steins an diese Ă€lteren Traditionen an, indem Sonderrechte beseitigt wurden und alle StĂ€dte derselben Ordnung unterworfen wurden. Auch stĂ€dtische Resthoheiten etwa im Polizei- und Gerichtswesen wurden aufgehoben.

Im Zentrum der Kommunalreform von 1808[14] stand allerdings das Ideal der Selbstverwaltung. Die StĂ€dte sollten nunmehr nicht mehr ausschließlich dem Staat untergeordnet sein, sondern die BĂŒrger sollten ĂŒber ihre Angelegenheiten bestimmen können. In diesem Bereich kam Steins Ablehnung einer zentralen BĂŒrokratie am deutlichsten zum Ausdruck. Stein hoffte außerdem auf einen erzieherischen Effekt. Die Selbstverwaltung sollte das Interesse an öffentlichen Angelegenheiten wecken, was letztlich auch dem Gesamtstaat zugute kommen sollte. Johann Gottfried Frey, auf den wesentlichen Teile der Reform zurĂŒckgehen, schrieb: „Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen.“[15]

Die Stadtverordneten waren ReprĂ€sentanten der gesamten Gemeinde und nicht einer stĂ€ndischen Gruppe. Das Wahlrecht war dabei an einen vergleichsweise niedrigen Zensus gebunden. Die Stadtverordneten konnten von allen BĂŒrgern mit Besitz von Grund und Boden, mit einem Einkommen von mindestens 200 Talern oder gegen eine GebĂŒhr gewĂ€hlt werden. Zu den wichtigsten Aufgaben der Stadtverordneten gehörte die Wahl des Magistrats. Dieser war das kollegial organisierte Vollzugsorgan der Stadtverwaltung. An der Spitze stand der BĂŒrgermeister, dessen Wahl wie die der Magistratsmitglieder von der Staatsregierung bestĂ€tigt werden musste. FĂŒr die verschiedenen Verwaltungsbereiche wurden Kommissionen eingesetzt. Die zentrale Aufgabe der Selbstverwaltung ergab sich aus der Verantwortung fĂŒr den stĂ€dtischen Haushalt. Die Polizei ging als Auftragsverwaltung erneut in den Aufgabenbereich der Kommunen ĂŒber.

Trotz dieser AnsĂ€tze einer ReprĂ€sentativverfassung gab es weiterhin stĂ€ndische Elemente. So blieb die Unterscheidung in unterschiedliche Gruppen bestehen. Die vollen Rechte blieben den BĂŒrgern vorbehalten. Zum Erwerb des BĂŒrgerrechts verpflichtet waren GrundeigentĂŒmer und Gewerbetreibende. GrundsĂ€tzlich stand das BĂŒrgerrecht auch anderen offen. Dazu zĂ€hlten die stĂ€dtischen Unterschichten, die im Allgemeinen Landrecht als Schutzverwandte bezeichnet wurden, und die Eximierten. Dies waren im Landrecht Gebildete und meist im Staatsdienst stehende Personen, die vor der Reformzeit nicht der stĂ€dtischen, sondern der staatlichen Gerichtsbarkeit unterlagen. Von dem Recht zum Erwerb der stĂ€dtischen BĂŒrgerrechte konnten aber wegen der damit verbundenen Kosten insbesondere die unteren Schichten und Ă€rmeren Eximierten nur selten Gebrauch machen.

Erst in der revidierten StĂ€dteordnung von 1831 gab es AnsĂ€tze, an Stelle der BĂŒrgergemeinde die Einwohnergemeinde zu setzen. Insgesamt lag die Selbstverwaltung bis in den VormĂ€rz hinein in den HĂ€nden der in den StĂ€dten ansĂ€ssigen Handwerker und Kaufleute. In den großen StĂ€dten machten die VollbĂŒrger und ihre Familien etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung aus. Trotz dieser EinschrĂ€nkungen waren die Reformen ein Schritt auf dem Weg zur modernen kommunalen Selbstverwaltung. Der Versuch, vergleichbare Strukturen wie in der Stadt auch in den Landgemeinden einzufĂŒhren, scheiterte am Widerstand des Adels.[16]

Steuer- und Zollreform

Wilhelm Anton von Klewiz war an der Ausarbeitung der Verwaltungsreformen beteiligt und amtierte seit 1817 als preußischer Finanzminister

Die Steuerreform war ein zentrales Problem der Politik wĂ€hrend der Reformzeit, galt es doch die hohen Kontributionen fĂŒr Napoleon aufzubringen. Insbesondere die AnfĂ€nge der Amtszeit Hardenbergs waren davon geprĂ€gt. Ihm gelang es mit Hilfe von Steuererhöhungen ĂŒber DomĂ€nenverkĂ€ufe bis hin zu Schuldenaufnahme und anderen Maßnahmen, den Staatsbankrott abzuwenden und eine Papiergeldinflation zu verhindern. Aus diesen akuten Finanzproblemen erwuchs eine allgemeine Steuerreform. Es ging dabei darum, eine Vereinheitlichung der Steuern ĂŒber das ganze Staatsgebiet zu erreichen. Außerdem sollte das Steuerrecht durch den Aufbau einiger weniger Hauptsteuern anstelle zahlreicher Einzelsteuern vereinfacht werden. Ein weiterer Punkt war die steuerrechtliche Gleichbehandlung aller StaatsbĂŒrger. Diese richtete sich de facto gegen die Privilegien des Adels. Das ambitionierte Konzept ließ sich allerdings nur teilweise verwirklichen. Gelungen war es 1818, die Verbrauchssteuern, die zuvor nur fĂŒr die StĂ€dte galten, landesweit einzufĂŒhren und dabei auf wenige zu besteuernde GĂŒter zu beschrĂ€nken. Hinzu kamen Steuern auf einige LuxusgĂŒter. Im gewerblichen Bereich wurde anstelle zahlreicher frĂŒherer Abgaben eine progressiv gestaffelte Gewerbesteuer eingefĂŒhrt. Gescheitert war dagegen faktisch eine auch den Adel einbeziehende Grundsteuer. Immerhin gelang es, Einkommens- und Vermögenssteuern - freilich auf der Basis der SelbsteinschĂ€tzung - einzufĂŒhren. Die Proteste dagegen fĂŒhrten 1820 zur sogenannten Klassensteuer als einer Art Zwischenform zwischen Kopf- und Einkommensteuer. Den StĂ€dten blieb die Möglichkeit, als indirekte Steuer an der Mahl- und Schlachtsteuer festzuhalten. Insgesamt blieben die Ergebnisse der Steuerpolitik widersprĂŒchlich. Durch die Konsum- und Klassensteuern wurde keineswegs wie ursprĂŒnglich beabsichtigt der Adel, sondern es wurden die Ă€rmeren Steuerzahler belastet.[17]

