Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete

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Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete

Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete (RMfdbO), auch als „Ostministerium“ (RMO) bezeichnet, war wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs von 1941 bis 1945 die Zentralbehörde der nationalsozialistischen Zivilverwaltung der von der deutschen Wehrmacht besetzten Gebiete im Baltikum und der Sowjetunion. Das RMfdbO stand unter der Leitung des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg und organisierte im Rahmen des Generalplan Ost fĂŒr das Ostland und die Ukraine eine staatliche Ordnung auf rassenideologischer Grundlage. Vornehmliches Ziel des Ministeriums war die politische Germanisierung der besetzten Ostgebiete bei gleichzeitiger Vernichtung sĂ€mtlicher osteuropĂ€ischer Juden. Beginnend mit der Beteiligung an der T4-Aktion wurde das RMfdbO im Verlauf des Krieges – neben dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA), dem Reichsministerium der Justiz und dem AuswĂ€rtigen Amt (AA) – eine zentrale nationalsozialistische Behörde fĂŒr die organisierte Judenvernichtung. Das Ministerium wurde 1941 im Tiergartenviertel an der Rauchstraße 17/18 in Berlin eingerichtet.

Rauchstraße 17/18: UrsprĂŒnglich als GebĂ€ude der Jugoslawischen Gesandtschaft in Berlin eingerichtet, befand sich hier zwischen 1941 und 1942 das RMfdbO. Seit 1995 ist das GebĂ€ude Sitz der Deutschen Gesellschaft fĂŒr AuswĂ€rtige Politik.
Unter den Linden 63: Dort wo nach 1945 das neue GebÀude der Sowjetischen Botschaft gebaut wurde, befand sich ab Juni 1942 der Hauptsitz des Ostministeriums. Im Februar 1944 wurde das GebÀude bei einem Bombenangriff der Alliierten vollstÀndig zerstört.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsprozess

Erste AnkĂŒndigungen jenseits der Öffentlichkeit

Der Auftakt zum Aufbau des RMfdbO erfolgte bereits im FrĂŒhjahr: Am 3. MĂ€rz 1941 kĂŒndigte Adolf Hitler erstmals gegenĂŒber dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) an, dass der Aufbau eines „Ostministeriums“ geplant sei. Die AnkĂŒndigung fand in einem GesprĂ€ch mit Wilhelm Keitel statt, als sie sich ĂŒber den Barbarossa-Plan unterhielten. Hitler hielt die politischen Aufgaben in den besetzten Ostgebieten fĂŒr zu schwierig, um sie dem Heer zu ĂŒberlassen.[1]

Am 26. MĂ€rz 1941 verfasste Reinhard Heydrich eine Notiz ĂŒber eine Unterredung mit Reichsmarschall Hermann Göring. Heydrich hielt fest: „BezĂŒglich der Lösung der Judenfrage berichtete ich kurz dem Reichsmarschall und legte ihm meinen Entwurf vor, dem er mit einer Änderung bezĂŒglich der ZustĂ€ndigkeit Rosenbergs zustimmte und Wiedervorlage befahl.“[2] Aus der Notiz von Heydrich geht hervor, dass ihm die designierte ZustĂ€ndigkeit Rosenbergs als Chef einer Behörde zur Verwaltung der besetzten Ostgebiete bereits zu diesem Zeitpunkt bekannt gewesen ist. Die Notiz fĂ€llt genau auf das Datum, als Rosenberg offiziell und persönlich die erste Abteilung der „Hohen Schule“ – das „Institut zur Erforschung der Judenfrage“ (IEJ) in Frankfurt am Main – eröffnete. Bei der Eröffnungsfeier war nicht, wie in Heydrichs Notiz, allein von „Lösung der Judenfrage“ die Rede, sondern es wurde bereits das eschatologisch[3] anmutende Wort „Endlösung“ verwendet. So formulierte Klaus Schickert wĂ€hrend der dreitĂ€gigen Feierlichkeiten in seinem Beitrag im IEJ ĂŒber die Judengesetze in SĂŒdosteuropa: „Die Dinge treiben mit einer zunehmenden Geschwindigkeit ihrer Endlösung entgegen.“[4] Und am 29. MĂ€rz 1941 wurde Alfred Rosenberg im Völkischen Beobachter mit diesen Worten zitiert: „FĂŒr Europa ist die Judenfrage erst dann gelöst, wenn der letzte Jude den europĂ€ischen Kontinent verlassen hat.“[5] Die Planungen des RMfdbO in den ersten beiden Monaten fallen in einen Zeitpunkt, wo sich erstmals der Ausdruck „Endlösung der Judenfrage“ als eine weithin noch unbestimmt definierte Metapher bei fĂŒhrenden Nationalsozialisten verbreitete[6] und der Chef der Reichskanzlei allen Reichsministern mitteilen ließ, dass sĂ€mtliche Maßnahmen in den osteuropĂ€ischen Gebieten mit Rosenberg abzusprechen seien.[7]

Am 2. April 1941, als die Vorbereitungen fĂŒr den Angriff gegen die Sowjetunion auf Hochtouren liefen, fand ein GesprĂ€ch zwischen Rosenberg und Hitler statt.[8] Rosenbergs Tagebuchaufzeichnungen fĂŒr diesen Tag ist zu entnehmen: „â€șRosenberg, jetzt ist Ihre große Stunde gekommen!â€č mit diesen Worten beendete der FĂŒhrer heute eine zweistĂŒndige Unterredung mit mir. [
] Der FĂŒhrer entwickelte dann ausfĂŒhrlich die voraussichtliche Entwicklung im Osten, was ich heute nicht niederschreiben will. 
 Der FĂŒhrer fragte mich ĂŒber die soldatische und menschliche Psyche der Russen unter schwerer Belastung, ĂŒber den jetzigen jĂŒdischen Anteil in der Sowjetunion und anderes.“[9] Und Rosenberg fuhr fort: „Zum Schluss sagte er: FĂŒr diese ganz russische Frage will ich bei mir ein BĂŒro einrichten, und sie sollen es ĂŒbernehmen. Arbeiten Sie nach allen Richtungen Richtlinien aus; was sie an Geld brauchen, steht Ihnen zur VerfĂŒgung.“[10] Hitler hatte fĂŒr Rosenberg, fĂŒnf Tage nach seiner Anspielung auf „ein fernes Reservat“ fĂŒr die Juden wĂ€hrend seiner Eröffnungsrede im IEJ, ein „zentrales politisches BĂŒro fĂŒr die Ostarbeit“ vorgesehen, fĂŒr dessen Errichtung Rosenberg nun als Leiter und bislang noch inoffizieller „Ostminister“ zu arbeiten begann.[11]

Personalrekrutierungen und AmtsgebÀude

Allgemeine organisatorische Schwierigkeiten waren Rosenberg in der GrĂŒndungsphase des RMfdbO zumindest partiell bewusst. Seinem Tagebucheintrag vom 11. April 1941 ist zu entnehmen, dass er fĂŒr den zu erwartenden Krieg gegen die Sowjetunion „mit einem Mangel an geeigneten Menschen“ fĂŒr seine Behörde rechnete. Von den „3 000 Rußlandkennern“, die er in seinem Amt „gesammelt“ habe, sei nicht auszumachen, wie viele „wirklich einsatzfĂ€hig“ seien.[12] Mit Blick auf die zukĂŒnftige Ostpolitik wurde Rosenberg am 20. April 1941 von Hitler geheim beauftragt, die zentralen Fragen des „Ostraumes“ zu bearbeiten.[13] Noch am selben Tag erhielt seine Dienststelle per FĂŒhrererlass den Titel „Dienststelle fĂŒr die zentrale Bearbeitung der Fragen des osteuropĂ€ischen Raums“. Die nahezu identische Übernahme der vom APA vorgeschlagenen Bezeichnung und die Kennzeichnung seiner Behörde als eine „zentrale“ Institution fĂŒr die Ostpolitik, zeigt, „dass die Kompetenz auf diesem Politikfeld noch immer Rosenberg und seinen Leuten zugesprochen wurde“.[14]

WĂ€hrend der Aufbauphase des RMfdbO wurden Mitarbeiter aus Rosenbergs Außenpolitisches Amt der NSDAP (APA) und der Nordischen Gesellschaft eingesetzt.[15] Ein Teil der Russlandexperten, die in das sich konstituierende RMfdbO berufen wurden, kamen zudem aus der Dienststelle von Joachim von Ribbentrop.[15] Am 21. April 1941 erhielt Rosenberg von der Reichskanzlei die Zusage, enge Mitarbeiter der betreffenden obersten Reichsbehörden zu rekrutieren. Dazu gehörten Vertreter des AuswĂ€rtigen Amts, des OKW, der Behörde des Vierjahresplans sowie des Reichswirtschaftsministeriums.[16] Umfangreiche Rekrutierungen aus diesen Behörden durfte Rosenberg in der Folge indessen nicht selbst veranlassen.[16]

Aufgrund des Personalbedarfs wurde zunĂ€chst das GebĂ€ude des Außenpolitischen Amts der NSDAP in der Berliner Margaretenstraße 17 als Dienstsitz eingerichtet, wobei alle bisherigen Ämter des APA (mit Ausnahme der Ostabteilung unter Georg Leibbrandt und der Außenwirtschaftsabteilung unter Walter Malletke) in das GebĂ€ude der „Dienststelle Rosenberg“ auf der Bismarckstraße 1 unterkamen.[17] Da im Zuge des Konstituierungsprozesses des RMfdbO der Platzbedarf dort nicht mehr ausreichte, erhielt Rosenberg am 5. Mai 1941 zusĂ€tzlich die beschlagnahmte jugoslawische Botschaft in der Berliner Rauchstraße 17/18.[18] Ende Juli 1941 kam noch die ehemalige sowjetische Handelsvertretung in der Lietzenburgerstraße 11 hinzu; ab Juli 1942, zum Jahrestag des Einmarsches der deutschen Truppen in die Sowjetunion, zudem die sowjetische Botschaft Unter den Linden 63 als Hauptsitz des RMfdbO.[17]

In einer Denkschrift vom 7. April 1941 stellte Rosenberg gleichsam Überlegungen fĂŒr die Stellenbesetzungen und die Organisation in den zu besetzenden Ostgebieten an. FĂŒr die dort geplanten Territorien (Reichskommissariate) sah Rosenberg Alfred Meyer als „Staatsminister“ vor.[19] Noch im April 1941 wurde Meyer, der spĂ€ter Teilnehmer an der Wannseekonferenz war, der „stĂ€ndige Vertreter“ von Rosenberg und erhielt im Ostministerium ein Amt in der Position eines „StaatssekretĂ€rs“.[20]

Politische Zielsetzungen und Spannungsfelder

Lösung der „Judenfrage“

Über Rosenbergs GesprĂ€ch mit Hitler vom 20. April 1941 schrieb der Historiker Manfred Weißbecker, dass in der Erwartungshaltung des bevorstehenden Krieges gegen die Sowjetunion nunmehr „die extremsten und militantesten Formen des nationalsozialistischen Antibolschewismus und Antisemitismus“ gefragt gewesen seien, wofĂŒr sich der Einsatz Rosenbergs in besonderem Maße angeboten hĂ€tte.[21] Und Ernst Piper, der Biograf von Rosenberg, schrieb: „Mit Hilfe der Chronologie des Jahres 1941 lĂ€ĂŸt sich zeigen, wie sich Vorbereitung und DurchfĂŒhrung des Angriffs gegen die Sowjetunion, die erste Phase der Massenvernichtung von Juden und die erneute Positionierung von Alfred Rosenberg miteinander verwoben sind“.[22] Am 29. April 1941 setzte Rosenberg mit Blick auf die neu zu besetzenden Ostgebiete ein SchriftstĂŒck auf, in welchem er festhielt: „Eine allgemeine Behandlung erfordert die Judenfrage, deren zeitweilige Übergangslösung festgelegt werden muß (Arbeitszwang der Juden, eine Ghettosierung usw.).“[23] Vorausgegangen war eine Konferenz seines „Instituts zur Erforschung der Judenfrage“, an der auch Peter Heinz Seraphim von der UniversitĂ€t Göttingen teilnahm. Seraphim hatte erklĂ€rt, dass die deutschen Juden-Ghettos auf Dauer keine Lösung seien.[24] Der Plan bestand darin, jĂŒdische Bevölkerungsteile in die neuen Ostgebiete abzuschieben. Die zuvor von Rosenberg festgelegte „zeitweilige Übergangslösung“ wurde nur wenige Tage spĂ€ter von ihm konkretisiert. Seiner Instruktion fĂŒr den Reichskommissar in der Ukraine vom 7. Mai 1941 ist zu entnehmen: „Die Judenfrage wird nach der selbstverstĂ€ndlichen Ausscheidung der Juden aus allen öffentlichen Stellen eine entscheidende Lösung erfahren durch Einrichtung von Ghettos.“[25] Am 18. September 1941 kam Hitler auf den Plan der Ost-Abschiebung zurĂŒck, wobei er erklĂ€rte, dass möglichst bald das „Altreich“ und „das Protektorat vom Westen nach Osten“ von Juden „geleert und befreit“ sein mĂŒsse.[26]

Germanisierung

Parallel zur einsetzenden Judenvernichtung setzte Rosenberg noch vor dem Krieg gleichsam auf die kirchenpolitische sowie – gemĂ€ĂŸ seiner spezifischen Rassenideologie – religionspolitische Aufbauarbeit im Osten.[27] Am 8. Mai bereitete er Instruktionen fĂŒr die zukĂŒnftigen Reichskommissare vor. In diesen heißt es: „Kirchenpolitisch kann durch Toleranzedikte eine Freiheit des rein religiösen Glaubens gewĂ€hrleistet werden ohne jede staatliche Verpflichtung.“[28] Hitler vertrat diesen von Rosenberg festgelegten kirchenpolitischen Standpunkt ebenfalls zu diesem Zeitpunkt.[29] Umgesetzt wurde das Edikt im Dezember 1941.[30] Rosenberg befĂŒrchtete nicht nur Probleme mit kirchlichen Institutionen, sondern die christlichen religiösen KrĂ€fte ĂŒberhaupt. Von ihnen forderte er Toleranz, nicht umgekehrt. Aus seiner Perspektive stand ihm, wie er wusste und wie auch dem Untertitel seines Hauptwerks „Der Mythus“ entnommen werden kann, ein „seelisch-geistiger Gestaltenkampf“ in den Ostgebieten bevor – vor allem in rassisch-religiöser Hinsicht. Und welche Menschengruppen als zukĂŒnftig zu definierende „Arier“ nicht germanisiert werden wollten, die sollten – eben weniger tolerant – „aus- oder umgesiedelt“ werden. Denn weiterhin schrieb Rosenberg in diesen Instruktionen: „Kulturpolitisch kann das deutsche Reich in vielen Gebieten nationale Kulturen und Wissenschaften fördern und ausrichten. In manchen Gebieten wird eine Aus- und Umsiedlung verschiedener Völkerschaften vorgenommen werden mĂŒssen.“[31] Beispielhaft fĂŒr diese Denkweise stand das bereits 1941 einsetzende Großprojekt Aktion Ritterbusch, bei dem zahlreiche wissenschaftliche Ostforscher unter dem Vorzeichen „Kampf um Reich und Lebensraum“ Studien zur Klassifizierung der osteuropĂ€ischen Bevölkerung durchfĂŒhrten.

