Quedlinburg

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Quedlinburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Quedlinburg
Quedlinburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Quedlinburg hervorgehoben
51.79277777777811.150833333333122
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Harz
Höhe: 122 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 141,82 kmÂČ
Einwohner:

28.424 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 06484 (Quedlinburg),
06507 (Bad Suderode, Gernrode, Rieder)
Vorwahlen: 03946, 039485
Kfz-Kennzeichen: HZ
GemeindeschlĂŒssel: 15 0 85 235
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1,
06484 Quedlinburg
WebprÀsenz: www.quedlinburg.de
OberbĂŒrgermeister: Eberhard Brecht (SPD)
Lage der Stadt Quedlinburg im Landkreis Harz
Ballenstedt Blankenburg (Harz) Ditfurt Falkenstein/Harz Groß Quenstedt Halberstadt Harsleben Harzgerode Hedersleben Huy Ilsenburg (Harz) Nordharz Oberharz am Brocken Osterwieck Quedlinburg Schwanebeck Selke-Aue Thale Wegeleben WernigerodeKarte
Über dieses Bild
Quedlinburger Marktplatz mit Rathaus (links)
Quedlinburg im Jahre 1782 gezeichnet von C. C. Voigt (Norden ist links)
DĂ€cher der Altstadt, vom Burgberg nach Norden
Satellitenbild Quedlinburg
Quelle: NASA World Wind

Quedlinburg [ˈkveːdlÉȘnbʊrk] ist eine Stadt an der Bode nördlich des Harzes im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt). 994 mit dem Stadtrecht versehen, war die Stadt vom 10. bis zum 12. Jahrhundert Sitz der zu Ostern besuchten Königspfalz weltlicher Herrscher und fast 900 Jahre lang eines (zunĂ€chst geistlichen, nach der Reformation freiweltlichen) Damenstiftes.

Quedlinburgs architektonisches Erbe steht seit 1994 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und macht die Stadt zu einem der grĂ¶ĂŸten FlĂ€chendenkmale in Deutschland.

In der historischen Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Straßen, verwinkelten Gassen und kleinen PlĂ€tzen befinden sich 1200 FachwerkhĂ€user aus sechs Jahrhunderten. Am Markt liegt das Renaissance-Rathaus mit der Roland-Statue, sĂŒdlich davon der Schlossberg mit der romanischen Stiftskirche und dem Domschatz als Zeugnisse des Quedlinburger Damenstiftes. Auch der MĂŒnzenberg mit der romanischen Klosterkirche St. Marien und im Tal dazwischen die romanische St. Wiperti, der sich anschließende Abteigarten und der BrĂŒhl-Park gehören zum Weltkulturerbe.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt im nördlichen Harzvorland durchschnittlich 123 m ĂŒ. NN. Die unmittelbar angrenzenden Höhen erreichen 181 m ĂŒ. NN. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Stadt liegt westlich des Flusses Bode, in dessen weiterem Flussbett Quedlinburg liegt. Das Stadtgebiet hat eine FlĂ€che von 78,14 Quadratkilometern.

Geologie

Markanteste Schichtrippe im Harzvorland – die Teufelsmauer sĂŒdlich von Quedlinburg

Parallel zum Nordrand des herausgehobenen Harzes sind die mesozoischen Gesteinsschichten aufgebogen und teilweise abgebrochen. Die wechselnden Lagen von unterschiedlich widerstĂ€ndigen mesozoischen Gesteinen (Jura, Kreide, Muschelkalk) bilden spĂ€ter freiprĂ€parierte Schichtrippen, die als markante HöhenzĂŒge von der Bode quer durchschnitten werden. Der Quedlinburger Schlossberg bildet mit seiner VerlĂ€ngerung ĂŒber den MĂŒnzenberg-Strohberg einen solchen Höhenzug, ebenso die nördlich gelegene Hamwarte, die sĂŒdlicher gelegene Altenburg mit der VerlĂ€ngerung ĂŒber den Strohberg den nĂ€chsten. Der markanteste Höhenzug ist die weiter sĂŒdlich verlaufende Teufelsmauer. Da dieser Bereich wĂ€hrend der letzten Eiszeiten nicht vom Inlandeis bedeckt war, konnte sich hier Löss ablagern, der spĂ€ter zu Schwarzerdeböden hoher GĂŒte umgewandelt wurde. Es sind dies die sĂŒdlichen AuslĂ€ufer der fruchtbaren Magdeburger Börde.[2]

Klima

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Quedlinburg
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) -0,4 0,8 3,3 7,5 12,7 16,0 17,3 16,6 13,4 8,8 3,9 1,0 Ø 8,4
Niederschlag (mm) 24 19 28 37 54 64 59 54 36 32 30 25 ÎŁ 462
Sonnenstunden (h/d) 1,5 2,4 3,5 4,6 5,9 5,8 6,0 6,0 4,6 3,4 2,1 1,4 Ø 3,9
Regentage (d) 11 9 10 10 10 11 10 10 9 9 11 12 ÎŁ 122
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Quelle: NiederschlĂ€ge: Monatswerte 1951–1980 Region Braunschweig Ostfalen, Temperaturen: Monatswerte 1911–1915[3], Sonnenscheindauer[4]Regentage[5]
Daten der Klimastation Quedlinburg, gegrĂŒndet 1887 (51°47' 11°09', H=123 m), geschlossen 2000, neugegrĂŒndet 2006 (51°48', 11°09' H=142 m)[6]
Klimadiagramm[4]
Föhnprinzip – Quedlinburg im Regenschatten des Harzes

Die Stadt befindet sich in der gemĂ€ĂŸigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Quedlinburg betrĂ€gt 8,8 Â°C. Die wĂ€rmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 17,8 beziehungsweise 17,2 Â°C und die kĂ€ltesten Januar und Februar mit 0,1 beziehungsweise 0,4 Â°C im Mittel. Der meiste Niederschlag fĂ€llt im Juni mit durchschnittlich 57 Millimeter, der geringste im Februar mit durchschnittlich 23 Millimeter.

Der Harz liegt als Hindernis in der von SĂŒdwesten kommenden Westwinddrift. Durch die Höhe (Brocken mit 1.141,1 m ĂŒ. NN) werden die Luftmassen zum Aufsteigen gezwungen und regnen sich dabei ab. Die nordöstliche Seite liegt im Regenschatten des Harzes. In diesem Gebiet befindet sich Quedlinburg mit einem der geringsten JahresniederschlĂ€ge in Deutschland von nur 438 Millimetern (zum Vergleich: Köln annĂ€hernd 798 Millimeter). Da die Monate Dezember, Januar und Februar absolut die niedrigsten Niederschlagswerte besitzen und die stark abnehmende Tendenz bereits im SpĂ€therbst beginnt, kann von einer Quedlinburger „Wintertrockenheit“ gesprochen werden.[7][8] Bei der 2010 erstmals durchgefĂŒhrten Gesamtauswertung der 2100 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes wurde festgestellt, dass Quedlinburg im August 2010 mit 72,4 Liter je Quadratmeter der trockenste Ort in Deutschland war. [9] Die frostfreien Tage betragen 177 Tage im Jahr, wĂ€hrend an 30 Tagen Dauerfrost herrscht. Eine geschlossene Schneedecke ist an weniger als 50 Tagen vorhanden und die Sonnenscheindauer liegt bei 1.422 Stunden jĂ€hrlich.[10]

Stadtgliederung

Die historische Kernstadt gliedert sich in den ehemaligen Königsbesitz mit dem Westendorf, dem Burgberg, der St.-Wiperti-Kirche sowie dem MĂŒnzenberg. Nördlich davon liegt die 994 gegrĂŒndete Altstadt und östlich die im 12. Jahrhundert gegrĂŒndete Neustadt. Im dazwischenliegenden Bereich wurde im 13./14. Jahrhundert die SteinbrĂŒcke angelegt und die Word trockengelegt. Nördlich der Altstadt befindet sich das mittelalterliche Vorstadtviertel Gröpern.

Um diesen mittelalterlichen Kern wurde am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert ein GĂŒrtel aus Villen im Jugendstil gebaut. Im Zuge der Industrialisierung entstanden außerhalb dieses GĂŒrtels neue Ortsteile, so die Kleysiedlung, das Neubaugebiet in der SĂŒderstadt (19./20. Jahrhundert) und das auf dem Kleers (1980er Jahre).

Neben dieser Kernstadt gehören zu Quedlinburg noch die Ortsteile MĂŒnchenhof (vier Kilometer nördlich), Gersdorfer Burg (drei Kilometer sĂŒdöstlich), Morgenrot (vier Kilometer östlich) und Quarmbeck (vier Kilometer sĂŒdlich) sowie seit dem 1. Januar 2011 Gernrode, Bad Suderode und Rieder.

Nachbargemeinden

Quedlinburg ist eine Stadt im Landkreis Harz und grenzt an neun sachsen-anhaltische StÀdte und Gemeinden (im Uhrzeigersinn, im Nordosten beginnend): Gemeinde Harsleben, Stadt Wegeleben, Gemeinden Ditfurt und Selke-Aue, StÀdte Ballenstedt, Harzgerode und Thale.

Geschichte

Das Quedlinburger Schloss

→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Quedlinburg

FrĂŒhe Besiedlungen

Die ersten Siedlungsspuren reichen bis in die Altsteinzeit zurĂŒck. Die Gegend war fast durchgehend besiedelt. Die ertragreichen Böden machten die Gegend fĂŒr Siedler wĂ€hrend des Neolithikums besonders interessant, was sich durch ĂŒber 55 Siedlungsreste dieser Epoche allein in der Stadt und der nĂ€heren Umgebung nachweisen lĂ€sst.[11] So befinden sich auf den markanten Bergspitzen wie dem Moorberg, der Bockshornschanze oder dem BrĂŒggeberg, die an den SeitenwĂ€nden des Bodetals aufgereiht wie auf einer Kette aufragen, neolithische BegrĂ€bnishĂŒgel. Etwa zwei Kilometer nordwestlich von Quedlinburg, westlich der WĂŒstung Marsleben, konnte 2005 eine Kreisgrabenanlage der Stichbandkeramik untersucht werden, die der Kreisgrabenanlage von Goseck in Alter, Ausdehnung und Form nicht nachsteht.[12]

Aus dem Ende des 8. Jahrhunderts hĂ€ufen sich urkundliche Nachrichten ĂŒber Ortschaften in der Umgebung Quedlinburgs: Marsleben, Groß Orden, Ballersleben (alle wĂŒst), Ditfurt und Weddersleben. Die Wipertikirche als Filiale der Abtei Hersfeld ist wahrscheinlich um 835/63 gegrĂŒndet worden.[13]

→ Siehe auch: Quedlinburger WĂŒstungen

Königliche Osterpfalz vom 10. bis 12. Jahrhundert

Sog. Krönungsfenster im Rathaus: Die legendÀre Königserhebung Heinrichs I. am Quedlinburger Finkenherd fand tatsÀchlich 919 zu Fritzlar statt

Bedeutung erlangte Quedlinburg, als es im 10. Jahrhundert die Königspfalz wurde, in der die ottonischen Herrscher das Osterfest feierten. Erstmals wurde es als villa quae dicitur Quitilingaburg in einer Urkunde König Heinrichs I. vom 22. April 922 erwĂ€hnt.[14] SpĂ€ter bestimmte Heinrich den Ort zu seiner Grablege. Er wurde nach seinem Tod im Jahr 936 in Memleben in der Pfalzkapelle auf dem Schlossberg bestattet. Seine Witwe Königin Mathilde ließ sich von Heinrichs Sohn und Nachfolger Otto I. die GrĂŒndung eines Damenstiftes mit der Aufgabe der Totenmemorie bestĂ€tigen. Dreißig Jahre lang stand sie ihrer StiftsgrĂŒndung selbst als Leiterin vor, ohne Äbtissin geworden zu sein. Otto I. besuchte Quedlinburg in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden zur Feier des Osterfestes und zu den Gedenktagen seines Vaters. Im Jahr 941 entging er dabei nur knapp einem Mordanschlag durch seinen jĂŒngeren Bruder Heinrich. Auf dem Oster-Hoftag 966 wurde Ottos Tochter Mathilde mit der Leitung des Damenstiftes betraut. Zwei Jahre spĂ€ter, am 14. MĂ€rz 968, starb ihre Großmutter und wurde an der Seite ihres Gemahls bestattet. Ihr Grab und ihr steinerner Sarkophag sind erhalten geblieben, wĂ€hrend Heinrichs Grablege leer ist.

Der grĂ¶ĂŸte und glanzvollste Hoftag Ottos des Großen fand 973 statt. Unter den internationalen Teilnehmern befanden sich Boleslav I., Herzog von Böhmen, und Mieszko I., Herzog der Polanen, die dem Kaiser den Treueeid leisteten. Kurz darauf starb Otto I. Sein Sohn Otto II. besuchte in seiner zehnjĂ€hrigen Regentschaft nur zweimal Quedlinburg.

Nach dessen Tod 983 war Otto III. erst drei Jahre alt. Sein Onkel Heinrich dem ZĂ€nker wollte sich in Quedlinburg selbst zum König erheben und entfĂŒhrte den jungen König. Vor allem das Eingreifen von Ottos Großmutter Adelheid, der zweiten Gemahlin Ottos I., und seiner Mutter Theophanu, der Gemahlin Ottos II., zwang Heinrich zwei Jahre spĂ€ter, dem jungen Otto III. in Quedlinburg zu huldigen.[13] Otto III. verlieh 994 dem Stift seiner Tante, der Äbtissin Mathilde, das Markt-, MĂŒnz- und Zollrecht.[15] Damit war eine wichtige Bedingung fĂŒr die weitere stĂ€dtische Entwicklung Quedlinburgs geschaffen.