Die Reform der Zollpolitik erfolgte im Kern erst nach dem Ende der napoleonischen Kriege und nach der territorialen Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress. Preußen hatte seine westlichen Besitzungen wiedergewonnen. Damit entstand nicht nur ein wirtschaftsstruktureller Gegensatz zwischen den gewerblich entwickelten westlichen preußischen Provinzen Rheinland, Westfalen sowie den sĂ€chsischen Gebieten auf der einen Seite und den stark agrarisch geprĂ€gten ostelbischen Gebieten auf der anderen Seite. Auch die Zollpolitik war höchst unterschiedlich. WĂ€hrend man im altpreußischen Gebiet 1817 noch 57 Zolltarife fĂŒr etwa 3000 Waren im inneren Verkehr kannte, wurden Binnenzölle in den Westprovinzen seit der französischen Herrschaft so gut wie gar nicht mehr erhoben.

Eine Angleichung war auch aus diesem Grund unerlĂ€sslich. In Preußen waren mit dem Zollgesetz von 1818 alle innerstaatlichen Handelsschranken gefallen. Nach außen hin wurde ein nur mĂ€ĂŸiger Schutzzoll erhoben. FĂŒr den Durchgangsverkehr wurden allerdings hohe Zölle fĂ€llig. Dies war ein Kompromiss zwischen den Interessen der im Freihandel engagierten Großgrundbesitzer und denen der noch schwachen gewerblichen Wirtschaft, die Schutzzölle verlangte. Das preußische Zollgesetz, das konsequent angewandt wurde, erwies sich als einfach und effizient. Dieses Zollsystem wurde daher fĂŒr etwa ein halbes Jahrhundert mehr oder weniger zum Vorbild fĂŒr das Zollsystem in den deutschen LĂ€ndern insgesamt und blieb im Kern bis in das Kaiserreich hinein bestehen. Nicht zuletzt war die preußische Zollpolitik ein wichtiger Faktor fĂŒr das Entstehen des Deutschen Zollvereins in den 1830er Jahren.[18]

Gesellschafts- und wirtschaftspolitische Reformen

Die Agrarreformen

siehe auch: Preußische Agrarverfassung

Friedrich Wilhelm III. sah sich durch die Krise des Landes gezwungen, die Reformpolitik zu unterstĂŒtzen

Die Bauernbefreiung war ein Vorgang, der sich in unterschiedlichen Phasen und in verschiedener Weise in ganz Europa vollzog. Dabei spielten verschiedene GrĂŒnde eine Rolle. Moralisch war die Leibeigenschaft spĂ€testens Ende des 18. Jahrhunderts anstĂ¶ĂŸig geworden, und ökonomisch wuchs der Zweifel an der ZweckmĂ€ĂŸigkeit der bisherigen Agrarverfassung. Deshalb wurden die alten feudalen, aber auch die genossenschaftlichen Agrarstrukturen aufgelöst. Die Bauern wurden dabei persönlich frei, sie erhielten das volle Eigentum am Boden; Dienste und sonstige feudale Verpflichtungen wurden aufgehoben. Die Individualisierung des Bodens fĂŒhrte aber auch zur Auflösung der Allmende, also der gemeinsamen Nutzung von Wald und Weiden der Dörfer. Bereits vor 1806 hatte es in Preußen Vorreformen in Teilbereichen gegeben. Dazu zĂ€hlte die Befreiung der Bauern auf dem königlichen DomĂ€nenbesitz seit dem 18. Jahrhundert, die allerdings auch erst 1807 vollstĂ€ndig abgeschlossen werden konnte.

Gegen vergleichbare VerĂ€nderungen hatte sich der grundherrschaftliche Adel bis dahin erfolgreich gestrĂ€ubt. Auch gegen die nach 1806 eingeleiteten Reformmaßnahmen gab es erhebliche WiderstĂ€nde aus dieser mĂ€chtigsten Schicht des Landes. Den sich formierenden KrĂ€ften des Adels musste die Staatsregierung in verschiedenen Punkten entgegenkommen. Dies gilt etwa fĂŒr die Gesindeordnung von 1810. Diese bedeutete zwar Fortschritte fĂŒr die Bediensteten im Vergleich mit dem Allgemeinen Landrecht, war aber gemessen an der spĂ€teren Gesetzgebung noch konservativ und adelsfreundlich. Der Widerstand des Adels fĂŒhrte auch dazu, dass nicht alle feudalen Rechte beseitigt wurden. Polizei- und Gerichtsrechte wurden zwar staatlich stĂ€rker kontrolliert, aber ebenso wenig völlig abgeschafft wie Kirchen- und Schulpatronate, Jagdrechte und Steuervorteile. Auch wurde vom Adel, anders als im Königreich Bayern, kein demĂŒtigender Nachweis ĂŒber ihre adelige Stellung verlangt. Insofern gab es zwar Kompromisse, aber in zentralen Punkten gelang es der adeligen Opposition nicht, die grundlegenden VerĂ€nderungen zu blockieren.[19]

Oktoberedikt von 1807

Bis 1807 waren die Bauern durch die ErbuntertĂ€nigkeit leibeigen. Sie wurden durch Frondienste und Abgaben belastet. Das Oktoberedikt vom 9. Oktober 1807 stand zeitlich am Beginn der Reformpolitik in Preußen. Es hob alle bislang bestehenden Berufsschranken auf, beseitigte die ErbuntertĂ€nigkeit der Bauern und gab den GĂŒterverkehr frei. Die Bauern waren seither persönlich frei. Auch ihre FreizĂŒgigkeit wurde durch die Abschaffung der Loskaufsgelder und des Gesindezwangsdienstes hergestellt. In dem Edikt hieß es: „Mit dem Martini-Tage Eintausend Achthundert und Zehn hört alle Guts-UnterthĂ€nigkeit in Unseren sĂ€mtlichen Staaten auf. Nach dem Martini-Tage 1810 gibt es nur freie Leute 
“[20] Damit eng verbunden waren das Recht auf freien Eigentumserwerb und die Freiheit der Berufswahl fĂŒr alle preußischen BĂŒrger. Damit konnten Bauern in die Stadt abwandern, BĂŒrger konnten LandgĂŒter erwerben, und Adeligen, die zuvor nur standesgemĂ€ĂŸen TĂ€tigkeiten nachgehen konnten, war es nun möglich, bĂŒrgerliche Berufe zu ergreifen.

