Rheine

ï»ż
Rheine
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rheine
Rheine
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rheine hervorgehoben
52.2833333333337.433333333333335
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: MĂŒnster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 35 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 144,86 kmÂČ
Einwohner:

76.530 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 528 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 48429–48432
Vorwahlen: 05971, 05975, 05459
Kfz-Kennzeichen: ST
GemeindeschlĂŒssel: 05 5 66 076
Adresse der
Stadtverwaltung:
Klosterstraße 14
48431 Rheine
WebprÀsenz: www.rheine.de
BĂŒrgermeisterin: Dr. Angelika Kordfelder (SPD)
Lage der Stadt Rheine im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen Kreis Borken Kreis Coesfeld MĂŒnster Kreis Warendorf Niedersachsen Greven Saerbeck Lienen Lengerich Laer Altenberge Horstmar Nordwalde Ladbergen Metelen Hörstel Westerkappeln IbbenbĂŒren Steinfurt Wettringen Neuenkirchen Mettingen Lotte Hopsten Ochtrup Rheine Recke Tecklenburg EmsdettenKarte
Über dieses Bild

Rheine (plattdeutsch Rene oder Reni) ist eine westfĂ€lische große kreisangehörige Stadt an der Ems und mit mehr als 76.000 Bewohnern die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt nach MĂŒnster im MĂŒnsterland. Die einheimischen BĂŒrger nennen sich Rheinenser.

Inhaltsverzeichnis

Wappen und Siegel

Das seit 1954 aktuelle Stadtwappen

Blasonierung: In Gold ein roter Balken, der belegt ist mit drei sechsstrahligen, auf eine Spitze gestellten goldenen Sternen.

Wappengeschichte

Die Farben und das Metall waren ursprĂŒnglich Gold-Rot-Silber, wurden dann im 17. Jahrhundert in die Farbe und Metalle Silber-Rot-Gold gewandelt und schließlich im Jahre 1954 zu der Farbe und Metall Gold-Rot-Gold. Als Helmkleinod wird verwendet ein goldener Stern zwischen offenem, von Gold und Rot ĂŒbereck geteiltem Flug.

Vorlage des Stadtwappens ist das um die drei goldenen Sterne erweiterte Stiftsschild des FĂŒrstbistums MĂŒnster. Die Blasonierung unterstreicht den Anspruch der territorialen Herrschaft ĂŒber die Stadt durch das FĂŒrstbistum. Die dem Wappen des Bistums hinzugefĂŒgten drei Sterne sind Symbole fĂŒr den heiligen Dionysius als Patron der ersten Kirche und somit Schutzheiligen der Stadt sowie dessen zwei engen Vertrauten Rusticus und Eleutherius.

Das Große Stadtsiegel

Das "Große Stadtsiegel" von 1370

Das Ă€lteste erhaltene sogenannte "Große Stadtsiegel" aus dem Jahr 1370 zeigt den Apostel Paulus, der sich mit der linken Hand auf das Wappen des FĂŒrstbistums MĂŒnster stĂŒtzt. Links im Siegel abgebildet ist das Wappen der Stadt mit der ursprĂŒnglichen Tingierung oben Gold, roter Balken mit Sternen, unten Silber.

Das Große Siegel wurde nur bei entsprechend wichtige Beurkundungen verwendet. FĂŒr die „normalen“ AmtsgeschĂ€fte war ein kleineres Sekretsiegel in Gebrauch, welches das Rheiner Wappen zeigte.

Geographie

Lage

Die Stadt mit den meisten Einwohnern im Kreis Steinfurt liegt an der nördlichen Grenze der WestfÀlischen Tieflandbucht und wird vom Fluss der Ems geteilt.

Etwa 40 km sĂŒd-östlich von Rheine entfernt liegt MĂŒnster (Westfalen), 45 km östlich OsnabrĂŒck und 40 km westlich Enschede. Die Stadt gehört zum Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ihr Stadtgebiet grenzt im Norden an das Bundesland Niedersachsen.

Panoramaansicht der Stadt vom WaldhĂŒgel aus gesehen. Blickrichtung ist nordwestlich bis nordöstlich.
Panoramaansicht der Stadt vom WaldhĂŒgel aus gesehen. Blickrichtung ist nordwestlich bis nordöstlich.

Nachbargemeinden

Im Norden grenzt Rheine an die niedersĂ€chsischen Gemeinden Salzbergen und Spelle; im Osten an Hörstel, im SĂŒden an Emsdetten und im Westen an die Gemeinde Neuenkirchen.

Naturgeographie im Raum der Stadt Rheine

Blick vom östlichen (rechten) Ufer der Ems auf das Emswehr und die Innenstadt. Das GebÀude rechts oben ist die Stadtkirche, St. Dionysius.

Der Fluss Ems durchfließt die Stadt von SĂŒden nach Norden in Richtung Nordsee. Im Raum Rheine mĂŒnden in die Ems der Elter MĂŒhlenbach, der Frischhofsbach, der Frische- oder Wambach, der Hemelter Bach, Krafelds BĂ€chsken und der Randelbach.

Quer zur Fließrichtung der Ems verlĂ€uft der Stadtberg, der sich westlich der Ems (Rheine links der Ems) als Thieberg fortsetzt. Beide HöhenzĂŒge bestehen aus Muschelkalkgestein, das sich in der Kreidezeit vor etwa 70 Millionen Jahren abgelagert hat. Der Fluss durchbricht diese Randhöhen an einer tektonischen Schwachstelle, an der er sich allerdings nicht tief eingegraben hat. So weist die Ems an dieser Stelle lediglich eine Untiefe mit festem Felsgrund auf, die wohl von jeher als Furt genutzt wurde. Nur wenige hundert Meter nördlich und sĂŒdlich der Furt nahm der Überflutungsbereich der Ems vor ihrer Verbauung eine Breite von 500 Metern ein. An der Furt verengt sich die Flussaue auf nur 50 Meter. Beiderseits der Furt ragen mehr als fĂŒnf Meter hohe, steile UferwĂ€lle auf.

