Restaurierung

ÔĽŅ
Restaurierung
Restaurierung eines Freskos (Vertreibung aus dem Paradies, Michelangelo, Sixtinische Kapelle, 1509): Vergleich zwischen einem Original aus dem 16. Jahrhundert (links) mit einer Restaurierung im 20. Jahrhundert (rechts)

Eine Restaurierung umfasst Maßnahmen zur Erhaltung des materiellen Bestandes von Kunstwerken oder Objekten der Kulturgeschichte. Die an einer Restaurierung zu beteiligenden Fachgebiete richten sich nach den restaurierenden Objekten, den verwendeten Materialien und angewendeten Techniken wie Gemälde und Tafelmalerei, Wandmalerei, Holz, Metall, Stein, Textilien, Musikinstrumente, Papier, Glas, Keramik, Film, Archäologischer Funde, Oldtimer.

Inhaltsverzeichnis

Begriff Restaurierung

Nach der Definition des internationalen Museumsverbands ICOM beschreibt der Begriff "Restaurierung" alle Handlungen, die die Wahrnehmung, Wertsch√§tzung und das Verst√§ndnis f√ľr das Objekt f√∂rdern. Diese Ma√ünahmen werden nur dann ausgef√ľhrt, wenn ein Objekt durch vergangene Ver√§nderungen oder Zerst√∂rung Teile seiner Bedeutung oder Funktion verloren hat. Es gelten dabei die Grunds√§tze des Respekts f√ľr das Original und seine Geschichte sowie der Reversibilit√§t. Beispiele f√ľr eine Restaurierung sind etwa das Zusammensetzen einer zerbrochenen Skulptur, die R√ľckformung eines Korbs oder das Auff√ľllen von Fehlstellen an einem Glas.

Restaurierung unterscheidet sich damit von der Konservierung, die alle Ma√ünahmen umfasst, die den Zustand eines Objekts stabilisieren und das Eintreten k√ľnftiger Sch√§den verlangsamen sollen. Dabei kann es sich zum Beispiel um das Entsalzen einer Keramik oder die Ents√§uerung von Papier handeln.

Die Richtlinien f√ľr Restaurierung und Konservierung sind festgeschrieben im international g√ľltigen "Code of ethics". [1]


Der Begriff Restaurierung ist im heutigen Sprachgebrauch nicht mit Restauration gleichzusetzen. Restauration bezeichnet in der Geschichtswissenschaft die Wiederherstellung politischer Zustände (siehe: Restauration (Geschichte)) und im allgemeinen Sprachgebrauch eher die Gastronomie.

Geschichte und Restaurierungstheorie

Entwicklung der Leitvorstellungen

In den Anf√§ngen der Restaurierung verstand man die Wiederherstellung eines Bauwerkes oder eines Kunstwerkes in einen fr√ľheren, als urspr√ľnglich betrachteten Zustand. Die Vorstellung dieses Zustands orientierte sich teilweise am materiellen Bestand, teilweise aber auch an einer dem Objekt zugeschriebenen Bedeutung, die in einer neuen Gestaltung vermittelt werden sollte (Neugestaltung des Speyrer Doms in der 2. H√§lfte des 19. Jahrhunderts). Diese bis ins fr√ľhe 20. Jahrhundert hinein geltende Vorstellung der Restaurierung f√ľhrte letztlich zu den Ausbauten etwa des K√∂lner Doms, oder des Ulmer M√ľnsters, aber auch zahlreicher weniger prominenter Objekte. Im Rahmen dieser Auffassung wurden Bedeutung und √§sthetische Bewertung eng verkn√ľpft.