Mit der persönlichen Freiheit der Landbevölkerung entfiel auch die bisherige Pflicht, vom Gutsherren einen Ehekonsens zu erwirken. Die Freiheit der Eheschließung fĂŒhrte zu einer Erhöhung der Geburtenziffer und letztlich zum Wachstum besonders der lĂ€ndlichen Bevölkerung. Die Reform brachte durch die Art Ihrer Umsetzung fĂŒr die Landbevölkerung aber auch gravierende Nachteile. Der freie GĂŒterverkehr beseitigte die bisherigen EinschrĂ€nkungen des Bauernlegens. Nunmehr konnten die Gutsbesitzer Bauernland, wenn auch staatlich kontrolliert, einziehen. Außerdem entfiel die Pflicht der Gutsherren, fĂŒr Unterkunft bei InvaliditĂ€t oder Alter der ehemals gutsuntertĂ€nigen Personen aufzukommen. Der gegenĂŒber dem BĂŒrgertum abgeschlossene Stand der adeligen Gutsbesitzer wurde tendenziell zu einer Wirtschaftsklasse von bĂŒrgerlichen und adeligen Gutsunternehmern. [21]

Regulierungsedikt von 1811

Titelblatt des Oktoberedikts von 1807

Nach der persönlichen Befreiung der Bauern wurde die Herstellung des völligen Eigentums an den bewirtschafteten FlĂ€chen und die Abschaffung feudaler Dienstpflichten zum Hauptproblem der Reformer, da dies nach der am Allgemeinen Landrecht orientierten Rechtsauffassung nur in Form von EntschĂ€digungen möglich war. Die Notwendigkeit, die „Revolution von oben“ an die LegalitĂ€t der Verfahren zu binden, verlangsamte die Reform.

Die Lösung brachte das Regulierungsedikt von 1811, dass wesentlich von Christian Friedrich Scharnweber formuliert wurde. Dieses machte alle Bauern zu EigentĂŒmern der Höfe, welche sie bewirtschafteten. Anstelle einer meist unmöglichen Ablösung in Geld wurden die Bauern verpflichtet, die ehemaligen Gutsherren zu entschĂ€digen und die Höfe abzulösen. Sie mussten zwischen der HĂ€lfte und einem Drittel des genutzten Landes abtreten. Um von vornherein das Entstehen von Besitzungen zu verhindern, die nicht genug zum Überleben abwarfen, wurde 1816 die Ablösung im anfĂ€nglichen Umfang auf grĂ¶ĂŸere Höfe eingeschrĂ€nkt. Die kleineren Besitzungen blieben damit von der Allodifikation ausgeschlossen. Andere mit der GutsuntertĂ€nigkeit verbundene Lasten wie der Zwangsgesindedienst, HeiratserlaubnisgebĂŒhren und Ähnliches wurden ohne Gegenleistung abgeschafft. Anders verhielt es sich mit den Fron- und Naturaldiensten. Deren Wert wurde ermittelt, und die Bauern hatten das FĂŒnfundzwanzigfache in Raten an den Gutsherrn zu zahlen, um auch diese Pflichten abzulösen. Im Jahr 1821 folgte dann eine weitere Regelung fĂŒr die Ablösung des grundherrschaftlichen Eigentums, das in den neupreußischen Gebieten verbreitet war. Dieses Gesetz orientierte sich an Vorbildern aus den Rheinbundstaaten oder ĂŒbernahm sie in neu dazu gewonnenen Gebieten direkt.

GegenĂŒber der Praxis in den Rheinbundstaaten hatte die EntschĂ€digung in Form der Abgabe von Grundbesitz zweifellos ihre Vorteile, da sie das Verfahren beschleunigte. Allerdings waren damit auch Nachteile fĂŒr die Bauern verbunden. Allein die 12.000 RittergĂŒter in Preußen vergrĂ¶ĂŸerten ihren Besitz zusammen um anderthalb Millionen Morgen. Hinzu kam ein Großteil der Allmende, also das bislang von allen nutzbare Land eines Dorfes. Von diesem fiel nur 14 % an die Bauern, der Rest ging auch in den Besitz der Gutsbesitzer ĂŒber. In der Folge verloren viele Kleinbauern ihre Existenzgrundlage und mussten ihr ĂŒberschuldetes Land ebenfalls an die Grundherren verkaufen. Diese vergrĂ¶ĂŸerten so weiter ihren Besitz, wĂ€hrend die ehemaligen Bauern meist Landarbeiter wurden. Einen gewissen Ausgleich fĂŒr die Bauern bot die Nutzbarmachung brachliegender FlĂ€chen, allerdings bedeutete dies die AbdrĂ€ngung auf schlechtere Böden. FĂŒr die fiskalischen Interessen des Staates, die letztlich hinter der Bauernpolitik standen, waren die Maßnahmen Ă€ußerst erfolgreich. Die landwirtschaftlich genutzte FlĂ€che wurde bis 1848 von 7,3 Millionen auf 12,46 Millionen Hektar vergrĂ¶ĂŸert, und die Produktion erhöhte sich um vierzig Prozent.[22]

Soziale Folgen

In den Gebieten östlich der Elbe hatten die Agrarreformen erhebliche soziale Folgen. ZunĂ€chst fĂŒhrte die Erweiterung des Gutslandes dazu, dass sich bis in die zweite JahrhunderthĂ€lfte hinein die Zahl der Rittergutsfamilien stark vergrĂ¶ĂŸerte. Die Zahl der Bauernhöfe blieb in etwa gleich. Neu war jedoch, dass eine breite lĂ€ndliche Unterschicht entstand. Die Zahl der je nach Region und Rechten unterschiedlich bezeichneten Landarbeiter (Instleute, Gesinde, Tagelöhner) stieg um das Zweieinhalbfache. Die Zahl der Kleinbesitzer, regional KĂ€tner genannt, nahm um das Drei- bis Vierfache zu. Viele waren auf einen handwerklichen oder sonstigen Nebenerwerb angewiesen.