Im SĂŒden der Stadt liegt der WaldhĂŒgel, mit 90 m ĂŒ. NN die höchste Erhebung im Stadtgebiet. In den Niederungen zwischen Stadtberg, Thieberg und WaldhĂŒgel und in der Flussaue entstanden durch hohe GrundwasserstĂ€nde die sogenannten Gleyböden, fĂŒr die ein ursprĂŒnglicher Bewuchs mit Weiden und Erlen typisch ist. Auf dem Stadtberg, Thieberg und WaldhĂŒgel dominierten Kalkbraunerden, auf denen BuchenwĂ€lder gediehen. Der ĂŒbrige Raum wird im Wesentlichen bestimmt von graubraunem und schwarzgrauem Plaggenesch ĂŒber Böden aus Flugsand und sandigen Flussablagerungen; hier ist ein Eichen-Buchen-Mischwald fĂŒr die ursprĂŒngliche Vegetation typisch. Als Besonderheit finden sich östlich der Ems ausgedehnte, heute ĂŒberwachsene DĂŒnenfelder, die der damals wie heute vorherrschende Westwind aus Sandablagerungen der Saaleeiszeit aufgetĂŒrmt hat.

Klima

In der Region um Rheine betrÀgt die mittlere Jahrestemperatur etwa neun Grad. Die durchschnittlichen jÀhrlichen NiederschlÀge liegen zwischen 700 und 900 Millimeter pro Quadratmeter, wobei ein sommerliches Niederschlagsmaximum sowie ein zweites, winterliches Maximum zu verzeichnen sind.

Es herrscht im Großen ein maritim, vom Atlantischen Ozean beeinflusstes Übergangsklima vor, das heute geprĂ€gt ist durch kĂŒhle Sommer und milde Winter.

Demographie

Bevölkerungszuwachs

Die Statistik weist ĂŒber die gesamte Stadtgeschichte einen kontinuierlichen Bevölkerungsanstieg bis zur Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts aus. Ab 1985 sank die Einwohnerzahl vom damaligen Höchstwert 71.000 bis auf rund 69.000. Die Stadt kann dann nach der Wiedervereinigung im Zuge der Zuwanderung aus den neuen BundeslĂ€ndern und der Zuwanderung deutschstĂ€mmiger, ehemals russischer StaatsbĂŒrger ab etwa 1990 eine starke Zunahme bis zur recht aktuellen Zahl von rund 76.000 BĂŒrgern (Stand 2008) verzeichnen.

In den vergangenen 25 Jahren lag die durchschnittliche Zahl der Geburten mit rund 800 ĂŒber der Zahl von rund 650 SterbefĂ€llen (Stand 2005). Der Bevölkerungszuwachs liegt seit den frĂŒhen 80er Jahren bei 6 bis 6,5 Prozent und damit leicht ĂŒber dem NRW-Landesdurchschnitt. Es liegen unterschiedliche, umstrittene Prognosen fĂŒr die zukĂŒnftige Entwicklung vor, die je nach Szenario bis 2020 einen RĂŒckgang auf 73.000 oder einen Anstieg auf 77.000 vorhersagen.

Altersdurchschnitt

BĂŒrger im Alter von 35 bis 40 Jahren bilden zurzeit die bevölkerungsstĂ€rkste Gruppe der Stadt. Da diese zahlenmĂ€ĂŸig starke Bevölkerungsgruppe im "familienaktiven" Alter steht, sind auch deren Kinder im Alter von fĂŒnf bis 25 Jahren noch relativ stark in der Stadt vertreten.

Die geringe Bevölkerung im Alter von 25 bis 35 Jahre ist auf den Pillenknick zurĂŒckzufĂŒhren. Ebenso sind zahlenmĂ€ĂŸig die 55 bis 65-JĂ€hrigen wegen der Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges unterreprĂ€sentiert.

Das Durchschnittsalter aller BĂŒrger liegt bei rund 40 Jahren und damit unter dem nordrhein-westfĂ€lischen Durchschnitt von rund 41 Jahren.

Personen pro Haushalt

ErwĂ€hnenswert ist fĂŒr Rheine die Durchschnittszahl von 2,5 Personen der in einem Haushalt zusammenlebenden Personen. Diese Zahl liegt nicht nur deutlich ĂŒber der nordrhein-westfĂ€lischen Durchschnittszahl von 2,2 Personen pro Haushalt, sondern liegt ĂŒberdies auch ĂŒber den Werten von StĂ€dten vergleichbarer Struktur und GrĂ¶ĂŸe.

Stadtgliederung

Stadtteile

Karte der Stadt Rheine aus dem Jahre 1842 vor ihrem Wachstum im Zuge der Industrialisierung. Maßstab 1:25000

Die Stadt gliedert sich neben der historisch gewachsenen Kernstadt oder Altstadt (heutige Innenstadt) in 18 weitere Stadtteile. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt im Zuge der Industrialisierung und nicht zuletzt durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz rasch und verleibte sich vormals weit vor den Stadtgrenzen liegende Bauernschaften ein, wie zum Beispiel Dutum, Wadelheim oder Bentlage oder ergriff Besitz von ehemals landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen wie dem SĂŒdesch, Hörstkamp oder Dorenkamp.

Die heutigen Stadtteile bilden keine selbststÀndigen Verwaltungseinheiten, sondern werden zentral aus dem Rathaus verwaltet. Zur Mitbestimmung stehen dem Rat und der Verwaltung der Stadt elf StadtteilbeirÀte beratend zur Seite, die zum Teil aus Vertretern mehrerer Stadtteile gebildet werden.

  • Stadtteilbeirat Altenrheine
  • Stadtteilbeirat Bentlage/Wadelheim/Wietesch/Schleupe
  • Stadtteilbeirat Dutum/Dorenkamp
  • Stadtteilbeirat Elte
  • Stadtteilbeirat Eschendorf

Wahlbezirke

Politisch ist die Stadt eingeteilt in 22 Wahlbezirke:

  • Baarentelgen/Schotthock-Nord
  • Altenrheine
  • Schotthock-West
  • Schotthock-Ost
  • Stadtberg
  • Rheine-Ost
  • Eschendorf
  • Eschendorf-West/Innenstadt-Ost
  • Rodde/Kanalhafen/Eschendorf-Ost
  • SĂŒdesch/Gellendorf-Nord
  • Elte/Gellendorf-SĂŒd
  • Mesum-SĂŒd
  • Mesum-Nord
  • Hauenhorst-Ost/Mesum-West
  • Hauenhorst-West/Catenhorn/Darbrook
  • Innenstadt-West/Hörstkamp
  • Dorenkamp-SĂŒd
  • Dorenkamp
  • Dutum
  • Schleupe/Thieberg
  • Wadelheim/Bentlage-West
  • Wietesch/Bentlage-Ost

