Republik Venedig

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Republik Venedig
Republik Venedig
Flagge der Republik Venedig
Wappen der Republik Venedig
Flagge Wappen
Amtssprache Latein, Venezianisch
Hauptstadt Venedig
Staatsform Republik

Die Republik Venedig (Serenissima Repubblica di San Marco „Durchlauchtigste Republik des Heiligen Markus“)[1], nach dem Wahrzeichen der Lagunenstadt, dem Markuslöwen, auch als Löwenrepublik bezeichnet, war vom 7./8. Jahrhundert bis 1797 eine See- und Wirtschaftsmacht, deren Zentrum im Nordwesten der Adria lag. Ihre Vorherrschaft kulminierte in einem Kolonialreich, das von Oberitalien bis Kreta und zeitweise bis zur Krim und nach Zypern reichte und von Venedig aus gelenkt wurde. DarĂŒber hinaus unterhielt Venedig Kaufmannskolonien in Flandern und dem Maghreb, in Alexandria und Akkon, in Konstantinopel und Trapezunt sowie in zahlreichen StĂ€dten an der Adria.

Inhaltsverzeichnis

Eine Handels- und Seemacht

Der Reichtum der Adelsrepublik resultierte daraus, dass sie als Umschlagplatz zwischen dem Byzantinischen Reich und dem Heiligen Römischen Reich fungierte und zugleich wichtige Waren monopolisierte. Auch die Zersplitterung Italiens war fĂŒr sie vorteilhaft. Dabei ĂŒbte ausschließlich der Adel[2] den gewinntrĂ€chtigen Fernhandel aus und kontrollierte zunehmend die politische FĂŒhrung – bis hin zur Abschaffung der Volksversammlung.

Über die Anfangszeit berichten hauptsĂ€chlich Legenden und nur wenige historisch zuverlĂ€ssige Quellen. Erst ab dem 13. Jahrhundert gibt es eine breite schriftliche Überlieferung, die dann aber vom Ausmaß mit der von Rom verglichen werden kann.[3] Zur Legendenbildung hat die staatlich kontrollierte Geschichtsschreibung erheblich beigetragen, die die als wegweisend wahrgenommenen Eigenheiten der venezianischen Gesellschaft oftmals in die Vergangenheit projizierte. Dabei verschwieg sie vieles dessen, was den Idealen von Geschlossenheit, Gerechtigkeit und Machtbalance widersprach, oder deutete es um.

Dogenpalast und Markuskirche, Sitz und Symbol venezianischer Herrschaftsorgane, Patrick Clenet 2005

Der Seemacht gelang es, trotz geringer Ressourcen und eines verstreuten Herrschaftsgebiets, eine erstrangige Rolle in der Politik des Mittelmeeres zu spielen. Dabei lavierte Venedig fast von Anfang an zwischen den GroßmĂ€chten wie Byzanz und dem Heiligen Römischen Reich oder der pĂ€pstlichen Macht, nutzte rigoros die Schlagkraft seiner Kriegsflotte und seiner ĂŒberlegenen Diplomatie, setzte Handelsblockaden und Berufsarmeen ein. Dabei hatte es sich der Konkurrenz italienischer HandelsstĂ€dte, wie etwa Amalfi, Pisa, Bologna, vor allem aber Genuas zu erwehren. Erst die großen FlĂ€chenstaaten wie das Osmanische Reich und Spanien drĂ€ngten den Einfluss Venedigs militĂ€risch, die aufstrebenden Handelsnationen wie die Vereinigten Niederlande, Portugal und Großbritannien wirtschaftlich zurĂŒck. NapolĂ©on besetzte 1797 die Stadt und der Große Rat stimmte am 12. Mai fĂŒr die Auflösung der Republik.

Entstehung und Aufstieg

Besiedlung der Lagune

Die nördliche Adria und die Lagune von Venedig (Joan Blaeu, Atlas Maior), erstmals 1662

Ausgangspunkt der Besiedlung Venedigs war eine Gruppe von Inseln in der Lagune, die die Ablagerungen der Brenta und anderer kleiner FlĂŒsse immer weiter in die Adria vorschoben.[4] So ist der Canal Grande die VerlĂ€ngerung des Nordarms der Brenta. Die Bevölkerungszahl der an und in der so entstandenen Lagune liegenden Fischersiedlungen, die bis in etruskische Zeit zurĂŒckreichen[5], stieg durch FlĂŒchtlinge an, die sich der Legende nach 410 vor den Westgoten Alarichs, besonders aber 452 vor den Truppen des Hunnen Attila dort in Sicherheit brachten. Als 568 die Langobarden in Oberitalien einfielen, erreichte ein weiterer FlĂŒchtlingsstrom die Lagune. Das legendĂ€re GrĂŒndungsdatum Venedigs, der 25. MĂ€rz 421[6], könnte eine Erinnerung an die frĂŒhen Zuwanderer darstellen.[7]

Den Baugrund der Stadt bildeten neben der Insel Rialto die benachbarten Luprio[8], Canaleclo[9]Gemine[10], Mendicola[11], Ombriola[12], Olivolo und Spinalunga.[13] Dichte Pfahlroste aus Ulmen- und LĂ€rchenstĂ€mmen wurden in den Untergrund gerammt, um die Siedlungen zu erweitern. Zu einem Großteil steht die Stadt auf BaumstĂ€mmen aus Dalmatien, da das Holz aus den umliegenden WĂ€ldern oder aus dem Cadore bald nicht mehr ausreichte. Die Flotte verschlang ebenfalls große Mengen Holz. Die teilweise baumlosen Karstbereiche Istriens und Dalmatiens sind eine Folge dieser Abholzungen.

Byzantinische Herrschaft

Mit der Eroberung des Ostgotenreiches unter Kaiser Justinian I. (ca. 535 bis 562) kam die Lagune unter oströmisch-byzantinische Herrschaft. Die Eroberung großer Teile Italiens durch die Langobarden ab 569 zwang jedoch Kaiser Maurikios, den verbliebenen Randprovinzen grĂ¶ĂŸere EigenstĂ€ndigkeit zu gewĂ€hren, und so wurde Ende des 6. Jahrhunderts das Exarchat von Ravenna geschaffen.[14] Der Exarch ernannte den Magister militum als militĂ€rischen und zivilen Oberbefehlshaber der Provinz. Ihm unterstanden in der Lagune wiederum Tribunen. Provinzhauptstadt war zunĂ€chst Oderzo, das jedoch 639 von den Langobarden erobert und 666 zerstört wurde. Damit löste sich die Provinz weitgehend auf und die Lagune war zunehmend auf sich selbst gestellt. Der Bischofssitz wurde 635 von Altino in das sicherere Torcello verlegt. Dennoch spielte der Handel mit dem Festland, vor allem mit Salz und Getreide, bereits im 6. Jahrhundert eine wichtige Rolle[15], die im 8. Jahrhundert offenbar noch zunahm. Im Gegensatz zu den Standesgenossen außerhalb Venedigs erwarb der venezianische Adel, der sich ĂŒberwiegend auf römische Wurzeln zurĂŒckfĂŒhrte, wohl um 800 bereits sein Vermögen nicht nur aus immobilem Besitz sondern zunehmend im Handel.

Paolo Lucio Anafesto wurde 697 – folgt man der Tradition – zum ersten Dogen erhoben. Er vertrat erstmals die gesamte Lagune. Um 713/16 wird erstmals ein Dux (FĂŒhrer oder Herzog) Ursus als Stellvertreter des Exarchen erwĂ€hnt. Die Verlegung seines Amtssitzes erfolgte unter seinen Nachfolgern zunĂ€chst nach Heraclea und spĂ€ter nach Malamocco. 811 wurde wĂ€hrend der Amtszeit des Dogen Angelo Participazio Rialto Amtssitz.

Torcello, Basilika, Baubeginn um 640, Emmanuel Cruvelier 2006

Bei der Wahl des ersten Dogen erscheinen entsprechend der venezianischen Tradition zum ersten Mal die so genannten zwölf „apostolischen“ Familien der Badoer, Barozzi, Contarini, Dandolo, Falier, Gradenigo, Memmo, Michiel, Morosini, Polani, Sanudo und Tiepolo.

Von Byzanz zunehmend unabhĂ€ngig zeigte sich Venedig erstmals im beginnenden byzantinischen Bilderstreit (726/27), als sich die Stadt auf die pĂ€pstliche Seite stellte. DarĂŒber hinaus kam es erstmals zu einem Vertrag aus eigener AutoritĂ€t, also ohne byzantinische BestĂ€tigung, mit den Langobarden. In diesem Zusammenhang soll der Doge den Beinamen „Ipato“ (griech. „Hypatos“), also „Konsul“ erhalten haben, wohl in Anerkennung seiner Verdienste bei der RĂŒckeroberung Ravennas und der Pentapolis nach 729. Bereits 732 wurden die Orte der Lagune einem eigenen Bischof unterstellt, was ihre Zusammengehörigkeit verstĂ€rkt haben wird und sie zugleich deutlicher sichtbar machte.

Zwischen Byzanz, den Langobarden und dem Frankenreich

Das Byzantinische Reich um 717
Kaiserin Irene von Byzanz (797–802) beherrschte von 780 bis 802 die byzantinische Politik, Pala d'Oro in der Basilica di San Marco, 10. Jahrhundert

Mit der Eroberung Ravennas durch die Langobarden (751) war die byzantinische Herrschaft in Oberitalien beendet. Trotzdem wusste Venedig die weiterhin bestehende formale AbhĂ€ngigkeit von Byzanz zu schĂ€tzen, denn nur diese versetzte es in die Lage, seine UnabhĂ€ngigkeit zu bewahren: zunĂ€chst gegenĂŒber den Langobarden, aber mehr noch gegenĂŒber den Franken (der frĂ€nkische König Karl der Große eroberte 774 das Langobardenreich). König Pippin von Italien unternahm zwischen 803 und 810 mehrere Versuche, Venedig zu erobern, auch eine Belagerung der Stadt im Jahr 810 blieb erfolglos. Im Frieden von Aachen wurde Venedig 812 schließlich als Teil des Byzantinischen Reiches anerkannt. Dies und die Verlegung des Dogensitzes an die Stelle des heutigen Dogenpalastes bildeten Grundlagen fĂŒr die spĂ€tere Sonderentwicklung der Stadt gegenĂŒber dem ĂŒbrigen Italien.

Innerhalb der Lagune herrschte wĂ€hrend dieses Prozesses keineswegs EinmĂŒtigkeit. Der vierte Doge Diodato Ipato fiel 756 offenbar den KĂ€mpfen zwischen prolangobardischer und probyzantinischer Fraktion zum Opfer. Auch der probyzantinische Nachfolger Galla Lupanio, der ihn gestĂŒrzt hatte, fiel einem Attentat zum Opfer. Domenico Monegario wiederum fĂŒhrte bis zu seinem Sturz im Jahr 764 eine prolangobardische Fraktion, was dem oberitalienischen Handel Venedigs zugute kam. Zugleich wurden erste Versuche unternommen, die Macht des Dogen durch zwei Tribunen zu beschrĂ€nken. Maurizio Galbaio, der von 764 bis 787 das Dogenamt innehatte, versuchte gegen starke WiderstĂ€nde eine Dogendynastie durchzusetzen, indem er seinen Sohn Giovanni zum Nachfolger machte. Doch dieser ĂŒberwarf sich mit dem Klerus der Stadt und unterlag schließlich einer profrĂ€nkischen Fraktion unter der FĂŒhrung des Obelerio degli Antoneri, der dann allerdings wĂ€hrend der Belagerung durch Pippin mitsamt seiner Familie 804 fliehen musste.

Unter der Dynastie der Partecipazio machte die VergrĂ¶ĂŸerung der Stadt deutliche Fortschritte. Ihr Selbstbewusstsein wuchs, aber es fehlte noch eine spirituelle Erhöhung, ein Symbol fĂŒr die Bedeutung der Stadt.

Das Wahr- und Hoheitszeichen der Serenissima: Der Löwe von St. Markus (Ausschnitt aus einem GemÀlde von Vittore Carpaccio, 1516)
Mosaik an der Außenseite des Markusdoms, das die Kirche vor den Umbauten des 13. und 14. Jahrhunderts zeigt

Nach dem Raub der Markusreliquien aus Alexandria (828), wo sich bereits eine venezianische Kaufmannskolonie befand, wurde der Evangelist Markus Schutzpatron der Stadt. Die Republik wurde ihm geweiht, und das Symbol des Evangelisten, der geflĂŒgelte Löwe, wurde zum Hoheitszeichen der Republik. Noch heute findet man ihn im gesamten Bereich ehemals venezianischer Besitzungen. Damit war ein weiterer Schritt zur UnabhĂ€ngigkeit getan, jetzt gegenĂŒber dem Patriarchen von Aquileia, der eine geistliche Oberherrschaft beanspruchte. Venedigs Anspruch wurde durch die ÜberfĂŒhrung der Reliquien des Evangelisten Markus nach Venedig symbolisiert. Als HĂŒter dieser hochrangigen Reliquie konnte Venedig seine spirituelle Stellung und die UnabhĂ€ngigkeit vom Patriarchen von Aquileia dadurch unterstreichen, dass der Heilige, dem die GrĂŒndung des Patriarchats zugeschrieben wurde, „körperlich“ in Venedig anwesend war.

Doch die politischen Misserfolge des Dogen Giovanni I. Participazio, der 829 aus Venedig fliehen und Zuflucht beim frĂ€nkischen Kaiser Lothar suchen musste, wĂ€hrend der byzantinische Tribun Caroso fĂŒr sechs Monate die Lagune beherrschte, kontrastierten scharf mit diesem symbolischen Erfolg. Nur mit Hilfe der Franken konnte der Doge zurĂŒckkehren. Er ließ Caroso blenden und verbannen, da er als Senator von Konstantinopel nicht hingerichtet werden durfte. Zugleich sollte das byzantinische Amt des Tribunen bald verschwinden. Doch schon 832 wurde Giovanni in ein Kloster verbannt.[16]

Unter „Venetia“ verstand man nunmehr ein Gebiet, das von Grado bis Chioggia reichte. Im Pactum Lotharii, in dem Kaiser Lothar I. Venedig mit zahlreichen Rechten ausstattete (840) sind 18 verschiedene Orte angefĂŒhrt, darunter Rialto und Olivolo. Ihre UnabhĂ€ngigkeit wurde damit endgĂŒltig anerkannt. Unter dem Dogen Pietro Tribuno erfolgte die Einbeziehung dieser beiden Orte in ein gemeinsames Verteidigungssystem, aus dem die eigentliche Stadt Venedig hervorging. Auslöser fĂŒr diese Anstrengung waren Angriffe der Ungarn, die 900 bis in die Lagune eingedrungen waren. Innerhalb der Stadt verfestigte sich eine Gruppe von vermögenden HĂ€ndlern, die ĂŒberwiegend aus den adligen Familien stammten. Im Gegensatz zu den Standesgenossen auf dem Festland stand bei ihnen der Handel in hohem Ansehen.

