Remscheid

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Remscheid
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Remscheid
Remscheid
Deutschlandkarte, Position der Stadt Remscheid hervorgehoben
51.1783333333337.1994444444445365
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: DĂŒsseldorf
Verwaltungsverband: Landschaftsverband Rheinland
Höhe: 365 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 74,6 kmÂČ
Einwohner:

110.563 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 1482 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 42853–42899
Vorwahl: 02191
Kfz-Kennzeichen: RS
GemeindeschlĂŒssel: 05 1 20 000
Stadtgliederung: 4 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Theodor-Heuss-Platz 1
42853 Remscheid
WebprÀsenz: www.remscheid.de
OberbĂŒrgermeisterin: Beate Wilding (SPD)
Lage der Stadt Remscheid in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen MĂŒlheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann DĂŒsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis DĂŒren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna MĂ€rkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln StĂ€dteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis StĂ€dteregion Aachen Kreis Euskirchen MĂŒnster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis GĂŒtersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-LĂŒbbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Remscheid ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk DĂŒsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Sie ist nach Wuppertal und Solingen die drittgrĂ¶ĂŸte Stadt des Bergischen Landes.

Die Stadt ist ein Bestandteil der Metropolregion Rhein-Ruhr, sowie des Bergischen StĂ€dtedreiecks. Außerdem ist sie als Mittelzentrum in NRW klassifiziert.

Die Einwohnerzahl Remscheids ĂŒberschritt 1929 mit der Bildung der „neuen“ Stadt Remscheid die Grenze von 100.000 Einwohnern, wodurch sie zur Großstadt wurde. Derzeit ist Remscheid die kleinste kreisfreie Großstadt in NRW (gefolgt von Bottrop).

Aufgrund seiner weitreichenden Handelsbeziehungen im Bereich der Metall- und Werkzeugindustrie nach Übersee nennt sich Remscheid volkstĂŒmlich-traditionell schon seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts die „Seestadt auf dem Berge“.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Remscheid liegt auf den Höhen des Bergischen Landes im Innern des großen Wupperbogens, ĂŒber den tief eingeschnittenen TĂ€lern des Eschbachs, des Morsbaches und der Wupper und ihrer SeitentĂ€ler östlich von Solingen und sĂŒdlich von Wuppertal, welches zugleich die beiden nĂ€chstgrĂ¶ĂŸeren StĂ€dte sind.

Die höchste Stelle des Stadtgebiets von Remscheid befindet sich in Hohenhagen auf dem Brodtberg und betrĂ€gt 378,86 m ĂŒ. NN, die tiefste Stelle befindet sich an der Wupper bei Wiesenkotten und betrĂ€gt 96 m ĂŒ. NN. Die grĂ¶ĂŸte Nord-SĂŒd-Ausdehnung des Stadtgebiets betrĂ€gt 9,4 km, die grĂ¶ĂŸte West-Ost-Ausdehnung 12,4 km. Der Temperaturunterschied innerhalb des Stadtgebietes belĂ€uft sich auf 5 Â°C.

Bedingt durch den Steigungsregen ist Remscheid sehr stark von NiederschlĂ€gen betroffen, die NiederschlĂ€ge speisen hauptsĂ€chlich eine Reihe von kĂŒnstlich angelegten Seen. Vor allem in den Wintermonaten gehört sie zu den niederschlagsreichsten Orten in Deutschland. So fallen in ExtremfĂ€llen teilweise bis zu 100 l/mÂČ im Monat.[2]

Remscheids StadtflĂ€che ist mit 30 % von WĂ€ldern bedeckt und nennt sich deshalb auch die „Großstadt im GrĂŒnen“.

Nachbargemeinden

Folgende StÀdte und Gemeinden grenzen an die Stadt Remscheid, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:

Radevormwald und HĂŒckeswagen (beide Oberbergischer Kreis), Wermelskirchen (Rheinisch-Bergischer Kreis) sowie Solingen und Wuppertal (beides kreisfreie StĂ€dte).

Wuppertal Wuppertal Radevormwald
Solingen Nachbargemeinden Radevormwald
Solingen Wermelskirchen HĂŒckeswagen

Stadtgliederung

Stadtbezirke und Stadtteile

Lage der Stadtbezirke in Remscheid

Das Stadtgebiet Remscheids besteht heute aus vier Stadtbezirken: Alt-Remscheid, Remscheid-SĂŒd, Lennep und LĂŒttringhausen. FrĂŒher war der Stadtbezirk Alt-Remscheid unterteilt in die Stadtbezirke Innenstadt, Nord/Hasten und West, so dass es damals insgesamt sechs Stadtbezirke gab. Jeder Stadtbezirk hat seine eigene Bezirksvertretung, deren Vorsitzender der jeweilige BezirksbĂŒrgermeister ist.

Die Stadtbezirke sind in Stadtteile mit eigenem Namen und diese weiter in WohnplĂ€tze mit eigenem Namen unterteilt. Dabei handelt es sich entweder um historisch ĂŒberlieferte Bezeichnungen von alten Siedlungen oder um Neubaugebiete. Die Grenzen dieser Stadtteile und WohnplĂ€tze sind meist nicht genau festgelegt.

→ Siehe auch: Liste der Stadtbezirke und Stadtteile von Remscheid

WohnplÀtze

Zu den mehr als 240 WohnplÀtzen mit eigenem Namen gehören unter anderem in

  • Alt-Remscheid
Aue, Birgden I und II, Blumental, BĂŒchel, BĂŒchen, FĂŒrberg, Gerstau, GĂŒldenwerth, Haddenbach, Hasenclev, Hasten, Hölterfeld, Hof Heidhof, Hohenhagen, Holz, Honsberg, HĂŒtz, Ibach, Kremenholl, KĂŒppelstein, Lobach, Morsbach, Papenberg, Platz, Rath, Reinshagen, RosenhĂŒgel, Siepen, Steinberg, Tyrol, Vieringhausen und Westhausen.
  • Remscheid-SĂŒd
Baisiepen, Berghausen, Bliedinghausen, Bökerhöhe, Ehringhausen, Falkenberg, Mixsiepen, Handweiser, PreyersmĂŒhle und Struck.
  • Remscheid-LĂŒttringhausen
Birgden III, Blume, Buscherhof, Clarenbach, Clemenshammer (nur teilw. LĂŒttringhausen), Farrenbracken, Garschagen, Goldenberg, GroßhĂŒlsberg, Grund, GrĂŒne, GrĂŒnderhammer, Halbach, HermannsmĂŒhle, Heusiepen, Klausen, Kranenholl, Langenhaus, LeyermĂŒhle, Linde, Neuland, NĂŒdelshalbach, Oelingrath, Spelsberg, Spelsberger Hammer (nur teilweise), Stollen und Westen.
  • Remscheid-Lennep
Auf der Hardt, Bergisch Born, Böhlefeld, Buchholzen, Dörpholz, DörpmĂŒhle, Durchsholz, Endringhausen, Engelsburg, Forsten, Grenzwall, Hackenberg, Hasenberg, Henkelshof, KrĂ€winklerbrĂŒcke, Leverkusen und LĂŒdorf.

Zum Teil wurden die Namen der WohnplĂ€tze auch fĂŒr die Bezeichnung der Stadtteile gewĂ€hlt, in denen sie liegen.

→ Siehe auch: Liste der WohnplĂ€tze in Remscheid

NaturrÀume

In Remscheid gibt es 23 Naturschutzgebiete von insgesamt 715,49 ha. Das entspricht einer FlĂ€che von 9,59 % des Stadtgebiets. Sie befinden sich grĂ¶ĂŸtenteils auf dem Gebiet der Fluss- und BachtĂ€ler. Als Landschaftsschutzgebiet sind 4.500ha ausgewiesen, das sind ĂŒber 60 % des Stadtgebiets.[3]

Geschichte

Remscheid, Ehemalige Straßenbahnlinie

Remscheid stammt vermutlich aus altfrĂ€nkischer Zeit, wurde im 12. Jahrhundert gegrĂŒndet und gehörte als Teil des Amtes Bornefeld und des Amtes Beyenburg (Ortsteil LĂŒttringhausen) zur Grafschaft bzw. zum Herzogtum Berg.

Der Ort wurde 1173/89 zum ersten Mal schriftlich als Remscheit erwĂ€hnt. Weitere Nennungen folgen 1217 (Remissgeid), 1251 (Remscheid), 1308 (Renscheit), 1312 (Rymschyt), um 1350 (Rembscheidt), 1351 (Rymscheid), 1400 (Reymsceit), 1402 (Reymscheit), 1405 und 1407 (Rympscheit), 1413 (Remscheyt), 1441 (Remscheit und Remschett), 1487 (Reymscheyd) und 1639 (Rembscheid).[4] UrsprĂŒnglich war von einem „Hohen Wald“ zwischen Eschbach und Morsbach die Rede. Die Endsilbe „scheid“ bezeichnet einen Höhenkamm oder eine Wasserscheide.

Zur Zeit der Napoleonischen Herrschaft gehörte die Siedlung ab 1806 zum Kanton Ronsdorf im Arrondissement Elberfeld des Großherzogtums Kleve und Berg und erhielt als Kommune ersten Grades mit 6.135 Einwohnern erst 1808 das Stadtrecht, als das wirtschaftliche Wachstum der gesamten Rhein-Ruhr-Region zu einem Bevölkerungszuwachs in Remscheid fĂŒhrte. Maschinenbau und die Werkzeugproduktion sind bis heute die Hauptindustriezweige der Stadt. Nach dem Übergang an Preußen 1815 gehörte die junge Stadt Remscheid zum Landkreis Lennep. Die Kreisstadt Lennep hingegen hatte schon 1230 das Stadtrecht erhalten und wurde zur gleichen Zeit befestigt. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Lennep zu einer bedeutenden Handelsstadt, trat sogar der Hanse bei und erlangte damit höhere Bedeutung als das benachbarte Remscheid. Nach dem Übergang an Preußen 1815 wurde Lennep Sitz des gleichnamigen Landkreises.

Die Industrialisierung verschaffte Remscheid einen entscheidenden Entwicklungsschub, so dass die Stadt bald ihre Ă€ltere Nachbarstadt Lennep ĂŒberflĂŒgelte. Am 1. Januar 1888 schied sie aus dem Landkreis Lennep aus und wurde eine kreisfreie Stadt. 1893 erhielt Remscheid eine Straßenbahn, die ab 1930 bis nach Wermelskirchen und nach Burg an der Wupper fĂŒhrte. Lennep verlor immer mehr an Bedeutung.

Infolge des Kapp-Putsches in Berlin kam es auch in Remscheid im MĂ€rz 1920 zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen bĂŒrgerlichen FreiwilligenverbĂ€nden, Freicorps, Reichswehrangehörigen und lokalen bewaffneten ArbeiterverbĂ€nden, die durch aus dem Ruhrgebiet nachgerĂŒckte VerbĂ€nde verstĂ€rkt worden waren. FĂŒr die mehr als 50 Toten der bĂŒrgerlichen[5] und fĂŒr die mehr als 20 Toten der örtlichen kommunistischen Teilnehmer an diesen KĂ€mpfen finden sich Mahnmale in Reinshagen und im Stadtpark.[6] Im Rahmen der Ruhrbesetzung rĂŒckten französische Truppen am 6. Februar 1923 in Lennep und am 7. MĂ€rz 1923 in Remscheid ein. Im Laufe weniger Wochen musste das Realgymnasium, das Lyzeum und die Steinberger Schule geschlossen und fĂŒr Truppen in GarnisonsstĂ€rke als Unterkunft zur VerfĂŒgung gestellt werden. Die Versorgung der Stadt mit Nahrungs- und Produktionsmitteln sowie der Warenabsatz waren durch die zum unbesetzten LĂŒttringhausen hin verlaufende Zollgrenze stark behindert, ein Stadtbewohner wurde beim Schmuggeln im September 1923 erschossen. Die Besatzung endete am 22. Oktober 1924 mit dem Abzug der letzten 500 Besatzungssoldaten.[7]

Ehemalige Straßenbahnlinie

Am 1. August 1929 erfolgte schließlich eine kommunale Neugliederung des gesamten rheinisch-westfĂ€lischen Industriegebiets. Infolgedessen wurde die kreisfreie Stadt Remscheid mit den StĂ€dten Lennep und LĂŒttringhausen zu einer neuen kreisfreien Stadt mit dem Namen Remscheid vereinigt. Die neue Kommune ĂŒberschritt die 100.000-Einwohner-Grenze und wurde damit Großstadt. Aus dem Kreis Lennep wurde der Kreis Solingen-Lennep, der 1931 in Rhein-Wupper-Kreis umbenannt wurde und bis 1975 bestand.