Gemeindegebietsreform

Im Zuge der Gemeindegebietsreform, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, schlossen sich die vier bis dahin selbstĂ€ndigen Gemeinden Elte, Mesum, Rheine links der Ems und Rheine rechts der Ems mit der Stadt Rheine zusammen. Dabei traten Elte eine 1 ha große unbewohnte FlĂ€che an Hörstel, Mesum eine 1,40 km2 große FlĂ€che mit damals 28 Einwohnern an Emsdetten und eine 10 ha große FlĂ€che mit damals 11 Einwohnern an Neuenkirchen, Rheine links der Ems eine 89 ha große unbewohnte FlĂ€che an Emsdetten und eine 1,00 km2 große FlĂ€che mit damals 55 Einwohnern an Neuenkirchen sowie Rheine rechts der Ems eine 3,00 km2 große FlĂ€che mit damals 212 Einwohnern an Hörstel ab.[2]

Geschichte

Vor- und FrĂŒhgeschichte des Siedlungsraumes Rheine

Gedenktafel an der ehemaligen Emsfurt

ArchĂ€ologische Funde (Großsteingrab von Rheine-Schotthock) zeugen davon, dass der Raum um Rheine bereits ab der mittleren Jungsteinzeit, etwa um 3200 v. Chr., besiedelt war. Weitere Besiedlungen (600 bis 500 v. Chr.) sind durch Ausgrabungen im Stadtteil Altenrheine belegt, der auf dem heutigen Stadtberg, rechts der Ems, gelegen ist. In Altenrheine wurde bei Ausgrabungen ein HĂŒnengrab aus Findlingsblöcken entdeckt, ferner der etwa 3500 Jahre alte Abdruck eines Leichnams. FĂŒr die StadtgrĂŒndung spielt die FrĂŒhgeschichte keine wesentliche Rolle. Zwar wurden in Altenrheine und in den Stadtteilen Mesum, Elte und Hauenhorst vorgeschichtliche Funde geborgen, aber links der Ems, im Bereich des heutigen Stadtzentrums, wurden bisher keine frĂŒhgeschichtlichen Besiedlungsspuren entdeckt.

Zwei frĂŒhgeschichtliche Fernwege kreuzten sich in Rheine. Es waren dies der Hellweg vor dem Sandforde und die Friesische Straße. Der Hellweg fĂŒhrte von den IjsselstĂ€dten in den heutigen Niederlanden ĂŒber Rheine nach Bremen und in die ostwestfĂ€lische Region um Minden sowie nach Paderborn. Die durch Rheine fĂŒhrende Friesische Straße ist einer der sieben, von Karl dem Großen urkundlich bestĂ€tigten, Fernhandelswege fĂŒr den Handel der Friesen mit dem Binnenland. Sie fĂŒhrte vom friesischen Emden an der Nordsee ĂŒber das westfĂ€lische MĂŒnster weiter in sĂŒdliche Richtung. Der Historiker Joseph Prinz nennt insbesondere die Friesische Straße als maßgeblichen Grund fĂŒr das Entstehen der StĂ€dte MĂŒnster und Rheine.

FrĂŒhes Mittelalter

Nach heutigem Kenntnisstand besiedelten spĂ€testens seit dem 5. Jahrhundert sĂ€chsische StĂ€mme die Region Rheine östlich der Ems. Sie dĂŒrften die hier vorher siedelnden germanische StĂ€mme vertrieben oder unterworfen und in ihre StammesverbĂ€nde integriert haben. Belege fĂŒr diese frĂŒhe sĂ€chsische Besiedelung sind Ortsnamen mit Endungen auf -dorf (niederdeutsch auch -dorp oder -trup) wie im Falle der Region Rheine die Toponyme Austrup (heute Schotthock), Eschendorf und Gellendorf. Auch der Name des Stadtteiles Altenrheine untermauert diese Vermutung.

Das linke Emsufer, in unmittelbarer Umgebung der heutigen Kernstadt, blieb nach heutigem Kenntnisstand bis in das 8. Jahrhundert unbesiedelt. Es war vornehmlich von sumpfigem GelĂ€nde und schweren, zum Teil auch steinigen Böden geprĂ€gt und mit den damaligen Techniken des Ackerbaus nicht erfolgreich zu bewirtschaften. Der bis weit in das 8. Jahrhundert bei den Sachsen gebrĂ€uchliche Hakenpflug war fĂŒr diese Art von Böden ungeeignet. Die westlich, links der Ems vorliegenden auf -heim endenden Ortsnamen wie Dutum (im 12. Jahrhundert Duttenheim) und Wadelheim weisen auf die frĂ€nkische Kolonisation zum Ende des 8. und Beginn des 9. Jahrhunderts hin. Erst mit der EinfĂŒhrung des moderneren Beetpfluges unter den frĂ€nkischen Herrschern im 9. Jahrhundert konnte allmĂ€hlich auch das linke Emsufer urbar gemacht werden. Von hier ging auch die eigentliche StadtgrĂŒndung aus.

Die Sachsenkriege

Typische Bewaffnung eines frĂ€nkischen FĂŒrsten der Merowingerzeit mit Spatha, Sax, Franziska, Spangenhelm, Lanzenspitze und Schildbuckel, Germanisches Nationalmuseum, NĂŒrnberg

Vermutlich hatten Abteilungen sĂ€chsischer Krieger schon seit Beginn des 8. Jahrhunderts die fĂŒr ihre RaubzĂŒge ins westliche MĂŒnsterland bis ins Gebiet der IJssel gĂŒnstig gelegene Emsfurt als leichten Übergang genutzt. Im Zuge dieser eher unorganisierten, kaum als KriegszĂŒge zu bezeichnenden Übergriffe, begannen sie allmĂ€hlich die frĂ€nkische Bevölkerung dieser Gebiete zu vertreiben. Der frĂ€nkische Geschichtsschreiber Einhard berichtet aus dieser Zeit ĂŒber Mord, Raub und Brandstiftung „von beiden Seiten“, wie er deutlich betont. Weiter heißt es bei Einhard sinngemĂ€ĂŸ:

Dies erbitterte die Franken so sehr, dass sie nicht mehr nur Gleiches mit Gleichem vergelten, sondern offen Krieg gegen die Sachsen fĂŒhren wollten. Der Krieg wurde also begonnen und mit großer Erbitterung 33 Jahre lang gefĂŒhrt.