Der Begriff wurde in den 1830ern durch den ‚ÄěVater der Restaurierung‚Äú Eug√®ne Viollet-le-Duc gepr√§gt. Nach diesem war Restaurierung ein Vorgang der Herstellung eines urspr√ľnglich gedachten, vollkommenen Zustands, der m√∂glicherweise so nie existiert hatte (‚ÄěRestauration - Le mot et la chose sont modernes. Restaurer un √©difice, ce n'est pas l'entretenir, le r√©parer ou le refaire, c'est le r√©tablir dans un √©tat complet qui peut n'avoir jamais exist√© √† un moment donn√©.‚Äú Zitat aus: Viollet-le-Duc, Eug√®ne Emmanuel: Dictionnaire raisonn√© de l‚Äôarchitecture fran√ßaise du XIe au XVIe si√®cle; 1886). F√ľr Viollet-le-Duc war das Ziel der Restaurierung also die (Wieder-)Herstellung der urspr√ľnglich geplanten Aussage eines Monuments. Dieser Auffassung widersprach in den 1840ern der englische Gelehrte John Ruskin. Er sah in der Restaurierung die Verf√§lschung des vorgefundenen Zustands und damit des Denkmalwerts eines Geb√§udes (‚ÄěDo not let us talk of restoration, the thing is a lie from beginning to end. That spirit which is given only by the hand and eye of the workman, can never be recalled‚Äú Zitat aus: Ruskin, John: The Seven Lamps of Architecture; 1849). Nach Ruskin sollte die Konservierung eine Restaurierung unn√∂tig machen. Seine Auffassung pr√§gte Kunsthistoriker und Denkmalpfleger: "Konservieren, nicht Restaurieren" war um 1900 die Forderung Georg Dehios, der ma√ügeblich am Aufbau der Denkmalpflege in Deutschland beteiligt war.

Dennoch setzte sich in der Denkmalpflege die Auffassung vom Werk als historische Quelle nur langsam durch. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Restaurierung nach und nach auch als Konservierung verstanden. Ziel der Konservierung ist es, den angetroffenen Bestand zu sichern und gegebenenfalls zu erschlie√üen. Die Bedeutung des Objekts wird nicht mehr nur an der √§sthetischen Komponente gemessen, vielmehr wird versucht, das Objekt f√ľr m√∂glichst viele Ans√§tze der Bedeutungszuweisung offen zu halten. Diese Auffassung wurde 1964 in der Charta von Venedig niedergelegt, die die Zielvorstellungen der modernen Restaurierung formuliert und verbindlich festsetzt.

Leitbilder: Originalsubstanz, Werkgeschichte, Lesbarkeit und Reversibilität

Objekt der Restaurierung ist die Originalsubstanz des Objekts. Der Begriff ist in der Praxis relativ eindeutig, in der Theorie aber nicht leicht einzugrenzen. Als Original sieht die moderne Denkmalpflege weder einen ‚Äď zwangsl√§ufig hypothetischen ‚Äď Zustand zu einem gewissen Zeitpunkt, sei es der Moment, in dem der K√ľnstler gesagt haben mag, das Werk ‚Äěsei vollendet‚Äú, sei es der Moment, in dem es sich der kollektiven Erinnerung als ‚Äětypisch‚Äú eingepr√§gt hat, noch die ‚Äěwertvollen‚Äú Anteile am Objekt ‚Äď wenn auch unstrittig in der Ausf√ľhrung der Restaurierung solche Wertungen getroffen werden. Streng genommen bezeichnet der Ausdruck schlicht das Werk, wie es sich dem Restaurator im Moment der Restaurierungsbeginns pr√§sentiert. Zu einem der zentralen Arbeitsschritte wird hier die Objektforschung, also die Rekonstruktion der Werkgeschichte. Aus ihr l√§sst sich im Einzelfall entscheiden, welche Teile unbedingt erhaltenswert sind, welche geopfert werden k√∂nnen und sollen, um den Zugang zu fr√ľheren Fassungen zu erm√∂glichen, was ‚Äď zu entfernende ‚Äď Verschmutzung, und was ‚Äď als Zeitzeugnis erhaltenswerte ‚Äď Patina des Objekts ist und welche Teile als entstellende Fremdk√∂rper oder irregul√§re Ver√§nderung nicht √ľbernommen werden sollen.