Kriegswirtschaft

Am 20. Juni 1941, zwei Tage vor dem Angriffskrieg gegen die Sowjetunion, ergĂ€nzte Rosenberg in einer Rede vor den „versammelten Dienststellen“ des RMfdbO, dass nun „die harte Notwendigkeit der Evakuierung“ von russischen Bevölkerungsteilen in der Ukraine bevorstehen wĂŒrde. Und diese Evakuierung wĂŒrde zwar „starke Charaktere“ seitens der Nationalsozialisten erfordern, aber eine „harte Notwendigkeit“ sein, „die außerhalb jeden GefĂŒhls steht“.[32] Und: „Wir sehen durchaus nicht die Verpflichtung ein, aus diesen Überschußgebieten das russische Volk mitzuernĂ€hren.“[32] Zwar hatte Rosenberg bei seiner Rede noch die Germanisierung im Blick, aber er setzte – in dieser Hinsicht ohne RĂŒcksicht auf die Ermordung von potentiellen, russischen „Ariern“ im Sinne seiner Rassenideologie – in den ersten Jahren auf die angebliche Notwendigkeit der gewaltsamen Eroberung: „Zweifellos wird eine sehr umfangreiche Evakuierung notwendig sein, und dem Russentum werden sicher sehr schwere Jahre bevorstehen. Inwieweit dort Industrien noch erhalten bleiben sollen, ist einer spĂ€teren Entscheidung vorzubehalten.“[33] Hinsichtlich der Kriegswirtschaft hatte das Ostministerium wĂ€hrend seines Entstehungsprozesses zunĂ€chst allem Anschein nach keine Abstimmungsprobleme. Anfang Juli 1941 erhielt Rosenberg Besuch von Fritz Todt, der als Reichsminister fĂŒr Bewaffnung und Munition einen Teil der Kriegswirtschaft leitete. Wie Rosenberg wenige Jahre spĂ€ter schriftlich festhielt, gestaltete sich die Abstimmungen zu „beidseitiger Zufriedenheit“. Thema des GesprĂ€chs von Todt und Rosenberg war der Einsatz von Technikern im Osten.[34] Am 4. Juli 1941 nahm ein Vertreter von Rosenberg an einer Besprechung teil, bei der ĂŒber die Verwendung und den Arbeitseinsatz von sowjetischen Kriegsgefangenen verhandelt wurde. Im Bericht seines Vertreters ist zu lesen: „Nach einleitenden Worten von Obstlt. Dr. Krull wurde von Abt. Kriegsgef. (Obstl. Breyer) dargelegt, dass an sich ein Verbot des FĂŒhrers bestĂ€nde, russische Kriegsgefangene im Reich zum Arbeitseinsatz zu bringen; es sei aber damit zu rechnen, dass dieses Verbot mindestens gelockert wĂŒrde.“[35] Und: „Der Besprechungsleiter faßte das Ergebnis dahingehend zusammen, daß von allen beteiligten Dienststellen die Forderung, die Kriegsgefangenen auch zum Arbeitseinsatz im Reich heranzuziehen, unbedingt vertreten und unterstĂŒtzt wird.“[35] Teilgenommen hatten an diesem GesprĂ€ch – neben Rosenbergs Ostministerium – Hermann Göring als Beauftragter fĂŒr den Vierjahresplan, das Reichsarbeitsministerium sowie das ReichsernĂ€hrungsministerium.[35]

Politik der BesÀnftigung

Im Spannungsfeld von Judenvernichtung und Kriegswirtschaft einerseits sowie Germanisierung andererseits hatte das RMfdbO stets die möglichen Probleme der LegitimitĂ€t der neuen staatlichen Ordnung im Blick. Deshalb sollten insbesondere Gewalttaten in der zivilen Öffentlichkeit möglichst vermieden werden, die ein negatives Licht auf die deutschen Besatzer werfen könnten. Denn aus der ideologischen Perspektive des RMfdbO wurde der Krieg nicht primĂ€r gegen einen souverĂ€nen Staat, sondern gegen eine als ĂŒberkommen angesehene Form der christlichen Religion im Allgemeinen und gegen den „Bolschewismus“ sowie die jĂŒdische Bevölkerung im Besonderen gefĂŒhrt.[27] Der Krieg wurde entsprechend dem rassenideologischen Diktum des RMfdbO nicht in erster Linie als gewaltsame Eroberung, sondern als eine wohlwollende Befreiung von Bevölkerungsteilen angesehen.[36] Die als rassisch „nordisch“ zu bestimmenden Bevölkerungsteile sollten aus dieser Perspektive germanisiert, nicht aber nachhaltig beunruhigt werden. So wurde am 13. Mai 1941 fĂŒr die zu besetzenden sowjetischen Gebiete bereits im Voraus bestimmt, dass „Straftaten feindlicher Zivilpersonen“ nicht durch die Wehrmachtsjustiz, sondern durch eine eigens einzurichtende Gerichtsbarkeit zu ahnden seien.[37] Besonders im Hinblick auf diese „Politik der öffentlichen BesĂ€nftigung“ des RMfdbO ergaben sich – trotz einmĂŒtiger BeschlĂŒsse bei den gemeinsamen Entwicklungen des Generalplan Ost – in den ersten Monaten nach Kriegsausbruch mehrere Konflikte mit dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) von Heinrich Himmler, da die BesĂ€nftigungsforderung des RMfdbO hĂ€ufig an den KriegsrealitĂ€ten vor Ort scheiterte.[38] Auch Reinhard Heydrich schloss sich der von Rosenberg verordneten BesĂ€nftigungspolitik in den neu zu besetzenden Ostgebieten unmittelbar nach Kriegsausbruch an. Nachdem Rosenberg am 28. Juni 1941 Hitler einen Bericht ĂŒber die Vorarbeiten hinsichtlich der mit den Ostgebieten zusammenhĂ€ngenden Fragen vorgelegt hatte,[39] schrieb Heydrich nur einen Tag spĂ€ter an die Chefs der Einsatzgruppe im Zusammenhang mit der bereits mĂŒndlich erteilten Weisung, „Selbstreinigungsbestrebungen“, das heißt Pogrome unter der jĂŒdischen Bevölkerung, zu fördern. Diese „Selbstreinigungsbestrebungen antikommunistischer oder antijĂŒdischer Kreise in den neu zu besetzenden Gebieten“, so Heydrichs Weisung, sei „kein Hindernis zu bereiten“; sie seien vielmehr „allerdings spurlos auszulösen, zu intensivieren wenn erforderlich und in die richtigen Bahnen zu lenken“.[40] Die mit Beginn des Krieges im Osten einsetzenden Massaker der Einsatzgruppen sind vor allem durch die im Reichssicherheitshauptamt erstellten Ereignismeldungen UdSSR umfassend dokumentiert. Ermordet wurden Hunderttausende von Menschen, wovon mehr als 90 Prozent jĂŒdische Menschen gewesen sind.[41]

Amtseinsetzung von Rosenberg als Ostminister

Zwar war Rosenberg bereits seit MĂ€rz 1941 faktisch als „Ostminister“ tĂ€tig, das GesprĂ€ch ĂŒber die Amtseinsetzung erfolgte jedoch erst am 16. Juli 1941 nach einem gemeinsamen Mittagessen mit Hitler im FĂŒhrerhauptquartier „Wolfsschanze“.[42] Mit anwesend waren Professor Dr. med. Karl Brandt (Beauftragter fĂŒr die Morde im Rahmen der Aktion T4), ein Vertreter von Heinrich Himmler (Vertreter des RSHA) sowie Otto BrĂ€utigam (Verbindungsmann des RMfdbO zum AuswĂ€rtigen Amt).[43] Wie aus dem angefertigten GesprĂ€chsprotokoll hervorgeht, erklĂ€rte Hitler mit Blick auf die Ostgebiete, dass sie nun der Aufgabe gegenĂŒberstehen wĂŒrden, „den riesigen Kuchen unseren BedĂŒrfnissen entsprechend aufzuteilen, um in der Lage zu sein, erstens, ihn zu beherrschen, zweitens, ihn zu verwalten und drittens, ihn auszubeuten.“[44] WĂ€hrend dieser Besprechung deutete Rosenberg gegenĂŒber Hitler an, dass mithin ein rĂŒcksichtsloses Vorgehen in Aussicht genommen worden sei.[44] Rosenberg legte wĂ€hrend des GesprĂ€chs wesentliche politische Ziele fest: endgĂŒltige Annexion des gesamten Baltikums, der Region der Wolgadeutschen, der Krim und Transkaukasiens; eine Politik zur Beherrschung, Sklavenarbeit der Kriegsgefangenen, Verwaltung und Ausbeutung der eroberten Gebiete; die Germanisierung sowie Befriedung, die mit den strengsten Methoden, auch der Verfolgung der jĂŒdischen Zivilbevölkerung sowie der „Ausrottung von jedem, der uns im Weg steht“, erfolgen sollte.[45] Jahre spĂ€ter schrieb Rosenberg ĂŒber seine Ausrottungspolitik apologetisch: „Die mir mitgeteilten Erschießungen im Osten verstand ich als anfĂ€ngliche, bei UnterdrĂŒckung kommunistischer WiderstĂ€nde notwendige Maßnahme bzw. auch als örtliche Übergriffe, ohne einen wirklich gewollten Befehl des FĂŒhrers anzunehmen.“[46]

Am 17. Juli 1941 erklĂ€rte Rosenberg, dass er das Amt annehme.[44] Per FĂŒhrererlass wurde er noch am selben Tag offiziell zum „Reichsminister fĂŒr die besetzten LĂ€nder Osteuropas“ ernannt, was zu diesem Zeitpunkt nur die engsten Hitler-Kreise wussten.[47] Wie Andreas Zellhuber konstatierte, zeigte Rosenbergs Amtseinsetzung zum „Ostminister“ an, „dass es nun an die Verwirklichung des in den zwanziger Jahren entworfenen weltanschaulichen ‚Programms‘ ging“.[48] Das RMfdbO war nun formal zustĂ€ndig fĂŒr die Verwaltung und Gesetzgebung in den besetzten Ostgebieten.[47] Schriftlich wurde der Auftrag fixiert, dass das Ministerium „die öffentliche Ordnung und das öffentliche Leben in den neu besetzten Ostgebieten wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten“ habe.[49] Ebenfalls am selben Tag verfasste Rosenberg eine Verordnung fĂŒr die besetzten Ostgebiete. Diese Verordnung beinhaltete die Schaffung von Standgerichten zur „Aburteilung von Verbrechen“, die von „Nichtdeutschen“ im Osten begangen wurden. Den Standgerichten stand ein Polizeioffizier oder ein SS-FĂŒhrer vor, der die Befugnis hatte, auf Todesstrafe oder Einziehung des Vermögens zu erkennen, ohne dass gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt werden konnte. Der Generalkommissar hatte zudem das Recht, ein Urteil abzuĂ€ndern. Auf diese Weise wurden die Entscheidungen der SS und dieser Standgerichte der AutoritĂ€t eines Vertreters des RMfdbO unterworfen.[50]

Amtseinsetzung der Reichskommissare

Neben der organisatorischen Aufbauarbeit wurden zugleich die seit Sommer 1940 geplanten Maßnahmen zur Errichtung einer neuen politischen Ordnung in den zu besetzenden Ostgebieten schriftlich konkretisiert. Bereits am 13. MĂ€rz 1941 wurden die „Richtlinien auf Sondergebieten zur Weisung Nr. 21“ vom Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) erlassen, denen zufolge in den rĂŒckwĂ€rtigen, eroberten Gebieten der Heeresgruppe Nord, Mitte und SĂŒd drei Reichskommissariate im Baltikum, in Weißrussland und in der Ukraine zu bilden seien.[16] Festgelegt wurde in diesen Richtlinien zudem, dass in den Reichskommissariaten jeweils ein Reichskommissar die politische und verwaltungstechnische FĂŒhrung fĂŒr den Aufbau einer „Zivilverwaltung“ zu ĂŒbernehmen habe, wĂ€hrend fĂŒr die militĂ€rische Sicherung dieser Gebiete ein Wehrmachtbefehlshaber einzusetzen sei.[16]

Eine erste Serie von VorschlĂ€gen fĂŒr die Personalbesetzungen hatte Rosenberg am 7. April und nochmals im Mai/Juni 1941 vorgestellt. FĂŒr das Reichskommissariat (RK) im Ostland sah er Hinrich Lohse vor, seinen langjĂ€hrigen Verbindungsmann zur Nordischen Gesellschaft, und fĂŒr das RK Ukraine zunĂ€chst seinen Jugendfreund Arno Schickedanz, spĂ€ter dann Herbert Backe. Ebenso wurde von ihm die Einrichtung von drei weiteren Reichskommissariaten in ErwĂ€gung gezogen: RK Muskowien mit Erich Koch, RK Kaukasus zunĂ€chst mit Backe, dann wiederum mit Schickedanz und ein RK Don-Wolga mit Dietrich Klagges. Die Planung eines RK Don-Wolga wurde bereits im Mai/Juni aufgegeben. Am 16. Juli 1941 wurden die Stellenbesetzungen von Hitler, Rosenberg und Hermann Göring, dem „BevollmĂ€chtigten fĂŒr den Vierjahresplan“, diskutiert. Gegen Rosenbergs Vorschlag in der Ukraine Fritz Sauckel als Reichskommissar einzusetzen, stellten sich sowohl Göring als auch Hitler. Beide setzten auf Koch. Im Gegenzug stellte sich Hitler bei der Planung fĂŒr das RK Ostland auf die Seite von Rosenberg, indem auch er Lohse fĂŒr geeignet hielt; allerdings auch Sauckel. Einen Tag spĂ€ter, am 17. Juli 1941, wurde dann die Entscheidung getroffen: Lohse wurde zum Reichskommissar fĂŒr das Ostland und Koch zum Reichskommissar fĂŒr die Ukraine ernannt.[51] Jahre spĂ€ter, wĂ€hrend der NĂŒrnberger Prozesse, schrieb Rosenberg ĂŒber die Stellenbesetzung von Koch und seinen Vorschlag von Sauckel apologetisch: „Leider wurde dieser Vorschlag abgelehnt, und der FĂŒhrer akzeptierte, zum Schaden des Reiches, den Vorschlag Görings mit Koch.“[52] Rosenbergs spĂ€tere BegrĂŒndung fĂŒr seinen Vorschlag von Lohse fiel hingen so aus: „Lohse selbst schien mir behĂ€big genug, um dort nichts zu ĂŒberstĂŒrzen, und auch das persönliche VerhĂ€ltnis schien eine gute Zusammenarbeit zu sichern. â€șIch will nichts anderes sein, als dein politisches Echoâ€č, betonte er.“[52]