Im Zuge dieser von 772 bis 805 gefĂŒhrten Sachsenkriege Karls des Großen konnte dieser zwar anfĂ€nglich erhebliche militĂ€rische Erfolge verzeichnen, besonders aber die auch in der Region Rheine siedelnden westfĂ€lischen Sachsen erhoben sich wiederholt unter FĂŒhrung ihres Herzoges Widukind gegen die militĂ€risch und organisatorisch weit ĂŒberlegenen Franken. Offene Feldschlachten vermeidend fĂŒgte Widukind mit Guerilla-Taktiken dem frĂ€nkischen Heer teils sogar empfindliche Niederlagen zu. Reine frĂ€nkische RachefeldzĂŒge in die sĂ€chsischen Stammesgebiete und eine einfache Unterwerfung und Christianisierung der Sachsen genĂŒgte zur Befriedung der StĂ€mme also nicht; nötig wurde eine dauerhafte frĂ€nkische Besetzung, Kolonisierung und Missionierung der sĂ€chsischen Gebiete.

Speziell in Rheine war es im Rahmen dieser Besatzungspolitik strategisch daher vordringlich, die Emsfurt gegen aufstÀndische sÀchsische StÀmme zu verteidigen.

800 – Villa Reni – Keimzelle der Stadt Rheine

Der Falkenhof, die Keimzelle der Stadt Rheine, wurde erstmals im Jahr 838 in einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen erwĂ€hnt. Äußerlich wirkt der Falkenhof heute wie eine barocke Anlage; tatsĂ€chlich wuchs der Falkenhof aber in Jahrhunderten zu seiner heutigen Form zusammen. Erhalten geblieben ist der gesamten Hofanlage die fĂŒr frĂ€nkische KönigsgĂŒter typische Form.

Im Zuge der Sachsenkriege des frĂ€nkischen Königs Karl (des Großen) wurde zur Sicherung der Emsfurt gegen die Sachsen ein befestigtes Königsgut links der Ems auf einer Anhöhe oberhalb der Furt errichtet, die Villa Reni. Sie diente zugleich wohl auch als VersorgungsstĂŒtzpunkt fĂŒr durchziehende frĂ€nkische Krieger.

Nahe diesem Hof wurde zeitgleich eine Kirche erbaut, die dem Heiligen Dionysius geweiht wurde. Bei dieser KirchengrĂŒndung ist klar der frĂ€nkische Einfluss erkennbar. So wirkte St. Dionysius im 3. Jahrhundert als Missionar in Gallien, dem Kerngebiet des Merowingischen und spĂ€ter Karolingischen Reiches. Das genaue GrĂŒndungsjahr der Villa Reni ist unbekannt. Alle Erkenntnisse ĂŒber die Geschichte des Gutshofes bis zu seiner ersten urkundlichen ErwĂ€hnung im Jahr 838 stĂŒtzen sich mangels anderer Belege auf archĂ€ologische Grabungen und auf die daraus gezogenen Schlussfolgerungen. Historiker vermuten aber, dass eine große zeitliche NĂ€he zur KlostergrĂŒndung Mimigernaford (MĂŒnster) gegen Ende des 8. und Anfang des 9. Jahrhunderts besteht, da die Missionierung der Sachsen durch Bischof Liudger und die Sachsenkriege Karl des Großen in einem engen rĂ€umlichen und zeitlichen Zusammenhang stehen. In seiner Wirtschaftsstruktur ist eine Villa, so die damalige Bezeichnung fĂŒr einen mittelalterlichen Gutshof, annĂ€hernd mit der eines kleinen Dorfes vergleichbar.

Von den ersten GebĂ€uden der Villa Reni ist nichts erhalten geblieben. Der Gutshof als solcher besteht an derselben Stelle allerdings bis heute fort. Im Laufe seiner Geschichte wechselte das Gut mehrfach seine EigentĂŒmer und erhielt im Jahr 1437 nach dem damaligen EigentĂŒmer von Valke den noch heute bestehenden Namen Falkenhof.

Der frĂŒhmittelalterliche Gutshof Villa Reni wird heute als Keimzelle der Stadt Rheine angesehen, deren Name direkt auf den Gutshof Reni (spĂ€ter auch Rene) zurĂŒckzufĂŒhren ist. Die Ems durchfließt unterhalb des Falkenhofes mit schneller Strömung eine nur etwa 50 Meter breite Engstelle, die eine tektonische Schwachstelle von Thieberg und Stadtberg markiert. Das Wasser ist an dieser Stelle seicht und die Sohle des Flusses wird von festem Felsgrund gebildet. Die Furt eignete sich daher auch fĂŒr die Durchquerung mit schweren Wagen. Es wird angenommen, dass schon sehr frĂŒh eine FĂ€hre den Übergang auch bei hohen WasserstĂ€nden ermöglichte. Belege dafĂŒr fehlen allerdings.

Eine sÀchsische oder noch Àltere VorgÀngersiedlung an der Stelle der Villa Reni ist archÀologisch nicht belegt.

838 – Erste urkundliche ErwĂ€hnung

Ludwig der Fromme: In seiner Schenkungsurkunde aus dem Jahr 838 findet sich die Àlteste urkundliche ErwÀhnung der Villa Reni, der Keimzelle der spÀteren Stadt Rheine.