WĂ€hrend des Nationalsozialismus wurden ĂŒber 170 Juden und mehr als 30 politische WiderstandskĂ€mpfer aus Remscheid in verschiedene Konzentrationslager deportiert und umgebracht. Vor allem in der Region um die Martin-Luther-Straße in der Innenstadt lebten viele Remscheider BĂŒrger jĂŒdischen Glaubens.[8]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Remscheid am 31. Juli 1943 durch einen Luftangriff stark zerstört. Bei diesem Angriff starben mehr als 1.000 Menschen, etwa 40.000 Einwohner verloren ihre Wohnung, mehr als 6.600 erlitten Verletzungen. Vorher war LĂŒttringhausen bereits am 30. Mai 1943 angegriffen worden, Lenneps Neustadt wurde am 10. MĂ€rz 1945 zu 80 % zerstört, offiziell wurden 61 Tote gemeldet. Im Verlauf des 14. und 15. April 1945 wurde die Stadt von Lennep und Wermelskirchen aus durch amerikanische Truppen besetzt, die bereits im Mai durch britische Truppen abgelöst wurden, die bis 1952 bleiben sollten. Der Wiederaufbau der Stadt in modernerem Stil, der Wohnraumbau auch fĂŒr mehr als 24.000 zugewanderte FlĂŒchtlinge und die Beseitigung der KriegsschĂ€den dauerten bis zu Beginn der 1960er Jahre.[9]

Im Jahr 1958 wurde in Remscheid-KĂŒppelstein die Musische BildungsstĂ€tte Remscheid als erste bundeszentrale BildungsstĂ€tte fĂŒr FachkrĂ€fte in der kulturellen Jugendbildung gegrĂŒndet. Im Jahr 1968 wurde das Haus baulich und konzeptionell deutlich erweitert und umbenannt. Als Akademie Remscheid fĂŒr musische Bildung und Medienerziehung e. V. ist das Institut bis in die Gegenwart eine bedeutende Zentrale kultureller Fort- und Weiterbildung. Sie wird von den Jugendministerien des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und zieht jĂ€hrlich rund 10.000 Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer aus ganz Deutschland und dem Ausland nach Remscheid.

Im Rahmen der nordrhein-westfĂ€lischen Gebietsreform erfolgte 1975 eine weitere VergrĂ¶ĂŸerung des Stadtgebiets, als die Ortschaft Bergisch Born im SĂŒdosten der Stadt (damals zu relativ gleichen Teilen zum Stadtbezirk Lennep und den StĂ€dten HĂŒckeswagen und Wermelskirchen im Rhein-Wupper-Kreis gehörig) eingegliedert wurde. Der Rhein-Wupper-Kreis wurde aufgelöst. Das Umland Remscheids gehört seither zum Rheinisch-Bergischen-Kreis und zum Oberbergischen Kreis bzw. den kreisfreien StĂ€dten Solingen und Wuppertal.

Im Jahr 1986 wurde in der Innenstadt zwischen Alleestraße und Konrad-Adenauer-Straße das Allee-Center eröffnet. Es besaß zu Beginn eine VerkaufsflĂ€che von 21.000 Quadratmetern mit 65 GeschĂ€ften.

Remscheid geriet im Jahre 1988 in die Schlagzeilen, als am 8. Dezember ein US-amerikanischer Kampfbomber vom Typ A-10 Thunderbolt II in der Stockder Straße abstĂŒrzte (siehe Flugzeugabsturz in Remscheid).

1998 bewarb sich die Stadt Remscheid mit ihren NachbarstĂ€dten Wuppertal und Solingen fĂŒr die Regionale 2006, welche dann 1999 vom Landeskabinett an das Bergische StĂ€dtedreieck vergeben wurde. In Remscheid wurden in diesem Rahmen verschiedene Projekte fertiggestellt, die zur Stadtentwicklung beitrugen, wie zum Beispiel die Werkzeugtrasse oder der Ersatz des Hauptbahnhofs.

Im Dezember 2005 werden im Stadtgebiet die ersten Stolpersteine durch Gunter Demnig verlegt. Bei diesen 10 cm langen Steinen handelt es sich um kleine Messingplatten im Straßenpflaster, die an die Opfer der Judenvernichtung und der politischen Verfolgung im Nationalsozialismus erinnern.[8]

Wappen

Stadtwappen der kreisfreien Stadt Remscheid

Das Wappen der Stadt Remscheid wurde auf Anregung des BĂŒrgermeisters Abraham Hering nach einem Gerichtssiegel aus dem Jahr 1566 gestaltet und zeigt geteilt von Silber und Blau oben einen wachsenden, zweigeschwĂ€nzten, blaubbewehrten und blaubezungten roten Löwen, unten eine silberne Sichel mit braunem Griff. Die Stadtfarben sind blau-weiß. Das Wappen wurde am 18. Februar 1854 durch die Kabinettsorder des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen festgelegt und von der neuen Stadt Remscheid auch nach 1929 weiter gefĂŒhrt. Der Löwe ist das Wappentier der Grafen bzw. Herzöge von Berg, zu dem die Stadt bis zum Übergang an Preußen gehörte. Die Sichel steht fĂŒr die bedeutende Eisenindustrie der Stadt, die schon im Mittelalter dort ansĂ€ssig war.[10]

Das große Stadtwappen wird von zwei Schildhaltern, beides Schmiede, heraldisch rechts ein Lehrling mit einer Zange, heraldisch links ein Meister mit einem Hammer gehalten. Gekrönt wird das große Stadtwappen von einer Mauerkrone, aus der der preußische Adler wĂ€chst.

Bis Dezember 2007 zierte das große Stadtwappen zeitweilig das Amtsblatt der Stadt Remscheid, bis es von einer „moderneren“ Variante abgelöst wurde.


Eingemeindungen

Die Stadt Remscheid entstand im Laufe der Geschichte aus einer Vielzahl von WohnplĂ€tzen, die teilweise sehr verstreut im Bergischen Land lagen. 1871 wurden die Siedlungen Großhausen, Neuhausen und WĂŒstberghausen sowie Struck, Neuenhof und vier EinzelhĂ€user eingegliedert. Um das Jahr 1880 umfasste das Stadtgebiet Remscheids etwa 80 WohnplĂ€tze. 1893 wurden Neuenkamp und das zur Gemeinde Lennep gehörige Hohenhagen eingegliedert. Bereits am 1. Januar 1888 war Remscheid aus dem Kreis Lennep ausgeschieden und eine kreisfreie Stadt geworden. Auch die Ă€ltere Kreis- und Nachbarstadt Lennep bestand um das Jahr 1870 aus ĂŒber 100 WohnplĂ€tzen. 1906 wurden die Orte Rotzkotten und FĂŒnfzehnhöfe eingegliedert. Die alte Siedlung LĂŒttringhausen, die schon sehr frĂŒh als Freidorf bezeichnet wurde, doch erst 1856 die Bezeichnung „Stadt“ erhielt und zu der seit 1808 auch die Freiheit Beyenburg gehörte, hatte ebenfalls ĂŒber 100 WohnplĂ€tze.

Auf Grund des „Gesetzes ĂŒber die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfĂ€lischen Industriegebietes“, das am 1. August 1929 in Kraft trat, wurden die drei StĂ€dte Remscheid, Lennep und LĂŒttringhausen (ohne Beyenburg, das zu Barmen-Elberfeld bzw. Wuppertal kam) zu einer (neuen) kreisfreien Stadt mit dem Namen Remscheid vereinigt. Schließlich erfolgte am 1. Januar 1975 im Rahmen des DĂŒsseldorf-Gesetzes (§21) die Eingliederung des Ortsteils Bergisch Born, der bis dahin teilweise zur Stadt HĂŒckeswagen (Hauptteil) und zur Stadt Wermelskirchen im Rhein-Wupper-Kreis gehörte.[11]

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung

1875 hatte Remscheid 25.000 Einwohner, bis 1897 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000. Nach der Eingemeindung von Lennep (1736 Hektar, 14.463 Einwohner 1929), LĂŒttringhausen (1444 Hektar, 9.277 Einwohner; ohne Beyenburg), einem Teil von Ronsdorf (76 Hektar, 0 Einwohner), einem Teil von Cronenberg (22 Hektar, 104 Einwohner) und einem Teil von Wermelskirchen (14 Hektar, 0 Einwohner) am 1. August 1929, ĂŒberschritt die Einwohnerzahl der Stadt Remscheid die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

1971 erreichte die Bevölkerungszahl mit 136.699 ihren historischen Höchststand. 2003 betrug der Anteil der nichtdeutschen Einwohner an der Gesamtbevölkerung nach Angaben der Stadtverwaltung 14,8 Prozent (17.937 Personen). Ende Dezember 2006 lebten in Remscheid nach Fortschreibung des Landesamtes fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 114.925 Menschen mit Hauptwohnsitz. Am 31. Dezember 2006 gab es 16.932 AuslĂ€nder (14,35 %). Die Einwohnerentwicklung ist mit ca. 1.000 AbgĂ€ngen pro Jahr rĂŒcklĂ€ufig.[12]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um SchĂ€tzungen, danach um VolkszĂ€hlungsergebnisse (Âč) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1808 6.135
1815 7.100
1820 7.987
1830 9.428
1. Dezember 1840 Âč 11.142
3. Dezember 1849 Âč 12.467
3. Dezember 1855 Âč 14.160
3. Dezember 1858 Âč 14.858
3. Dezember 1861 Âč 15.414
3. Dezember 1864 Âč 18.400
3. Dezember 1867 Âč 20.100
1. Dezember 1871 Âč 22.100
1. Dezember 1875 Âč 26.066
1. Dezember 1880 Âč 30.100
Jahr Einwohner
1. Dezember 1885 Âč 33.986
1. Dezember 1890 Âč 40.371
2. Dezember 1895 Âč 47.283
1. Dezember 1900 Âč 58.103
1. Dezember 1905 Âč 64.340
1. Dezember 1910 Âč 72.159
1. Dezember 1916 Âč 66.001
5. Dezember 1917 Âč 66.934
8. Oktober 1919 Âč 72.568
16. Juni 1925 Âč 76.678
16. Juni 1933 Âč 101.188
17. Mai 1939 Âč 103.915
31. Dezember 1945 91.603
29. Oktober 1946 Âč 92.928
Jahr Einwohner
13. September 1950 Âč 103.276
25. September 1956 Âč 118.161
6. Juni 1961 Âč 126.892
31. Dezember 1965 133.117
27. Mai 1970 Âč 136.419
31. Dezember 1975 133.145
31. Dezember 1980 129.082
31. Dezember 1985 121.204
25. Mai 1987 Âč 120.132
31. Dezember 1990 123.155
31. Dezember 1995 122.260
31. Dezember 2000 119.287
31. Dezember 2006 118.005
31. Dezember 2007 117.247
Jahr Einwohner
31. Dezember 2009 111.044
30. November 2010 110.637[13];[14]

Âč VolkszĂ€hlungsergebnis

Politik

Das Kirchspiel Remscheid hatte zunĂ€chst keine eigene Verwaltung. Lediglich gewisse Aufgaben der Schöffen des Landgerichts wurden vor Ort erledigt. Im 17. Jahrhundert ist ein „Vorsteher“ genannt, der aber nur geringe Befugnisse hatte. Im Jahre 1808 wurde Remscheid, das dem Kanton Ronsdorf des Arrondissements Elberfeld im DĂ©partement Rhein des napoleonischen Großherzogtums Kleve und Berg zugeordnete worden war, zur Stadt erhoben und erhielt eine Munizipalverfassung mit einem Maire und zwei Beigeordneten an der Spitze. Ihnen standen 20 MunizipalrĂ€te zur Seite. Im Verlaufe des Wiener Kongresses wurde das Gebiet 1815 Preußen zugeschlagen und es wurde eine BĂŒrgermeisterverfassung eingefĂŒhrt, nach der ein BĂŒrgermeister, ab 1873 ein OberbĂŒrgermeister an der Spitze der Stadtverwaltung stand.

In Lennep gab es bereits seit 1350 einen BĂŒrgermeister und einen Rat. Der Rat wurde im Laufe der Geschichte mehrmals in seiner Zusammensetzung verĂ€ndert. Anfangs gehörten ihm auch Schöffen an. Die jĂ€hrlichen Neuwahlen zum Rat erfolgten am 27. Dezember. Der BĂŒrgermeister wurde aus der Reihe der Schöffen gewĂ€hlt. Auch in Lennep wurde 1807 zunĂ€chst die Munizipalverfassung eingefĂŒhrt, es war Mairie des Kantons Lennep, der ebenfalls zum Arrondissement Elberfeld gehörte. Ab 1815 wurde die preußische Verwaltung und 1856 schließlich die preußische StĂ€dteordnung eingefĂŒhrt. An der Spitze der Stadt stand weiterhin ein BĂŒrgermeister.

