Qianlong

ï»ż
Qianlong

QiĂĄnlĂłng (chinesisch äčŸéš†, IPA (hochchinesisch) [ʚʰjɛ̌nlÊŠÌŒĆ‹], * 25. September 1711 in Beijing; † 7. Februar 1799, ebenda, Verbotene Stadt) war der vierte chinesische Kaiser der Qing-Dynastie und regierte offiziell vom 18. Oktober 1735 bis zum 9. Februar 1796, inoffiziell bis zu seinem Tod im Jahre 1799. Sein Geburtsname war ÀixÄ«njuĂ©luĂł HĂłnglĂŹ (愛新èŠșçŸ…ćŒ˜æ›†), genannt „Prinz Bǎo“ (毶èŠȘ王); sein Tempelname lautet Gāozƍng (é«˜ćź—, „Hoher Ahne“) und sein Ehrenname ChĂșndĂŹ (箔澝, „Reiner Kaiser“). Qianlong war Sohn des Yongzheng-Kaisers (é›æ­Łćž) und der kaiserlichen Gemahlin Xiao Sheng Xian (ć­è–æ†Č).

Kaiser Qianlong

Die Herrschaft des Qianlong-Kaisers gilt als Höhepunkt der Qing-Dynastie und ist im RĂŒckblick als eines der „Goldenen Zeitalter“ der chinesischen Zivilisation verklĂ€rt worden. Der Kaiser zeigte sich als ambitionierter und pflichtbewusster Staatsmann, der die Grenzen Chinas weit nach Zentralasien ausdehnte und die eigene Kultur nachhaltig förderte. Qianlong betĂ€tigte sich selbst als Dichter, Maler und Meister der Kalligrafie, darĂŒber hinaus trug er eine der grĂ¶ĂŸten bekannten Kunstkollektionen der Welt zusammen. Resultat dieser Sammelleidenschaft war ebenfalls die sogenannte VollstĂ€ndige Bibliothek der Vier SchĂ€tze, die umfangreichste Zusammenstellung der chinesischen Literaturgeschichte. Qianlongs ungewöhnlich lange Regierungszeit war maßgeblich von politischer StabilitĂ€t, wirtschaftlichem Wohlstand sowie dem allgemeinen Hang zur Prachtentfaltung geprĂ€gt. Am Ende seiner Amtszeit wurden jedoch auch die ersten Anzeichen fĂŒr die Probleme des darauf folgenden Jahrhunderts deutlich.

Inhaltsverzeichnis

Jugend

Kaiser Yongzheng und Hongli

Der spĂ€tere Qianlong-Kaiser wurde als vierter Sohn des Prinzen Yinzhen und Enkel des Kangxi-Kaisers im Jahr 1711 geboren. Man gab ihm den Namen Hongli und verlieh ihm 1733 den Titel eines Prinzen Bao. ZunĂ€chst wuchs er in der Residenz seines Vaters auf, doch als er etwa zehn Jahre alt war, befahl sein Großvater ihn in der Palastschule zu unterrichten, somit lebte sein Enkel fortan bei ihm am Kaiserhof und Kangxi konnte Hongli besser kennenlernen. Der alte Kaiser hatte zu diesem Zeitpunkt ĂŒber einhundert Enkelkinder und kannte die meisten davon so gut wie gar nicht. Doch Hongli erweckte seine Aufmerksamkeit bereits wĂ€hrend einer kaiserlichen Hetzjagd, als ein BĂ€r den jungen Prinzen angriff und Hongli nicht vor ihm zurĂŒckwich, sondern einen Pfeil auf das Tier abschoss. Schnell empfand Kangxi tiefe Zuneigung zu seinem Enkel und bemerkte dessen schnelle Auffassungsgabe und Sportlichkeit. Der alte Kaiser befahl, dass der Prinz einer besonders ausfĂŒhrlichen Ausbildung unterworfen werden sollte, und nahm sich seiner persönlich an.

Hongli war kaum elf Jahre alt, als sein Großvater 1722 starb und sein Vater als Kaiser Yongzheng den Thron bestieg. Der neue Kaiser schĂ€tzte seinen vierten Sohn ebenso sehr und ernannte ihn unverzĂŒglich nach seiner Thronerhebung testamentarisch zum Kronprinzen. Keiner der kaiserlichen Prinzen wusste, wer Yongzheng nachfolgen wĂŒrde, was Cliquenbildung verhindern sollte. Prinz Bao wurde weiter einem harten Studium unterworfen. Von sechs Uhr frĂŒh bis fĂŒnf Uhr abends musste er sich den Lektionen der Gelehrten widmen. Sein Vater selbst unterwies ihn in der Politik und ĂŒberwachte seine Ausbildung streng. Der junge Qianlong wurde zu einem der am besten ausgebildeten Kaiser in der chinesischen Geschichte. Sein Studium umfasste humanistische Bildung, Poesie, Kalligrafie und Malerei, wobei er sich auf allen Gebieten als talentiert zeigte. Auch gelang es ihm außer Chinesisch und Mandschurisch auch noch Mongolisch, Uigurisch und Tibetisch zu beherrschen. Mit zweiundzwanzig Jahren legte er das kaiserliche Examen ab, indem er eine umfassende Analyse der konfuzianischen Klassiker erarbeitete.

Thronbesteigung

Das junge Kaiserpaar 1736

Als 1735 Honglis Vater starb, war seine Nachfolge keine Überraschung mehr. Der Yongzheng-Kaiser hatte bereits offen seine Sympathie fĂŒr den Prinzen Bao gezeigt. Der Prinz hatte des Öfteren als Regent in Abwesenheit des Vaters fungiert und war von diesem bei politischen Entscheidungen eingebunden worden. So war die Thronfolge am wenigsten fĂŒr den neuen vierundzwanzigjĂ€hrigen Kaiser eine Neuigkeit. Hongli legte, wie es die Tradition verlangte, seinen Geburtsnamen fĂŒr immer ab und wĂ€hlte fĂŒr sich den Äranamen qiĂĄn lĂłng (Aussprache: tchi'Ă€n'lung), was sich mit Himmlischer Überfluss ĂŒbersetzen lĂ€sst. QiĂĄnlĂłng ist kein Eigenname, sondern die Regierungsdevise seiner Herrschaftsperiode, weshalb man korrekt vom QiĂĄnlĂłng-Kaiser (äčŸéš†ćž) sprechen sollte.

Als erste Maßnahme entschied der neue Kaiser, alle Mitglieder des kaiserlichen Clans aus wichtigen Ämtern zu entlassen. Qianlong misstraute seiner weitlĂ€ufigen Verwandtschaft zutiefst und fĂŒrchtete FraktionskĂ€mpfe innerhalb des Hofes, wie sie in den letzten Regierungsjahren seines Großvaters vorgekommen waren. Selbst seinen BrĂŒdern und Cousins, welche mit ihm an der Palastschule erzogen worden waren, schenkte er keinerlei Vertrauen. Die Prinzen wurden konsequent von der Regierung ausgeschlossen. Dies fĂŒhrte zwangslĂ€ufig zu einer Distanzierung des Kaisers zu seinen Verwandten, welche durchaus von ihm gewollt war. Der Kaiser war in seinen Augen eine ĂŒbergeordnete Macht, die frei entscheiden können mĂŒsse und nicht von persönlichen Bindungen befangen sein dĂŒrfe.

Qianlongs Alltag war durch Traditionen reguliert und er fĂŒhrte ein sehr diszipliniertes Leben. Am liebsten beschĂ€ftigte er sich mit der Poesie, dem Sammeln von Kunstwerken und dem Bau von GĂ€rten und PalĂ€sten. Als Herrscher war Qianlong ungemein arbeitsam. Er bewĂ€ltigte tĂ€glich große Mengen Papier und ließ kein Detail unberĂŒcksichtigt. Er traf gern schnelle Entscheidungen, wobei er fĂŒr RatschlĂ€ge stets offen blieb. Bei der Wahl seiner Ratgeber zeigte er eine gute Hand fĂŒr Talente. Erst im hohen Alter von ĂŒber achtzig Jahren sollte Qianlongs Urteilskraft und Arbeitseifer nachlassen, wĂ€hrend sein Machtwille bis zu seinem Tod stark blieb.

Innenpolitik

StÀrkung der Lokalbehörden

Hofaudienz unter Kaiser Qianlong

Neben den vielen kleinen Änderungen, die Qianlong in den Institutionen des Reiches vornahm, ist die Ausdehnung des sogenannten baojia-Systems besonders zu erwĂ€hnen. Es bildete die unterste Ebene im sozialen Kontrollmechanismus und diente dazu, die Gesetze auf lokalem Gebiet durchzusetzen und ihre Anwendung zu ĂŒberwachen. Der Name baojia steht fĂŒr ein System der örtlichen Sicherheit und geht auf die Reformen Wang Anshis wĂ€hrend der Song-Dynastie zurĂŒck. Als die Mandschu 1644 Beijing einnahmen und ihre Dynastie etablierten, fĂŒhrten sie das baojia in ganz China ein, um die AutoritĂ€t der Regierung zu stĂ€rken. Das baojia-Polizeisystem beruhte auf gegenseitiger Verantwortung fĂŒr die örtlichen Gesetze und Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung durch die Einwohner selbst. Es basierte auf Gruppen zu zehn Haushalten, welche wiederum von Lokalbeamten ĂŒberwacht wurden. ErgĂ€nzt wurde das baojia durch das lijia genannte Steuererhebungssystem, welches ganz Ă€hnlich organisiert wurde.