Von der weiteren reichspolitischen Bedeutung Quedlinburgs im 11. und 12. Jahrhundert zeugen die vor Ort verfassten, spĂ€ter so genannten Quedlinburger Annalen. Diese verzeichnen im Jahre 1009 erstmals in schriftlichen Quellen Litua, den Namen Litauens). FĂŒr die Zeit vom 10. bis zum 12. Jahrhundert, als Quedlinburg die Osterpfalz der ostfrĂ€nkisch/deutschen HerrscherhĂ€user war, sind 69 urkundlich nachweisbare Aufenthalte eines Königs oder Kaisers gezĂ€hlt worden.[16]

In den ersten Jahrzehnten nach GrĂŒndung des Damenstiftes wurden zahlreiche Schenkungen durch das sĂ€chsische Königshaus verzeichnet. Zu Quedlinburg gehörten ĂŒber 200 teils weit entfernte Orte,[17] aber auch andere SchĂ€tze.

Aufstrebende Stadt im SpĂ€tmittelalter und der FrĂŒhneuzeit

1326 schloss sich die Stadt mit Halberstadt und Aschersleben zum HalberstĂ€dter DreistĂ€dtebund zusammen, der 150 Jahre andauern sollte.

In den folgenden vier Jahrhunderten nahm Quedlinburg einen wirtschaftlichen Aufschwung. Wie in anderen StĂ€dten (Braunschweig, Halberstadt) der Region waren das Gewandschneider- und das Kaufmannswesen besonders intensiv. Um 1330 wurde die Altstadt mit der im 12. Jahrhundert gegrĂŒndeten Neustadt belehnt, die fortan immer geschlossen als Stadt Quedlinburg agierten.

Quedlinburg 1647 von Merian

Zum wirtschaftlichen Erfolg gesellte sich 1336 ein politischer, als die Stadt in einem regionalen Konflikt zwischen dem HalberstĂ€dter Bischof und dem Grafen von Regenstein Letzteren gefangen setzen konnte. Die Stadt erlangte grĂ¶ĂŸere UnabhĂ€ngigkeit von der Stadtherrin, der Äbtissin des Damenstiftes, und durfte in der Folge ihre Verteidigungsanlagen massiv ausbauen. Das neue Selbstbewusstsein wurde in Form von vielen StĂ€dtebĂŒndnissen nach außen hin demonstriert. Als Krönung dieser Entwicklung trat die Stadt 1384 dem NiedersĂ€chsischen StĂ€dtebund und 1426 dem Hansebund bei.

Der Plan des Stadtrates, sich von den Befugnissen der Äbtissin Hedwig von Sachsen zu befreien, mĂŒndete 1477 in einem gewaltsamen Konflikt. Die Quedlinburger versuchten, Hedwig mit Waffengewalt aus der Stadt zu vertreiben. Daraufhin bat diese ihre BrĂŒder, die Wettiner Herzöge Ernst und Albrecht um Hilfe. Die entsandten Truppen stĂŒrmten die Stadt ohne eigene Verluste, wĂ€hrend 80 Quedlinburger fielen. Die BĂŒrgerschaft unterwarf sich daraufhin und schied aus sĂ€mtlichen BĂŒndnissen aus. Der 1440 aufgestellte Roland[18], Symbol der Marktfreiheit und Zeichen stĂ€dtischer UnabhĂ€ngigkeit, wurde gestĂŒrzt und zerschlagen. Erst 1869 wurden die BruchstĂŒcke dieser Rolandstatue wieder aufgefunden, zusammengesetzt und neu aufgestellt.

Abtei Quedlinburg um 1750

WÀhrend des Bauernkriegs wurden vier Klöster der Stadt, das PrÀmonstratenserkloster St. Wiperti, das Benediktinerinnenkloster St. Marien, das Franziskanerkloster in der Altstadt und das Augustinerkloster in der Neustadt zerstört. Die Reformation wurde in Quedlinburg im Jahr 1539 durchgesetzt und das Stift in ein evangelisches Freies weltliches Stift umgewandelt.

Den grĂ¶ĂŸten stĂ€dtebaulichen Aufschwung nahm die Stadt ab dem DreißigjĂ€hrigen Krieg. Die meisten der 1200 erhaltenen FachwerkhĂ€user sind in dieser Zeit entstanden. Zwei StadtbrĂ€nde verwĂŒsteten 1676 und 1797 große Teile der Stadt.

1698 besetzten brandenburgische Truppen die Stadt, womit fortan Preußen Schutzmacht war. 1802 wurde das seit 936 bestehende Damenstift aufgelöst.[19] Die StiftsgebĂ€ude auf dem Schlossberg gingen in den Besitz des preußischen Staates ĂŒber.

Aufstrebendes Pflanzzuchtzentrum vom 18. bis 20. Jahrhundert

Quedlinburg von SĂŒdwesten, um 1900
Schlossberg und Stiftskirche
Schlossberg mit Stiftskirche St. Servatii und StiftsgebÀuden, Dezember 2005

Im Laufe des 18. und besonders des 19. Jahrhunderts entwickelte sich durch die Blumen- und Saatgutzucht ein beachtlicher Wohlstand, der stĂ€dtebaulich auch in einer Reihe von Jugendstil-Villen seinen Ausdruck fand. Als die erste Zuckerfabrik des Regierungsbezirks Magdeburg 1834 von G. Chr. Hanewald in Quedlinburg eingerichtet wurde, fĂŒhrte dies zur raschen Entwicklung landwirtschaftlicher Zuliefer- und Großbetriebe. Die Entwicklung von Zuchtverfahren, der Anschluss an das Eisenbahnnetz und die Separation (1834–1858) sind Stationen zu einer weltwirtschaftlichen Bedeutung im Saatzuchtbereich. Neben der Zucht von Blumensamen wuchs seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Bedeutung der GemĂŒsezucht.

Von 1815 bis 1938 war Quedlinburg eine Garnisonsstadt.

Zu den sechs Fragmenten der in den Jahren 1865 bis 1888 entdeckten sogenannten Quedlinburger Itala, einer Prachtbibel des 4. Jahrhunderts, die als EinbĂ€nde frĂŒhneuzeitlicher Verzeichnisses ĂŒberliefert worden waren, siehe: Domschatzkammer Quedlinburg

Das 20. Jahrhundert

Im beginnenden 20. Jahrhundert waren die Saatzuchtfirmen die grĂ¶ĂŸten Arbeitgeber. 1907 sprach Rosa Luxemburg vor 800 Quedlinburger Saatzucht-Arbeitern.

WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges wurden viele landwirtschaftliche Arbeiten mit Hilfe von bis zu 17.000 Kriegsgefangenen durchgefĂŒhrt, die in einem Kriegsgefangenenlager auf dem so genannten Ritteranger nordöstlich der Stadt untergebracht waren. Dieses Lager wurde seit September 1914 eingerichtet und bestand ĂŒber den Krieg hinaus als Notunterkunft zaristischer Soldaten, bis es im Juni 1922 niedergebrannt wurde. Im selben Jahr fand in Quedlinburg eine Feier zum tausendsten Jahrestag der ersten urkundlichen ErwĂ€hnung (922) statt.

Ein verheerendes Hochwasser der Bode zerstörte 1926 alle BrĂŒcken und legte die Infrastruktur lahm. Immer wieder behinderten spĂ€tere Hochwasser die Wiederaufbauarbeiten.[20]

Zur Zeit des „Dritten Reiches“ wurde die Tausendjahrfeier (936–1936) des Todestages König Heinrichs I. von den Nationalsozialisten in Gestalt der SS als ein propagandistisches Geschenk angesehen. Heinrich Himmler entwickelte ab 1936 einen Kult um den König, dass er selbst als eine Reinkarnation Heinrichs angesehen wurde, was ihm geschmeichelt haben soll, wie sein Leibarzt Felix Kersten berichtet. In Quedlinburg wurden die Wipertikrypta und die Kirche St. Servatii beschlagnahmt und zu WeihestĂ€tten der SS umfunktioniert. Himmlers persönliches Erscheinen (bis 1939) zu den jĂ€hrlichen Feierlichkeiten am 2. Juli, die bis 1944 stattfanden, wurde zum Beispiel 1937 propagandistisch mit Nachrichten ĂŒber das Auffinden der verlorenen Gebeine Heinrichs I. aufgewertet. Nach dem Krieg wurden bei einer Öffnung des (neuen) Sarkophags die von der SS vorgezeigten „Funde“ als plumpe FĂ€lschungen entlarvt.[21]

Am Morgen nach den Zerstörungen der „Reichskristallnacht“ legte der Ladenbesitzer Sommerfeld seine Eisernen Kreuze aus dem Ersten Weltkrieg (EK 1 und 2) in sein zerstörtes Schaufenster und ein Schild: „Der Dank des Vaterlandes ist Dir gewiss.“[22] Bald darauf begann die Verschleppung jĂŒdischer Bewohner. Im Stadtgebiet befanden sich drei Außenstellen von Konzentrationslagern: das KreisgerichtsgefĂ€ngnis und je ein Gefangenenlager in der Kleersturnhalle und im Fliegerhorst in Quarmbeck.

Seit 1943/1944 wurden in Quedlinburg ĂŒber 8.000 Verwundete in den Sporthallen und Notlazaretten versorgt. In der Woche, bevor am 19. April 1945 amerikanische TruppenverbĂ€nde (RCT 18) die Stadt fast kampflos einnehmen konnten, gelang es, Teile der V 2, die auf dem Quedlinburger Bahnhof auf Waggons lagerten, aus der Stadt zu bringen.[23] Dies verhinderte eine Bombardierung und so beschrĂ€nkten sich die Kriegszerstörungen auf Artillerietreffer.

So genannte Hallesche Monolithbauweise Typ Quedlinburg (HMBQ) in der Schmalen Straße

Nach dem Krieg war Quedlinburg Teil des 1945 gegrĂŒndeten Landes Sachsen-Anhalt, seit 1952 des Bezirkes Halle in der DDR. Obwohl es kaum nennenswerte Kriegszerstörungen gab, reichten die BemĂŒhungen durch die DDR bei weitem nicht aus, den drohenden natĂŒrlichen Verfall der Altstadt zu stoppen. Durch den Einsatz erfahrener polnischer Restauratoren aus ToruƄ (Thorn) konnten nur punktuell HĂ€user wiederhergestellt werden. Seit 1957 wurde St. Wiperti restauriert und 1959 neugeweiht. Die ursprĂŒnglichen Planungen der DDR in den 1960er-Jahren, die historische Altstadt vollstĂ€ndig niederzureißen und durch einen zentralen Platz und sozialistische Plattenbauten zu ersetzen, scheiterten an Geldmangel. Versuche, die Plattenbauweise den historischen VerhĂ€ltnissen anzupassen, sind im Bereich des Marschlinger Hofes, in Neuendorf und in der Schmalen Straße nördlich des Marktes zu sehen. DafĂŒr wurde die sogenannte Hallesche Monolithbauweise (HMB) modifiziert und als Hallesche Monolithbauweise Typ Quedlinburg (HMBQ) umgesetzt. Erst nach der Wiedervereinigung 1990 wurden zielstrebig Fachwerkbauwerke restauriert.

Die Demonstrationen vom 17. Juni 1953 konnten in Quedlinburg und Thale nur durch den Einsatz von StreitkrÀften der Sowjetarmee unterbunden werden.[24]

Im Herbst 1989 demonstrierten in kaum einer anderen Stadt, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele Menschen wie in Quedlinburg.[25]
Fachwerkhaus in der Wordgasse

Gewaltlose Demonstrationen wĂ€hrend der „Wende“ fanden in Quedlinburg immer am Donnerstag statt. Die Demonstration am 2. November 1989 mit 15.000 Teilnehmern war trotz provozierenden Verhaltens der SED-GrĂ¶ĂŸen vor Ort ein Beispiel der Gewaltlosigkeit. Die grĂ¶ĂŸte Demonstration mit ĂŒber 30.000 Teilnehmern fand am 9. November 1989 statt. Keiner der Teilnehmer ahnte, dass zur gleichen Zeit die Mauer geöffnet wurde. Die Kreisdienststelle des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit wurde am 12. Dezember 1989 aufgelöst, nachdem die Klarnamendatei und die brisantesten Akten (beispielsweise zu Kirchenangelegenheiten) in den Tagen vorher vernichtet worden waren. Am 6. Januar 1990 fand zum Dank fĂŒr den ĂŒberwĂ€ltigenden Empfang beim Überschreiten der Grenze ein großes Stadtfest statt. Zu diesem Fest kamen WĂŒrdentrĂ€ger und 50.000 GĂ€ste. Bei einem Spontanbesuch sagte Helmut Kohl im Januar 1990 der Stadt Hilfsgelder zur Sicherung der extrem gefĂ€hrdeten Bausubstanz zu und das Bundesland Niedersachsen spendete im FrĂŒhjahr 100.000 Dachziegel fĂŒr Sofortmaßnahmen.