In LĂŒttringhausen wurde 1807 zusammen mit Beyenburg die Munizipalverfassung eingefĂŒhrt, es gehörte wie Remscheid zum Kanton Ronsdorf. 1808 erhielt die von Napoleon beherrschte Stadt einen Maire. ZunĂ€chst hatte sich kein BĂŒrger dafĂŒr zur VerfĂŒgung gestellt, unter der französischen Herrschaft dieses Amt auszuĂŒben. Erst 1856 wurde LĂŒttringhausen durch preußische Kabinettsorder zur Stadt erhoben. Auch hier leitete ein BĂŒrgermeister die Stadtverwaltung. Namhaftester BĂŒrgermeister war Richard Gertenbach, der in seiner 35-jĂ€hrigen Amtszeit die Infrastruktur LĂŒttringhausens deutlich verbesserte. 1929 erfolgte durch Landtagsbeschluss die umstrittene Eingemeindung nach Remscheid.

Nach Bildung der neuen Großstadt Remscheid 1929 wurde diese vom Rat und von einem OberbĂŒrgermeister geleitet, der wĂ€hrend der Zeit der Nationalsozialisten von der NSDAP eingesetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die MilitĂ€rregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen OberbĂŒrgermeister ein und fĂŒhrte 1946 die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewĂ€hlten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wĂ€hlte anfangs aus seiner Mitte den OberbĂŒrgermeister als Vorsitzenden und ReprĂ€sentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tĂ€tig war. Des Weiteren wĂ€hlte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1995 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen OberbĂŒrgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung sowie ReprĂ€sentant der Stadt und wird direkt von den BĂŒrgern gewĂ€hlt.

Die Stadt Remscheid muss wie Oberhausen und Duisburg mit einer hohen Verschuldung umgehen. Die Gesamtsumme belĂ€uft sich zum Jahresende 2008 auf mehr als 655 Millionen Euro. Jeder Einwohner ist mit ĂŒber 5.700 Euro verschuldet. Diese Zahlen liegen deutlich ĂŒber dem Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen.[15]

Im Bundestag wird die Stadt im seit 2002 neu festgelegten Wahlkreis 104 zusammen mit Solingen, Ronsdorf und Cronenberg seit der Wahl im Herbst 2009 durch JĂŒrgen Hardt (CDU) vertreten, den Wahlkreis 35 des Landtages von Nordrhein-Westfalen vertritt seit der Wahl im Mai 2010 Sven Wolf (SPD).

Stadtrat

→ Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Remscheid

Bei der vorletzten Kommunalwahl am 26. September 2004 haben 43.327 Einwohner gewĂ€hlt. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 47,79 %. Die Kandidaten fĂŒr das Amt des OberbĂŒrgermeisters waren Fred Schulz (CDU), Beate Wilding (SPD) und Frank vom Scheidt (BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen). Auf Fred Schulz entfielen 49,42 % und auf Beate Wilding 38,94 % der Stimmen. Da keiner von beiden eine absolute Mehrheit erreichen konnte, gab es am 10. Oktober 2004 eine Stichwahl, die sich Beate Wilding mit knapp 50,14 % der Stimmen sichern konnte. Sie ist somit die erste OberbĂŒrgermeisterin Remscheids.

Bei der Wahl des Stadtrates konnte sich die CDU mit 41,32 % die meisten Stimmen sichern, musste allerdings Verluste von fast 9 % im Vergleich zur Kommunalwahl 1999 einbĂŒĂŸen. Auch die SPD verlor 2 Prozentpunkte und fiel von 34,5 % auf 32,85 %. Die GrĂŒnen konnten dagegen ihren Wert von 1999 verdoppeln und erreichten 10,5 % der Stimmen.[16]

→ Siehe auch: Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen 2009

Die Zusammensetzung des Rates seit 1994 ist wie folgt:

Stadtrat von Remscheid
Wahlperiode CDU SPD GrĂŒne FDP W.i.R. Die Linke fl Rat
XII: 1994–1999 36,7 23 46,0 29 7,2 4 5,2 3 - - - 59
XIII: 1999–2004 50,0 27 34,5 19 5,5 3 4,6 2 5,4 3 - - 54
XIV: 2004–2009
41,3 24 32,9 19 (18*) 10,5 6 (5*) 7,8 5 6,7 4 – – – 0 (2*) 58
XV: 2009–2014 36,2 19 31,4 17 9,7 5 10,4 6 6,6 4 5,5 3 – - 54
  • Jeweils ein Ratsmitglied trat im Jahr 2009 aus der Fraktion der SPD und aus der Fraktion von BĂŒndnis 90 / Die GrĂŒnen aus.

Bezirksvertretungen

Neben dem Stadtrat hat jeder der vier Stadtbezirke eine eigene Bezirksvertretung, dessen Vorsitzender der BezirksbĂŒrgermeister ist. Die Stadtbezirke Lennep, LĂŒttringhausen und SĂŒd haben je 11 Bezirksvertreter, der Stadtbezirk Alt-Remscheid besteht aus 19 Vertretern. Die Wahl der Bezirksvertretungen findet im Rahmen der Kommunalwahlen alle fĂŒnf Jahre statt.

Momentan ist die CDU in allen Bezirken die stĂ€rkste Fraktion, gefolgt von der SPD. Je nach der politischen Lage in den Stadtbezirken ist die drittstĂ€rkste Partei die FDP oder die GrĂŒnen.

BĂŒrgermeister

BĂŒrgermeister bzw. OberbĂŒrgermeister seit 1808

  • 1808–1811: Johann Gottlieb Diederichs, BĂŒrgermeister
  • 1811–1814: Georg Heinrich Sonntag, BĂŒrgermeister
  • 1814–1851: Abraham Hering, BĂŒrgermeister
  • 1851–1859: Bertram Pfeiffer, BĂŒrgermeister
  • 1859–1876: Otto Hoffmeister, ab 1873 OberbĂŒrgermeister
  • 1876–1899: Ludwig von Bohlen, ab 1888 OberbĂŒrgermeister
  • 1899–1910: Otto Nollau, ab 1902 OberbĂŒrgermeister
  • 1910–1914: Karl Jarres, DVP, ab 1911 OberbĂŒrgermeister, spĂ€ter Vizekanzler der Weimarer Republik und OberbĂŒrgermeister von Duisburg von 1914 bis 1933
  • 1914–1937: Walther Hartmann, ab 1915 OberbĂŒrgermeister (wie alle spĂ€teren)
  • 1937–1945: Ludwig Kraft, NSDAP
  • 1945–1946: Georg zur Hellen
  • 1946: Gustav Flohr, KPD
  • 1946–1948: August Scholz
  • 1948: Richard Gierk
  • 1948–1961: Walter Frey, SPD
  • 1961–1963: Gerd Ludwig Lemmer, CDU
  • 1963–1964: Peter Wolf, CDU
  • 1964–1968: Heinz Heinrichs, SPD
  • 1968: Karl-Heinz Bona, CDU
  • 1968–1989: Wilhelm Hartkopf, SPD
  • 1989–1999: Reinhard Ulbrich, SPD (ab 1995 hauptamtlich)
  • 1999–2004: Fred Schulz, CDU
  • seit 2004: Beate Wilding, SPD

Oberstadtdirektoren von Remscheid 1946–1995

  • 1946–1951: Arthur Mebus
  • 1951–1957: Paul Braess
  • 1958–1961: Wolfgang Lorke
  • 1962–1965: Konrad Eisholz
  • 1965–1989: GĂŒnter Krug
  • 1989–1994: Wilhelm Ellerbrake
  • 1994–1995: Burghard Lehmann

BĂŒrgermeister von Lennep

  • 1808–1824: Franz Hasselkus
  • 1825–1832: Peter Carl Moll
  • 1832–1845: Carl Wille
  • 1846–1872: Rudolf Trip
  • 1872–1897: Ferdinand Sauerbronn
  • 1897–1921: Rudolf Stosberg
  • 1921–1929: Emil Nohl

BĂŒrgermeister von LĂŒttringhausen

  • 1808–1810: Johann Abaham vom Baur
  • 1810–1811: Theodor Goldenberg
  • 1811–1815: Johann Peter Moll
  • 1815–1827: Carl Friedrich Morian
  • 1827–1834: Franz TĂŒrk
  • 1834–1846: Wilhelm Wetter
  • 1846–1866: Friedrich Wilhelm Herweg
  • 1867–1883: Franz Hubert PĂŒtz
  • 1883–1889: Martin Trommershausen
  • 1890–1925: Richard Gertenbach
  • 1925–1929: Rudolf Suthoff-Groß

Jugendrat

Seit 2004 wird fĂŒr alle zwei Jahre ein Jugendrat von SchĂŒler und SchĂŒlerinnen der weiterfĂŒhrenden Schulen in Remscheid gewĂ€hlt. Er setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen, die zwischen 14 und 17 Jahre alt sein mĂŒssen.[17] Es werden vor allem an Projekten zur Jugendarbeit und zu Themen wie Sucht und Aids gearbeitet.[18]

PartnerstÀdte

Remscheid unterhÀlt eine StÀdtepartnerschaft mit folgenden StÀdten:[19]

Bereits am 20. Dezember 1954 hat die Stadt Remscheid eine Patenschaft fĂŒr die ehemals ostpreußische, heute auf polnischem Staatsgebiet liegende Stadt und den Landkreis Sensburg ĂŒbernommen.[20]

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Bergische Land ist ein Wirtschaftsraum der Schneidwarenfertigung und Werkzeugfabrikation, des Maschinen- und Anlagenbaus und der Lohnfertigung. Am 31. Januar 2008 gab es 5.215 Arbeitslose (8,7 %). Remscheid ist ein traditionsreicher Industriestandort; zahlreiche oft sehr innovative mittelstĂ€ndische Unternehmen sind oder waren dort tĂ€tig, von denen die bekanntesten im Folgenden beispielhaft genannt werden. So stand das Stammwerk der GebrĂŒder-Mannesmannröhren-Werke in Remscheid. Die BrĂŒder Reinhard und Max Mannesmann erfanden 1885 in der Feilenhauerwerkstatt ihres Vaters das revolutionĂ€re Walzverfahren zur nahtlosen Röhrenherstellung,[21][22] welches sie 1890 durch das noch heute angewendete Pilgerschritt-Walzverfahren vervollkommneten. Die von den namensgebenden GebrĂŒdern Dowidat Remscheid 1919 gegrĂŒndete und nach wie vor in Privatbesitz befindliche Werkzeugfabrik Gedore gehört zu den weltweit grĂ¶ĂŸten Herstellern von QualitĂ€tswerkzeugen. Auch die 1868 gegrĂŒndete Werkzeugfabrik Hazet wurde nach den – als Buchstabe ausgesprochenen – Initialen des FirmengrĂŒnders Hermann Zerver benannt und auch sie gehört zu den weltweit fĂŒhrenden Unternehmen in dieser Branche. Mit dem GrĂŒndungsdatum 1853 ist die Firma Eduard Gottfr. Ferne GmbH & Co. KG die Ă€lteste Werkzeugfabrik in Remscheid. Das Unternehmen gehört zur Werkzeuggruppe um die Firma Kleinbongartz & Kaiser oHG, deren Abzieher unter dem Markennamen KUKKO bekannt sind. So sind viele Werkzeugfirmen in Remscheid angesiedelt unter anderem Bohrcraft, BTW, Compass, Edessö, Elora, ECE Emmerich, Exact, Famag, Guhema, Kirschen, Löher, Nexus, Padre-Tirem, Parat, Röntgen, Sturem, VBW, Wezu, Wilpu.

Die ebenfalls nach dem FirmengrĂŒnder Eduard ScharwĂ€chter benannte 1870 gegrĂŒndete Edscha-Gruppe ist hingegen innovativer Weltmarkt-FĂŒhrer in der Produktion von TĂŒrscharnieren und -Feststellern und darĂŒber hinaus ein bekannter Entwickler im Automobilbereich und Hersteller von Cabrio-Dachsystemen und BetĂ€tigungssystemen. Die Firma Keiper GmbH & Co. KG, weltweit bekannter Hersteller von Strukturen und Komponenten fĂŒr Pkw-Sitze, wurde im Jahr 1920 durch Fritz Keiper gegrĂŒndet. Das Unternehmen gehört zusammen mit den beiden Unternehmen Recaro und Recaro Aircraftseating zur Keiper Recaro Group . Der heutige WeltmarktfĂŒhrer im Bereich Spinnanlagen fĂŒr Nylon, Polyester und Polypropylen sowie Texturiermaschinen, die Oerlikon Barmag, wurde 1922 als Barmag AG in Wuppertal-Barmen gegrĂŒndet . Das weiterhin in Familienbesitz befindliche Unternehmen der europaweit bekanntesten Heiztechnikmarke Vaillant mit dem Logo eines Osterhasen-Kopfes wurde 1874 von Johann Vaillant in Remscheid gegrĂŒndet. Auch dieser brachte zahlreiche Innovationen auf den Markt, so patentierte er beispielsweise 1894 den Gas-Badeofen als geschlossenes System.