Die Dogendynastie der Partecipazio

Die SchwĂ€che des Byzantinischen Reiches veranlasste Venedig zur Einmischung in die durch Slawen, Ungarn und Muslime (Sarazenen) ausgelösten PlĂŒnder- und EroberungszĂŒge. Schon 827–828 schickte Venedig auf Verlangen des Kaisers eine Flotte gegen die Sarazenen, die begannen, Sizilien zu erobern. Zugleich bekĂ€mpfte Venedig Piratenflotten der Narentaner (im SĂŒden des heutigen Kroatien)[17], denen der Doge Pietro Candiano 887 zum Opfer fiel. Um 846 drangen Slawen bis Caorle vor, 875 die Sarazenen bis Grado – sie hatten schon in der Seeschlacht vor der Insel Sansego (Susak, sĂŒdöstlich von Pola) den Venezianern schwer zugesetzt.

Um 880 gelang es Venedig jedoch, seine Stellung als regionale Vormacht auszubauen, eine Entwicklung, die auch das Vordringen der Ungarn (900) nicht aufhalten konnte, die Altino zerstörten. 854 und 946 wurde Comacchio, das die MĂŒndung des Po beherrschte, durch die Venezianer erobert und zerstört. Damit geriet Venedig jedoch mit dem Kirchenstaat in Konflikt, denn dieser war durch die Pippinische Schenkung von 754 Oberherr von Comacchio geworden. Die Eroberer wurden erstmals von der pĂ€pstlichen Exkommunikation getroffen.

Das VerhĂ€ltnis zu Byzanz nahm wĂ€hrenddessen zunehmend den Charakter eines BĂŒndnisses an. Diese Phase der venezianischen Geschichte wurde von der Dynastie der Partecipazio dominiert (810 bis 887, erneut 911 bis 942), wenn auch die Herrschaft des Pietro Tradonico, die ĂŒberaus erfolgreich war, die Dominanz der Partecipazio von 837 bis 864 unterbrach. Zugleich kam es zu mehreren VertrĂ€gen mit den Königen von Italien, wie 888 mit Berengar I., 891 mit Wido, 924 mit Rudolf von Burgund und 927 mit Hugo I.[18]

Die Dogendynastie der Candiano, imperiale Politik der Ottonen

Schon unter Pietro II. Candiano (932–939) setzte Venedig erfolgreich seine Vormachtstellung gegenĂŒber Capodistria (Koper), einem der wichtigsten Handelsorte auf Istrien, durch.[19] Dazu genĂŒgte erstmals eine Blockade, ein Machtmittel, das Venedig in den AnrainerlĂ€ndern der Adria ĂŒber Jahrhunderte erfolgreich einsetzte. Die Familie Candiano hatte schon frĂŒher eine bedeutende Rolle gespielt und 887 mit Pietro I. Candiano einen ersten Dogen gestellt. Er kam jedoch bereits nach kaum einem halben Jahr beim Kampf gegen die Narentaner[20] ums Leben.

Christus selbst segnet die eheliche Verbindung zwischen Otto II. und Theophanu, zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Byzanz, Relieftafel aus Elfenbein, Buchdeckel von 982/983, MusĂ©e national du Moyen Âge, Paris, 18*10 cm, Fonds Du Sommerard, Cl. 392

Unter der Dynastie der Candiano, die zwischen 942 und 976 ununterbrochen die Dogen stellten, schien es fast, als könnten westeuropĂ€ische, am Feudalsystem orientierte VasallitĂ€tsverhĂ€ltnisse die Oberhand gewinnen. Dabei musste Pietro III. Candiano (942–959) seinem Sohn Pietro IV. weichen, der von den Feudalherren des Festlands und König Berengar II., unterstĂŒtzt wurde. Pietro IV. lehnte sich an Otto I. an, der 962 zum Kaiser erhoben wurde, und der den Dogen dazu veranlasste, ihm Tribut zu leisten – im Tausch gegen den Zugriff auf die KirchengĂŒter in seinem Gebiet.

Die imperiale Politik Ottos II. brach gegenĂŒber Venedig grundsĂ€tzlich mit der Tradition seines Vaters Ottos I., die seit 812 Bestand hatte.[21] In der Folge wurde 976 die pro-ottonische Dogendynastie der Candiano gestĂŒrzt. Der Doge und sein Sohn Vitale, Bischof von Venedig, wurden umgebracht, der Dogenpalast niedergebrannt – wahrscheinlich auf byzantinische Initiative. Der Witwe seines ermordeten VorgĂ€ngers, Waldrada, beließ der neue Doge ihr Erbe, denn sie stand unter dem Schutz der Kaiserwitwe Adelheid.

Als die weiterhin Otto II. loyale Familie Coloprini mit den pro-byzantinischen Morosini und Orseolo in offenen Konflikt geriet, wandte sie sich an Kaiser Otto. WĂ€hrend die erste, im Januar oder Februar 981 angeordnete Handelsblockade Venedig kaum beeintrĂ€chtigte, fĂŒgte die zweite im Juli 983 verhĂ€ngte Handelssperre der Stadt erhebliche SchĂ€den zu. Die Coloprini wurden nun gefangengesetzt, ihre StadtpalĂ€ste zerstört, wenige Jahre spĂ€ter wurden auch die rĂŒckkehrenden Coloprini von den Morosini umgebracht. Nur der frĂŒhe Tod Ottos II. (Ende 983) verhinderte möglicherweise die Unterwerfung Venedigs unter das Imperium.[22]

Die Orseolo, Aufstieg zur Großmacht

Kaiser Basileios II. (976–1025), Psalter, Cod. Marc. gr. 17, folio 3r, Biblioteca Nazionale Marciana, Venedig
Herrschaftsgebiet der Republik Venedig um 1000

Mit der Regierungszeit des Dogen Pietro II. Orseolo (991–1008) begann der Aufstieg Venedigs zur Großmacht, und zwar wirtschaftlich und politisch. 992 erhielt Venedig ein Privileg des byzantinischen Kaisers Basileios II., das die Handelsabgaben in Byzanz erheblich reduzierte und die Venezianer gegenĂŒber den konkurrierenden StĂ€dten begĂŒnstigte.[23] Zugleich nannte das Privileg die Venezianer extranei, also Fremde, was sicherlich keine Bezeichnung mehr fĂŒr byzantinische Untertanen war, noch nicht einmal mehr dem Anspruch nach.

Ebenso richtungweisend war die Durchsetzung der freien Schifffahrt durch die Adria. 997 bis 998 gelang ein erster erfolgreicher Feldzug gegen die narentanischen Piraten Dalmatiens, bis 1000 wurden die als Schlupfwinkel fĂŒr Piraten geltenden Inseln Korčula und Lastovo erobert. Weiter im SĂŒden der Adria gelangen ebenfalls wichtige Erfolge. 1002–03 konnte die Flotte die sarazenischen Belagerer vor dem byzantinischen Bari besiegen.

Pietro wird die Zeremonie der alljĂ€hrlichen Verehelichung Venedigs mit dem Meer zugeschrieben (Festa della Sensa). Dieses Staatsschauspiel unterstrich symbolisch Venedigs Anspruch auf Beherrschung der Adria, wenn nicht gar des gesamten Mittelmeeres. Die Fraktion der auf die Adria und den Fernhandel ausgerichteten Gruppen hatte sich endgĂŒltig durchgesetzt. Der Doge beanspruchte nun den Titel Dux Veneticorum et Dalmaticorum.

Politische Institutionen, innere Machtbalance, Abriegelung der FĂŒhrungsschicht

Portrait des Dogen Leonardo Loredan von Giovanni Bellini (nach 1501), 61,5 × 45 cm, National Gallery, London. Der Doge trĂ€gt den Corno Ducale auf dem Kopf, am Gewand sind wohl BisamĂ€pfel befestigt
Die Ca' d'Oro, ein Stadtpalast am Canal Grande, erbaut 1421–1442

Diese lange Phase, in der sich mĂ€chtige Familien mit ihrer Klientel blutige KĂ€mpfe um die Dogenmacht lieferten und versuchten eine Dynastie zu grĂŒnden, und in der vor allem auswĂ€rtige MĂ€chte immer wieder als ZĂŒnglein an der Waage auftraten, hat in der venezianischen Historiographie tiefe Spuren hinterlassen – vor allem aber hat sie politische Reformen angestoßen. Diese zielten darauf ab, den mĂ€chtigen Dogen zu einer ReprĂ€sentationsfigur zu machen, die einer engen Kontrolle und Überwachung unterlag, ohne gĂ€nzlich den politischen Einfluss zu verlieren.

Venedigs stĂ€ndische Ordnung korrespondierte bereits im Hoch- und SpĂ€tmittelalter aufs Engste mit der Arbeitsteilung. Der Adel war fĂŒr die Politik und die gehobene Verwaltung sowie die Kriegs- und FlottenfĂŒhrung zustĂ€ndig. Die Cittadini, die bĂŒrgerlichen Kaufleute, sorgten fĂŒr Geldmittel und Wertschöpfung durch Handel und Produktion, die Populani, die Mehrheit der Bevölkerung, stellte Soldaten, Matrosen, leistete Handarbeit und trieb Kleinhandel.

Die frĂŒhen Institutionen sind in einer Gesellschaft entstanden, die schriftliche Dokumente nur relativ selten brauchte, und sie nur begrenzt aufbewahren wollte. So entstanden der Kleine Rat als beratendes Gremium fĂŒr den Dogen und der Arengo, eine Art Volksversammlung, die in der FrĂŒhzeit wohl noch Mitbestimmungsrechte hatte, doch bald zum reinen Akklamationsorgan wurde. WĂ€hrend der Arengo zunehmend an Bedeutung verlor, wuchs der Einfluss des Kleinen Rates, dessen sechs Mitglieder die Stadtsechstel (Sestieri) vertraten, aus denen Venedig bestand.

Bereits ab dem frĂŒhen 13. Jahrhundert existieren umfangreiche schriftliche Zeugnisse in Form von Ratsprotokollen und BĂŒrgschaften.[24] Die Dokumentation der Verfassungsentwicklung, sowie der Innen- und Außenpolitik[25] Venedigs ist von da an umfangreich, lĂŒckenarm und in ihrer Dichte wohl nur mit der des Vatikans zu vergleichen.

Dies stand in enger Wechselwirkung mit den Institutionen, die sich stetig verĂ€nderten und entwickelten. Beachtet wurde dabei stets das Prinzip einer sorgfĂ€ltigen Austarierung von Macht und gegenseitiger Kontrolle der verschiedenen Gremien; dieses Prinzip war einer der GrĂŒnde fĂŒr die einzigartige StabilitĂ€t dieses Staates im unruhigen Europa. Ziel aller Reformen war, die Vorherrschaft einer einzigen Familie, wie sie in den Stadtstaaten Oberitaliens ĂŒblich war, und mit der Venedig selbst so schlechte Erfahrungen gemacht hatte, zu verhindern. Die Kehrseite war jedoch ein strenges Polizei- und Spitzelsystem.

Zwischen 1132 und 1148 wurde der Alleinherrschaft des Dogen ein Gremium gegenĂŒbergestellt, aus dem sich der Große Rat entwickelte. Hierin hatten Vertreter der bedeutendsten Familien Sitz und Stimme. Um 1200 wenig mehr als 40 Mitglieder umfassend, wuchs er auf etwa 2.000 Mitglieder an.[26] 1297 kam es zur Schließung des Großen Rates, der so genannten Serrata.[27] Hiermit wurde der Zugang zum Großen Rat mit dem Recht aktiver und passiver Wahl des Dogen auf eine feste Anzahl von Familien beschrĂ€nkt. Diese wurden mit ihren mĂ€nnlichen Nachkommen spĂ€ter in das Goldene Buch eingetragen. Die Mitglieder des Großen Rates, des maggior consiglio, gehörten diesem auf Lebenszeit an. Der Große Rat war keine eigentliche Legislative, musste jedoch zu allen Gesetzesvorlagen gehört werden. Zugleich wurden hier alle politischen Ämter besetzt, so dass er gelegentlich als „Wahlmaschinerie“ bezeichnet wurde.

Eine Art PrĂ€sidium des Großen Rates war die Signoria, das höchste Kontrollorgan. In ihr waren – neben dem Dogen und dem Kleinen Rat – die HĂ€upter der Quarantia vertreten, die Leiter des obersten Gerichts. Mitte des 13. Jahrhunderts ging aus dem Großen Rat der Senat hervor, der ursprĂŒnglich ein Ratsgremium aus altgedienten HĂ€ndlern und Diplomaten war, das sich mit Handels- und Schifffahrtsfragen befasste. Da sich um diese Fragen in Venedig alle anderen politischen Fragen drehten, zogen die zunĂ€chst als Pregati bezeichneten Senatoren nach und nach vielerlei Aufgaben an sich und bildeten damit eine Art Regierung. Umgekehrt veranlasste dies alle FernhĂ€ndlerfamilien dazu, ihren Einfluss hier zu konzentrieren, wo alle Wirtschaftsfragen verhandelt und entschieden wurden.

Daneben gab es ab 1310 den Rat der Zehn, eine Kontrollinstanz, in der, wie in fast allen bedeutenden Gremien, der Doge Sitz und Stimme hatte. Der Rat der Zehn war nach einem Adelsaufstand geschaffen worden, um weitere Unruhen zu verhindern. Er war eine Art oberstes Polizei- und Verwaltungsorgan, das mit umfassenden Rechten ausgestattet war. Es ist bezeichnend fĂŒr Venedig, dass dieses Organ öffentlicher Kontrolle und Überwachung zeitweise in scharfe Konkurrenz zum Senat trat, vor allem in Krisenzeiten.

