Ra (Schiff)


Ra (Schiff)
Nachbau der Ra II im Kon-Tiki-Museum
Nachbau der Ra II im Park Piramides de Güimar auf Teneriffa
Nachbau der Ra II im Park Piramides de Güimar auf Teneriffa

Ra ist der Name zweier Papyrusboote, mit denen Thor Heyerdahl ab 1969 versuchte, den Atlantik in Ost-West-Richtung zu überqueren.

Zu den Expeditionen veranlasst wurde Heyerdahl durch bemerkenswerte Übereinstimmungen unterschiedlicher Kulturgüter in Afrika (insbesondere Ägypten), Südamerika und Polynesien. Dazu gehören Darstellungen auf Malereien, Bauwerke wie z. B. Pyramiden und auch die Bauweise von Booten aus Schilf. Eine Anzahl von Archäologen vertrat die Ansicht, diese Übereinstimmungen kämen nur dadurch zustande, dass Menschen unter ähnlichen Voraussetzungen ähnliche Lösungen für Probleme und kulturelle Entwicklungen nähmen.

Ein Einfluss durch fremde Völker, die mit Schiffen Meere überquert hätten und in anderen Ländern gelandet waren, wurde von dieser Fraktion („Isolationisten“) nicht anerkannt, da es nicht möglich gewesen sei, mit den Mitteln der damaligen Zeit den Ozean zu überqueren. Heyerdahl wollte mit seinen Expeditionen beweisen, dass es für die Völker aus dem Norden Afrikas durchaus möglich gewesen wäre, mit den damals gebauten Schilfbooten den Atlantik zu überqueren und Richtung Mittel- und Südamerika zu segeln.

Am 25. Mai 1969[1] startete Heyerdahl von Safi in Marokko aus mit der 15 m langen Ra in Richtung Westen. Zu dem nach dem ägyptischen Sonnengott Re benannten und nach ägyptisch/phönizischem Vorbild entworfenen Boot verbaute er 12 t Papyrus. Es zeigte sich aber bald, dass die Konstruktion Mängel aufwies, das Boot hielt der Belastung von Wind und Wellen nicht stand. Nach über 5.000 km und 56 Tagen Reisezeit musste die Crew am 18. Juli, wenige Tage vor ihrem Ziel Barbados, das Boot aufgeben, da es auseinanderfiel.

Mit den Erfahrungen aus der Ra-I-Expedition baute er die drei Meter kürzere und stabilere Ra II, mit der er am 17. Mai 1970 wieder von Safi aus in See stach und nach 57 Tagen und zurückgelegten 6.100 km am 12. Juli 1970 Barbados erreichte. Während der Fahrt entdeckte und dokumentierte Heyerdahl Ölverschmutzungen im Atlantik, unter dem Druck der Öffentlichkeit wurden später erste internationale Umweltschutzabkommen getroffen, womit Heyerdahl zu einem Pionier der Umweltbewegung wurde.

Nachbauten der Ra II sind heute im Kon-Tiki-Museum in Oslo und im Saal für Antike Schifffahrt im Park Piramides de Güimar auf Teneriffa ausgestellt.

Heyerdahls Dokumentarfilm über diese Expedition wurde 1972 für den Oscar nominiert.

1973 benannten sowjetische Mineralogen ein neu entdecktes Schichtsilicat zu Ehren der Besatzung nach dem Schilfboot (Rait).

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. WDR-Kalenderblatt vom 25. Mai 2009, abgefragt am 24. Mai 2009

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