Viele Bauern konnten die EntschĂ€digungssumme nicht aufbringen. In diesem Fall mussten sie entweder den Gutsbesitzern bis zur HĂ€lfte ihres Landes als EntschĂ€digung ĂŒberlassen, wobei der Rest oft nicht mehr genug Ertrag brachte, oder sie mussten sich stark verschulden. Als schließlich durch eine neue Verordnung auch noch die Allmende (das von allen nutzbare Land eines Dorfes) den Großbauern und Gutsherrn als EntschĂ€digung zugesprochen wurde, verloren viele Kleinbauern endgĂŒltig ihre Existenzgrundlage und mussten sich als Landarbeiter auf den großen GĂŒtern verdingen. Obwohl die Reformer mit diesem Edikt gute Absichten verfolgten, vergrĂ¶ĂŸerte sich in der Folgezeit die besitzlose lĂ€ndliche Unterschicht. Letztlich profitierten außer einem begrenzten bĂ€uerlichen Mittelstand die Großgrundbesitzer und adligen Junker von der Reform, die auf diese Weise ihren Landbesitz mehren konnten.[23] Ernst Rudolf Huber wertete dies als „eine der tragischen Ironien der deutschen Verfassungsgeschichte. Es offenbart sich hier die innere Antinomie des bĂŒrgerlichen Liberalismus, der die Freiheit des Individuums und seines Eigentums schuf und zugleich vermöge der Eigengesetzlichkeit der Eigentumsfreiheit die Akkumulation der Eigentumsmacht in die Hand weniger Einzelner auslöste.“[24]

Gewerbereform und ihre sozialen Folgen

Nicht zuletzt basierend auf den Theorien von Adam Smith strebten die Reformer im agrarischen wie im gewerblichen Bereich eine Freisetzung aller individuellen KrĂ€fte an. Dies erforderte, alle korporativen EinschrĂ€nkungen, aber auch alle bĂŒrokratischen GĂ€ngelungen des Wirtschaftslebens in der Tradition des Merkantilismus zu beseitigen. Die Förderung des freien Wettbewerbs bedeutete gleichzeitig den Wegfall aller Begrenzungen der Konkurrenz.

In diesem Sinne wurde 1810 die Gewerbefreiheit eingefĂŒhrt. Die Aufnahme eines Gewerbes war nur noch abhĂ€ngig vom Erwerb eines Gewerbescheins. (Allerdings gab es einige Ausnahmen, z.B. fĂŒr die freien Berufe der Ärzte und Apotheker, aber auch fĂŒr Gastwirte.) Dies bedeutete außerdem, dass die ZĂŒnfte als Inhaber von Monopolen und sonstigen wirtschaftlichen Privilegien ausgedient hatten. Sie wurden zwar nicht aufgelöst, aber die Mitgliedschaft war nunmehr freiwillig. Damit verbunden war das weitgehende Ende der Aufsicht des Staates ĂŒber die Wirtschaft. An ihre Stelle traten das Recht auf freie Berufswahl und der freie Wettbewerb. Die Gewerbereform beseitigte wirtschaftliche BetĂ€tigungsschranken und trug dazu bei, dass sich neue gewerbliche Impulse entfalten konnten. Zwischen Stadt und Land gab es fortan keine rechtlichen Unterschiede in Hinsicht auf gewerbliche BetĂ€tigungsmöglichkeiten mehr. Eine Ausnahme war bis in die 1860er Jahre der Bergbau.

UrsprĂŒnglich vor allem fĂŒr die Förderung des Landgewerbes gedacht wurde die Gewerbefreiheit zu einer der zentralen Voraussetzungen fĂŒr den wirtschaftlichen Aufstieg Preußens auf industrieller Basis.

Ähnlich wie der Adel wehrten sich die StadtbĂŒrger gegen die Reformen, wenn auch mit wenig Erfolg. Die unmittelbaren Folgen waren widersprĂŒchlich: In den StĂ€dten war die nichtzĂŒnftige Konkurrenz anfangs vergleichsweise gering; allerdings begann sich nach einer Übergangszeit die Zahl der nicht in ZĂŒnften organisierten Handwerker deutlich zu vermehren. Auf dem Land dagegen nahm die Bedeutung des Handwerks und des sonstigen Gewerbes erheblich zu. Auf lĂ€ngere Sicht fĂŒhrte die Gewerbefreiheit allerdings auch zu Problemen. Die Zahl der Handwerker nahm stĂ€rker zu als das Wachstum der ĂŒbrigen Bevölkerung. ZunĂ€chst nahm die Zahl der Meister zu, die aber aufgrund der starken Konkurrenz oft nur einen geringen Verdienst teilweise am Rande der Armut hatten. Vor allem Schneider, Schuhmacher, Tischler und Weber gehörten im VormĂ€rz zu den ĂŒberbesetzten Handwerken. Wie das Wachsen der lĂ€ndlichen Unterschichten verschĂ€rfte dieser Prozess die soziale Frage und war eine der sozialen Ursachen fĂŒr die Revolution von 1848.[25]

Emanzipationsedikt

Hauptartikel: Preußisches Judenedikt von 1812

Prinzipiell erhielten die Juden die gleichen bĂŒrgerlichen Rechte und Pflichten wie die anderen StaatsbĂŒrger; der Erwerb von Grundbesitz wurde ihnen gestattet, der Zugang zu stĂ€dtischen- und UniversitĂ€tsĂ€mtern ermöglicht. Auch die freie AusĂŒbung der jĂŒdischen Religion und des kulturellen Brauchtums wurde nunmehr garantiert.

Anders als entsprechende Gesetze im Königreich Westphalen enthielt das preußische Emanzipationsedikt jedoch EinschrĂ€nkungen. Die Juden erhielten vorerst keinen Zugang zu OffiziersrĂ€ngen, Justiz- und VerwaltungsĂ€mtern, unterlagen aber der Wehrpflicht.

UnabhĂ€ngig davon stieß das Edikt schon bald auf Kritik von Emanzipationsgegnern. Dennoch bedeutete es einen großen Schritt hin zur Emanzipation in den deutschen Staaten des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit war die rechtliche Lage der Juden hier deutlich besser als in den meisten sĂŒdlichen und östlichen Nachbarregionen. Dies machte Preußen fĂŒr jĂŒdische Zuwanderung auf Jahrzehnte hinaus attraktiv.[26][27]

Weitere zentrale Reformfelder

Bildungsreform

Den Reformen im Bildungsbereich kam in der Konzeption der Reformer eine SchlĂŒsselstellung zu. Alle Reformen setzten einen neuen BĂŒrgertypus voraus, der in der Lage war, selbstverantwortlich zu handeln. Man war ĂŒberzeugt, dass die Nation gebildet und erzogen werden musste, damit die neue Gesellschaft ĂŒberhaupt funktionieren könnte. Im Gegensatz etwa zur Staatsreform, die ja noch stĂ€ndische Elemente einschloss, richteten sich die Bildungsreformen von Anfang an gegen jegliche Form der Standeserziehung. HauptsĂ€chlich konzipiert wurden die Bildungsreformen von Wilhelm von Humboldt, der 1808 die Leitung der Abteilung Kultus und Unterricht (noch im Innenministerium angesiedelt) ĂŒbernahm. Ähnlich wie Stein nur etwa ein Jahr in diesem Amt, gelang es ihm doch in dieser Zeit, entscheidende Weichenstellungen vorzunehmen.