Neben diesen Hauptgremien entstanden zu jedem grĂ¶ĂŸeren Fragenkomplex meist kurzlebige Sondergremien, die sich etwa mit dem Siedleraufstand auf Kreta befassten, oder mit der Reinigung der KanĂ€le. Dabei wurden die meisten Ämter nur kurzfristig, hĂ€ufig auf ein oder zwei Jahre besetzt. Bei Verfehlungen hatten eigene Advocatores die Aufgabe, zu ermitteln und gegebenenfalls Anklage zu erheben. Eine regelrechte Berufsausbildung existierte bis zum Ende der Republik nicht, so dass alle Positionen von mehr oder minder erfahrenen Laien ausgefĂŒllt wurden.

Eines der höchsten Ämter war das der Prokuratoren, die eine Art Finanz- und Schatzministerium darstellten. Sie residierten in den Prokuratien um den Markusplatz. Im Dogenpalast leitete der Kanzler, ein als einziger durchgĂ€ngig nicht von einem Adligen eingenommener Posten, den Schriftverkehr. Er war der einzige, an dessen BefĂ€higung ĂŒberprĂŒfbare Kriterien gestellt wurden, wĂ€hrend alle anderen nur als geeignet eingeschĂ€tzt und gewĂ€hlt werden mussten.

Die politische FĂŒhrung einschließlich der Finanzorgane ballte sich um den Markusplatz, wĂ€hrend die Insel Rialto das ökonomische Zentrum bildete.

Großmacht und Niedergang

Venezianische Kolonien und StĂŒtzpunkte
Gentile Bellini: Prozession auf dem Markusplatz (1496), 367x745  cm, Galleria dell'Accademia, Venedig

Vormacht in der Adria, Handelsdrehscheibe zwischen Ost und West

Neben den Konflikten mit dem Heiligen Römischen Reich, besonders mit dem Patriarchen von Aquileia, bedrohten vor allem die Normannen SĂŒditaliens Venedigs Machtstellung in der Adria. Zugleich drĂ€ngten Ungarn und Kroaten an die AdriakĂŒste. Als 1075 die dalmatinischen StĂ€dte die Normannen um Hilfe gegen die Kroaten ersuchten und der NormannenfĂŒhrer Robert Guiscard auf Eroberungszug gen Konstantinopel bereits in Albanien Fuß fasste, drohten Venedigs Handelswege durch die Adria abgesperrt zu werden. Diese BefĂŒrchtung sollte die Stadt nicht mehr loslassen und veranlasste sie dazu, die Herrschaft einer einzigen politischen Macht ĂŒber beide Adria-Ufer mit allen Mitteln zu verhindern. Nur so konnte Venedigs Existenzgrundlage, der Fernhandel, gesichert werden.

Schon frĂŒher hatte Venedig Privilegien erhalten, doch seine Handelsvormacht beruhte in der Hauptsache auf zwei Privilegien. Diese hatte die Stadt dadurch errungen, dass sie einerseits Heinrich IV. im Investiturstreit mit Papst Gregor VII. unterstĂŒtzte.[28] Andererseits stand sie Kaiser Alexios I. von Byzanz gegen die tĂŒrkischen Seldschuken und die Normannen SĂŒditaliens bei, die Konstantinopel von Osten und Westen zugleich bedrohten.[29] Durch das Privileg Heinrichs IV. war es den HĂ€ndlern des Heiligen Römischen Reichs verboten, ihre Waren ĂŒber Venedig hinaus nach Osten zu bringen. Umgekehrt durften griechische, syrische oder Ă€gyptische HĂ€ndler ihre Waren nicht im Reich anbieten. So fungierte Venedig als Makler zwischen den beiden Kaiserreichen, eine Funktion, die durch HandelshĂ€user fĂŒr die verschiedenen HĂ€ndlernationen zum Ausdruck kam, deren GebĂŒhren und Zölle große Mengen an Gold und Silber in die Stadt brachten.

Als besonders konfliktreich erwies sich dennoch bald das VerhĂ€ltnis zu seinem alten VerbĂŒndeten, dem Byzantinischen Reich. Das Kaiserreich war nach der Schlacht von Manzikert (1071) zunehmend gegen die tĂŒrkischen Seldschuken in die Defensive geraten. Venedig bot Kaiser Alexios I. die UnterstĂŒtzung seiner Flotte im Kampf gegen die TĂŒrken und die Normannen an und erhielt hierfĂŒr Handelsprivilegien, die seine HĂ€ndler ab 1082 von allen Abgaben befreiten. Dazu kam ein großes HĂ€ndlerquartier am Goldenen Horn. Hierdurch gelang es den Venezianern innerhalb weniger Jahrzehnte, das Byzantinische Reich wirtschaftlich zu dominieren. Diese Vorherrschaft ging so weit, dass das wirtschaftliche Fundament des byzantinischen Staates gefĂ€hrdet wurde. Das MorgenlĂ€ndische Schisma (1054) sowie der Erste Kreuzzug von 1096 bis 1099 trugen weiter zur Entfremdung zwischen Venedig und Byzanz bei.

Doch die KreuzzĂŒge eröffneten den italienischen HandelsstĂ€dten neue Möglichkeiten. Um sich hier einzuschalten, schickte Venedig 1099, nachdem es sich lange vom Kreuzzug ferngehalten hatte, 207 Schiffe unter dem Kommando des Dogensohns Giovanni Vitale und des Bischofs von Olivolo aus. Im Dezember kam es zu einer Seeschlacht mit Konkurrenten aus Pisa vor Rhodos, die Venezianer nahmen nach dem Sieg Reliquien des Hl. Nikolaus aus Myra mit. Venedig erhielt Abgabenfreiheit und Kolonien in allen noch zu erobernden StĂ€dten des entstehenden Königreichs Jerusalem.

Konflikt mit Ungarn, Friedrich Barbarossa und der Friede von Venedig

Mit dem Königreich Kroatien, das in Personalunion zum Königreich Ungarn gehörte und vom Papst unterstĂŒtzt wurde, kam es schon seit dem frĂŒhen 10. Jahrhundert immer wieder zu Konflikten um die StĂ€dte Istriens und Kroatiens und um den Bischofssitz Grado. Dabei verbĂŒndeten sich die Gegner Venedigs mit den Normannen und nahmen bei einer Seeschlacht vor Korfu den Sohn des Dogen Domenico Silvo (1070–1084) gefangen. Die Gegnerschaft der Normannen basierte wiederum darauf, dass sie versuchten, das Byzantinische Reich zu erobern, wĂ€hrend der Doge, der mit einer Tochter des Kaisers verheiratet war, dort Handelsinteressen verfolgte. Kaiser Alexios I. ĂŒbertrug dem Dogen den Titel Herzog von Dalmatien und Kroatien. Gleichzeitig setzte jedoch Ladislaus einen Neffen als König in Dalmatien und Kroatien ein. 1105 bis 1115 eskalierte der Konflikt in einem Krieg, in dessen Verlauf Venedig einige KĂŒstenorte zurĂŒckerobern konnte. 1125 fiel Split.

1133–1135 eroberten die Kroaten wiederum Ć ibenik, Trogir und Split. Zugleich versuchte Padua das venezianische Salzmonopol abzuschĂŒtteln, und Ancona versuchte Venedig die Vorherrschaft in der Adria streitig zu machen. Papst Eugen III. ließ Venedig und seinen Dogen exkommunizieren. Bei internen MachtkĂ€mpfen wurden die mĂ€chtigen Badoer und Dandolo zeitweise entmachtet. Besonders gefĂ€hrlich wurde die Situation, als sich ein EhebĂŒndnis zwischen Ungarn und Byzanz abzeichnete.

Das Konfliktfeld wurde noch dadurch ausgeweitet, dass sich Friedrich Barbarossa in die italienische Politik einschaltete. Venedig verband sich 1167 mit der Lega Lombarda, einem oberitalienischen StĂ€dtebund, der vom Papst unterstĂŒtzt wurde (vgl. Ghibellinen und Guelfen). Selbst mit den Normannen SĂŒditaliens befand sich Venedig nun im Bund, denn, eine weitere Konstante venezianischer Politik, die Stadt hatte kein Interesse an einem ĂŒbermĂ€chtigen Nachbarn auf dem Festland. 1177 vereinbarten Friedrich I. und Papst Alexander III. einen Friedensschluss in Venedig.

Unter Kaiser Manuel I. (1143–1180), dessen Mutter aus Ungarn stammte, gelang Byzanz die Unterwerfung erheblicher Teile des heute zu Serbien gehörenden Raszien. 1167 unterlagen ihm die Ungarn, wodurch Byzanz erneut zum unmittelbaren Nachbarn Venedigs wurde.

Offener Konflikt mit Byzanz, Vierter Kreuzzug

Das Byzantinische Reich um 1170

Die Beziehungen zu Byzanz waren seit Jahrzehnten Ă€ußerst gespannt. Seit dem Privileg von 1082 beharrte Venedig zunehmend auf einer monopolartigen Stellung in Konstantinopel. Dies fĂŒhrte zu schweren Konflikten vor allem mit Pisa, die sich im Laufe der Kriege um das Heilige Land weiter steigerten. Der Doge Domenico Michiel fuhr mit 40 Galeeren, 40 Frachtschiffen und weiteren 28 Schiffen im April 1123 zur UnterstĂŒtzung Balduins II. nach Jerusalem, schlug vor Askalon eine Ă€gyptische Flotte und am 7. Juli 1124 fiel Tyros. Der Doge lehnte zwar die Königskrone von Jerusalem ab, fuhr aber mit seiner Flotte gegen Byzanz, als er von der Privilegierung der Pisaner durch Kaiser Johannes hörte. Dabei plĂŒnderte die Flotte Rhodos, Samos, Chios, Lesbos, Andros, Modon und Kephallenia. 1126 erneuerte der Kaiser das Handelsprivileg von 1082.

Kaiser Manuel I. (1143–1180), der Sohn und Nachfolger Johannes', betrieb nicht nur eine Restaurationspolitik in Kleinasien und Italien (Ancona war fĂŒr fast zwei Jahrzehnte byzantinischer BrĂŒckenkopf), sondern auch eine AnnĂ€herung an Ungarn. Beide Ziele der byzantinischen Politik richteten sich gegen die Interessen Venedigs, da Konstantinopel bei ihrer Verwirklichung seinen Machtbereich bis nach Istrien ausgedehnt und darĂŒber hinaus mit der Kontrolle der Adria die Macht ĂŒber Venedigs Seewege erlangt hĂ€tte.

Kaiser Manuel wollte außerdem das Abkommen von 1082 widerrufen. Er beschlagnahmte am 12. MĂ€rz 1171 in einer offenbar völlig ĂŒberraschenden Aktion sĂ€mtlichen venezianischen Besitz und inhaftierte in einer Nacht die Venezianer in seinem gesamten Machtbereich.[30] Zwar fĂŒhrte eine venezianische Flotte einen Rachefeldzug durch, musste sich aber unverrichteter Dinge zurĂŒckziehen. In Venedig fĂŒhrte dies zu Tumulten, in deren Verlauf der Doge auf offener Straße erschlagen wurde. Noch erheblich mehr Opfer forderten die Lateinerpogrome von 1182 unter Manuels Nachfolger Alexios II. Komnenos, doch waren hiervon die konkurrierenden italienischen StĂ€dte stĂ€rker betroffen als Venedig. Erst 1185 nĂ€mlich erhielten seine HĂ€ndler wieder Zugang zum byzantinischen Markt, doch unter deutlich stĂ€rkeren BeschrĂ€nkungen als vor 1171. Mit einem Sieg ĂŒber die pisanische Flotte konnte Venedig 1196 wieder sein Handelsmonopol in der Adria durchsetzen. Alexios III. stellte Venedig 1198 ein weit reichendes Handelsprivileg aus.

Die Katastrophe von 1171 fĂŒhrte offenbar zur Überwindung der GegensĂ€tze innerhalb der FĂŒhrungsschicht und sozialer Spannungen. Die sechs Stadtquartiere (Sestieri) entstanden, von je einem Vertreter im Kleinen Rat reprĂ€sentiert, Kontroll- und Steuerungsorganisationen fĂŒr Handel und Produktion wurden eingerichtet, der Lebensmittelmarkt streng reguliert, kriegswirtschaftliche Anstrengungen unternommen. Zudem wurden alle Vermögenden einem rigorosen Beleihungssystem unterworfen, bei dem gegen Zins kurzfristig große Geldmengen aufgebracht wurden, um Kriege zu bezahlen, aber auch, um die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln zu sichern.[31]

Die Tetrarchen an der Markuskirche, ein BeutestĂŒck aus Porphyr aus Konstantinopel. Sie verweisen auf Kaiser Diokletian und seine Mitkaiser, Nino Barbieri, 2004
Die Bronzequadriga an der Markuskirche, ebenfalls ein BeutestĂŒck, Nino Barbieri, 2004

Den Vierten Kreuzzug (1201–1204) nutzte der Doge Enrico Dandolo[32] zur Eroberung der immer noch reichen Metropole am Bosporus – der bei weitem grĂ¶ĂŸten Stadt Europas – und wohl zur Rache, war er doch selbst ein Opfer der antivenezianischen Aktionen Manuels gewesen. Dabei kam ihm zustatten, dass das Byzantinische Reich zu zerfallen begann, denn Trapezunt, Klein-Armenien, Zypern und Teile Mittelgriechenlands um Korinth hatten sich bereits von der Hauptstadt losgesagt. Das unter Geldmangel leidende Kreuzfahrerheer, das sich ab 1201 bei Venedig sammelte, akzeptierte Dandolos Vorschlag, das widerspenstige Zara (Zadar) – zur Kompensation der Überfahrt ins Heilige Land bzw. nach Ägypten auf venezianischen Schiffen – fĂŒr Venedig zurĂŒckzuerobern. Nach der Eroberung gab Enrico Dandolo die Flucht eines byzantinischen ThronprĂ€tendenten den Vorwand in die Hand, vor Konstantinopel zu ziehen. Nach zwei Belagerungen kam es zu einer der grĂ¶ĂŸten PlĂŒnderungen des Mittelalters. Sie brachte ungeheure SchĂ€tze in den SĂŒden und Westen Europas. In Venedig war die Quadriga auf der Markuskirche ein Symbol fĂŒr Dandolos Triumph. Zahlreiche Venezianer brachen auf, um sich aus dem zerfallenden Byzanz ein StĂŒck zu sichern. Die wichtigste Beute fĂŒr Venedig war die Insel Kreta.

