Remagen

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Remagen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Remagen
Remagen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Remagen hervorgehoben
50.5786111111117.230555555555660
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
H√∂he: 60 m √ľ. NN
Fl√§che: 33,16 km¬≤
Einwohner:

16.093 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 485 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53424
Vorwahlen: 02642,
02228 (Oberwinter und Rolandswerth)
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschl√ľssel: 07 1 31 070
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bachstraße 2
53424 Remagen
Webpräsenz: www.remagen.de
B√ľrgermeister: Herbert Georgi (CDU)
Lage der Stadt Remagen im Landkreis Ahrweiler
Remagen Grafschaft (Rheinland) Bad Neuenahr-Ahrweiler Sinzig Bad Breisig Brohl-L√ľtzing G√∂nnersdorf bei Bad Breisig Waldorf (Rheinland-Pfalz) Burgbrohl Wassenach Glees Niederzissen Wehr (Eifel) Galenberg Oberzissen Brenk K√∂nigsfeld (Eifel) Schalkenbach Dedenbach Niederd√ľrenbach Oberd√ľrenbach Weibern (Eifel) Kempenich Hohenleimbach Spessart (Brohltal) Heckenbach Kesseling Kalenborn (bei Altenahr) Berg (bei Ahrweiler) Kirchsahr Lind (bei Altenahr) Rech Dernau Mayscho√ü Altenahr Ahrbr√ľck H√∂nningen Kaltenborn Adenau Herschbroich Meuspath Leimbach (bei Adenau) D√ľmpelfeld N√ľrburg (Gemeinde) M√ľllenbach (bei Adenau) Quiddelbach H√ľmmel Ohlenhard Wershofen Aremberg Wiesemscheid Kottenborn Wimbach Honerath Bauler (Landkreis Ahrweiler) Senscheid Pomster Dankerath Trierscheid Barweiler Reifferscheid Sierscheid Harscheid (bei Adenau) Dorsel Hoffeld (Eifel) Wirft Rodder M√ľsch Eichenbach Antweiler Fuchshofen Winnerath Insul Schuld (Ahr) Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Landkreis Vulkaneifel Landkreis Mayen-KoblenzKarte
√úber dieses Bild

Remagen ist eine verbandsfreie Stadt im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, am linken Rheinufer gelegen. Sie grenzt im Norden an den Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg. Remagen ist Standort des RheinAhrCampus. Weltweit bekannt wurde Remagen durch die 1945 zerst√∂rte Ludendorff-Br√ľcke (Br√ľcke von Remagen).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Stadtgliederung

Remagen gliedert sich in sechs Ortsbezirke bzw. in acht Ortsteile:[2]

Ortsbezirk Ortsteile Einwohner
Remagen Remagen 6.997
Kripp Kripp 2.889
Oberwinter Bandorf, Oberwinter, Rolandseck 3.707
Oedingen Oedingen 963
Rolandswerth Rolandswerth 584
Unkelbach Unkelbach 1.190
Gesamtstadt   16.330

Einwohner (ohne Nebenwohnsitze), Stand 30. Juni 2011[3]

Zum Ortsbezirk Remagen geh√∂ren noch die Wohnpl√§tze Auf Plattborn, B√ľschmarhof, Schloss Calmuth, Forsthaus Erlenbusch, Frohnhof, Haus Ernich, Herresberg, Hubertushof, Kapellenhof, L√ľtzelbachhof, Oberstental, Schloss Marienfels, Unkelbr√ľckerm√ľhle, Waldburg und Waldschl√∂sschen.[4]

Geschichte

Ludendorff-Br√ľcke, Br√ľckenkopf auf der Remagener Seite (2008)
Kriegsgräber aus dem Ersten Weltkrieg auf dem alten Friedhof
Apollinariskirche
Rolandsbogen und Umgebung um 1900
Remagen, 1902

