Real,-

real,- SB-Warenhaus GmbH
Real
Unternehmensform GmbH
Gründung 1995
Unternehmenssitz Mönchengladbach
Unternehmensleitung

Joël Saveuse,
Vorsitzender

Mitarbeiter 54.734 (09/2008) [1]
Umsatz 11 Mrd (2007) [2]
Branche Einzelhandel
Website

www.real.de

Die real,- SB-Warenhaus GmbH ist eine Lebensmittel-Einzelhandelskette der Metro AG, die in Europa mehrere hundert Selbstbedienungs-Warenhäuser betreibt. Einer ihrer wesentlichen Bestandteile, die Extra-Handelskette, wurde am 1. Juli 2008 an die Rewe Group verkauft. Rund 75 Prozent des Umsatzes werden durch Lebensmittel erwirtschaftet. Real,- bietet aber auch ein großes Angebotssortiment an Haushaltswaren, Elektrogeräten, Büchern, Medien, Textilien und Schuhen, Sportartikeln sowie Schreibwaren.

Neben Markenartikeln werden auch mehrere Handelsmarken angeboten: TiP (Toll im Preis), mit denen die Kette preislich mit den Discountern konkurriert, "Real,-Quality"-Produkte sollen mindestens der Qualität von Markenware entsprechen, aber günstiger sein, "Real,-Selection", diese Produkte - meist Schokoladen- sind von einem höheren preislichen Standard und "Real,-Bio", mit Bio Produkten. Real ist Mitbegründer des Kundenbindungsprogramms Payback.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmenszahlen

Standorte

Ein Real-Markt in Köln-Sülz

Die Real SB-Warenhaus GmbH, kurz „Real“ (früher: „Real-Kauf“), mit Sitz in Mönchengladbach gehört zum Konzern der in Düsseldorf ansässigen Metro Group und betreibt 349 Warenhäuser in Deutschland, 50 in Polen, 14 in Rumänien, elf in der Türkei und zehn Märkte in Russland (Stand: Dezember 2007).

Seit 2003 wurden die Real-SB Warenhäuser und die Extra-Verbrauchermärkte enger verbunden. Teile von Extra wurden zu Real umfirmiert und 119 Extra-Märkte an die Rewe-Gruppe veräußert. 2004 bestanden noch 436 Extra-Märkte mit 12.600 Mitarbeitern und erwirtschafteten einen Netto-Umsatz von 2,8 Milliarden Euro. 2005 verringerte sich die Anzahl der Standorte der Real- und Extra-Kette in Deutschland von 708 auf 552 Märkte. Weitere 40 Märkte befanden sich im Ausland. Im März 2006 wurde der erste Markt in Timişoara (Rumänien) eröffnet. Am 28. Juli 2006 gab die Metro AG den Erwerb der 85 deutschen SB-Warenhäuser des US-amerikanischen Wal-Mart-Konzerns bekannt, der sich damit aus Deutschland zurückzog.

Die Real-Märkte sind in vier getrennten GmbHs organisiert[3] (real,- SB Warenhaus GmbH, zweite real,- SB Warenhaus GmbH, dritte real,- SB Warenhaus GmbH sowie vierte real,- SB Warenhaus GmbH). Davon ist die dritte real,- SB Warenhaus GmbH mit bisher zwei Märkten die kleinste, was damit zusammen hängt, dass diese Gesellschaft gegründet wurde, um die Beschäftigten nicht nach Einzelhandelstarif bezahlen zu müssen. Neu eröffnete Märkte, etwa in Mülheim an der Ruhr, sollten in dieser Gesellschaft aufgehen. Der Plan wurde nach heftigem Streit mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di allerdings verworfen, der Tariflohn auch in der dritten GmbH wieder eingeführt und die dritte real,- SB Warenhaus GmbH wird somit zum 1. Januar 2009 in der ersten aufgehen[4]. Die zweite real,- SB Warenhaus GmbH enthält die ehemaligen WalMart-Märkte.

Beschäftigte

Real inklusive Extra beschäftigte etwa 45.000 Mitarbeiter, davon 35.000 in Deutschland (Stand: 2007). Die Kette Extra existiert seit dem 16.03.2009 nicht mehr. Im Ausland stieg die Anzahl der Mitarbeiter von 6.746 auf 7.070 Mitarbeiter, davon 77 % in Märkten in Polen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung

Nachdem der Umsatz des Unternehmens bis 2001 gestiegen ist, musste es seitdem einen stetig schrumpfenden Umsatz hinnehmen. Zum Umsatz steuern die Real-Märkte 75 bis 80 % bei, der Rest entfällt auf die Extra-Märkte. Der Umsatz von Real und Extra betrug 2005 9,922 Mrd. Euro (davon 90 % in Deutschland), was für Gesamtkonzernumsatz der Metro Group 2005 rund 24 % ausmachte. Der EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) im Jahr 2005 erreichte einen Verlust von 11,7 Millionen Euro. 2004 erzielte Real inklusive Extra noch einen Gewinn von 135,5 Millionen Euro.