Den Eroberern fiel nur ein verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleiner Teil des Byzantinischen Reichs zu, wĂ€hrend sich vor allem in Kleinasien Teilreiche bildeten, ebenso wie in Griechenland (Despotat Epirus). Diese Teilreiche eroberten nach und nach das Lateinische Kaiserreich zurĂŒck, wobei sich das Kaiserreich Nikaia durchsetzte, dem 1261 die RĂŒckeroberung Konstantinopels gelang. Diese KĂ€mpfe ĂŒberforderten nicht nur die Ressourcen der griechischen Teilreiche, sondern entlasteten auch die tĂŒrkischen Emirate, die ihre Siedlungs- und Machtstrukturen stabilisieren konnten. Dabei wandelten die Beys von Aydın und Mentesche ihre kĂŒstennahen Herrschaftsgebiete in SeemĂ€chte um und wurden damit zu einer ernsten Gefahr. Andererseits etablierte Venedig dort einen Konsul, unterhielt Handelskontakte und nutzte tĂŒrkische Söldner, um sein Kolonialreich zusammen zu halten.

Kolonialreich, Konkurrenz Genuas, Umsturzversuche

Venedig profitierte beinahe ein halbes Jahrhundert lang von der Errichtung des Lateinischen Kaiserreichs, das es faktisch kontrollierte. Die vertraglichen Abmachungen sicherten der Serenissima ausdrĂŒcklich die Herrschaft ĂŒber drei Achtel des Reiches, eine Herrschaft, die Venedig allerdings nur entsprechend seinen Handelsinteressen ausĂŒbte – und seiner begrenzten militĂ€rischen Möglichkeiten. Es errichtete demzufolge in den folgenden Jahren ein Kolonialreich in der ÄgĂ€is mit dem Schwerpunkt Kreta.[33] Eine Kette von Festungen zog sich von der OstkĂŒste der Adria ĂŒber Kreta und Konstantinopel bis ins Schwarze Meer (vgl. Venezianische Kolonien). Unter dem Schutz des Mongolenreiches erschloss es sich bald den Handel bis tief nach Asien. Der bekannteste dieser Reisenden ist wohl Marco Polo.

Konstantinopel, Cristoforo Buondelmonti, Liber insularum archipelagi, 1422. Im Norden Pera, das Genuesenquartier, auf der gegenĂŒberliegenden Seite des Goldenen Horns das der Venezianer
Handelswege Venedigs und Genuas

Doch diese Vormachtstellung blieb nicht ungefĂ€hrdet. Die mĂ€chtigste Rivalin war zunĂ€chst Pisa, dann Genua. Lange hatten Genuesen versucht, die Eroberung Kretas zu verhindern, und die Insel zeitweise selbst besetzt. Zudem verbĂŒndete sich der byzantinische ExilprĂ€tendent im kleinasiatischen Nikaia mit Genua. 1261 gelang es den VerbĂŒndeten ĂŒberraschend, Konstantinopel zurĂŒckzuerobern. Venedig musste einen Teil seines Gebietes und seiner Privilegien an den Erzrivalen Genua abtreten. Dieser Dauerkonflikt zwischen den beiden oberitalienischen Handelsmetropolen eskalierte im 13. und 14. Jahrhundert in vier jeweils mehrjĂ€hrigen Kriegen. 1379 gelang den Genuesen im BĂŒndnis mit Ungarn sogar eine einjĂ€hrige Eroberung Chioggias.[34]

Zugleich versuchte Venedig sich in den Auseinandersetzungen zwischen den Staufern, allen voran Friedrich II., und dem Papst zu behaupten. Schließlich gelang es Karl von Anjou[35], die Macht der Staufer in SĂŒditalien zu brechen (1266, endgĂŒltig 1268). Da Karl die Politik der Normannen fortsetzte, und versuchte Byzanz zu erobern, war er der gegebene VerbĂŒndete Venedigs zur RĂŒckgewinnung seiner dortigen Privilegien. Doch 1282 machte die Sizilianische Vesper den gemeinsamen PlĂ€nen ein Ende, und Sizilien fiel an das iberische Königreich AragĂČn. Es dauerte weitere drei Jahre, bis Venedig in Konstantinopel wieder zugelassen wurde, doch zu ungĂŒnstigen Bedingungen.[36] Zudem geriet es mit den Nachfolgern Karls in Konflikt, denen es gelang, die Königskrone in Ungarn zu erwerben. Damit bestand erneut die Gefahr einer Abriegelung der Adria, und Venedig verlor seine Vorherrschaft in Dalmatien.

Eine weitere Entwicklung brachte Venedigs Herrschaft in Gefahr, die Entstehung der Signoria, wie die der Scaligeri in Verona oder der Este in Ferrara. Nachdem es Venedig seit etwa 1200 zunehmend gelungen war, die benachbarten FestlandsstĂ€dte gegeneinander auszuspielen, sie durch Handelsblockaden, UmstĂŒrze oder militĂ€rische Gewalt seinen Interessen unterzuordnen – zu diesen StĂ€dten gehörten etwa Ferrara, Padua, Treviso, Ancona und Bologna[37] – gefĂ€hrdeten die Signori seine Vormacht. Diese Herrschaftsform in den StĂ€dten Oberitaliens brachte bald mehrere dieser recht schnell wachsenden Zentren in eine Hand, was Venedig politisch erpressbar machte. Besonders von Mailand und Verona sah sich Venedig bedroht.

Trotzdem gelang es Venedig, seine Vormachtstellung im östlichen Mittelmeerraum zu behaupten, obwohl in der ersten Pestwelle von 1348[38] mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung ums Leben kam, und obwohl 1379 die Genuesen im Bunde mit Ungarn beinahe die Stadt eroberten. Zudem erschĂŒtterte 1310 ein Adelsaufstand unter FĂŒhrung des Baiamonte Tiepolo die Republik, 1355 versuchte der Doge Marino Falier einen Staatsstreich und es erhoben sich 1363 die venezianischen Siedler auf Kreta in einem Jahre andauernden Aufstand gegen die rigide Politik Venedigs.[39]

ProsperitÀt, Expansion in Italien, Osmanisches Reich

Der Friede von Turin (1381) lĂ€utete eine neue Phase der ProsperitĂ€t ein, zumal Genua, durch innere KĂ€mpfe geschwĂ€cht, keine große Gefahr mehr darstellte.[40] Nach langen KĂ€mpfen mit Ungarn, das die StĂŒtzpunkte in Dalmatien bedrohte, gelang es den Venezianern zwischen 1410 und 1420 sogar, ganz Dalmatien zu erobern. Doch es gelang ihnen nicht, ihr altes Herrschaftsgebiet im sĂŒdlichen Istrien nach Norden auszudehnen; der Nordteil geriet in den Einflussbereich der Habsburger. Die Grenzziehung stand ab etwa 1500 fest, als die Grafschaft Görz durch Erbschaft an Habsburg fiel und so Triest dem venezianischen Einfluss entzogen wurde. Hingegen kam 1386 Korfu durch Kauf an Venedig, darĂŒber hinaus die Ionischen Inseln und eine Reihe von StĂ€dten entlang der albanischen KĂŒste.

WĂ€hrenddessen gelang es den TĂŒrken – zunĂ€chst unter verschiedenen Dynastien, dann unter FĂŒhrung der Osmanen –, Kleinasien zu erobern. Mitte des 14. Jahrhunderts setzten sie nach Europa ĂŒber und reduzierten Byzanz zunehmend auf seine Hauptstadt, womit sie zu Rivalen Venedigs wurden. Denn trotz der RĂŒckeroberung von 1261 war die Durchfahrt durch den Bosporus, den Konstantinopel schĂŒtzte, von grĂ¶ĂŸter Bedeutung fĂŒr Venedig. Dies umso mehr, als 1291 der letzte HandelsstĂŒtzpunkt im Heiligen Land fiel. Venedig musste sich infolgedessen auf die Handelswege ĂŒber Kleinarmenien und TĂ€briz, sowie ĂŒber Famagusta, Konstantinopel und das Schwarze Meer konzentrieren. Das wiederum verschĂ€rfte die RivalitĂ€t mit Genua, die – selbst in Zeiten relativen Friedens – immer wieder zu ÜberfĂ€llen auf die gegnerischen StĂŒtzpunkte und zu offener Piraterie fĂŒhrte.

Die Republik Venedig am Ende des 14. Jahrhunderts
Die Republik Venedig um 1450

Etwa zur selben Zeit begann Venedig, sich auf das Festland, die Terra Ferma, auszudehnen, wo der Adel bereits umfangreiche LĂ€ndereien besaß, und wo hĂ€ufig Venezianer im Amt eines PodestĂ  tĂ€tig waren. Die 1402 einsetzende Eroberungspolitik war in Venedig heftig umstritten, denn sie fĂŒhrte zwangslĂ€ufig zu Konflikten mit dem Reich, dem Papst und den mĂ€chtigsten Staaten Italiens. So waren schon die Angriffe auf Ferrara, das Venedig als erste Festlandsstadt 1240 erobert hatte, gescheitert, ebenso wie im Krieg von 1308 bis 1312. In beiden FĂ€llen scheiterte Venedig vor allem am pĂ€pstlichen Widerstand. 1339 hingegen wurde Treviso im Zuge eines Krieges gegen die Scaliger von Verona erobert, wenn diese Eroberung auch erst 1388 endgĂŒltig abgeschlossen wurde. In den Jahren nach 1402, dem Todesjahr des MailĂ€nders Gian Galeazzo Visconti, der große Teile Oberitaliens beherrscht hatte, brachte Venedig die Herrschaft ĂŒber ganz Venetien und Friaul an sich, ebenso wie ĂŒber die dalmatinische KĂŒste.

Mit diesen Eroberungen forderte Venedig den König von Ungarn und des Heiligen Römischen Reiches Sigismund heraus, dessen Rechte damit in beiden FĂ€llen verletzt wurden. Schließlich war das bedrohte Aquileja Reichslehen, und als König von Ungarn hatte Sigismund seit dem Frieden von Turin (1381) Anspruch auf die KĂŒstenstĂ€dte Dalmatiens. So kam es 1411 bis 1413 zu einem ersten Krieg, der aber trotz Blockademaßnahmen zu keinerlei Resultaten fĂŒhrte. 1418–1420 kam es zu einem zweiten Krieg zwischen Venedig und dem König, an dessen Ende Feltre, Belluno, Udine und der ĂŒbrige Friaul an Venedig fielen.[41]

Beschleunigt wurde diese Eroberung unter FĂŒhrung des Dogen Francesco Foscari (1423–57).[42] 1425 besiegte eine venezianische Armee die MailĂ€nder bei Maclodio (in der Provinz Brescia) und schob die Grenze bis an die Adda vor. Doch 1446 verbĂŒndeten sich Mailand, Florenz, Bologna und Cremona gegen Venedig. Bei Casalmaggiore siegte Venedig abermals, und in Mailand wurden die Visconti gestĂŒrzt. Venedig verbĂŒndete sich zeitweise mit dem neuen Herrn Mailands, Francesco Sforza, wechselte aber angesichts seiner zunehmenden Macht wieder zu seinen Feinden ĂŒber.

Erst im Frieden von Lodi 1454 erfolgte eine vorlĂ€ufige Grenzziehung: Die Adda wurde als venezianische Westgrenze festgelegt. Diese Eroberungen und mehrere Versuche, Ferrara, auf das der Kirchenstaat Anspruch erhob, zu erobern, fĂŒhrten dazu, dass der Kirchenstaat und die meisten anderen italienischen Staaten nun in Venedig ihren schĂ€rfsten Rivalen sahen.

Venedig war bei diesen langwierigen Kriegen als zentraler Finanzplatz im Vorteil, weil es leichter die große Geldsummen verschlingenden Berufsarmeen der Condottieri bezahlen konnte, die nun die Kriege in Italien fĂŒhrten. Doch versuchten seine Gegner mit verschiedenen geld- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen diese Stellung ins Wanken zu bringen. Die Mittel reichten dabei von der Handelsblockade bis zur Ausgabe von gefĂ€lschten MĂŒnzen (s. Wirtschaftsgeschichte der Republik Venedig).

Das östliche Mittelmeer um 1450
Reiterstandbild des Condottiere Bartolomeo Colleoni, Fotografie von Carlo Naya, vor 1882

Viele dieser Mittel standen gegenĂŒber den Osmanen nicht zur VerfĂŒgung, die spĂ€testens mit der ersten Belagerung Konstantinopels (1422) zur Großmacht geworden waren, die nun daran ging, die zahlreichen kleinen Herrschaftsgebiete zu erobern. Venedig verteidigte von 1423 bis 1430 vergebens Thessaloniki, und auch die Ungarn wurden zurĂŒckgeschlagen. 1453 gelang es den Osmanen endgĂŒltig Konstantinopel zu erobern. Schlagartig riss damit der immer noch bedeutende Handel mit dem ÄgĂ€is- und dem Schwarzmeerraum ab. Dennoch gelang es der venezianischen Diplomatie, neue FĂ€den anzuknĂŒpfen, so dass das Quartier in der nunmehr osmanischen Hauptstadt erneut bezogen werden konnte. 1460 eroberten osmanische Truppen die letzte nennenswerte byzantinische Bastion Mistra, womit das Osmanische Reich zum unmittelbaren Nachbarn der venezianischen Festungen der Peloponnes wurde. 1475 kam die Krim hinzu, wodurch der von Genuesen vermittelte Handel einbrach. Schon in der Zeit vor der Eroberung Konstantinopels setzte eine griechische FlĂŒchtlingswelle nach Westen ein, so dass die Griechen zur grĂ¶ĂŸten Gemeinde in Venedig wurden. Ihre rund 10.000 Mitglieder erhielten 1514 das Recht, eine orthodoxe Kirche zu errichten, San Giorgio dei Greci. Ebenso stieg die Zahl der Armenier an, die bereits 1496 ihre Kirche Santa Croce weihten.[43] Hinzu kamen jĂŒdische FlĂŒchtlinge aus Spanien, von wo sie 1492 vertrieben wurden.