Humboldt hing einem neuhumanistischen Bildungsideal an. Im Unterschied zur utilitaristischen PĂ€dagogik der AufklĂ€rung, die zweckdienliches Wissen fĂŒr das praktische Leben vermitteln wollte, setzte er auf eine allgemeine Menschenbildung. Die in dieser Hinsicht als besonders lohnend angesehene BeschĂ€ftigung mit Antike und alten Sprachen sollte die geistige Entfaltung anregen. Erst danach sollten die fĂŒr die verschiedenen Berufe nötigen Spezialkenntnisse erworben werden. Unter dem Aspekt der allgemeinen Menschenbildung war das Interesse des Staates am Nutzwert seiner BĂŒrger folglich zweitrangig, aber keineswegs unberĂŒcksichtigt: „Jeder ist offenbar nur dann ein guter Handwerker, Kaufmann, Soldat und GeschĂ€ftsmann, wenn er an sich und ohne Hinsicht auf seinen besonderen Beruf ein guter, anstĂ€ndiger, seinem Stande nach aufgeklĂ€rter Mensch und BĂŒrger ist. Gibt ihm der Schulunterricht, was hierzu erforderlich ist, so erwirbt er die besondere FĂ€higkeit seines Berufs nachher sehr leicht und behĂ€lt immer die Freiheit, wie im Leben so oft geschieht, von einem zum anderen ĂŒberzugehen.“[28] Anders als Humboldt, bei dem das Individuum im Mittelpunkt des Bildungsprozesses stand, ging es dem Republikaner Johann Gottlieb Fichte vorrangig um eine Nationalerziehung, um die Erziehung des ganzen Volkes zu Zwecken der nationalen Selbstbehauptung angesichts der seinerzeitigen napoleonischen Fremdherrschaft.[29]

An die Stelle der Vielfalt der alten kirchlichen, privaten, stĂ€dtischen oder korporativen Einrichtungen trat nunmehr die staatliche Schule, gegliedert in Volksschule, Gymnasium und UniversitĂ€t. Der Staat hatte die Aufsicht ĂŒber alle Schulen, setzte nun die allgemeine Schulpflicht streng durch und wachte ĂŒber das PrĂŒfungswesen. Staatlich anerkannte Leistungskriterien wurden geschaffen als Voraussetzung fĂŒr den Eintritt in den Staatsdienst: Es sollte auf Bildung und Leistung ankommen, nicht mehr auf Herkunft und Stand.

Die LeistungsfĂ€higkeit der Volksschule wurde durch eine bessere Bezahlung der Lehrer und ihre Ausbildung in Lehrerseminaren verbessert. FĂŒr die höhere Schulbildung war fortan das neu konzipierte humanistische Gymnasium zustĂ€ndig. Der erfolgreiche Abschluss berechtigte zum UniversitĂ€tsstudium. Daneben entstanden Realschulen, und es hielten sich einige Kadettenanstalten. Trotz des verstĂ€rkten staatlichen Einflusses verblieb die Schulinspektion bei den Geistlichen.

Den krönenden Abschluss des Bildungsganges im Humboldtschen Sinne stellte die reformierte UniversitĂ€t dar. Hier galt das Ideal der Freiheit von Forschung und Lehre und eine Vorrangstellung fĂŒr die Forschung. Die Studenten sollten durch Teilnahme an der Forschung selbstĂ€ndiges Denken und wissenschaftliches Arbeiten lernen. Die GrĂŒndung und Ausgestaltung der UniversitĂ€t Berlin diente dafĂŒr als Modell.

In der Praxis fĂŒhrte die auf staatsbĂŒrgerliche Emanzipation und Chancengleichheit zielende Bildungsreform nach Humboldts Abschied vom Amt nicht zu den von ihm gewĂŒnschten Ergebnissen. Die einseitige Umsetzung und Formalisierung des philologischen Bildungsideals wirkte in Verbindung mit dem Aufkommen restaurativer Tendenzen abschließend gegenĂŒber den unteren Gesellschaftsschichten. Auch die mit betrĂ€chtlichen Kosten verbundene lange Dauer des idealtypischen neuhumanistischen Bildungsgangs schlug nachteilig zu Buche. Allerdings hat es in einem begrenzten Umfang nachfolgend durchaus sozialen Aufstieg durch Bildung gegeben.[30]

Heeresreform

Hauptartikel: Preußische Heeresreform, Preußische Armee

MilitÀr-Reorganisationskommission, Königsberg 1807

Da, anders als in den Rheinbundstaaten, die Reformpolitik von Anfang an auch klar gegen die französische Suprematie gerichtet war, hatten die MilitĂ€rreformen eine weit grĂ¶ĂŸere Bedeutung als in den sĂŒddeutschen Reformstaaten. Innerhalb des preußischen MilitĂ€rs entstand nach der verheerenden Niederlage in der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 eine Gruppe von Offizieren, die auf VerĂ€nderungen drĂ€ngten.

Nach dem Frieden von Tilsit verfolgte die von König Friedrich Wilhelm III. eingesetzte MilitÀr-Reorganisations-Kommission das Ziel, ein neues, starkes Heer aufzustellen, das in Struktur und Charakter den verÀnderten Anforderungen der damaligen Zeit entsprechen sollte.

Der MilitÀr-Reorganisations-Kommission gehörten an: Generalmajor Gerhard von Scharnhorst (Vorsitzender der Kommission), Oberstleutnant August Neidhardt von Gneisenau Major Hermann von Boyen, Major Karl von Grolman und StabskapitÀn Carl von Clausewitz.

Scharnhorst wurde zudem Chef des Kriegsdepartements (Kriegsministerium) und zum Chef des Generalstabes ernannt. In enger Abstimmung mit den Ministern Karl vom und zum Stein und Karl August von Hardenberg, die die politischen Reformen einleiteten, gelang es Scharnhorst, den widerstrebenden König von der Notwendigkeit der VerĂ€nderungen zu ĂŒberzeugen.