Ein gesellschaftlicher Tiefpunkt waren im Herbst 1992 auslĂ€nderfeindliche Übergriffe in der Quedlinburger Neustadt. Eine Antwort von Quedlinburger Einwohnern war die GrĂŒndung der bis heute sehr aktiven PrĂ€ventionsmaßnahme „Altstadtprojekt“. Die geplante NPD-Demonstration 15 Jahre spĂ€ter wurde durch eine betont bunte Demonstration engagierter Quedlinburger verhindert.[26]

Von den 1945 geraubten zwölf Teilen des Domschatzes kehrten 1993 zehn aus den USA zurĂŒck in die Quedlinburger Domschatzkammer. Zwei BeutestĂŒcke bleiben weiterhin in Amerika verschollen.

Zur Tausendjahrfeier der Verleihung des Markt-, MĂŒnz- und Zollrechtes wurden große Teile der Quedlinburger Altstadt und der Königshofkomplex im Dezember 1994 auf Antrag Deutschlands auf die Liste der WelterbestĂ€tten der UNESCO gesetzt, als ein Ensemble, das die AnsprĂŒche gemĂ€ĂŸ dem Kriterium IV. erfĂŒllt, „ein herausragendes Beispiel eines Typus von GebĂ€uden oder architektonischen Ensembles oder einer Landschaft, die bedeutsame Abschnitte in der menschlichen Geschichte darstellen“. (IV).[27] Gerhard Schröder besuchte 1998 mit dem spanischen MinisterprĂ€sident JosĂ© MarĂ­a Aznar und 1999 mit dem französischen Premierminister Lionel Jospin die Stadt. Das schwedische Königspaar, Carl XVI. Gustaf und seine Frau Silvia, besuchten 2005 die Quedlinburger Stiftskirche. Nach mehrjĂ€hrigen Restaurierungen ist die Krypta der Stiftskirche seit MĂ€rz 2009 wieder fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich.

Zum 1. Januar 2011 vergrĂ¶ĂŸerte sich die Stadt durch die Eingemeindung der Stadt Gernrode sowie der Gemeinden Bad Suderode und Rieder von 78,14 kmÂČ auf 141,82 kmÂČ, die Bevölkerungszahl stieg von etwas ĂŒber 21.000 auf ĂŒber 28.000.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung

Da Quedlinburg lange Zeit nicht ĂŒber seine mittelalterliche (Stadtmauer-)Grenzen hinauswuchs, blieb die Einwohnerzahl vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert bei maximal 8.000–10.000 Personen. Erst mit der Industrialisierung begann die Zahl zu wachsen und erreichte den höchsten Wert 1950 mit 35.426 Einwohnern. Danach sank sie von 1950 bis 1990 um 21 Prozent (7459) kontinuierlich ab und lag bereits 1975 wieder unter 30.000. Seit der gewaltlosen Revolution und der Grenzöffnung 1989/1990 verlor die Stadt wegen hoher Arbeitslosigkeit, des Wegzugs vieler Einwohner in das Umland und des GeburtenrĂŒckgangs erneut 20 Prozent ihrer Bewohner (5500 Personen). Am 30. Juni 2006 betrug die amtliche Einwohnerzahl fĂŒr Quedlinburg nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt 22.481 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern).

Jahr Einwohner
1786 8.382
1807 10.476
1820 11.507
1830 12.001
1840 13.431
1852 13.886
1861 14.835
1871 16.800
1880 18.437
1890 20.761
Jahr[28] Einwohner
1900 23.378
1910 27.233
1919 28.190
1939 30.320
1946 35.142
1950 35.555
1955 33.125
1960 30.965
1965 30.840
1970 30.829
Jahr Einwohner
1975 29.711
1980 28.585
1985 29.394
1988 28.790
1990 28.663
1992 27.242
1993 26.853
1994 26.181
1995 25.844
1998 24.776
Jahr[29] Einwohner
1999 24.559
2000 24.114
2001 23.901
2002 23.620
2003 23.216
2004 22.842
2005 22.607
2006 22.185
2007 21.909
2008 21.500
2009 21.203

Bevölkerungsprognose

Die Bertelsmann Stiftung, Wegweiser Demographischer Wandel, liefert Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2959 Kommunen in Deutschland (Publikation Januar 2006). FĂŒr Quedlinburg wird ein Absinken der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 14,1 Prozent (3281 Personen) vorausgesagt.[30] Prognose der absoluten Bevölkerungsentwicklung von 2003 bis 2020 fĂŒr Quedlinburg (Hauptwohnsitze):

Datum 2003 2005 2010 2015 2020
Einwohner 23.216 22.631 21.447 20.627 19.935

Altersstruktur

Die folgende Übersicht zeigt die Altersstruktur vom 31. Dezember 2007.[31] Einige Zahlen spiegeln sechs, andere ĂŒber 20 JahrgĂ€nge wider.

Alter von – bis 0–6 6–15 15–25 25–45 45–65 65–75 Über 75 Gesamt
Einwohnerzahl 999 1.319 2.520 5.426 6.352 3.088 2.205 21.909
Anteil in Prozent 4,6 6,0 11,5 24,8 29,0 14,1 10,0 100,0

Religionen

Christentum

Schloss und Stiftskirche 1961 vom MĂŒnzenberg aus

→ Siehe auch: Liste der Kirchen in Quedlinburg

Der ĂŒberwiegende Teil der Quedlinburger Bevölkerung gehört keiner Religionsgemeinschaft an. Die ehemals fĂŒnf protestantischen Gemeinden umfassen etwa 15 bis 20 Prozent der Stadtbevölkerung und haben sich im Evangelischen Kirchspiel Quedlinburg zusammengeschlossen, das ein Teil der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ist. Etwa fĂŒnf Prozent der Stadtbevölkerung gehören zur katholischen St.-Mathildis-Gemeinde, einer Pfarrei im Bistum Magdeburg. Weitere christliche Gemeinden gehören zu den Siebenten-Tags-Adventisten, der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) oder anderen evangelischen Freikirchen sowie zur Neuapostolischen Kirche. DarĂŒber hinaus leben in der Stadt Mitglieder der Blankenburger Gemeinde der alt-katholischen Kirche.

Judentum

→ Hauptartikel: JĂŒdische Gemeinde Quedlinburg

Bereits im 11./12. Jahrhundert sollen sich jĂŒdische Kaufleute in Quedlinburg angesiedelt haben. Seit dem frĂŒhen 13. Jahrhundert sind sie urkundlich fassbar. Sie fungierten vor allem als unabhĂ€ngige Kreditgeber der Quedlinburger Äbtissin und anderer lokaler Magnaten. Im Jahr 1514 mussten alle Juden Quedlinburg verlassen. Zwar waren im 18. Jahrhundert drei sogenannte Schutzjuden erlaubt, aber erst nach der Auflösung des Stiftes 1802 siedelten sie sich wieder in Quedlinburg an. Von 1933 bis 1945 lebten weniger als 100 „Nichtarier“ in Quedlinburg. Von diesen kamen mindestens 13 gewaltsam zu Tode, 14 gelang die Emigration und 34, ĂŒberwiegend „Halbjuden“, ĂŒberlebten und starben eines natĂŒrlichen Todes. Die anderen Schicksale sind unbekannt. Eine jĂŒdische Gemeinde gibt es seit der NS-Zeit nicht mehr in Quedlinburg.

Politik

Liste der (Ober-)BĂŒrgermeister seit 1800

  • 1800–1837 Johann August Donndorf, BĂŒrgermeister
  • 1838–1848 Wilhelm Ferdinand Schiller, BĂŒrgermeister
  • 1848–1859 Georg Drönewolf, BĂŒrgermeister
  • 1860–1890 Gustav Brecht, BĂŒrgermeister
  • 1890–1895 Gustav Brecht, OberbĂŒrgermeister
  • 1891–1918 Wilhelm Severin, 2. BĂŒrgermeister
  • 1895–1924 Ernst Bansi, OberbĂŒrgermeister
  • 1918–1945 Hermann Boisly, BĂŒrgermeister
  • 1924–1933 Rudolf Drache, OberbĂŒrgermeister
  • 1933–1934 Adolf Sperling, OberbĂŒrgermeister
  • 1934–1945 Karl Selig, OberbĂŒrgermeister
  • 1945 Robert Dietzel, BĂŒrgermeister
  • 1945 Falz, OberbĂŒrgermeister
  • 1945 Hans Simmon, BĂŒrgermeister
  • 1945 Hermann Boisly, StadtkĂ€mmerer (BĂŒrgermeister a. D.),
  • 1945 Egon Mahlow, OberbĂŒrgermeister
  • 1946 Kietz, Fritz, BĂŒrgermeister und Stadtrat
  • 1946–1950 Heinz JĂ€ger, OberbĂŒrgermeister
  • 1951 Gerhard Enger, BĂŒrgermeister
  • 1952–1956 Arno Böhme, BĂŒrgermeister
  • 1955–1984 Erwin Prezewowski, stellvertr. BĂŒrgermeister
  • 1956–1960 Edgar Dietzel, BĂŒrgermeister
  • 1960–1963 Walter Großmann, BĂŒrgermeister
  • 1963–1982 Edgar Dietzel, BĂŒrgermeister
  • 1982–1990 Rainhard Lukowitz, BĂŒrgermeister
  • 1990–1994 Rudolf Röhricht, BĂŒrgermeister
  • 1994–2001 Rudolf Röhricht, OberbĂŒrgermeister
  • ab 2001 Eberhard Brecht, BĂŒrgermeister (seit 2011 OberbĂŒrgermeister)

Stadtrat

Rathaus von Quedlinburg, links dahinter die Marktkirche
Sitzverteilung im Quedlinburger Stadtrat (2004–2009)

An der Spitze der Stadt stand seit dem 13. Jahrhundert der Rat mit zunĂ€chst zwölf, spĂ€ter dreimal zwölf Ratsherren (abwechselnd zwölf pro Jahr). Den Vorsitz hatte ein BĂŒrgermeisterpaar, bestehend aus einem BĂŒrgermeister der Alt- und einem der Neustadt. Bis zum 19. Jahrhundert gab es also drei AltstĂ€dter und drei NeustĂ€dter BĂŒrgermeister, die sich abwechselten. Dann wurde das Amt auf eine Person beschrĂ€nkt. Von 1890 bis 2000 trugen die BĂŒrgermeister den Titel OberbĂŒrgermeister. Als Vertretung der BĂŒrger gibt es eine Stadtvertretung, die in Quedlinburg die Bezeichnung Stadtrat trĂ€gt. Die Mitglieder der BĂŒrgerschaft werden von den BĂŒrgern der Stadt auf fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt. Die MehrheitsverhĂ€ltnisse in der Quedlinburger BĂŒrgerschaft sind sehr unĂŒbersichtlich. Zum BĂŒrgermeister der Stadt wurde am 2. MĂ€rz 2008 mit 50,5 Prozent (2001: 56,6 Prozent) der Stimmen Eberhard Brecht (SPD) gewĂ€hlt.[32]

Seit der letzten Kommunalwahl am 13. Juni 2009 haben in dem 36-köpfigen Stadtrat (in Klammern Wahlergebnisse 2004 und 1999)[33] die CDU 10 Sitze, 27,3 % (23,5 %, 27,0 %), die SPD sechs Sitze, 17,5 % (17,7 %, 19,9 %), Die Linke fĂŒnf Sitze, 14,7 % (18,8 %, 11,5 %), die Quedlinburger freie WĂ€hlergemeinschaft zwei Sitze, 6,4 % (19,1 %), die FDP fĂŒnf Sitze, 13,1 % (13,0 %, 7,7 %), BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen zwei Sitze, 5,5 % (5,8 %, 1,8 %), die BFQ vier Sitze 11,1 % und die NPD einen Sitz, 2,7 % (2,8 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 35,7 % (34,7 %, 51,3 %). Sie zĂ€hlt damit zwar zu den niedrigsten Werten in Deutschland, hat sich aber im Vergleich zu 2004 leicht erholt.

Wappen

Offizielle Darstellung des Wappens
Bis 1998 verwendetes Wappen

Quedlinburg fĂŒhrte seit Jahrhunderten ein Wappen, doch liegen keine Zeugnisse dafĂŒr vor, dass dieses Hoheitszeichen rechtmĂ€ĂŸig verliehen wurde. Das Wappenbuch des Heraldikers Johann Siebmacher fĂŒhrt im Jahr 1605 die Wappen der ReichstĂ€tte und StĂ€dte vor; ein Quedlinburger Wappen nennt er nicht. Auch finden sich in den Archiven keine historiografischen Hinweise auf eine Wappenverleihung.

Es ist darum anzunehmen, dass Quedlinburg im Laufe seiner Stadtgeschichte aus dem ursprĂŒnglichen Siegelbild ein in Gewohnheitsrecht getragenes Wappen entwickelte. Das erklĂ€rt auch die Tatsache, dass das Wappenbild im Laufe der Jahrhunderte hĂ€ufig wechselte und von einem verbindlichen Erscheinungsbild nicht die Rede sein kann.

Das bis 1998 gebrĂ€uchliche Wappenbild fand bei der Landesregierung keine Zustimmung und musste heraldisch verĂ€ndert werden. Zwar betrafen diese Änderungen nur Details, doch sind es ja gerade diese, die aus einem Bild ein korrektes Wappenbild machen.[34]

Vorbild des Adlers war das 1882 von Adolf Matthias Hildebrandt (Frankfurt/M.) gestaltete Wappenbild aus dem „Urkundenbuch der Stadt Quedlinburg“. Der innere Schild wurde in seiner Grafik den heraldischen Gepflogenheiten und ĂŒberlieferten stilistischen Formen angepasst. Die grafische AusfĂŒhrung und Dokumentation erfolgte durch den Heraldiker Jörg Mantzsch, (Magdeburg).