Antike

Der Ort Remagen geht auf ein r√∂misches Kastell zur√ľck, das vor gut 2000 Jahren errichtet wurde (um das Jahr 3 n. Chr.), und nach dem urspr√ľnglich keltischen Namen Rigomagos, latinisiert Rigomagus, benannt wurde (mit rńęgo- von kelt. rńęgs = K√∂nig und kelt. magos = Feld, Ebene ‚Äď also ‚ÄěK√∂nigsfeld‚Äú). Nach 274/275 wurde das Kastell zur Festung ausgebaut. Der antike Name Rigomagus wird ein einziges Mal bei einem antiken Schriftsteller erw√§hnt. Zum Jahr 356 berichtet Ammianus Marcellinus, dass nach einem Germaneneinfall zwischen Koblenz und K√∂ln nur das Rigomagum oppidum und ein Turm bei K√∂ln unzerst√∂rt geblieben war. Die auf einer r√∂mischen Stra√üenkarte beruhende Peutingersche Tafel verzeichnet Rigomagus zwischen Bonna (Bonn) und Antunnacum (Andernach).[5] Fr√ľhe Christen und die Existenz einer Kirche werden f√ľr das 5. Jahrhundert nachgewiesen.[6] Ausweis fr√ľhchristlichen Lebens in Remagen ist ein am Apollinarisberg gefundener Grabstein, der heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn aufbewahrt wird. Auf ihm wird einer Meteriola gedacht, mit der der Grabsetzer 23 Jahre verheiratet war und die vor mehr als acht Jahren seine soror in domino (Schwester im Herrn) wurde (vielleicht ist die Taufe gemeint).[7]

Mittelalter

Drei Schenkungen des K√∂nigs Lothar I. an das Kloster Lorsch in Regomago bzw. in regomensi marca zwischen 770 und 773 gelten als erstmalige Erw√§hnungen Remagens im Mittelalter.[8] Am 28. Juni 856 wird Remagen in einer Schenkungsurkunde K√∂nig Lothars II. erw√§hnt. Ungef√§hr im Jahr 1000 hatten mehrere Kl√∂ster Besitz in Remagen. F√ľr 1003 ist eine Kirche in Remagen erw√§hnt; Erzbischof Heribert von K√∂ln √ľbergab der Abtei Deutz am 1. April 1003 s√§mtliche Zehntrechte in Remagen.[9] Um 1065 wird Remagen unter den Tafelg√ľtern des deutschen K√∂nigs aufgef√ľhrt.[10]

Im 11. Jahrhundert gelangte eine in Remagen geschlagene Silberm√ľnze bis auf die F√§r√∂er, wie der M√ľnzfund von Sandur belegt. Andere M√ľnzen sind in Schatzfunden in den L√§ndern rund um die Ostsee. Eine genauere Aufarbeitung der M√ľnzen von Remagen ist aber noch ausstehend. 1110/17 gr√ľndeten die Einwohner von Remagen auf dem rheinnahen Martinsberg selbst√§ndig handelnd ein Kloster[11] als Propstei der Abtei Siegburg. 1122 wurde ein Nonnenkloster auf der Insel Nonnenwerth gegr√ľndet.

1162 soll der K√∂lner Erzbischof Reinald von Dassel dieser Propstei Reliquien des heiligen Apollinaris √ľbereignet haben. Der Name des heiligen Apollinaris wurde daraufhin auf den Berg und das Kloster √ľbertragen, das noch heute besteht. Sichere Kunde vom Apollinaris-Kult erhalten wir aber erst Ende des 13. Jahrhunderts aus einer Ablassurkunde.[12] 1198 brannten Truppen des Philipp von Schwaben den Ort nieder.

1158 und 1189 wurde der rechtliche Status einer mittelalterlichen Stadt erreicht. Zu 1221 bezeichnet sich die Remagener Stadtgemeinde als civitas libera (freie, d.h. von niemandem sonst als dem deutschen K√∂nig abh√§ngige) Stadtgemeinde. Auch das gegen 1200 entstandene Stadtsiegel nennt den Status einer freien Stadt, der springende Wolf als Symboltier wurde in Bezug zu St. Remaklus gedeutet. 1241 wurden die noch dem Reich geh√∂renden Besitzungen und Rechte an den Grafen von Berg verpf√§ndet, und nie wieder eingel√∂st. 1246 wurde die Pfarrkirche St. Peter und Paul geweiht. F√ľr 1269 wird in den Quellen erstmals ein B√ľrgermeister genannt, 1306 Sch√∂ffen und R√§te. 1357 gestattete Kaiser Karl IV. dem Grafen von Berg Gerhard I., Remagen mit Graben, Mauern, T√ľrmen, Erkern, Toren[13] zu befestigen.