1463–1479 stand Venedig erneut im Krieg mit der tĂŒrkischen Großmacht. Trotz vereinzelter venezianischer Erfolge eroberten die Osmanen 1470 die Insel Negroponte. Selbst BĂŒndnisversuche mit dem Schah von Persien sowie Angriffe auf Smyrna, Halikarnassos und Antalya brachten keine greifbaren Ergebnisse. Als die Herrscher von Persien und Karaman von den Osmanen geschlagen wurden und Skanderbeg, der Albanien verteidigt hatte, starb, fĂŒhrte Venedig den Krieg allein fort. Zwar konnte es Skutari zunĂ€chst gegen die Belagerer verteidigen, verlor die Stadt zwei Jahre spĂ€ter dennoch. Die Hohe Pforte versuchte sogar einen Angriff im Friaul, sowie in Apulien. Erst am 24. Januar 1479 kam es zu einem Friedensschluss, der fĂŒnf Jahre spĂ€ter bestĂ€tigt wurde. Venedig musste auf die Argolis, Negroponte, Skutari und Lemnos verzichten und darĂŒber hinaus jedes Jahr 10.000 Golddukaten Tribut zahlen.

Umso mehr schien sich Venedig auf das italienische Festland zu konzentrieren. Gegen den Widerstand von Mailand, Florenz und Neapel versuchte es im Bund mit dem Papst Ferrara zu erobern. Trotz schwerer Niederlagen zu Lande gelang es, Gallipoli in Apulien zu erobern. Außerdem fielen Venedig im Frieden von 1484 die Polesine und Rovigo zu. In den KĂ€mpfen gegen den französischen König Karl VIII., der 1494 versuchte, Italien zu erobern, und im Zusammenhang mit der spanischen Eroberung des Königreichs Neapel, besetzte die venezianische Flotte einen großen Teil der apulischen KĂŒstenstĂ€dte.

Plan Venedigs des Jacopo de’ Barbari, 1500, Druckstöcke im Museo Correr, Venedig

Insgesamt hatte Venedig seine Vormachtstellung im Osten weitgehend eingebĂŒĂŸt, profitierte aber nach wie vor vom Mittelmeerhandel in einem Ausmaß, das sie zur reichsten und einer der grĂ¶ĂŸten StĂ€dte Europas machte. DarĂŒber hinaus werteten Meliorationen auf dem Festland die ErtrĂ€ge auf, so dass auch von hier umfangreiche Gewinne nach Venedig flossen. Mit rund 180.000 Einwohnern erreichte sie annĂ€hernd ihre maximale Einwohnerzahl, wobei in ihrem Kolonialreich rund zwei Millionen Menschen lebten.[44] Der Ausbau der Stadt nach innen, durch Landgewinnung und Trockenlegung von SĂŒmpfen, durch höhere HĂ€user und dichtere Bebauung, beschleunigte sich.[45] Zudem prĂ€gten Zuwanderer aus dem gesamten Handelsgebiet die Stadt zunehmend. Perser, TĂŒrken, Armenier, Bewohner des Heiligen Römischen Reiches, Juden, dazu Bewohner zahlreicher italienischer StĂ€dte fanden eigene HandelshĂ€user, Quartiere und StraßenzĂŒge. Neben dem Fernhandel und dem Handel mit Salz und Getreide wuchsen die Glasindustrie und der Schiffbau[46] zu den bedeutendsten Einnahmequellen heran.

Kriege um Oberitalien, Verlust des Kolonialreichs

Unter der FĂŒhrung Papst Julius' II. versuchte die Liga von Cambrai die venezianische Expansion rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Kaiser Maximilian I. forderte die Terra Ferma als entfremdetes Reichsgebiet zurĂŒck, Spanien forderte die apulischen StĂ€dte, der König von Frankreich Cremona, der König von Ungarn Dalmatien. Die venezianische Armee erlitt in der Schlacht von Agnadello am 14. Mai 1509 eine vernichtende Niederlage. Trotzdem gelang es der Serenissima im selben Jahr das verlorene Padua zurĂŒckzuerobern, und bald kamen Brescia und Verona wieder an Venedig. Trotz der RĂŒckeroberungen kam die venezianische Expansion zum Stillstand. Spanien erlangte weitgehende Vorherrschaft in Italien, der SĂŒden fiel ihm ganz zu. 1511 entstand jedoch eine neue Koalition gegen die französische Expansion nach Italien, von der sich Venedig allerdings 1513 wieder abwandte. 1521 bis 1522 und 1524 bis 1525 unterstĂŒtzte Venedig König Franz I. von Frankreich gegen den Papst und die Habsburger. Von nun an betrieb die Republik gegenĂŒber den italienischen Staaten eine Politik der strikten NeutralitĂ€t, verbĂŒndete sich aber immer wieder gegen die Habsburger, wie etwa in der Liga von Cognac (1526 bis 1530).

Portrait des Dogen Francesco Venier, Doge 1554–1556 (Tizian), Sammlung Thyssen-Bornemisza, Madrid
Fernando Bertelli: Die Seeschlacht von Lepanto (Kupferstich, Venedig 1572, Museo Storico Navale)

WĂ€hrend der Kriege mit den Osmanen von 1499 bis 1503 und von 1537 bis 1540 war Venedig mit Spanien verbĂŒndet. 1538 erlitt der Admiral der Bundesflotte, Andrea Doria, bei Prevesa eine schwere Niederlage gegen die osmanische Flotte, der es erstmals gelang, ihre Überlegenheit auf See durchzusetzen. Das Herzogtum Naxos wurde von den Osmanen in Besitz genommen. Venedig war durch seine vergleichsweise geringen Ressourcen nur noch mĂŒhsam in der Lage, im Konzert der damaligen GroßmĂ€chte mitzuspielen. So sah sich die Stadt ab 1545 gezwungen, Ă€hnlich wie andere SeemĂ€chte, auf GaleerenhĂ€ftlinge zurĂŒckzugreifen, die an die Ruderbank angekettet waren.

Ein letztes Mal spielte Venedig 1571 eine weltpolitische Rolle, als es im Rahmen der Heiligen Liga 110 Galeeren zur BĂŒndnisflotte beitrug, die insgesamt 211 Schiffe umfasste. In der Seeschlacht von Lepanto,[47] unweit des griechischen Patras, konnte diese Flotte die osmanische besiegen und 117 von deren 260 Galeeren erobern. Doch Venedig konnte keinen Vorteil daraus ziehen – die Insel Zypern war schon vor der Seeschlacht verloren gegangen (der Verlust der Insel wurde 1573 vertraglich anerkannt), und es fehlten lĂ€ngst die KrĂ€fte fĂŒr eine RĂŒckeroberung. Zudem umfasste die osmanische Flotte schon wenig spĂ€ter wieder 250 Kriegsschiffe.

Vedute von Venedig, Stich des Bolognino Zaltieri, 1565
Die Ausdehnung des Osmanischen Reiches zwischen 1481 und 1683

Aus der Perspektive der Venezianer hatten die (bis dato fĂŒnf) TĂŒrkenkriege weiterhin oberste PrioritĂ€t. Dabei versuchten sie, sich nicht in Auseinandersetzungen hineinziehen zu lassen, wie sie die Uskoken durch ihre Piraterie immer wieder auslösten. Die Uskoken waren christliche FlĂŒchtlinge aus den tĂŒrkisch besetzten Gebieten Bosniens und Dalmatiens. Sie waren nach Lepanto als Untertanen der Habsburger in den Grenzgebieten zur Verteidigung angesiedelt worden. Als Venedig 1613 militĂ€risch gegen sie vorging und Gradisca attackierte, fand es sich in einem mehrjĂ€hrigen Konflikt mit den Habsburgern wieder, der erst 1617 beigelegt werden konnte. In diesem Jahr versuchte der spanische Vizekönig von Neapel die Vorherrschaft Venedigs in der Adria – mit geringem Erfolg – zu brechen. Der hierin verwickelte spanische Gesandte wurde abberufen, drei seiner MĂ€nner gehenkt. Das Misstrauen gegen Spaniens Intrigen ging so weit, dass 1622 der – wie sich spĂ€ter herausstellte – unschuldige Gesandte Antonio Foscarini zwischen den SĂ€ulen der Piazzetta hingerichtet wurde.[48] Politisch war die Stadt dabei gespalten. Einerseits wehrten sich die so genannten giovani, die Jungen, gegen die Einmischung des Papstes in die Politik Venedigs, und unterstĂŒtzten dabei ĂŒber die Konfessionsgrenzen hinweg die protestantischen Herrscher. Zudem misstrauten sie den katholischen Habsburgern, vor allem den spanischen. FĂŒhrer dieser anti-pĂ€pstlichen und anti-jesuitischen Gruppe, die in weltlichen Dingen dem Papst keine Vorrechte einrĂ€umen wollte, war Paolo Sarpi. Die Gegner der giovani waren die vecchi, die Alten, auch papalisti, PapstanhĂ€nger genannt. Sie unterstĂŒtzten Spanien, das bereits die meisten Gebiete Italiens beherrschte.

1628 wurde Venedig in die KĂ€mpfe um das Machtgleichgewicht innerhalb Italiens durch den Franzosen Charles von Gonzaga-Nevers hineingezogen. Venedig verband sich mit Frankreich gegen die Habsburger, die im BĂŒndnis mit Savoyen standen. Die Venezianer erlitten bei dem Versuch, Mantua von den deutschen Belagerern zu entsetzen, eine schwere Niederlage. Diese Niederlage in Verbindung mit der 16-monatigen Pest von 1630 bis 1632, die Venedig, eine Stadt von 140.000 Einwohnern, rund 50.000 Menschenleben kostete,[49] war der Beginn seines außenpolitischen Niedergangs. Die Kirche Santa Maria della Salute wurde zum Dank fĂŒr das Ende der Katastrophe errichtet.

1638 drang eine tunesisch-algerische Korsarenflotte in die Adria ein und zog sich in den osmanischen Hafen von Valona zurĂŒck. Die venezianische Flotte beschoss die Stadt, kaperte die Piratenflotte und befreite 3.600 Gefangene. An der Hohen Pforte bereitete man nun die Eroberung Kretas vor. Die Belagerung der Hauptstadt Candia (IrĂ klion) dauerte 21 Jahre. Zugleich griffen tĂŒrkische FlottenverbĂ€nde Dalmatien an, das allerdings gehalten werden konnte. Jedoch kapitulierte Candia am 6. September 1669. Die letzten Festungen um Kreta hielten sich bis 1718.

VerÀnderung der herrschenden FamilienverbÀnde

Die Herrschaft des Adels blieb trotz der Ă€ußeren ErschĂŒtterungen stabil, der Stand scharf nach außen abgegrenzt.[50] 1594 wies Venedig 1.967 mindestens 25-jĂ€hrige Adlige auf, die sich im Großen Rat versammelten und den Adel insgesamt reprĂ€sentierten. WĂ€hrend des Kampfes um Kreta gestattete dieser Adel ausnahmsweise die Aufnahme von hundert neuen Familien gegen Zahlung von 100.000 Dukaten, um die Kriegslasten tragen zu können. Dennoch beherrschten nach dieser Aggregation weiterhin die 24 „alten Familien“ (case vecchie) die Politik, die sich bis in die Zeit vor 800 zurĂŒckverfolgen konnten. Hinzu kamen etwa 40 weitere Familien, die ĂŒber zahlreiche Ämter Zugang zum Kernbereich der MachtausĂŒbung hatten. Gelegentlich stießen neue Familien in den innersten, weniger scharf abgegrenzten Machtkern vor, andere mussten ihn verlassen. Dabei sank die Zahl der Adligen insgesamt trotz der Aggregation bis 1719 auf nur noch 1703, die sich auf rund 140 Familien mit zahlreichen Zweigen verteilten. Deren Bindung untereinander wurde dadurch begĂŒnstigt, dass die BrĂŒder innerhalb einer Familie ohne Vertrag eine Handelsgesellschaft darstellten.

Die Vermögensverteilung wurde innerhalb des steuerpflichtigen Adels – was in Europa eine Ausnahme war – 1581, 1661 und 1711 erhoben. Von den 59 Haushalten, die ĂŒber ein Jahreseinkommen aus ihren HĂ€usern und Liegenschaften von mehr als 2.000 Dukaten pro Jahr verfĂŒgten, waren 1581 nur drei nicht adlig. 1711 gehörte gar von den 70 HaushaltsvorstĂ€nden, denen mehr als 6.000 Dukaten zuflossen, nur einer nicht dem Adel an. Vermögen und Adel waren praktisch identisch, sieht man von wenigen Ausnahmen ab.

Dabei sind die mobilen Vermögen nicht berĂŒcksichtigt, die sich ĂŒber die Testamente analysieren ließen. Depositen bei der Zecca, der staatlichen MĂŒnze, spielten dabei eine große Rolle, Ă€hnlich wie im 14. Jahrhundert bei der Weizenkammer, der Camera del frumento. Der 1701 verstorbene Alvise da Mosto hatte dort eine Summe von 39.000 Dukaten hinterlegt. Hinzu kamen Einlagen in Familienunternehmen, wie die des Antonio Grimani, der bis 1624 20.000 Dukaten in eine Seifensiederei investiert hatte. Außerdem trug der Handel mit den Produkten der eigenen GĂŒter, wie Getreide und Vieh erheblich zum Vermögen bei. Der Adel erwarb vor allem zwischen etwa 1650 und 1720 fast 40 % des frei werdenden Gemeindelands auf dem Festland. Wichtig waren auch Mitgiften, die zwischen 5.000 und 200.000 Dukaten schwankten, sowie Einnahmen aus Staats- und KirchenĂ€mtern.

Insgesamt zĂ€hlten etwa 7.000 Menschen zum Adel, der die rund 150.000 Einwohner zĂ€hlende Stadt und das 1,5 bis 2,2 Millionen Einwohner zĂ€hlende Kolonialreich beherrschte, politisch und ökonomisch. Die MachtausĂŒbung geschah weiterhin in einem Turnus von ĂŒber 400 dem Adel vorbehaltenen Ämtern, die meist jĂ€hrlich ausgeĂŒbt wurden, sieht man einmal vom Dogen und den Prokuratoren und einigen wenigen weiteren Ämtern ab, die auf Lebenszeit vergeben wurden. Eine Professionalisierung der Politik im Sinne einer Ausbildung oder eines Studiums hat sich in Venedig nie durchgesetzt.

Letzte Eroberungen in Griechenland

Gedenkmedaille an die Eroberung Griechenlands. Gott krönt den siegreichen Löwen von Venedig, wÀhrend die Osmanen zerstreut wurden (Historisches Museum, Athen).