Die erste urkundliche ErwĂ€hnung des frĂ€nkischen Gutshofes Villa Reni findet sich in der auf den 7. Juni 838 datierten Schenkungsurkunde Kaiser Ludwig des Frommen, in der er neben anderen königlichen GĂŒtern auch das Gut Reni samt zugehöriger Kirche, allen Hörigen und Zinspflichtigen dem Benediktinerinnenstift Herford ĂŒberschrieb. Der entsprechende Passus der auf Latein abgefassten Urkunde lautet in der Übersetzung (Auszug):

”Deshalb wollen wir [Ludwig], dass allen GlĂ€ubigen der heilgen Kirche Gottes und unseren Leuten, und zwar den jetzt und kĂŒnftig lebenden, bekannt sei, dass es uns gefallen hat, auf ein Kloster mit Namen Herifurth, das bekanntlich im Herzogtum Sachsen in Verehrung der heiligen GottesgebĂ€rerin Maria, der immerwĂ€hrenden Jungfrau, gestiftet wurde und das zur Zeit, wie wir wissen, die ehrwĂŒrdige Äbtissin Tetta leitet, bestimmte GĂŒter, die Bestandteil unseres Besitzes sind, und Eigenhörige im erwĂ€hnten Herzogtum Sachsen zur Vermehrung unseres Verdienstes zu ĂŒbertragen, damit hieraus in reicherem Maße den MĂ€gden Christi, die eben dort im Laufe der Zeiten ihr Leben verbringen, der notwendige Unterhalt gewĂ€hrt und fĂŒr die BedĂŒrfnisse des Klosters gesorgt werde. Dies ist im Gau, der Bursibant heißt, auf dem Gut mit Namen Reni die eben dort erbaute Kirche mit ihrem Zehnten und allen Besitzungen und Eigenhörigen, die recht- und gesetzmĂ€ĂŸig zu ihr gehören, (
) Gegeben am 7. Juni in dem durch Christi Gnade 25. Jahre der Herrschaft des erhabenen Herrn Ludwigs des Frommen, im ersten Jahr der Indiktion. Verhandelt zu Nimjegen in der Königlichen Pfalz. In Gottes Namen GlĂŒck und Heil! Amen.”

838 bis 1327 – Stadtwerdung

In der Schenkungsurkunde Ludwig des Frommen von 838 werden neben der Villa Reni auch die Schenkungen von Wettringen und Schöppingen erwĂ€hnt. Die Villa Reni erfĂ€hrt in der Urkunde eine bevorzugte ErwĂ€hnung, woraus eine herausragende Bedeutung des Ortes fĂŒr die weitere Umgebung geschlossen werden kann. Der besondere Hinweis in der Schenkung „mit ihrem Zehnten und allen Besitzungen und Eigenhörigen“ (siehe oben), lĂ€sst laut dem Historiker Karl Bosl bereits auf eine Bevölkerung schließen, die sich auch aus unfreien Handwerkern und Transportleuten zusammensetzte und die nicht mehr an die Scholle gebunden war. Es bestand also bereits eine kleine Siedlung. Nennungen des Ortes Rheine in Urkunden aus den Jahren 853 (hier Hreni genannt), 995 und 1002 (hier Hreini genannt) bestĂ€tigen inhaltlich im Wesentlichen den Status des Ortes und der Besitzungen des Klosters Herford. Eine auf die Jahre 1022 bis 1032 datierte Urkunde lĂ€sst auf eine starke Bevölkerungszunahme im 11. Jahrhundert schließen, in der Landbesitz fĂŒr die Errichtung einer weiteren Kirche im Norden des Ortes verschenkt wird. In Urkunden von 1126 und 1156 wird Rheine erstmals als pagus Rene bezeichnet. Der Begriff pagus bezeichnet einen zusammengehörigen Bezirk mit festen dörflichen Strukturen. Damit darf die Entwicklung Rheines vom Gutshof (villa) zum Dorf als abgeschlossen gelten.

Im 13. und 14. Jahrhundert gerĂ€t Rheine immer stĂ€rker in den Fokus bischöflich-mĂŒnsterscher Territorialpolitik. Bereits seit Liudger war fĂŒr die Bischöfe von MĂŒnster die ĂŒber Rheine fĂŒhrende Friesische Straße nach Emden von vorrangigem Interesse, die nicht nur wichtiger Handelsweg war, sondern auch das Ober- und Niederstift des Bistums miteinander verband. Rheine befand sich dabei einerseits im Besitz des Klosters Herford, andererseits ĂŒberschnitten sich nördlich des Raumes Rheine und in der Siedlung selber die Interessen der Grafen von Bentheim, Lingen, Steinfurt und Tecklenburg. Um das Jahr 1300 hatten der Graf von Bentheim mit der Devesburg im heutigen Ortsteil Bentlage und die Herren von Steinfurt mit der Schwanenburg im heutigen Ortsteil Elte zudem befestigte militĂ€rische Vorposten nahe dem aufstrebenden Dorf Rene angelegt. Beide Burganlagen sind nicht mehr erhalten. Die Schwanenburg wurde im Jahr 1343 schließlich von Bischöflich-MĂŒnsterschen Truppen erobert und restlos geschleift.

Aus machtpolitischen GrĂŒnden war es fĂŒr die Bischöfe von MĂŒnster daher unabdingbar, den Ort Rene fĂŒr sich in Besitz zu nehmen und zu befestigen. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstĂŒtzen die Bischöfe zunĂ€chst den Ausbau Rheines zu einem stĂ€dtischen Zentrum, womit sie ihre Macht und ihren Einfluss sicherten.

Der letzte Rest der ersten Stadtmauer von Rheine, zugleich Mauer der sogenannten Kirchburg, findet sich vor dem Westportal der Stadtkirche St. Dionysius. SpÀtestens im Jahr seiner Stadtwerdung, 1327, war der Ort befestigt.

Diese Politik spitzt sich unter Bischof Ludwig II. von Hessen (im Amt von 1310 bis 1357) zu. Im Jahr 1314 bezeichnet Bischof Ludwig II. den Ort Rheine in einer Urkunde bereits als „oppidum Rene“, also als „Stadt“ Rheine. Wenn der Begriff „oppidum“ in dieser Zeit immer fĂŒr einen befestigten Ort gebraucht wurde, gab es möglicherweise bereits um 1314 erste Stadtbefestigungen. Als gesichert gelten diese fĂŒr das Jahr 1327. SpĂ€testens im Jahr 1323 hatte Bischof Ludwig erstmals den Versuch gewagt, Rheine zu befestigen und endgĂŒltig seiner Gewalt zu unterstellen. Sein Vorhaben scheitert, als er in einer Fehde mit Graf Engelbert von der Mark unterliegt und in Gefangenschaft gerĂ€t. Der mit Graf Engelbert geschlossene Friedensvertrag diktiert, die begonnene Befestigung Rheines wieder aufzuheben. Graf Engelbert folgte mit dieser Forderung vermutlich seinem Verwandten und VerbĂŒndeten, dem Grafen Otto von Tecklenburg. Gegen dessen Grafschaft richtete sich der Plan Bischof Ludwigs, den Ort Rheine als befestigten StĂŒtzpunkt anzulegen. Ob die begonnene Befestigung aber tatsĂ€chlich wieder geschleift wurde, ist nicht sicher. Nur vier Jahre spĂ€ter, bei der Stadtwerdung, sind bereits vorhandene Befestigungen belegt.