Blasonierung: „In Gold einen rotbewehrten schwarzen Adler mit goldkonturiertem roten Brustschild, darin eine silberne Burg mit schwarz gefugter Zinnenmauer und gezinntem Torturm mit offenem Rundbogenfenster im Spitzdach, geöffneten TorflĂŒgeln und emporgezogenem Fallgitter, der Torturm flankiert von zwei spitzbedachten ZinnentĂŒrmen mit je einem offenen Rundbogenfenster, im Tor ein sitzender silberner Hund mit schwarzem Halsband.“

Die Farben der Stadt sind Schwarz-Gelb.

Flagge

BĂŒrgerliche Flagge? Flagge Quedlinburgs
SeitenverhÀltnis: 7:11

Die Flagge der Stadt besteht aus den Farben der Stadt in Streifen mit einem aufgesetzten Stadtwappen.[35]

StÀdtepartnerschaften

Quedlinburg hat seit 1961 eine StĂ€dtepartnerschaft mit dem kleinen Ort Aulnoye-Aymeries in Nordostfrankreich und seit 1991 eine StĂ€dteunion mit den vier historisch bedeutsamen StĂ€dten Herford in Nordrhein-Westfalen sowie Celle, Hann. MĂŒnden und Hameln in Niedersachsen. Gemeinsam mit diesen wurde ein sogenanntes StĂ€dteunionshaus (Hohe Straße 8) eingerichtet, in dem regelmĂ€ĂŸig Treffen stattfinden. Seit 2000 gibt es einen StĂ€dtekontakt mit Torbay in Großbritannien.[36]

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Museen, Galerien und Archive

Eingang zum Schlossmuseum

StÀdtische Museen Quedlinburg

Die Ausstellung des Schlossmuseums zeigt die Entwicklung des Burgberges mit dem Damenstift und Facetten der Stadtgeschichte. Herausragende Exponate sind der bronzezeitliche Hortfund vom Lehof, die Goldscheibenfibel aus Groß Orden (wĂŒst), der sogenannte Raubgrafenkasten und eine mittelalterliche Balliste. Seit 2002 wird im sogenannten Ottonenkeller eine Ausstellung zur Rezeption der ottonischen Zeit wĂ€hrend des Nationalsozialismus gezeigt.

Im 1570 erbauten Klopstockhaus wurde 1724 der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock geboren. Klopstock wurde durch sein Wirken zu einem BegrĂŒnder der klassischen deutschen Literatur und war weit ĂŒber die Grenzen Deutschlands hinaus berĂŒhmt. An das Museum angeschlossen sind eine Bibliothek und ein Archiv.

Fachwerkmuseum „StĂ€nderbau“ im Word

Das Fachwerkmuseum StĂ€nderbau zĂ€hlt zu den Ă€ltesten FachwerkhĂ€usern in Quedlinburg. Neuere Untersuchungen ergaben eine Datierung von 1346/1347. Älter sind GebĂ€udeteile von Klink 6/7 von 1289 (d), Hölle 11 von 1301 (d), Breite Str. 12/13 1330 (d).[37] Die Ausstellung zeigt die Geschichte des StĂ€nder- und Fachwerkbaus vom 14. bis zum 20. Jahrhundert und einzelne Stile des Quedlinburger Fachwerkbaus anhand von Modellen.

Andere Museen und Galerien

Die 1986 eröffnete Lyonel-Feininger-Galerie zeigt Werke des New Yorker Bauhaus-KĂŒnstlers Lyonel Feininger (1871–1956), die vom Quedlinburger Hermann Klumpp, einem MitschĂŒler des Bauhauses, vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrt worden waren. Die Sammlung, eine der umfangreichsten geschlossenen BestĂ€nde von Grafiken, Radierungen, Lithographien und Holzschnitten des KĂŒnstlers, dokumentiert seine Schaffensperioden von 1906 bis 1937.

Daneben befinden sich drei weitere Galerien in der Stadt: Galerie Weißer Engel, Galerie im Kunsthoken und die Galerie im kleinen Kunsthaus.

Im Mitteldeutschen Modellbahn- und Spielwarenmuseum befinden sich ĂŒber 3000 Ausstellungsobjekte zum Thema Historisches Spielzeug aus der Zeit um 1900 und eine Sammlung historischer Modelleisenbahnen der Spuren I, 0, S und H0, vor allem von MĂ€rklin, aber auch auslĂ€ndische Modelleisenbahnen.[38]

Das Museum fĂŒr Glasmalerei und Kunsthandwerk, untergebracht im restaurierten Wordspeicher, einem SpeichergebĂ€ude des 17. Jahrhunderts, bietet eine Ausstellung zur Bedeutung und Geschichte der Quedlinburger Glasmalerei sowie eine Schauwerkstatt und einen interaktiven Erlebnisraum.[39]

Kirchen

Romanische Kirchen

Stiftskirche St. Servatius

Die Stiftskirche St. Servatii thront weithin sichtbar auf dem Schlossberg ĂŒber der Stadt. Der jetzige, vierte Kirchenbau an gleicher Stelle wurde im Jahr 1129 geweiht. Der romanische Kirchenraum ist durch den niedersĂ€chsischen StĂŒtzenwechsel und einen imposanten, innen und außen verlaufenden Relieffries gekennzeichnet. Der Hohe Chor wurde unter der Äbtissin Jutta von Kranichfeld bis 1320 im gotischen Stil umgebaut. Bei der umfassenden Restaurierung unter Ferdinand von Quast 1863 bis 1882 erhielt die Kirche zwei romanische TĂŒrme mit stilwidrigen rheinischen Helmen. In der Zeit von 1936 bis 1945 war die Kirche durch die SS unter dem ReichsfĂŒhrer SS Heinrich Himmler besetzt und profaniert. In den beiden Schatzkammern ist der Quedlinburger Domschatz mit den 1945 gestohlenen und 1992 aus Texas zurĂŒckgekehrten Teilen zu sehen. Gezeigt werden unter anderem das Servatiusreliquiar, das Katharinenreliquiar, Fragmente der Quedlinburger Itala, der mit Goldblech beschlagene Servatius- oder Äbtissinnenstab und der KnĂŒpfteppich aus dem 12. Jahrhundert.

Wipertikrypta 10. Jh.

St.-Wiperti-Kirche wurde als katholische Filialkirche 1959 neugeweiht. Reste des Altarraums reichen bis zur Mitte des 10. Jahrhunderts zurĂŒck. In diesen Bau wurde in der Zeit um das Jahr 1020 die romanische Krypta eingefĂŒgt. 1146 wurde der gesamte Kanonikerkonvent (seit 961/4) in einen PrĂ€monstratenserkonvent umgewandelt. Dieses Kloster ĂŒberstand in vier Jahrhunderten mehrere Zerstörungen (1336, 1525), bevor es im Zuge der Reformation spĂ€testens 1546 aufgehoben wurde. Die Kirche wurde als evangelische Pfarrkirche der MĂŒnzenberg- und Westendorfgemeinde genutzt. Mit der Auflösung des Damenstiftes 1802 wurde die Wipertikirche zunĂ€chst verpachtet, spĂ€ter verkauft und als Scheune genutzt. Von 1936 bis 1945 wurde sie ebenfalls als nationalsozialistische WeihestĂ€tte profaniert. In den Jahren 1954 bis 1958 wiederhergerichtet, wird sie seit 1959 in den Sommermonaten fĂŒr das sonntĂ€gliche Hochamt genutzt. 1995 wurde ein Förderverein gegrĂŒndet, der die bauliche und historische Substanz betreut.[40]

Die Stiftskirche und die Wipertikirche sind die Quedlinburger Stationen (Nr. 36) auf der sĂŒdlichen Route der Straße der Romanik.

MĂŒnzenberg mit St. Marien (rechts)

Die Reste der St.-Marien-Kirche auf dem MĂŒnzenberg werden nicht als Sakralraum genutzt. Sie sind aber durch private Initiativen wieder zugĂ€nglich gemacht worden. Die 1525 aufgegebene romanische Kirche ist 986 auf Intervention der Äbtissin Mathilde als Klosterkirche eines Benediktinerinnenklosters gegrĂŒndet worden. 1017 wurde sie nach einem Brand in Gegenwart Heinrichs II. neu geweiht. Nach den Zerstörungen im Bauernkrieg war das Kloster verlassen worden und seit den 1550er-Jahren siedelten sich einfache Leute (Musikanten etc.) auf dem MĂŒnzenberg an. Diese zersiedelten das ehemalige KlostergelĂ€nde mit vielen kleinen HĂ€usern, sodass der Kirchenraum in 17 einzelne GebĂ€ude aufgeteilt war. Ein Großteil der Kirche wurde wieder in der ursprĂŒnglichen Form zugĂ€nglich gemacht.

Gotische Kirchen

St. Aegidii im Norden der Altstadt, eine spĂ€tgotische dreischiffige Kirche mit ihren wuchtigen, festungsartigen TĂŒrmen, wurde erstmals 1179 erwĂ€hnt. Das evangelische Kirchspiel nutzt sie aus denkmaltechnischen GrĂŒnden zurzeit nur selten. Aus dem gleichen Grunde sind die Besuchsmöglichkeiten eingeschrĂ€nkt. Die Marktkirche St. Benedikti mit der angeschlossenen Kalandskapelle ist auf romanischen Resten errichtet und wurde 1233 erstmals erwĂ€hnt. Sie wird vom evangelischen Kirchspiel als Pfarrkirche genutzt und ist fĂŒr GĂ€ste ganzjĂ€hrig zu besichtigen. Der Bau ist eine Hallenkirche mit achteckigen Pfeilern, einem spĂ€tgotischen Chor aus dem 14. Jahrhundert und einem Taufstein aus dem Jahre 1648. Dach und Dachstuhl der Kirche sind als Flora-Fauna-Habitat (FFH) fĂŒr die Große-Mausohr-FledermĂ€use ausgewiesen.[41]

St. Nikolai

St. Nikolai in der Neustadt wurde 1222 erstmals erwĂ€hnt und ist mit ihren 72 Meter hohen TĂŒrmen und ihrem hohen dreischiffigen Bau ein imposantes Beispiel fĂŒr einen frĂŒhgotischen Kirchenraum. Ob der romanische VorgĂ€ngerbau auf eingerammten EllernpfĂ€hlen errichtet wurde, um in dem morastigen Untergrund Halt zu finden, konnten archĂ€ologische Untersuchungen bisher weder bestĂ€tigen noch widerlegen. Nach chronikalischen Nachrichten des 13. Jahrhunderts haben zwei SchĂ€fer auf der so genannten Pfannenwiese ihre Herden gehĂŒtet und dabei einen Schatz gefunden, den sie zum Bau der Kirche stifteten. Deshalb sind zwei Ecken des Turmes mit Figuren eines SchĂ€fers und seines Hundes geschmĂŒckt. Die Hallenkirche besitzt verschiedenartig gegliederte Pfeiler, einen einschiffigen Chor und DoppeltĂŒrme.

St. Blasii in der Altstadt, von der nur noch die gotischen TĂŒrme (mit Spolien eines romanischen VorgĂ€ngerbaus) stehen, wĂ€hrend das Kirchenschiff aus dem Barock stammt, wurde wegen fehlender Nutzung durch eine eigene Kirchengemeinde der Stadt ĂŒbergeben und wird heute vor allem als Konzert- und Ausstellungsraum genutzt. Sehr sehenswert sind die komplett erhaltenen hölzernen Bankeinbauten des 16./17. Jahrhunderts.

St. Mathildis

Neugotische Kirchen

St. Mathilde im Neuendorf wurde von 1856 bis 1858 nach PlĂ€nen des Mitarbeiters der Kölner DombauhĂŒtte Friedrich von Schmidt errichtet. 1858 von Bischof Konrad Martin (Paderborn) konsekriert und Mathilde, der Ehefrau König Heinrich I. geweiht, ist sie die Pfarrkirche der katholischen Gemeinde. Der Turm des neugotischen einschiffigen Baus wurde 1984 aus baustatischen GrĂŒnden heruntergenommen.

In der SĂŒderstadt wurde 1906 St. Johannis errichtet, die sich auf dem Gebiet des ehemaligen Hospitals mit der alten St.-Johannes-Kapelle befindet. Die bereits im 13. Jahrhundert erwĂ€hnte St.-Johannis-Kapelle ist in den Jakobsweg eingebunden. Sie war einst die Kirche eines weit vor der Stadt Quedlinburg gelegenen Hospitals.

Historische Bauwerke und PlÀtze

Der Quedlinburger Fachwerkbau

Der grĂ¶ĂŸte Teil des Hausbestandes im historischen Stadtkern sind FachwerkhĂ€user, die in besonderer Weise dem stĂ€dtebaulichen Denkmalschutz unterstehen. Sie wurden aufgrund ihrer Formen in fĂŒnf große Bereiche unterteilt:[42] Danach wurden mindestens elf (1 Prozent) FachwerkhĂ€user vor 1530 errichtet, weitere 70 (5 Prozent) zwischen 1531 und 1620, mehr als 439 (33 Prozent) zwischen 1621 und 1700, mehr als 552 (42 Prozent) zwischen 1700 und 1800 und 255 (19 Prozent) die im 19. und 20. Jahrhundert erbaut wurden. Insgesamt sind das mehr als 1327 FachwerkhĂ€user in Quedlinburg. Im Vergleich haben sich in Wernigerode 624, in Stolberg 354 und in Osterwieck 353 Fachwerkbauten erhalten.