Restauratorische Reinigungsprobe an der B√ľste des Johann Gans Edler Herr zu Putlitz aus der Siegesallee-Gruppe 3, August 2009

Die moderne Restaurierung verfolgt das Ziel, durch m√∂glichst auf ein Minimum beschr√§nkte Eingriffe am Objekt die Erhaltungsbedingungen zu verbessern. Dabei ist heute die Reversibilit√§t des Eingriffs eine der Hauptanforderungen: Diese strenge Forderung zieht die Lehren aus den Restaurierungen des 19. und 20. Jahrhunderts, die durchwegs schwerwiegende negative Folgen gezeigt haben: So machen bei einer heutigen Restaurierung im allgemeinen das R√ľckg√§ngigmachen von fr√ľheren Eingriffen in das Werk den Gro√üteil des Arbeitsaufwandes aus, und auch ein Gutteil der Verluste ist nicht auf ‚Äěnat√ľrliche‚Äú Alterung, sondern seinerzeit wohlgemeinte Eingriffe zur√ľckzuf√ľhren. Die enormen Entwicklungen der Werkstoffe und Methoden der Restaurierung haben gezeigt, dass jede ‚Äď auch heutige ‚Äď Restaurierung, die Substanzen in das Werk einbringt oder es mechanisch ber√ľhrt, schon nach einigen Jahrzehnten nurmehr als ‚Äězeitgen√∂ssischer Kompromiss‚Äú angesehen werden kann. Dort, wo Reversibilit√§t nicht m√∂glich ist, ist pr√§zise Dokumentation gefordert, um wenigstens √ľber Bericht die Werkgeschichte geschlossen zu halten.

Idealerweise bliebe ein zu restaurierendes Objekt vollkommen unber√ľhrt, wenn nicht das Aufhalten der alterungsbedingten Verfallserscheinungen, und damit die Erhaltung des Werks an sich, das Hauptziel jeder Konservierung w√§re. Weil aber andererseits die Alterungserscheinungen aller Art im heutigen Verst√§ndnis, nach der alle Ver√§nderungen und Verluste als Werkgeschichte Teil des Objekts geworden sind, kann eine Restaurierung auch nicht das ‚ÄěEinfrieren‚Äú eines Status quo sein. Zentrales Anliegen ist daher, das Werk in seiner Alterung ‚Äď in welcher Weise auch immer ‚Äď unter Kontrolle zu halten und sei es nur, um nachfolgenden Generationen zu erm√∂glichen, technisch heute nicht Leistbares am Objekt umzusetzen und ihnen dabei so wenig Probleme wie m√∂glich zu bereiten, aber so viel wie m√∂glich zu erhalten.

Endergebnis einer Restaurierung sollte nach heutigem Verst√§ndnis ‚Äď neben der im besten Gewissen der theoretischen Forderungen und nach Stand der Technik ausgef√ľhrten Konservierung ‚Äď eine m√∂glichst umfassende Lesbarkeit des Werks sein. Dieser Begriff umfasst wohl die Aussagen, die durch ein Objekt intendiert waren, seien sie der kontempor√§re prim√§re Anlass, oder sekund√§re Nach- und Umdeutungen. Vielmehr aber bedeutet Lesbarkeit, den heute vorhandenen Zustand aus der Werkgeschichte heraus zu verstehen. Des Weiteren h√§lt er den Restaurator an, keinerlei interpretative Ma√ünahmen zu treffen, sondern jedem Betrachter zu erm√∂glichen, das Werk aus sich heraus zu begreifen ‚Äď seien es materialwissenschaftliche Studien, die nicht verf√§lscht werden d√ľrfen, seien es kunstgeschichtliche Schl√ľsse, oder auch √§sthetische Betrachtung. Dabei bezieht der Restaurator insbesondere seine eigene Arbeit mit ein: Alle Schritte, die er setzt, sollen m√∂glichst von der Nachwelt aus dem Werk selbst ablesbar sein, um sp√§teren Fehlinterpretationen vorzubeugen. Klassisches Beispiel daf√ľr ist die Neutralretusche oder das Tratteggio, eine Retuschiermethode, die im Istituto superiore per la conservazione ed il restauro in Rom von Cesare Brandi entwickelt wurde, um Fehlstellen im Original soweit zur√ľckzunehmen, dass sie den Blick des Betrachters nicht vom eigentlichen Bildinhalt ablenken, aber dem n√§her Hinschauenden sofort offenkundig werden. Daraus leiten sich heute auch die Pr√§sentationsmethoden ab, die ‚Äěschmerzliche‚Äú Verluste am Original keinesfalls kaschieren, sondern n√ľchtern dokumentieren, aber doch ein geschlossenes Zustandsbild zeigen, in dem die Originalsubstanz selbst der vorrangige Eindruck ist.