Die Firma Thyssen Krupp GmbH in Remscheid gehört zu den grĂ¶ĂŸten Automobilzulieferer weltweit und beschĂ€ftigt heute ĂŒber 1000 Mitarbeiter. Im Jahr 2001 fusionierten die beiden Konzerne Thyssen und Krupp. Zuvor hieß das Werk in Remscheid Thyssen BSI (Bergische Stahlindustrie), davor DEW (Deutsche Edelstahl-Werke).

Der Logistikkonzern KĂŒhne + Nagel unterhĂ€lt in Remscheid ebenfalls eine Niederlassung.[23]

Remscheid Hbf

Verkehr

Die Stadt Remscheid ist ĂŒber die Bundesautobahn A 1 (Abfahrt Nr. 95b „Remscheid“ und Abfahrt Nr. 95a „RS-Lennep / RS-LĂŒttringhausen-SĂŒd“) an das deutsche Autobahnnetz angeschlossen. Die Anschlussstelle Wuppertal-Ronsdorf / RS-LĂŒttringhausen-Nord liegt unmittelbar hinter der Stadtgrenze. Nahe der Eschbachtalsperre liegt die RaststĂ€tte Remscheid an der A 1. Ferner fĂŒhren die Bundesstraßen B 51, B 229 und B 237, sowie die Landesstraßen L 58, L 74, L 80, L 81, L 157, L 216, L 407, L 409, L 411, L 412, L 415 und L 417 durch das Stadtgebiet.

Remscheid ist seit 1868 ĂŒber die Bahnstrecke Wuppertal-Oberbarmen–Solingen zu erreichen, die derzeit von der RegionalBahn-Linie RB47 „Der MĂŒngstener“ von Wuppertal Hauptbahnhof (W-Elberfeld) nach Solingen Hauptbahnhof (SG-Ohligs) befahren wird. Im Stadtgebiet gibt es vier Haltepunkte: LĂŒttringhausen, Lennep, Remscheid Hauptbahnhof und GĂŒldenwerth. Die Bahnlinie ĂŒberquert von Remscheid kommend an der Grenze zur Stadt Solingen die MĂŒngstener BrĂŒcke, Deutschlands höchste Stahl-EisenbahnbrĂŒcke. Die nĂ€chstgelegenen Fernverkehrsbahnhöfe befinden sich in Wuppertal und Solingen.

Der Betrieb der Ronsdorf-MĂŒngstener Eisenbahn, die das Morsbachtal im Norden der Stadt fĂŒr die Wirtschaftsbetriebe und den (eher geringen) Personenverkehr ab 1890/1891 erschlossen hat und aus der mehrere Straßenbahnlinien hervorgegangen sind, wurde 1959 eingestellt.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Buslinien der Stadtwerke Remscheid GmbH. Der wichtigste Bushaltepunkt ist der Friedrich-Ebert-Platz in der Remscheider Innenstadt. Von hier aus verkehren Busse in alle Stadtteile und andere StĂ€dte wie Wuppertal, Köln und Solingen. Alle Verkehrsmittel in Remscheid sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) zu benutzen. Bei Fahrten in Richtung SĂŒden (zum Beispiel Wermelskirchen, Radevormwald, HĂŒckeswagen, Leverkusen) gilt seit 1. Januar 2005 einheitlich der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg.

→ Siehe auch: Liste der Buslinien in Remscheid

Ehemalige Remscheider Straßenbahn 1955

Am 7. Juli 1893 wurde in Remscheid die elektrische Straßenbahn mit zahlreichen Linien in die unterschiedlichen Stadtteile und nach Wermelskirchen in Betrieb genommen. Es war die erste in Westdeutschland. Ein Kreuzungspunkt befand sich am Markt. Der Streckenabschnitt mit dem stĂ€rksten GefĂ€lle war auf der Bismarckstraße (heute: Alte Bismarckstraße) und galt mit 10,6 % Steigung als steilste Strecke fĂŒr AdhĂ€sionsbahnen (Schienenbahnen ohne Zahnradantrieb) in Deutschland. Der Straßenbahnbetrieb wurde im April 1969 mit Aufgabe der Linie Hasten-Ehringhausen eingestellt.

Die internationalen FlughĂ€fen DĂŒsseldorf und Köln/Bonn, sowie der Regionalflughafen in Dortmund sind mit dem PKW oder der Bahn in 45 bis 60 Minuten erreichbar.

Bildung

Das Angebot der allgemeinbildenden Schulen der Stadt besteht aus vier Gymnasien (Röntgen-Gymnasium, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Gertrud-BĂ€umer-Gymnasium und Leibniz-Gymnasium), drei Realschulen (Alexander-von-Humboldt-Schule, Albert-Schweitzer-Realschule und Weiterbildungskolleg – Abendrealschule), zwei Gesamtschulen (Albert-Einstein-Gesamtschule und Sophie-Scholl-Gesamtschule), vier Hauptschulen (GHS Hackenberg, GHS Klausen, GHS RosenhĂŒgel und GHS Wilhelmstraße), vier Sonderschulen (StĂ€dtische Förderschule Heinrich-Neumann, StĂ€dtische Förderschule Hilda-Heinemann, StĂ€dtische Förderschule Karl-Kind und StĂ€dtische Förderschule Pestalozzi) und einer Waldorfschule (Rudolf-Steiner-Schule). Des Weiteren gibt es drei Berufskollegs (KĂ€the-Kollwitz-Berufskolleg, Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung und Berufskolleg Technik).

Außerdem bestehen eine Volkshochschule (seit 1919)[24], eine stĂ€dtische Musik- und Kunstschule, die Naturschule Grund sowie die Akademie Remscheid fĂŒr musische Bildung und Medienerziehung. Ferner unterhĂ€lt die Bergische UniversitĂ€t Wuppertal das Institut fĂŒr Werkzeugforschung und Werkstoffe (IFW). DarĂŒber hinaus wurde 1977 ein Studienzentrum der FernuniversitĂ€t Hagen in der Ludwigstraße eingerichtet[24], das 2005 geschlossen wurde. Ab 1964 bestand kurzzeitig eine Staatliche Ingenieurschule, die RĂ€umlichkeiten in Lennep nutzte.[25] Ihr Lehrangebot ging mit der Eröffnung der Bergischen UniversitĂ€t Wuppertal auf diese ĂŒber. Bereits 1882 war eine StĂ€dtische Fachschule fĂŒr Stahl- und Eisenindustrie zur Ausbildung der dringend benötigten FachkrĂ€fte eingerichtet worden. Sie befand sich in der SchĂŒtzenstraße, ungefĂ€hr gegenĂŒber dem spĂ€teren Königlichen Amtsgericht und bot ausgedehnte Werkhallen. 1895 wurde die Fachschule als Königliche Fachschule staatlicher Aufsicht unterstellt und 1932 geschlossen[24]. Der gesamte GebĂ€udekomplex wurde 1943 zerstört.[26]

AnlĂ€sslich des 50. Jahrestages der Ehrung von Wilhelm Conrad Röntgens mit dem Nobelpreis fĂŒr Physik verleiht der OberbĂŒrgermeister der Stadt Remscheid seit 1951 jĂ€hrlich die Röntgen-Plakette.

Medizinische Versorgung

KrankenhÀuser und Kliniken: Der stationÀren und ambulanten medizinischen Versorgung dienen

  • DĂŒnkeloh-Klinik (43 Betten), Alleestraße:

Die Klinik wurde 1908 von Dr. SchĂ€fer als 8-Betten-Einrichtung gegrĂŒndet. 1914 ĂŒbernahm Dr. DĂŒnkeloh die Klinik, nach dem das Haus auch spĂ€ter benannt wurde, 1937 Dr. Hamann, 1965 Dr. Lang und 2001 die DĂŒnkeloh-Klinik GmbH Co. KG. Seit Anfang 2010 gehört der Krankenhausbetrieb zum SANA-Klinikum, darĂŒber hinaus wird weiterhin eine ambulante Tagesklinik betrieben. Fachabteilungen: Chirurgie und Proktologie

  • Ev. Stiftung Tannenhof (409 Betten), Fachkrankenhaus fĂŒr Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie mit spezieller Schmerztherapie, Remscheider Straße:
  • Fabricius-Klinik (100 Betten), BrĂŒderstraße:

Sie wurde 1899 von Dr. SchĂ€fer gegrĂŒndet und benannt nach „Fabricius Hildanus“, dem in der hiesigen Region bekannt gewordenen Wundarzt Dr. Wilhelm Fabry. 1904 ĂŒbernahmen die Dominikanerinnen von Arenberg die Klinik mit damals acht Betten. Heute ist die Fabricius-Klinik ein 100-Betten-Allgemeinkrankenhaus mit den zwei Fachabteilungen Innere Medizin und OrthopĂ€die.

  • Sana-Klinikum (684 Betten), Burger Straße:

In der Alleestraße / Ecke BrĂŒderstraße ermöglichte die „Halbach-Stiftung“ 1857 den Bau des ersten Krankenhauses in Remscheid. Als sich die Einrichtung um die Jahrhundertwende als zu klein erwies, plante man den Bau einer Krankenanstalt am heutigen Standort in der Burger Straße. Die „Kaiser-Wilhelm-Augusta-Viktoria-Stiftung“ sorgte fĂŒr den finanziellen Hintergrund. Die Remscheider Familien Hasenclever, Böker und andere BĂŒrger ermöglichten mit großzĂŒgigen Stiftungen und Spenden das Projekt. Am 5. Dezember 1913 erfolgte die offizielle Übergabe. Die GebĂ€ude wurden zunĂ€chst von der Evangelischen Kirche unterhalten, wĂ€hrend die Verwaltung in den HĂ€nden der Stadt Remscheid lag. 1992 wurde der stĂ€dtische Eigenbetrieb in die Klinikum Remscheid GmbH umgewandelt. Acht Jahre spĂ€ter ĂŒbernahm die Sana-Kliniken GmbH & Co. KG 75 % der Anteile der Einrichtung.

Auch in Lennep hatte es bis 1962 in Regie des Lenneper Krankenhaus-Vereins ein Krankenhaus gegeben. 1971 wurde in Lennep ein weiterer GebÀudekomplex des Remscheiders Klinikums errichtet, der Betrieb aber 2005 eingestellt.

Medien

Radio RSG ist das Lokalradio fĂŒr Remscheid und Solingen und sendet im Bergischen Land auf den UKW-Frequenzen 92,2; 94,3 und 107,9. Außerdem ist der Sender im Bergischen Land im Kabelnetz zu empfangen sowie weltweit ĂŒber einen Internet-Stream.

Der Remscheider General-Anzeiger (RGA) ist mit 20.656 Exemplaren[27] die auflagenstĂ€rkste Tageszeitung in Remscheid und erscheint seit 1889 im J. F. Ziegler KG Druckerei und Verlag. Ab 1. Januar 2012 wird sie vom Solinger Verlag Boll ĂŒbernommen. Eine weitere Tageszeitung mit Regionalteil ist mit einer Auflage von 14.368[27] die zur Rheinische-Post-Verlagsgesellschaft gehörende Bergische Morgenpost, welche neben ihrer Redaktion in Lennep ebenso wie der RGA Lokalredaktionen mit eigenen Ausgaben in HĂŒckeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen unterhĂ€lt.

Zentralbibliothek der Öffentlichen Bibliothek

Die J. F. Ziegler KG gibt außerdem das wöchentlich erscheinende kostenlose Anzeigenblatt Bergischer Anzeiger heraus, das ebenfalls einen redaktionellen Teil enthĂ€lt und in insgesamt etwa 100.000 Exemplaren in Remscheid, Wermelskirchen, HĂŒckeswagen, WipperfĂŒrth und Radevormwald verteilt wird. Das RS-Anzeigenblatt ist ein in einer Auflage von etwa 91.000 wöchentlich erscheinendes kostenlos verteiltes Anzeigenblatt mit einigen redaktionellen Passagen. Die Wochenzeitung LĂŒttringhauser Anzeiger erscheint seit 80 Jahren im Verlag des Heimatbundes LĂŒttringhausen. Sie wird kostenlos in 9100 Exemplaren verteilt. Der Verlag von Jo Budde in Wuppertal gibt seit 1996 das Sonntagsblatt heraus. ZunĂ€chst erschien eine Ausgabe fĂŒr Ronsdorf, die jedoch 2005 auf LĂŒttringhausen ausgedehnt wurde. Seit August 2009 gibt es die weitere Ausgabe "Lennep - Bergisch Born".