In den vergangenen Jahren konnte die Bauforschung mit Hilfe von Dendrochronologie ĂŒber 20 bisher bauzeitlich unbekannte HĂ€user und DachstĂŒhle aus der Zeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert identifizieren.

Von 1989 bis 2005 gelang durch verschiedene Förderprogramme die Sanierung von etwa 650 der insgesamt 1200 denkmalgeschĂŒtzten Quedlinburger FachwerkhĂ€user. Die Sanierung der verbliebenen etwa 550 FachwerkhĂ€user bleibt fĂŒr die Stadt eine bedeutende Aufgabe der kommenden Jahre. Besonders um die Förderung verdient gemacht hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Einzeldenkmale

Das Denkmalverzeichnis der Stadt Quedlinburg fĂŒhrt ĂŒber 1200 Einzeldenkmale auf. Bei den folgenden besonders markanten Bauwerken handelt es sich infolgedessen nur um eine geringe Auswahl:

Fachwerkbauten
  • Gildehaus Zur Rose, Breite Straße 38 (farbenreiches Fachwerkhaus von 1612)
  • So genannte Börse, Steinweg 23 (reprĂ€sentatives Fachwerkhaus von 1683)
  • Ehemaliger Gast- und Kaufmannshof Weißer Engel, Lange Gasse 33, Eckfachwerkbau von 1623, im Fachwerkoberstock einzigartige Decke mit elf Stuckreliefs (Szenen aus dem Alten Testament)
  • Mittelalterliche Fachwerkbauten: Klink 6/7 (1289 d), Breite Straße 12/13 (1330 d)
Steinbauten
Jugendstilbauten
  • Ambitionierter Jugendstilbau SteinbrĂŒcke 11 von 1903 vom Architekten Max Schneck

Mittelalterliche Wehrbauten

Schreckensturm
Lindenbeinturm, auch Sternkiekerturm genannt

Der Ring der mittelalterlichen Stadtmauer mit seinen StadttĂŒrmen ist in weiten Teilen noch zu sehen. Von den mittelalterlichen Stadttoren, dem Hohen Tor, dem Gröperntor, dem Öringertor und dem Pölkentor hat sich dagegen keines erhalten. Der grĂ¶ĂŸte und unheimlichste Turm ist zweifelsohne der Schreckensturm mit Folterkammer und Verlies. Der durch sein grĂŒnes Dach leicht erkennbare Lindenbeinsche Turm ist mit einer Galerie versehen und fĂŒr Besucher geöffnet. Zwei TĂŒrme sind heute zu Wohnungen ausgebaut, der Schweinehirtenturm und der Kaiserturm. Einige TĂŒrme sind in Privathand, andere in so schlechtem Bauzustand, dass sie nicht besichtigt werden können. Dazu zĂ€hlen unter anderen der GĂ€nsehirtenturm, der Kuhhirtenturm, der Kruschitzkyturm, der Pulverturm, der Mertensturm und der Spiegelsturm.[46]

Von den im Felde um die Stadt befindlichen ehemals elf WachtĂŒrmen, die entlang des Landgrabens oder der Landwehr an wichtigen strategischen Positionen erbaut waren, haben sich sechs, hier so genannte Feldwarten erhalten. Es sind dies die Bicklingswarte, die Lethwarte, die Altenburgwarte, die Gaterslebener Warte, die Steinholzwarte und die Seweckenwarte. Weitgehend durch Steinraub verschwunden sind die Warte auf dem Lehof, die Aholzwarte, die Heidbergwarte, die Anamberger Warte und die SĂŒltenwarte. Sie waren umgeben von befestigten Höfen, die den auf den Feldern arbeitenden Bauern und Hirten als Fliehburg dienten. Die WarttĂŒrme wurden auf Bergen an der Gemarkungsgrenze als FrĂŒhwarnsystem errichtet und meldeten Gefahren mittels Rauch- und Feuerzeichen an die Stadt.[47]

→ Siehe auch: Quedlinburger Landgraben

Parks und NaturdenkmÀler

BrĂŒhl vom Abteigarten aus gesehen

Der grĂ¶ĂŸte Park ist der BrĂŒhl, ein altes WaldstĂŒck, das bereits um 1179 als broil genannt und im 16./17. Jahrhundert planmĂ€ĂŸig angelegt wurde. Der BrĂŒhlpark ist Bestandteil des 40 Gartenanlagen umfassenden Projektes GartentrĂ€ume Sachsen-Anhalt. Zwischen BrĂŒhl und Schlossberg wurde 2006 der Historische Abteigarten wieder neu gestaltet und mit einem Demeter-Garten versehen. Als weiterer Park steht der Worthgarten im unmittelbaren Stadtbereich SpaziergĂ€ngern offen. In der SĂŒderstadt wurde der ehemalige Johannisfriedhof im 19. Jahrhundert zum Park umgestaltet (Johannishain). Als Ausflugsziele in der NĂ€he sind die Altenburg, der Lehof, das Steinholz, der 1913 erworbene Eselstall und die Hamwarte zu nennen. Die dort im 19. Jahrhundert befindlichen Ausflugslokale sind vollstĂ€ndig verschwunden.[48]

Theater und Musik

Das Nordharzer StĂ€dtebundtheater ist mit je zwei SpielstĂ€tten in Halberstadt und in den StĂ€dtischen BĂŒhnen Quedlinburg sowie mit Sommerbespielung im Bergtheater Thale aktiv.[49] Weitere Theaterbesuche sind in der WaldbĂŒhne Altenbrak, der SeebĂŒhne Magdeburg und der SchlossbĂŒhne WolfenbĂŒttel möglich. Der 1981 von Kirchenmusikdirektor Gottfried Biller gegrĂŒndete Quedlinburger Musiksommer bietet in den Sommermonaten wöchentlich ein Konzert innerhalb einer thematischen Konzertreihe in der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg an. Von den verschiedenen Chören seien genannt: der Fritz-Prieß-Chor, der Quedlinburger Oratorienchor und der Ökumenische Jugendchor.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Advent in den Höfen
Das Festival KaiserfrĂŒhling 2002

Mittlerweile weist Quedlinburg ein zunehmend angenommenes Veranstaltungsprogramm auf. Als grĂ¶ĂŸtes Ereignis kristallisiert sich zur Zeit der Advent in den Höfen heraus, bei dem 2006 an jedem Wochenende ĂŒber 50.000 Besucher und 2007 zum Besuch von Gotthilf Fischer sogar 75.000 in die Stadt kamen. Traditionell am zweiten und dritten Adventswochenende laden bis zu 24 sonst grĂ¶ĂŸtenteils geschlossene Höfe zum Geschenkekaufen, Essen, GlĂŒhweintrinken und Verweilen ein. Die Reihe der Veranstaltungen beginnt im FrĂŒhjahr mit dem sogenannten KaiserfrĂŒhling zu Ostern und Pfingsten, einem mittelalterlichen Spektakel in der historischen Altstadt. Mitte Mai folgt die deutschlandweit verbreitete Lange Nacht der Museen. Das Programm Zauber der BĂ€ume, eine Kunst- und Musikinstallationen im BrĂŒhlpark findet am ersten Samstag des Monats Juli statt. Über den Sommer verteilt, von Juni bis September, finden die verschiedenen AuffĂŒhrungen des Quedlinburger Musiksommers statt. Meist im August findet das Gildefest der Quedlinburger Kaufmannsschaft statt. Am zweiten Wochenende im September wird der Tag des offenen Denkmals fĂŒr Deutschland in Quedlinburg eröffnet. In der Stadt sind ĂŒber 70 Quedlinburger DenkmĂ€ler fĂŒr Besucher kostenlos geöffnet, die sonst meist verschlossen sind, und es wird eine Quedlinburger Blumenmesse am Mathildenbrunnen in der Neustadt veranstaltet. Daneben laden alle drei Monate die Quedlinburger Dixieland- und Swingtage ein, bei denen von einem Konzertort zu nĂ€chsten gefahren wird, um die Musik zu genießen; weiterhin findet monatlich eine so genannte Milonga, ein Tanzabend mit argentinischem Tango statt, der von Braunschweiger Milongueras ausgerichtet wird.[50] Im Sommer 2009 fand erstmals das weltweit ausgetragene kostenlose Musikfestival FĂȘte de la Musique statt.

Infrastruktur

Quedlinburg: Übersicht Infrastruktur

Straßenanbindung

Die Stadt liegt am Knotenpunkt der Bundesstraßen 79 und 6 und der neugebauten vierspurigen B 6n. Der nördliche Anschluss (Quedlinburg-Nord) zur B 6n ĂŒber der mittelalterlichen Siedlung Marsleben (wĂŒst) ist seit 2006 unter Verkehr. Die Autobahn A 14 ist 40 Kilometer in östlicher, die A 395 44 Kilometer in westlicher, die A 2 50 Kilometer in nördlicher und die A 7 75 Kilometer in westlicher Richtung von der Stadt entfernt.

Bahn und ÖPNV

→ Hauptartikel: Bahnhof Quedlinburg

Die 1863 als Durchgangsbahnhof gebaute Station Quedlinburg hat seit 2006 eine herausragende Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt durch die neue Umstiegsmöglichkeit von der Bahnstrecke Halberstadt–Thale auf die Harzer Schmalspurbahnen – auf der neuen Strecke von Quedlinburg ĂŒber Gernrode in den Harz – gewonnen.

Bahnhof Quedlinburg: Verkehrsknoten zwischen dem Harz-Elbe-Express und der Harzer Schmalspurbahn

Quedlinburg war seit 1863 Durchgangsbahnhof des Nordharzer Eisenbahnnetzes an der Verbindung von Halberstadt zum Harzrand bei Thale. Auf dieser Verbindung verkehrt stĂŒndlich der sogenannte Harz-Elbe-Express im Nahverkehr von Magdeburg ĂŒber Halberstadt nach Thale. Freitags, samstags und sonntags fĂ€hrt der private Fernverkehrszug Harz-Berlin-Express von Berlin ĂŒber Potsdam, Magdeburg, Halberstadt und Quedlinburg nach Thale und zurĂŒck.

Der frĂŒhere Verkehr ĂŒber die Nebenstrecke Quarmbeck, Gernrode und Ballenstedt nach Ermsleben, der Ă€ltesten regelspurigen Nebenbahn des Harzes, des sogenannten Balkans[51] wurde 2004 eingestellt. 2006 wurde der Abschnitt Gernrode-Quedlinburg als Schmalspurbahn reaktiviert. Diese Stichstrecke Frose–Ballenstedt war 1868 von den Magdeburg-HalberstĂ€dter Eisenbahnen (MHE) auf DrĂ€ngen des Herzogs von Anhalt errichtet worden, der sein Schloss in Ballenstedt erreichen wollte. Nachdem die Deutsche Bahn AG den normalspurigen Streckenabschnitt nach Aschersleben ĂŒber Gernrode stillgelegt hatte, wurde am 18. April 2005 mit den Arbeiten zur VerlĂ€ngerung der Selketalbahn von Gernrode nach Quedlinburg begonnen. DafĂŒr wurde zunĂ€chst der Endbahnhof Gernrode zu einem Durchgangsbahnhof umgebaut. Die Selketalbahn der HSB wurde bis Ende Dezember 2005 um 8,5 Kilometer von Gernrode (Harz) nach Quedlinburg verlĂ€ngert. Die bestehende Normalspurstrecke â€“ auf der Trasse der stillgelegten Bahnstrecke Frose–Quedlinburg – wurde dazu auf Meterspur umgespurt. Am 4. MĂ€rz 2006 fuhr der erste Schmalspurzug der Harzer Schmalspurbahnen in den Bahnhof Quedlinburg ein, und seit dem 26. Juni 2006 gibt es einen planmĂ€ĂŸigen Zugbetrieb der Harzer Schmalspurbahnen bis Quedlinburg mit mindestens zwei Dampfzugpaaren am Tag.

Der Busverkehr wird von der Q-Bus Nahverkehrsgesellschaft mbH Ballenstedt mit 97 BeschĂ€ftigten und 50 Bussen fĂŒr den ehemaligen Landkreis Quedlinburg betrieben.

Flugverkehr

In den 1920er-Jahren wurde im zwei Kilometer sĂŒdlich gelegenen Quarmbeck ein Regionalflughafen eröffnet, der in den 1930er-Jahren zum MilitĂ€rflugplatz ausgebaut und in Römergraben umbenannt wurde. WĂ€hrend der DDR-Zeit war dort ein russischer TruppenstĂŒtzpunkt untergebracht. Der Flugbetrieb ist heute eingestellt. SĂŒdwestlich in vier Kilometer Entfernung befindet sich der Verkehrslandeplatz Ballenstedt–Quedlinburg, der ĂŒber eine 800 Meter lange Asphaltbahn verfĂŒgt und zum Nachtflugbetrieb zugelassen ist. Als kleiner Sonderlandeplatz (fĂŒr Flugzeuge bis 5700 Kilogramm zugelassen) befindet sich drei Kilometer nördlich von Aschersleben der Flugplatz Aschersleben. Etwa 22 Kilometer nordöstlich von Quedlinburg befindet sich der seit dem 1. September 2006 wieder aktivierte Flughafen Magdeburg-Cochstedt.