Beide Systeme waren nur bedingt wirkungsvoll, was soziale Kontrolle, Steuerabgaben und VolkszĂ€hlung betraf. Kaiser Qianlong suchte diese Systeme zu reformieren und entschied sich 1740, eine Änderung einzufĂŒhren. Die Lokalbeamten sollten ab sofort nicht nur die erwachsenen MĂ€nner zĂ€hlen, die zum Arbeitsdienst verpflichtet wurden, sondern die Arbeitsregistrierung mit dem Steuersystem verknĂŒpfen und so alle Individuen eines Haushalts erfassen. Qianlongs Ratgeber erklĂ€rten, dass dieses Vorhaben der nahezu perfekten VolkszĂ€hlung bei so vielen Millionen Einwohnern unmöglich sei. Der Kaiser war anderer Meinung und befahl, das baojia entsprechend seinen Vorgaben zu Ă€ndern. Fortan musste der Vorsteher einer zu je zehn Haushalten zusammengefassten Einheit den Namen, das Geschlecht und das Alter der Mitglieder eines Haushalts auf einer Plakette am Eingang notieren. Einmal im Jahr wurden die Änderungen dem zustĂ€ndigen Lokalbeamten mitgeteilt. Auf diese einfache Art war es nun möglich, ein ziemlich genaues Bild ĂŒber die Einwohnerzahl und deren Steueraufkommen zu gewinnen, was mögliche Unterschlagung eindĂ€mmen konnte. Auch wurde die lokale Ordnung gestĂ€rkt, denn die zehn Familien innerhalb des baojia mussten sich gegenseitig ĂŒberwachen und VerstĂ¶ĂŸe jedweder Art melden. Dadurch war die Kontrolle durch die örtlichen Behörden stark erweitert, und dieses System sollte auch eine lange Zeit sehr effektiv funktionieren.

Inspektionsreisen

Qianlong wĂ€hrend seiner ersten SĂŒdreise 1751

Wie sein Großvater Kangxi unternahm auch Qianlong ausgedehnte Inspektionstouren durch das Reich der Mitte. Diese Reisen dienten dem Kaiser dazu, sich persönlich ein Bild von den dringendsten Problemen im Land und den Fortschritten einzelner Projekte zu machen. DarĂŒber hinaus waren sie große Ereignisse, durch die man Macht und Reichtum des Kaisers demonstrieren konnte. Die lĂ€ngsten Inspektionsreisen dauerten einige Monate und fĂŒhrten Qianlong in die reiche Region des Jangtsedeltas: 1751, 1757, 1762, 1765, 1780 und 1784. Daneben fĂŒhrten ihn noch ĂŒber einhundert kleinere Touren in den Norden oder andere Gebiete unweit von Beijing. Bei seinen Reisen begleiteten ihn seine Ratgeber und eine kleine Zahl von GroßsekretĂ€ren und Mitgliedern des Staatsrats, um sich auch auf Reisen der Regierung widmen zu können. DarĂŒber hinaus noch KĂŒnstler, Leibwachen, Palasteunuchen, Beamte, Hofdamen, Dienerinnen, Prinzen, Köche, Knechte und Soldaten. Im Schnitt nahm er bei seinen Inspektionen etwa 3000 Personen mit sich.

Solche Touren waren aufwendig und teuer. Ihre Organisation war daher eine Herausforderung. Qianlong hatte ReisepalĂ€ste bauen lassen, um unterwegs eine behagliche Unterkunft zu haben. Die sĂŒdlichen Touren fĂŒhrten in die großen Zentren der Region: Yangzhou, Nanjing, Suzhou und Hangzhou. Die meiste Zeit verbrachte der Kaiser damit, KanĂ€le und Deiche zu begutachten oder andere öffentliche Bauten zu besuchen, mit Beamten und Gelehrten zu sprechen, Kriminelle zu begnadigen und Truppen zu inspizieren. Es kam aber auch oft vor, dass man Feste zu Ehren des Kaisers gab, organisiert durch wohlhabende Provinzbeamte und Kaufleute. Dadurch, dass die Jangtseregion die reichste und bevölkerungsstĂ€rkste des ganzen Landes war, waren solche Ereignisse erst ĂŒberhaupt möglich. Privatpersonen, besonders die HĂ€ndler, die mit dem Ankauf und Verkauf von Salz durch das Staatsmonopol reich wurden, konnten als Gastgeber fĂŒr kaiserliche EmpfĂ€nge fungieren. Einige soll es aber auch gĂ€nzlich ruiniert haben, denn Qianlong schĂ€tzte kein bescheidenes Auftreten.

Es gab verschiedene Möglichkeiten des Reisens. Man konnte zu Pferd ĂŒber Land reiten oder den gesamten Weg in den SĂŒden ĂŒber den Kaiserkanal nehmen, der von Beijing nach Hangzhou fĂŒhrte. Der Seeweg war bequemer und ermöglichte luxuriösen Komfort, doch meist bevorzugte Qianlong das Pferd. So konnte er sich sportlichen AktivitĂ€ten wie Polo oder Bogenschießen weit besser hingeben. Die riesige Entourage des Kaisers kam ohnehin nur schleppend voran.

Korruption

Insbesondere gegen Ende der Regierungszeit Qianlongs griff im Verwaltungsapparat zunehmend Korruption um sich.

Erscheinungsformen

Sie Ă€ußerte sich beispielsweise darin, dass lokale Beamte unter Anwendung von Gewalt oder Drohung von den Bauern mehr Abgaben forderten, als ihnen zustand, was die allgemeine Unzufriedenheit schĂŒrte und unter anderem zu den AufstĂ€nden des Weißen Lotus beitragen sollte. SteuerĂŒberschĂŒsse wurden bisweilen von den Magistraten nicht oder nur unvollstĂ€ndig an die Finanzkommissare der Provinzen weitergeleitet. Auch wurden staatliche Mittel, die fĂŒr bestimmte Projekte wie Straßen- oder Deichbauten bestimmt waren, veruntreut und in die eigene Tasche abgezweigt. Ein Umstand, dem China ĂŒbrigens sieben große Überschwemmungen des Gelben Flusses Anfang des 19. Jahrhunderts sowie die desaströse Flutkatastrophe von 1855 zu verdanken hat. Justizbedienstete ließen sich eigenmĂ€chtige „Strafmilderungen“ von den Delinquenten durch Schmiergeld bezahlen. Schließlich wurden selbst AufstĂ€nde von den verantwortlichen Beamten aufgrund von Bestechungsgeldern, die die Rebellen zahlten, hĂ€ufig nur halbherzig bekĂ€mpft. Die Abgrenzung von Korruption, Ausbeutung und KriminalitĂ€t zu legalem Amtsverhalten gestaltete sich freilich mangels Rechtssicherheit mitunter schwierig; hĂ€ufig fehlte es an juristisch verbindlichen Regelungen, auch war ein starker gewohnheitsrechtlicher Einschlag zu verzeichnen.

GrĂŒnde

Qianlongs Arbeitszimmer in der Verbotenen Stadt

Ein Grund fĂŒr die genannten ZustĂ€nde lag sicherlich in der mitunter prekĂ€ren Situation der kaiserlichen Beamten. Weiterhin gelang es nur einer schmalen Elite, das langwierige und schwere kaiserliche PrĂŒfungssystem zu absolvieren und obendrein im Anschluss gegen ĂŒbermĂ€chtige Konkurrenz einen der raren Verwaltungsposten zu erringen. Nach Etablierung im Staatsdienst wurden Beamte jedoch zunehmend schlechter bezahlt, wobei sie andererseits hĂ€ufig völlig ĂŒberlastet waren, unter anderem wegen des schleppenden Ausbaus des Behördenapparates, der mit dem drastischen Bevölkerungswachstum nicht Schritt hielt. Oft mussten sie obendrein einen Verwandtenkredit abzahlen, mit dem sie die Ausbildung finanziert hatten. Dass unter diesen UmstĂ€nden viele Beamte der Versuchung nicht widerstehen konnten, ihr Gehalt auf illegale Weise aufzubessern, erscheint menschlich verstĂ€ndlich.

BegĂŒnstigt wurde die Korruption schließlich auch durch die schwindende Kontrolle durch den Kaiserhof. So beschĂ€ftigte sich Qianlong in weitaus geringerem Maße als seine VorgĂ€nger mit Verwaltungsdingen. Insbesondere das von seinem Vater Yongzheng ausgebaute System der „Palastdenkschriften“ bzw. Thronberichte ließ er im Alter zunehmend zur formellen Routine verkommen. HĂ€ufig ĂŒberflog er die Eingaben nur noch flĂŒchtig und pinselte oberflĂ€chliche Bemerkungen wie „zur Kenntnis genommen“, „gelesen“ oder „an das zustĂ€ndige Ministerium weiterleiten“ auf die Dokumente. Mitunter ĂŒberließ er auch zentrale, an sich dem Kaiser obliegende Aufgaben dem Staatsrat oder nachgeordneten Behörden. Umgekehrt wurden Qianlong von den Provinzbeamten mitunter wichtige Informationen vorenthalten und insbesondere die wahre Lage bei FeldzĂŒgen oder AufstĂ€nden verschleiert. AnsĂ€tze des Finanzministeriums, den MissstĂ€nden durch verstĂ€rkte Berichtspflichten und Genehmigungsvorbehalte entgegenzuwirken, erwiesen sich oft als kontraproduktiv, verschĂ€rften die BĂŒrokratisierung und brachten damit noch mehr Lasten fĂŒr die AmtstrĂ€ger mit sich.

Rolle des GĂŒnstlings Heshen

Heshen (1750–1799)

Eine besondere Rolle bei der Ausbreitung der Korruption gegen Ende des Jahrhunderts spielte Qianlongs GĂŒnstling Heshen. Im kaiserlichen Regierungssystem hatte er stets zentrale Funktionen inne. So war er etwa u.a. Finanzminister, Chef des Beamtenministeriums, Kaiserlicher GroßsekretĂ€r und Aufseher fĂŒr Transitzölle. 1781 wurde er gar als Sonderbeauftragter in die Provinz Yunnan entsandt, um den dort erhobenen KorruptionsvorwĂŒrfen nachzugehen. In all diesen Ämtern nutzte er seine Stellung wie auch seine Intelligenz, um sich und seine Sippe zu bereichern. Er maßte sich nahezu kaiserliche Machtbefugnisse an, erzwang GefĂ€lligkeiten und ließ sich jede ihm obliegende Dienstleistung bezahlen. Insbesondere auch bei der BekĂ€mpfung der Rebellion vom Weißen Lotus unterschlug er durch RechnungsfĂ€lschung mehrere Millionen Silbertael.