Graf Wilhelm II. von Berg f√ľhrte den Mauerbau durch und geriet dadurch in Konflikt mit dem Erzbischof von K√∂ln. In einem Schiedsspruch vom 1386 wurde bestimmt, dass die Mauern niedergelegt werden mussten, andernfalls der Erzbischof das Recht hatte, sie selbst schleifen zu lassen. 1425 verpf√§ndete Herzog Adolf VII. von J√ľlich-Berg eine H√§lfte von Remagen (und ebenso von Sinzig) f√ľr 5.000 Gulden an den Erzbischof von K√∂ln. 1452 wurde auch die andere H√§lfte von Herzog Gerhard von J√ľlich-Berg an den Erzbischof verpf√§ndet.

Die j√ľdischen Bewohner von Remagen sind von den Pogromen 1298 und 1348/49 betroffen. F√ľr 1398, 1401 und 1409 sind Schutzbriefe mit Wohnrecht f√ľr Juden erw√§hnt. 1424 siedeln sich aus K√∂ln vertriebene Juden in Remagen an.[14]

1475 wurde Remagen in Verlauf der K√∂lner Stiftsfehde zwischen dem K√∂lner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz und Hermann IV. von Hessen von burgundischen Truppen besetzt, wurde aber kurz darauf von einem von Kaiser Friedrich III. aufgebotenen Reichsaufgebot eingeschlossen und von Truppen unter Kurf√ľrst Albrecht III. Achilles von Brandenburg eingenommen und gepl√ľndert.[15]

Neuzeit

Am 4. Mai 1554 l√∂ste Herzog Wilhelm V. von Cleve, J√ľlich und Berg die eine H√§lfte, am 19. Juli 1560 auch die andere H√§lfte Remagens wieder ein; bis 1794 verblieb Remagen beim Herzogtum J√ľlich innerhalb des Amtes Sinzig-Remagen. Im J√ľlich-Klevischen Erbfolgestreit f√§llt Remagen an den katholischen Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges brannten 1633 schwedische Truppen unter Feldmarschall Baudissin Stadt und Kirche nieder. 1642 wurde Remagen von Hessisch-Weimarischen Verbänden eingenommen; 1645 legte der kurkölnische General Melander Truppen in die Stadt. 1666 fiel nahezu die Hälfte der Stadtbevölkerung der Pest zum Opfer.

Anfang Oktober 1794 r√ľckten franz√∂sische Revolutionstruppen in die Stadt ein, in der Folge wurde Remagen am 5. November 1797 zum Hauptort des Kantons Remagen bestimmt. Im Rahmen der S√§kularisation ab 1802 wurden Kircheng√ľter eingezogen und verkauft und 1807 auch die Propstei Apollinarisberg. 1815 kam das Rheinland unter preu√üische Herrschaft.

Von 1839 bis 1842 wurde die Apollinariskirche errichtet und bis 1852 von den D√ľsseldorfer Nazarenern ausgemalt. Die unter der franz√∂sischer Verwaltung verloren gegangenen Stadtrechte wurden Remagen am 2. Februar 1857 wieder verliehen. 1858/1859 wurde der Ort durch die Eisenbahnlinie K√∂ln‚ÄďKoblenz (Linke Rheinstrecke) verkehrstechnisch besser angebunden.

1869 wurde die Remagener Synagoge eingeweiht.[16] 1933 gab es noch 25 j√ľdische Einwohner (1724: 4 Familien, 1808: 35 Einwohner, 1863: 64 Einwohner in 14 Familien, 1895: 31 Einwohner). Die Juden, die die Stadt nicht verlassen konnten, wurden April und Juli 1942 deportiert.