Die nĂ€chstgelegenen internationalen FlughĂ€fen sind 90 Kilometer sĂŒdöstlich der Flughafen Leipzig/Halle und 120 Kilometer nordwestlich der Flughafen Hannover.

Bildungswesen

Historische Entwicklung

Die ersten Nachweise einer Lateinschule der Benediktikirche und der Nikolaikirche reichen bis 1303 zurĂŒck. Seit den 1530er-Jahren sind die Rektoren bekannt. Die Lateinschule der Altstadt fĂŒhrte seit 1623 den Namen Gymnasium illustre und seit 1776 die Bezeichnung FĂŒrstliches Gymnasium. Daneben gab es bis 1787 auch acht sogenannte deutsche Schulen, die Elementarkenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelten. Auch eine MĂ€dchenschule wurde bereits 1539 genannt.[52]

Im 19. Jahrhundert wurden eine katholische Privatschule, mehrere höhere MĂ€dchenschulen[53] und eine jĂŒdische Privatschule gegrĂŒndet. Neben dem altsprachlichen Gymnasium und der Oberrealschule entwickelte sich ein neusprachliches Lyceum.

Zu DDR-Zeiten wurden die Schulen zu zehn sogenannten Polytechnischen Oberschulen vereinheitlicht, die in zehn Klassen die mittlere Reife vermittelten. Das Abitur konnte in zwei weiteren Jahren auf der Erweiterten Oberschule (EOS) im Konvent (heute GutsMuths-Gymnasium) erworben werden.

Grundausbildung

Derzeit gibt es in Quedlinburg fĂŒnf Grundschulen, zwei Förderschulen (Sine Cura Schule und Pestalozzischule), zwei Sekundarschulen (Bosse- und Bansischule), ein Gymnasium und die Kreismusikschule.

Die Kleersgrundschule (ab dem Schuljahr 2008/2009: Integrationsschule Am Kleers) ist im Rahmen der Errichtung des Neubaugebietes Kleers in den 1980er-Jahren entstanden und fĂŒhrt seit 1991 ihren Namen. Seit 2004 ist sie eine integrative Schule mit Kooperationsklassen, integrativen Klassen und einer umfangreichen Nachmittagsbetreuung, die bei mehreren Landeswettbewerben in den Bereichen SchĂŒlerzeitung und SchĂŒlertheater siegte.

Die Bosseschule (von 1983 bis 1991: Maxim-Gorki-Oberschule) liegt als Sekundarschule inmitten der Altstadt und ist seit 1955 nach dem deutschen Politiker Robert Bosse benannt. Die Schule nimmt seit 2005 an einem Modellversuch Produktives Lernen teil, der eine VerknĂŒpfung von Unterricht und betrieblicher Praxis erreichen soll. Durch die Schließung der Carl-Ritter-Sekundarschule im Jahr 2004 musste die Bosseschule rĂ€umlich umgebaut werden, um einen Teil der zusĂ€tzlichen SchĂŒler aufnehmen zu können.[54]

Die ehemalige Oberrealschule, jetzt GutsMuths-Gymnasium

Das GutsMuths-Gymnasium besteht aus zwei GebĂ€uden: dem 1903 gebauten denkmalgeschĂŒtzten HauptgebĂ€ude im Konvent und dem Erxleben-Haus in der SĂŒderstadt, welches von 1991 bis 1998 als SĂŒderstadt-Gymnasium und bis 2004 als Dorothea-Erxleben-Gymnasium bezeichnet wurde. Beide Schulen fusionierten im Jahre 2004. In der SĂŒderstadt sind die Klassen 5 bis 9 und im Konvent die Oberstufenklassen 10 bis 12 untergebracht. Die Schule zeichnet sich durch ein breit gefĂ€chertes Angebot von Freizeitangeboten aus, darunter Projekte wie Das Lernen lernen oder Musik am Computer. Seit 2006 trĂ€gt die Schule den Titel Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage.[55] Seit 2007 ist sie eine Ganztagsreferenzschule in Sachsen-Anhalt.[56]

Die Musikschule Johann Heinrich Rolle, Außenstelle der Kreismusikschule Harz und Mitglied im Verband deutscher Musikschulen (VdM)[57], ist 1952 aus dem seit 1945 bestehenden Landeskonservatorium hervorgegangen. Die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen ist ihr Hauptziel. DafĂŒr werden in Quedlinburg und an den betreuten Außenstellen Thale, Ballenstedt und Harzgerode ungefĂ€hr 560 SchĂŒler in 30 FĂ€chern instrumental und vokal unterrichtet.[58]

WeiterfĂŒhrende Bildungsmöglichkeiten

Landesfachschule fĂŒr Gartenbau (links), St. Wiperti (rechts) vom MĂŒnzenberg nach SĂŒden

WeiterfĂŒhrende Bildung ermöglichen die Berufsbildende Schule, die Volkshochschule, die Landesfachschule fĂŒr Gartenbau, das Deutsche Fachwerkzentrum und eine Reihe von Bildungswerken, wie das Regionale Kompetenzzentrum Harz des EuropĂ€ischen Bildungswerkes fĂŒr Beruf und Gesellschaft e. V., das Bildungszentrum fĂŒr das Hotel- und GaststĂ€ttengewerbe Ostharz GmbH, das Bildungswerk der Wirtschaft Sachsen-Anhalt e. V. und die Kreishandwerkerschaft Harzland-Staßfurt. Die Berufsbildende Schule fĂŒhrt seit 2007 den Namen des Quedlinburger FirmengrĂŒnders und SaatzĂŒchters Johann Peter Christian Heinrich Mette (1735–1806). Die amerikanische Texas Tech University bietet in Quedlinburg (Deutsch-)Kurse fĂŒr ihre Studenten an.[59]

Die Landesfachschule fĂŒr Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Fachbereich Gartenbau des Ministeriums fĂŒr Landwirtschaft und Umwelt befindet sich in Quedlinburg. Sie bietet ein- und zweijĂ€hrige Fachschulausbildungen (staatlich geprĂŒfter Techniker, Wirtschafter, hauswirtschaftlicher Betriebsleiter) in den Bereichen Garten- und Landschaftsbau und Hauswirtschaft sowie Vorbereitungskurse auf die MeisterprĂŒfung in den genannten Bereichen an.

Seit 1999 bildet das IBB – Institut fĂŒr Berufliche Bildung, A. Gesche an der Berufsfachschule fĂŒr Kosmetik staatlich geprĂŒfte Kosmetiker/innen aus. Außerdem bietet das IBB pflegerische, kosmetische und kaufmĂ€nnische Weiterbildungen sowie Berufsausbildungen an der Berufsfachschule Altenpflege und Altenpflegehilfe und der staatlich anerkannten Schule fĂŒr Podologie (Podologe/Podologin) an.

Das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg wurde 2002 als TrĂ€gerverein der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landes Sachsen-Anhalt und der Stadt Quedlinburg unter Mithilfe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gegrĂŒndet. Das Zentrum betreut ökologische Sanierungen und Bauforschungen und ermöglicht Jugendlichen ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege in einer JugendbauhĂŒtte.[60]

In der Kreisbibliothek Quedlinburg stehen 67.500 Medien zur Ausleihe.[61]

Freizeit- und Sportanlagen

In der Stadt gibt es ein 1903 eröffnetes Hallenbad und eine 2004 eröffnete moderne Dreifelderhalle. FĂŒr den Schulsport stehen eine Reihe von Sporthallen zur VerfĂŒgung, die zum Teil schon Ă€lter sind, so wurde die Kleersturnhalle 1910 erbaut. Die grĂ¶ĂŸten öffentlichen SportplĂ€tze befinden sich am Moorberg sĂŒdlich der Stadt und an der Lindenstraße, nordöstlich der Stadt. Im Jahr 2001 wurde das in den 1950er Jahren gebaute Freibad unweit des letztgenannten Sportplatzes geschlossen und eingeebnet. Die Judo-Halle auf dem GelĂ€nde der Polizei ist teilweise fĂŒr den Breitensport zugĂ€nglich.

Gesundheitswesen

Das Klinikum Dorothea Christiane Erxleben Quedlinburg befindet sich am östlichen Stadtrand. Das 1907 eingeweihte Krankenhaus wurde in den 1990er-Jahren zum der Haus der Schwerpunktversorgung ausgebaut, es ist zudem Lehrkrankenhaus des UniversitÀtsklinikums der Otto-von-Guericke-UniversitÀt Magdeburg. Das Klinikum mit 481 stationÀren und 50 teilstationÀren Betten besitzt zwölf stationÀre Fachbereiche und drei tagesklinische Einrichtungen. Das Hauttumorzentrum des Klinikums ist neben dem Dessauer das einzige zertifizierte in Sachsen-Anhalt.[62] JÀhrlich werden ca. 20.000 stationÀre und 20.000 ambulante Patienten betreut.[63]

Friedhöfe

GrĂ¶ĂŸter kommunaler Friedhof ist der 1906 eingerichtete StĂ€dtische Zentralfriedhof am Badeborner Weg. Er befindet sich im SĂŒdosten der Stadt und sein Wegenetz ist sternförmig auf die Kapelle ausgerichtet. WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges wurden hier ĂŒber 700 verstorbene kriegsgefangene Soldaten und ein Großteil der ĂŒber 160 gefallenen Quedlinburger begraben. Das Gleiche geschah im Zweiten Weltkrieg mit mindestens 110 Kriegsgefangenen und einer unbekannten Zahl Quedlinburger. In dieser Zeit wurde das Krematorium (gebaut 1928) auch zur Verbrennung von mindestens 912 Opfern des KZ Langenstein-Zwieberge benutzt.[64]

Die historischen kirchlichen Friedhöfe befanden sich im unmittelbaren Umfeld der jeweiligen Kirche. Sie lagen innerhalb der Stadtmauern an folgenden Stellen: St.-Aegidii-Friedhof nordöstlich der Kirche, er ist bis auf einzelne spĂ€te Grabsteine fast vollstĂ€ndig verschwunden; der St.-Benedikti-Kirchhof liegt unter der neuzeitlichen Pflasterung und wird zum Teil als Parkplatz genutzt (ein Mausoleum ist erhalten); der St.-Nikolai-Kirchhof ist heute eine GrĂŒnanlage; ein weiterer Friedhof der St.-Nikolai-Gemeinde lag zwischen der östlichen Bebauung (im nördlichen Teil) der Ballstraße und der Stadtmauer (diese GrĂŒnanlage ist als privates GartengelĂ€nde erhalten). Alle innerhalb der Stadtmauern gelegenen Friedhöfe wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgelassen. Die Gemeinden legten in der Folge neue Friedhöfe vor den Toren der Stadt an: den Friedhof der Marktkirchgemeinde in der Weststraße (seit 1843, Kapelle 1915), den Friedhof der Blasiikirchgemeinde an der Zwergkuhle (neuerrichtet 1841 bis 1843), den Friedhof der Aegidiigemeinde am Ziegelhohlweg (Mitte 19. Jahrhundert), den Friedhof der Katholischen Gemeinde Weststraße (seit 1868) und den Wiperti- und Servatiikirchhof links und rechts der Wipertistraße (Kapelle 1934/1935). An dieser Stelle befindet sich eine Quedlinburger Besonderheit: die in den Felsen des Kapellenberges eingehauene dreistöckige terrassenförmige Gruftanlage mit ĂŒber 20 GrĂŒften auf jeder Etage und Seite des Berges.

→ Zu den jĂŒdischen Friedhöfen siehe: JĂŒdische Gemeinde Quedlinburg

Historisches Wirtschaftszentrum, die „Börse“ im Steinweg

Wirtschaft

OrtsansÀssige Unternehmen

Zu Zeiten der Industrialisierung wuchs auch in Quedlinburg die wirtschaftliche Kraft. Im SĂŒden der Stadt siedelten sich zahlreiche Betriebe, Unternehmen und Firmen an, die besonders in den Bereichen Metallverarbeitung[65] oder landwirtschaftliche Samenzucht[66] zu Hause waren. Der Zuwachs der BeschĂ€ftigten in dieser Zeit kam in dem neu gebauten Wohngebiet der SĂŒderstadt unter. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle diese Werke zwangsenteignet und in staatliche Formen wie Volkseigener Betrieb oder Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft ĂŒberfĂŒhrt. GrĂ¶ĂŸter Arbeitgeber wurde das Werk Mertik, der Nachfolgebetrieb von Hartmann & Söhne, in dem zwischenzeitlich mehr als 3000 Menschen beschĂ€ftigt waren. Als weiterer ehemaliger Betrieb ist die VEB Union zu nennen, in der Schnellkochtöpfe (auch fĂŒr den Export) und Essgeschirre fĂŒr die Nationale Volksarmee hergestellt wurden. Das ehemalige volkseigene Gut August Bebel hat Saatgut fĂŒr den landwirtschaftlichen Bedarf und Spezial-Kulturen erzeugt. Viele dieser Betriebe, deren Wirtschaft fast ausschließlich auf den sozialistischen Rat fĂŒr gegenseitige Wirtschaftshilfe ausgerichtet war, gingen nach der Wiedervereinigung 1990 in Konkurs. Die leeren Betriebs- und Lagerhallen stehen zum Teil bis heute. Eines der wenigen Unternehmen, das die Marktanpassung geschafft hat, ist die Walzengießerei & Hartgusswerk Quedlinburg GmbH, die 1865 gegrĂŒndet wurde und eine der wenigen in Sachsen-Anhalt ist.[67]