Seit 1996 betreibt das Medienhaus Ziegler sein Internetangebot rga-online.de. 2006 rief Lothar Kaiser fĂŒr Remscheid das unabhĂ€ngige kommunalpolitische Forum www.waterboelles.de ins Leben, das sich millionenfacher Zugriffe erfreuen kann.

Einrichtungen

In Remscheid besteht ein Amtsgericht, die Berufsfeuerwehr Remscheid mit acht Freiwilligen Feuerwehren, eine Niederlassung der Bundesagentur fĂŒr Arbeit, sowie eine Einrichtung fĂŒr öffentliche Ämter. Die Zentralbibliothek der StadtbĂŒcherei Remscheid befindet sich in der Innenstadt, gegenĂŒber dem Teo-Otto-Theater. Weitere Stadtteilbibliotheken liegen in den Stadtbezirken Lennep und LĂŒttringhausen.

Am Rande des Ortskerns von LĂŒttringhausen befindet sich die Justizvollzugsanstalt Remscheid (JVA Remscheid), sowie eine von sechs Jugendarrestanstalten (JAA Remscheid) in Nordrhein-Westfalen.[28]

DarĂŒber hinaus ist Remscheid Standort der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Theater und Musik

Teo-Otto-Theater

Remscheid besitzt ein Stadttheater, das Teo-Otto-Theater, in dem verschiedene Tourneetheater gastieren. Ferner bestehen das Rotationstheater in Lennep und das Westdeutsche Tourneetheater.

DarĂŒber hinaus gibt es seit 1954 im Stadtbezirk LĂŒttringhausen den Theaterverein „LĂŒttringhauser VolksbĂŒhne“, welcher MundartstĂŒcke auffĂŒhrt, sowie seit 1995 die Amateurtheatergruppe unter professioneller Leitung „Neue BĂŒhne Remscheid“, beheimatet im Haus Lindenhof im Stadtteil Honsberg. In Lennep erfreuen sich das Rotationstheater in der Kölner Straße und das Kulturzentrum Klosterkirche in der Klostergasse großer Beliebtheit.

Die Stadt Remscheid trĂ€gt zusammen mit der Stadt Solingen das Sinfonieorchester „Bergische Symphoniker“, das 1995 durch Fusion der beiden stĂ€dtischen Orchester aus diesen hervorging. Das Orchester veranstaltet Sinfoniekonzerte in Solingen und Remscheid, bespielt die Theater beider StĂ€dte und gibt auch zahlreiche Gastspiele.

In Remscheid bestehen 34 Gesangvereine mit teilweise mehr als 150-jÀhriger Tradition.

Bauwerke

Haus Cleff

Das Stadtzentrum von Remscheid wird durch das im Jahr 1906 erbaute Rathaus geprĂ€gt. Im Zweiten Weltkrieg wurde es fast vollkommen zerstört, jedoch spĂ€ter wieder in moderner Form aufgebaut. Mit seinem 48 Meter hohen Turm ist es fast das einzige historische GebĂ€ude in der Innenstadt. Direkt neben dem Rathaus liegt der Theodor-Heuss-Platz mit einer Statue des Bergischen Löwens. Der Platz verbindet das Rathaus und das regional bekannte vollstĂ€ndig ĂŒberdachte Einkaufszentrum Allee-Center mit etwa 100 GeschĂ€ften, BĂŒros und Arztpraxen, welches das grĂ¶ĂŸte seiner Art im Bergischen Land ist.

Im Stadtteil Hasten befindet sich mit dem Haus Cleff eines der schönsten HÀuser des Bergischen Landes, in welchem sich heute das Stadtarchiv befindet. Es wurde 1778/79 gebaut und gilt ebenfalls als eines der Wahrzeichen von Remscheid.

Die beiden Stadtbezirk Lennep und LĂŒttringhausen besitzen gut erhaltene AltstĂ€dte mit bergischen FachwerkhĂ€usern. Allein in der Altstadt Lennep befinden sich 116 denkmalgeschĂŒtzte HĂ€user. Darunter ist eins das Geburtshaus des Physikers Wilhelm Conrad Röntgen am GĂ€nsemarkt 1. Besonders auffallend ist die Stadtkirche von Lennep, welche zwischen 1173 bis 1189 fĂŒr rund 400 Jahre an dem Johanniterorden angehörte, seit etwa 1570 als evangelische Kirche dient und welche 1726 im Stil des Barock umgestaltet wurde.

Diederichstempel

Am Stadtpark in der Remscheider Innenstadt wurde in dem ehemaligen Bismarckturm die „Dr.-Hans-SchĂ€fer-Sternwarte“ eingerichtet.

Als technische SehenswĂŒrdigkeit gilt vor allem die MĂŒngstener BrĂŒcke, die höchste StahleisenbahnbrĂŒcke Deutschlands mit einer Höhe von 107 Metern. In ihrer NĂ€he findet sich auch der so genannte Diederichstempel, ein im neugotischen Stil gebauter Aussichtspavillon und die unter Denkmalschutz stehende NapoleonsbrĂŒcke.

Außerdem liegen drei Talsperren im Remscheider Stadtgebiet. Die wichtigste ist die Eschbachtalsperre, die erste Trinkwassertalsperre Deutschlands. Hier befinden sich auch das Steinerne Kreuz und das Robert-Böker-Denkmal. Daneben existieren noch die Panzertalsperre, die zweitĂ€lteste Talsperre im Bergischen Land und die Wuppertalsperre, in der die versunkene Ortschaft KrĂ€winklerbrĂŒcke mit der Kapelle Maria zur MĂŒhlen liegt.

Durch Remscheid verlĂ€uft der 10. Abschnitt der Deutsche Alleenstraße, der grĂ¶ĂŸten Ferienstraße in Deutschland.

Siehe auch: Liste hoher Bauwerke in Remscheid

Museen

Nur wenige Schritte vom Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen liegt das Deutsche Röntgen-Museum, das an Leben und Entdeckungen des berĂŒhmtesten Sohnes der Stadt erinnert. Ebenfalls im Stadtbezirk Lennep befindet sich das Tuchmuseum, in dem die ehemalige Tuch- und Textilindustrie des Bergischen Landes dargestellt wird.

StÀdtische Galerie
Deutsches Werkzeugmuseum

Im westlichen Stadtteil Hasten befinden sich das Deutsche Werkzeugmuseum und das Historische Zentrum. Mit dem Historische Zentrum der Stadt Remscheid ist ebenfalls organisatorisch der Steffenshammer verbunden. Der Steffenshammer ist ein alter bergischer Wasserhammer im Morsbachtal aus dem Jahr 1746. Die neu gebaute Trasse des Werkzeugs dokumentiert ebenfalls die Geschichte der Werkzeugindustrie in Remscheid.

Das jĂŒngste Museum in Remscheid ist das Museum Destille Frantzen. Es entstand mit Hilfe des Entwicklungsprogrammes Regionale 2006 und thematisiert unter anderem das Brennen von Korn, sowie die industrielle, historische Bedeutung der Stadtteile Honsberg, Kremenholl und Stachelhausen.

Im Stadtzentrum von Remscheid befindet sich die StĂ€dtische Galerie. In den zwei denkmalgeschĂŒtzten bergischen SchieferhĂ€user gibt es verschiedene Ausstellungen zu internationaler und regionaler Kunst. ZusĂ€tzlich besitzt die Einrichtung noch einen Skulpturengarten.

Parkanlagen

Der Stadtpark, ehemals noch „BĂŒrgerpark“ genannt, befindet sich in der Innenstadt von Remscheid. In ihm liegen der "Garten der Sinne", welcher im Jahr 2006 eröffnet wurde[29][30] und eine Konzertmuschel. Direkt angrenzend zum Stadtpark liegen der SchĂŒtzenplatz mit einer Volkssternwarte, welche in dem ehemaligen Bismarckturm errichtet wurde, und der Edelhoffs Park. NĂ€her zum Stadtzentrum findet sich zwischen der Stadtkirche und dem Friedrich-Ebert-Platz der kleine Bökerspark. Der Honsbergspark liegt an der Elberfelder Straße/Ecke Wilhelmstraße. Zwischen Heidhof und Ronsdorfer Straße befindet sich der Sieper Park, der seinen Namen dem alten Stadtteil Siepen verdankt.

Im Stadtbezirk Lennep liegt der Hardtpark, welcher nach Hermann Hardt benannt wurde. Er ist durch die Wupperstraße geteilt und beheimatet einen kleinen Rosengarten, welcher direkt an der ehemaligen Stadtmauer von Lennep liegt. An Röntgen- und Teichstraße findet man den Stadtgarten mit dem Prof.-Hermann-Platz.

Religionsgemeinschaften

Die Siedlung Remscheid, die Stadt Lennep und die Gemeinde LĂŒttringhausen gehören seit dessen Bestehen zum Gebiet des Erzbistums Köln bzw. zu dessen Archidiakonat des Propstes von St. Kunibert, Dekanat Deutz. Obwohl in der gesamten Gegend unter den Herzögen von Berg die Reformation Einzug hielt, gab es auch weiterhin einige Katholiken, die sich nach Burg an der Wupper, Lennep, Wermelskirchen oder Cronenberg orientierten. 1641 gab es in Lennep ein Minoritenkloster. St. Katharina blieb als Familienstiftung katholisch und wurde ab 1663 von den Minoriten bedient. Doch erhielten die Katholiken Lenneps erst 1844 eine eigene Pfarrei und Kirche. In Remscheid erhielten die Gemeindeglieder 1847 wieder eine eigene Gemeinde. In der Folgezeit wurde Remscheid Sitz eines eigenen Dekanats (heute Stadtdekanat Remscheid) innerhalb des neu umschriebenen Erzbistums Köln, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt gehören. Die Pfarrgemeinden Remscheids heißen St. Andreas, St. Bonaventura, St. Engelbert, St. Marien, „St. Suitbertus u. St. Josef“ und Heilig Kreuz. Daneben gibt es auch ein Italienisches Pfarramt am Johanneshaus.

Die Reformation fasste in Lennep ab 1527, in Remscheid ab 1550 und in LĂŒttringhausen wohl erst ab 1560 Fuß. Doch dauerte es noch einige Jahrzehnte, bis das lutherische Bekenntnis die ganzen Gemeinden erfasste. 1589 las der Pfarrer in Lennep noch Messen nach römischen Ritus. Ab 1609 erhielt Lennep eine lutherische Kirchenordnung. Doch gab es spĂ€ter in der Gegend auch einige reformierte Gemeindeglieder. Beide Konfessionen vereinigten sich ab 1839 sowohl in Lennep als auch in Remscheid zu einer unierten Gemeinde. In ganz Preußen war bereits 1817 die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden eingefĂŒhrt worden. Die Gemeindeglieder gehörten zur Kreissynode Lennep, wo ein Superintendent seinen Sitz hatte. Hieraus entstand der heutige Evangelische Kirchenkreis Lennep innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland, zu dem heute alle evangelischen Gemeinden Remscheids gehören, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt. Der Evangelische Kirchenkreis Lennep umfasst insgesamt zwanzig evangelische Kirchengemeinden, auch einige Gemeinden außerhalb der heutigen Stadt Remscheid, etwa in Radevormwald, HĂŒckeswagen und Wermelskirchen.

In Remscheid sind ferner verschiedene Freikirchen ansĂ€ssig, darunter zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, eine Freie evangelische Gemeinde (FeG), die Jesus Freaks Remscheid e. V., eine Gemeinde der SelbststĂ€ndigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (die Martini Gemeinde), sowie die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten.

Kirchen

Römisch-katholische Kirchen
Heilig-Kreuz

Die Heilig-Kreuz-Kirche ist die Kirche der Katholischen Pfarrgemeinde in Remscheid LĂŒttringhausen. Sie wurde 1928 erbaut. UrsprĂŒnglich hatte in alter Zeit an der heutigen Kreuzbergstraße ein großes Kreuz gestanden, zu dem GlĂ€ubige aus dem Bergischen Land pilgerten. An dieser Stelle wollten die Katholiken spĂ€ter eine Kirche erbauen. Doch der damalige LĂŒttringhauser BĂŒrgermeister Richard Gertenbach fand, dass dieser Platz sich besser fĂŒr ein neues Rathaus eigne. So tauschte er mit dem katholischen EigentĂŒmer das GrundstĂŒck und baute 1908 an der Kreuzbergstraße das Rathaus. Das GrundstĂŒck fĂŒr die katholische Kirche liegt an der Richard-Pick-Straße, einige hundert Meter entfernt. Zur Erinnerung an den ehemaligen Standort des Kreuzes bekam die Kirche dann ihren Namen.