Geschichte des Unternehmens

Real ist 1992 aus der Zusammenführung der Marktketten divi, Basar, Continent, Esbella und Real-Kauf entstanden. Später folgten Massa, Massa-Mobil, Meister, BLV, Huma und Suma. Jedes dieser Unternehmen war über Jahrzehnte regional überaus erfolgreich. 1998 kamen 94 SB-Warenhäuser der Allkauf- und 20 SB-Warenhäuser der süddeutschen Kriegbaum-Gruppe hinzu. Im Mai 1999 wechselten schließlich fünf Häuser der Extra-Verbrauchermärkte GmbH zu Real.

Die Geschäftsführung wurde im Zusammenhang mit dem Hackfleischskandal und dem mäßigen Erfolg der teuren Werbekampagne „Besorg´s dir doch einfach“ im Jahr 2005 ausgetauscht.

Für das Jahr 2006 wollte der Metro-Konzern mit dem Kostensenkungsprogramm „Strategie 2006“ versuchen, seine Tochtergesellschaft im Inland wieder profitabler zu machen. Dazu sollten Personalkosten in einem hohen zweistelligen Millionbetrag eingespart werden.

Seit Herbst 2006 wurden bundesweit mehrere Real- und Extra-Märkte geschlossen oder weiterveräußert. Bekannt wurde dies bei folgenden Märkten in: Dortmund-Nord [5], Guben[6], Überlingen[7], Magdeburg [8] Pulheim (Übernahme ab 1. Juli 2008 durch Kaufland) [9], Holzminden (Übernahme ab 2008 durch Kaufland)[10], Bochum[11] , Olpe (Extra-Markt), Abgabe an Kaufland [12] und Hückelhoven (Extra-Markt) [13].

Ende Oktober 2007 eröffnete eine neue Filiale in Lübeck. Diese hat als erstes Warenhaus in Deutschland von Montag bis Samstag bis 24 Uhr geöffnet. Dieser Markt steht in der Kritik, Löhne unterhalb des Einzelhandelstarifs zu zahlen.[14]

Im November 2007 beteiligten sich rund 3.000 Beschäftigte aus 80 Real-Filialen an Streiks, den die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im nordrhein-westfälischen Einzelhandel ausgerufen hat. Die Gewerkschaft fordert 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie ein Mindesteinkommen für Vollzeitbeschäftigte von 1.500 Euro. Streit gibt es zudem um die von den Arbeitgebern geforderte Streichung von Spät- und Nachtzuschlägen.

Am 16. Januar 2008 wurde bekannt, dass Rewe die Verbrauchermarktkette Extra zum 1. Juli 2008 von der Metro Group erwerben wird. Der Name Extra soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2008 mit der Umflaggung der Märkte auf Rewe verschwinden. Die Franchisemarken Comet und Bolle, unter denen 61 der 306 Märkte laufen, würden dagegen zunächst weitergeführt. Die Franchise-Zentrale geht an die Rewe Group. Rewe will mit dem Kauf seine Marktposition im Einzelhandel stärken, die 9700 Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Das Bundeskartellamt hat den geplanten Kauf der bislang zur Metro AG gehörenden Extra-Verbrauchermärkte durch den Kölner Handelskonzern Rewe freigegeben. Das Amt habe keine Probleme gesehen und die Übernahme deshalb auch ohne Auflagen genehmigt.[15]

Am 18. März 2008 erklärte der Vorstandschef der Metro-Group Eckhard Cordes, dass weitere rund 40 von 349 Real-SB-Warenhäusern verkauft oder geschlossen werden sollen, da diese Märkte 2007 Verluste von insgesamt bis zu 50 Millionen Euro verbuchten. [16]

Bis Anfang 2010 will sich die Metro-Group von 27 weiteren defizitären Real-Standorten trennen, darunter Märkte in Berlin, Rostock und Bremen.[17]

Hackfleisch-Skandal 2005

Neu eingerichtete Real-Filiale in Würzburg

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelte im März 2005 wegen Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz und die Hackfleischverordnung.[18] In zwei Filialen, in Laatzen und in Hannover, waren Mitarbeiter von einem ehemaligen Angestellten mit einer „versteckten Kamera“ ertappt worden, wie sie über der Haltbarkeit befindliches Hackfleisch neu verpackten und etikettierten, um es im Markt weiter zu verkaufen. Die Ermittlungen wurden anschließend auf vier Filialen ausgedehnt. Ermittlungshandlungen gründeten sich auf den Verdacht, dass die Unternehmensführung das Umverpacken von Fleisch zentral gesteuert haben könnte.[19]

Neue Technologien

Die Real SB-Warenhaus GmbH hat in einigen Filialen zusätzlich zu den herkömmlichen Kassen Selbstbedienungskassen eröffnet, beispielsweise in Wesel, Maintal-Dörnigheim und Mülheim an der Ruhr. An den jeweils vier SB-Kassen können Kunden ihre Waren selbst scannen, einpacken und bar oder bargeldlos bezahlen. Sie werden ergänzt durch einen so genannten „SB-Kassen-Platz“, von dem aus ein Mitarbeiter die Vorgänge an den Kassen verfolgen und beispielsweise den Verkauf alkoholischer Getränke oder anderer Produkte, deren Verkauf einer gesetzlichen Beschränkung unterliegt, autorisieren kann.