Erst nachdem 1683 die Zweite Wiener TĂŒrkenbelagerung der osmanischen Armee gescheitert war, gelang es, ein neuerliches BĂŒndnis zu schließen. 1685 landete eine venezianische Armee unter Francesco Morosini und Otto Wilhelm von Königsmarck auf Santa Maura (Lefkas), dann auf Morea (dem heutigen Peloponnes), eroberte Patras, Lepanto und Korinth und stieß weiter bis Athen vor. 1686 wurden Argos und Nauplia eingenommen. Die RĂŒckeroberung von Euböa scheiterte jedoch 1688. Obwohl der venezianischen Flotte Seesiege bei Mytilini, vor Andros und sogar den Dardanellen gelangen (1695, 1697 und 1698), nahmen die eigentlichen Sieger, die österreichischen Habsburger und Russland, Venedigs Forderungen nicht ernst. Schließlich sicherte der Frieden von Karlowitz im Jahr 1699 die Eroberungen Venedigs nur notdĂŒrftig, immerhin blieb die Halbinsel Morea fĂŒr einige Zeit venezianisch.

Im Dezember 1714 begannen die Osmanen mit der Wiedereroberung. Daniele Dolfin, Admiral der venezianischen Flotte, war nicht bereit, diese fĂŒr die Halbinsel Morea aufs Spiel zu setzen. 1716 wehrte der Oberkommandierende der Landtruppen, Feldmarschall Johann Matthias von der Schulenburg, die tĂŒrkische Belagerung von Korfu ab. Trotz dieses Sieges und der Niederlagen, die die Osmanen gleichzeitig gegen die habsburgischen Armeen unter Prinz Eugen von Savoyen einstecken mussten, gelang es Venedig nicht, die Wiederherausgabe von Morea durchzusetzen, wohingegen die Habsburger im Frieden von Passarowitz (1718) große territoriale Gewinne verbuchten. Dieser Krieg war der letzte zwischen dem Osmanischen Reich und Venedig. Venedigs Kolonialreich, der Stato da Mar, bestand praktisch nur noch aus Dalmatien und einer Reihe von Inseln. In realistischer EinschĂ€tzung der noch verbliebenen KrĂ€fte bereitete Schulenburg diese Besitzungen in den folgenden Jahrzehnten auf ihren letzten Abwehrkampf vor.

Niedergang und Ende

Ausschlaggebend fĂŒr den allmĂ€hlichen Niedergang Venedigs als Handelsmacht, und damit als europĂ€ischer Machtfaktor, war der im Zeitalter der Entdeckungen zunehmende Bedeutungsverlust des Handels in der Levante und der damit einhergehende Aufstieg neuer MĂ€chte. Diese MĂ€chte verfĂŒgten zudem ĂŒber Organisations- und Kreditformen, die in Venedig nicht zur VerfĂŒgung standen. Durch seine geografische Lage und durch FehleinschĂ€tzung der Bedeutung der Entdeckungen von den neu erschlossenen Ressourcen der Neuen Welt und Ostindiens und damit von den sich verlagernden Handelsströmen (Atlantischer Dreieckshandel und GewĂŒrzroute) abgeschnitten, wurde Venedig durch die aufstrebenden Staaten Portugal, Spanien, Niederlande und Großbritannien wirtschaftlich und machtpolitisch allmĂ€hlich ĂŒberflĂŒgelt. Es besaß zudem aufgrund seiner relativ geringen Bevölkerungszahl und des Mangels an rohstoffreichen Kolonien nicht die Möglichkeiten einer merkantilen Wirtschaftspolitik im großen Stil. Einzig die Produzenten von Glasperlen gewannen durch den Handel der neuen KolonialmĂ€chte in Amerika, Asien und Afrika riesige neue MĂ€rkte. In Europa spezialisierte sich Venedig auf den Handel mit Luxuswaren, vor allem mit Glas, und die Landwirtschaft.

Venedig und die italienischen Stadtstaaten sanken insgesamt von RegionalmÀchten zu LokalmÀchten herab, die Landwirtschaft wurde zum HaupttÀtigkeitsfeld eines wachsenden Teils des Adels.

Die so genannten Murazzi (hier bei Pellestrina), eine zwischen 1744 und 1782 errichtete Verteidigungsanlage
Napoleon 1797, GemÀlde von Jacques-Louis David, 1797, Musée du Louvre, Paris

Dennoch gelang es Venedig, seine bis heute bestehenden Verteidigungsanlagen auszubauen, ein System, das praktisch die gesamte Lagune umschloss und das zwischen 1744 und 1782 entstand.[51] Zudem hielt sich Venedig keineswegs aus den Konflikten, wie im Maghreb, heraus. 1778 operierte seine Flotte vor Tripolis, 1784–87 entspann sich ein Krieg mit Tunesien, den Angelo Emos Flotte fĂŒhrte, 1795 mit Marokko und noch im Oktober 1796 mit Algier.

Auf seinem Italienfeldzug bot NapolĂ©on Bonaparte ein BĂŒndnis an, doch lehnte der Senat ab. Er unterstĂŒtzte stattdessen den bewaffneten Aufstand auf der Terra ferma, als Bonaparte gegen die Österreicher zog. Nachdem am 17. April die französische Flotte von den Kanonen am Lido zurĂŒckgeschlagen wurde, erklĂ€rte Napoleon, der „Attila fĂŒr Venedig“ sein zu wollen.[52]

Die Stadt wurde am 14. Mai 1797 besetzt, der Große Rat hatte die Adelsrepublik bereits aufgelöst und die Macht ĂŒbergeben. Es gab insgesamt nur noch 962 Patrizier aus 192 Familien, die fast alle ihre Ämter verloren. Der Friede von Campo Formio brachte das Gebiet der Republik mit Ausnahme der an Frankreich fallenden Ionischen Inseln als Herzogtum Venedig 1798 an Österreich.

Ausrufung der Repubblica di San Marco in der Lagune von Venedig vor dem Dogenpalast am 23. MĂ€rz 1848 (Lithografie von Sanesi, um 1850)

1805 bis 1814 war Venedig wieder unter französischer Hoheit (nach dem Frieden von Pressburg), ein erheblicher Teil seiner historischen KunstschĂ€tze und Archivalien wurde nach Paris gebracht. Nach der endgĂŒltigen Niederschlagung der napoleonischen Herrschaft in Europa und dem die Restauration einleitenden Wiener Kongress fiel es 1815 zusammen mit der Lombardei erneut an Österreich (vgl. Königreich Lombardo-Venetien), doch nur ein Teil der Kunstwerke und ArchivstĂŒcke kehrte zurĂŒck.[53]

Die Stadt erhob sich im Zuge der Revolutionen von 1848 (fĂŒr Italien vgl. unter Risorgimento) gegen die Habsburger, und rief unter der FĂŒhrung des demokratisch-republikanischen RevolutionĂ€rs Daniele Manin am 23. MĂ€rz 1848 die Repubblica di San Marco aus. Diese wurde am 23. August 1849 von österreichischen Truppen niedergeschlagen. Nach der Niederlage der Habsburger im Krieg gegen Preußen und Italien wurde Venedig 1866 an das 1861 ausgerufene Königreich Italien angeschlossen.

Im Jahre 1997, am 200. Jahrestag des Endes der Republik, besetzten acht MĂ€nner den Glockenturm von San Marco und hissten die Kriegsflagge Venedigs, die den Heiligen Markus mit Schwert zeigt. Die acht als „Löwen“ oder „Serenissimi“ bezeichneten Besetzer wurden zu Haftstrafen bis zu sechs Jahren verurteilt, jedoch nach einem Jahr freigelassen.[54]

Quellen und Editionen

Die Dichte der mittelalterlichen venezianischen Überlieferung lĂ€sst sich nur mit der des Vatikans vergleichen. Vor allem ab etwa 1220 setzen zudem die Protokolle der Ratsgremien ein, dazu kommen zahllose Regelwerke fĂŒr die Korporationen[55], die bedeutenden Industrien und die Finanzverwaltung.

Die Zahl der Quelleneditionen ist im VerhÀltnis zum Fundus des Staatsarchivs[56], der Biblioteca Marciana und des Museo Civico Correr immer noch gering. Bei der Geschichtsschreibung hÀngt dies damit zusammen, dass immer wieder von vier Autoren abgeschrieben wurde: Andrea Dandolo[57], sein Fortsetzer Raffaino Caresini[58], Nicolo Trevisan[59] und Giangiacopo Caroldo.[60] Dazu kamen als bedeutende Verfasser Martino da Canale[61] und das StÀdtelob des Marino Sanudo.[62] Da Venedig die staatliche Geschichtsschreibung strikt kontrollierte und entsprechende Verfasser berief[63], sind nicht-venezianische Schriften ein wichtiges Korrektiv.[64]

FĂŒr das FrĂŒhmittelalter stehen Diplomatarien zur VerfĂŒgung sowie die Editionen der Kaiserpacta und der zahlreichen VertrĂ€ge mit den italienischen StĂ€dten.[65] Von besonderer Bedeutung fĂŒr die UrkundenĂŒberlieferung sind die Editionen von Tafel und Thomas zur Ă€lteren Handels- und Staatsgeschichte der Republik Venedig.[66]

Die Ă€ltesten ĂŒberlieferten Protokolle entstanden im Kleinen Rat und stammen aus den Jahren 1223 bis 1229.[67] FĂŒr die Zeit von 1232 bis 1299 bilden die von Roberto Cessi edierten Protokolle des Großen Rates eine Hauptquelle.[68]

Typisch fĂŒr die Aufteilung vorhandener Gremien entsprechend enger gefasster ZustĂ€ndigkeiten ist der Rat der Vierzig (die XL). Er entstand gegen 1220, stieg zu einem bedeutenden Gremium auf, verlor jedoch im Laufe des 14. Jahrhunderts seine politische Bedeutung und wurde zum Gerichtshof. Im 14. Jahrhundert entstand die XL Nuova fĂŒr das Zivilrecht, die der alten XL das Strafrecht ĂŒberließ. Gegen 1420 wurde diese nach neuen Kriterien der Kompetenzzuweisung abermals aufgeteilt, so dass man nun neben der Quarantia Criminal, auch von der Quarantia Civil Vecchia, bzw. Nuova sprach. Der Ă€lteste erhaltene Band enthĂ€lt die BeschlĂŒsse von 1342/1347. Die VorgĂ€ngerbĂ€nde sind verschollen, die erhaltenen in schlechtem Zustand. Antonino Lombardo erarbeitete die dreibĂ€ndige Edition, die die Zeit von 1342–1368 umfasst.[69]

Besonders wichtig fĂŒr das 14. und 15. Jahrhundert sind die Sammlungen des Senats, insbesondere Misti, Secreta und Sindicati. Die Misti setzen sich aus 60 BĂ€nden fĂŒr die Jahre 1293 bis 1440 zusammen, allerdings sind die ersten 14 verschollen. Die BĂ€nde 1–14 umfassen (fast) nur die Rubriken von 4.267 BeschlĂŒssen[70], die unedierten BĂ€nde 15 bis 60 umfassen ĂŒber 7.000 BlĂ€tter. Die Secreta setzen regelmĂ€ĂŸig ab dem Jahr 1401 ein und umfassen 135 BĂ€nde mit 10 RegisterbĂ€nden. Aus dem 14. Jahrhundert sind nur vier weitere von ursprĂŒnglich 19 BĂ€nden erhalten (Libri secretorum collegii rogatorum 1345–50, 1376–78, 1388–97), so dass insgesamt 139 BĂ€nde fĂŒr die Zeit von 1401 bis 1630 vorliegen. Sie stellten das Register dar, in dem sich Magistrate und Archivare bedienen konnten. Bei den Sindicati handelt es sich ausschließlich um Anweisungen an Magistrate oder Gesandte von seiten des Senats (s. Venezianische Diplomatie). Insbesondere die Register fĂŒr die Jahre 1329–1332 sind von großer Bedeutung, da fĂŒr diese Zeit nur die Rubriken der Misti vorliegen.

FĂŒr das 14. Jahrhundert liegen als Editionen das Notatorio del Collegio (1327–1383), die Secreta Collegii, der Liber secretorum Collegii Bd. I (1363–66) und (1408–13), schließlich die von Predelli edierten Regesten der BeschlĂŒsse des Collegio, des Großen Rates und des Senates (Regesti dei Commemoriali) vor.

Auch der Rat der Zehn hinterließ Aufzeichnungen, von denen Ferruccio Zago inzwischen 5 BĂ€nde veröffentlichen konnte.[71]

Der wichtigste Fundus fĂŒr die Kolonialgeschichte sind die BeschlĂŒsse des Duca di Candia, des Herrn Kretas.[72] Eine Beschwerdesammlung zur Piraterie in der ÄgĂ€is ist bereits von Tafel und Thomas veröffentlicht worden. Sie beleuchtet die VerhĂ€ltnisse zwischen 1268 und 1278.[73]

Die zahlreichen Inschriften Venedigs sind von Cicogna ediert worden.[74]

Erst ab dem 15. Jahrhundert setzt die Überlieferung der Diarien ein. Besonders wichtig sind die des Girolamo Priuli[75] und die Marin Sanudos des JĂŒngeren[76]

FĂŒr die Wirtschaftsgeschichte sind die Kaufmannsbriefe und -bĂŒcher von grĂ¶ĂŸter Bedeutung, wie die Briefe des Pignol Zucchello[77] oder die (unedierten) Briefe der Bembo fĂŒr das spĂ€te 15. Jahrhundert, sowie die Pratiche della mercatura (KaufmannshandbĂŒcher) von Giovanni da Uzzano[78], Benvenuto Stracca[79] und v. a. Francesco Balducci Pegolotti.[80] Das gilt auch fĂŒr den berĂŒhmten Zibaldone da Canal[81] und den Tariffa de pesi e mesure des Bartholomeo di Pasi.[82] Zwar ediert, aber kaum erschlossen sind die RechnungsbĂŒcher des Giacomo Badoer, die die Jahre 1436–39 umfassen.