Heilig-Geist

Die Heilig-Geist-Kirche (Architekt Hans Schilling) im Stadtteil Klausen wurde im November 1970 durch Weihbischof Augustinus Frotz geweiht und im September/Oktober 2000 abgerissen. Aufgrund der zurĂŒckgehenden Gottesdienstbesucher konnte die Kirchengemeinde Heilig-Kreuz das Gotteshaus nicht weiter unterhalten.

St. Engelbert

St. Engelbert ist der jĂŒngste Kirchenbau in Remscheid. Er liegt in Vieringhausen. Nach der Grundsteinlegung am 19. Februar 1989 fand die Einweihung am 27. Mai 1990 statt, Architekt war der DĂŒsseldorfer Wilhelm Dahmen. Neben anderen KunstgegenstĂ€nden befinden sich in der Kirche ein Kreuz von Bert Gerresheim und Fenster von Johannes Schreiter. Die Kirche steht unter dem Patronat des heiligen Graf Engelbert II. von Berg.

St. Suitbertus
Kath. Kirche St. Suitbertus

Die Kirche liegt an der Papenberger Straße, wo 1847 das erste katholische Gotteshaus nach der Reformation erbaut wurde. In den Jahren 1882 bis 1883 errichtete man hier die St. Suitbertuskirche im neoromanischen Stil. Der Turm wurde erst 1894 angebaut. Beim Bombenangriff 1943 hatte die Kirche – und hier vor allem der Turm – erhebliche BeschĂ€digungen aufzuweisen. Beim Wiederaufbau desselben bekam er eine etwas stumpfere Form.

St. Bonifatius

Die Kirche liegt im Stadtteil Honsberg.

St. Marien

Die Kirche liegt an der Wilhelmstraße in einem ParkgelĂ€nde mit hohem Baumbestand. Sie wurde 1929–1930 nach PlĂ€nen der DĂŒsseldorfer Architekten Hans Tietmann (1883–1935) und Karl Haake (1889–1975) zunĂ€chst als einschiffige Kirche mit Spitztonnen-Rabitzgewölbe errichtet und bot damals 170 Gemeindegliedern Platz. Bis 1967 steigerte sich die Zahl der KirchgĂ€nger derart, dass eine Erweiterung erforderlich wurde (Arch. Theodor Scholten, Bergisch Gladbach) – 1968 zĂ€hlte die Gemeinde immerhin etwa 4600 Mitglieder. Zwecks VergrĂ¶ĂŸerung wurde die Querseite mit dem frĂŒheren Haupteingang um zehn Meter vorgezogen und an der LĂ€ngsseite eine Beicht- und eine Taufkapelle angefĂŒgt. Außerdem gab es noch eine optische VergrĂ¶ĂŸerung, indem das Hauptschiff hochgezogen wurde: Das Rabitzgewölbe wurde entfernt, die Decke des Hauptschiffs sowie der beiden neuen Kapellen wurden mit Fichtenholz verkleidet. Eine neue Orgel und ein zeitgenössischer Altar rundeten die Neuerungen ab. Jetzt bot das Gotteshaus Platz fĂŒr 320 Besucher. Erhalten blieb natĂŒrlich das farbenfrohe Marienfenster (KĂŒnstler W. PĂŒtz).

St. Josef

Die Kirche liegt an der Menninghauser Straße.

St. Bonaventura

Die Kirche liegt an der Hackenberger Straße in Lennep.

St. Andreas

Die Kirche liegt in Bergisch Born.

St. Theresia

Die Kirche wurde 1980 in Hasenberg als Filialkirche von St. Bonaventura gebaut, am 27. April 2006 profaniert und im Jahr 2007 abgerissen.[31]

Evangelische Kirchen
Remscheid, Evangelische Stadtkirche
Evangelische Stadtkirche

UrsprĂŒnglich ist die ev. Stadtkirche aus einer alten Fronhofskapelle hervorgegangen.

Als barocke Saalkirche wurde sie nach dem Stadtbrand im Jahr 1723 neu errichtet und 1726 eingeweiht. Der Bombenangriff auf Remscheid am 31. Juli 1943 richtete schwere Zerstörungen an dem GebĂ€ude an. Es brannte bis auf die Außenmauern nieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschloss sich die Stadt unter Leitung des Remscheider Architekten Hanns Berger zum Wiederaufbau. Am 27. Februar 1955 konnte dann der Einweihungsgottesdienst gefeiert werden. Vielen Gemeindemitgliedern gefiel der Innenraum jedoch nicht, so dass dieser im Rahmen der erforderlichen Sanierung des Mauerwerks im Jahr 1977 neu gestaltet wurde. Die Wiedereröffnung erfolgte im November 1980.[32]

Kirche in Bergisch Born

Die Kirche liegt an der B 51 im Ortsteil Bergisch Born.

Kirche bei der Stiftung Tannenhof

Die Kirche liegt auf dem GelĂ€nde der Evangelischen Stiftung Tannenhof, Fachkrankenhaus fĂŒr Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie an der Remscheider Straße. Am 14. Juli 1907 erfolgte die Grundsteinlegung.

Kirche KrĂ€winklerbrĂŒcke

Die 1953 erbaute Kirche liegt am Kirchweg.

Evangelische Stadtkirche LĂŒttringhausen

Die Ă€lteste Kirche LĂŒttringhausens ist die 1735 erbaute evangelische Kirche. Sie gilt weithin als Meisterwerk des „Bergischen Barocks“.

Evangelische Stadtkirche Lennep

Die Kirche liegt inmitten der Altstadt. Das erste KirchengebĂ€ude stammte aus dem Mittelalter. Beim zweiten Stadtbrand 1563 wurde das Gotteshaus schwer beschĂ€digt, konnte jedoch repariert werden, wĂ€hrend nach dem dritten Stadtbrand im Jahre 1746 nur eine Ruine blieb. An selbiger Stelle wurde eine neue Kirche errichtet – eine bergische Predigtkirche als Saalkirche – und 1756 eingeweiht. Im August wurde die von Christian und Gerhard Kleine aus Eckenhagen gelieferte Orgel installiert.

Waldkirche Lennep

Die Kirche liegt am Wallenberg nahe der Wuppertalsperre

Kirche Goldenberg

Die Kirche liegt am Goldenberger Kirchweg und wurde 1954 erbaut und eingeweiht. Nebenan steht das Pfarrhaus. Angegliedert ist ein Kindergarten unter der TrĂ€gerschaft der evangelischen Kirchengemeinde LĂŒttringhausen.

Kirche Klausen

Die Kirche liegt an der Hans-Böckler-Straße. Sie wird seit 2009 nicht mehr fĂŒr Gottesdienste genutzt.

Johanneskirche

Die Kirche liegt an der Hohenhagener Straße. Seit der Fertigstellung des neuen Gemeindezentrums in der Eschenstraße findet hier kein regelmĂ€ĂŸiger Gottesdienst mehr statt. Sie wurde 1952 von Hanns Berger errichtet.

Lutherkirche

Die Kirche liegt an der Martin-Luther-Straße, ehemals Lindenallee. Sie wurde 1893 im neogotischen Stil erbaut und nach dem Reformator Martin Luther benannt. Als 1971 die alte Walcker-Orgel störanfĂ€llig geworden war, bekam die Kirche im Rahmen der Neugestaltung des Innenraums eine neue Steinmeyer-Orgel.

Melanchthonkirche

Die in den 1960er Jahren errichtete Kirche liegt an der Philipp-Melanchthon-Straße am Rand des Sieper Parks.

Christus-Kirche

Die Kirche liegt an der Burger Straße.

Pauluskirche

Die Pauluskirche liegt an der BĂŒchelstraße im Ortsteil Hasten. Sie wurde nach den PlĂ€nen von Baumeister Conradi im neoromanischen Stil erbaut. Der Orgelprospekt stammt aus den Jahren 1866/67. Das „Kreuzigungsfenster“ und das „Auferstehungsfenster“ datieren auf 1905, das „Tauffenster“ und das „Abendmahlsfenster“ auf 1910. Immer noch in Betrieb ist ein mechanisches Uhrwerk.

Adolf-Clarenbach-Kirche

Die Kirche liegt an der Reinshagener Straße im Ortsteil Reinshagen.

Kirchen anderer Religionsgemeinschaften
  • Freie evangelische Gemeinde Remscheid-Lennep

Die Gemeinde liegt an der Wallstraße in Lennep

  • Evangelische Freikirche der Baptisten

Die Kirche liegt an der SchĂŒtzenstraße

  • Evangelische Freikirche Gemeinde (Baptisten)

Die Kirche liegt im Stadtbezirk LĂŒttringhausen an der Schulstraße am SchĂŒtzenplatz

  • Auferstehungskirche

Die Kirche liegt an der Ludwig-Straße

  • Neuapostolische Kirche

Die Kirche liegt an der Lindenallee

  • Jesus Freaks

Die Gemeinde trifft sich im ehemaligen Werk II in der Stockder Straße

Moscheen

Im Zuge der zunehmenden Migration stieg ab 1970 die Zahl der Muslime in Remscheid rasch an. Die hier ansĂ€ssig gewordenen Familien muslimischen Glaubens fanden sich in verschiedenen Stadtteilen zusammen und grĂŒndeten die ersten Moscheen. Heute gibt es in der Stadt ĂŒberwiegend tĂŒrkische Moscheen und Vereine, darĂŒber hinaus auch eine marokkanische und eine bosnisch-albanische Moschee.

  • IGMG – Islamische Gemeinschaft Milli GörĂŒs e. V., Honsbergerstr. 73, 42857 Remscheid
  • VIKZ – Vereinigung Islamischer Kulturzentren e. V., Kremenhollerstr. 24, 42857 Remscheid
  • DITIB – TĂŒrkisch-Islamische Union der Anstalt fĂŒr Religion e. V., Stachelhauserstr. 41, 42859 Remscheid
  • ATIB – Union der TĂŒrkisch-Islamischen Kulturvereine e. V., Industriestr. 25b, 42859 Remscheid
  • ATB – Verband der TĂŒrkischen Vereine
  • TĂŒrk Federasyon – EuropĂ€isch TĂŒrkische Föderation, Freiheitstr. 72, 42853 Remscheid
  • Kocatepe Moschee, Klausen 20a, 42899 Remscheid
  • Buhara Kultur Zentrum, Waldstr. 10, 42853 Remscheid
  • Islamisch-Marokkanische Gemeinde e. V., Bismarckstr. 119, 42853 Remscheid
  • Bosnisch-Albanisches Kulturzentrum, Karlstr. 15, 42899 Remscheid

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Anfang Februar findet alle zwei Jahre im Berufskolleg Technik der Remscheider-Ausbildungs-Markt (RAM) statt, wo viele bergische Unternehmen und Schulen ĂŒber Ausbildungen und StudienplĂ€tze informieren. Ende MĂ€rz gibt es jeweils eine FrĂŒhjahrskirmes auf dem Lenneper Kirmes- und Remscheider SchĂŒtzenplatz. Im April findet die Bergische Biennale fĂŒr Neue Musik statt. Im Mai findet die Maikirmes am Stadtpark und am letzten Wochenende das FrĂŒhlingsfest der Freiwilligen Feuerwehr Löscheinheit Hasten statt. Zu Pfingsten gibt es die Pfingstkirmes der „Eintracht-SchĂŒtzen“ in Lennep. Im Juni wird in LĂŒttringhausen ein Seifenkistenrennen veranstaltet und am letzten Juniwochenende findet zwei Wochen lang das Große SchĂŒtzen- und Heimatfest des Remscheider SchĂŒtzenvereins v. 1816 Korp. mit Kirmes am Stadtpark statt. Im September veranstalten am letzten Wochenende der Marketingrat LĂŒttringhausen e. V. in der Altstadt von LĂŒttringhausen den Herbst- und Bauernmarkt und die Interessengemeinschaft Bergisch Borner BĂŒrger in Bergisch Born die Krammetsvogelfesttage. DarĂŒber hinaus findet alle zwei Jahre das Altstadtfest im Wechsel mit dem Bergischen Puppenspiel-Festival in Lennep statt. Am letzten Sonntag im Oktober startet der ĂŒberregional bekannte Röntgenlauf in Lennep am Hackenberg. Im Dezember finden die Bergischen Lichterwochen sowie ein kommerzieller Weihnachtsmarkt in der Innenstadt statt. In den Stadtteilen Lennep (zweiter Advent)und LĂŒttringhausen (erster Advent) sowie an der evangelischen Stadtkirche am Markt (dritter Advent) finden ideelle WeihnachtsmĂ€rkte statt. Ein Weihnachtsdorf mit einer Eislaufbahn wird in der Vorweihnachtszeit auf dem Remscheider Theodor-Heuss-Platz aufgebaut.