Einrichtung der Reichskommissariate

Eine genauere Regelung fĂŒr die Einrichtung der Reichskommissariate wurde am 17. Juli 1941 mit dem seinerzeit nicht publizierten „Erlaß des FĂŒhrers ĂŒber die Verwaltung der neu besetzten Ostgebiete“ getroffen.[53] Aus diesem Erlass geht hervor, dass nach Abschluss der Kampfhandlungen die Verwaltungsaufgaben von der MilitĂ€rverwaltung an die dem RMfdbO unterstellte „Zivilverwaltung“ ĂŒbergehen. Die dem RMfdbO unterstehenden Reichskommissariate sollten entsprechend dem Erlass in Generalbezirke mit jeweils einen Generalkommissar an der Spitze, diese wiederum in Kreisgebiete mit Gebietskommissaren eingeteilt werden. Zudem wurde festgelegt, dass mehrere Kreisgebiete zu einem Hauptbezirk zusammengefasst werden können (gefĂŒhrt von einem Hauptkommissar). Der Erlass enthielt indessen in mehrfacher Hinsicht BeschrĂ€nkungen fĂŒr das RMfdbO. Denn erstens behielt sich Hitler das Recht vor, selbst die Reichs- und Generalkommissare einzusetzen, und zweitens blieben gemĂ€ĂŸ § 3 des Erlasses die ebenso festgelegten Regelungen fĂŒr den „Beauftragten fĂŒr den Vierjahresplan“ (Göring; FĂŒhrererlass vom 29. Juni 1941) sowie fĂŒr den „ReichsfĂŒhrer SS“ und „Chef der Deutschen Polizei“ (Himmler; FĂŒhrererlass vom 17. Juli 1941) von den Befugnissen des RMfdbO unberĂŒhrt. Insbesondere wurde durch diese Regelung das Recht des Ostministeriums eingegrenzt, den ihm unterstehenden Reichskommissaren Weisungen zu erteilen. Wörtlich ist dem Erlass zu entnehmen: „Die Reichskommissare unterstehen dem Reichsminister fĂŒr die besetzten Ostgebiete und erhalten ausschließlich von ihm Weisungen, soweit nicht § 3 Anwendung findet.“[53] Und mit dem „Erlaß ĂŒber die polizeiliche Sicherung der neue besetzten Ostgebiete“ vom selben Tag hatte Himmler die Möglichkeit, mit SS und Polizei jederzeit eingreifen zu können.[54] Ferner gestand der Erlass vom 29. Juni 1941 Göring umfassende Eingriffsrechte zu, um vorgefundene WirtschaftskapazitĂ€ten zum Ausbau der deutschen Kriegswirtschaft zu nutzen.[55] Das RMfdbO musste entsprechend dem Erlass zudem in „enge FĂŒhlung“ mit den obersten Reichsbehörden bleiben. Bei möglichen Konflikten entsprechend unterschiedlicher Zielvorgaben musste Hitlers Entscheidung ĂŒber den Chef der Reichskanzlei, also von Martin Bormann bzw. Hans Heinrich Lammers, eingeholt werden.[53] Die Interessen des RMfdbO konnten aufgrund der Regelungen vor allem mit den Bereichen MilitĂ€r (OKW, OKH), Kriegswirtschaft (Göring, Todt), RSHA und Polizei (Himmler) sowie Propaganda (Goebbels) kollidieren.

In direkter Folge des GesprĂ€chs vom Vortag, 16. Juli 1941, und dem Erlass von Hitler, ĂŒbernahm Himmler bei der Ausdehnung der Morde an der jĂŒdischen Zivilbevölkerung die Initiative. Hatte das NS-Regime bis zum Tag von Rosenbergs Amtseinsetzung zum Ostminister und des Erlasses fĂŒr Himmler eine eher terroristisch angelegte Mordkampagne durchgefĂŒhrt, so setzte nun das Genozid-Programm im großen Stile ein.[56] In den beiden eingerichteten Reichskommissariaten agierten mit Wissen der Zivilverwaltung – durch gezielt provozierte Pogrome oftmals mit UnterstĂŒtzung der ansĂ€ssigen Bevölkerung – die Einsatzgruppen A und B im „Ostland“ sowie C und D in der „Ukraine“. Durch sie wurden die meisten Juden in diesen Gebieten bis 1943 ermordet.[56] Der Genozid hatte einen derart großen Vorschub bekommen, dass bereits im Sommer 1943 die letzten Juden-Ghettos aufgelöst waren.[57] In dieser Hinsicht stimmten die Interessen von Rosenberg und den Reichskommissaren vor Ort mit denen von Himmler ĂŒberein. Bereits am 20. Juli 1941 hatte Rosenberg die so genannte „Braune Mappe“ herausgeben lassen, in der die allgemein delegierten Ziele des RMfdbO an die Reichskommissare festgelegt wurden. Bezogen auf des „Ostland“ schrieb er: „Ziel eines Reichskommissars fĂŒr Estland, Lettland, Litauen und Weißruthenien muß es sein, die Form eines deutschen Protektorats zu erstreben und dann durch Eindeutschung rassisch möglicher Elemente, durch Kolonisierung germanischer Völker und durch Aussiedlung nicht erwĂŒnschter Elemente dieses Gebiet zu einem Teil des Großdeutschen Reiches umzuwandeln.“[58]

Krieg und Völkermord

EuropÀische Germanisierung versus Kriegswirtschaft

Das RMfdbO war ĂŒber die aktuellen Kriegsgeschehnisse vor Ort stets informiert. Im Juli 1941 sendete Rosenberg zunĂ€chst seinen Adjutanten Werner Koeppen ins FĂŒhrerhauptquartier (FHQ) zur „Wolfsschanze“, wo er sich bis MĂ€rz 1942 stĂ€ndig aufgehalten hatte. Zweck dieser Sendung war, dass Rosenberg als Ostminister Vermerke und VorschlĂ€ge unmittelbar an Hitler weiterreichen lassen konnte und damit Rosenberg stets erfuhr, was im FHQ aktuell besprochen wurde.[59] Der Schwerpunkt der Koeppen-Berichte lag bei den fĂŒr Rosenberg primĂ€r wichtigen Mitteilungen ĂŒber die Äußerungen zu den deutschen Planungen im Osten, ĂŒber die Sowjetunion und ihre Bevölkerung.[60] Aufgrund der eingerichteten Möglichkeit, direkt VorschlĂ€ge ins FHQ weiterleiten zu können, war das RMfdbO bei den kriegspolitischen Entscheidungen – insbesondere hinsichtlich der BerĂŒcksichtigung der allgemeinen Germanisierungsbestrebungen der Nationalsozialisten – unmittelbar beteiligt; zumal sich Hitler auf Rosenbergs diesbezĂŒgliche Sachkompetenz verlassen hatte.[61]

Am 17. September 1941 lenkte das RMfdbO die Aufmerksamkeit Hitlers erneut auf die eigene Zielvorgabe der rassisch-religiösen Germanisierung der besetzten Ostgebiete. So ließ Rosenberg durch Koeppen eine Schrift ĂŒber Deutschen Siedlungen in der Sowjetunion (Ukraine mit Krim) an Hitler ĂŒberreichen, fĂŒr die er sich laut Koeppen besonders interessiert hatte.[62] Diese Schrift erhielt Hitler einen Tag, bevor Erich Koch im FHQ auftauchte und Hitler den Befehl zur Deportation aller europĂ€ischen Juden in die besetzten Ostgebiete gab – und zwar ohne die ursprĂŒnglich geplante Voraussetzung, den militĂ€rischen Sieg ĂŒber die Rote Armee abzuwarten.[63] Ein Ereignis vom 22. September 1941 macht dagegen deutlich, mit welchen Schwierigkeiten das RMfdbO im Spannungsfeld von Germanisierung und Kriegswirtschaft zu kĂ€mpfen hatte. Denn an diesem Tag kam es zu einem lautstarken Konflikt zwischen Erich Koch und Wilhelm Keitel, wobei Koch – der, wie das RMfdbO insgesamt, auch kriegswirtschaftliche Belange berĂŒcksichtigen musste – der MilitĂ€rverwaltung vorwarf, dass sie die Ukrainer ungerechtfertigter Weise bevorzugen und falsch behandeln wĂŒrde. Die Wehrmacht berief sich indessen auf die von RMfdbO am 7. und 8. Mai verfassten Richtlinien ĂŒber die Behandlung der Ukrainer, in der der Satz vorkommen wĂŒrde, dass die Ukraine als „gleichberechtigtes Mitglied in die europĂ€ische Völkerfamilie“ aufgenommen worden sei.[64] Das Beispiel macht erstens deutlich, dass das MilitĂ€r die Vorgaben des RMfdbO berĂŒcksichtigte und somit zu dessen Legitimation beitrug, und zweitens, dass offenkundig situativ keine Klarheit vor Ort darĂŒber existierte, ob entweder kriegswirtschaftliche Belange oder die Idee der Germanisierung zu berĂŒcksichtigen seien.

Das RMfdbO hielt jedoch unbeirrt an seiner Zielvorgabe der Germanisierung bereits wĂ€hrend der Kampfhandlungen fest. Noch am selben Tag, 23. September 1941, ließ Rosenberg – wie nach Hitlers Erlass vom 17. Juli 1941 vorgesehen in (möglichen) KonfliktfĂ€llen – dem Chef der Reichskanzlei, Hans Heinrich Lammers, schriftlich mitteilen, dass in die Administration der besetzten Ostgebiete sprachen- und landeskundige Personen, insbesondere Deutschbalten, eingesetzt werden mĂŒssten.[65] Auf diese Weise vollzog Rosenberg erneut eine symbolische Handlung in Richtung Germanisierung, die Hitler noch am selben Abend sehr beschĂ€ftigte. Koeppen gab Hitlers Worte fĂŒr Rosenberg so wieder: „Der FĂŒhrer kam dann wieder auf den russischen Volkscharakter zu sprechen und fĂŒhrte aus, dass die Ukrainer genau so faul, unorganisiert und nihilistisch-anarchistisch seien als [sic] wie die Großrussen. Hier von einem Ethos der Arbeit und der Pflicht zu reden, wĂ€re vollkommen zwecklos; die Menschen wĂŒrden das nie verstehen, da sie nur auf die Peitsche reagieren. Stalin sei einer der grĂ¶ĂŸten lebenden Menschen, da es ihm, allerdings auch nur durch hĂ€rtesten Zwang, gelungen sei, aus dieser slawischen Kaninchenfamilie einen Staat zu schmieden.“[66] Hitlers Worte wiederum machen deutlich, dass ihn die Germanisierungsbestrebungen des RMfdbO angesichts der zu beachtenden kriegswirtschaftlichen Belange, die er ebenfalls berĂŒcksichtigen musste, in einen Zwiespalt brachten. Denn kurz nach diesen AusfĂŒhrungen kam er – entsprechend seiner spezifischen politischen Religion[67] – zudem auf seinen Gottesbegriff zu sprechen, indem er fortsetzte: „Der FĂŒhrer sprach dann von der Kirche, und sagte, dass der Nationalsozialismus sich auf das schĂ€rfste vor irgendwelcher NachĂ€ffung kirchlich-kultischer GebrĂ€uche hĂŒten mĂŒsse. Der nationalsozialistische Gottesbegriff könne nur auf den Natur- und Lebensgesetzen beruhen, soweit sie dem menschlichen Geist zugĂ€nglich sind. Nur wenn dieser Gottesbegriff mit der jeweiligen wissenschaftlichen Erkenntnis der Zeit in Einklang zu bringen sei und der Vernunft des deutschen Menschen nichts unvernĂŒnftiges zumute, sei er von Dauer, alles andere aber sei zwecklos und schĂ€dlich.“[66] Religiöse Gedanken, kirchenpolitische AbwĂ€gungen und rassenpolitische Zielsetzungen – all das, wofĂŒr das RMfdbO vornehmlich institutionalisiert worden ist – ließen Hitler trotz der sich kriegswirtschaftlich immer weiter verschlechternden Lage bis zum Kriegsende 1945 nicht mehr los.[68]

Wie unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig strikt dieser Widerstreit zwischen Kriegswirtschaft und Germanisierung von Seiten des RMfdbO zugunsten der Germanisierung aufgelöst werden sollte, macht nicht zuletzt die am 30. Oktober 1941 von Rosenberg einberufene „Ministersitzung“ deutlich, an der neben Reichsorganisationsleiter Robert Ley auch die Minister Fritz Todt und Walther Funk sowie Vertreter anderen Ministerien teilnahmen. Thema der Besprechung war die „Landesplanung im Ostraum“ unter BerĂŒcksichtigung der Kriegswirtschaft.[69] Allerdings war in dieser Besprechung weniger von Kriegswirtschaft die Rede, sondern es ging vielmehr darum, in welche Ostgebiete Menschen aus Deutschland zukĂŒnftig angesiedelt werden sollten.

Politik der „Entbehrlichung“ in den besetzten Ostgebieten

Am 24. September 1941 offenbarte sich – trotz gleichsam „positiver Eroberungsmeldungen“ fĂŒr die Nationalsozialisten aus der ukrainischen Stadt Kiew – erneut das Dilemma der Zielkonflikte. Otto BrĂ€utigam, Verbindungsmann des RMfdbO zum AuswĂ€rtigen Amt sowie zum OKW und OKH, schrieb, dass eine „lange Aussprache mit Reichskommissar Lohse ĂŒber seinen Konflikt mit dem Wehrmachtsbefehlshaber“ stattgefunden habe.[70] Demzufolge beschrĂ€nkte sich die Problematik der allgemeinen Zielkonflikte nicht allein auf das Reichskommissariat Ukraine (Erich Koch), sondern sie traten schon zu einem frĂŒhen Zeitpunkt auch im Reichskommissariat Ostland bei Hinrich Lohse in Erscheinung. Dessen scheinbar ungeachtet leistete Alfred Rosenberg gegenĂŒber Hitler dennoch erfolgreich Überzeugungsarbeit, indem er ihm klar machte, dass die Germanisierungsbestrebungen bezĂŒglich der Ukrainer – noch vor den kriegswirtschaftlichen Belangen – von Bedeutung seien. Nach einem fĂŒnfstĂŒndigen GesprĂ€ch zwischen Hitler und Rosenberg am 29. September 1941 im FHQ billigte Hitler, wie BrĂ€utigam festhielt, „die Ukrainepolitik“ des RMfdbO – „wenn auch in reservierter Form“.[70] Noch am selben Tag, 29. September 1941, gab Rosenberg „Richtlinien“ fĂŒr die der Ukraine gegenĂŒber zu verfolgenden NS-Politik der so genannten „Entbehrlichung“ heraus. Im Rahmen dieser Politik wurden allein bis zum Folgetag, 30. September 1941, insgesamt 33.771 jĂŒdische MĂ€nner, Frauen und Kinder von SS- und Polizeieinheiten der Einsatzgruppe C ermordet (Massaker von Babyn Jar).[71]

Auch im Oktober 1941 wurde dem RMfdbO nicht deutlich, dass die verschĂ€rfte Politik der „Entbehrlichung“ zu einem ernsthaften Problem fĂŒr die Kriegswirtschaft werden könnte – im Gegenteil. Am 4. Oktober 1941 versammelte Reinhard Heydrich alle Ministerien, „deren ZustĂ€ndigkeit berĂŒhrt“ wurde, – einschließlich dem RMfdbO – zu einer interministeriellen Besprechung. Insbesondere gegenĂŒber Georg Leibbrandt, dem Vertreter des RMfdbO, beschwerte er sich, dass niemand daran denke, die fĂŒr die Kriegswirtschaft erforderlichen ArbeitskrĂ€fte zu beachten. FĂŒr die vormals im System der Zwangsarbeit eingebundenen, nun liquidierten Juden, sei kein Ersatz mehr vorhanden.[72] Doch weder das RMfdbO noch das RSHA interessierte sich fĂŒr diese Belange primĂ€r. Nur einen Tag spĂ€ter, am 5. Oktober 1941, hielt Werner Koeppen fĂŒr Rosenberg fest: „Der ReichsfĂŒhrer [Heinrich Himmler] war von einer ausgedehnten Reise aus der Ukraine zurĂŒckgekommen, die ihn von Kiew bis Nikolajew und Cherson gefĂŒhrt hatte. Er erzĂ€hlte von seinen EindrĂŒcken aus Kiew. Von Kiew sei lediglich ein Stadtteil vollkommen niedergebrannt, die Zahl der Bewohner sei aber noch sehr groß. Diese Bewohner machten durchweg einen schlechten proletarischen Eindruck, so man â€șgut 80-90% von ihnen entbehren könneâ€č!“[66] Somit richtete sich diese Politik nunmehr nicht allein – wenn auch noch vornehmlich – gegen Juden, sondern auch gegen potentielle „Germanen“ bzw. „Arier“ im Sinne der Rassenideologie des RMfdbO. Was zu diesem Zeitpunkt und auch noch spĂ€ter zĂ€hlte, war offenkundig der Blickkontakt, eine „Kunst des Auges“[73] und die daraus resultierende subjektive EinschĂ€tzung, ob Menschen als rassisch „wertvoll“ oder „minderwertig“ angesehen wurden. Und die Bewohner von Kiew fielen in den Augen Himmlers eben durch sein Ă€sthetisches Raster. Dass das RMfdbO in dieser Hinsicht nicht anders dachte und vorging, wird besonders durch die nachfolgenden Entwicklungen deutlich.