1327 – Verleihung der Stadtrechte

Einen neuerlicher Versuch, Rheine seinem Machtbereich einzuverleiben, unternimmt Bischof Ludwig vier Jahre spÀter. Am 15. August 1327 verleiht er Rheine das Stadtrecht und verzichtet in der Urkunde zugleich auf die HÀlfte der Einnahmen des Gerichtes, damit die Stadt mit diesen Mitteln weiter befestigt werden kann.

Der Inhalt der auf Latein abgefassten Urkunde lautet in der gekĂŒrzten Übersetzung:

„Wir Ludwig, durch Gottes Gnade Bischof der Kirche zu MĂŒnster, geben allen [
] bekannt: Nach vorausgegangener Beratung und getragen von dem Wunsch, dass zum Nutzen der Kirche und Unseres Landes der befestigte Ort in Rene, der durch Uns neu angelegt und begrĂŒndet wurde, eine erfolgreiche Fortentwicklung nehmen möge, geben und ĂŒbertragen Wir diesem Ort und Unseren BĂŒrgern dort zur StĂ€rkung dieses Ortes durch dieses Dokument aus freiem und eigenen Willen die HĂ€lfte Unseres weltlichen Gerichts ebendort und des Erlöses aus dem Vergehen derer, die vor Gericht StraftĂ€ter sind, ferner alle Freiheit, Gunst und Gerechtigkeit, die Unsere Einwohner von MĂŒnster in ihrer Stadt MĂŒnster [
] bisher schon in Anspruch genommen und schĂ€tzen gelernt haben. [
] Gegeben und verhandelt [
] im Jahr des Herrn 1327 am Tag der Himmelfahrt der seligen Jungfrau Maria“

Diese Urkunde verstieß eindeutig gegen geltendes Recht, da Bischof Ludwig II. ĂŒber etwas verfĂŒgte, was ihm gar nicht gehörte. Er ignorierte die seit 838 immer wieder bestĂ€tigten BesitzansprĂŒche der Abtei Herford an Rheine und verleibt den Ort dem Bistum MĂŒnster ein. Er beurkundet seinen Rechtsbruch sogar dergestalt, dass er gegen besseres Wissen angibt, der Ort Rene sei von ihm angelegt und neu begrĂŒndet worden.

Der Zeitpunkt fĂŒr diesen rechtswidrigen Akt war klug gewĂ€hlt, denn Widerstand hatte Bischof Ludwig dieses Mal nicht zu fĂŒrchten. Graf Engelbert von der Mark hatte sich erst kurz zuvor von einer Exkommunikation lösen können, die ihm der Papst wegen der Gefangennahme Ludwigs auferlegt hatte. Er wird daher einen erneuten Streit mit dem Bischof gescheut haben. Graf Otto von Tecklenburg stand am Ende seines Lebens und war bereits mit der Ordnung seines Nachlasses beschĂ€ftigt und hatte kein Interesse mehr an einem Konflikt mit dem Bischof; zumal Graf Otto keine direkten Erben hinterließ. Nur die Äbtissin Liudgardis der Abtei von Herford beklagt sich und nennt das Vorgehen des Bischofs als eindeutige Rechtsverletzung. Von ihr aber hatte Ludwig nichts zu befĂŒrchten. Sein Plan, sich Rheine Untertan zu machen, gelingt.

Einfluss des Hochstiftes MĂŒnster auf die neue Stadt

Mit der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1327 wird der Einfluss der umliegenden und mit Bischof Ludwig II. um Macht und Einfluss in Rheine und der ganzen Region ringenden Grafschaften erheblich zurĂŒckgedrĂ€ngt. So hat die neue „Stadt“ nun auch ein Anrecht auf eine eigene Gerichtsbarkeit. Vor der Stadtwerdung unterstand die Stadt gemĂ€ĂŸ der Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen von 838 dem Vogtrecht des Klosters Herford. In der Regel ĂŒbten die Grafen von Tecklenburg die Vogsgerichtsbarkeit an jĂ€hrlich zwei Gerichtstagen aus.

Neben dem Vogtgericht war ein sogenanntes Gogericht ĂŒber die Stadt Rheine hinaus zustĂ€ndig fĂŒr die Gerichtsbarkeit im gesamten Gau. Das Gogericht in Rheine unterstand als Lehen seit je her der adeligen „Familie von Rene“. Im Jahr 1345 gelingt es Bischof Ludwig II., der Familie Rene die HĂ€lfte des Gogerichtes mit allen Rechten und EinkĂŒnften abzukaufen; 1351 erwirbt die zweite HĂ€lfte. Damit konnte Bischof Ludwig II. seine Herrschaft in Rheine erheblich festigen.

Eine Ă€hnliche Politik wie in Rheine betreibt Bischof Ludwig II. in seinem gesamten Bistum: Neben Rheine verleiht er Stadtrechte auch den Orten DĂŒlmen, Billerbeck, Werne und anderen, entzieht diese Orte so dem Einfluss des mit ihm um Macht und Einfluss konkurrierenden Adels und zementiert damit die weltliche Macht seines FĂŒrstbistums fĂŒr nahezu fĂŒnf Jahrhunderte bis zu dessen Zwangsauflösung im Jahr 1802. Ebenso lange blieb Rheine bischöfliche Stiftstadt.

Erster Aufschwung in den Jahren nach StadtgrĂŒndung

SpĂ€testens fĂŒr das Jahr 1355 ist das „Amt Rheine“ belegt, das im Auftrag seines bischöflichen Landesherrn Abgaben einzieht, Verwaltungsaufgaben ausĂŒbt und stellvertretend die Rechte des Bischofs wahrnimmt und wahrt. Rheine entwickelt sich in der Folgezeit zu einem echten stĂ€dtischen Zentrum: Ein gewĂ€hlter Rat wird gebildet, BĂŒrgermeister stehen der Stadt vor und Gilden grĂŒnden sich; als eine der ersten findet die Schneidergilde im Jahr 1366 urkundliche ErwĂ€hnung.