Begriffe wie Originaltreue oder Werkverst√§ndnis spielen heute keine Rolle mehr ‚Äď sie implizieren Spekulationen, die nicht Aufgabe eines Restaurators sein k√∂nnen. Allenfalls spricht man von Werktreue und meint damit einen gewissen naiven Zugang zum Objekt, der Werk, Sch√∂pfer des Werks und sp√§tere Beitr√§ge aus ihrer Zeit heraus respektiert und verbietet, ‚ÄěVerbesserungen‚Äú vorzunehmen, soferne sie nicht den Prim√§rzielen der Konservierung und Lesbarkeit dienen. Auch ein Fokus auf Originalmaterialien oder Originalmethoden, wie er in den Jahren nach der Charta von Venedig als Gegenpol zu fr√ľheren Abwegen des Restaurierens verfolgt wurde, ist heute nicht mehr aktuell. Dort, wo deren Unzul√§nglichkeiten bekannt sind, wie auch, wo der Ruch einer wie auch immer gearteten F√§lschung droht, ist kontrastierendes Material und modernste Methodik Mittel der Wahl.

Sachzwänge: Intaktheit und Zugänglichkeit

Schlosstor von Jägerndorf vor der Restaurierung (2001)
Schlosstor von Jägerndorf nach der Restaurierung (2009)
Restaurierung des Parthenon

W√§hrend die akademische und museale Restaurierung sehr nah an der Charta von Venedig arbeiten kann, ist der gewerbliche Restaurator dem Spannungsfeld dieser Leitbilder, und dem Wunsch des Auftraggebers nach einem intakten Werk ausgesetzt ‚Äď ein Gutteil aller Restaurierungen wird privat finanziert, und selbst bei denkmalgesch√ľtzten Objekten finanziert der Eigent√ľmer je nach √∂ffentlichem Interesse um die 30‚Äď60 % der Restaurierung.

Leider wird nach wie vor popul√§r nicht zwischen Restaurierung und Rekonstruktion unterschieden, und viel zu selten auch zur Renovierung und Sanierung abgegrenzt. Das Leitbild der √Ėffentlichkeit ‚Äď ob Gem√§lde oder Geb√§ude ‚Äď wird noch heute im Satz ‚Äěerstrahlt in neuem Glanze‚Äú formuliert, ein Konzept, das nach dem Paradigma der Werkgeschichte nicht haltbar, und selten durchf√ľhrbar ist. Die Restaurierung beschr√§nkt sich auf das Vorhandene, sie ‚Äöstellt‚Äė nicht ‚Äöwieder her‚Äė (lat. re-construare), was verloren ist, noch ‚Äöerneuert‚Äė (lat. re-novare) sie grundlegende Bestandteile, und sie versucht auch nicht, die ‚ÄöWunden‚Äė der Zeit ‚Äözu heilen‚Äė (lat. sanare).

Au√üerdem ist ‚Äď neben den Objekten, die sowieso nurmehr einer musealen Verwendung als historisches Dokument unterliegen ‚Äď zwischen prim√§r dekorativen Objekten (Bilder, Skulpturen, Wandmalerei und √§hnliches) und funktionellen Objekten (M√∂bel, Fahrzeuge) zu unterscheiden: Soll der Gebrauchswert erhalten werden, sind rekonstruktive Ma√ünahmen meist auch in einer akademisch strengen Restaurierung unumg√§nglich. Typisch sind diese Spannungsfelder etwa in der Restaurierung von Kirchengeb√§uden, die einerseits enormen finanziellen Aufwand erfordern, und daher einem gro√üen ‚ÄěErfolgs‚Äúdruck ausgesetzt sind, und andererseits seitens der Gemeinde ein Nutzobjekt, seitens der Kunstgeschichte aber museales Objekt sind. Noch extremer stellt sich das bei Nutzgeb√§uden dar: Hier beschr√§nkt sich echte Restaurierung oft nur auf einzelne Baugruppen, die in Neuerstellungen eingebunden werden. Auch die Restaurierung historischer Datentr√§ger (von Tontafeln √ľber Manuskripte der Literatur und Musik bis zu Filmmaterial, im weiteren Sinne aber auch alle bildnerischen Werke) kommt um die Ber√ľcksichtigung der vorrangigen Lesbarkeit des Originals, nicht des restaurierten Objekts, nicht herum.