Am 16. Oktober 1941 verfasste Werner Koeppen eine Notiz fĂŒr Rosenberg, aus der – neben der Sorge um konkurrierende NS-Institutionen in den besetzten Ostgebieten – aus einer Randbemerkung hervorgeht, dass die „Auswanderung“ bzw. das „Absterben“ von slawischen Bevölkerungsteilen bereits als ein zukĂŒnftiges Ziel des RMfdbO in ErwĂ€gung gezogen wurde:

„In Anbetracht der außerordentlich scharfen und bestimmten AusfĂŒhrungen des FĂŒhrers ĂŒber deutsche Siedlung und Germanisierung der besetzten Ostgebiete erscheint eine genaue Abgrenzung und Festlegung der Kompetenzen des Reichsministers fĂŒr die besetzten Ostgebiete und des Beauftragten zur Sicherung des deutschen Volkstums durch den FĂŒhrer und Reichsministers Dr. Lammers in kĂŒrzester Zeit unumgĂ€nglich nötig. Sonst erfolgt hier eine Unterhöhlung des FĂŒhrerauftrages [ĂŒber die Verwaltung der neu besetzten Ostgebiete] vom 17. Juli 1941, die das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete zu einer NebensĂ€chlichkeit herabsinken lĂ€sst. Seine Aufgabe bestĂ€nde dann noch darin, die in Reservaten zusammengepferchten Slawen möglichst bald zum Auswandern oder zum Absterben zu bringen. Alle irgendwie positiven Aufgaben, angefangen von Straßen- und Siedlungsbau, fallen sonst dem Beauftragten fĂŒr die Förderung des deutschen Volkstums zu!“[74]

Am 7. Februar 1942 verfasst Erhard Wetzel, „Judenreferent“ im RMfdbO, einen geheimen Bericht fĂŒr Otto BrĂ€utigam ĂŒber eine Besprechung im Berliner RMfdbO ĂŒber die Frage der rassischen Eindeutschung, insbesondere in den baltischen LĂ€ndern. An der Sitzung nahmen neben Vertretern des RMfdbO auch Vertreter der Dienststellen von Heinrich Himmler sowie der Rassenanthropologe Eugen Fischer vom Kaiser-Wilhelm-Institut teil. Dabei wurde vom RMfdbO der Standpunkt vertreten, dass erwogen werden mĂŒsse, „ob nicht durch die Industrialisierung des baltischen Raumes zweckmĂ€ĂŸigerweise die rassisch unerwĂŒnschten Teile der Bevölkerung verschrottet werden könnten“.[75] FĂŒr die lĂ€ndliche Bevölkerung Polens wurde zudem von Seiten der Dienststellen Himmlers die Behauptung aufgestellt, dass es sich dort nur um „3% rassisch wertvoller“ Menschen handeln wĂŒrde. DemgegenĂŒber wĂŒrde es fĂŒr die stĂ€dtische Bevölkerung noch keine Zahlen geben. Die Teilnehmer dieser Sitzung kamen zu dem Schluss, „daß bezĂŒglich des Frage des Ostlandes vorher eine genau ÜberprĂŒfung der Bevölkerung zu erfolgen habe, die nicht als rassische Bestandsaufnahme firmiert werden dĂŒrfte, vielmehr als hygienische Untersuchung u. dgl. getarnt werden mĂŒsse, damit keine Unruhe in der Bevölkerung entstehe.“[75] Und am 13. MĂ€rz 1942 fand eine weitere Besprechung statt, an der Erhard Wetzel, Adolf Eichmann und Franz Rademacher vom AuswĂ€rtigen Amt teilnahmen. Thema dieser Besprechung waren Deportationen.[76] Am 27. April 1942 setzt sich Erhard Wetzel – entgegen den Vorschlag von Dr. Abel aus dem Reichssicherheitshauptamt der SS, die „russische Rasse“ zu „germanisieren" – dafĂŒr ein, dass eine Geburtenkontrolle durchgefĂŒhrt werden soll.[77] Noch am selben Tag ließ Rosenberg die Richtlinien fĂŒr die besetzten Ostgebiete ergĂ€nzen. Tataren, Zigeuner und Menschen mit orientalischem Aussehen sollten in die Ausrottungsaktionen mit einbezogen werden.[78]

In die Politik der Enbehrlichung wurden demzufolge vom RMfdbO – neben arbeitsfĂ€higen jĂŒdischen Menschen – „Slawen“, „Tataren“, „Zigeuner“ und unbestimmt definierte Menschen mit „orientalischem Aussehen“ mit in die Vernichtungsaktionen einbezogen.

Beteiligung am Genozid der jĂŒdischen Bevölkerung

Deportationen in die besetzten Ostgebiete

Nach Peter Longerich setzte der Genozid im großen Stile unmittelbar nach Rosenbergs Amtseinsetzung zum Ostminister am 17. Juli 1941 ein.[56] Bereits Anfang August 1941 forderte Reichskommissar Hinrich Lohse, der neben Erich Koch einer der beiden zentralen Verwaltungsmitarbeiter des RMfdbO vor Ort war, von Rosenberg Anweisungen ĂŒber die „Behandlung der Juden“ in seinem Gebiet. Weder sei auf Dauer ein Verbleib der Juden im Ostland denkbar noch – entsprechend der Politik der BesĂ€nftigung des RMfdbO – eine Aufsehen erregende Deportation der jĂŒdischen Bevölkerung. In dieser Konfliktsituation entsprechend der Ideologie und der Zielvorgaben des RMfdbO, erschien Lohse die DurchfĂŒhrung von „polizeilichen Maßnahmen“, das heißt Massenmorde vor Ort, zunĂ€chst als die einzige mögliche Lösung.[79] Nur einen Monat spĂ€ter, im September 1941, wurden in Auschwitz erste Versuchsvergasungen durchgefĂŒhrt.[80]

Am 13. September 1941 ĂŒbermittelte Georg Leibbrandt, Leiter der politischen Abteilung des RMfdbO, dem Beauftragten des RMfdbO beim OKW und OKH, Otto BrĂ€utigam, Richtlinien fĂŒr die Rundfunkpropaganda zur Vertreibung der Wolgadeutschen nach Sibirien. Nach Ansicht von Leibbrandt hĂ€tten „bolschewistische Machthaber“ Propagandasendungen ĂŒber die Gewalttaten des NS-Regimes nach Großbritannien und in die USA ausgestrahlt und Kalinin wĂŒrde alle Wolgadeutschen nach Sibirien abschieben wollen, wofĂŒr „das Judentum in den im deutschen Machtbereich liegenden Gebieten [
] vielfach bezahlen“ werde. Und er kĂŒndigte ferner zur Strafe an, dass „die Juden Zentraleuropas ebenfalls in die östlichen der von der deutschen Verwaltung gelenkten Gebieten abtransportiert werden.“[81] Der vom RMfdbO verhandelte Vorschlag, sĂ€mtliche „Juden Zentraleuropas“ in die besetzten Ostgebiete zu deportieren, wurde in der unmittelbaren Folge tatsĂ€chlich durchgefĂŒhrt. Denn kurze Zeit spĂ€ter – nach anfĂ€nglichen Transportschwierigkeiten und einer diesbezĂŒglichen Anordnung Hitlers vom 18. September 1941 – fanden die Massendeportationen statt.[80] Ebenfalls am 18. September 1941, also am selben Tag von Hitlers Befehl der Deportation aller europĂ€ischen Juden in die besetzten Ostgebiete, hielt sich Reichskommissar Erich Koch, ebenfalls zentraler Mitarbeiter des RMfdbO vor Ort, im FĂŒhrerhauptquartier (FHQ) auf. Werner Koeppen, Rosenbergs Adjutant im FHQ, schrieb: „Die Stimmung im FHQ ist fĂŒr Koch sehr gĂŒnstig, alle halten ihn fĂŒr den geeigneten Mann und â€șzweiten Stalinâ€č, der seine Aufgabe auf das beste lösen wird.“[82] Und ebenfalls an diesem Tag ließ Werner Koeppen ĂŒber Martin Bormann eine Ausarbeitung Rosenbergs ĂŒber Nationalsozialismus und Christentum an Hitler weiterreichen. Vorausgegangen waren Proteste der christlichen Kirchen – nicht zuletzt – gegenĂŒber dem nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programm.[82]

Nach einem GesprĂ€ch zwischen Hans Frank und Alfred Rosenberg am 13. Oktober 1941 wurden erstmals Gedanken ĂŒber eine „Endlösung“ speziell im Generalgouvernement angestellt.[83] Vorausgegangen war Franks Vorschlag, die „jĂŒdische Bevölkerung des Generalgouvernements in die besetzten Ostgebiete“ zu deportieren, was Rosenberg fĂŒr dieses Gebiet zu diesem Zeitpunkt ablehnte. In direkte Folge des GesprĂ€chs setze im Generalgouvernement eine Radikalisierung der Mord-Aktionen ein und bezĂŒglich des „Reichsgebiets“ („Altreich“) begannen am 15. Oktober 1941 die Juden-Deportationen in die sowjetischen Gebiete.[83] Die Judenpolitik des RMfdbO zielte im Oktober 1941 offenkundig darauf ab, dass die „Endlösung“ bezĂŒglich des Generalgouvernements unabhĂ€ngig von den vom RMfdbO verwalteten Reichskommissariaten autark erledigt werden mĂŒsse. Zudem macht nicht zuletzt dieses Beispiel deutlich, dass das RMfdbO mit Rosenberg ĂŒber das Machtpotential verfĂŒgte, die europĂ€ischen Judenmorde im großen Stile sowohl örtlich als auch zeitlich entscheidend mit zu delegieren. Am 21. Oktober 1941 fiel bei einer Sitzung in Lemberg der Name von Rosenberg, bei der auf sein GesprĂ€ch mit Hans Frank Bezug genommen wurde. Aus dem Protokoll geht hervor, dass der Leiter der Hauptabteilung der Regierung des Generalgouvernements, Eberhard Westerkamp, bekanntgegeben hatte, dass die „Isolierung der Juden von der ĂŒbrigen Bevölkerung schnell und so weit wie möglich“ durchzufĂŒhren sei, weil Rosenberg „die Hoffnung“ auf Abschiebung der Juden zunichte gemacht hĂ€tte.[84]

Durchsetzung der BesÀnftigungspolitik

SpĂ€testens am 25. Oktober 1941 erhielt die Politik der BesĂ€nftigung und die Politik der Enbehrlichung des RMfdbO eine gemeinsame systematische Klammer. An diesem Tag schickte Erhard Wetzel, „Judensachbearbeiter“ in der Politischen Abteilung des RMfdbO unter Otto BrĂ€utigam, einen Brief nach Riga an Reichskommissar Hinrich Lohse. Dieser Brief, der so genannte Gaskammerbrief, ist das frĂŒheste schriftliche Zeugnis, das die Verbindung zwischen der T4-Aktion und dem Genozid an der jĂŒdischen Bevölkerung in Europa dokumentiert. Der Brief ist mit ein Beleg dafĂŒr, dass das RMfdbO nicht nur an der Judenvernichtung, sondern auch an den „Euthanasie“-Morden beteiligt gewesen ist. AnlĂ€sse des Briefes waren, wie Wetzel schrieb, „sehr zahlreiche Erschießungen von Juden“ in Wilna. Ziel mĂŒsse es deshalb sein, eine geordneten Lösung jenseits der Öffentlichkeit durchzufĂŒhren, und Viktor Brack hĂ€tte sich bereits bereit erklĂ€rt, „bei der Herstellung der erforderlichen UnterkĂŒnfte [= Gaskammern] sowie der Vergasungsapparate mitzuwirken“.[85] Nur zwei Tage spĂ€ter richtete im Reichskommissariat Ostland, in Sluzk, ein Polizeibataillon in der StĂ€rke von vier Kompanien unter den dortigen Juden ein Blutbad an. Der Kommandeur hatte den Auftrag erhalten, die Stadt „von Juden freizumachen“. Der Gebietskommissar dagegen erhob schĂ€rfsten Protest und verlangte, die Aktion sofort einzustellen. Auch Polizeibeamte wurden von ihm in Schach gehalten. SpĂ€ter berichtet er an den Generalkommissar Wilhelm Kube in Minsk, der wegen der „bodenlosen Schweinerei“ gegen die beteiligten Offiziere StrafantrĂ€ge bei Reichskommissar Hinrich Lohse stellte. Lohse nahm daraufhin schriftlichen Kontakt mit dem RMfdbO auf und formulierte die Bitte, dass „von höherer Stelle“ Sofortmaßnahmen ergriffen werden. Rosenberg schickte daraufhin den Bericht „mit dem Ersuchen um weitere Veranlassung“ an Reinhard Heydrich weiter.[86] Und am 31. Oktober 1941 schrieb Georg Leibbrandt, Hauptabteilungsleiter der Politischen Abteilung im RMfdbO, an Reichskommissar Hinrich Lohse einen Brief, in dem er schrieb: „Von Seiten des Reichs- und Sicherheitshauptamtes wird Beschwerde darĂŒber gefĂŒhrt, dass der Reichskommissar Ostland Judenexekutionen in Libau untersagt habe. Ich ersuche in der betreffenden Angelegenheit um umgehenden Bericht. Im Auftrag gez. Dr. Leibbrandt. (Abteilungsleiter II).“[87] Erst 15 Tage spĂ€ter, am 15. November 1941, schickte Lohse ein Antwortschreiben an Leibbrandt. Darin ist zu lesen:

„Ich habe die wilden Judenexekutionen in Libau untersagt, weil sie in der Art ihrer DurchfĂŒhrung nicht zu verantworten waren. Ich bitte, mich zu unterrichten, ob Ihre Anfrage vom 31. Oktober als dahingehende Weisung aufzufassen ist, dass alle Juden im Ostland liquidiert werden sollen? Soll dieses ohne RĂŒcksicht auf Alter und Geschlecht und wirtschaftliche Interessen (z.B. der Wehrmacht an Facharbeitern in RĂŒstungsbetrieben) geschehen? Weder aus den Anordnungen zur Judenfrage in der â€șBraunen Mappeâ€č noch aus anderen Erlassen konnte ich bisher eine solche Weisung entnehmen.“[88]