Unruhen und AufstÀnde

Gegen Ende der Regierungsperiode Qianlongs kam es in zahlreichen Landesteilen zu Rebellionen: So erhob sich in den achtziger Jahren auf Taiwan die sog. „Himmel- und Erdegesellschaft“ (Tiandi), eine pseudo-religiös inspirierte Gruppe, die den Qing die Legitimation absprach, mehrere StĂ€dte eroberte und sogar kurzzeitig eine eigene Gegen-Dynastie, die „Shuntian“, etablieren konnte. Dazu kamen mehrere AufstĂ€nde muslimischer Minderheiten u.a. in der Provinz Gansu sowie von Miao-StĂ€mmen im SĂŒdwesten Chinas. Diese Unruhen konnten von Qianlongs Heeren noch relativ leicht niedergeschlagen werden.

Ungleich schwerer wog indes der 1774 in Shandong ausgebrochene, nach seinem charismatischen AnfĂŒhrer benannte Wang-Lun-Aufstand, der jedoch noch im selben Jahr unterdrĂŒckt werden konnte. Er wurzelte insbesondere in der sich infolge von Bevölkerungsexplosion und Nahrungsmittelverknappung verschĂ€rfenden allgemeinen wirtschaftlichen Lage, der steigenden Abgabenlast fĂŒr die Bevölkerung, der zunehmenden Konzentration des Landeigentums in den HĂ€nden weniger Großgrundbesitzer und dem damit verbundenen Abstieg freier Bauern zu Landarbeitern sowie in der Entwertung des Kupfergeldes im VerhĂ€ltnis zum Silber. Besondere BedrĂŒckung fĂŒr weite Kreise der Bevölkerung brachte auch die bereits beschriebene Korruption in der Beamtenschaft. Getragen wurde die Erhebung dementsprechend vor allem von durch die genannte Entwicklung sozial deklassierten Bevölkerungsgruppen, insbesondere Bauern und Landarbeitern, aber auch eher stĂ€dtischen StĂ€nden wie Fuhrleuten, KleinhĂ€ndlern, Geldleihern, Schauspielern, Treidlern oder Kulis.

Ein weiterer Aufstand von 1796–1803 berief sich auf die obskure Tradition der seit Ende der Yuan-Dynastie in China tĂ€tigen Sekte des Weißen Lotus, verehrte deren Gottheit der Ewigen verehrungswĂŒrdigen Mutter; die desolate irdische Lage wurde als Vorbote einer messianischen Zeit gedeutet. Obwohl die von mitunter recht krausem Gedankengut gestĂŒtzten Rebellen des Weißen Lotus keinerlei festes politisches Programm hatten und Qianlong mit Ă€ußerster militĂ€rischer HĂ€rte gegen sie vorging, gelang es ihm zeitlebens nicht mehr, die Bewegung endgĂŒltig einzudĂ€mmen. Ursache hierfĂŒr dĂŒrfte insbesondere auch die zunehmende Korruption im kaiserlichen Verwaltungsapparat gewesen sein, die zu einer oft nur halbherzigen BekĂ€mpfung der AufstĂ€nde durch bestochene Beamte, aber auch zu einer unzureichenden Information des Kaiserhofs ĂŒber die tatsĂ€chliche Situation fĂŒhrte. Mitunter desertierten sogar unzufriedene kaiserliche Soldaten und Offiziere zu den AufstĂ€ndischen.

Mandschu-chinesischer Konflikt

„General Ayusi verfolgt die Rebellen“ (1755), Beispiel fĂŒr die kĂŒnstlerische Verehrung mandschurischer Tapferkeit

Der junge Kaiser bewunderte seinen Vater Yongzheng, aber auch seinen Großvater Kangxi sehr. Sein Vater neigte zu Misstrauen und Strenge gegenĂŒber all seinen Beamten und Ministern. Doch Qianlongs Regierungsstil entsprach eher dem seines Großvaters, der stets nach Kompromissen suchte und eine eher entspannte Sicht der Dinge an den Tag legte. Qianlong ließ seinen Hofbeamten relativ viel Freiraum bei Entscheidungen, ĂŒberwachte sie aber aufmerksam. Keinerlei Gnade kannte er hingegen bei antimandschurischen Tendenzen oder Angriffen auf seine Dynastie oder WĂŒrde als Kaiser. Auch war er unnachgiebig bei der BekĂ€mpfung von Fraktionen am Hof, die eventuell ihre AmtsautoritĂ€t fĂŒr ihren persönlichen Nutzen missbraucht hĂ€tten. Und dennoch kam es zu Beginn seiner Herrschaft zu einem Konflikt zwischen mandschurischen und chinesischen Beamten am Hof. Qianlong war sehr stolz auf seine mandschurische Herkunft. Obwohl er auch han-chinesische Vorfahren hatte, unterstrich er diesen Aspekt besonders gern. Dies fĂŒhrte dazu, dass er mehr Mandschu in die höchsten Ämter berief und weit weniger Chinesen dafĂŒr einsetzte. Obwohl das Übergewicht der Chinesen innerhalb der kaiserlichen Verwaltung weiterhin sehr groß war, waren doch einige Kreise des chinesischen Gelehrtentums gekrĂ€nkt ĂŒber diese Bevorzugung.

Als er den Thron bestieg, ĂŒbernahm Qianlong von seinem Vater zwei sehr kompetente und machtvolle Minister: Den Mandschu Ertai (1680–1745), einst Generalgouverneur der SĂŒdwestprovinzen, der es bis zum GroßsekretĂ€r, Kriegsminister und Mitglied des Staatsrats brachte und den Chinesen Zhang Tingyu (1672–1755), das einflussreichste Mitglied des Staatsrats. Um diese zwei begannen sich nun die Fraktionen der Mandschu und Chinesen zu scharen, was den Kaiser sehr beunruhigte. Er konnte die beiden aus Respekt vor seinem Vater nicht einfach absetzen. So distanzierte er sich zusehends von ihnen und wartete ab, bis sie bald darauf starben, um anschließend ihre AnhĂ€nger in Ungnade fallen zu lassen. Danach versuchte er ein relatives Gleichgewicht innerhalb der höchsten StaatsĂ€mter herzustellen – was den chinesischen Beamten auch nicht unbedingt passte – und die so oft proklamierte Gleichheit zwischen Mandschu und Chinesen zu unterstreichen.

Qianlong suchte ein anderes Problem mit seiner Ämterbesetzung zu bekĂ€mpfen, den anhaltenden Verfall der mandschurischen Traditionen und Sitten. Zu seiner Zeit sprach kaum noch ein Mandschu seine Muttersprache, sie assimilierten sich praktisch vollstĂ€ndig in die chinesische Kultur und gaben ihre eigene IdentitĂ€t dabei auf. Qianlong versuchte Maßnahmen gegen diesen Verfall durchzusetzen, doch musste er schnell erkennen, wie sinnlos dies war. So hoffte er, wenn er diesen Prozess schon nicht stoppen konnte, den Mandschu zumindest ein höheres Prestige und mehr Macht in der Gesellschaft zu verschaffen. Das sollte ihm auch in begrenztem Umfang gelingen.

Kultur

KĂŒnstler und MĂ€zen

Qianlong umgeben von Kunstwerken

Qianlong ist insbesondere als KĂŒnstler und Sammler bekannt geworden. Die offizielle Sammlung seiner eigenen Poesie umfasst mehr als 40.000 Gedichte, von denen die meisten aber als eher schlecht gelten. Kein anderer Poet in Chinas Geschichte hat so viele Gedichte hervorgebracht.

BerĂŒhmt geworden sind auch Qianlongs alljĂ€hrliche Teegesellschaften. Die eingeladenen KĂŒnstler und Gelehrten mussten fĂŒr den Kaiser Gedichte schreiben, durften als Dank dafĂŒr aber das kostbare Teegeschirr, aus dem sie getrunken hatten, mit nach Hause nehmen.

Mit Leidenschaft und großem Talent sammelte der Kaiser AntiquitĂ€ten. Seine Gier nach Kunst war berĂŒchtigt. Andere Kunstsammler fĂŒrchteten, der Kaiser wĂŒrde ihre schönsten StĂŒcke als Geschenke verlangen, sobald er Kenntnis davon bekĂ€me. Einige Sammler ließen sogar geschickte Kopien ihrer SchĂ€tze anfertigen, fĂŒr den Fall, dass Qianlong sie fordern sollte.

Seine fließende Kalligrafie, welche die KĂŒnstler Wang Xizhi, Mi Fu und Dong Qichang als Vorbild nahm, gilt als bemerkenswert. Die meisten BlĂ€tter, die ihm zugeschrieben werden, scheinen auch tatsĂ€chlich von seiner eigenen Hand zu stammen. Kunstexperten bescheinigen seinen kalligraphischen KĂŒnsten zwar großes Talent, er erreiche allerdings nicht die Einzigartigkeit seines Amtskollegen Huizong. Zu allen Zeiten ist Qianlong dafĂŒr kritisiert worden, dass er auf die RĂ€nder der bedeutendsten Bilder der chinesischen Malerei seine Gedichte mit eigener Hand niederschrieb. Einige haben diese „Verschönerungen“ gar als Vandalismus tituliert.

Daneben betĂ€tigte sich der Kaiser auch als Maler: Bekannt geworden ist etwa sein 1745 geschaffenes Rollbild „Berghaus des friedvollen Wohnens”, das die kaiserliche Sommerresidenz zu Jehol aus der Vogelperspektive zeigt. Auch dieses Werk versah Qianlong mit kalligrafierten Gedichten, in denen er meist seine bei SpaziergĂ€ngen in der Umgebung gewonnenen EindrĂŒcke schildert. Nachdem er bei jedem seiner jĂ€hrlichen Besuche jeweils ein Gedicht ergĂ€nzt hatte, wies das GemĂ€lde zuletzt 34 davon auf.