Ein weiteres Spannungsfeld ergibt sich aus optimaler Konservierung, und Zug√§nglichmachung des Objekts ‚Äď und sei es nur aus dem pragmatischen Sachzwang, die Erhaltung alter wertvoller Objekte zu finanzieren. Zwar w√§ren die meisten Objekte unter Verschluss kontrollierter Umgebungsbedingungen besser konservierbar, andererseits sollen die St√ľcke in weiten Bereichen auch ihrem urspr√ľnglichen Verwendungszweck (etwa bei Bildern, betrachtet zu werden) gerecht werden k√∂nnen. Ideal l√§sst sich die Forderung nach Unber√ľhrtheit etwa in der modernen Arch√§ologie umsetzten, wo Bodendenkmale, sofern keine Bergung als Notgrabung oder zu Untersuchungszwecken erforderlich ist, nach einer genauen Dokumentation wieder so dem Erdboden √ľbergeben werden k√∂nnen, wie sie sich √ľber Jahrhunderte, oder Jahrtausende, erhalten haben. Das Problem der Raubgrabungen stellt das aber in Frage, und in vielen anderen Bereichen m√ľssen auf jeden Fall Kompromisse vielf√§ltigster Art zwischen Konservierung und Pr√§sentation gefunden werden.

Berufsbild

Siehe auch: Restaurator ‚Äď zu Werkstatt und Ausbildung

Umfang einer Restaurierung

Restaurierung setzt sich heute allgemein zusammen aus

  • Befundung der vorhandenen Substanz
  • Erarbeiten eines Konzepts √ľber Vorgehensweise, Zielvorstellung und Methodik
  • Reinigung und gegebenenfalls Freilegung relevanter Fassungen
  • der Sicherung (Konservierung im eigentlichen Sinne)
  • der Pr√§sentation der Substanz im Kontext der Fehlstellen und der sonstigen Umgebung eines Werkes
  • sowie der umfassenden Dokumentation des Restaurierungsprozesses

Neben der Durchf√ľhrung von Restaurierungen gibt es die Restaurierungsberatung. Hier wird das Konzept f√ľr Restaurierungen entworfen, √§hnlich der Arbeit eines Architekten.

Arbeitsgebiete und Fachbereiche

Zusammensetzung von Scherben

Sonderfall: Automobilrestaurierung

Automobile sind nach neueren Definitionen Objekte der Kulturgeschichte (Oldtimer). Eine Automobilrestaurierung wird aber nicht im Sinne einer Konservierung zu musealen Zwecken durchgef√ľhrt, sondern um das Automobil in einem funktionellen Zustand zu erhalten. Ge√§nderte und angepasste Gesetzgebungen bedingen dabei auch technische Ver√§nderungen. Vor ca. 20-30 Jahren wurden Gebrauchsspuren (Patina) weitgehend beseitigt, heute wird nach M√∂glichkeit auf die Erhaltung von Gebrauchsspuren geachtet. Automobilrestaurierungen werden von spezialisierten KFZ-Werkst√§tten durchgef√ľhrt.

Die Restaurierung an historischen Kraftfahrzeugen (Automobilen und Zweir√§dern / Motorr√§dern) kommt immer mehr in der Form einer musealen Restaurierung vor. Verantwortungsvolle Sammler und Museen stellen den Erhalt und die Originalit√§t immer mehr in den Vordergrund. Die Benutzung im urspr√ľnglichen Sinn des Objekts ‚ÄěFahrzeug‚Äú tritt hier in den Hintergrung, der Erhalt und das Stoppen des Verfalls von unwiederbringlichen historischen Details hat an Stellenwert in den letzten Jahren sehr gewonnen.

Kraftfahrzeuge waren als historisches Kulturgut lange nicht anerkannt, dies hat sich sehr gewandelt. Historisch richtige Restaurierungen werden heute nicht mehr nur in KFZ-Werkst√§tten durchgef√ľhrt, sondern in daf√ľr hochqualifizierten Restaurierungs-Betrieben oder einem Restaurierungs-Atelier.

Der Sonderfall ‚ÄěAutomobile‚Äú reiht sich immer mehr in den auch wissenschaftlichen Bereich der Restaurierung ein.