Die Ereignisse und Briefe machen deutlich, dass – offenkundig im Gegensatz zum RSHA – die Gebietskommissare, Generalkommissare und der Reichskommissar im Ostland sowie Reinhard Heydrich entsprechend der vom RMfdbO verordneten Politik der BesĂ€nftigung der Bevölkerung dachten und handelten. Die öffentlichen, „wilden“ Morde ließen sich aus der Sicht des RMfdbO nicht mit dem Germanisierungsvorhaben vereinbaren, da eine nachhaltige Unruhe in der Bevölkerung befĂŒrchtet wurde. Und aus diesem Grund suchte das RMfdbO in den nachfolgenden Wochen dringlich nach einer „Endlösung der Judenfrage“ jenseits der Öffentlichkeit, insbesondere in den Reichskommissariaten.[89] Lohse war bezĂŒglich des Schreibens verunsichert, weil sich Leibbrandt in seinem Brief seinem Ermessen nach nicht klar genug ausgedrĂŒckt hatte. Indem er die „wilden Judenexekutionen“ untersagte, folgte er zu diesem Zeitpunkt strikt weiterhin der von Rosenberg am 20. Juli 1941 herausgegebenen „Braune Mappe“ und der vom RMfdbO verordneten Politik der BesĂ€nftigung.[58]

SpĂ€testens am 5. November 1941 gab auch das AuswĂ€rtige Amt deutlich zu erkennen, dass es der BesĂ€nftigungspolitik des RMfdbO folgte, indem es eine „Sondersprachregelung Ost“ fĂŒr die Ukraine festlegte. Darin heißt es: „BezĂŒglich eines kĂŒnftigen kulturellen Eigenlebens und einer Selbstverwaltung der Ukraine soll etwas mehr ZurĂŒckhaltung geĂŒbt werden, als es bisher der Fall war. In geeigneter Weise kann ein gewisser BĂŒĂŸerstandpunkt herausgestellt werden; Motto: Ihr mĂŒsst jetzt fĂŒr die Verbrechen Eurer Sowjetbonzen bĂŒĂŸen. Dies ist vor allem deshalb notwendig, weil in diesem Winter Hungersnöte in den grĂ¶ĂŸeren und großen StĂ€dten unvermeidbar sein werden. Der Bevölkerung muss also stets vor Augen gehalten werden, dass die gegenwĂ€rtige Verschlechterung ihrer Lage ausschließlich Schuld der bolschewistischen Machthaber ist.“[90] Diese Regelung wurde genau an dem Tag erlassen, als die Deportierungen nach Lodz abgeschlossen waren und eine neue Welle von Deportationen aus dem „Altreichsgebiet“ nach Riga, Kowno und Minsk einsetzte.[91]

Bekanntgabe der Existenz des Ostministeriums

WĂ€hrend einer Pressekonferenz vom 19. November 1941: AnlĂ€sslich der öffentlichen Bekanntgabe seines Amts als Ostminister steht Rosenberg redend an einem Tisch. Links neben ihm sitzt sein Vertreter Alfred Meyer, rechts Wilhelm Weiß, Chefredakteur des VB und Leiter des Reichsverbands der Deutschen Presse.

Erst am 12. November 1941 wurde Rosenbergs Ernennung zum Reichsminister fĂŒr die besetzten Ostgebiete öffentlich gemacht; ebenso die Bekanntgabe seines Stellvertreters Alfred Meyer sowie der Reichskommissare Erich Koch und Hinrich Lohse, da laut Joseph Goebbels „die Ämter schon lange wahrgenommen“ worden seien.[92] Eine erste diesbezĂŒgliche öffentliche Andeutung hatte Rosenberg bereits am 27. Oktober 1941 gemacht, als er wĂ€hrend eines Schulungslehrgangs aller „Gliederungen der NSDAP“ erlĂ€uterte, dass es sich im Osten praktisch um eine neue Regierung handele und nicht um eine Zivilverwaltung, und dass „wir 
 nicht mehr aus diesem Gebiet herausgehen wollen“.[93] Die öffentliche Bekanntgabe des RMfdbO folgte indessen erst am 18. November 1941 in der Presse.[94] Einen Tag zuvor, am 17. November 1941, teilte Rosenberg in einer geheimen Rede bei einem „Presseempfang“, bei dem niemand mitschreiben durfte, mit:

„Zugleich ist dieser Osten berufen, eine Frage zu lösen, die den Völkern Europas gestellt ist: das ist die Judenfrage. Im Osten leben noch etwa sechs Millionen Juden, und diese Frage kann nur gelöst werden in einer biologischen Ausmerzung des gesamten Judentums in Europa. Die Judenfrage ist fĂŒr Deutschland erst gelöst, wenn der letzte Jude das deutsche Territorium verlassen hat, und fĂŒr Europa, wenn kein Jude mehr bis zum Ural auf dem europĂ€ischen Kontinent steht. [
] Und dazu ist es nötig, sie ĂŒber den Ural zu drĂ€ngen, oder sonst irgendwie zur Ausmerzung zu bringen.“[95]

Nach Longerich entsprach die von Rosenberg geĂ€ußerte Bemerkung, dass die Massenmorde idealerweise jenseits des Ural stattfinden sollten, einer allgemeinen Vorstellung der FunktionĂ€re des NS-Regimes zu diesem Zeitpunkt.[96] Einen Tag nach der Rede von Rosenberg, am 18. November 1941, traf sich Otto BrĂ€utigam, mittlerweile Leiter der Abteilung „Allgemeine Politik“ sowie Leiter der „Zentrale fĂŒr die politische UnterstĂŒtzung der KriegsfĂŒhrung im Osten“ im RMfdbO, mit Erich Neumann, wie BrĂ€utigam in seinem Tagebuch festgehalten hatte. Neumann hatte spĂ€ter als StaatssekretĂ€r beim Beauftragten fĂŒr den Vierjahresplan, Hermann Göring, an der Wannsee-Konferenz teilgenommen.[97] Noch im selben Monat, im November 1941, lud Heydrich die StaatssekretĂ€re aller beteiligten Ministerien fĂŒr den 9. Dezember zur Beratung in das Haus am Wannsee ein. Der Termin fĂŒr die Konferenz musste mit RĂŒcksicht auf die Geschehnisse an der „Ostfront“ verschoben werden.[98]

Wie schon ein Tag zuvor, hielt sich Rosenberg am 14. Dezember 1941 im FHQ auf. Rosenberg notierte fĂŒr diesen Tag seine Worte, die er zuvor gegenĂŒber Hitler geĂ€ußert hatte: „Ich stĂ€nde auf dem Standpunkt, von der Ausrottung des Judentums nicht zu sprechen. Der FĂŒhrer bejahte diese Haltung.“[99] In seinen Letzten Aufzeichnungen hatte Rosenberg spĂ€ter entgegen seinen eigenen vorherigen schriftlichen Aussagen behauptet: „Eine wörtliche Auslegung des Ausdrucks â€șVernichtungâ€č oder â€șAusrottungâ€č habe ich nicht fĂŒr menschenmöglich gehalten.“[100] Die weitere Radikalisierung der Denkweisen fĂŒhrender Nationalsozialisten zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich auch in den Worten von Himmler ab, der nur vier Tage spĂ€ter, am 18. Dezember 1941, dasselbe Wort Ausrottung in seinem Terminkalender notierte. Er schrieb: „Judenfrage – als Partisanen ausrotten“.[101] Und Hitler am 1. Januar 1942: „Der Jude aber wird nicht die europĂ€ischen Völker ausrotten, sondern er wird das Opfer seines eigenen Anschlags sein.“[101] Und neben den Vernichtungsaktionen im großen systematischen Stile, an denen sich die Beteiligung des RMfdbO im Winter 1941/42 immer deutlicher abzeichnete, ließ es sich Rosenberg dennoch nicht nehmen, selbst in konkreten EinzelfĂ€llen noch Tipps zu geben. So machte Rosenberg zum Beispiel noch am 18. Dezember 1941 Hitler den Vorschlag, bei einem Fall von Erschießungen von hundert Geiseln „ausschließlich Juden“ dafĂŒr zu nehmen.[102] Am 18. Dezember 1941 schickte das RMfdbO einen Brief an Reichskommissar Hinrich Lohse, der belegt, dass nicht zuletzt in den höheren Verwaltungsebenen der Reichskommissariate nun Klarheit ĂŒber die beabsichtigte Vorgehensweise des RMfdbO bestehen sollte, dass kriegswirtschaftliche Belange bei der einsetzenden „Endlösung der Judenfrage“ keine Rolle mehr spielen dĂŒrfen. Hatte sich Hinrich Lohse in seinem Schreiben an Leibbrandt am 15. November 1941 noch verunsichert gezeigt, so wurde ihm nun diese Unsicherheit genommen:

„Betrifft: Judenfrage. In der Judenfrage dĂŒrfte inzwischen durch mĂŒndliche Besprechungen Klarheit geschaffen sein. Wirtschaftliche Belange sollen bei der Regelung des Problems grundsĂ€tzlich unberĂŒcksichtigt bleiben. Im Übrigen wird gebeten, auftauchende Fragen unmittelbar mit dem Höheren SS- und PolizeifĂŒhrern zu regeln. Im Auftrag gez. BrĂ€utigam.“[103]

DurchfĂŒhrung des koordinierten Massenmordes

Am 20. Januar 1942 fand in dieser Villa die Wannsee-Konferenz statt. Das RMfdbO war die einzige NS-Behörde, die gleich mit zwei Vertretern teilnahm: Alfred Meyer und Georg Leibbrandt.

Am 20. Januar 1942 fand in Berlin die Wannsee-Konferenz statt, auf der 15 hochrangige Vertreter von nationalsozialistischen Reichsbehörden und Parteidienststellen die systematische Ermordung sĂ€mtlicher Juden in Europa verhandelten. Vom RMfdbO waren gleich zwei Mitarbeiter aus der obersten Verwaltungshierarchie Teilnehmer: Georg Leibbrandt, seit Juli 1941 Hauptabteilungsleiter der Politischen Abteilung, sowie Alfred Meyer, seit April 1941 „stĂ€ndiger Vertreter“ von Alfred Rosenberg.[104] Im Zusammenhang mit der auf dieser Konferenz besprochenen „verschiedenen Arten der Lösungsmöglichkeiten“ vertrat Alfred Meyer – gemeinsam mit Josef BĂŒhler – den Standpunkt, „gewisse vorbereitende Arbeiten im Zuge der Endlösung gleich in den betreffenden Gebieten selbst durchzufĂŒhren, wobei jedoch eine Beunruhigung der Bevölkerung vermieden werden mĂŒsse“.[105] Das RMfdbO betonte somit auch auf der Wannseekonferenz seinen stets wiederholten Standpunkt der BesĂ€nftigung der politisch zu germanisierenden Bevölkerung. Zudem legte das Ministerium fest, dass sowohl das Generalgouvernement als auch die beiden vom RMfdbO verwalteten Reichskommissariate Ostland und Ukraine unabhĂ€ngig voneinander Vorbereitungen zu treffen haben, womit Meyer die allgemein akzeptierten Ergebnisse des GesprĂ€chs zwischen Alfred Rosenberg und Hans Frank vom 13. Oktober 1941 wiederholte. Longerich merkte an, dass bezĂŒglich der Position von Meyer und BĂŒhler auf der Wannseekonferenz selbst noch keine Entscheidung getroffen wurde.[106]

Heydrichs Definition von „Endlösung“, dass Juden durch eine Kombination von Zwangsarbeit und Massenmorden vernichtet werden sollten, lag zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Interesse des RMfdbO, da es nicht zuletzt am 15. November 1941 in dem Brief an Lohse deutlich gemacht hatte, dass kriegswirtschaftliche Belange bei den Judenermordungen keine Rolle mehr spielen dĂŒrften. Deshalb kam Zwangsarbeit von Juden fĂŒr das RMfdbO auch nicht mehr in Frage. GĂ€nzlich im Gegensatz zur Position vom RMfdbO stand der Vorschlag des RSHA (das immer noch ĂŒber eine Nachkriegslösung nachdachte),[106] weil unter diesen Bedingungen die Germanisierungsbestrebungen des RMfdbO, dessen Hauptaufgabe, nicht durchgefĂŒhrt werden konnten. Aus der rassenideologischen Perspektive Rosenbergs war der Höhepunkt der politisch-religiösen Konfrontation, die Apokalypse, gerade wĂ€hrend des Krieges erreicht, nicht danach.[107] Und entsprechend dieser Rassenideologie wurde vom RMfdbO nicht ein souverĂ€ner Staat zum eigentlichen Feind erklĂ€rt, sondern „der Jude“.[107] Den klassischen Gedanken, dass vor allem Krieg zwischen den Staaten herrsche, sollte im Sinne der Politik des RMfdbO die zu beruhigende Ost-Bevölkerung sowie die deutsche Wehrmacht internalisieren.

Am 29. Januar 1942, neun Tage nach der Wannseekonferenz, fand die erste Nachfolgekonferenz statt. Zu diesem Treffen kamen 16 Teilnehmer in die RĂ€ume des RMfdbO auf der Berliner Rauchstraße 17/18, wobei das RMfdbO mit insgesamt 8 Teilnehmern vertreten war.[108] Neben den Mitarbeitern des RMfdbO waren nachgeordnete Vertreter von Ministerien (RSHA, Justizministerium), der Parteikanzlei sowie des OKW Teilnehmer. Anwesend waren unter anderen Otto BrĂ€utigam, Erhard Wetzel und Gerhard von Mende (RMfdbO), Friedrich Suhr (RSHA), Bernhard Lösener (Justizministerium), Albert Frey (OKW) und Herbert Reischauer (Parteikanzlei). Geleitet wurde die Sitzung von Otto BrĂ€utigam.[109] Ziel dieses Treffens war es, die auf der Wannsee-Konferenz gefassten BeschlĂŒsse inhaltlich zu fĂŒllen und rechtlich zu prĂ€zisieren.[109] Zentrales Thema dieser Konferenz war, wer fortan als „Jude“ zu gelten habe, damit eine genaue Regelung darĂŒber getroffen werden konnte, wer mit in die Ausrottungsaktion mit einzubeziehen sei. Das RMfdbO vertrat den rigidesten Standpunkt aller Teilnehmer, indem es erklĂ€rte, dass der Juden-Begriff keinesfalls „zu eng“ definiert werden mĂŒsse. Die bislang geltenden Regelungen in den besetzten Gebieten wĂŒrden ohnehin nicht ausreichen, so das RMfdbO. Diese mĂŒssten insofern „verschĂ€rft“ werden, dass in Zukunft auch „Mischlinge“ als „Volljuden“ zu gelten haben. Diese VorschlĂ€ge wurden am Ende der Sitzung durchgesetzt. Die Konferenzteilnehmer einigten sich darauf, dass eine einheitliche Regelung fĂŒr sĂ€mtliche besetzte Gebiete zu schaffen sei und als „Jude“ zukĂŒnftig alle Angehörigen der jĂŒdischen Religion zu gelten haben sowie eheliche und uneheliche Kinder aus Verbindungen, in denen ein Teil Jude war (also Kinder aus so genannten Mischehen). Sogar nichtjĂŒdische Ehefrauen von Juden fielen entsprechend dem Beschluss fortan unter den Begriff „Jude“.[109] Die erforderlichen Entscheidungen vor Ort sollten, so der Beschluss, die „politisch-polizeilichen Organe und deren SachverstĂ€ndige in Rassenfragen“ treffen.[109] Diese Konferenz fand statt, als die ersten Deportationen zum KZ Theresienstadt einsetzten;[110] und einen Tag bevor Hitler in seiner Rede im Berliner Sportpalast verkĂŒndete: „Wir sind uns dabei im Klaren darĂŒber, daß der Krieg nur damit enden kann, daß entweder die arischen Völker ausgerottet werden oder daß das Judentum aus Europa verschwindet.“[111] Dieselbe Ansicht, wie Hitler sie Ă€ußerte, trat zu diesem Zeitpunkt im RMfdbO immer deutlicher in Erscheinung.