Die Erfahrungen von 1806 hatten gezeigt, dass die altpreußische Heeresorganisation den Franzosen nicht mehr gewachsen war. Sie war gegenĂŒber der französischen SchĂŒtzentaktik zu unbeweglich, ihre Offiziere behandelten die Soldaten als willenlose Objekte, die bei Vergehen mit harten Strafen bis hin zum Spießrutenlaufen zu rechnen hatten. Dem stand die französische BĂŒrger- und Wehrpflichtarmee gegenĂŒber. Ein Aspekt der Reformen war es, die teilweise bestehenden Schranken zwischen Armee und Gesellschaft zu beseitigen; so hoffte man die Armee auf den Patriotismus der StaatsbĂŒrger aufbauen zu können. Daher wurde damit begonnen, die WĂŒrde und Stellung der einfachen Soldaten anzuheben, indem die Soldatengesetze dem bĂŒrgerlichen Rechtsempfinden angepasst wurden. Das drakonische Strafsystem und insbesondere die PrĂŒgelstrafe wurden weitgehend abgeschafft. Das Offizierskorps wurde reformiert. Eine nicht unbetrĂ€chtliche Zahl ungeeigneter höherer und niederer Offiziere wurde entlassen. Das Adelsprivileg wurde abgeschafft; damit stand die Offizierslaufbahn auch BĂŒrgerlichen grundsĂ€tzlich offen.

Insbesondere dies stieß auf erheblichen Unwillen des Adels, wie etwa bei Ludwig Yorck von Wartenburg. In der Praxis zeigte sich allerdings bald durch eine Art Kooptationsrecht der Offiziere, die in der Regel adelige FĂ€hnriche bevorzugten, dass der bĂŒrgerliche Einfluss gering blieb.

Innerhalb des Offizierskorps sollten bei den höheren RĂ€ngen nicht mehr das Dienstalter, sondern die Leistung den Aufstieg bestimmen. Die Preußische Kriegsakademie sollte eine bessere Ausbildung der Offiziere gewĂ€hrleisten. Im engeren militĂ€rischen Bereich wurden nach französischem Vorbild JĂ€ger- und SchĂŒtzeneinheiten gebildet. Wie in der zivilen Verwaltung wurde die MilitĂ€rorganisation gestrafft. An die Stelle einer Vielzahl von oberen Behörden trat 1809 das Kriegsministerium mit dem Generalstab.

Die zentrale Reform war die EinfĂŒhrung der allgemeinen Wehrpflicht. Damit sollten die Ungerechtigkeiten des bisher geltenden Wehrersatzsystems und die stĂ€ndischen Unterschiede aufgehoben werden. Zwar wurden PlĂ€ne gemacht, die Begrenzung der TruppenstĂ€rke auf 42.000 Mann durch den Frieden von Tilsit mit dem KrĂŒmpersystem zu umgehen, gleichwohl kam es zunĂ€chst nicht zur Umsetzung der Wehrpflicht. Der König zögerte, und aus Adel und Offizierskorps gab es WiderstĂ€nde. Auch das BĂŒrgertum blieb skeptisch. Erst mit dem Beginn der Befreiungskriege konnten die Reformer 1813 die Wehrpflicht durchsetzen. EndgĂŒltig gesichert wurde diese allerdings erst 1814 in einem allgemeinen Wehrgesetz. Neben den Linientruppen wurde nunmehr auch die Landwehr zur Heimatverteidigung und als Reservetruppe aufgestellt. Die Landwehr war organisatorisch selbstĂ€ndig, es gab eigene Einheiten und Offiziere. AusschĂŒsse in den Kreisen organisierten diese Truppe, in der BĂŒrgerliche zu Offizieren aufsteigen konnten. Hier schien die Idee der Reformer, Volk und Armee zu einen, der Verwirklichung am nĂ€chsten.[31]

Die Reformen in der Historiografie

Heinrich von Treitschke hat die positive Beurteilung der preußischen Reformen im 19. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert hinein stark mitgeprĂ€gt
Preußische Reformer am Reiterstandbild Friedrich Wilhelms, Kölner Heumarkt

In der Geschichtsschreibung des spĂ€ten 19. Jahrhunderts wurden die preußischen Reformen und die „Revolution von oben“ etwa von Heinrich von Treitschke zur direkten Vorgeschichte der kleindeutschen NationalstaatsgrĂŒndung erklĂ€rt. Wegweisend fĂŒr die spĂ€tere Entwicklung waren die Reformen auch aus der Sicht Friedrich Meineckes. Lange Zeit wurde die Ära der Reformen, angelehnt an Leopold von Ranke, vor allem im Sinne der Taten und Schicksale „großer MĂ€nner“ geschrieben. Davon zeugen zahlreiche biografische Arbeiten zu den Protagonisten der Reform.

So schrieben z.B. Hans DelbrĂŒck ĂŒber Gneisenau, Meinecke ĂŒber Boyen. Galt das Augenmerk anfangs vor allem den militĂ€rischen Reformen, so begann mit der Biografie von Max Lehmann die Erforschung von Person und Wirken Steins. Hardenberg hat dagegen vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit unter Historikern erregt. Trotz der deutlichen Unterschiede zwischen den Hauptakteuren sieht die Geschichtsforschung weit ĂŒberwiegend eine grundsĂ€tzliche KontinuitĂ€t der AnsĂ€tze und hĂ€lt an einer Einheit der Stein-Hardenbergschen Reformen fest.[32]

Von einigen Autoren, so von Otto Hintze, wurde auf die bereits vor 1806 anzutreffenden ReformansĂ€tze wie das Allgemeine Landrecht und andere Maßnahmen hingewiesen. Eine derartige KontinuitĂ€tslinie wĂŒrde die These der Reformer von den organischen Reformen im Rahmen der bestehenden Ordnung bestĂ€tigen. Thomas Nipperdey resĂŒmierte die Debatte in dem Sinne, dass es vor dem Zusammenbruch von 1806 zwar ReformansĂ€tze gegeben habe, dass es aber an Energie zu ihrer Umsetzung wie an einem inneren Zusammenhalt der Vorhaben gefehlt habe.[2] In Bezug auf die Agrarreformen lösten die Arbeiten von Georg Friedrich Knapp seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine wissenschaftliche Kontroverse aus. Bei Knapp ĂŒberwog die Kritik an der Reformpolitik, die letztlich den adeligen und nicht den bĂ€uerlichen Interessen entsprochen habe. Auch der wirtschaftsliberale Einfluss eines Adam Smith wurde fĂŒr Problementwicklungen mitverantwortlich gemacht. Die Forschung des letzten Jahrhunderts aber hat gezeigt, dass pauschale Kritik nicht aufrechtzuerhalten ist. Immerhin nahmen die Bauernstellen zu, wenngleich die hinzugewonnenen meist auf schlechteren, neu erschlossenen Böden lagen.[33]