Insgesamt gilt die kaiserliche Sammlung, die er mit so viel Hingabe sein ganzes Leben zusammengetragen hat, als eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, die in ihrer QualitĂ€t bis heute unĂŒbertroffen ist. Doch auch als MĂ€zen der KĂŒnste machte sich der Kaiser einen Namen. Die Kunst erlebte eine HochblĂŒte unter seiner Förderung, und der Qianlong-Stil beim Porzellan und anderen LuxusgĂŒtern wird damals wie heute geschĂ€tzt. Zahllose KĂŒnstler beschĂ€ftigte er in seinen PalastwerkstĂ€tten, mit dem Ziel, sein Ansehen zu vermehren und natĂŒrlich um seine eigene Sammlung zu erweitern.

Bauherr

Buddhaduft-Pagode im Sommerpalast

Qianlong war einer der grĂ¶ĂŸten Bauherrn in der kaiserlichen Geschichtsschreibung. Beijing wurde in großen Teilen durch seine Hand geprĂ€gt. Er restaurierte, vergrĂ¶ĂŸerte, verschönerte und baute: PalĂ€ste, WĂ€lle, Stadttore, Straßen, Wasserwege, Parkanlagen und eine endlose Zahl von Tempeln. Zwar Ă€nderte er nichts an der axialen Ausrichtung Beijings und der inneren Kaiserstadt, aber er fand, die PalĂ€ste der Verbotenen Stadt seien zu lustlos und symmetrisch in ihrer Planung. Deshalb ließ er neue GĂ€rten, GewĂ€sser und Blumenterrassen anlegen. Er forderte die besten Materialien und die höchste QualitĂ€t bei der AusfĂŒhrung der Arbeiten und scheute keine Kosten fĂŒr die AusfĂŒhrung dieser enormen Projekte. Im ganzen Land wies er seine Gouverneure an, Stadtmauern, KanĂ€le und Straßen wiederherzustellen. Ganz China wurde von seiner Bausucht erfasst.

Besonderen Wert legte er auf den Bau seiner SommerpalĂ€ste, des Yuanming Yuan und des Qingyi Yuan. Dabei handelte es sich um die grĂ¶ĂŸte Garten- und Palastkomposition im damaligen Ostasien, gelegen in der nordwestlichen Vorstadt von Beijing. Hier konnte er ungezwungen seinen Vorstellungen folgen und seiner Fantasie freien Lauf lassen. Unter anderem bauten ihm die Jesuiten unter den HofkĂŒnstlern einen weißen Marmorpalast im europĂ€ischen Barockstil, auf einer weitlĂ€ufigen Terrasse gelegen, mit FontĂ€nen und Wasserspielen nach dem Vorbild von Schloss Versailles. NatĂŒrlich legte Qianlong sein Augenmerk auch auf den Bau seines Yuling genannten Mausoleums.

Bereits sehr frĂŒh begannen die kaiserlichen Zensoren, den Kaiser fĂŒr seine Bauprojekte zu tadeln und sie als nutzlose Verschwendung zu brandmarken. Qianlong lobte im Gegenzug ihren konfuzianischen Sinn fĂŒr Sparsamkeit und ignorierte ihre Kritik. 1780 schrieb er ein Memorandum, in dem er sich verteidigte. Er fĂŒhrte an, dass seine Schatzkammern doppelt so voll seien wie am Tage seiner Thronbesteigung, dass er seine Arbeiter ĂŒberdurchschnittlich gut bezahle und so vielen Menschen Arbeit habe geben können. All dies mag sicherlich stimmen, aber dennoch förderte sein extravaganter und luxuriöser Lebensstil die Verschwendungssucht innerhalb der gesellschaftlichen Elite.

Projekt der „Vier SchĂ€tze“

Qianlong als „Gelehrter beim Studium“

Der Qianlong-Kaiser fĂŒhlte sich in der chinesischen Kultur beheimatet und glaubte, die höchste AutoritĂ€t zu sein, an die man sich in Fragen des kulturellen Lebens wenden konnte. Die Qing-Dynastie war sehr darum bemĂŒht, als chinesische Herrschaft zu erscheinen, und stellte sich als BeschĂŒtzer chinesischer Werte und Kultur dar. Der „Sohn des Himmels“ war der Garant fĂŒr Ethik und Moral. Aus dieser Überlegung heraus wurde argumentiert, dass LoyalitĂ€t gegenĂŒber den kulturellen Werten und Traditionen Chinas gleichbedeutend sei mit der Ergebenheit gegenĂŒber dem Herrscher und der Dynastie der Qing. Letztlich sah Qianlong die Kultur nicht nur als Quelle des persönlichen VergnĂŒgens, sondern auch als politisches Werkzeug, das es in seinem Sinne und dem seiner Dynastie zu instrumentalisieren galt.

1770 erließ der Kaiser ein Edikt, welches seinen Hof wissen ließ, dass die Zeit gekommen sei, das gesamte literarische Erbe der chinesischen Geschichte zu sichten und zusammenzutragen. Er befahl Listen zu erstellen, in denen alle Werke (klassische, historische, philosophische und literarische Schriften) verzeichnet werden sollten, die je erschienen seien. Diese Listen sollten dann daraufhin untersucht werden, welches die besten Werke seien, um dann von Gelehrten genutzt werden zu können. ZunĂ€chst fand dieses Vorhaben wenig Anklang. Besonders der Staatsrat gab zu bedenken, dass das Sammeln von Texten nicht die Aufgabe der Regierung sei, dass es viel Geld kosten wĂŒrde und man sich eventuell in einen philosophischen Disput darĂŒber begeben wĂŒrde, was aufnahmewĂŒrdig sei und was nicht. Kurz gesagt, die Ratgeber des Kaisers machten auf die vielen praktischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Vorhabens aufmerksam. Qianlong ließ sich nicht beirren und gab im MĂ€rz 1773 bekannt, dass das Projekt in Angriff genommen werden mĂŒsse. Er nannte es offiziell Die VollstĂ€ndige Bibliothek der Vier SchĂ€tze (Siku quanshu 曛ćș«ć…šæ›ž).

Aus dem ganzen Reich wurden seltene BĂŒcher nach Beijing gebracht, private Sammler um Kopien gebeten, Neuveröffentlichungen untersucht. Ferner trug man Teile alter verlorener Texte zusammen und versuchte, sie wiederherzustellen. Alle gesammelten BĂŒcher wurden in die Hanlin-Akademie innerhalb der Kaiserstadt Beijings gebracht, wo man sie las, verglich und verbesserte. Etwa 360 Gelehrte waren mit dieser als sehr ehrenvoll empfundenen Aufgabe betraut. Dann kopierten 3.862 Meister der Kalligraphie die Schriften in ein einheitliches Format. Schnell war klar, dass die kaiserliche Akademie an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stieß und weitere BĂŒros zur Bearbeitung eingerichtet werden mussten.

Innerhalb des Palastbezirks wurde eine große Bibliothek errichtet, um das Endprodukt aufzunehmen. Dieses enthielt am Ende 3.470 kopierte Texte sowie ein großes Verzeichnis weiterer Werke, die nur mit ihren Titeln aufgenommen waren. Das erste Manuskript wurde dem Kaiser 1782 vorgelegt. Es umfasst 79.932 Kapitel mit mehr als 360 Millionen Wörtern in 36.000 BĂ€nden. Das gewaltige Werk war bei weitem zu groß, um gedruckt zu werden. Es wurden nur sieben Ausgaben davon hergestellt, vier wurden in den PalĂ€sten von Beijing und Umgebung aufbewahrt, drei weitere in den SĂŒden nach Yangzhou, Zhenjiang und Hangzhou geschickt, wo sie unter der Aufsicht von speziellen Beamten fĂŒr das Studium zugĂ€nglich waren. Die Sammlung der Vier SchĂ€tze gehört nicht nur zu den herausragenden Leistungen Qianlongs, sondern sie bildet bis heute den Grundstein der chinesischen Literatur.

Qianlongs „Literarische Inquisition“

Qianlong empfÀngt Pferde als Tribut

Dennoch hatte die Sammlung der Texte Schattenseiten: Bei der Suche nach Schriften wurden ebenso unliebsame Texte ausfindig gemacht und umgeschrieben oder fĂŒr immer vernichtet. Zwischen 1773 und 1775 waren alle BĂŒcher in Beijing eingetroffen und man begann mit der Durchsicht der Werke. Doch dabei achtete man nicht nur auf QualitĂ€t, sondern suchte auch nach verdĂ€chtigen Tendenzen in den Schriften. Dabei ging es nicht nur um Texte vom Ende der Ming-Zeit, als sich der Kampf zwischen Chinesen und Mandschu ereignete. Durchsucht wurden vielmehr BĂŒcher aus der gesamten chinesischen Geschichte. Dabei wurden Inhalte gesucht, die sich gegen Nicht-Han-Dynastien wie die Yuan, gegen die nördlichen Völker oder speziell gegen die Mandschu richteten. HauptsĂ€chlich verdĂ€chtigte Qianlong diese BĂŒcher deswegen, weil er befĂŒrchtete, dass man mit ihnen Untertanen gegen die AutoritĂ€t der Qing-Dynastie aufbringen könnte. Wurden Autoren gefunden, die sich des Schreibens aufrĂŒhrerischer BĂŒcher schuldig gemacht hatten, so war die Bestrafung rigoros und konsequent: Ihre Werke wurden nicht nur vollstĂ€ndig zerstört, sondern der Autor und seine Familie konnten verbannt und im schlimmsten Fall sogar zum Tode oder zur Versklavung verurteilt werden. Es gab fĂŒnf Kriterien, nach denen man die Themen aussortierte und die Vernichtung veranlasste:

