Reiner Haseloff


Reiner Haseloff
Reiner Haseloff

Reiner Haseloff (* 19. Februar 1954 in Bülzig, Kreis Wittenberg, Bezirk Halle) ist ein deutscher Politiker (CDU) und seit dem 19. April 2011 Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. Zuvor war er von 2006 bis zu seiner Wahl zum Ministerpräsidenten Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Haseloff absolvierte von 1973 bis 1978 ein Studium der Physik an der Technischen Universität Dresden und der Humboldt-Universität Berlin, welches er als Diplom-Physiker beendete. Anschließend war er von 1978 bis 1990 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Umweltschutz in Wittenberg tätig. 1991 erfolgte seine Promotion zum Dr. rer. nat. an der Humboldt-Universität Berlin mit der Arbeit Entwicklung von Messgeräten auf der Basis der linearen Laser-Absorptionsspektrometrie zur empfindlichen Molekülgas-Konzentrationsmessung unter dem Aspekt des Einsatzes in der Umweltkontrolle.

Von 1992 bis 2002 war Haseloff Direktor des Arbeitsamtes Wittenberg.

Reiner Haseloff ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist römisch-katholisch und ist somit der erste katholische Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, der gebürtiger Sachsen-Anhalter ist.[1]

Partei

Reiner Haseloff trat 1976 in die CDU der DDR ein. Er gehört seit 1990 dem CDU-Landesvorstand von Sachsen-Anhalt an und ist seit 2004 stellvertretender Landesvorsitzender der CDU. Seit Dezember 2008 ist er darüber hinaus Mitglied im CDU-Bundesvorstand.

Von 1990 bis 1992 war Haseloff stellvertretender Landrat des Landkreises Wittenberg.

Mitglied der Landesregierung

Am 23. Mai 2002 wurde Haseloff zum Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt ernannt und nach der Landtagswahl 2006 am 24. April 2006 als Minister für Wirtschaft und Arbeit in die von Wolfgang Böhmer geführte Landesregierung von Sachsen-Anhalt (Kabinett Böhmer II) berufen.

Haseloff unterstand als Wirtschaftsminister auch das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB), welches seit 2008 im Mittelpunkt einer Müllaffäre steht.[2][3][4]

Von 2006 bis 2011 war Haseloff Präsident des Netzwerkes der Europäischen Chemie-Regionen (ECRN).

Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt

Vor der Landtagswahl 2011 entschied Ministerpräsident Wolfgang Böhmer aus Altersgründen nicht mehr für die CDU als Spitzenkandidat anzutreten. Am 3. April 2010 wurde Reiner Haseloff auf einem Landesparteitag in Peißen einstimmig zum Spitzenkandidat für die Wahl am 20. März 2011 und somit zum möglichen Nachfolger Böhmers im Amt des Ministerpräsidenten ernannt.[5]

Am Wahlabend fielen die Verluste für die CDU trotz eines negativen Bundestrendes überraschend moderat aus. Die Partei wurde mit 32,5 Prozent mit Abstand stärkste politische Kraft und stellt seitdem 41 der nun 105 Abgeordneten im Landtag von Sachsen-Anhalt.[6] Haseloff selbst erreichte in seinem Wahlkreis Dessau-Roßlau-Wittenberg 39,9 Prozent der Erststimmen und zog damit erstmals als gewählter Abgeordneter in das Landesparlament ein.[7] Da die SPD (21,5 Prozent) erneut schlechter abschnitt als Die Linke (23,7 Prozent) und eine rot-rote Koalition unter der Führung des linken Spitzenkandidaten Wulf Gallert ablehnte, einigten sich CDU und SPD auf die Fortsetzung der seit 2006 amtierenden schwarz-roten Koalition. Am 23. März 2011 übernahm Haseloff zunächst den Vorsitz der neuen CDU-Landtagsfraktion, am 19. April 2011 wurde er schließlich zum neuen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt. Von 67 Abgeordneten der CDU/SPD-Koalition stimmten allerdings nur 57 für Haseloff. Anschließend wurde sein Kabinett im Landtag vereidigt. Am 20. April 2011 wurde André Schröder zum Nachfolger Haseloffs im Amt des CDU-Fraktionsvorsitzenden gewählt.[8]

Neben dem Amt des Regierungschefs von Sachsen-Anhalt übernahm Haseloff von Wolfgang Böhmer auch den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz und ist in dieser Funktion somit Wortführer bei den Verhandlungen zwischen Bund und Bundesländern unter anderem über den von der schwarz-gelben Bundesregierung geplanten Ausstieg aus der Atomenergie.

Einzelnachweise

  1. Birgit Wilke: Mit einem Bibelzitat in den Tag, kna-Bericht auf Domradio, 19. März 2011.
  2. Mitschrift der Sendung: Gift im Müll, Frontal 21, ZDF, 1. April 2008 (pdf.)
  3. Hendrik Kranert; Kai Gauselmann: Eiszeit zwischen Ministern,, Mitteldeutsche Zeitung, 12. März 2008
  4. Lars Radau: Westmüll auf Ostkippen. Westdeutsche Abfallentsorger nutzen illegale Deponien im Osten. Die Regierung in Sachsen-Anhalt hat diese Praxis offenbar geduldet, Die Zeit, 25. März 2008
  5. Reiner Haseloff – Minister führt CDU in die Wahl, Mitteldeutsche Zeitung, 21. März 2010.
  6. Statistisches Landesamt: Wahl des 6. Landtages von Sachsen-Anhalt am 20. März 2011: Sachsen-Anhalt. Endgültiges Ergebnis, 30. März 2011.
  7. Statistisches Landesamt: Wahl des 6. Landtages von Sachsen-Anhalt am 20. März 2011: Landtagswahlkreis 27 Dessau-Roßlau-Wittenberg. Endgültiges Ergebnis, 30. März 2011.
  8. Landtag von Sachsen-Anhalt. CDU-Fraktion hat neuen Chef mdr, 20. April 2011

Weblinks

 Commons: Reiner Haseloff – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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