Die Ludendorff-Br√ľcke (1919‚Äď1945)

Im Ersten Weltkrieg erbaute man von 1916 bis 1919 √ľber den Rhein aus milit√§rischen Gr√ľnden eine Eisenbahnbr√ľcke zwischen Remagen und Erpel. Sie wurde nach dem Infanteriegeneral Erich Ludendorff benannt. Am 7. M√§rz 1945 wurde die Ludendorff-Br√ľcke durch amerikanische Truppen erobert. Die Einnahme der Br√ľcke verk√ľrzte den Zweiten Weltkrieg erheblich. Nach der Einnahme der Br√ľcke durch die Alliierten wurde Remagen als einzige deutsche Stadt mit V2 beschossen.

Westlich des Rheins wurden dann US-Sammellager ‚ÄěPrisoner of War Temporary Enclosures‚Äú (PWTE), f√ľr jeweils 50.000 Deutsche bei Rheinberg, Remagen und Bad Kreuznach angelegt. Doch diese waren schon nach kurzer Zeit zu klein. Weitere 14 Lager wurden errichtet. Ende April 1945 waren nach amerikanischen Angaben 169.036 Kriegsgefangene allein im PWTE Remagen auf den Rheinwiesen. Dieses Kriegsgefangenenlager Goldene Meile erstreckte sich von Remagen bis Niederbreisig. Es wurde am 20. Juli 1945 aufgel√∂st.

1980 wurde das Friedensmuseum er√∂ffnet, 1987 die Kapelle Schwarze Madonna errichtet. 1988 erfolgte der erste Spatenstich f√ľr das neue Gewerbegebiet ‚ÄěS√ľd‚Äú und die S√ľdeinfahrt wurde dem Verkehr √ľbergeben, 1994 die Nordeinfahrt. 1998 wurde der RheinAhrCampus, ein Standort der FH Koblenz, auf dem Gel√§nde eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers der Alliierten er√∂ffnet.

Neubildung der Stadt Remagen

Im Rahmen der in der zweiten H√§lfte der 1960er Jahre begonnenen rheinland-pf√§lzischen Kommunal- und Verwaltungsreform wurden zum 7. Juni 1969 die Stadt Remagen (7.876 Einwohner) sowie die bis dahin eigenst√§ndigen Gemeinden Oberwinter (3.327 Einwohner), Oedingen (368), Rolandswerth (923) und Unkelbach (853) aufgel√∂st und aus diesen die heutige Stadt Remagen neu gebildet.[17] Kripp war schon vorher ein Stadtteil von Remagen.

Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

  • 1815 ‚Äď 2.829
  • 1835 ‚Äď 4.177
  • 1871 ‚Äď 5.372
  • 1905 ‚Äď 6.846
  • 1939 ‚Äď 8.893
  • 1950 ‚Äď 10.415
  • 1961 ‚Äď 12.246
  • 1970 ‚Äď 13.612
  • 1987 ‚Äď 14.130
  • 2005 ‚Äď 16.316

Datenquelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat von Remagen besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gew√§hlt wurden, und dem hauptamtlichen B√ľrgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Stadtrat:[18]

   SPD   CDU   FDP  Gr√ľne FWG 1 FWG 1 fraktionslos Gesamt
2009 7 7* 2 4 5 3 4* 32 Sitze
2004 7 14 2 3 5 1 0 32 Sitze

* Im Oktober 2009 verließen vier Mitglieder die CDU-Fraktion.

Jeder der sechs Ortsbezirke verf√ľgt √ľber einen Ortsvorsteher und einen Ortsbeirat.

Städtepartnerschaften

Remagen unterh√§lt Partnerschaften mit der nieders√§chsischen Stadt Georgsmarienh√ľtte und mit der franz√∂sischen Stadt Maisons-Laffitte in Ile de France.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Bauwerke

Die in romanischer Zeit gegr√ľndete Pfarrkirche St. Peter und Paul in Remagen
Marienkapelle ‚Äěin der Lee‚Äú in Remagen

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul
siehe auch Hauptartikel St. Peter und Paul (Remagen)