Einen nicht zu unterschĂ€tzenden, positiven Einfluss auf die Entwicklung der Stadt hat die wohl ebenfalls im zeitlichen Rahmen der StadtgrĂŒndung errichtete, erste hölzerne EmsbrĂŒcke; urkundlich erstmals 1362 erwĂ€hnt. Der Handelsverkehr war nicht mehr auf die sicherlich nicht ganzjĂ€hrig zu passierende Emsfurt angewiesen, deren Passage zudem auf einem Weg an der Stadt vorbei fĂŒhrte. Durchreisende Fuhr- oder Kaufleute mussten nun Wegzoll an die Stadt entrichten, da BrĂŒcke und Handelsstraße mitten in und durch die Stadt fĂŒhrten.

Vom wirtschaftlichen Aufschwung, den die Stadt in den ersten Jahrzehnten nach der Verleihung der Stadtrechte erlebt, zeugt auch der in Angriff genommene Neubau der St. Dionysius Stadtkirche um das Jahr 1400, die ihren Àlteren VorgÀngerbau ersetzte.

Der Bau der Stadtkirche

→ Hauptartikel: Dionysiuskirche (Rheine)

Die Stadtkirche vom historischen Marktplatz aus gesehen

Die Arbeiten an der spÀtgotische Hallenkirche wurden etwa um das Jahr 1400 begonnen, dauerten rund 120 Jahre und wurden spÀtestens im Jahre 1520 mit der Vollendung des Turmes abgeschlossen.

Die lange Bauzeit erklĂ€rt sich zum Einen aus bautechnischen Erschwernissen: So durfte der neue Kirchenbau die alte Kirche nur nach und nach in mehreren Bauabschnitten ersetzen. Das war nötig, da der Gemeinde natĂŒrlich wĂ€hrend der gesamten Bauzeit weiterhin ein „funktionierendes“ Gotteshaus zur VerfĂŒgung stehen musste. Ein zweites Problem waren fĂŒr die zu dieser Zeit kaum 2.000 Einwohner zĂ€hlende Stadt die hohen Kosten des Kirchbaus. Die Summe fĂŒr einen kompletten Neubau in einem Zuge wĂ€re niemals aufzubringen gewesen; auch aus diesem Grund musste der Bau ĂŒber viele Jahrzehnte in mehrere in sich geschlossene Bauabschnitte aufgeteilt werden.

GrĂŒndung des Klosters Bentlage

→ Hauptartikel: Kloster Bentlage

Im 11. Jahrhundert wird der Ort der spĂ€teren KlostergrĂŒndung unter dem Namen Buntlagi erwĂ€hnt, als die LĂ€nderei zum Unterhalt einer Eigenkirche des sĂ€chsischen Adelsgeschlechtes der Billunger gestiftet wird. Eine der hl. Gertrud geweihte Kapelle mit kleinem Friedhof wurde errichtet.

Das Kloster Bentlage auf einem Foto aus dem Jahr 1894

Im Jahre 1437 ĂŒbertrĂ€gt Hochstift MĂŒnster die Kapelle samt zugehöriger LĂ€nderei dem Orden vom Heiligen Kreuz mit der Erlaubnis einer KlostergrĂŒndung. Zugleich erhalten die Kreuzherren (auch KreuzbrĂŒder) damit das Recht der Salzgewinnung auf ihren GĂŒtern und die Fischereigerechtigkeit in der Ems.

Die Anfangsjahre des Klosters sind von finanziellen Schwierigkeiten geprĂ€gt, die erst in der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts, spĂ€testens im Jahre 1463 mit dem Bau der Klosteranlage ĂŒberwunden sind. Ab diesem Zeitpunkt erlebt das Kloster seine erste BlĂŒtezeit, als hier zeitweise mehr als 50 Mönche leben. Anfang des 16. Jahrhunderts beginnt der Niedergang. Aus dem Jahr 1631 ist ĂŒberliefert, dass nurmehr sieben Mönche das Kloster bewohnen.

Am 21. September 1647 brandschatzen schwedische Truppen das Kloster. Der Wiederaufbau erstreckt sich bis ins Jahr 1662. Ein neuerlicher Aufschwung des Klosters setzte ein, bis in der zweiten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts wieder rund ein Dutzend Mönche im Kloster lebten. In der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts beginnt indes ein erneuter Niedergang, der nicht mehr aufzuhalten ist. Das Kloster wird schließlich im Zuge der SĂ€kularisation im Jahr 1803 zwangsweise aufgelöst.

Die MĂŒnstersche Stiftsfehde

Mit dem Tod des mĂŒnsterschen Bischofs Heinrich II. von Moers im Jahr 1450 kam es zum Streit um dessen Nachfolge, die sogenannte Stiftsfehde. Zwei konkurrierende Kandidaten traten gegeneinander an. Die Stadt MĂŒnster, der Graf Johann I. von Hoya sowie die Mehrheit der Geistlichen des Bistums sprachen sich fĂŒr den Kandidaten Erich I. von Hoya aus. Auf der Gegenseite stand Walram von Moers, der von seinem Bruder Dietrich II., Erzbischof von Köln, vorgeschlagen wurde und das Amt durch eine Entscheidung des Papstes fĂŒr sich gewinnen konnte. Was vordergrĂŒndig wie ein Streit unter zwei Kandidaten wirkt, war hinter den Kulissen ein Kampf zwischen Köln und Kleve um die Vorherrschaft in Westfalen.

Auch Rheine hatte sich, ebenso wie MĂŒnster und andere StĂ€dte des Bistums, auf die Seite Erichs I. von Hoya gestellt, der nun seinerseits das Bistum fĂŒr sich beanspruchte und offen als Gegenbischof auftrat. Im Gegenzug fĂŒr die UnterstĂŒtzung versprach Erich von Hoya der Stadt Rheine, deren Privilegien und Rechte nicht anzutasten.