SpĂ€testens im Februar 1942 zeichnete sich der nunmehr europaweit einheitlich koordinierte Massenmord auch in der politischen Praxis des RMfdbO ab, wie der Schriftverkehr dieses Ministeriums deutlich macht. War wenige Wochen zuvor noch vom Verbot von „wilden Judenexekutionen“ die Rede, so sprach das RMfdbO zu diesem Zeitpunkt bereits von einem Verbot von „wilden Judenabschiebungen“ im großen Stile. Am 11. Februar 1942 teilte das RMfdbO UnterstaatssekretĂ€r Martin Luther, der als Vertreter des AuswĂ€rtigen Amtes bereits an der Wannsee-Konferenz teilgenommen hatte, mit, dass Marschall Ion Antonescu – der sich an diesem Tag in der Wolfsschanze aufgehalten hatte – 10.000 Juden bei Wosnoschensk ĂŒber den Fluss geschickt habe und dass weitere 60 000 unterwegs seien. Und auch diesmal konnte sich das RMfdbO durchsetzen: Luther ersuchte Joachim von Ribbentrop durch Ernst von WeizsĂ€cker, diese öffentlichen „wilden Judenabschiebungen“ zu unterbinden, da das RMfdbO wegen der Gefahr von Typhus EinwĂ€nde erhoben habe. Typhus könne auftreten, wenn die (vom RMfdbO allgemein als zukĂŒnftige Germanen definierten und vorgesehenen) RumĂ€nen die Kleidung toter Juden verkaufen wĂŒrden.[112] Da sich Ion Antonescu zunĂ€chst nicht an diese Weisung hielt, folgte am 13. MĂ€rz 1942 eine Besprechung zwischen Erhard Wetzel aus dem RMfdbO und Franz Rademacher vom AuswĂ€rtigen Amt, in deren Folge Adolf Eichmann am 14. MĂ€rz 1942 die Warnung aussprach, dass bei Nichtunterlassen Sicherheitsmaßnahmen getroffen wĂŒrden. Am 12. Mai 1942 wurden diese Aktion endgĂŒltig eingestellt.[112]

Skizze der weiteren Beteiligung bis 1945

Ostminister Rosenberg (Mitte) wÀhrend eines Besuchs im besetzten Kiew im Juni 1942. Ganz rechts im Bild sein Stellvertreter Alfred Meyer, zwischen den beiden halb verdeckt Erich Koch, Reichskommissar der Ukraine.

1942

  • In der Nachfolgezeit hatte das RMfdbO auch an den Nachfolgekonferenzen zur „Endlösung“ teilgenommen, die unter der Leitung von Adolf Eichmann durchgefĂŒhrt wurden. Vertreter des RMfdbO war bei diesen Sitzungen Georg Leibbrandt.[113]
  • Am 14. Februar 1942 und 23. Juli 1942 traf sich Otto BrĂ€utigam mit Gerhard Rose, Initiator von verbrecherischen medizinischen Experimenten an KZ-HĂ€ftlingen.[114] Bereits am 27. MĂ€rz 1942 schrieb Joseph Goebbels in sein Tagebuch, es werde „ein barbarisches und nicht nĂ€her zu beschreibendes Verfahren angewandt, und von den Juden selbst bleibt nicht mehr viel ĂŒbrig. Man könne wohl feststellen, dass 60 % davon liquidiert werden mĂŒssen, wĂ€hrend nur noch 40 % in die Arbeit eingesetzt werden können. [
] An den Juden wird ein Strafgericht vollzogen, das zwar barbarisch ist, das sie aber vollauf verdient haben.“[115]
  • Am 27. April 1942 setzte sich Erhard Wetzel vom RMfdbO in Reaktion auf eine von Wolfgang Abel veröffentlichte Schrift ĂŒber die „russische Rasse“ fĂŒr eine „selektive Geburtenkontrolle“ von Bevölkerungsteilen in den besetzten Ostgebieten ein.[116]
  • Am 16. Juli 1942 schlug Alfred Meyer vom RMfdbO in einem Schreiben vor, dass Hitler allgemeingĂŒltig bestimmen solle, dass „jĂŒdische Mischlinge“ mit in die Ausrottungsaktion einzubeziehen seien, damit es in Zukunft von keinen sonstigen NS-Dienststellen diesbezĂŒgliche Unsicherheiten mehr geben könne.[117] Noch 1946 hatte Rosenberg gegenĂŒber Meyer, der auch Teilnehmer an der Wannsee-Konferenz war, fadenscheinig seine besondere WertschĂ€tzung zum Ausdruck gebracht: „Das war ein Nationalsozialist!“[118]
  • Am 23. Juli 1942 erhĂ€lt das RMfdbO von Hitler einen Brief, in dem die bereits Monate zuvor vom RMfdbO verfolgte Politik der Entbehrlichung gegenĂŒber der slawischen Bevölkerung nun deutlich festgelegt wurde: „Die Slawen sollen fĂŒr uns arbeiten. Soweit wie sie nicht brauchen, mögen sie sterben.“[119]
  • Am 31. Juli 1942 schrieb Wilhelm Kube an Hinrich Lohse, dem vom RMfdbO eingesetzten Reichskommissar im Ostland, ausfĂŒhrlich und detailliert, dass er in Weißrussland nach „eingehenden Besprechungen“ mit der SS „in den letzten 10 Wochen rund 55 000 Juden liquidiert“ habe.[120] Zum Kriegsende wurde dieser Brief im RMfdbO gefunden.[120]
  • Am 21. August 1942 konstatierte Hitler im FHQ, dass „Menschenverachtung“ ganz allgemein ein Charaktermerkmal von Alfred Rosenberg sei.[121] Und am 8. Juni 1943 bezeichnete Hitler Rosenberg gleichsam als einen „der schĂ€rfsten Denker in Weltanschauungsfragen“.[122]
  • Am 23. Oktober 1942 schrieb Georg Leibbrandt an Wilhelm Kube einen Brief, aus dem hervorgeht, dass er „beschleunigt“ einen „Bericht ĂŒber den Stand der Judenfrage im Generalbezirk Weißruthenien“ (Weißrussland) erwarte, da er „eine Regelung der Judenfrage so rasch wie möglich herbeizufĂŒhren beabsichtige“.[123] Am 23. November 1942 erhielt Leibbrandt die schriftliche Antwort, dass es im Bereich des Zivil-Kommissariats nur noch 30.000 Juden gebe und dass geplant sei, diese Zahl auf die HĂ€lfte zu vermindern.[123]
  • Am 21. Dezember 1942 erhoben sich bei Rosenberg die ersten BefĂŒrchtungen bezĂŒglich der zu verantwortenden Gewalttaten des RMfdbO, indem er Fritz Sauckel mitteilte, dass „zur ErfĂŒllung der befohlenen Kontingente Handhabungen ausgeschlossen werden, deren Duldung und Folgen eines Tages mir und meinen Mitarbeitern zur Last gelegt werden.“[124]

1943

  • Am 19. April 1943 begann der Aufstand im Warschauer Ghetto. Am selben Tag berechnete der SS-Statistiker Richard Korherr: „Insgesamt dĂŒrfte das europĂ€ische Judentum seit 1933, also im ersten Jahrzehnt der nationalsozialistischen Machtentfaltung, bald die HĂ€lfte seines Bestandes verloren haben. Davon ist wieder etwa nur die HĂ€lfte, also ein Viertel des europĂ€ischen Gesamtbestandes von 1937, den anderen Erdteilen zugeflossen.“[125] Dieses Schreiben wurde spĂ€ter im Institut zur Erforschung der Judenfrage gefunden.[125]
  • Am 15. Mai 1943 schrieb Eberhard von Thadden, „Judenreferent“ des AuswĂ€rtigen Amtes, an seinen Vorgesetzten Franz Rademacher, dass Gauleiter Wilhelm Kube „den Italienern eine Gaskammer gezeigt“ habe, „in der angeblich die Tötung der Juden durchgefĂŒhrt wĂŒrde. Die [italienischen] Faschisten sollen auf das Tiefste erschĂŒttert gewesen sein. Herr Rademacher hat diesen Vorfall durch 
, Adjutant von Reichsleiter Rosenberg, erfahren 
“[126]
  • Am 1. Juni 1943 berichtete der Generalkommissar aus Minsk (Weißrussland), Wilhelm Kube, dem Reichskommissar fĂŒr das Ostland, Hinrich Lohse, dass der Strafanstaltsverwalter aus Minsk berichtet hatte, dass „516 deutsche und russische Juden getötet wurden und deshalb wertvolles Gold verloren ging, weil man es unterlassen hatte, die GoldfĂŒllungen aus den ZĂ€hnen der Opfer rechtzeitig auszubrechen“. Am 18. Juni 1943 gab Reichskommissar Hinrich Lohse den Bericht an das RMfdbO weiter.[127]
  • Am 13. Juli 1943 erklĂ€rte Rosenberg auf einer Besprechung im RMfdbO, an der auch sein Stellvertreter Alfred Meyer teilnahm, gegenĂŒber Generalkommissar Wilhelm Kube und Gottlob Berger, Chef des SS-Hauptamtes und Verbindungsmann Himmlers zum RMfdbO, dass 22 000 Juden aus Minsk „umgesiedelt“ werden mĂŒssten. FĂŒnf Wochen spĂ€ter wurde dieser Vorschlag von Himmler durchgefĂŒhrt.[128] Bereits seit dem 13. Juni 1942 wurden die Begriffe „Umsiedlung“ bzw. „Aussiedlung“ als Tarnbegriffe fĂŒr den Genozid verwendet.[129]

1944

  • Am 14. Juni 1944 erteilte das RMfdbO die Anweisung, die so genannte Heu-Aktion durchzufĂŒhren. Da sich das RMfdbO stets gegen einen kriegswirtschaftlichen Einsatz von Juden ausgesprochen hatte und sich die Kriegslage immer weiter verschlechterte, wurden im Rahmen dieser Aktion nunmehr 40.000 bis 50.000 Jugendliche aus Weißrussland im Alter von zehn bis vierzehn Jahren erfasst, die zum großen Teil verschleppt und zur Zwangsarbeit in der deutschen RĂŒstungsindustrie gezwungen wurden.[130]
  • Am 21. Juni 1944 hielten Rosenberg und Himmler Reden auf der NS-Ordensburg in Sonthofen. Himmler erklĂ€rte dabei vor Offizieren des Chefs HeeresrĂŒstungsamts und Befehlshabern des Ersatzheeres und Allgemeinen Heeresamtes: „Es war die furchtbarste Aufgabe und der furchtbarste Auftrag, den eine Organisation bekommen konnte: der Auftrag, die Judenfrage zu lösen. Ich darf dies auch in diesem Kreis wieder in aller Offenheit mit ein paar SĂ€tzen sagen. Es ist gut, dass wir die HĂ€rte hatten, die Juden in unserem Bereich auszurotten.“[131]
  • Am 28. Juni 1944 versuchte das RMfdbO, weitere Staaten fĂŒr sich gegen einen internationalen Kampf gegen Juden zu gewinnen, indem es fĂŒr einen geplanten „antijĂŒdischen Kongress“ in Krakau Einladungen z.B. an den EnglĂ€nder John Amery und den Großmufti von Jerusalem verschickte. Das Projekt wurde einen Monat spĂ€ter endgĂŒltig aufgegeben.[132]
  • Noch am 31. Oktober 1944 versuchte das RMfdbO, eine „Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der bolschewistischen Weltgefahr“ ins Leben zu rufen, um erneut „den Juden“ auf internationaler Ebene den Kampf anzusagen. Diese AG fĂŒhrte vom 31. Oktober bis zum 2. November in Prag eine erste (und zugleich letzte) Einsatzbesprechung durch.[133]

Rezeption

Geschichtsforschung

Die Ideologie, der Institutionalisierungsprozess, der Aufbau und die Strukturen des RMfdbO wurden nach 1945 in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland ĂŒber viele Jahrzehnte nicht zu einem eigenen, systematischen Forschungsgegenstand gemacht. Bei Reinhard Bollmus, der 1970 eine Schrift mit dem Titel Das Amt Rosenberg vorlegte, wurde das RMfdbO, nur am Rande thematisiert.[134] Eine Kehrtwende vollzog sich erst im Jahre 2006 mit der Dissertation „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
“ von Andreas Zellhuber.[89] In diesem Buch wurde auch erstmals deutlich auf die besondere Rolle des RMfdbO im Hinblick auf dessen Beteiligung bei der Judenvernichtung hingewiesen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dĂŒrfte die weitaus grĂ¶ĂŸte Zahl des einstmals mehrere Tausend Menschen umfassenden Mitarbeiterstabs des RMfdbO indessen bereits verstorben sein.

Ehemalige Mitarbeiter

Im Jahre 1958 Ă€ußerte sich Constantin Graf Stamati, der im „Sonderreferat fĂŒr Wissenschaft und Kultur“ des RMfdbO gearbeitet hatte, ĂŒber den allgemeinen Mangel an HumanitĂ€t in diesem Referat. Er konstatierte: „Das auf dem kulturpolitischen Sektor von einer Gruppe von Angestellten des Ostministeriums mit UnterstĂŒtzung vieler anderer, human und fair empfindender Menschen Getane konnte leider nur wenig sein. Es gelang – um es mit wohl etwas zu viel Pathos auszudrĂŒcken –, einige Inseln der HumanitĂ€t und Rechtlichkeit in einem Meer von Blut und TrĂ€nen zu schaffen – nicht mehr.“[135]

Literatur

HintergrĂŒnde

Dokumente

  • Bundesarchiv: BestandsĂŒbersicht zum Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete 1941–1945. Online verfĂŒgbar: Archiv
  • Georg Leibbrandt: Probleme des Ostraumes. Berlin 1942, DNB (Dokument der Ideologie des RMfdbO.)
  • Hartmut Hagner: Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete. Bestand R 6 / bearb. von Hartmut Hagner, Bundesarchiv, Koblenz 1987, ISBN 3-89192-008-3. (Dokumentation.)
  • Szeslaw Madajczyk (Hrsg.): Vom Generalplan Ost zum Generalsiedlungsplan, MĂŒnchen / New Providence / London / Paris 1994, ISBN 3-598-23224-1. (Dokumentation.)

AufsÀtze

  • Constantin Graf Stamati: „Zur Kulturpolitik des Ostministeriums“, in: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte, Miszelle (1958), Heft 1, S. 78–85. Online verfĂŒgbar im Heftarchiv VfZ (Stamati war ein Mitarbeiter des RMfdbO. Gegenstand des kurzen Aufsatzes ist vor allem die TĂ€tigkeit des „Sonderreferats fĂŒr Wissenschaft und Kultur“.)