FĂŒr die Geschichte der ZĂŒnfte und des Handwerks sind die zahlreichen Statuten (mariegole) von Bedeutung. Im SpĂ€tmittelalter setzen die Aufzeichnungen der großen, behörden- und staatsbankartigen Institutionen ein, wie der Salz- (Provveditori al Sal) und der Getreidekammer (Provveditori alle Biave), die nicht ediert sind.[83]

„Regata“, Detail aus dem Plan des Iacopo de' Barbari, 1500

Riesige Quelleneditionen wurden hingegen, vor allem im 19. Jahrhundert, unter rĂ€umlichen Aspekten zusammengestellt. Dazu zĂ€hlen die Editionen zu Albanien,[84] die Belgrader Acta, die Serbien betreffen,[85] das GegenstĂŒck aus dem kroatischen Zagreb[86], dann fĂŒr den Friaul[87], Istrien[88], Ferrara[89], fĂŒr die Levante und die Romania[90] oder zu Kreta.[91]

Weniger nach rÀumlichen, als nach finanzgeschichtlichen Kriterien wurden die Documenti finanziari zusammengestellt.[92]

Karten und StadtplĂ€ne wurden schon frĂŒh zu einer prĂ€zisen Quelle, wie der Plan des Iacopo de Barbari von 1500 beweist, dessen Druckstöcke sich in der Biblioteca Marciana befinden.

Literatur

  • Andrea Castagnetti: La societĂ  veneziana nel Medioevo, Bd. 1: Dai tribuni ai giudici, Bd. 2: Le famiglie ducali dei Candiano, Orseolo e Menio e la famiglia comitale vicentino-padaovana di Vitale Ugo Candiano (secoli X-XI), Verona 1992/1993
  • David Chambers (Hrsg.): Venice: a documentary history, 1450–1630, Oxford 1992
  • Helmut Dumler: Venedig und die Dogen, DĂŒsseldorf 2001
  • Ekkehard Eickhoff: Venedig – spĂ€tes Feuerwerk. Glanz und Untergang der Republik 1700–1797, Klett-Cotta, Stuttgart 2006, ISBN 3-608-94145-2
  • Kurt Heller: Venedig. Recht, Kultur und Leben in der Republik 697–1797, Böhlau, Wien 1999, ISBN 3-205-99042-0
  • Manfred Hellmann: GrundzĂŒge der Geschichte Venedigs, 2. Aufl. Darmstadt 1989
  • Achim Landwehr: Die Erschaffung Venedigs. Raum, Bevölkerung, Mythos 1570–1750, Schoeningh 2007 ISBN 978-3-506-75657-2
  • Frederic C. Lane: Seerepublik Venedig, Prestel, MĂŒnchen 1980, ISBN 3-7913-0406-2 (Originalausgabe: Venice, a maritime republic. Baltimore 1973)
  • Ralph-Johannes Lilie: Handel und Politik zwischen dem Byzantinischen Reich und den italienischen Kommunen Venedig, Pisa und Genua in der Epoche der Komnenen und Angeloi (1081–1204), Amsterdam 1984
  • Philip Longworth: Aufstieg und Fall der Republik Venedig Übers. Maximiliane von Meng. Brockhaus, Wiesbaden 1976 ISBN 3-7653-0277-5; VEB Brockhaus, Leipzig 1976 ohne ISBN; wieder: Gustav LĂŒbbe, Bergisch-Gladbach 1978 ISBN 3-404-00854-5 Reihe Bastei-LĂŒbbe Geschichte. Zuerst engl. Constable, London 1974. (Zeitraum ab 5. Jh.)
  • Thomas F. Madden: Enrico Dandolo and the Rise of Venice, Johns Hopkins University Press, Baltimore 2003
  • John Julius Norwich: A History of Venice, Knopf/Random House, New York 1982, 2. Auflage 2003, ISBN 978-0-14-101383-1
  • Gherardo Ortalli: Petrus I. Orseolo. Der ‚heilige Doge‘ zwischen Venedig und dem Ottonischen Reich, Stuttgart 1998.
  • Gerhard Rösch: Venedig. Geschichte einer Seerepublik, Stuttgart 1998
  • Hermann Schreiber: Das Schiff aus Stein. Venedig und die Venezianer, List, MĂŒnchen 1979, ISBN 3-471-78753-4
  • Peter Schreiner (Hrsg.): Il mito di Venezia. Una cittĂ  tra realtĂ  e rappresentazione, Rom-Venedig 2006
  • James E. Shaw: The Justice of Venice: Authorities and Liberties in the Urban Economy, 1550–1700, Oxford University Press 2006 ISBN 978-0-19-726377-8
  • Alberto Tenenti/Ugo Tucci (Hgg.): Storia di Venezia, 8 BĂ€nde, dazu 3 BĂ€nde (L’ Ottocento e il Novecento) und 3 ThemenbĂ€nde (Il Mare, 2 BĂ€nde L’Arte), Rom 1992–2002
  • Alvise Zorzi: Venedig. Eine Stadt, eine Republik, ein Weltreich 697–1797, Amber, MĂŒnchen 1981, ISBN 3-922954-00-6