Wahrscheinlich hat eine christliche Gemeinde in Remagen schon in r√∂mischer Zeit bestanden. Fr√ľheste Zeugnisse sind die Grabinschrift der Meteriola aus dem 5. Jahrhundert und zwei Fragmente von Schrankenplatten mit Christogrammverzierungen, die im Remagener Museum und im Rheinischen Landesmuseum Bonn aufbewahrt werden. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul, ausgestattet mit dem nach Rom verweisenden Patrozinium der Apostelf√ľrsten, liegt in der Nordwestecke des ehemaligen r√∂mischen Kastells. In der Kirchenbefestigung sind Reste dieser Anlage erhalten. Sicher belegt ist eine Kirche in Remagen f√ľr das Jahr 1003, in dem Erzbischof Heribert von K√∂ln der Abtei Deutz Zehntrechte in Remagen √ľbergab. Seit diesem Zeitpunkt waren die Remagener Past√∂re bis zur Franz√∂sischen Revolution immer Deutzer Konventsangeh√∂rige. 1495 wurde die Pfarrei dem Kloster inkorporiert. Der √§lteste erhaltene Teil der Kirche ist der 1246 geweihte Chor. √úber diese Weihe und den Bauherrn, den Pfarrer Richard, gibt eine Tafel an der Au√üenseite des Chors Auskunft. Es handelt sich hier um eines der ganz seltenen Baudaten der Zeit. Das Mittelschiff der alten Kirche stammt wohl ebenfalls weitgehend aus dieser Zeit. Im fr√ľhen 16. Jahrhundert w√∂lbte man den Chor mit dem reichen sp√§tgotischen Netzgew√∂lbe ein. Das Gew√∂lbe des Schiffs ist eine Erneuerung aus der Zeit des Kirchenneubaus um 1900, das aber auf den alten Gew√∂lbeanf√§ngern ruht.

Der Glockenturm, der in seinen Formen an die T√ľrme der Deutzer Abteikirche erinnert, entstand nach den Zerst√∂rungen des Drei√üigj√§hrigen Krieges. Das Turmgew√∂lbe war 1674 vollendet. F√ľr die gewachsene Gemeinde errichtete man von 1900 bis 1904 einen Erweiterungsbau in den Formen der rheinischen Sp√§tromanik nach Pl√§nen des D√ľsseldorfer Architekten C. C. Pickel. Die alte Kirche blieb nach Abbruch der Seitenschiffe als Vorhalle stehen. Bei der Restaurierung in den 1980er Jahren wurde der Altbau wieder als eigener Gottesdienstraum eingerichtet.

Von der Ausstattung verdienen der sp√§tromanische Altar, der jetzige Zelebrationsaltar im Neubau, die sp√§tgotische Grablegungsgruppe in der Vorhalle (ehemalige Sakristei), das Sakramentshaus und die Fresken in der alten Kirche, sowie die gotische Piet√† Beachtung. Hervorgehoben werden m√ľssen zudem die erhaltenen Teile der neuromanischen Ausstattung, die ebenfalls nach Pl√§nen Pickels entstand.

Marienkapelle ‚Äěin der Lee‚Äú

Der Name verweist auf die Flur ‚Äěin der Lee‚Äú, abgeleitet von mittelhochdeutsch ‚Äěl√™‚Äú H√ľgel, Grabh√ľgel. In dieser Flur lag ein sp√§tr√∂misches Gr√§berfeld, auf dem der Grabstein der Christin Meteriola aus dem 5. Jahrhundert entdeckt wurde.

Der in der Literatur vermutete Zusammenhang der Kapelle mit dem Remagener Hospital St. Maria Magdalena besteht nicht. Die Magdalenenkapelle war das heutige R√∂mische Museum, f√§lschlich als Knechtstedener Kapelle bezeichnet. Der heutige neugotische Bau entstand nach 1850 als Stiftung von J. Sch√§fer. Dieser vermachte die Kapelle und das dahinterliegende Wohnhaus der Pfarrei Remagen zur Einrichtung eines Krankenhauses. Da die R√§ume aber zu beengt waren, wurde der Plan nicht verwirklicht. Stilistische Besonderheiten lassen einen Zusammenhang des Baus mit dem Werk des Koblenzer Architekten Nebel vermuten. Unterlagen hierzu existieren nicht. Das Kreuz von 1737 vor der Kapelle stand wohl schon urspr√ľnglich an diesem Ort.