Verbände und Organisationen

National:[2][3]

  • VDR - Verband der Restauratoren (D)[4]
  • BfR - Bund freier Restaurierungswerkst√§tten e.V. (D)[5]
  • BDA ‚Äď Bundesdenkmalamt (A)
  • √ĖRV - √Ėsterreichischer Restauratorenverband (A)[6]
  • SKR - Schweizerischer Verband f√ľr Konservierung und Restaurierung (CH)[7]
  • FT - Fachgruppe Textil des SKR, Schweiz (CH)[8]
  • AIC - American Institute for Conservation (US)[9]
  • FFCR - F√©d√©ration Fran√ßaise des Conservateurs Restaurateurs (F)[10]
  • ICON - Institute of Conservation (GB/SCO)[11]

Internationale Dachverbände:[2][12]

Fakultäten und Institute im deutschsprachigen Raum

Siehe auch

Wiktionary Wiktionary: Restaurierung ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

Literatur

Zeitschriften

  • PapierRestaurierung bzw. seit 2009 Journal of PaperConservation, hrsg. von der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Grafikrestauratoren (IADA) - erscheint viermal j√§hrlich, http://palimpsest.stanford.edu/iada/
  • VDR-Beitr√§ge zur Erhaltung von Kunst und Kulturgut: Die Fachzeitschrift des VDR, hrsg. vom Verband der Restauratoren (VDR) - erscheint zweimal j√§hrlich, wie auch weitere Monographien zu Spezialthemen, http://www.restauratoren.de.
  • Restauro - Fachpublikation f√ľr Restauratoren, Konservatoren und Denkmalpfleger, Callwey Verlag M√ľnchen, ISSN 0933 - 4017, http://restauro.de
  • ZKK - Zeitschrift f√ľr Kunsttechnologie und Konservierung erscheint seit 1987, 2 Hefte pro Jahr, Wernersche Verlagsgesellschaft, ISSN 0931-7198, [1]
  • Restaurierung und Arch√§ologie. Konservierung, Restaurierung, Technologie, Arch√§ometrie (mehrsprachig), erscheint j√§hrlich, Band 1 erschien 2008, Verlag des R√∂misch-Germanischen Zentralmuseums - Forschungsinstitut f√ľr Vor- und Fr√ľhgeschichte Mainz.

Weblinks

 Commons: Restoration ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ http://www.icom-deutschland.de/client/media/359/icom_ethische_richtlinien_d_2010.pdf
  2. ‚ÜĎ a b Weblinks, Romoe Restauratoren Netzwerk ‚Äď dort auch weitere Eintr√§ge
  3. ‚ÜĎ Members, E.C.C.O.
  4. ‚ÜĎ www.restauratoren.de/ Verband der Restauratoren
  5. ‚ÜĎ www.bfr-ev.de Bund freier Restaurierungswerkst√§tten e.V.
  6. ‚ÜĎ www.orv.at √Ėsterreichischer Restauratorenverband
  7. ‚ÜĎ www.skr.ch Schweizerischer Verband f√ľr Konservierung und Restaurierung
  8. ‚ÜĎ www.textilkonservierung.ch Fachgruppe Textil des SKR, Schweiz
  9. ‚ÜĎ aic.stanford.edu The American Institute for Conservation of Historic & Artistic Works
  10. ‚ÜĎ ffcr-fr.org F√©d√©ration Fran√ßaise des Conservateurs Restaurateurs
  11. ‚ÜĎ icon.org.uk The Institute of Conservation
  12. ‚ÜĎ CoOl Conservation OnLine ‚Äď Resources for Conservation Professionals, palimpsest.stanford.edu
  13. ‚ÜĎ ecco-eu.org European Confederation of Conservator-Restorers' Organisations
  14. ‚ÜĎ encore-edu.org European Network for Conservation Restoration Education
  15. ‚ÜĎ www.iiconservation.org ICC - International Institute for Conservation of Historic and Artistic Works
  16. ‚ÜĎ http://krg.htw-berlin.de/
  17. ‚ÜĎ http://www.hkb.bfh.ch/
  18. ‚ÜĎ http://www.hfbk-dresden.de/studium/studiengaenge/fakultaet-2/restaurierung/restaurierung-details.html
  19. ‚ÜĎ http://www.fh-erfurt.de/fhe/index.php?id=1933
  20. ‚ÜĎ http://www.hawk-hhg.de/kulturgut/default.php
  21. ‚ÜĎ http://www.hornemann-institut.de
  22. ‚ÜĎ http://db.re.fh-koeln.de/ICSFH/index.aspx
  23. ‚ÜĎ http://www.rkk.arch.tu-muenchen.de
  24. ‚ÜĎ http://www.restaurierung-goering.de/
  25. ‚ÜĎ http://www.fh-potsdam.de/
  26. ‚ÜĎ http://www.dieangewandte.at/konservierung/
  27. ‚ÜĎ https://www.akbild.ac.at/Portal/studium/institute/konservierung-restaurierung