  • Pro-Ming-Äußerungen: Der Vergleich zwischen den Dynastien der Ming und Qing war gefĂ€hrlich. Es war wichtig, die Ming als degeneriert zu beschreiben und ihren Untergang als unvermeidbar darzustellen, noch bevor die Mandschu in Zentralchina eindrangen. Dadurch sollte herausgestellt werden, dass das „Mandat des Himmels“ auf legitime Weise auf die Qing ĂŒberging.
  • Ming-Restauration: Die Forderungen nach der Wiederherstellung des Ming-Regimes war extrem selten anzutreffen, da die Bevölkerung an der RechtmĂ€ĂŸigkeit der Qing-Kaiser im Allgemeinen keine Zweifel hegte. Dennoch wurde beim kleinsten Anzeichen solcher Tendenzen eine strenge Bestrafung angeordnet.
  • Feindschaft gegenĂŒber Steppenvölkern: Der Konflikt zwischen China und den Bewohnern der Steppe hatte eine lange Tradition, und die nördlichen Gebiete wurden mit der Zeit als „fremdartig“ oder „barbarisch“ stilisiert. Diese Umschreibungen hatten zwar keineswegs einen negativen Unterton bei ihrem Gebrauch in der Literatur, aber schon das Potenzial fĂŒr einen feindlichen Unterton reichte aus, um hier eine Zensur anzusetzen.
  • Literatur fĂŒr anzĂŒgliche und lasterhafte VergnĂŒgen: Die Qing hatten eine etwas puritanische Sicht der Gesellschaft und stellten sich damit ausdrĂŒcklich gegen die Sitten der spĂ€ten Ming-Zeit. Diese wurde als moralisch verdorben verurteilt, worin aus Qing-Sicht auch der Hauptgrund fĂŒr ihren Untergang gelegen haben soll. WĂ€hrend der Qing-Zeit suchte man sich wieder mehr an den konfuzianischen Idealen zu orientieren, und das bedeutete mehr Sittenstrenge, wenn auch die chinesische Gesellschaft unter den Qing immer noch relativ liberal blieb. Besonders Qianlong suchte den Vorgaben von Sitte und Moral zu entsprechen und alles zu vermeiden, was den Traditionen des Landes entgegenstand. Die Rolle des Kaisers als Vater des Volkes und Vorbild fĂŒr die Gesellschaft nahm er durchaus sehr ernst, weshalb ihm die Auslöschung von Schriften, welche die soziale Ordnung unterliefen, gelegen kam.
  • MilitĂ€rische Werke: Die Mandschu misstrauten den Chinesen beim Studium ihrer eigenen MilitĂ€rliteratur. Zur Durchsetzung ihrer militĂ€rischen Vormacht waren die Mandschu zum grĂ¶ĂŸten Teil auf chinesische Truppen angewiesen. Dabei beschrĂ€nkten sie die chinesische Beteiligung bei der FĂŒhrung der Armeen, taktischen Ausarbeitung und militĂ€rischen AufklĂ€rung auf Han-Chinesen des Bannersystems. Schriften ĂŒber MilitĂ€rwissenschaften waren besonders in der Ming-Zeit populĂ€r. FĂŒr die Chinesen hĂ€tten solche BĂŒcher nur als Quellen aufwieglerischen Wissens gedient, weswegen ihre weitlĂ€ufige Vernichtung als Vorbeugung von AufstĂ€nden betrachtet wurde.

Trotz dieser Eingriffe seitens des Kaiserhofs gilt das 18. Jahrhundert nicht nur als Epoche großer Romane wie des Traums der roten Kammer, sondern auch als eine Renaissance des Neokonfuzianismus und der chinesischen Philosophie. Einige der bedeutendsten Gelehrten und Autoren waren unter Qianlongs Herrschaft tĂ€tig, das wohl nicht trotz, sondern eher dank des amtierenden Kaisers.

Musik

Darsteller in einer Peking-Oper

Nachdem Kaiser Kangxi die Gebetsmusik zu den kaiserlichen Opferzeremonien hatte ĂŒberarbeiten und modernisieren lassen, leitete Qianlong eine Art Restauration ein und stellte die traditionellen Formen wieder her. Hierbei war ihm insbesondere an der Abgrenzung religiöser Ritualmusik gegenĂŒber weltlichen KlĂ€ngen gelegen. Ungeachtet ihres rein funktionellen Zwecks genießt sie in der Musikwissenschaft hohes Ansehen.

Am Kaiserhof zu Beijing unterhielt Qianlong ein traditionell ausgestattetes Palastorchester von mehr als 200 Musikern. Daneben bestand eine kleinere Gruppen von Eunuchen, die, in europĂ€ische GewĂ€nder und PuderperĂŒcken gesteckt, auf westlichen Instrumenten Barockmusik zu spielen hatten. Als Kastraten kamen sie dem Kaiser auch bei der AuffĂŒhrung der von den Jesuiten mitgebrachten italienischen Opern zupass.

Eine besondere BlĂŒte erlebte in Qianlongs Amtszeit der mandschurische Sprechgesang, dessen Texte hĂ€ufig auf die von Heimweh geprĂ€gten Lieder der Grenzsoldaten zurĂŒckgehen. Als Begleitinstrument hierfĂŒr ließ der Kaiser auf der Grundlage tradierter MilitĂ€r- und Zeremonialtrommeln die Bajiaogu (ć…«è§’éŒ“) entwickeln, eine Art achteckiges Tambourin. Es ist traditionell mit Pythonhaut bespannt und steckt voller politischer Symbolik: Die Form des Instruments sollte an die Zahl der mandschurischen Banner erinnern; die drei Zymbale pro Ecke standen fĂŒr die drei Hauptnationen Mandschu, Han-Chinesen und Mongolen; die angehĂ€ngte Troddel verhieß Wohlstand und reiche Ernte.

Vor allem aber wird Qianlong mit der Geburt der Peking-Oper (jingju äșŹć‰§) in Verbindung gebracht, dem aus westlicher Sicht authentischsten Ausdruck chinesischer Musikkultur. WĂ€hrend seiner Inspektionsreisen in den SĂŒden hatte Qianlong Gefallen an verschiedenen regionalen Opernstilen gefunden. AnlĂ€sslich seines 80. Geburtstags lud er daher Operntruppen aus den verschiedensten Teilen Chinas, unter anderem aus den Provinzen Jiangxi, Hubei, Sichuan und Shanxi, vor allem aber aus Anhui, an den Kaiserhof. Dort blieben sie auch nach dem Ende der Feierlichkeiten und entwickelten sukzessive aus den vier regionalen Opern-Stilen huiban, kunqu, yiyang und luantan etwas Neues, eben die heute so berĂŒhmte Peking-Oper.

MilitÀrische Unternehmen

Die zehn siegreichen FeldzĂŒge

Schlachtszene aus dem Taiwan-Feldzug

Die Rolle eines siegreichen Feldherrn war wichtig fĂŒr die Selbstdarstellung eines Kaisers von China. Qianlong nutzte viele Gelegenheiten, um das Qing-Reich auszudehnen und die Vormachtstellung Chinas in Zentralasien zu erweitern. Zur Seite standen ihm dabei die traditionell mandschurisch geprĂ€gten Acht Banner, aber auch die dreimal so starke, vorwiegend aus Han-Chinesen bestehende GrĂŒne Standarte. Insgesamt kamen wĂ€hrend der FeldzĂŒge der Qianlong-Ära an die 260.000 Soldaten zum Einsatz. Nie fĂŒhrte Qianlong eine seiner Armeen selbst in den Krieg, doch besuchte er die Truppen in der Steppe, begrĂŒĂŸte heimkehrende siegreiche GenerĂ€le und nahm die Unterwerfung der Besiegten persönlich entgegen. In der Hauptstadt ließ er die Halle der militĂ€rischen Tapferkeit errichten, eine Art MilitĂ€rmuseum. Darin wurden die Portraits der erfolgreichen Befehlshaber mit ihren Waffen prĂ€sentiert. Hofmaler wie Giuseppe Castiglione wurden beauftragt, die grĂ¶ĂŸten Siege der Regierungszeit im Bild festzuhalten, um sie dann in der Halle zu prĂ€sentieren.

Grenzabsicherung mit Waffengewalt wurde zu einer hĂ€ufig praktizierten Politik unter Qianlong und nahm einen weiten Raum in seinem Denken ein. Zum Ende seines Lebens schrieb er 1792 die Aufzeichnung der zehn Perfektionen, womit zehn Kriege gemeint waren, die jeweils mit einem Sieg fĂŒr die Qing endeten. Die Liste zĂ€hlt nicht die Niederschlagung von innerchinesischen Rebellionen auf, denn diese waren Resultate von Fehlern der Regierung. Der Kaiser war der Meinung, dass man ĂŒber Fehler nachdenken mĂŒsse, anstatt sie zu feiern.

Die zehn FeldzĂŒge bestanden aus der zweimaligen Befriedung von rebellierenden StĂ€mmen im westlichen Sichuan, 1747–1749 und noch mal 1771–1776; zwei Kriege gegen die Dsungaren im nordwestlichen Xinjiang, 1755–1757; ein Sieg ĂŒber abtrĂŒnnige Turkmenen im sĂŒdlichen Xinjiang, 1758–59; die UnterdrĂŒckung einer Rebellion auf Taiwan, 1787–88; ein Grenzkrieg gegen Burma, 1766–1770; ein anderer gegen Annam, 1788–89; und die beiden FeldzĂŒge gegen die Gurkha in Tibet und Nepal, 1790–92.