Die Nachfolgeeinrichtungen der 1945 enteigneten Saatzuchtbetriebe wurden nach 1990 zu Teilinstituten der Bundesanstalt fĂŒr ZĂŒchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ), einer dem Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zugeordneten Forschungseinrichtung, umgewandelt. Von den neun Teilinstituten der BAZ befinden sich fĂŒnf in Quedlinburg. Es sind dies das Institut fĂŒr gartenbauliche Kulturen, das Institut fĂŒr Epidemiologie und Resistenzressourcen, das Institut fĂŒr Resistenzforschung und Pathogendiagnostik, das Institut fĂŒr Pflanzenanalytik und das Forschungs- und Koordinierungszentrum fĂŒr pflanzengenetische Ressourcen. Seit Jahresbeginn 2008 hat das neu gegrĂŒndete Julius-KĂŒhn-Institut – Bundesforschungsinstitut fĂŒr Kulturpflanzen (JKI), entstanden aus der BAZ und der Bundesforschungsanstalt fĂŒr Landwirtschaft (FAL), seinen Hauptsitz in Quedlinburg. Neben der Funktion des Hauptsitzes dieser Forschungseinrichtung, sind nun sechs Forschungsschwerpunkte: Epidemiologie und Pathogendiagnostik, Ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz, Resistenzforschung und Stresstoleranz, Sicherheit in der Gentechnik bei Pflanzen, ZĂŒchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst und ZĂŒchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen in Quedlinburg angesiedelt.[68] Auch privatwirtschaftliche Unternehmen wie satimex Quedlinburg, Quedlinburger Saatgut oder International Seeds Processing (ISP) konnten sich etablieren.[69]

Wirtschaftsbereiche

Die Wirtschaftsbereiche unterteilen sich in: 2 Prozent Landwirtschaft, 19,29 Prozent Industrie und 78,71 Prozent Dienstleistungsbereich. Die Landwirtschaft ist spezialisiert auf Saatzucht, die Industrie auf Baugewerbe mit Spezialleistungen fĂŒr Restaurierung und Sanierung, Bauelementefertigung, Holzverarbeitung, Metallverarbeitung und Pharmazie sowie Druckerei, der Dienstleistungssektor vornehmlich auf Tourismus.

Tourismus

Der Tourismus stellt fĂŒr Quedlinburg eine der wichtigsten wirtschaftlichen GrĂ¶ĂŸen dar, und so zĂ€hlt die Schaffung einer modernen touristischen Infrastruktur zu den Hauptvorhaben. An ÜbernachtungskapazitĂ€ten in Quedlinburg stehen den auswĂ€rtigen GĂ€sten 20 Pensionen, 18 Hotels und eine Jugendherberge zur VerfĂŒgung. Die Anzahl der Übernachtungen ist stark saisonabhĂ€ngig, mit Spitzenwerten um Ostern, von Mai bis Juli, von September bis Oktober und zum Advent/Jahreswechsel. GrĂ¶ĂŸte SchwĂ€chezeit ist von Januar bis MĂ€rz. In den Spitzenzeiten sind die KapazitĂ€ten in Quedlinburg und im ganzen Vorharz sehr stark ausgelastet. Die meisten Hotels wurden nach 1994 neu gebaut oder vollstĂ€ndig saniert.

Seit 1994 ist Quedlinburg Teil der sĂŒdlichen Route der Straße der Romanik, einer touristischen Straße zu den romanischen DenkmĂ€lern Sachsen-Anhalts. Die St.-Johannes-Kapelle ist seit 2003 eine Station der deutschen VerlĂ€ngerung des Jakobsweges. Ganz in der NĂ€he verlaufen die Deutsche Fachwerkstraße und die Deutsche Alleenstraße.

Seit dem 12. November 2008 ist die Stadt staatlich anerkannter Erholungsort.[70]

Der ReisefĂŒhrer „1000 places to see before you die“ nennt Quedlinburg: „Ein MĂ€rchen aus Fachwerk“,[71] der ReisefĂŒhrer Lonely Planet spricht von einem „ungeschliffenen Juwel“, und die Stadt selbst hat sich 2006 den Leitspruch „Quedlinburg – Wiege Deutschlands“ gegeben (bis 1990 „Blumenstadt Quedlinburg“, bis 2006 „Neugierig auf 
?“).

Persönlichkeiten

→ Hauptartikel: Liste der Söhne und Töchter der Stadt Quedlinburg

Der Roland vor dem Rathaus

Söhne und Töchter der Stadt

Zu den bekannten Persönlichkeiten, die in Quedlinburg geboren wurden, zĂ€hlen unter anderem Dorothea Erxleben (* 1715), die als erste deutsche Frau in Medizin promovierte, Friedrich Gottlieb Klopstock (* 1724), der BegrĂŒnder der Erlebnisdichtung und des deutschen Irrationalismus, Johann Christoph Friedrich GutsMuths (* 1759), der als BegrĂŒnder des modernen Sportunterrichts und Vater der Gymnastik gilt, und auch der BegrĂŒnder der wissenschaftlichen Erdkunde, Carl Ritter, der 1779 in Quedlinburg geboren wurde. Aus neuerer Zeit zĂ€hlen der Dichter und Maler Fritz Graßhoff (1913–1997), der Schriftsteller Volker von Törne (1934–1980), die ehemalige PrĂ€sidentin des Bundesrechnungshofes (1993–2001) Hedda von Wedel (* 1942) und der Regisseur Leander Haußmann (* 1959) der Filme Sonnenallee, Herr Lehmann und NVA zu den Söhnen und Töchtern der Stadt.

EhrenbĂŒrger

Zahlreiche Persönlichkeiten wurden zu EhrenbĂŒrgern der Stadt Quedlinburg ernannt, zum Teil abhĂ€ngig von den politischen VerhĂ€ltnissen. So wurden in der Zeit des Nationalsozialismus am 20. April 1933 Adolf Hitler (1889–1945) und am 1. Juni 1937 Heinrich Himmler (1900–1945) die EhrenbĂŒrgerwĂŒrde der Stadt verliehen und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sofort wieder aberkannt.

Zu den bekanntesten Personen, die durch die Stadt Quedlinburg das EhrenbĂŒrgerrecht erhielten, zĂ€hlen: 1895 Otto von Bismarck (1815–1898), der erste Kanzler des Deutschen Reiches, 1910 Julius Wolff (1834–1910), ein Dichter und Schriftsteller, und 1998 Gottfried Kiesow (1931–2011), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

→ Siehe auch: Liste der Äbtissinnen von Quedlinburg

Medien, Literatur und Filme

Ersttagsblatt der Deutschen Bundespost: 1000 Jahre Quedlinburg
Die Briefmarke der Deutschen Bundespost zu 1000 Jahre Quedlinburg

Die Mitteldeutsche Zeitung ist mit einer Lokalredaktion in Quedlinburg vertreten. Weiterhin die lokal erscheinenden BlĂ€tter SuperSonntag, Wochenspiegel und Harzer Kreisblatt. Regionalprogramm des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit RegionalbĂŒro in Halberstadt. Der Sender des Regionalfernsehens Harz (RFH) kann ĂŒber das örtliche Kabelnetz hauptsĂ€chlich im Harzkreis empfangen werden.

Die Handlung einiger Romane ist in Quedlinburg und Umgebung angesiedelt. So handelt Wilhelm Raabes Roman Der SchĂŒdderump (1869) auf der fruchtbaren Erde des geschichtstrĂ€chtigen Quedlinburger Landes. Weiterhin spielt der erste Teil von Theodor Fontanes Roman CĂ©cile (1887) in Quedlinburg und Thale, ebenso die verschiedenen Romane zur ersten promovierten deutschen Ärztin Dorothea Christiane Erxleben und Julius Wolffs Roman der Der Raubgraf. Eine Geschichte aus dem Harzgau (1884). Weiterhin von Gerhard Beutel Der Stadthauptmann von Quedlinburg (Berlin 1972), von Helga Glaesener Du sĂŒĂŸe sanfte Mörderin (MĂŒnchen 2000), von Christian Amling Quitilinga History Land (2005) und Odins Fluch. Ein neuer Fall fĂŒr IrenĂ€us Moll (2006).

Aufgrund der historischen Bausubstanz bietet sich Quedlinburg als Hintergrund fĂŒr verschiedene Film- und Fernsehprojekte an. Die folgende Liste zeigt eine Auswahl von teilweise in Quedlinburg gedrehten Filmen:[72][73]

Sonstiges

An lokal produzierten kulinarischen SpezialitĂ€ten sind lediglich Imkererzeugnisse, wie reiner Rapshonig und Edelbrand aus regionalen FrĂŒchten, und das einzige noch in Quedlinburg gebraute Bier Pubarschknall der Brauerei LĂŒdde zu nennen.

Das Hochseeschiff (Typ XD) MS Quedlinburg war im August 1967 auf der Warnow-Werft in Rostock vom Stapel gelaufen und fuhr bis Februar 1991 fĂŒr den VEB Deutsche Seereederei Rostock.[74]

Am 4. Mai 2004 wurde im Hauptbahnhof Magdeburg der ICE Nr. 242 (Baureihe 402/ICE 2) auf den Namen Quedlinburg getauft[75] und am 18. September 2008 auf dem Flughafen DĂŒsseldorf ein Flugzeug (Bombardier CRJ700) der Lufthansa CityLine.[76] Eine 126 Tonnen schwere Diesellok (Bauart Voith Maxima 40 CC) erhielt am 27. Mai 2011 den Namen Quedlinburg, da sie fĂŒr den Transport vom neugebauten Verladebahnhof bei Quedlinburg aus vorgesehen ist.[77]

Panoramen

180°-Panorama vom Schlossberg in Richtung Norden, links die Altstadt und rechts die Neustadt
Panoramablick vom Schlossberg nach Norden auf die Altstadt
Panoramablick nach Norden auf den Bahnhof mit Dampfzug der Harzer Schmalspurbahn

Quellen-, Literatur- und Kartenverzeichnis

Quelleneditionen

  • Codex diplomaticus Quedlinburgensis, bearb. von Anton Ulrich von Erath. Frankfurt am Main 1764.
  • Quellen zur stĂ€dtischen Verwaltungs-, Rechts- und Wirtschaftsgeschichte von Quedlinburg vom 15. Jh. bis zur Zeit Friedrichs d. Grossen, 1. Teil, berab. von Hermann Lorenz (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen Band 42). Halle/Saale 1916.
  • Urkundenbuch der Stadt Quedlinburg, bearbeitet von Karl Janicke (Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und der angrenzenden Gebiete, Band 2), Abt. 1 und 2, Halle/Saale 1873 und 1882.

Literatur[78]

  • Adolf Brinkmann: Beschreibende Darstellung der Ă€lteren Bau- und KunstdenkmĂ€ler des Kreises Stadt Quedlinburg, Band 1 und 2, Berlin 1922 und 1923.
  • Denkmalverzeichnis Sachsen Anhalt Band 7.1.: Landkreis Quedlinburg Stadt Quedlinburg, erarbeitet von Falko Grubitzsch et al., Halle/Saale, 1998, ISBN 3-910147-67-4
  • Johann Heinrich Fritsch: Geschichte des vormaligen Reichsstifts und der Stadt Quedlinburg, Band 1 und 2, Quedlinburg 1828.
  • Selmar Kleemann: Kulturgeschichtliche Bilder aus Quedlinburgs Vergangenheit. Quedlinburg 1922.
  • Hermann Lorenz: Werdegang von Stift und Stadt Quedlinburg. Quedlinburg 1922.
  • Harald Meller (Hrsg.): ArchĂ€ologie XXL. ArchĂ€ologie an der B 6n im Landkreis Quedlinburg (ArchĂ€ologie in Sachsen-Anhalt Sonderband 4). Halle/Saale 2006, ISBN 3-910010-99-7
  • Klaus Militzer, Peter Przybilla: Stadtentstehung, BĂŒrgertum und Rat. Halberstadt und Quedlinburg bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Göttingen 1980, ISBN 3-525-35380-4
  • Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld: Quedlinburg. Welterbe, Monumente-Edition, Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2004, ISBN 3-936942-45-5 oder ISBN 3-936942-46-3
  • Hans-Hartmut Schauer: Das stĂ€dtebauliche Denkmal Quedlinburg und seine Fachwerkbauten. Berlin 1990, ISBN 3-345-00233-7
  • Hans-Hartmut Schauer: Quedlinburg Fachwerkstadt Weltkulturerbe. Berlin 1999, ISBN 3-345-00676-6
  • Förderverein Historische Sammlungen Quedlinburg e. V. (Hrsg.): Quedlinburger Annalen. Heimatkundliches Jahrbuch fĂŒr Stadt und Region Quedlinburg, 1. Jahrgang (1998) ff.[79] ISSN 1436-7432

Karten

  • Gustav Brecht: Das Gebiet des vormaligen Reichsstiftes Quedlinburg mit Angabe der WĂŒstungen, des Landgrabens und der wichtigsten Flurnamen, Beilage UB Stadt Quedlinburg, Band 2, Halle 1882, S. XCIX.
  • Ulrich Reuling/Daniel Stracke: Deutscher Historischer StĂ€dteatlas (DHStA) Nr. 1 Quedlinburg. Hrsg. von Wilfried Ehbrecht/Peter Johanek/JĂŒrgen Lafrenz. Kartographie von Thomas Kaling/Dieter Overhageböck. MĂŒnster (Veröffentlichungen des Instituts fĂŒr vergleichende StĂ€dtegeschichte – MĂŒnster) 2006, ISBN 3-87023-272-2
  • Topografische Karten des Landesamt fĂŒr Landesvermessung und Datenverarbeitung Sachsen-Anhalt, TK 25 BlĂ€tter 4132 (Halberstadt), 4232 (Quedlinburg), 4133 (Wegeleben) und 4233 (Ballenstedt), 2. Aufl. 1997; TK 50 BlĂ€tter L 4332 (Quedlinburg) und 4132 (Halberstadt), 2. Aufl. 1998.
  • Geologische Karte der Preußischen Geologischen Landesanstalt, Lieferung 240 Blatt 2307 (Halberstadt) Berlin 1928 und Blatt 2381 (Quedlinburg) Berlin 1927.