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Restaurierung ‚ÄĒ Restaurierung ‚Ķ   Deutsch W√∂rterbuch

  • Restaurierung ‚ÄĒ Restaurierung,die:‚á®Wiederherstellung(1) ‚Ķ   Das W√∂rterbuch der Synonyme

  • Restaurierung ‚ÄĒ Restauration; Wiederherstellung * * * ‚óÜ Re|stau|rie|rung ‚Ć©[ sta ä ] f. 20‚Ć™ das Restaurieren (von Kunstwerken) ‚óÜ Die Buchstabenfolge re|st... kann in Fremdw√∂rtern auch res|t... getrennt werden. Davon ausgenommen sind Zusammensetzungen, in denen die ‚Ķ   Universal-Lexikon

  • Restaurierung ‚ÄĒ pertvarkymas statusas T sritis ekologija ir aplinkotyra apibrńóŇĺtis ŇĹeldiniŇ≥, pastato, gyvenvietńós, miesto arba jo daliŇ≥ aplinkos keitimas. atitikmenys: angl. remedial action; remediation vok. Restaurierung, f; Sanierung, f rus. –≤–ĺ—Ā—Ā—ā–į–Ĺ–ĺ–≤–Ľ–Ķ–Ĺ–ł–Ķ, n; ‚Ķ   Ekologijos terminŇ≥ aiŇ°kinamasis Ňĺodynas

  • Restaurierung ‚ÄĒ ‚óÜ Re|stau|rie|rung ‚Ć© [ sta ä ] f.; Gen.: , Pl.: en‚Ć™ das Restaurieren (von Kunstwerken) ¬† ‚óÜ Die Buchstabenfolge re|st‚Ķ kann auch res|t‚Ķ getrennt werden. Davon ausgenommen sind Zusammensetzungen, in denen die fremdsprachigen bzw. sprachhistorischen… ‚Ķ   Lexikalische Deutsches W√∂rterbuch

  • Restaurierung ‚ÄĒ Res|tau|rie|rung die; , en <zu ‚ÜĎ...ierung>: 1. das Restaurieren (1). 2. (veraltend) das Sichrestaurieren; vgl. ‚ÜĎ...ation/...ierung ‚Ķ   Das gro√üe Fremdw√∂rterbuch

  • Restaurierung ‚ÄĒ Re|s|tau|rie|rung ‚Ķ   Die deutsche Rechtschreibung

  • Studiengang Konservierung und Restaurierung ‚ÄĒ Der Master Studiengang Konservierung und Restaurierung ist ein akkreditierter Studiengang der HAWK Hochschule f√ľr angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/G√∂ttingen und findet in Hildesheim statt. Das Studium ist… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Restaurieren ‚ÄĒ Restaurierung eines Freskos (Vertreibung aus dem Paradies, Michelangelo, Sixtinische Kapelle, 1509): Vergleich zwischen einem Original aus dem 16. Jahrhundert (links) mit einer Restaurierung im 20. Jahrhundert (rechts) Eine Restaurierung stellt… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Restauration ‚ÄĒ Restaurierung; Wiederherstellung; Fortschrittsfeindlichkeit; Konservativismus; R√ľckschrittlichkeit * * * ‚óÜ Re|stau|ra|ti|on1 ‚Ć©[ sta ä ] f. 20‚Ć™ 1. ‚Ć©Pol.‚Ć™ 1.1 Wiederherstellung einer fr√ľheren Gesellschaftsordnung 1.2 Wiedereinsetzung eines ge ‚Ķ   Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.