Schlachtszene aus dem Jinchuan-Feldzug

Eine herausragende Leistung war sicherlich die Unterwerfung der Dsungaren, was zur Eingliederung von ganz Xinjiang in das Reich fĂŒhrte. Schon lange konkurrierten Chinesen und Dsungaren miteinander, den Dalai Lama und Tibet zu kontrollieren sowie sich die Oberhoheit ĂŒber den Buddhismus und Lamaismus zu sichern. Am kostspieligsten und schwierigsten war die UnterdrĂŒckung der JinchuanstĂ€mme in Sichuan. Der erste Feldzug von 1747 bis 1749 war ein recht einfaches Unternehmen. Mit einem minimalen Einsatz von Truppen wurden die StammeshĂ€upter zum Frieden gezwungen, doch ethnische Konflikte hielten zwanzig Jahre an. Dies fĂŒhrte zu einem erneuten Aufstand. Ein zweites Mal musste ein Mandschugeneral entsandt werden, doch diesmal mit einem massiven Truppeneinsatz, der teurer war als alle anderen Kriege zusammengenommen. In Beijing ansĂ€ssige Kanonengießer aus Europa fertigten spezielle Artillerie an, um die Steinfestungen der StĂ€mme zu bombardieren. Die GenerĂ€le kannten keine Gnade und unterdrĂŒckten die AufstĂ€nde. Danach wurde die gesamte Region in eine MilitĂ€rprĂ€fektur umgewandelt und mit loyaleren Einwohnern neu besiedelt.

Unter Qianlongs Herrschaft verdoppelte sich das Territorium Chinas durch die zahlreichen KĂ€mpfe auf fast zwölf Millionen Quadratkilometer und erreichte damit die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung in seiner Geschichte. Kaiser Kangxi hatte 1697 die Mongolei erobert, doch erst Qianlong beendete die Grenzsicherungspolitik seines Großvaters erfolgreich. Neben den eroberten Gebieten unterstanden noch andere LĂ€nder dem China der Qing-Dynastie als Tributstaaten: Korea, Annam (Vietnam) und nach dem Gurkhafeldzug auch Nepal.

Vietnam-Feldzug 1788–89

1788 suchte der von BĂŒrgerkriegsgeneralen gestĂŒrzte Herrscher der vietnamesischen LĂȘ-Dynastie in der Provinz Guangxi Schutz und bat Qianlong um militĂ€rische Hilfe zur Befriedung seines Landes. Der Kaiser sandte drei Armeen, die Vietnam von Yunnan, von Guangxi und von der See her in die Zange nahmen. Schon nach wenigen Monaten waren die vietnamesischen Truppen vernichtend geschlagen; die Chinesen eroberten Hanoi und setzten die LĂȘ-Dynastie wieder ein. Schon nach einem Monat, zum Neujahrsfest 1789, gewannen die aufstĂ€ndischen Kriegsherrn indes erneut die Oberhand, töteten viertausend chinesische Soldaten und zwangen die Qing-Heere zum RĂŒckzug nach Guangxi. Sie ĂŒbernahmen endgĂŒltig die Kontrolle in Vietnam. In der Folge sahen sich die chinesischen KĂŒstenprovinzen ĂŒber Jahrzehnte hinweg den Angriffen vietnamesischer Piraten ausgesetzt. Qianlong erkannte schließlich die Herrschaft des Generals Nguyễn Huệ ĂŒben den sĂŒdlichen Vasallenstaat an, sah sich in seinem SelbstverstĂ€ndnis als Hegemon Asiens jedoch nachhaltig gekrĂ€nkt. Dennoch erwies sich das Land auch nach einem erneuten Machtwechsel unter Gia Long und der GrĂŒndung der Nguyễn-Dynastie als loyal gegenĂŒber der Qing-Dynastie.

Gurkhafeldzug 1790–92

Karte des Qing-Reichs, unter dem Qianlong-Kaiser erreichte China die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung seiner Geschichte

Seit der Kangxi-Ära versuchten die Qing immer wieder das tibetische Hochplateau zu annektieren, was ihnen jedoch nicht gelang. Nach der Zerschlagung der Dsungaren konnte sich China ab 1750 endgĂŒltig in Tibet festsetzen. 1751 wurden die Befugnisse der Ambane erweitert, die nun unmittelbar in die tibetische Politik eingreifen konnten, weil wichtige Personalentscheidungen erst mit ihrer Zustimmung wirksam wurden. Qianlong gelang es, sich zum alleinigen BeschĂŒtzer der Mönche und Klöster Tibets zu machen. 1780 reiste der Panchen Lama Lobsang PĂ€lden Yeshe nach Beijing, um dem Kaiser zum Geburtstag seine Aufwartung zu machen. Der zweitmĂ€chtigste Mann Tibets sollte mit Geschenken reich bedacht nach Hause zurĂŒckkehren, starb aber in der Hauptstadt plötzlich an den Pocken.

In den 1760er Jahren Ă€nderte sich die politische Lage an der SĂŒdgrenze Tibets. Nepal war unter den Gurkha als geeintes Land erstarkt und wurde von den Briten unter Druck gesetzt, ihnen die Handelswege nach Tibet zu öffnen. Durch Agenten der Britischen Ostindien-Kompanie mit Informationen versorgt, entschied sich der nepalesische König 1788 fĂŒr eine Invasion Tibets. Schnell drangen die nepalesischen Truppen der Gurkha vor und besetzten Lhasa. Die kleine chinesische Garnison und die tibetischen Soldaten waren hoffnungslos unterlegen. Der kaiserliche Amban verfiel mit einem Minister des 8. Dalai Lama auf die Idee, die Gurkha durch Tributzahlungen zum Abzug zu bewegen und meldete dann nach Beijing, er habe die Nepalesen besiegt und der GurkhafĂŒrst sei bereit, dem Kaiser zu huldigen. Als der Schwindel ans Licht kam, wertete Qianlong die Attacke der Gurkha als unmittelbare Bedrohung Chinas und befahl die Entsendung einer Armee aus der Provinz Sichuan. Den Tributvertrag seines Befehlshabers ignorierte er.

Die ausbleibenden Tributzahlungen fĂŒhrten dazu, dass Nepal 1791 zum zweiten Mal in Tibet einfiel. Die Gurkha eroberten und plĂŒnderten Shigatse sowie das Kloster TrashilhĂŒnpo. Qianlong ließ die Generale des letzten Kampfes bestrafen und beauftragte einen seiner engsten Vertrauten, General Fukang'an (1753–1796) mit der Bestrafung der Gurkha. Fukang'an marschierte mitten im Winter 1791–92 von Norden her nach Tibet ein, mit gerade einmal 10.000 Mann. Die Armee der Gurkha war völlig ĂŒberrascht. Im Sommer 1792 eroberten die Qing-Truppen ganz Tibet zurĂŒck und verfolgten die Invasoren bis nach Nepal. Fukang'an eroberte die Hauptstadt Kathmandu und zwang die Gurkha zur Unterwerfung. Nepal musste sich dem Kaiser als Vasallenstaat unterwerfen und Tribut nach Beijing senden. Man verbot den Gurkha den Kontakt mit der Ostindischen Kompanie und sperrte Tibet fĂŒr die Briten, spĂ€ter auch fĂŒr die Russen. Die Herrschaft Chinas ĂŒber Tibet war damit wiederhergestellt.

China im 18. Jahrhundert

Bevölkerung

China erlebte in der Mitte des 17. Jahrhunderts einen massiven Bevölkerungsknick, verursacht durch soziale Unruhen, schwere Epidemien und Naturkatastrophen, die AufstĂ€nde am Ende der Ming-Zeit sowie die Eroberung durch die Mandschu. Die chinesische Population sank dabei auf ein Niveau von 100 Millionen Einwohnern. Erst die Konsolidierungspolitik Kangxis ermöglichte eine Erholung der Bevölkerungszahlen, so dass zum Ende seiner Regierung die VolkszĂ€hlung wieder den Höchststand der Wanli-Ära (1572–1620) mit etwa 150 Millionen Einwohnern erreichte.

Qianlong mit Gefolge beim Ausritt

Die Herrschaft der Qing erwies sich als politisch stabil und aufgrund der prosperierenden Wirtschaft unter Qianlong stieg die Bevölkerungszahl kontinuierlich weiter an. Durch die neuen Eroberungen wurden zahlreiche neue Besiedlungsprogramme ins Leben gerufen. Hunderttausende von chinesischen Siedlern zogen in unberĂŒhrte, aber fruchtbare Gebiete, um neue Familien zu grĂŒnden. WĂ€hrend Qianlongs langer Herrschaft verdoppelte sich die Einwohnerzahl Chinas:

  • 1722: 150.000.000
  • 1749: 177.495.000
  • 1767: 209.840.000
  • 1776: 268.238.000
  • 1790: 301.487.000
  • 1810: 340.000.000

EuropĂ€ische Chinareisende des spĂ€ten 18. Jahrhunderts berichteten, wie geordnet und zufrieden all die Menschenmassen seien, dass die allermeisten von ihnen wohlgenĂ€hrt erscheinen und in guten HĂ€usern lebten, dass sie alle ungewöhnlich viel Zeit aufbrĂ€chten fĂŒr ihre Familien und private Interessen. In der Tat war das gut ausgebaute Netz privater und öffentlicher Institutionen in der Lage, ausreichend Nahrung, Kleidung und HĂ€user fĂŒr eine so große Einwohnerschaft zu liefern. Erst im frĂŒhen 19. Jahrhundert sollte die Bevölkerungsexplosion zum ernsten Problem werden. Mit der zusammenbrechenden Wirtschaft, die schon vor dem Ersten Opiumkrieg gegen Großbritannien in einer beginnenden Krise steckte, sollte es zu schweren sozialen Konflikten und Massenarbeitslosigkeit kommen. Diese Probleme wurden dann seit 1820 durch die inneren AufstĂ€nde und Rebellionen immer weiter verstĂ€rkt.