Monografien

  • Dieter Rebentisch: FĂŒhrerstaat und Verwaltung im Zweiten Weltkrieg. Verfassungsentwicklung und Verwaltungspolitik 1939–1945, Stuttgart 1989, ISBN 3-515-05141-4. (Das RMfdbO wird in diesem Buch in einem eigenen, lĂ€ngeren Kapitel thematisiert.)
  • Christine Blum-Minkel: Alfred Rosenberg als Reichsminister fĂŒr die besetzten Ostgebiete. UniversitĂ€t Hamburg, 1995. (Magisterarbeit, Zentralbibliothek Philosophie, Geschichte und Klassische Philologie der Staats- und UniversitĂ€tsbibliothek Hamburg.)
  • Andreas Zellhuber: “Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
" Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945. Vögel, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-89650-213-1. Rezension
  • Heinz-JĂŒrgen Priamus: Meyer. Zwischen Kaisertreue und NS-TĂ€terschaft. Biographische Konturen eines deutschen BĂŒrgers. Klartext Verlag, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0592-4.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 92, ISBN 3-492-04295-3.
  2. ↑ Zitiert in: Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 92.
  3. ↑ Wilhelm Kamlah: Utopie, Eschatologie, Geschichtstheologie. Kritische Untersuchungen zum Ursprung und zum futuristischen Denken der Neuzeit, Mannheim 1969. DNB
  4. ↑ Klaus Schickert: Weltkampf. Die Judenfrage in Geschichte und Gegenwart, 1/2, April–September 1941, S. 42; Reinhard Bollmus, Das Amt Rosenberg und seine Gegner. Studien zum Machtkampf im nationalsozialistischen Herrschaftssystem, MĂŒnchen 1970, S. 120. (Angegebene Quelle: Rede zur Eröffnung des Instituts zur Erforschung der Judenfrage, 26. MĂ€rz 1941, in: Weltkampf, Jg. 1941 Heft 1/2, S. 64–72.)
  5. ↑ Zitiert in: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. V, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 57 f.; davon leicht abweichend, aber sinngemĂ€ĂŸ zutreffend, die Formulierung: Rosenberg habe festgestellt, dass „fĂŒr Deutschland 
 die Judenfrage erst dann gelöst (sei), wenn der letzte Jude den großdeutschen Raum verlassen“ habe. Zitiert in: Robert M. W. Kempner: Eichmann und Komplizen, ZĂŒrich 1961, S. 96 f.
  6. ↑ W. Benz / H. Graml / H. Weiß (Hrsg.): EnzyklopĂ€die des Nationalsozialismus, 3. Aufl., MĂŒnchen 1998, S. 446, ISBN 3-608-91805-1. (Angegebene Quellen: Hinweis Eichmanns am 12. MĂ€rz 1941 auf bevorstehende „Endlösung“; spĂ€ter dann: Befehl RSHA vom 29. Mai 1941.)
  7. ↑ Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, MĂŒnchen 2005, S. 512 f., ISBN 3-89667-148-0. (Quelle: Entwurf fĂŒr einen Erlass mit Datum im April 1941, BArch NS 43/51, Bl. 144 f.)
  8. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 525.
  9. ↑ Zitiert in: Robert M.W. Kempner: SS im Kreuzverhör. Die Elite, die Europa in Scherben brach, Nördlingen 1987, S. 226.
  10. ↑ Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, MĂŒnchen 2005, S. 509. (Quelle: Robert M.W. Kempner (Hrsg.): Rosenberg, jetzt ist ihre große Stunde gekommen. Aufzeichnungen ĂŒber EroberungsplĂ€ne Hitlers. In: Frankfurter Rundschau vom 22. Juni 1971.)
  11. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 90, ISBN 3-7678-0807-2.
  12. ↑ Zitiert in: Robert M.W. Kempner: SS im Kreuzverhör. Die Elite, die Europa in Scherben brach, Nördlingen 1987, S. 226. In seinen Letzten Aufzeichnungen schrieb Rosenberg hingegen, dass er lediglich fĂŒr den „Eventualfall eines Krieges“ gegen die Sowjetunion Vorbereitungen traf. Die Entwicklungen und Äußerungen zeigen jedoch, dass der Angriffskrieg selbst bereits geplant gewesen ist, vgl. Alfred Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 174, 340; vgl. auch IMG 1984, Bd. XI, S. 618 ff. und Bd. XXII: S. 614 f.
  13. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 525; Seppo Kuuisto: Alfred Rosenberg in der nationalsozialistischen Außenpolitik 1933–1939, Helsinki 1984, S. 117.
  14. ↑ Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
“ Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945, MĂŒnchen 2006, S. 70. (Quelle: BA, R6/4, Bl. 3. Abgedruckt in FĂŒhrer-ErlĂ€sse. Dok. 81, S. 168 f.)
  15. ↑ a b Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, MĂŒnchen 2005, S. 289 und 516.
  16. ↑ a b c d Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
“ Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945, MĂŒnchen 2006, S. 77. (Quellen: BA R6/16, Bl. 39, 52-58 und BA-MA, RW 4/v. 759.)
  17. ↑ a b Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
“ Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945, MĂŒnchen 2006, S. 76 f. (Quelle: Schreiben Lammers an Ribbentrop, 5. Mai 1941, BA R 6/21, Bl. 31 f.))
  18. ↑ Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, MĂŒnchen 2005, S. 516. (Quelle: Protokoll der SchlĂŒsselĂŒbergabe vom 6. Mai 1941; BArch R 6/12, Bl. 2.)
  19. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XXVI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 559 f.
  20. ↑ Heinz-JĂŒrgen Priamus: Meyer. Zwischen Kaisertreue und NS-TĂ€terschaft. Biographische Konturen eines deutschen BĂŒrgers. Klartext Verlag, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0592-4, Kapitel 4. (Zur Stellung Meyers als „stĂ€ndigen Vertreter“ Rosenbergs vgl. auch die Aussage von Otto BrĂ€utigam. In: Vernehmung Dr. Otto BrĂ€utigams am 14. Januar 1948 
, in: Staatsarchiv NĂŒrnberg, Staatsanwaltschaft NĂŒrnberg-FĂŒrth, Prov. Nr. 2638/VI, Bl. 142 ff.)
  21. ↑ Manfred Weißbecker: Alfred Rosenberg. Â»Die antisemitische Bewegung war nur eine Schutzmaßnahme «, in: Kurt PĂ€tzold / Manfred Weißbecker (Hrsg.): Stufen zum Galgen. Lebenswege vor den NĂŒrnberger Urteilen, Leipzig 1999, S. 171, ISBN 3-86189-163-8.
  22. ↑ Zitiert in: Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
“ Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945, MĂŒnchen 2006, S. 81. (Quelle: Ernst Piper: Rosenberg und das RMfdbO. Vortragsmanuskript, Atlanta, 8. Oktober 1999, S. 3.)
  23. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem IMG NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. X, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 70.
  24. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 63 f.
  25. ↑ Zitiert in: Joe Heydecker / Johannes Leeb: Der NĂŒrnberger Prozess, ĂŒberarb. Neuausgabe, Köln 2003, S. 401; Internationaler Gerichtshof NĂŒrnberg: Der NĂŒrnberger Prozess. Bd. 26. Neudruck MĂŒnchen 1989, S. 567-573. (Quelle: Dokument IMG, PS-1028.)
  26. ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 114.
  27. ↑ a b Zu den religiösen Implikationen von Rosenbergs Rassenideologie vgl. Claus-Ekkehard BĂ€rsch, Die politische Religion des Nationalsozialismus, 2., vollst. ĂŒberarb. Aufl., MĂŒnchen 2002, ISBN 3-7705-3172-8.
  28. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XXVI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 597. (Dokument 1030-PS.)
  29. ↑ Werner Jochmann (Hrsg.): Adolf Hitler. Monologe im FĂŒhrerhauptquartier 1941–1944, aufgezeichnet von Heinrich Heim, MĂŒnchen 2000, S. 417; vgl. auch IMG 1984, Bd. XXII: S. 477; D-75, US-348.
  30. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XXVIII, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 121.
  31. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. V, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 70; vgl. auch Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 41, ISBN 3-89192-113-6. (Quelle IMT, Bd. XXVI, Dokument 1028-PS, S. 567–573, hier mit Datum vom 7. Mai 1941.)
  32. ↑ a b Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 526 ff, 590 ff.; vgl. auch Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 93; Serge Lang / Ernst von Schenck 1947: S. 304. Zu Rosenbergs rassenideologischen Rechtfertigung des Angriffskrieges siehe auch Weißbecker 1999: S. 175; Quellen: BAK, BS 8/64, Bl. 110 und BAK, NS 8/64, Bl. 99 und 103.
  33. ↑ Zitiert in: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem IMG NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XVIII, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 86.; Alfred Rosenberg 1955, LA: S. 202.
  34. ↑ Alfred Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 174.
  35. ↑ a b c Zitiert in: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem IMG NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. V, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 71.
  36. ↑ Siehe zum Beispiel Bemerkung von Otto BrĂ€utigam vom 11. Juli 1941: „Von einer Begeisterung ĂŒber die Befreiung vom Bolschewismus war im Stadtbild wenig zu verspĂŒren“, zitiert in: H.D Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto BrĂ€utigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und SchreibtischtĂ€ter. Materialien zur deutschen TĂ€ter-Biographie, Institut fĂŒr Sozialforschung in Hamburg: BeitrĂ€ge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 4, Berlin 1987, S. 171, ISBN 3-88022-953-8.
  37. ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 96.
  38. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 227.
  39. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 621.
  40. ↑ Zitiert in: Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 97.
  41. ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 97. (Angegebene Quellen: Die Judenfrage im Friedensvertrag, 3. Juli 1941, Inland IIg 177, gedr. In „Akten zur Deutschen AuswĂ€rtigen Politik“ ADAP, Serie D, Bd. 10, Nr. 101, 92 ff.; siehe auch Aufzeichnungen Rademachers vom 2. Juli 1941: Â»Plan zur Lösung der Judenfrage«)
  42. ↑ H.D Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto BrĂ€utigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und SchreibtischtĂ€ter. Materialien zur deutschen TĂ€ter-Biographie, Institut fĂŒr Sozialforschung in Hamburg: BeitrĂ€ge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 4, Berlin 1987, S. 136 f.
  43. ↑ Zur offiziellen Amtseinsetzung von Rosenberg am 16. Juli 1941 sowie zur Teilnahme von Karl Brandt und Otto BrĂ€utigam vgl. H.D Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto BrĂ€utigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und SchreibtischtĂ€ter. Materialien zur deutschen TĂ€ter-Biographie, Institut fĂŒr Sozialforschung in Hamburg: BeitrĂ€ge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 4, Berlin 1987, S. 136 ff. und S. 172. Zur Teilnahme des Vertreters von Himmler vgl. Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 109 f.
  44. ↑ a b c Werner Maser, NĂŒrnberg. Tribunal der Sieger, DĂŒsseldorf 1988, S. 446 f.; vgl. IMG 1984, Bd. XI, S. 529 ff. und S. 626 ff.; Bd. XXII: S. 615, Dokument L-221
  45. ↑ Telford Taylor: Die NĂŒrnberger Prozesse, 2. Aufl., MĂŒnchen 1994, S. 427; Manfred Weißbecker: Alfred Rosenberg. Â»Die antisemitische Bewegung war nur eine Schutzmaßnahme «. In: Kurt PĂ€tzold / Manfred Weißbecker (Hrsg.): Stufen zum Galgen. Lebenswege vor den NĂŒrnberger Urteilen, Leipzig 1999, S. 172 f.; IMG 1984: Bd. V, S. 71.
  46. ↑ Alfred Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 314 f.
  47. ↑ a b Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984, S. S. 531 ff., S. 632; ebenso wurde der inoffizielle Titel „Reichsleiter der besetzten Ostgebiete“ verwendet, wie zum Beispiel in der Essener National-Zeitung vom 18. November 1941.
  48. ↑ Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
“ Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945, MĂŒnchen 2006, S. 81.
  49. ↑ Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
“ Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945, MĂŒnchen 2006, S. 7. (Quelle: Erlass des FĂŒhrers ĂŒber die Verwaltung der neu besetzten Ostgebiete, 17. Juli 1941, IMT, Bd. 29, 1997-PS.)
  50. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. V, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984, S. 73 f.
  51. ↑ Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
“ Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945, MĂŒnchen 2006, S. 87; vgl. auch Alfred Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 212 ff.
  52. ↑ a b Alfred Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 156 und 167. DNB (Bitte beachten, dass diese Schrift von seinem ehemaligen Mitarbeiter Heinrich HĂ€rtle publiziert wurde. Dieser hatte partiell Passagen gestrichen, wie z.B. ein Vergleich mit diesem Buch zeigt: Serge Lang / Ernst von Schenck: Portrait eines Menschheitsverbrechers nach den hinterlassenen Memoiren des ehemaligen Reichsministers Alfred Rosenberg, St. Gallen 1947, DNB)
  53. ↑ a b c Martin Moll: „FĂŒhrer-Erlasse“ 1939-1945. Edition sĂ€mtlicher ĂŒberlieferter, nicht im Reichsgesetzblatt abgedruckter, von Hitler wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges schriftlich erteilter Direktiven aus den Bereichen Staat, Partei, Wirtschaft, Besatzungspolitik und MilitĂ€rverwaltung. Stuttgart 1997, S. 186 f., ISBN 3-515-06873-2. Google-Books
  54. ↑ Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 81.
  55. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XXIX, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984, S. 235 ff.; Manfred Weißbecker: Alfred Rosenberg. Â»Die antisemitische Bewegung war nur eine Schutzmaßnahme «. In: Kurt PĂ€tzold / Manfred Weißbecker (Hrsg.): Stufen zum Galgen. Lebenswege vor den NĂŒrnberger Urteilen, Leipzig 1999, S. 173 f.
  56. ↑ a b c Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 99 f., 109 f.
  57. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984, S. 632.
  58. ↑ a b Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. V, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984, S. 73 sowie Bd. XI: S. 625; Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 227.
  59. ↑ Reinhard Bollmus: Das Amt Rosenberg und seine Gegner, Stuttgart 1970, S. 273; Alfred Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 248.
  60. ↑ Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. XXVII. (Die Auswertung der Koeppen-Berichte beginnt bei Vogt ab dem 6. September 1941. Nach Bollmus war Koeppen bereits seit Juli 1941 im FHQ. Möglicherweise existieren noch weitere Berichte.)
  61. ↑ Siehe Tagebucheintrag von Rosenberg vom 11. April 1941, zitiert in: Robert M.W. Kempner: SS im Kreuzverhör. Die Elite, die Europa in Scherben brach, Nördlingen 1987, S. 226. GesprĂ€ch Rosenberg und Hitler am 16. Juli 1941: Werner Maser: NĂŒrnberg. Tribunal der Sieger, DĂŒsseldorf 1988, S. 446 f.; vgl. IMG 1984: Bd. XI, S. 529 ff. und S. 626 ff.; IMG 1984: Bd. XXII: S. 615, Dokument L-221.
  62. ↑ Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 18.
  63. ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 113.
  64. ↑ Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 41.
  65. ↑ Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 122. (Angegebene Quelle: BArch, R 43 II/691 a, Bl. 54 f.)
  66. ↑ a b c Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 43 f.