In den letzten Jahren wurde die Kapelle durch private Initiative unter Mitwirkung von katholischer Gemeinde und Stadt, vor allem aber ortsansässiger Handwerker und Verschönerungsverein wiederhergestellt.

Weitere Bauwerke

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Remagen

Museen, Ausstellungen und Denkmale

Lajos Barta: ‚ÄěLiebeskraft‚Äú (1985) - vor dem Br√ľckenportal

Das ‚ÄěSkulpturenufer‚Äú wurde 2001 entlang des Rheins begonnen, um eine bis heute aktuelle Tradition Hans Arps mit Kunst im √∂ffentlichen Raum fortzusetzen. Bisher wurden acht Skulpturen der K√ľnstler Hans Arp, Bittermann & Duka, Eberhard Bosslet, Johannes Brus, Hamish Fulton, Thomas Huber, Peter Hutchinson und Erwin Wortelkamp entlang des Rheins in Remagen realisiert.

Weitere Kunstwerke im √∂ffentlichen Raum. die nicht zum Skulpturenufer" geh√∂ren, befinden sich vor dem Br√ľckenportal und dem Arp-Museum.

Sport und Erholung

  • Yachthafen Oberwinter (eine der modernsten privaten Marinas Europas)
  • Freizeitbad Remagen
  • Tennis Center Remagen (im Sommer auch Badminton) direkt zwischen Freizeitbad und RheinAhrCampus mit dem Biergarten Skabo
  • Gest√ľt und Reitstall Hubertushof
  • Rheinhalle Remagen (wird h√§ufig f√ľr Festivals genutzt, aber auch f√ľr die Heimspiele des Verbandsligisten TVfL Sinzig/Remagen (Handball))
  • Der Schachverein SC Remagen spielt in der 1. Schachbundesliga.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Remagen wird durchquert von der Bundesstraße 9.

Schienenverkehr

‚ÄěRhein-Express‚Äú nach Emmerich im Bahnhof Remagen

Durch das Stadtgebiet von Remagen f√ľhrt die Linke Rheinstrecke K√∂ln - Bonn - Koblenz. Von ihr zweigt im Bahnhof Remagen die Ahrtalbahn √ľber Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Ahrbr√ľck ab.

Im Bahnhof Remagen halten folgende Z√ľge:

Das Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Remagen
  • InterCity-Linie 32 (Berlin-) Dortmund - Duisburg - K√∂ln - Bonn - Koblenz - Stuttgart (-Innsbruck/M√ľnchen)
  • InterCity-Linie 35 Norddeich - Emden - M√ľnster - Duisburg - K√∂ln - Bonn - Koblenz - Trier - Luxemburg
  • ein Zugpaar der InterCity-Linie 30 Hamburg - M√ľnster - Dortmund - Duisburg - K√∂ln - Bonn - Koblenz
  • Regional-Express-Linie 5 ‚ÄěRhein Express‚Äú Emmerich - Wesel - Duisburg - K√∂ln - Bonn - Koblenz
  • Regionalbahn-Linie 26 ‚ÄěMittelrheinbahn‚Äú K√∂ln - Bonn - Koblenz
  • Regionalbahn-Linie 30 ‚ÄěAhrtal-Bahn‚Äú Remagen - Bad Neuenahr - Ahrweiler - Ahrbr√ľck

Die √ľbrigen Fernverkehrsz√ľge der Linie 30 fahren ohne Halt durch Remagen durch, siehe auch Liste der InterCity-Bahnh√∂fe. Aufgrund der niedrigen Bahnsteigh√∂he k√∂nnen im Bahnhof Remagen keine ICE-Z√ľge halten.

Weitere Regionalbahn-Haltepunkte befinden sich in Oberwinter und Rolandseck an der Linken Rheinstrecke.