Wirtschaft

Der Bevölkerungszuwachs wurde durch die stetig wachsende Wirtschaft verursacht. Die wachsende Einwohnerzahl wiederum stimulierte den technologischen Fortschritt, besonders in der Landwirtschaft. Die AgrarproduktivitĂ€t nahm sprunghaft zu durch die EinfĂŒhrung neuer Anbaumethoden und Nahrungsmittel. Der chinesische Agrarsektor war sicherlich einer der am höchsten entwickelten auf der ganzen Welt und reizte alle vorindustriellen Methoden vollstĂ€ndig aus. Besonders FrĂŒchte aus der Neuen Welt wurden von EuropĂ€ern vermittelt, recht schnell ĂŒbernommen und erzielten hohe ErnteertrĂ€ge in China. Die amerikanische SĂŒĂŸkartoffel etwa erfreute sich bald großer Beliebtheit bei den chinesischen Bauern und wurde zum drittwichtigsten Grundnahrungsmittel. Die SĂŒĂŸkartoffel war anspruchslos und konnte so auf bisher ungĂŒnstigen FlĂ€chen weitrĂ€umig angebaut werden.

Auf der anderen Seite dehnte China seine Exportwirtschaft aus. Die Ausfuhr von Nahrungsmitteln und Manufakturprodukten schnellte in die Höhe, was zur Bildung wichtiger Industriezentren beitrug und den Lebensstandard der Bauern erhöhte. Baumwollprodukte wurden zu einem wichtigen Exportgut und der Verkauf von Tee an die Briten steigerte sich um das FĂŒnfzigfache binnen achtzig Jahren. Zehntausende von Arbeitern produzierten in den kaiserlichen Porzellanmanufakturen von Jingdezhen Steinwaren und Porzellankunst fĂŒr den Export, auch Seide war gefragt. Die EuropĂ€er kauften im großen Rahmen Möbel und Lackwaren. China wurde der Hauptexporteur von Papier und BĂŒchern in Fernost und nahm wieder seine dominierende Rolle als wichtigste Wirtschaftsmacht in Ostasien ein. Der Handel wurde in Silber erledigt und China konnte auf einen ansehnlichen Überschuss blicken. Schon seit dem 16. Jahrhundert war das Reich der Mitte ĂŒber den Handel einer der Hauptprofiteure der amerikanischen Silberminen gewesen. Doch von 1760 bis 1780 stiegen die Silbereinnahmen der Chinesen aus dem Handel mit den amerikanischen Kolonien von 3 Millionen auf 16 Millionen Silbertael pro Jahr (von 85.000 kg auf 450.000 kg). Es wundert also kaum, dass die Macartney-Mission der Briten scheitern musste, war China doch am Export und nicht am Import von Waren interessiert. Das China des 18. Jahrhunderts war damit ein sehr wohlhabendes Land, das große ÜberschĂŒsse fĂŒr seine wachsenden Einwohnerzahlen produzieren konnte und sich nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich als stabil darstellte.

Qianlong und Europa

Qianlongs VerhÀltnis zu den seit dem 16. Jahrhundert in China insbesondere durch Kaufleute und Missionare prÀsenten europÀischen MÀchten war zwiespÀltig:

Westliche Kunst und Kultur

Palast im "europÀischen Stil", nördlicher Teil des alten Sommerpalasts

Einerseits schĂ€tzte er, wie bereits seine VorgĂ€nger, die kulturellen und technischen Leistungen der an seinem Hof tĂ€tigen Jesuiten. Von ihnen ließ er sich etwa nach europĂ€ischen Vorbildern den 1860 zerstörten Alten Sommerpalast (Yuanmingyuan) errichten. Auch wusste er ihre geografischen und astronomischen Kenntnisse fĂŒr sich fruchtbar zu machen und beauftragte die Patres mit der Erstellung des 1769 abgeschlossenen Qianlong-Atlas, ein mit vergleichbaren Werken des Abendlandes sicher ebenbĂŒrtiges MeisterstĂŒck der Kartografie. Auch das Astronomieamt und die kaiserliche Sternwarte wurden traditionell von Jesuiten geleitet, lange Zeit etwa von den IngolstĂ€dter Patres Ignaz Kögler und Anton Gogeisl. Als Astronom und Dolmetscher am kaiserlichen Hof amtierte von 1750 bis zu seinem Tod 1793 der französische Jesuit Joseph-Marie Amiot. Pierre-Martial Cibot baute fĂŒr Qianlong Uhren und legte GĂ€rten im französischen Stil an. Graf August von Hallerstein vermittelte den Qing-Eliten die Erkenntnisse der westlichen Mathematik. Der Schlesier Florian Bahr erteilte Angehörigen des Kaiserhofs Musikunterricht. Ignaz Sichelbarth, Jean-Denis Attiret, vor allem aber Giuseppe Castiglione wirkten als Maler bei Qianlong. Insbesondere letzterer schlug mit seinen Werken eine BrĂŒcke zwischen der chinesischen und der westlichen Kultur; bekannt geworden sind u.a. seine Pferde- und Schlachtenbilder. Im Zuge dessen entwickelte sich in China analog zu den im Rokoko in Europa verbreiteten „Chinoiserien“ ein gewisses Interesse fĂŒr europĂ€ische Kunst. So tauchten erstmals in chinesischen GemĂ€lden „westliche“ GebĂ€udeformen und DekorstĂŒcke auf, oder auch Stilelemente wie die Zentralperspektive. In der Porzellankunst finden sich teilweise etwas skurril wirkende Figurinen, die etwa portugiesische oder britische Kaufleute darstellen sollen.

Christliche Mission

Andererseits stand Qianlong – wie bereits sein Vater Yongzheng – dem Wirken der christlichen Missionare kritisch gegenĂŒber. 1742/44 fand der seit der frĂŒhen Qing-Zeit zwischen den jesuitischen Missionaren und dem Vatikan schwelende sog. Ritenstreit durch Erlass der pĂ€pstlichen Bullen „Ex quo singulari“ und „Omnium solicitudinum“ sein Ende: Papst Benedikt XIV. verbot endgĂŒltig die von den Jesuiten praktizierte sog. Akkommodation, also die Anpassung des katholischen Kultus an die chinesischen GesellschaftsverhĂ€ltnisse, und bestand auf einer „unverfĂ€lschten“ Weitergabe des Glaubensgutes. In der Folge geriet das Christentum im Reich der Mitte zunehmend unter Druck; die Verbreitung der christlichen Lehre sowie kirchliche BetĂ€tigung wurden weitgehend untersagt, die Missionare grĂ¶ĂŸtenteils ausgewiesen oder in den Untergrund gedrĂ€ngt. Am Ende von Qianlongs Amtszeit war die christliche Religion in China so gut wie nicht mehr existent – ein Zustand, den erst die angloamerikanischen Protestanten des 19. Jahrhunderts Ă€ndern sollten.

Handelspolitik

Die europÀischen Faktoreien in Kanton, 1805

Auch auf wirtschaftlichem Gebiet drĂ€ngte der Kaiser den Einfluss der westlichen Nationen zurĂŒck: Nachdem der europĂ€isch-chinesische Handel von jeher erheblichen Restriktionen insbesondere zeitlicher und örtlicher Art unterlegen hatte, unterstellte Qianlong die EuropĂ€er 1754 obendrein faktisch der Aufsicht der sog. Cohong-Gilde, einem Zusammenschluss chinesischer Kaufleute. Diese hatte fĂŒr das Wohlverhalten der AuslĂ€nder und insbesondere die pĂŒnktliche Entrichtung der Transitzölle zu bĂŒrgen, nutzte ihre Machtstellung aber auch dazu aus, ihre europĂ€ischen „Partner“ durch WillkĂŒr, Korruption und Erpressung vielfĂ€ltig zu schikanieren.

Daraufhin sandte die Britische Ostindien-Kompanie 1759 den sprachkundigen Kaufmann James Flint an den Kaiserhof, um dort Beschwerde gegen die genannten BeschrĂ€nkungen und MissstĂ€nde zu fĂŒhren. Anfangs versprach Qianlong noch halbherzig, eine Untersuchungskommission einzusetzen, Ă€nderte aber dann seine Meinung und ließ Flint festnehmen und zu drei Jahren Haft verurteilen. Da der Kaiser den europĂ€ischen Handelskompanien zutiefst misstraute und eine ZerrĂŒttung der Ordnung wie im indischen Mogulreich fĂŒrchtete, wurden die Handelsrestriktionen indes noch einmal drastisch verschĂ€rft: So schloss Qianlong insbesondere die HĂ€fen Zhoushan und Xiamen (Amoy) fĂŒr westliche Schiffe. Der gesamte Handel mit den EuropĂ€ern durfte nur noch ĂŒber Kanton laufen, und selbst dort war er nur noch in den Wintermonaten von Oktober bis MĂ€rz und ausschließlich ĂŒber die Vermittlung der Cohong-Gilde gestattet.

EuropĂ€ische Versuche, doch noch eine Öffnung der chinesischen MĂ€rkte zu erreichen, waren von wechselndem Erfolg gekennzeichnet. Als Beispiel fĂŒr eindeutiges Scheitern steht die Macartney-Mission 1793 unter Leitung des britischen Gesandten Georges Macartney, in deren Verlauf der Kaiser die Gesandten wissen ließ, dass man keinerlei Interesse daran hĂ€tte, den Import britischer Waren zu fördern. Erfolgreicher war im folgenden Winter die Titsingh-Mission 1794-95 unter Leitung des niederlĂ€ndischen GeschĂ€ftsmanns Isaac Titsingh, der die Vorschriften des chinesischen Hofzeremoniells (z.B. Kotau) protokollarisch befolgte.