Sport und Freizeit

Sport spielt in Remscheid eine wichtige Rolle, denn etwa 23.000 Einwohner sind in 73 Sportvereinen aktiv, die dem Sportbund Remscheid angegliedert sind. Der Sportbund Remscheid ist eine lokale Vertretung des Landessportbund Nordrhein-Westfalen.

Vor allem in den Bereichen Fußball, Rollhockey und Fallschirmspringen konnten die Sportler regelmĂ€ĂŸige Erfolge einfahren. Remscheid ist ebenfalls ein bekannter Standort von wichtigen LĂ€ufen.

Sportvereine

Fußball

Vereinslogo FC Remscheid

Der wohl bekannteste Fußballverein in Remscheid ist der FC Remscheid, hervorgegangen aus einer Fusion von BVL 08 Remscheid und VfB Marathon 06/08, der seine Heimspiele im Lenneper Röntgen-Stadion austrĂ€gt. In den Spielzeiten 1982 bis 1984 (als BV 08 LĂŒttringhausen), 1987/88 (als BVL 08 Remscheid) und 1991 bis 1993 gehörte der Verein der Zweiten Bundesliga an.

Neben dem FC Remscheid existieren noch vierzehn weitere Fußballvereine: 1. FC Klausen, 1. Spvgg 07 Remscheid, BV 1910 Remscheid, Hastener TV, SC Ayyildiz Remscheid, SG Hackenberg, SSV Bergisch Born, SSV Remscheid TG 90, SSV Grund, TS Struck, TĂŒrkiyemspor Remscheid, Tura Remscheid-SĂŒd, VFB Marathon Remscheid und VFL 07 Lennep.

Die Vereine bilden zusammen mit den Mannschaften aus den StĂ€dten Burscheid, HĂŒckeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen den Fußballkreis Remscheid, welcher Mitglied des Fußballverbandes Niederrhein ist. Der Fußballkreis Remscheid trĂ€gt jĂ€hrlich den Diebels-Cup aus, dessen Sieger sich fĂŒr den Diebels-Niederrheinpokal qualifiziert.

Am höchsten platziert sind momentan die Seniorenmannschaften des FC Remscheid in der Landesliga Niederrhein (VII) und des SC Ayyildiz Remscheid in der Bezirksliga (VIII). Die restlichen Mannschaften spielen in den Kreisligen von Remscheid.

Rollhockey

Remscheid gehört neben Wuppertal zu den „Rollhockeyhochburgen“ in Deutschland. Der VfB 06/08 Remscheid spielt seit Jahren in der Rollhockey-Bundesliga. Die Heimspiele werden im Sportzentrum Hackenberg ausgetragen. Die Damenmannschaft des VfB spielt in der 2. Bundesliga, ebenso wie die Damenmannschaft des TuRa Remscheid. Auch die Jugendmannschaften des VfB sind sehr erfolgreich und wurden bereits mehrfach Deutscher Meister.

Hockey

Remscheid hat auch einen Hockeyclub, welcher dem RTB angehört. Die Herren-Mannschaft spielt in der Halle gegenwÀrtig in der 1. Verbandsliga.

Daneben existiert noch der Inlineskaterverein Bravehearts, dessen Senioren-Mannschaft in der Regionalliga spielt.

Tennis

In Remscheid existieren sechs reine Tennisvereine mit dem TC Blau-Weiß Remscheid, TC GrĂŒn-Weiß Lennep, TC Westen, SC Rot-Weiß Remscheid, TC FA Lennep und TC Mannesmann Remscheid, wobei allerdings die letzten beide keine eigenen Mannschaften stellen sondern in Kooperationen mit anderen Vereinen arbeiten. Daneben gibt es noch Tennisabteilungen der Sportvereine des Remscheider SV, Sport- und Spielverein Bergisch Born, Haddenbacher TV und Hastener TV.

Handball

Der bekannteste Handballverein ist die HG Remscheid. Die erste Herren-Mannschaft bestreitet ihre Spiele in der Oberliga. Austragungsort ist die Sporthalle Neuenkamp. Die HG Remscheid ist eine im Jahr 2001 gegrĂŒndete Spielgemeinschaft der Handballabteilungen von TV Hasten und TG Lennep. Weitere Handballabteilungen haben der Remscheider TV und der LĂŒttringhauser Turnverein, der TV Goldenberg und der TV GĂŒldenwerth.

Alle Mannschaften sind Mitglied im Bergischen Handballkreis, welcher ein Mitglied des Handball-Verbandes Niederrhein im Westdeutschen Handballverband ist.

Schwimmvereine

Der zuerst als reiner Schwimmverein gegrĂŒndete Remscheider Schwimm Verein (Remscheider SV) ist heute ein Breitensportverein mit Abteilungen fĂŒr Basketball, Fechten, Tennis, Leichtathletik, Sportkegeln, Volleyball und Wasserball. Die erste Wasserballmanschaft des RSV spielt derzeit in der NRW-Verbandsliga. Mit ĂŒber 2.700 Mitgliedern ist er der grĂ¶ĂŸte Sportverein der Stadt Remscheid. Neben dem RSV gibt es auch noch den Lenneper Schwimm-Verein.

American Football

Der AFC Remscheid Amboss spielt in der Regionalliga und trÀgt seine Heimspiele im Stadion Reinshagen aus. Die Seniorenmannschaft wurde in Bergischer Amboss umbenannt, um die Bedeutung der StÀdte Solingen und Wuppertal ebenfalls in den Namen zu bringen.

Radsport

Der Radsportverein „Adler LĂŒttringhausen“ besteht seit 1952 und richtet, mit kurzer Unterbrechung, seit den fĂŒnfziger Jahren Radrennen aus. Die fast 200 Mitglieder sind in den Bereichen Mountainbiking, Einradfahren, Radtouristikfahrten und Straßenradrennen aktiv.

Sportschießen

Im Bereich Sportschießen stehen in Remscheid fĂŒnf Vereine zur Auswahl. GrĂ¶ĂŸter ist der Remscheider SchĂŒtzenverein von 1816, mit Sitz im SchĂŒtzenhaus am Stadtpark. Daneben gibt es den SchĂŒtzenverein WildschĂŒtz Aue, die SchĂŒtzenbruderschaft „Zum Kreuz“ LĂŒttringhausen 1355, den SchĂŒtzenverein Eintracht Lennep 1928 und den Lenneper SchĂŒtzenverein 1805.

Fallschirmspringen

Der zu Beginn der 1970er Jahre gegrĂŒndete FSC Remscheid konnte mit verschiedenen Mannschaften im Formationsspringen die Deutsche Meisterschaft erringen und vertrat Deutschland mehrfach bei den Weltmeisterschaften. Daneben gibt es noch den AERO Club Bergisch Land, welcher neben Fallschirmspringen auch MotorflĂŒge anbietet.

Röntgen-Stadion, Remscheid-Lennep

Sportveranstaltungen

Remscheid hat sich Laufe der letzten Jahre zu einem wichtigen Standort fĂŒr Laufveranstaltungen entwickelt. Der bekannteste Lauf ist der Röntgenlauf, der seit 2001 jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober stattfindet. Es handelt sich um einen Volkslauf mit Strecken bis zum Ultramarathon (63,3 km) und zur 100 km-Distanz. In seinem Rahmen wurden schon mehrere Deutsche Meisterschaften ausgetragen. Mittlerweile hat der Röntgenlauf eine Teilnehmerzahl von mehr als 4.000 LĂ€ufern erreicht. Seit Beginn der 90er Jahre wird darĂŒber hinaus im Juni in der Remscheider Innenstadt der Remscheider City-Lauf veranstaltet. Am 31. Dezember jeden Jahres findet seit 2003 der Silvesterlauf mit Start und Ziel im Stadion Reinshagen statt. Alle zwei Jahre veranstaltet die katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz in LĂŒttringhausen den 24-Stundenlauf.

Bei der U-18-Fußball-Europameisterschaft 1981 fand im Stadion Reinshagen ein Gruppenspiel zwischen Schweden und RumĂ€nien statt. 1985 war die Stadt Remscheid Ausrichter der Deutschen Schwimmmeisterschaften.

2011 wird Remscheid zusammen mit seiner Nachbarstadt Solingen das 2. NRW-Turnfest austragen. Zu dieser Veranstaltung werden ĂŒber 10.000 Besucher erwartet.

SportstÀtten

Die grĂ¶ĂŸte SportstĂ€tte ist das Röntgen-Stadion mit ĂŒber 12.000 ZuschauerplĂ€tzen. Sie ist die SpielstĂ€tte des FC Remscheids. Das zweite Stadion auf Remscheider Stadtgebiet ist das Stadion Reinshagen mit der Sporthalle West sowie einem Kunstrasenplatz. Weitere wichtige Sportanlagen befinden sich am Hackenberg mit unter anderem einem Sportplatz, Kunstrasenplatz und dem Spaßbad H2O, sowie am Stadtpark mit einem weiteren Kunstrasenplatz, einem Sportschwimmbad, BasketballplĂ€tzen, HandballplĂ€tzen, einem Weitsprung-Sandbunker und 100 Meter Sprintstrecke. Weitere Platzanlagen fĂŒr den Fußballsport finden sich in der DĂŒppelstraße (DĂŒppeler Schanze), an der Neuenkamperstraße mit der Sporthalle Neuenkamp, sowie zwei an der Klausener Straße (Anlage des 1. FC Klausen nahe der Stadtgrenze und Jahnplatz in der NĂ€he des Ortszentrums mit Jahn-Turnhalle). Ebenfalls an dieser Straße ist die Sporthalle LĂŒttringhausen gelegen. Nahe der Eschbachtalsperre liegt außerdem noch das einzige verbliebene Freibad der Stadt Remscheid. Das seit den 1886 im Stadtteil Lennep bestehende Hallenschwimmbad wird mittlerweile als Jugendzentrum Die Welle genutzt, das seit 1894 in der Freiheitstraße befindliche Hallenbad sowie das 1930 in LĂŒttringhausen entstandene Hallenbad wurden aus KostengrĂŒnden geschlossen und abgebrochen. Im SĂŒden der Stadt befindet sich das Vereinsheim und der Sportplatz von Tura-Remscheid-SĂŒd 80/09 in der Steinackerstraße.

Freizeitmöglichkeiten

Auf dem Stadtgebiet gibt es viele Wanderwege und Radwege, die auch quer durch die Innenstadt und an seinen SehenswĂŒrdigkeiten vorbeifĂŒhren; unter anderem den Radweg Wasser, WĂ€lder, EisenhĂ€mmer. Um die Stadt herum fĂŒhrt außerdem der Röntgenweg. Er hat eine LĂ€nge von etwa 63 Kilometern. ZusĂ€tzlich bestehen mehrere Naherholungsgebiete, wie zum Beispiel Kuckuck im Stadtteil Struck sowie das grĂ¶ĂŸte zusammen hĂ€ngende Waldgebiet zwischen Alt-Remscheid, Lennep und LĂŒttringhausen mit dem Hohenhagener Gebiet, Diepmannsbachtal und dem Brodtberg. Ein weiteres Erholungsgebiet befindet sich an der Stadtgrenze zu Radevormwald an der KrĂ€winklerbrĂŒcke.

Nachtleben

In Remscheid existieren drei Diskotheken: Die „Diskothek Prestige“ (ehemals „Diskothek Bismarckplatz“) im SĂŒdbezirk, die Tanz-Gastronomie „Antons Bierkönig“ (ehemals „Diskothek Saitensprung“) in der Remscheider Innenstadt und die „Diskothek DĂ©jĂ -Vu“ im Bezirk LĂŒttringhausen.

Persönlichkeiten

EhrenbĂŒrger

Die Stadt Remscheid bzw. die frĂŒheren StĂ€dte Lennep und LĂŒttringhausen haben folgenden Personen das EhrenbĂŒrgerrecht verliehen:[33]

Remscheid

Lennep

LĂŒttringhausen

  • 1895: Otto von Bismarck, Reichskanzler
  • 1900: Richard Koenigs, Oberregierungsrat
  • 1924: August Erbschloe, Stadtverordneter
  • 1925: Richard Gertenbach, BĂŒrgermeister
  • 1928: Adolf Westen, Fabrikant
  • 1929: Richard Pick, Beigeordneter

Söhne und Töchter der Stadt Remscheid

Wilhelm Conrad Röntgen
Siehe Hauptartikel Liste der Söhne und Töchter der Stadt Remscheid

In Remscheid und den bis 1929 selbstĂ€ndigen StĂ€dten Lennep und LĂŒttringhausen wurden eine Reihe von Personen geboren, die ĂŒber die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurden.

Der wohl berĂŒhmteste Sohn der Stadt ist der Physiker und NobelpreistrĂ€ger Wilhelm Conrad Röntgen, der die nach ihm benannten Strahlen entdeckte.