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Venedig â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. ↑ Gina Fasoli nannte ihre Geschichte Venedigs (Florenz 1937) einfach La Serenissima.
  2. ↑ In der deutschsprachigen Literatur hat sich die Bezeichnung Adel fĂŒr die im Fernhandel tĂ€tigen und politisch fĂŒhrenden Familien weitgehend durchgesetzt (Dieter Girgensohn: Kirche, Politik und adelige Regierung in der Republik Venedig zu Beginn des 15. Jahrhunderts, Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts fĂŒr Geschichte, Bd. 118, 2 Bde, Göttingen 1996, Gerhard Rösch: Der venezianische Adel bis zur Schliessung des Grossen Rates: zur Genese einer FĂŒhrungsschicht, Sigmaringen: Thorbecke 1989 u. a.). Hingegen Alexander Francis Cowan: The Urban Patriciate: LĂŒbeck and Venice 1500–1700; Köln, Wien 1986
  3. ↑ Zur Quellenlage immer noch ein guter Zugang: Andrea da Mosto, L'ARCHIVIO DI STATO DI VENEZIA. INDICE GENERALE, STORICO, DESCRITTIVO ED ANALITICO (PDF, 796 kB oder im HTML-Format).
  4. ↑ Zur FrĂŒhgeschichte der Lagune vgl. Vladimiro Dorigo: Storia delle dinamiche ambientali ed insediative nel territorio lagunare veneziano, Venedig 1994.
  5. ↑ Graziano Tavan: Archeologia della Laguna di Venezia, in: Veneto Archeologico Januar/Februar 1999.
  6. ↑ Dies behauptet schon das Chronicon Altinate — Chronicon Altinate et Chronicon Gradense, Hrsg. Roberto Cessi, in: Origo civitatum Italie seu Venetiarum, Istituto Storico Italiano, Rom 1933.
  7. ↑ Grundlegend fĂŒr die Ereignisgeschichte und von großer Quellenkenntnis ist immer noch: Heinrich Kretschmayr: Geschichte von Venedig, 3 BĂ€nde, Gotha 1905 und 1920, Stuttgart 1934, Nachdruck Aalen 1964 und 1986, ISBN 978-3-511-01240-3.
  8. ↑ Luprio entsprach etwa den heutigen Stadtsechsteln Santa Croce und San Polo. Ein luprio war ein trockengelegtes Sumpfgebiet. Dort befanden sich zahlreiche Salinen.
  9. ↑ Dieser bildete den Kern des heutigen Stadtteils Cannaregio.
  10. ↑ Der Stadtteil schloss sich ostwĂ€rts an Rivoalto an.
  11. ↑ Hierbei handelte es sich um eine der sieben Inseln, die das spĂ€tere Stadtsechstel Dorsoduro bildeten.
  12. ↑ Dort befindet sich heute die Kirche San Zaccaria.
  13. ↑ Spinalunga bildet heute einen Teil der Giudecca.
  14. ↑ Dies und das Folgende im Wesentlichen nach Donald M. Nicol: Byzantium and Venice. A study in diplomatic and cultural relations, Cambridge University Press 1988.
  15. ↑ Cassiodor, Variae, X, 27 und XII, 24.
  16. ↑ Ähnlich traditionsbildend wirkte das Langobardenreich auf Venedig ein, denn von dort ĂŒbernahm die Kommune das Amt des Gastalden.
  17. ↑ Dazu: Johannes Hoffmann: Venedig und die Narentaner, in: Studi Veneziani 11 (1969) 3–41.
  18. ↑ Theodor Schieder: Handbuch der europĂ€ischen Geschichte, Bd. 1: Europa im Wandel von der Antike zum Mittelalter, Stuttgart: Cotta 1976, 4. Aufl. 1996, S. 394.
  19. ↑ Zur Ausweitung der Herrschaft ĂŒber die obere Adria, den Golf von Venedig: Antonio Battistella: Il dominio del Golfo, in: Nuovo Archivio Veneto, nuova serie 35 (1918). Walter Lenel: Die Entstehung der Vorherrschaft Venedigs an der Adria, Straßburg 1897.
  20. ↑ Vgl. Johannes Hoffmann: Venedig und die Narentaner, in: Studi Veneziani 11 (1969) 3–41.
  21. ↑ Hubertus Seibert: Eines großen Vaters glĂŒckloser Sohn? Die neue Politik Ottos II., in: Bernd SchneidmĂŒller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Ottonische NeuanfĂ€nge. Symposium zur Ausstellung „Otto der Große, Magdeburg und Europa“, Mainz 2001, S. 293–320.
  22. ↑ Eines großen Vaters glĂŒckloser Sohn? Die neue Politik Ottos II., in: Ottonische NeuanfĂ€nge, herausgegeben von Bernd SchneidmĂŒller und Stefan Weinfurter, Mainz 2001, S. 293–320, hier: S.309.
  23. ↑ Allgemein zu den Handelsvorrechten Venedigs in Byzanz: Julian Chrysostomides: Venetian commercial privileges under the Palaeologi, in: Studi Veneziani 12 (1970) 267–356.
  24. ↑ Besonders hervorzuheben ist der so genannte Liber plegiorum, ein papierener Codex, der ab 1223 entstanden ist (Roberto Cessi (Hrsg.): Liber Plegiorum & Acta Consilii Sapientum, in: Deliberazioni del Maggior Consiglio di Venezia, Bd. 1, Bologna 1950).
  25. ↑ Zur Relativierung des Begriffs Außenpolitik zuletzt: Hanna Vollrath (Hrsg.): Der Weg in eine weitere Welt. Kommunikation und "Außenpolitik" im 12. Jahrhundert Berlin: LIT Verlag 2008, ISBN 978-3-8258-6856-7.
  26. ↑ Giorgio Cracco: SocietĂ© e stato nel medioevo veneziano, Florenz 1967, S. 110.
  27. ↑ Vgl. Gerhard Rösch: Der venezianische Adel bis zur Schliessung des Grossen Rates: zur Genese einer FĂŒhrungsschicht, Sigmaringen: Thorbecke 1989.
  28. ↑ Monumenta Germaniae Historica, Const. 72, S. 121.
  29. ↑ Franz Dölger (Hrsg.): Regesten der Kaiserurkunden des oströmischen Reiches von 565–1453, 2. Teil: von 1025–1204, MĂŒnchen 1925, n. 1081, Mai 1082. Zu diesem Chrysobullon vgl. Ralph-Johannes Lilie: Handel und Politik zwischen dem Byzantinischen Reich und den italienischen Kommunen Venedig, Pisa und Genua in der Epoche der Komnenen und Angeloi (1081–1204), Amsterdam 1984. Dem Dogen wurde der Titel eines Protosebastos ĂŒbertragen, eines der höchsten zu vergebenden Titel des östlichen Kaiserreiches (Famiglia Zusto (1083–1199), Hrsg. Luigi Lanfranchi, Venedig 1955, n. 1, 1085).
  30. ↑ John Danstrup: Manuel I’s coup against Genoa and Venice in the light of Byzantine commercial policy, in: Classica et Mediaevalia 10 (1948) 195–219; zum HĂ€ndlerquartier der Venezianer in Konstantinopel: Eric R. Dursteler: Venetians in Constantinople. Nation, identity, and coexistence in the early modern Mediterranean, Baltimore/London: The Johns Hopkins University Press 2006, ISBN 978-0-8018-8324-8.
  31. ↑ Hans-JĂŒrgen HĂŒbner: Quia bonum sit anticipare tempus. Die kommunale Versorgung Venedigs mit Brot und Getreide vom spĂ€ten 12. bis ins 15. Jahrhundert, Peter Lang 1998, S. 111–198.
  32. ↑ Zu Enrico Dandolo: Thomas F. Madden: Enrico Dandolo & the rise of Venice, Baltimore 2003 ISBN 0-8018-7317-7.
  33. ↑ Nach wie vor grundlegend: Freddy Thiriet: La Romanie vĂ©nitienne au Moyen Age. Le dĂ©veloppement et l'exploitation du domaine colonial vĂ©nitien (XII–XV siĂšcles), 2. Auflage, Paris 1975, Paris 1959.
  34. ↑ Nach wie vor die beste Darstellung: Vittorio Lazzarini: La presa di Chioggia, in: Archivio Veneto 81 (1952) 53–64.
  35. ↑ Zu seinen Beziehungen zu Venedig vgl. Francesco Carabellese: Carlo d'AngiĂČ nei rapporti politici e commerciali con Venezia e l'Oriente, Bari 1911.
  36. ↑ Zur Politik Kaiser Andronikos' II. vgl. Angelik Laiou: Constantinople and the Latins: The Foreign Policy of Andronicos II., 1282–1328, Cambridge/Massachusetts 1972.
  37. ↑ Antonio Battistella: Contributo alla storia delle relazioni tra Venezia e Bologna, Atti dell'Istituto Veneto di Scienze, Lettere ed Arti, Bd. 35, Venedig 1915f. und Alfred Hessel: Geschichte der Stadt Bologna 1116 bis 1280, Berlin 1910.
  38. ↑ Mario Brunetti: Venezia durante la peste del 1348, in: Ateneo Veneto 32 (1909) 289–311.
  39. ↑ Zu Politik und Wirtschaft Venedigs im 14. Jahrhundert: Roberto Cessi: Politica ed economia di Venezia nel trecento, Rom 1952.
  40. ↑ Zu diesem imperialen Zeitalter: David S. Chamber: The Imperial Age of Venice, New York/London 1970.
  41. ↑ Zu diesem europaweit gefĂŒhrten Krieg: Wolfgang v. Stromer: Landmacht gegen Seemacht. Kaiser Sigismunds Kontinentalsperre gegen Venedig 1412–1433, in: Zeitschrift fĂŒr historische Forschung 22 (1995) 145–189.
  42. ↑ Dennis Romano: The Likeness of Venice. A Life of Doge Francesco Foscari 1373–1457, Yale University Press, New Haven 2007.
  43. ↑ Die Insel San Lazzaro degli Armeni wurde erst ab 1717 von Armeniern bewohnt.
  44. ↑ Zur Bevölkerungsentwicklung vgl. Karl Julius Beloch: Bevölkerungsgeschichte Italiens, Bd. 3: Die Bevölkerung der Republik Venedig, des Herzogtums Mailand, Piemonts, Genuas, Corsicas und Sardiniens. Die Gesamtbevölkerung Italiens, Berlin 1961, Abschnitt VII Die Republik Venedig.
  45. ↑ Dazu grundlegend: Elizabeth Crouzet-Pavan: „Sopra le acque salse“. Escpaces, pouvoir et sociĂ©tĂ© Ă  Venise Ă  la fin du Moyen Age, 2 Bde, Rom 1992.
  46. ↑ Hierzu liegen zahlreiche Arbeiten vor, sozialgeschichtlich ragt Robert C. Davies: Shipbuilders of the Venetian Arsenal. Workers and workplace in the preindustrial city, Baltimore/London 1991, heraus.
  47. ↑ Angus Konstam: Lepanto 1571. The greatest naval battle of the Renaissance, Oxford 2003.
  48. ↑ Vgl. hierzu Murray Brown: The Myth of Antonio Foscarini’s Exoneration, in: Renaissance and Reformation/Renaissance et Reforme. SociĂ©tĂ© Canadienne d'Études de la Renaissance 25/3 (2001) 25 – 42.
  49. ↑ Venezia e la Peste. 1348–1797, Ausstellungskatalog, Venedig 1980.
  50. ↑ Dies und das Folgende nach: Peter Burke: Venedig und Amsterdam im 17. Jahrhundert, London 1974, dt. Göttingen 1993; Oliver Thomas Domzalski: Politische Karrieren und Machtverteilung im venezianischen Adel (1646-1797), Sigmaringen 1996.
  51. ↑ Susanna Grillo: Venezia. Le difese a mare, Venedig 1989.
  52. ↑ Zum VerhĂ€ltnis Napoleons zu Venedig: Amable de Fournoux: NapolĂ©on et Venise 1796–1814, Éditions de Fallois 2002, ISBN 2-87706-432-8.
  53. ↑ Zu diesen Verlusten vgl. Maria Luxoro: La Biblioteca di San Marco nella sua storia, Florenz 1954.
  54. ↑ Berliner Zeitung, 29. April 1998
  55. ↑ Giovanni Monticolo/Ernesto Besta (Hrsg.), I capitolari delle arti Veneziane, Rom 1905–1914.
  56. ↑ Immer noch grundlegend ist hier Andrea da Mosto: L'archivio di stato di Venezia. Indice generale, storico, descrittivo ed annalitico, zumal er online verfĂŒgbar ist.
  57. ↑ Andreae Danduli Ducis Venetiarum Chronica per extensum descripta aa. 46–1280, Hrsg. Ester Pastorello (= Rerum Italicarum Scriptores XII,1), Bologna 1938.
  58. ↑ Raphayni [Raphainus] de Caresinis Cancellarii Venetiarum Chronica aa. 1343–1388, Hrsg. Ester Pastorello, Bologna: Zanichelli 1922 bzw. Chronicon Raphayni Caresini Cancellarii Veneti, continuatio Chronicorum Andreae Danduli, in: Rerum Italicarum Scriptores, Bd. 12
  59. ↑ NicolĂČ Trevisan, Cronaca veneta dalle origini al 1585 (Biblioteca Nazionale Marciana: It. VII, cod. 519 = 8438).
  60. ↑ Historia di Venetia di [Giangiacopo] Caroldo, Italienisches Manuskript 320 der BibliothĂšque nationale de Paris, in The Caroldo Codex, bilingual edition, 7 Bde, Padua: Archivio del Litorale Adriatico, Hrsg. einer englischen Übersetzung von ƞerban Marin und John Melville-Jones, fĂŒr 2009 geplant.
  61. ↑ Martino da Canale, Les Histoires de Venise. Cronaca veneziana in lingua francese dalle origini al 1275, Hrsg. Alberto Limentani, Florenz 1972.
  62. ↑ Vor allem De origine, situ et magistratibus urbis venetae, ovvero La cittĂ  di Venezia (1493–1530), Hrsg. Angela Caracciolo AricĂČ, Mailand 1980 aber auch Le vite dei Dogi (1474–1494), Hrsg. Angela Caracciolo AricĂČ, Bd. 1, Padua 1989, Ă€ltere Editionen von Giovanni Monticolo (= Rerum Italicarum Scriptores Bd. 22) und Muratori.
  63. ↑ Sie wurden gegen Ende der Republik ediert: Istorici delle cose veneziane i quali hanno scritto per publico decreto, 10 BĂ€nde Venedig 1718–1722, Bd. 1: Marcantonio Sabellico, Rerum Venetarum ad 1486 libri 33, Bd. 2: Pietro Bembo, Rerum Venetarum historiae libri XII, Bd. 3 und 4: Paolo Paruta, Storia Vinitiana, Bd. 5. und 6: Andrea Morosini, Historia Veneta, Bd. 7 und 8: Gianbattista Nani, Historia Veneta, Bd. 9: Piero Garzoni, Historia della republica di Venezia, Bd. 10: Michele Foscarini, Historia Veneziana.
  64. ↑ So etwa die Venedig feindliche Salimbene fratris chronica, Monumenta Germaniae Historica, Scriptores 32, Hrsg. Oswald Holder-Egger, Hannover 1905–13 (in den Geschichtsschreiber der deutschen Vorzeit, hgg. v. Alfred Doren, Leipzig 1914) und Salimbene de Adam. Cronica. Nuova edizione critica a cura di G. Scalia (Scrittori d'Italia 232f.), 2 Bde, Bari 1966.
  65. ↑ So finden sich VertrĂ€ge mit Ferrara (Bernardino Ghetti (Hrsg.): I patti tra Venezia e Ferrara dal 1191 al 1313, Rom 1906), den StĂ€dten der Marken (Gino Luzzatto: I piĂč antichi trattati tra Venezia e le CittĂ  Marchigiane. 1145–1345, in: Nuovo Archivio Veneto, serie 2a, Bd. XI,1, Venedig 1906), Ravenna (Pietro Desiderio Pasolini dall'Onda (Hrsg.): Documenti riguardanti antiche relazioni fra Venezia e Ravenna, Imola 1881), Padua (Melchiore Roberti: I trattati fra Venezia e Padova anteriori al dominio ezzeliniano, in: Nuovo Archivio Veneto Bd. XVI, Venedig 1908), Brescia (Luca Sandini (Hrsg.): I patti con Brescia, 1252–1339, Venedig 1991) und Aleppo [Marco Pozza (Hrsg.): I trattati con Aleppo 1207–1254, Venedig 1990].
  66. ↑ Gottlieb Lukas Friedrich Tafel/Georg Martin Thomas (Hrsg.): Urkunden zur Ă€lteren Handels- und Staatsgeschichte der Republik Venedig mit besonderer Beziehung auf Byzanz und die Levante vom neunten bis zum Ausgang des fĂŒnfzehnten Jahrhunderts, in: Fontes Rerum Austriacarum (Historische Commission der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien) Abt. II. Diplomataria et Acta, 3 Bde, Wien 1856f.
  67. ↑ Roberto Cessi (Hrsg.): Liber Plegiorum & Acta Consilii Sapientum, in: Deliberazioni del Maggior Consiglio di Venezia, Bd. 1, Bologna 1950.
  68. ↑ Roberto Cessi (Hrsg.): Deliberazioni del maggior consiglio di Venezia, Bd. 2 und 3, Bologna 1931–1934.
  69. ↑ Antonino Lombardo (Hrsg.): Le deliberazioni del Consiglio dei XL della Repubblica di Venezia, Bd. 1 (1342–1344), Venedig 1957, Bd. 2 (1347–1350), Venedig 1958, Bd. 3 (1353–1368), Venedig 1967.
  70. ↑ Roberto Cessi/Pietro Sambin (Hrsg.): Le deliberazioni del Consiglio dei Rogati (Senato). Serie „Mixtorum“, Bd. 1: Libri I–XIV, Venedig 1960, Bd. 2: hgg. v. Roberto Cessi/Mario Brunetti, Venedig 1961.
  71. ↑ Ferruccio Zago: Consiglio dei Dieci. Deliberazioni Miste. Registri I–II (1310–1324) und III–IV (1325–1348), Registro V (1348–1363), Venedig 1962, 1968 und 1993.
  72. ↑ Paola Ratti Vidulich: Duca di Candia, Bandi 1313–1329, Venedig 1965.
  73. ↑ Gottlob Lukas Friedrich Tafel/Georg Martin Thomas (Hrsg.): Urkunden zur Ă€lteren Handels- und Staatsgeschichte der Republik Venedig; Wien 1856; Band III, n. CCCLXX, 159–281, MĂ€rz 1278.
  74. ↑ Emmanuele Antonio Cicogna: Delle iscrizioni veneziane, Bd. 1–6, Venedig 1824–1853, Nachdruck Bologna 1970.
  75. ↑ Die erhaltenen Diarien setzen erst im 15. Jahrhundert ein. Von einiger Bedeutung sind dabei diejenigen des Girolamo Priuli fĂŒr die Jahre 1494 bis 1512. Priuli war Patrizier, Senator, KapitĂ€n, Kaufmann und Bankier. Geboren 1476, lebte er von 1493–98 in London, wurde im Oktober 1498 Mitglied im Großen Rat und grĂŒndete am 20. Januar 1507 eine eigene Bank, die aber 1513 zusammenbrach. Gestorben ist er am 6. Juli 1547. Er verfasste sieben DiarienbĂ€nde, deren dritter verschollen ist. Bd. 1 befindet sich in der Biblioteca Marciana, die ĂŒbrigen im Museo Civico Correr (April 1494 bis Juli 1512, LĂŒcke von 1507–08).
  76. ↑ Sie reichen von Januar 1496 bis September 1533. 1531 erhielt nicht er, sondern Pietro Bembo den Staatsauftrag zur Abfassung einer Geschichte Venedigs (Geschichtsschreiber der Stadt wurden ausdrĂŒcklich ernannt). Seine Diarien wurden vom Rat der Zehn unter Verschluss genommen und waren bis zur Auffindung im Jahr 1784 verschollen.
  77. ↑ Raimondo Morozzo della Rocca (Hrsg.): Lettere di mercanti a Pignol Zucchello (1336–1350), Venedig 1957.
  78. ↑ Dazu Karl Weissen: Giovanni da Uzzano, in: KaufmannsbĂŒcher und Handelspraktiken vom SpĂ€tmittelalter bis zum beginnenden 20. Jahrhundert, Hrsg. Markus A. Denzel, S. 68–74
  79. ↑ Benvenuto Stracca: Tractatus de mercatura seu mercatore, Lyon: Sebastianus de Honoratis 1558, Venedig 1575.
  80. ↑ Allan Evans (Hrsg.): Francesco Balducci Pegolotti: La pratica della mercatura, Cambridge Mass. 1936.
  81. ↑ Alfredo Stussi: Zibaldone da Canal. Manoscritto mercantile del secolo XIV, Venedig 1967.
  82. ↑ Bartholomeo di Pasi da Venezia: Tariffa de pesi e mesure correspondenti dal levante al ponente da una terra a l'altra: e a tutte le parte del mondo: con la noticia delle robe che se trageno da una paese per laltro. Novamente con diligentia ristampata, Venedig 1521.
  83. ↑ Die frĂŒhen Wirtschaftsdokumente sammelten und publizierten Raimondo Morozzo della Rocca und Antonino Lombardo (Hrsg.): Documenti del commercio veneziano nei secoli XI–XIII, 2 BĂ€nde, Turin 1940 und dies. (Hrsg.): Nuovi documenti del commercio veneziano nei secoli XI–XIII, Turin 1953.
  84. ↑ Acta Albaniae Veneta saeculorum 14 e 15, 24 BĂ€nde, MĂŒnchen 1967.
  85. ↑ Ioh. Schafàrik (Hrsg.): Acta Archivii Veneti spectantia ad historiam Serborum et reliquorum slavorum meridionalium (a. 1225–1488), Belgrad 1862.
  86. ↑ Simeon Ljubic: Monumenta Archivii Veneti spectania ad historiam slavorum meridionalium, 10 BĂ€nde, Zagreb 1868–1869.
  87. ↑ Giuseppe Bianchi (Hrsg.): Documenta Historiae Foroiuliensis saeculi XIII ab anno 1200 ad 1299 summatim regesta, Wien 1861.
  88. ↑ Pietro Kandler (Hrsg.), Codice diplomatico Istriano, 3 BĂ€nde, Triest 1846ff.
  89. ↑ A. S. Minotto: Documenta ad Ferrariam, Rhodigium, Policinium ac Marchiones Estenses spectantia, 2 BĂ€nde, Venedig 1873f.
  90. ↑ Georg Martin Thomas: Diplomatarium Veneto-Levantinum sive Acta et Diplomata Res Venetas Graecas atque Levantis illustrantia, 2 BĂ€nde, Venedig 1880/99, Bd. 1: 1300–1350, Bd. 2: 1351–1454, Nachdruck New York 1966, besonders aber die Regestenwerke DĂ©libĂ©rations des assemblĂ©es und du SĂ©nat de Venise concernant la Romanie von Freddy Thiriet.
  91. ↑ Hippolyte Noiret: Documents inĂ©dits pour servir Ă  l'histoire de la domination vĂ©nitienne en CrĂšte de 1380 Ă  1485, Paris 1892.
  92. ↑ Enrico Besta (Hrsg.): Bilanci generali della Repubblica di Venezia, Venedig 1912, Roberto Cessi (Hrsg.): La regolazione delle entrate e delle spese (sec. XIII–XIV), Padua 1925, von ihm auch Problemi monetari veneziani (fino a tutto il secolo XIV), Padua 1937, schließlich Gino Luzzatto: I Prestiti della Repubblica di Venezia (sec. XIII–XV), Padua 1929.
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