  67. ↑ Zu den religiösen Implikationen von Hitlers und Rosenbergs Ideologien vgl. Claus-Ekkehard BĂ€rsch: Die politische Religion des Nationalsozialismus, 2., vollst. ĂŒberarb. Aufl., MĂŒnchen 2002.
  68. ↑ Werner Jochmann (Hrsg.): Adolf Hitler. Monologe im FĂŒhrerhauptquartier 1941–1944, aufgezeichnet von Heinrich Heim, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-572-01156-6; Michael Ley / Julius H. Schoeps: Der Nationalsozialismus als politische Religion, Bodenheim bei Mainz 1997, ISBN 3-8257-0032-1.
  69. ↑ Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 108. (Das Protokoll dieser „Chefbesprechung“ ist abgedruckt in: MĂŒller, Hitlers Ostkrieg, Dok. 16, S. 161–167.)
  70. ↑ a b H.D Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto BrĂ€utigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und SchreibtischtĂ€ter. Materialien zur deutschen TĂ€ter-Biographie, Institut fĂŒr Sozialforschung in Hamburg: BeitrĂ€ge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 4, Berlin 1987, S. 145 f.; zu den Kriegsmeldungen Vogt 2002: S. 45.
  71. ↑ Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 59; Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 599. (Zu Rosenbergs „Richtlinien“ vom 29. September 1941 vgl. ADAP D XIII, 2, Dok. Nr. 372; Quelle BArch, R 43 II/691, f. 22-24.)
  72. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 96 f.
  73. ↑ Rosenberg bezeichnete und idealisierte noch 1946 seine subjektiven Imaginationen als eine „Kunst des Auges“, vgl. A. Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 53; vgl. auch A. Rosenberg: Die Welt des Auges. Rede vom 5. September 1934 wĂ€hrend einer Kulturtagung im Rahmen der Reichsparteitage. In: ders.: Gestaltung der Idee. Blut und Ehre II. Band, hrsg. von Thilo von Trotha, MĂŒnchen 1943, S. 140–147.
  74. ↑ Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 81.
  75. ↑ a b Szeslaw Madajczyk (Hrsg.): Vom Generalplan Ost zum Generalsiedlungsplan, MĂŒnchen / New Providence / London / Paris 1994, S. 40 f.
  76. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 144.
  77. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 41 f.
  78. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 230.
  79. ↑ Christopher Browning: The Final Solution and the German Foreign Office, London 1978, S. 70.
  80. ↑ a b Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 96, 113; Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 599; Götz Aly 1989: Aktion T4, S. 145.
  81. ↑ Zitiert in: Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 35. (Angegebene Quelle: BArch, R 6/109 f. 11-13.); vgl. dazu auch den Tagebucheintrag von Otto BrĂ€utigam vom 14. September, H.D Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto BrĂ€utigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und SchreibtischtĂ€ter. Materialien zur deutschen TĂ€ter-Biographie, Institut fĂŒr Sozialforschung in Hamburg: BeitrĂ€ge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 4, Berlin 1987, S. 144.
  82. ↑ a b Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 19, 25.
  83. ↑ a b Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 115, 117 und 128. (Quelle: Das Diensttagebuch des deutschen Generalgouverneurs in Polen 1939–1945, Hg. von Ernst PrĂ€g und Wolfgang Jacobmeyer, Stuttgart 1975, Eintrag vom 14. Oktober 1941.); Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 599.
  84. ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 129. (Angegebene Quellen: Institut fĂŒr Zeitgeschichte IfZ, MA 120; gekĂŒrzt in: Diensttagebuch 1975: S. 436.)
  85. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 144 f., vgl. auch S. 226 f.; Helmut Heiber: „Der Generalplan Ost“, in: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte, Dokumentation 6 (1958), S. 305. (Angegebene Quellen: Nbg. Dok. NO-365, NO-996/97.) Ein vollstĂ€ndiger Abdruck des Dokuments findet sich auch in: Anatomie des SS-Staates: Gutachten des Instituts fĂŒr Zeitgeschichte, Bd. 2, dtv, MĂŒnchen 1967, S. 337. DNB
  86. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XVIII, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 108.
  87. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 609.
  88. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 609; Serge Lang / Ernst von Schenck: Portrait eines Menschheitsverbrechers nach den hinterlassenen Memoiren des ehemaligen Reichsministers Alfred Rosenberg, St. Gallen 1947, S. 131. (Auf dem Brief steht zudem eine handschriftliche Notiz: „SelbstverstĂ€ndlich ist die Reinigung des Ostlandes von Juden eine vordringliche Aufgabe. Ihre Lösung muss aber mit den Notwendigkeiten der Kriegswirtschaft in Einklang gebracht werden.“)
  89. ↑ a b Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu 
“ Das Reichsministerium fĂŒr die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945, MĂŒnchen 2006.
  90. ↑ Zitiert in: Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 75. (Quelle: PA, Pol. Abt. XIII, Allg. Akten 9.-11.41 = Bd. 14.)
  91. ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 117; Gerald Reitlinger: Die Endlösung, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 599.
  92. ↑ Martin Vogt: Herbst 1941 im „FĂŒhrerhauptquartier“. Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, Koblenz 2002, S. 14 (Quelle: Goebbels TagebĂŒcher II, 2, S. 314.)
  93. ↑ Zitiert in: Manfred Weißbecker: Alfred Rosenberg. Â»Die antisemitische Bewegung war nur eine Schutzmaßnahme «, in: Kurt PĂ€tzold & Manfred Weißbecker Hgg.: Stufen zum Galgen. Lebenswege vor den NĂŒrnberger Urteilen. Leipzig 1999, S. 175. (Quelle: BAK, NS 18/38, Bl. 3.)
  94. ↑ Dieter Rebentisch: FĂŒhrerstaat und Verwaltung im Zweiten Weltkrieg. Verwaltungspolitik 1939–1945, Stuttgart 1989, S. 309 ff.; Nationalzeitung (Essen) sowie Völkischer Beobachter vom 18. November 1941.
  95. ↑ Zitiert in: Robert M. W. Kempner: Eichmann und Komplizen, ZĂŒrich 1961, S. 86; Quelle des Konzepts der Rede: Politisches Archiv des AuswĂ€rtigen Amtes in Bonn PAA, Pol XIII, 25, VAA-Berichte, Konzept; abgedruckt in: JĂŒrgen Hagemann: Die Presselenkung im Dritten Reich, Bonn 1970, S. 146; dann zitiert bei Kempner 1987: S. 228; vgl. auch: Hans-Heinrich Wilhelm: Rassenpolitik und KriegsfĂŒhrung, Passau 1991, S. 131 f.; Weißbecker nennt fĂŒr diese Aussage Rosenbergs unter Berufung auf „Hans-Heinrich Wilhelm 1991: S. 131 f.“ fĂ€lschlich das Datum „11. November 1941“, vgl. Weißbecker 1999: S. 176; vgl. dann wieder richtig Longerich 2001: S. 134, 214; Hans Mommsen: Auschwitz. 17. Juli 1992, 2. Aufl., MĂŒnchen 2002, S. 160; Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, MĂŒnchen 2005, S. 546 mit Anm. 201. (Quelle: Bundesarchiv NS 8/71, Blatt 18.) (Laut Kempner soll sich der genaue Wortlaut auch in Rosenbergs Tagebuchaufzeichnungen befinden. Rosenbergs Tagebuchaufzeichnungen, offensichtlich auch welche von 1941, lagen in NĂŒrnberg spĂ€ter dem Gericht vor, sind jedoch von Hans-GĂŒnther Seraphim, Bruder des Mitarbeiters von Rosenberg, Peter Heinz Seraphim, nur bis 1940 veröffentlicht worden.)
  96. ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 120.
  97. ↑ H.D Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto BrĂ€utigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und SchreibtischtĂ€ter. Materialien zur deutschen TĂ€ter-Biographie, Institut fĂŒr Sozialforschung in Hamburg: BeitrĂ€ge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 4, Berlin 1987, S. 150, 179.
  98. ↑ Werner Jochmann (Hrsg.): Adolf Hitler. Monologe im FĂŒhrerhauptquartier 1941–1944, aufgezeichnet von Heinrich Heim, MĂŒnchen 2000, S. 31.
  99. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 606, Dokument PS-1517; Bollmus 1970: S. 120; Werner Jochmann 2000: S. 152; Ernst Piper 2005: S. 546. (Quelle: Bundesarchiv NS 8/71, Blatt 18.)
  100. ↑ Alfred Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 315.
  101. ↑ a b Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 139 f.
  102. ↑ Werner Maser: NĂŒrnberg. Tribunal der Sieger, DĂŒsseldorf 1988, S. 446 f.; IMG 1984, Bd. XI: S. 529 ff. und S. 626 ff.; Bd. XXII: S. 110, 615, Dokument L-221; vgl. auch Rosenberg 1955, LA: S. 315.
  103. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem IMG NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 611; Serge Lang / Ernst von Schenck 1947: S. 131.
  104. ↑ Joe J. Heydecker / Johannes Leeb: Der NĂŒrnberger Prozess. Mit einem Vorwort von Eugen Kogon und Robert M.W. Kempner, ĂŒberarb. Neuausgabe, Köln 2003, ISBN 3-462-03240-2; Kurt PĂ€tzold / Erika Schwarz (Hrsg.): Stufen zum Galgen. Lebenswege vor den NĂŒrnberger Urteilen, Leipzig 1999, S. 40–43.
  105. ↑ „Wannsee-Protokoll“, zit. nach: Leo Poliakov / Joseph Wulf: Das Dritte Reich und die Juden, 2. Aufl., Frankfurt a.M. 1983, ISBN 3-548-33036-3.
  106. ↑ a b Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 145 f., 148.
  107. ↑ a b Claus-Ekkehard BĂ€rsch: Die politische Religion des Nationalsozialismus, 2., vollst. ĂŒberarb. Aufl., MĂŒnchen 2002; Ernst Piper: Alfred Rosenberg – der Prophet des Seelenkrieges. Der glĂ€ubige Nazi in der FĂŒhrungselite des nationalsozialistischen Staates, in: Michael Ley / Julius H. Schoeps (Hrsg.): Der Nationalsozialismus als politische Religion. Bodenheim bei Mainz 1997.
  108. ↑ Robert M. W. Kempner: Eichmann und Komplizen, ZĂŒrich 1961, S. 165.
  109. ↑ a b c d Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, MĂŒnchen 2005, S. 592, ISBN 3-89667-148-0. (Quelle: Teilnehmerliste BArch R 6/74, Bl. 76.); Michael Wildt: Generation des Unbedingten. Das FĂŒhrungskorps des Reichssicherheitshauptamtes. Hamburg 2002, S. 641. (Protokoll der Sitzung: Einsatz im „Reichskommissariat“ Ostland, 1998, S. 57 ff.); H.D Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto BrĂ€utigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und SchreibtischtĂ€ter. Materialien zur deutschen TĂ€ter-Biographie, Berlin 1987, S. 180 f.
  110. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 90.
  111. ↑ Zitiert in: Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 140.
  112. ↑ a b Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 456; vergleiche dazu die Entscheidung vom 23. September 1942, Longerich 2001: S. 172 f.
  113. ↑ H.D Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto BrĂ€utigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und SchreibtischtĂ€ter. Materialien zur deutschen TĂ€ter-Biographie, Institut fĂŒr Sozialforschung in Hamburg: BeitrĂ€ge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 4, Berlin 1987, S. 175 f.
  114. ↑ H.D Heilmann: Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto BrĂ€utigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und SchreibtischtĂ€ter. Materialien zur deutschen TĂ€ter-Biographie, Institut fĂŒr Sozialforschung in Hamburg: BeitrĂ€ge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik 4, Berlin 1987, S. 182.
  115. ↑ Zitiert in: Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 154.
  116. ↑ Szeslaw Madajczyk (Hrsg.): Vom Generalplan Ost zum Generalsiedlungsplan, MĂŒnchen / New Providence / London / Paris 1994, S. 50 ff. (Dokument); zu Abel, Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 41 f.
  117. ↑ Robert M. W. Kempner: Eichmann und Komplizen, ZĂŒrich 1961, S. 167.
  118. ↑ Alfred Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 149.; beachte auch die kritische Äußerung Rosenbergs gegenĂŒber Meyer vom 17. November 1942, in: Götz Aly 1987: S. 170.
  119. ↑ Zitiert in: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem IMG NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 593 ff.; Serge Lang / Ernst von Schenck 1947: S. 315; bruchstĂŒckhaft auch in: Heydecker / Leeb 2003: S. 522.
  120. ↑ a b Zitiert in: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem IMG NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 613; Serge Lang / Ernst von Schenck 1947: S. 132, 316.
  121. ↑ Werner Jochmann (Hrsg.): Adolf Hitler. Monologe im FĂŒhrerhauptquartier 1941–1944, aufgezeichnet von Heinrich Heim, MĂŒnchen 2000, S. 356 f.
  122. ↑ Helmut Heiber (Hrsg.): Hitlers Lagebesprechungen, Stuttgart 1962, S. 258.
  123. ↑ a b Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich, Frankfurt a.M. 2002, S. 295 f.; Reitlinger 1992: S. 255.
  124. ↑ Joe J. Heydecker / Johannes Leeb: Der NĂŒrnberger Prozess. Neuausgabe, Köln 2003, S. 394 f.
  125. ↑ a b Dieter Schiefelbein: Das ‚Institut zur Erforschung der Judenfrage Frankfurt am Main. Vorgeschichte und GrĂŒndung 1935–1939, hrsg. in Zusammenarbeit mit dem Institut fĂŒr Stadtgeschichte (Publikation des Fritz Bauer Instituts), Frankfurt a.M. 1994, S. 43. (Quelle: YIVO-Institute, NFI, 105.a, Korherr, Die Endlösung der europĂ€ischen Judenfrage, GekĂŒrzte Fassung, 19. April 1943, S. 7.)
  126. ↑ Reinhard Bollmus: Das Amt Rosenberg und seine Gegner. MĂŒnchen 1970, S. 292. (Angegeben Quelle: Eichmann-Prozess, Dokument 203, Ph. im [Institut fĂŒr Zeitgeschichte|IfZ]; Sendung „Das unheilvolle Staatsgeheimnis“, SĂŒdd. Rundfunk, 2. Programm, 11. November 1968.) (Warum Bollmus hier den Namen des Adjutanten nicht zitierte, ist unklar.)
  127. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. V, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 76; IMG 1984, Bd. XVIII: S. 111.
  128. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 323 f.
  129. ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 153.
  130. ↑ Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof NĂŒrnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, MĂŒnchen / ZĂŒrich 1984. S. 529 ff., 626 ff.; IMG 1984, XXII: S. 615, Dokument L-221; Werner Maser: NĂŒrnberg. Tribunal der Sieger, DĂŒsseldorf 1988, S. 446 f.
  131. ↑ Zitiert in: Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur Â»Endlösung«. MĂŒnchen 2001, S. 190. (Quelle: IfZ MĂŒnchen, Mikrofilm MA 315, 3945 ff, 3961.); Bradley F. Smith u.a (Hrsg.): Heinrich Himmler, Frankfurt a.M. 1974, S. 28, 193 und 276. (Quelle: T-175, Roll 93, Frames 3984-3985.); zur Teilnahme von Rosenberg, Alfred Rosenberg: Letzte Aufzeichnungen, Göttingen 1955, S. 224.
  132. ↑ Gerald Reitlinger: Die Endlösung. Hitlers Versuch der Ausrottung der Juden Europas 1939–1945, 7. Aufl., Berlin 1992, S. 488; IMT 1984, Bd. XXXII: S. 159ff., PS-3319.
  133. ↑ Kurt PĂ€tzold / Manfred Weißbecker (Hrsg.): Stufen zum Galgen. Lebenswege vor den NĂŒrnberger Urteilen, Leipzig 1999, S. 182. (Quelle: BAK, NS 30/29 und NS 8/132, Bl. 54 ff.)
  134. ↑ Reinhard Bollmus: Das Amt Rosenberg. Studien zum Machtkampf im nationalsozialistischen Herrschaftssystem, Stuttgart 1970.
  135. ↑ Constantin Graf Stamati: „Zur Kulturpolitik des Ostministeriums“, in: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte, Miszelle (1958), Heft 1, S. 85.
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