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2010 (PDF; 231 KB) (Hilfe dazu)
  2. ↑ Henry Schroeder/Fritz DahlgrĂŒn: ErlĂ€uterungen zur Geologischen Karte von Preußen und benachbarten deutschen LĂ€ndern, Blatt Quedlinburg, Lfg. 240, Nr. 2381. Berlin 1927.
  3. ↑ Niederschlag: Monatswerte 1951–1980 Region Braunschweig Ostfalen, nach Schroeder/DahlgrĂŒn (1927), S. 101
  4. ↑ a b Deutschen Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  5. ↑ Klimadaten fĂŒr Quedlinburg
  6. ↑ Deutsches Meteorologisches Jahrbuch 2006, Offenbach am Main 2009, S. 31.
  7. ↑ Niederschlag: Monatswerte 1951–1980 Region Braunschweig Ostfalen
  8. ↑ Umfangreiches Klimadiagramm: Niederschlag, Temperatur, Sonnenschein, Sonnenstunden, deutsche Mittelwerte
  9. ↑ Pressemitteilung des DWD .pdf
  10. ↑ C. Senula: Erweiterung Industrie- u. Gewerbegebiet Magdeburger Straße. Quedlinburg 2010, S. 41 (pdf, 842 KB)
  11. ↑ Christa RienĂ€cker: Die neolithische Besiedlung Quedlinburgs. In: Jahresschrift fĂŒr mitteldeutsche Vorgeschichte 62 (1978), S. 109–133.
  12. ↑ Hanfried Schmidt: Das FrĂŒhneolithikum. In: Harald Meller (Hrsg.): ArchĂ€ologie XXL. ArchĂ€ologie an der B 6n im Landkreis Quedlinburg. Halle/Saale 2006, S. 65–69.
  13. ↑ a b Ulrich Reuling: Quedlinburg: Königspfalz – Reichsstift – Markt. In: Deutsche Königspfalzen. BeitrĂ€ge zu ihrer historischen und archĂ€ologischen Erforschung 4, hg. von Lutz Fenske, Göttingen 1996, S. 184–247
  14. ↑ Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 12: Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (Conradi I., Heinrici I. et Ottonis I. Diplomata). Hannover 1879, S. 41–42 (Monumenta Germaniae Historica; Digitalisat)
  15. ↑ Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 13: Die Urkunden Otto des II. und Otto des III. (Ottonis II. et Ottonis III. Diplomata). Hannover 1893, S. 566–567 (Monumenta Germaniae Historica; Digitalisat)
  16. ↑ Hermann Lorenz: Werdegang von Stift und Stadt Quedlinburg. Quedlinburg 1922, S. 381–384
  17. ↑ Manfred Mehl: Die MĂŒnzen des Stiftes Quedlinburg. Hamburg 2006, S. 42–49
  18. ↑ Bernd Feicke: Der Roland von Quedlinburg, in: Harz-Zs. 63 (2011), S.125-138
  19. ↑ Bernd Feicke: Zur politischen Vorgeschichte des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 und seine Ergebnisse fĂŒr Kursachsen und Preußen im Ostharz unter besonderer Beachtung 
 des Reichsstiftes Quedlinburg, in: BeitrĂ€ge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts 29 (2004), S. 4–29, hier: S. 17–22.
  20. ↑ Das Bode-Hochwasser Silvester 1925 in Quedlinburg: Festschrift zur Einweihung der BahnhofsbrĂŒcke am 27. November 1926. Hrsg. v. Magistrat der Stadt Quedlinburg 1926.
  21. ↑ Kirsch, Jahn-Holger: „Wir leben im Zeitalter der endgĂŒltigen Auseinandersetzung mit dem Christentum“ Nationalsozialistische Projekte fĂŒr Kirchenumbauten in Enger, Quedlinburg und Braunschweig. In: Widukind. Forschungen zu einem Mythos. Hg. von Stefan Brakensiek. Bielefeld 1997, S. 33–95; Tim Lorentzen: Ideologische Usurpation: die nationalsozialistische Umgestaltung der Stiftskirchen zu Braunschweig und Quedlinburg als Zeichenhandlung. WolfenbĂŒttel 2005.
  22. ↑ Horst MĂŒller: Die Judenverfolgung. In: Uwe Gerig (Hrsg.): Quedlinburg Geschichten aus dem vergangenen Jahrhundert. Quedlinburg 2000, S. 86–88.
  23. ↑ Horst MĂŒller: Die kampflose Übergabe. In: Uwe Gerig (Hrsg.): Quedlinburg Geschichten aus dem vergangenen Jahrhundert. Quedlinburg 2000, S. 94f.
  24. ↑ Hans-Dieter Nover: In den StĂ€dten wird demonstriert: Quedlinburg. In: Stefanie Wahl (Hrsg.): Die Ereignisse um den 17. Juni 1953 im Bezirk Halle. Schlaglichter. Landesbeauftragte fĂŒr die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Sachsen-Anhalt. 2. Aufl. 2003.
  25. ↑ Holm Petri: Das Wunder der Kerzen: Von der gewaltlosen Revolution bis zur Einheit 1989/90 Quedlinburg. Quedlinburg 1999, S. 2.
  26. ↑ Christiane Kohl: „Hier herrscht seit '33 Diktatur“. Der Umgang mit Rechtsradikalen im ostdeutschen Quedlinburg. In: Der Spiegel 46 (1992), S. 97–110; Uwe Gerig: Nachwort. In: Uwe Gerig (Hrsg.): Quedlinburg Geschichten aus dem vergangenen Jahrhundert. Quedlinburg 2000, S. 142f; Bunter Protest gegen rechts. In: KSTA vom 17. September 2007, Im Kampf gegen den rechtsextremen Ungeist. In: KSTA vom 30. September 2007
  27. ↑ Unesco Welterbeliste
  28. ↑ Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871–1990. Abgerufen am 1. Oktober 2008.
  29. ↑ Einwohnerzahl jeweils zum 31. Dezember, außer zum 17. Mai 1939, 29. Oktober 1946 und 10. Oktober 1990
  30. ↑ Bertelsmann Stiftung
  31. ↑ Stat. Landesamt Sachsen.Anhalt
  32. ↑ BĂŒrgermeisterwahl auf der Stadtwebseite und BĂŒrgermeisterwahl bei der MZ
  33. ↑ Stat. Landesamt Sachsen-Anhalt und Endergebnis 2009
  34. ↑ Jörg Mantzsch: Wappendokumentation im Anhang des Genehmigungsantrags zum Wappen von Quedlinburg. Magdeburg 1998.
  35. ↑ Hauptsatzung der Stadt Quedlinburg – pdf-Datei
  36. ↑ Webseite Rat der Gemeinden und Regionen Europas
  37. ↑ Frank Högg: GefĂŒgeforschung in Quedlinburg: FachwerkhĂ€user des 13. und 14. Jahrhunderts. In: Historische Bauforschung in Sachsen-Anhalt (2007), S. 251–280, hier S. 279
  38. ↑ Webseite des Eisenbahnmuseums
  39. ↑ P. Stechert, R. Pagel: Wordspeicher Quedlinburg. Weimar 2000
  40. ↑ InternetprĂ€denz des Fördervereins St. Wipertikirche Quedlinburg e. V.
  41. ↑ C. Senula: Erweiterung Industrie- u. Gewerbegebiet Magdeburger Straße. Quedlinburg 2010, S. 44 (PDF, 842 KB)
  42. ↑ Hans-Hartmut Schauer: Quedlinburg Fachwerkstadt Weltkulturerbe. Berlin 1999, S. 49
  43. ↑ Bernd Feicke: Stadtgeschichte und der Schmuck historischer RathĂ€user am Harz als Symbol stadtherrlicher Macht und stĂ€dtischer Rechte, in: Harz-Forschungen 23 (2007), S. 227–277, hier 256–257, 270.
  44. ↑ Geschichte des Hauses
  45. ↑ 3. Bundespreis Handwerk in der Denkmalpflege
  46. ↑ Christa RienĂ€cker: Die mittelalterlichen Wehranlagen Quedlinburgs: Stadtbefestigung. Halberstadt 1988
  47. ↑ Christa RienĂ€cker: Die mittelalterlichen Wehranlagen Quedlinburgs: Feldwarten. Halberstadt 1989 und Webseite des Wartenvereins
  48. ↑ Hasso Storbeck: Die Geschichten der ehemaligen beliebtesten AusflugsgaststĂ€tten und SchwimmbĂ€der von Quedlinburg, mit Abbildungen. Quedlinburg 2005
  49. ↑ Rudolf Lehmann: Theater in Quedlinburg: eine Chronik aus Anlaß des 50-jĂ€hrigen Bestehens der Quedlinburger BĂŒhne. Quedlinburg 1994
  50. ↑ Erwin Bagusch: Tango Argentino in Quedlinburg. Abgerufen am 1. Oktober 2008.
  51. ↑ Dirk Endisch: Der „Balkan“ Die Nebenbahn Frose-Gernrode-Quedlinburg. Leonberg-Höfingen 2004.
  52. ↑ Selmar Kleemann: Kulturgeschichtliche Bilder aus Quedlinburgs Vergangenheit. Quedlinburg 1922, S. 269–275.
  53. ↑ Hans Löhr: Geschichte der StĂ€dtischen Höheren MĂ€dchenschule zu Quedlinburg: Ein Beitrag zur Geschichte Quedlinburgs und zur Entwicklung des höheren MĂ€dchenschulwesens. [Quedlinburg] 1899.
  54. ↑ Webseite der Bosseschule
  55. ↑ Webseite des Gymnasiums
  56. ↑ QualitĂ€tsbericht, abgerufen am 5. Februar 2010, PDF, 80 KB
  57. ↑ Mitgliedsschulen im Landesverband der Musikschulen Sachsen-Anhalts
  58. ↑ Webseite der Musikschule
  59. ↑ Texas Tech University Center in Quedlinburg
  60. ↑ Webseite des Deutschen Fachwerkzentrums
  61. ↑ Webseite der Kreisbibliothek
  62. ↑ Liste der Hauttumorzentren
  63. ↑ Seite des Klinikums und Stefan Wolter: FĂŒr die Kranken ist das Beste gerade gut genug: Klinikum Dorothea Christiane Erxleben gGmbH 100 Jahre Standort Ditfurter Weg. Quedlinburg 2007
  64. ↑ Laetitia Rijckevorsel: Hemel en hel, Frans von Fisenne (dt.: Himmel und Hölle). Den Haag 2010. ISBN 978-90-78256-07-6 (NiederlĂ€ndisch)
  65. ↑ Kurt Adam: Die Metallindustrie der Stadt Quedlinburg und ihre Bedeutung fĂŒr die dortige Bevölkerung. Leipzig 1925.
  66. ↑ Birgit Reimer: Quedlinburger Samenbau und Pflanzenzucht bis 1945 von weltweiter Bedeutung. Quedlinburg 1991; Hermann Wagner: Der Quedlinburger Blumensamenbau. Voraussetzungen, Aufstieg, BlĂŒte und Niedergang. Oschersleben 1995.
  67. ↑ Webseite der Walzengiesserei Quedlinburg und Webseite von Mertik Maxitrol
  68. ↑ Webseite des Julius KĂŒhn-Instituts
  69. ↑ Webseite von satimex Quedlinburg Handelsgesellschaft mbH und Webseite der Quedlinburger Saatgut sowie Webseite von ISP
  70. ↑ Die Ernennung zum Erholungsort
  71. ↑ Patricia Schultz: 1000 places to see before you die. [Übers.: Anja von Cysewski], Königswinter 2006, S. 32.
  72. ↑ Vgl. die Liste von ĂŒber 16 DEFA-Filmen, die in Quedlinburg gedreht wurden.
  73. ↑ 30 Filmtitel in der IMDb
  74. ↑ Seefunkmagazin
  75. ↑ Die Taufen der ICE
  76. ↑ Eintrag des Flugzeugs
  77. ↑ Frank Ruprecht; Mitteldeutsche Zeitung (Hrsg.): Sekt fĂŒr die «Quedlinburg». Mitteldeutsche Zeitung, Quedlinburg / Halle (Saale) 28. Mai 2001 (http://www.mz-web.de/artikel?id=1300342891163, abgerufen am 29. Mai 2011).
  78. ↑ Brigitte Schröder, Heinz Stoob: Bibliografie zur deutschen historischen StĂ€dteforschung Band 1. Köln 1986, S. 352–354, Nr. 4359–4381
  79. ↑ Gesamtinhaltsverzeichnis der JahrgĂ€nge 1 bis 10, in: Jahrgang 11 (2008), S. 132–143

Weblinks

 Commons: Quedlinburg â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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   Herders Conversations-Lexikon

  • Quedlinburg — Quedlinbourg Quedlinbourg 
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