Ähnlich differenziert wird heute auch der Erfolg der Gewerbereformen beurteilt. Sie waren nicht unmittelbar Ursache fĂŒr Not und Elend der Handwerker, da die Gesetzgebung letztlich einen nur geringen Einfluss auf die Entwicklung hatte. Barbara Vogel hat versucht, eine Gesamtkonzeption agrarischer und gewerblicher ReformansĂ€tze zu erfassen und als eine „bĂŒrokratische Modernisierungsstrategie“ zu beschreiben.[34] Mit Blick auf die industrielle Entwicklung zeichnet sich die EinschĂ€tzung ab, dass die Reformpolitik zwar primĂ€r auf die Förderung des lĂ€ndlichen Gewerbes in Altpreußen ausgerichtet war, letztlich aber doch den Durchbruch der industriellen Revolution erleichtert hat.

Den Versuch einer Gesamtinterpretation der Reformpolitik mit der Perspektive auf die Revolution von 1848 machte Reinhart Koselleck mit seinem Buch „Preußen zwischen Reform und Revolution“. Er unterschied dabei drei Teilprozesse. Das allgemeine Landrecht stellte demnach zwar u.a. bereits eine Reaktion auf die sozialen Probleme dar, hielt aber noch an stĂ€ndischen Elementen fest. Als eine verfassungspolitische Vorleistung betrachtete Koselleck die Entstehung eines Verwaltungsstaats wĂ€hrend der Reformzeit und den Behördenausbau zwischen 1815 und 1825. In den folgenden Jahrzehnten entzog sich dann aber die soziale und politische Bewegung den bĂŒrokratischen Kontrollen. Nach dem Ende der Reformzeit, so die These, zerbrach die Übereinstimmung zwischen der höheren Beamtenschaft und dem nicht beamteten BildungsbĂŒrgertum. Zumindest wĂ€hrend der Reformzeit, meint Koselleck, habe die BĂŒrokratie gewissermaßen gegen die Einzelinteressen das ĂŒbergeordnete Allgemeininteresse vertreten. Die NichteinfĂŒhrung einer NationalreprĂ€sentation war demzufolge von der BefĂŒrchtung bestimmt, dass die Reformpolitik von den versammelten Partikularinteressen gestoppt werden wĂŒrde.[35]

Schon seit lĂ€ngerem, so zunĂ€chst von Hans Rosenberg und spĂ€ter von Vertretern der historischen Sozialwissenschaft, wurde das Ende der Verfassungsentwicklung in Preußen teilweise als eine Ursache fĂŒr das Scheitern der Demokratisierung in Preußen und letztlich fĂŒr den sogenannten deutschen Sonderweg mitverantwortlich gemacht. Hans-JĂŒrgen Puhle hielt die preußische Ordnung gar fĂŒr „langfristig auf Untergang programmiert“[36]. Andere wie Thomas Nipperdey eher historistisch orientierte Forscher verwiesen auf die hĂ€ufige Diskrepanz zwischen den Intentionen der Handelnden und den unbeabsichtigten Folgen, die sich daraus ergeben.

In den letzten Jahrzehnten verloren die preußischen Reformen der Zeit zwischen 1807 und 1815 etwas von ihrer zentralen Position in der Geschichtsdeutung des 19. Jahrhunderts. Dazu trug bei, dass die Reformen der sĂŒddeutschen Rheinbundstaaten von vielen Historikern unterdessen als ebenbĂŒrtig angesehen werden. In diesen Zusammenhang gehört auch, dass die in Bezug auf die gewerbliche und gesellschaftliche Entwicklung dynamischen Regionen Preußens bis zum Ende der napoleonischen Herrschaft entweder direkt oder indirekt zum französischen Machtbereich gehört hatten.[37]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ zit. nach Nipperdey, S. 51.
  2. ↑ a b Nipperdey, S. 33.
  3. ↑ Den in Ungnade gefallenen von Stein bezeichnete Friedrich Wilhelm III. als „widerspenstigen, trotzigen, hartnĂ€ckigen und ungehorsamen Staatsdiener“. Zit.n. Eberhard Weis, Der Durchbruch des BĂŒrgertums. 1776-1847. PropylĂ€en-Geschichte Europas, Band 4, Frankfurt/Main u.a. 1982 (Originalausgabe 1975), S. 280.
  4. ↑ Wehler, S.401; AuszĂŒge der Denkschrift von Riga.
  5. ↑ Burg, Karl Freiherr vom und zum Stein, Kap. 5
  6. ↑ Fehrenbach, S. 109.
  7. ↑ BĂŒsch: Handbuch der preußischen Geschichte, Bd. 2, S. 22.
  8. ↑ zit. nach Fehrenbach, S. 112.
  9. ↑ Fehrenbach, S. 109f., S. 112, S. 115f.; Nipperdey, S. 34ff.
  10. ↑ Fehrenbach, S. 110f.; Nipperdey, S. 35.
  11. ↑ Manfred Botzenhart: Reform, Restauration und Krise. Deutschland 1789-1847. Frankfurt, 1985. S.47f., Publikandum zur verĂ€nderten Verfassung der obersten Staatsbehörden von 1808.
  12. ↑ Nipperdey, S.36–38.
  13. ↑ Fehrenbach, S. 113f.; Nipperdey, S. 37.
  14. ↑ StĂ€dteordnung von 1808.
  15. ↑ FĂ€lschlicherweise wird der Sinnspruch hĂ€ufig vom Stein selbst zugeschrieben. Walther Hubatsch: Der Reichsfreiherr vom Stein und Immanuel Kannt. In: Moderne preußische Geschichte. Berlin, New York, 1981 S.1342
  16. ↑ Fehrenbach, S. 113; Nipperdey, S. 38–40.
  17. ↑ Nipperdey, S. 50.
  18. ↑ Wolfram Fischer: Der deutsche Zollverein. Fallstudie einer Zollunion. In: Ders.: Wirtschaft und Gesellschaft im Zeitalter der Industrialisierung. Göttingen, 1972. ISBN 3-525-35951-9. S. 119; Wehler, S. 442–445.
  19. ↑ Nipperdey, S.40-43, S.47f., Wehler, S. 406.
  20. ↑ Edikt den erleichterten Besitz und den freien Gebrauch des Grundeigentums so wie die persönlichen VerhĂ€ltnisse der Land-Bewohner betreffend; Fehrenbach, S. 116.
  21. ↑ Fehrenbach, S. 116f.
  22. ↑ Fehrenbach, S. 117f.
  23. ↑ Fehrenbach, S. 118f.
  24. ↑ zit. nach Fehrenbach, S. 119.
  25. ↑ Fehrenbach, S. 119; Nipperdey, S. 49; Wehler, S.429–432.
  26. ↑ Wehler, S.408f., Edikt betreffend die bĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnisse der Juden in dem Preußischen Staate.
  27. ↑ Hans-Werner Hahn: Judenemanzipation in der Reformzeit.
  28. ↑ Wilhelm von Humboldt, Bericht der Sektion des Kultus und Unterrichts an den König, Dezember 1809.
  29. ↑ vgl. Nipperdey, Deutsche Geschichte: 1800-1866; BĂŒrgerwelt und starker Staat, MĂŒnchen 1983, S. 57
  30. ↑ Fehrenbach, S. 120–122.
  31. ↑ Nipperdey, S.50–56.
  32. ↑ Fehrenbach, S. 235–239.
  33. ↑ Fehrenbach, 239–241.
  34. ↑ etwa: Barbara Vogel: Die „allgemeine Gewerbefreiheit“ als bĂŒrokratische Modernisierungsstrategie in Preußen: eine Problemskizze zur Reformpolitik Hardenbergs. In: Industrielle Gesellschaft und politisches System. Bonn, 1978, S.59–78.
  35. ↑ Reinhart Koselleck: Preussen zwischen Reform und Revolution. Allgemeines Landrecht, Verwaltung und soziale Bewegung von 1791 bis 1848. Stuttgart, 1967.
  36. ↑ Hans-JĂŒrgen Puhle: Preußen: Entwicklung und Fehlentwicklung, in: Hans-JĂŒrgen Puhle, Hans-Ulrich Wehler (Hrsg.): Preußen im RĂŒckblick. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1980 (=GuG Sonderheft 6) S. 15, hier zitiert nach Dieter Langewiesche: Europa zwischen Revolution und Restauration 1815-1849. 4. Auflage MĂŒnchen 1994: Oldenbourg Verlag (=OGG Band 13), S. 123.
  37. ↑ Fehrenbach, S. 241–246.
Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 1. Februar 2008 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.