Besonders stolz ist die Stadt auf Hermann Kaiser, der ein Beteiligter beim Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 war.

Adolf Clarenbach war ein frĂŒher AnhĂ€nger der Reformation, der wegen seiner Überzeugung auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

Der bekannte Maler Johann Peter Hasenclever war ebenso ein Sohn Remscheids wie der BĂŒhnenbildner Teo Otto. Als Schauspieler in Film und Fernsehen wurde Karl-Michael Vogler bekannt, als Musiker die SĂ€ngerin Lonny Kellner, in der klassischen Musik der Bariton GĂŒnter Lesche und der Tenor Fritz Windgassen. Gus Anton leitet in der Stadt und in der nĂ€heren Umgebung zahlreiche Chöre. Ein bekannter Architekt war Hans Schwippert.

Carsten Pröpper war fĂŒr den Verein der Nachbarstadt Wuppertal in der Fußballbundesliga auf Torejagd. Hans Bertram erlangte in den 1930er Jahren durch seinen Flug ĂŒber und die Notlandung in Nord-Australien einige Bekanntheit.

GeprĂ€gt wurde die Stadt jedoch von bedeutenden Unternehmern wie Johann Vaillant und Reinhard Mannesmann (Nahtlose Stahlrohre), Richard Lindenberg (Elektrostahlofen) und Otto Dowidat (Werkzeughersteller). Emil Lux war jenseits der Stadtgrenze in Wermelskirchen MitgrĂŒnder der Handelskette Obi. Ludwig Poullain hat die Entwicklung der WestLB zu einer Universalbank vorangetrieben.

Hermann SchĂ€fer (FDP/DDP) und spĂ€ter Ernst Lemmer (CDU) gehörten als Minister der Bundesregierung an, Gerd Ludwig Lemmer (CDU) der Landesregierung und spĂ€ter dem Europaparlament. LangjĂ€hrige Bundestagsabgeordnete waren Kurt WĂŒster (SPD) und Adolf MĂŒller (CDU) (im Bundestag: Adolf MĂŒller (Remscheid)). Karl Jarres (DVP) war Reichsinnenminister in der Weimarer Republik, sowie OberbĂŒrgermeister der Stadt Remscheid.

Ein international renommierter Klimaforscher ist Wolfgang Seiler.

Sonstiges

Im Jahre 1961 entstanden in Remscheid die Außenaufnahmen fĂŒr den sechsteiligen Krimi-Klassiker Das Halstuch von Francis Durbridge. Der WDR verzichtete aus KostengrĂŒnden auf Dreharbeiten in England. So suchte man sehr lange nach einer passenden Kulisse fĂŒr den fiktiven Ort Littleshaw. Die meisten Aufnahmen entstanden rund um den Marktplatz des Remscheider Stadtteils Lennep. Als die Serie dann im Januar 1962 ausgestrahlt wurde, stellte sie alles bisher da gewesene in den Schatten. Einschaltquoten bis 89 % legten damals das öffentliche Leben im ganzen Land praktisch still und prĂ€gten damit den Begriff Straßenfeger.

Zwei Verkehrsflugzeuge der Lufthansa wurden auf den Namen Remscheid getauft, zunĂ€chst eine Boeing 737-230C, Seriennummer 20253, Kennung D-ABBE, im Einsatz fĂŒr die Lufthansa vom 15. Dezember 1969 bis zum 19. August 1985, dann ein Airbus A340-311, Seriennummer 28, Kennung D-AIGD, seit dem 28. Januar 1994 fĂŒr die Lufthansa zugelassen.

Literatur

  • Preußens StĂ€dte. Denkschrift zum 100-jĂ€hrigen JubilĂ€um der StĂ€dteordnung vom 19. November 1808. Hrsg. im Auftrag des Vorstandes des Preußischen StĂ€dtetages von Prof. Dr. Heinrich Silbergleit. Berlin 1908.
  • Deutsches StĂ€dtebuch. Bd 3 T 3. Rheinisches StĂ€dtebuch. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit UnterstĂŒtzung des Deutschen StĂ€dtetages, des Deutschen StĂ€dtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser. Stuttgart 1956.
  • Mein Remscheid – Erinnerungen, Geschichten, Bilder. Verlag J. F. Ziegler, Remscheid 1995, ISBN 3-923495-33-1
  • Walther Hubatsch (Hrsg.): Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Bd 7. Rheinland. Marburg 1978.
  • Hans Kadereit: LĂŒttringhausen wie es war und ist. Historischer Bildband mit heimatkundlichen ErlĂ€uterungen. Verlag van Geyt, Wuppertal 1993.
  • Nicolaus J. Breidenbach (Hrsg.): Das Gericht in Wermelskirchen, HĂŒckeswagen und Remscheid von 1639 bis 1812. Verlag Breidenbach, Wermelskirchen 2004, ISBN 3-9802801-5-2
  • Heinrich Rauscher: Historische Wanderung durch das Morsbachtal und seine SeitentĂ€ler. Born-Verlag Wuppertal 1986
  • Hans Kadereit: Profile aus der Stadt Remscheid. Verlag Zinke, Schwerin 2006, ISBN 3-932746-66-X
  • Heinz-GĂŒnther GrĂŒneklee (Hrsg.): Der Remscheider Wald im Wandel der Zeiten. Ein Beitrag zur Forstgeschichte Remscheids. BeitrĂ€ge zur Geschichte Remscheids. Verlag J. F. Ziegler, Remscheid 1983, ISSN 0405-2056
  • Egon Viebahn (Hrsg.): HĂ€mmer und Schleifkotten im Gelpetal. Beitr. z. Geschichte u. Heimatkunde des Wuppertals. Bd 29. Born, Wuppertal 1983, 2003, ISBN 3-87093-033-0
  • Hans-JĂŒrgen Roth: Geschichten unserer Stadt – Remscheid mit Lennep und LĂŒttringhausen. RGA-Buchverlag, Remscheid 2008, ISBN 978-3-940491-01-5
  • Remscheid in der Zeit des Nationalsozialismus, RGA-Buchverlag, Hrsg. von Michael Mahlke, ISBN 3-923495-34-X
  • Hans Kadereit: Wo noch gebeiert, gehaspelt und gedengelt wird, ein historischer Bildband LĂŒttringhausen, RGA-Buchverlag, 2009, ISBN 978-3-940491-07-7
  • Dr. W. Lorenz (Stadtarchiv) fĂŒr Stadt Remscheid, Oberstadtdirektor: 50 Jahre Großstadt Remscheid, Dokumentation zur kommunalen Neugliederung vom 1. August 1929, Remscheid 1979
  • Literatur von Remscheid im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Quellen

  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ↑ Auszug des Deutschen Wetterdienstes
  3. ↑ Naturschutzgebiete in Remscheid (Archivversion vom 19. Juli 2011)
  4. ↑ E. Erwin Stursberg: Remscheid und seine Gemeinden, Remscheid, 1969, S.247
  5. ↑ 100 Jahre Arenberger Dominikanerinnen in der Fabricius-Klinik Remscheid, Festschrift auf fabriciusklinik.de, S. 26-28 (PDF)
  6. ↑ Roth: Geschichte unserer Stadt, S. 191-193
  7. ↑ Roth: Geschichte unserer Stadt, S. 91, 92
  8. ↑ a b Informationen der Stadt Remscheid (Archivversion vom 19. Juli 2011) ĂŒber Todeszahlen wĂ€hrend des Nationalsozialismus (PDF, Projekt Stolpersteine)
  9. ↑ Roth: Geschichte unserer Stadt, S. 273-277, S. 326
  10. ↑ Geschichte des Remscheider Stadtwappens
  11. ↑ Martin BĂŒnermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  12. ↑ http://www.rga-online.de/lokales/remscheid.php?userid=&publikation=2&template=phparttext&ausgabe=56108&redaktion=2&artikel=109761686 Abgerufen am 22. Mai 2011
  13. ↑ Stadt Remscheid, Bevölkerungsentwicklung
  14. ↑ Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der Stadt nach it.nrw.de, gesehen 7. Februar 2011
  15. ↑ RGA-Artikel ĂŒber die Verschuldung der Stadt Remscheid zum Jahresende 2008
  16. ↑ Kommunalwahl 2004
  17. ↑ Jugendrat der Stadt Remscheid
  18. ↑ Bilanz des Jugendrates
  19. ↑ PartnerstĂ€dte von Remscheid (Archivversion vom 19. Juli 2011)
  20. ↑ Lorenz: 50 Jahre Großstadt, S. 58
  21. ↑ die GebrĂŒder Mannesmann. Route Industriekultur, abgerufen am 5. Juni 2010.
  22. ↑ Überblick ĂŒber die Mannesmann-Geschichte. Mannesmann-Archiv, 21. Februar 2005, abgerufen am 5. Juni 2010 (RTF).
  23. ↑ Standorte KĂŒhne+Nagel
  24. ↑ a b c Statistisches Jahrbuch 2008 der Stadt Remscheid, ISSN 0930-2034, S. 17, 18
  25. ↑ Lorenz: 50 Jahre Großstadt, Stadt Remscheid, 1979, S. 61
  26. ↑ Roth: Geschichte unserer Stadt, S. 221
  27. ↑ a b IVW-Statistik III/2007 http://daten.ivw.eu/download/Ali20073.zip
  28. ↑ Jugendarrestanstalten in Nordrhein-Westfalen
  29. ↑ Garten der Sinne im Stadtpark (Archivversion vom 20. Dezember 2010)
  30. ↑ Garten der Sinne auf der Website der Stadt Remscheid
  31. ↑ http://www.tagen.erzbistum-koeln.de/export/sites/erzbistum/erzbistum/kontakte_service/amtsblatt/2006/Amtsblatt_Mai_2006.pdf Amtsblatt des Erzbistums Köln Mai 2006
  32. ↑ Gisela Schmoekel: Gotteshaus mit viel Seele. in: Bergische Morgenpost. vom 19. Februar 2005, Themenseite 50 Jahre Stadtkirche
  33. ↑ Liste der EhrenbĂŒrger auf der Website der Stadt

Weblinks

 Commons: Remscheid â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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  • Remscheid — Remscheid, Stadt (Stadtkreis) im preuß. Regbez. DĂŒsseldorf, ĂŒberwiegend auf dem Plateau des Holscheidberges, mit 6 Bahnhöfen (R., R. Bliedinghausen, R. GĂŒldenwerth, R. Stachelhaufen, R. Vieringhausen und R. Hasten), Knotenpunkt der… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Remscheid — Remscheid, Stadt im Kreise Lennep des Regierungsbezirks DĂŒsseldorf (preußische Rheinprovinz); höhere BĂŒrgerschule, Eisen u. StahlhĂ€mmer, Eisen u. Stahlwaarenfabriken, welche am 2000 Artikel liefern, Handel mit den Fabrikaten (Remscheider Waaren); 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Remscheid — Remscheid, Stadtkreis im preuß. Reg. Bez. DĂŒsseldorf, (1900) 58.103 (1905: 64.341) E., Amtsgericht, Reichsbankstelle, Realprogymnasium; Mittelpunkt der deutschen Kleineisen und Stahlwarenindustrie 
   Kleines Konversations-Lexikon

  • Remscheid — Remscheid, preuß. Stadt im Reg. Bez. DĂŒsseldorf, mit 14400 E., großartiger Industrie in Eisen , Stahl u. Messingwaaren 
   Herders Conversations-Lexikon

  • Remscheid — es una ciudad de Alemania, integrada en el sector administrativo de DĂŒsseldorf, en Renania del Norte Westfalia, y situada en las inmediaciones de Wuppertal y Solingen. Ocupa un ĂĄrea de 74,6 kmÂČ y cuenta con 117.717 habitantes (diciembre de 2003) 
   Enciclopedia Universal

  • Remscheid — [remâ€ČshÄ«t΄] city in W Germany, in the Ruhr Basin, in the state of North Rhine Westphalia: pop. 124,000 
   English World dictionary

  • Remscheid — Infobox German Location Name = Remscheid German name = Art = City image photo = Deutsches Roentgenmuseum.jpg imagesize = image caption = German Roentgen Museum Wappen = Stadtwappen der kreisfreien Stadt Remscheid.png WappengrĂ¶ĂŸe = lat deg = 51 |… 
   Wikipedia

  • Remscheid — ReÌŁm|scheid: Stadt in Nordrhein Westfalen. * * * ReÌŁmscheid,   kreisfreie Stadt in Nordrhein Westfalen, 379 m ĂŒber dem Meeresspiegel, im Bergischen Land, 120 100 Einwohner; Jugendmusikschule, Akademie fĂŒr Musische Bildung und Medienerziehung 
   Universal-Lexikon


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