Ab 2. November 2004 wurde die Radio-Frequenz-Identifikationstechnologie (RFID) schrittweise in Real-Märkten eingeführt und soll ausgebaut werden. RFID ermöglicht die berührungslose Identifikation, Steuerung und Verfolgung von Waren entlang der gesamten Prozesskette. Diese Technologie erlaubt erstmals die vollständige Kontrolle des Warenflusses. Die neuen Technologien und Systeme bieten Kunden, Handel und Konsumgüterindustrie eine Reihe von Vorteilen: Prozessabläufe wie Bestellungen, Lagerung und Transport führen zu einer bedarfsgerechten Warenproduktion. Die Kritik an der RFID-Technologie betrifft vor allem Datenschutzaspekte sowie einen zu erwartenden langfristigen Verlust von Teilzeit-Arbeitsplätzen im Niedriglohnsegment, wovon erwartungsgemäß besonders Frauen betroffen sein werden.

Neue gewinnbringende Maßnahmen

Vor einigen Jahren wurde die teuere Werbung "Besorgs dir doch einfach" abgeschafft und das Unternehmen einer grundlegenden Sanierung unterzogen. So führte man den neuen Werbe-Slogan "Einmal hin, alles drin" und außerdem neue Eigenmarken ein, (ausgenommen die bereits existierende Marke TIP) Real,-Quality, Real,-Selection und Real,-Bio. Dadurch erhofft sich die Kette wieder eine Umsatzsteigerung.

Übernahme der Wal-Mart-Filialen in Deutschland

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Hauptartikel: Wal-Mart

Wal-Mart in Pattensen bei Hannover

Am 28. Juli 2006 wurde bekannt, dass der Metro-Konzern alle 85 deutschen Filialen des Wal-Mart-Konzerns übernehmen werde. Die größeren Filialen werden unter dem Namen Real geführt werden, in die kleineren soll mit Extra ebenfalls eine Tochtergesellschaft des Metrokonzerns einziehen. Des Weiteren sollen auch die Elektroniktöchter MediaMarkt und Saturn von den Verkaufsflächen profitieren.

Ende 2006 wurde bekannt, dass die Zentrale von Wal-Mart Germany in Wuppertal voraussichtlich im dritten Quartal 2007 geschlossen wird. Dort werden wahrscheinlich etwa 600 Stellen wegfallen. Ebenso haben 14 der 85 deutschen Wal-Mart-Filialen keine wirtschaftliche Perspektive und sollen aufgegeben werden. Betroffen sind die Filialen in Aachen, Bergkamen, Delmenhorst, Gelsenkirchen, Günthersdorf, Hagen, Hannover-Wülfel, Nordenham, Pattensen, Ritterhude-Platjenwerbe, Salzgitter-Bad sowie Wilhelmshaven. Die Filialen Düsseldorf und Sigmaringen wurden bereits im Juni 2006 geschlossen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dritter Quartalsbericht. Metro AG, S. 10. Abgerufen am 17. Januar 2009. (PDF)
  2. Geschäftsbericht 2007. Metro AG. Abgerufen am 17. Januar 2009. (PDF)
  3. Impressum von real.de
  4. Informationen zum Streit mit ver.di
  5. http://www.gruene-dortmund.de/innenstadt-nord/main/cont/20070203-pr-wez.html
  6. http://www.lr-online.de/regionen/cottbus-spree-neisse/Guben;art1051,1738546
  7. http://www.suedkurier.de/_/tools/vorschau.html?id=2530918
  8. http://magdeburg.zeilenschlag.de/panorama/aufatmen-im-city-carre-kaufland-ersetzt/
  9. http://www.in-pulheim.de/index.php?id=1612
  10. http://tah.de/SEARCH/index.php?id=1171272&showstoriesphp=ja
  11. http://www.bo-alternativ.de/2007/05/23/durch-schliessung-der-real-filiale-droht-luecke-in-der-nahversorgung-in-hoentrop-westsevinghausen/print/
  12. http://www.kaufland.de/Site/Unternehmen/Presseinformationen/Archiv/200705_Eroeffnung_Olpe.htm
  13. http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinsued/erkelenz/nachrichten/hueckelhoven/418544
  14. http://de.indymedia.org/2007/11/199007.shtml
  15. http://www.presseportal.de/pm/52007/1161871/rewe_group
  16. http://www.welt.de/wirtschaft/article1812129/Metro_gibt_Kaufhof_ab_und_versilbert_Media_Markt.html
  17. http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEKOE55500820080725
  18. Fleisch-Skandal: Staatsanwaltschaften ermitteln gegen fünf Handels-Ketten
  19. Altes Hack in neuen Folien

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