Letzte Jahre und „Abdankung“

Der 85jÀhrige Qianlong-Kaiser im Zeremonialgewand

Am Ende der Qianlong-Ära sah sich der Qing-Staat mit einigen Problemen konfrontiert: Die finanzielle Lage war durch die letzten Kriege angespannt, die Verwaltung war ĂŒberfordert und parteiisch, in einer Zeit des Überflusses grassierte die Korruption, der Bevölkerungsdruck sorgte fĂŒr Unzufriedenheit in einigen Provinzen, was zu lokalen AufstĂ€nden fĂŒhrte, und die GĂŒnstlingswirtschaft blĂŒhte voll auf. Bei dem ĂŒber achtzigjĂ€hrigen Kaiser machte sich zusehends Altersstarrsinn bemerkbar und fĂŒr viele Beamte als auch Prinzen herrschte er schon viel zu lange. Qianlong hatte im hohen Alter nicht mehr den Reformwillen der frĂŒheren Jahre und packte einige Kurskorrekturen nicht mehr an. 1795 entschied er sich zugunsten seines Sohnes Yongyan abzudanken, der nun als Kaiser Jiaqing (1796–1820) den Thron bestieg. Qianlongs Motivation zu diesem Schritt resultierte jedoch allein aus dem Wunsch heraus die Regierungszeit seines Großvaters Kangxi nicht zu ĂŒberschreiten, sehr wohl wollte er weiterhin die Macht im Reich ausĂŒben. Er nahm daher den Titel eines „Höchsten Kaisers“ (ć€Ș侊皇澝, tĂ ishĂ ng huĂĄngdĂŹ) an und behielt die uneingeschrĂ€nkte Kontrolle ĂŒber die Regierung. Sein Sohn, der amtierende Kaiser, wurde von den AmtsgeschĂ€ften ferngehalten und ĂŒbernahm nur zeremonielle sowie reprĂ€sentative Aufgaben.

Dem abgedankten Kaiser stand sein Favorit Heshen zur Seite (s.o. gesonderter Absatz). Seit 1775 hatte der Gardeoffizier eine beispielhafte Karriere gemacht. Qianlong ernannte den intelligenten und arbeitsamen, aber auch selbstsĂŒchtigen und korrupten jungen Mann zum Minister der Palastintendantur, zum Finanzminister, zum GroßsekretĂ€r, sogar zum Staatsrat und Oberbefehlshaber der Beijinger Truppen. 1790 gelang Heshen selbst die familiĂ€re Verbindung zum Kaiserhaus, indem er die Lieblingstochter des Kaisers mit seinem Sohn vermĂ€hlte. Nach der Abdankung Qianlongs kam ihm eine SchlĂŒsselrolle zu: Verantwortlich fĂŒr die wichtigsten Ämter innerhalb der Regierung, vollstreckte er zielstrebig den Willen des „Höchsten Kaisers“. Unmittelbar nach dem Tod seines Vaters ließ Kaiser Jiaqing, gekrĂ€nkt ĂŒber die Bevormundung und Bestechlichkeit des Emporkömmlings, Heshen unverzĂŒglich anklagen und zwang ihn zum Selbstmord.

Qianlong starb 1799 nach kurzer Krankheit in der Verbotenen Stadt und wurde im Yuling-Mausoleum – einer ungewöhnlich imposanten Anlage – mit seinen bereits verstorbenen Lieblingsfrauen in den Östlichen Qing-GrĂ€bern beigesetzt. China war zum Zeitpunkt seines Todes ein sehr reiches und zweifellos enorm einflussreiches Land, das allerdings strukturelle Probleme zu bewĂ€ltigen hatte. Verglichen mit den anderen Reichen der Zeit war es aber immer noch ein vorbildlich regiertes und verwaltetes Land. Von einer sozialen oder gar staatlichen Krise konnte daher noch keine Rede sein.

Familie

Qianlong im Kreis seiner Familie

Kaiser Qianlong hatte insgesamt einundvierzig Ehefrauen mit unterschiedlichen RĂ€ngen. Wiedergegeben sind nur die Kaiserinnen und diejenigen Nebenfrauen, welche dem Kaiser Kinder geboren haben:

Eine besonders tiefe Beziehung fĂŒhrte Qianlong nur mit seiner ersten Gemahlin, Kaiserin Xiao Xian. Er hatte sie schon mit sechzehn Jahren geheiratet, doch sie starb bereits 1748 eines unerwarteten Todes, was der Kaiser nie ĂŒberwand. Obwohl er weitere vierzig Ehefrauen hatte, sollte er nie wieder eine gleichartige Bindung eingehen. Trotzdem schenkten ihm seine Frauen 17 Söhne und 10 Töchter, von denen die HĂ€lfte das Erwachsenenalter erreichte.

Die tiefste Zuneigung jedoch empfand Qianlong zu seiner leiblichen Mutter, der durch ihn in den Rang einer Kaiserinwitwe erhobenen Xiao Sheng Xian (ć­è–æ†Č, 1693–1777). RegelmĂ€ĂŸig besuchte er sie alle drei Tage, ehrte sie zu jedem Feiertag, ĂŒberhĂ€ufte sie mit Geschenken und nahm sie selbst auf den weitesten Reisen mit sich. Die Kaiserinmutter blieb bis ins hohe Alter sehr vital; die Verehrung ihres Sohnes fĂŒr sie war in der Tat außergewöhnlich. Dennoch war auch sie von den RegierungsgeschĂ€ften ausgeschlossen und es war ihr strikt verboten, sich in politische Angelegenheiten einzumischen.

Literatur

Geschichte Chinas

Geschichte der Qing-Dynastie

  • Frederick Mote: Imperial China 900–1800. Harvard 2003. ISBN 0-674-44515-5
  • Willard Peterson: The Ch’ing Empire to 1800. I: The Cambridge History of China. Vol. 9. Cambridge 2002. ISBN 0-521-24334-3
  • Evelyn S. Rawski, Jessica Rawson: China: The Three Emperors 1662–1795. London 2006. ISBN 1-903973-69-4
  • Denis Twitchett: The Cambridge History of China. Late Ch'ing, 1800–1911. Vol. 11. Cambridge 1980. ISBN 0-521-22029-7

Kaiser Qianlong

  • Chiumei Ho: The Glorious Reign of Emperor Qianlong. London 2004. ISBN 1-85894-203-9
  • Mark Elliott: The Qianlong Emperor. London 2009. ISBN 0-321-08444-6
  • Zhang Hongxin: Qianlong Emperor. London 2002. ISBN 1-901663-77-9
  • 摚遠滉: äčŸéš†çš‡ćžć€§ć‚ł. Zhengzhou 1990. ISBN 7-215-00624-7
  • Martin Gimm: Kaiser Qianlong (1711-1799) als Poet. Anmerkungen zu seinem schriftstellerischen Werk. Steiner, Stuttgart 1993. (= Sinologica Coloniensia; 15.) ISBN 3-515-05881-8

Qianlongs Kunstsammlung

(aufgeteilt in das Nationale Palastmuseum Taipeh und das Palastmuseum Beijing)

  • Lothar Ledderose: Palastmuseum Peking. SchĂ€tze aus der Verbotenen Stadt. Frankfurt am Main 1985. ISBN 3-458-14266-5
  • TrĂ©sors du MusĂ©e national du Palais, Taipei, MĂ©moire d’Empire. Paris 1998. ISBN 2-7118-3651-7
  • SchĂ€tze der Himmelssöhne: die kaiserliche Sammlung aus dem Nationalen Palastmuseum, Taipeh. Berlin 2003. ISBN 3-7757-1318-2

Beijing und Hof unter Qianlong

Weblinks

 Commons: QiĂĄnlĂłng â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien


VorgÀnger Amt Nachfolger
Yongzheng Kaiser von China
1735–1796
Jiaqing
Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 10. September 2005 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • Qianlong — äčŸéš† Qianlong en habits de cĂ©rĂ©monie. Titre Liste des empereurs de la 
   WikipĂ©dia en Français

  • QIANLONG — [K’IEN LONG] (1711 1799) empereur de Chine (1736 1795) Qianlong est le quatriĂšme empereur de la dynastie mandchoue des Qing Ă  rĂ©gner sur la Chine. Son long rĂšgne (Ă©courtĂ© un peu plus de trois ans avant sa mort pour ne pas dĂ©passer le «record» de… 
   EncyclopĂ©die Universelle

  • Qianlong —   [tʃ ], Ch ien lung [tʃ ], Regierungsdevise (Devise) des vierten Kaisers (1735 96, nach traditioneller Chronologie erst ab 1736) der Qingdynastie, offizieller Name (Tempelname) Gaozong (Kao tsung), persönlicher Name Hongli (Hung li), * 25. 9.… 
   Universal-Lexikon

  • Qianlong — /chyahn lawng /, n. Pinyin. See Ch ien Lung. * * * â–Ș emperor of Qing dynasty Introduction Wade Giles romanization  Ch ien lung , temple name (miaohao)  Gaozong , posthumous name (shi)  Chundi , original name  Hongli  born Sept. 25, 1711, China… 
   Universalium

  • Qianlong — o emperador Ch ien lung orig. Hongli (25 sep. 1711, China–7 feb. 1799, Beijing). Cuarto emperador de la dinastĂ­a Qing de China, cuyo reinado (1735–96) fue uno de los mĂĄs prolongados de la historia china. En su tiempo, el territorio alcanzĂł su… 
   Enciclopedia Universal

  • Qianlong — Ch ien Lung 
   Sinonimi e Contrari. Terza edizione

  • Qianlong — /chyahn lawng /, n. Pinyin. See Ch ien Lung 
   Useful english dictionary

  • Qianlong Emperor — äčŸéš†ćž 6th Qing Emperor of China 
   Wikipedia

  • Qianlong emperor — or Ch ien lung emperor orig. Hongli born Sept. 25, 1711, China died Feb. 7, 1799, Beijing Fourth emperor of the Qing dynasty in China. His reign (1735–96) was one of the longest in Chinese history. China s boundaries reached their greatest extent 
   Universalium

  • Empereur Qianlong — Qianlong Qianlong en habits de cĂ©rĂ©monie. Qianlong, ou Kien long ou K ien long, ou Khian loung, en chinois äčŸéš†, (25 septembre 1711 7 fĂ©vrier 1799), fils de l empereur Yongzheng, est le quatriĂšme empereur de la dynastie 
   WikipĂ©dia en Français


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.