Gebäude des RheinAhrCampus

Bildung

Persönlichkeiten

  • Klaus Barth (* 1935 in Remagen), Botschafter a. D., Stv. Vorsitzender der Deutsch-Nepalesischen Gesellschaft
  • Rudolf Caracciola (* 30. Januar 1901 in Remagen; ‚Ć 28. September 1959 in Kassel), erfolgreichster deutscher Automobilrennfahrer der Vorkriegszeit
  • Thomas Gottschalk (* 1950), deutscher Fernsehmoderator und Entertainer, wohnt im Schloss Marienfels
  • Henriette J√ľgel (* 11. Januar 1778 in Remagen), deutsche Landschafts- und Portr√§tmalerin
  • Jean Lessenich (* 1942 in Remagen), Grafiker, Autor
  • Madame Buchela (* 1899 in Honzrath; ‚Ć 1986 in Bonn), Wahrsagerin
  • Peter Maech, 23. Abt der Abtei Laach (1512‚Äď1552)
  • Stefanie Manhillen (* 1973 in Remagen), bildende K√ľnstlerin
  • Willi Ockenfels (* in Remagen), Pallottiner, Missionar in S√ľdafrika
  • Bernhard Philipp (* 1948 in Remagen), Kapuziner, Theologe, K√ľnstler
  • Charles Rettinghaus (* 1962 in Remagen),deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
  • Roland Ries (* 1930 in Remagen), Pr√§lat, 1. Leiter des Kath. B√ľros in Mainz, Pr√§sident der Deutschen Krankenhausgesellschaft
  • Baptist Schneider (1867‚Äď1946), Fotograf in Remagen
  • Stefan Sell (* 1964 in Eutin), Sozialwissenschaftler und Professor an der FH Koblenz
  • Emilie Storck (* 1827 in Remagen), Ehefrau von Friedrich Wilhelm Raiffeisen

Veranstaltungen

Kurioses

Remagen liegt an der touristischen Deutschen Verdauungsstra√üe Dortmund ‚Äď Remagen ‚Äď Darmstadt ‚Äď Pforzheim.

Siehe auch

Literatur

Quellen und Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz ‚Äď Bev√∂lkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. ‚ÜĎ Hauptsatzung der Stadt Remagen vom 29. Oktober 2004 (PDF-Dokument)
  3. ‚ÜĎ Einwohnerstatistik der Stadt Remagen
  4. ‚ÜĎ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz ‚Äď Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 3 (PDF)
  5. ‚ÜĎ Kurt Kleemann: 2000 Jahre Remagen. Bausteine zur Geschichte der ‚ÄěR√∂merstadt", in: HJbKAhrweiler 2001, S. 75
  6. ‚ÜĎ Helga Hemgesberg: Die ersten Remagener Kirchen im Lichte eines fr√ľhchristlichen Schrankenfragments, in: Ann. Histor. Ver. Niederrh. 189 (1986), S. 9-34
  7. ‚ÜĎ Geschichte des Erzbistums K√∂ln. Bd. 1: Das Bistum K√∂ln von den Anf√§ngen bis zum Ende des 12. Jahrhunderts, hg. v. Friedrich Wilhelm Ordinger, Bachem K√∂ln 2. Aufl. 1971, S.63
  8. ‚ÜĎ Kleemann, 2000 Jahre, a.a.O.
  9. ‚ÜĎ Rheinischer Antiquarius, III. Abt., Bd. 9, S.154
  10. ‚ÜĎ Bernhard Kossmann: Remagen, ein befestigter K√∂nigshof, in: HJbKAhrweiler 1971, S.24
  11. ‚ÜĎ Heyen, Mittelrhein, S. 22‚Äď23.
  12. ‚ÜĎ Wisplinghoff, Germania Sacra Siegburg, S. 76.
  13. ‚ÜĎ Rheinischer Antiquarius, a.a.O., S.156
  14. ‚ÜĎ Germania Judaica II,2 S. 693; III,2 S. 1233-1234.
  15. ‚ÜĎ Rheinischer Antiquarius, a.a.O., S.156f.
  16. ‚ÜĎ Hans Kleinpass: Die Einweihung der Synagoge in Remagen anno 1869, in: HJbKAhrweiler 1991, S.111
  17. ‚ÜĎ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz ‚Äď Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 193 (PDF)
  18. ‚ÜĎ Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen

Weblinks

 Commons: Remagen ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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