Wikimedia Foundation.

Synonyme:

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • preußische Reformen — I preußische RefoÌŁrmen,   Preußen 2). II preußische Reformen   Gerade der durch den Frieden von Tilsit verstĂŒmmelte und gedemĂŒtigte preußische Staat zog Verwaltungsbeamte, StaatsmĂ€nner, Offiziere und Gelehrte an, die im Geiste des erwachenden… 
   Universal-Lexikon

  • preußische Reformen: Freiherr vom und zum Stein und FĂŒrst von Hardenberg —   Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein wurde am 25. Oktober 1757 in Nassau geboren. Aus einem reichsritterlichen Geschlecht stammend, trat er 1780 in den preußischen Staatsdienst ein. 1804 wurde er zum preußischen Finanz und… 
   Universal-Lexikon

  • Preußische Agrarverfassung — nennt man das GefĂŒge der sozialen und rechtlichen Institutionen, die der lĂ€ndlichen Gesellschaft ihr GeprĂ€ge geben, in dem vom 16. bis 20. Jahrhundert bestehenden Staat Preußen. Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Die Entwicklung der Gutsherrschaft 
   Deutsch Wikipedia

  • Preußische Heeresreform — Die Preußische Heeresreform bezeichnet die Reorganisation der preußischen Armee in den Jahren 1807 bis 1814. Wie in den anderen Bereichen der preußischen Reformen wurden dabei Teile der revolutionĂ€ren und napoleonischen Strukturen des politisch… 
   Deutsch Wikipedia

  • Preußische Armee — Preußische Kavallerie Standarte Die preußische Armee (offiziell Königlich Preußische Armee) war die Armee des Königreichs Preußen von 1701 bis 1919. Sie ist aus der seit 1644 als Stehendes Heer existierenden brandenburgisch preußischen Armee… 
   Deutsch Wikipedia

  • preußische Provinzen — preußische ProviÌŁnzen,   die in Preußen bestehenden Verw.einheiten (Verf. von 1823) und (ab den Provinzialordnungen von 1875 88) Gebietskörperschaften, untergliedert in RegBez. und Kreise. Die zehn p. P. wurden im Zuge der preuß. Reformen und der 
   Universal-Lexikon

  • Preußische Akademie der KĂŒnste — Das alte GebĂ€ude der Preußischen Akademie der KĂŒnste im Jahr 1908 Die Preußische Akademie der KĂŒnste wurde 1694/1696 in Berlin durch den brandenburgischen KurfĂŒrsten und spĂ€teren König in Preußen Friedrich I. gestiftet und hatte wĂ€hrend… 
   Deutsch Wikipedia

  • Humboldtsche Reformen — Wilhelm von Humboldt Friedrich Wilhelm Christian Carl Ferdinand von Humboldt, kurz: Wilhelm von Humboldt, (* 22. Juni 1767 in Potsdam; † 8. April 1835 in Tegel) war ein deutscher Gelehrter, Staatsmann und MitbegrĂŒnder der UniversitĂ€t Berlin… 
   Deutsch Wikipedia

  • Königlich-Preußische Armee — Preußische Kavallerie Standarte Die preußische Armee (offiziell Königlich Preußische Armee) war die Armee des Königreichs Preußen von 1701 bis 1919. Sie ist aus der seit 1644 als stehendem Heer existierenden brandenburgisch preußischen Armee… 
   Deutsch Wikipedia

  • Stein-Hardenberg-Reformen — Die Preußischen Reformen waren eine Reihe von Staats und Verwaltungsreformen, die von gesellschafts und wirtschaftspolitischen Maßnahmen begleitet wurden; diese Reformen und Maßnahmen wurden nach ihren Hauptinitiatoren auch Stein Hardenbergsche… 
   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.