Krieg um das Bischofsamt

Mitte des Jahres 1451 verbĂŒndeten sich Graf Johann von Hoya und Herzog Johann I. von Kleve und erklĂ€rten dem neuen Bischof Walram von Moers und dem Erzbischof von Köln den Krieg, um ihrem Gegenbischof Erich von Hoya die formelle Herrschaft im Bistum zu verschaffen. MilitĂ€risch gewinnen Graf Johann und Herzog Johann zwar immer mehr die Oberhand; ein entscheidender Sieg konnte trotz siegreicher Schlachten und eroberter StĂ€dte nicht erzielt werden. Die Stiftsfehde zieht ganz Nordwestfalen in schwere Mitleidenschaft.

Brandschatzung der Stadt Rheine

Der Konflikt löste sich schließlich selbst, als Walram von Moers am 3. Oktober 1456 starb. Zwar trat erneut ein Gegenkandidat zu Erich von Hoya an, dieses Mal bestimmte der Papst aber keinen der beiden zum Bischof, sondern vergab das Amt an einen dritten, an der Fehde unbeteiligten Kandidaten. Ein Friedensvertrag beendet den Krieg offiziell am 23. Oktober 1457.

FĂŒr Rheine rĂ€cht es sich nun, dass sie seinerzeit Erich von Hoya unterstĂŒtzte. Zu dessen Gegenspielern und damit auch zu den Feinden der Stadt Rheine zĂ€hlten unter anderem die Grafen und Herren von Bentheim und Steinfurt. Trotz des wenige Tage zuvor abgeschlossenen Friedensvertrages ĂŒberfielen die Steinfurter am 29. Oktober 1457 die Stadt, brandschatzten sie, entfĂŒhrten die beiden BĂŒrgermeister sowie eine weitere Anzahl BĂŒrger und hielten Rheine noch bis in den Mai 1458 besetzt. Als Gegenleistung fĂŒr den Abzug und die Freilassung der Geiseln hatte sich die Stadt verpflichten mĂŒssen, den Steinfurtern bis Weihnachten 1458 ein Lösegeld von 2.000 Gulden zu bezahlen. Nur unter grĂ¶ĂŸten Anstrengungen konnte Rheine diese Summe ĂŒberhaupt aufbringen, insbesondere da die BĂŒrgerschaft bereits im Vorjahr 7.000 Gulden an die plĂŒndernden Steinfurter verloren hatte.

Der Überfall, die Besetzung, die Geiselnahme ihrer BĂŒrger und schließlich die Erpressung des Lösegeldes wurde von der Stadt als tiefe Schmach und DemĂŒtigung empfunden und prĂ€gte nachfolgend das (schlechte) VerhĂ€ltnis zwischen Rheine und den Grafen von Bentheim-Steinfurt nachhaltig.

Die Thiebauernschaft

Mit der Anlage des Falkenhofes und dem Bau der ersten Stadtkirche einige hundert Meter flussaufwĂ€rts bildeten sich schon sehr frĂŒh in der Geschichte der Stadt zwei getrennte Siedlungskerne. Die um die Kirche und den spĂ€teren Marktplatz errichteten GebĂ€ude sollten spĂ€ter zum Zentrum der Stadt Rheine werden. Direkt am Falkenhof entstand jedoch eine zweite, dörfliche Siedlung, die erstmals im Jahr 1362 als „ty“ erwĂ€hnt wird. Der Begriff Thie, in unterschiedlichen Schreibweisen, ist ein in Westfalen hĂ€ufig anzutreffender Flurname, der bereits aus sĂ€chsischer Zeit fĂŒr den Dorf- oder Gerichtsplatz ĂŒberliefert ist aber auch gemeinschaftlich bewirtschaftete Felder, Wiesen und WĂ€lder bezeichnen kann.

Eingemeindung des Thies

Das Thietor in der um den Thie erweiterten Stadtmauer auf einer Zeichnung aus dem 19. Jahrhundert

Nach Fertigstellung der ersten Stadtbefestigungen im Jahr 1327 lag der Thie außerhalb der Stadtmauern, war selbst unbefestigt und blieb im Gegensatz zur Stadt Rheine durch und durch landwirtschaftlich geprĂ€gt. Es lagen wohl mehrere GrĂŒnde vor, die Anlass boten, den Thie in die Stadt Rheine einzugemeinden. Einer der wichtigsten dĂŒrfte dabei gewesen sein, dass die Stadtbefestigung Rheines durch die Thiebauernschaft stark geschwĂ€cht wurde, was der gelungene Überfall der Steinfurter vom Oktober 1457 eindrucksvoll belegt: Der Angriff war ĂŒber den Thie erfolgt und es zeigte sich, dass die Bebauung unmittelbar vor der Stadtmauer den Angreifern beim Anmarsch Schutz vor frĂŒhzeitiger Entdeckung und eine hervorragende Deckung gegen die Verteidiger auf der Stadtmauer geboten hatte.

FrĂŒhestens im Jahr 1463, spĂ€testens 1490 lag der Thie innerhalb der erweiterten Stadtbefestigung, wie eine Urkunde aus letzterem Jahr belegt. Allerdings konnte sich der Thie eine gewisse EigenstĂ€ndigkeit und Tradition innerhalb der Stadt bis in unsere Tage bewahren.

Die TĂ€ufer in Rheine

Die reformatorische Bewegung der TĂ€ufer bildete sich Anfang des 16. Jahrhunderts zunĂ€chst in der Schweiz. In wenigen Jahren breitete sie sich als einer der bedeutendsten Zweige der Reformation schnell ĂŒber ganz Deutschland, Österreich, im niederlĂ€ndischen Raum und auch in Westfalen aus. Insbesondere das TĂ€uferreich von MĂŒnster spielte eine geschichtlich bedeutende Sonderrolle. In Rheine war das Haus einer Frau Reinking Anlaufstelle fĂŒr die TĂ€ufer. Diese war die Schwester von Gerd Reinking, eines TĂ€ufers, der um das Jahr 1530 zum „Hofstaat“ Jan van Leidens, „König“ des TĂ€uferreiches von MĂŒnster, zĂ€hlte.

Angriff auf MĂŒnster durch die Truppen des FĂŒrstbischofs Franz von Waldeck an Pfingsten 1534.

Als die mĂŒnsterschen TĂ€ufer ab 1534 von FĂŒrstbischof Franz von Waldeck belagert wurde, entsandten diese Boten in alle Richtungen, um von anderen TĂ€ufergemeinden Hilfe bei der Entsetzung der Stadt MĂŒnster zu erbitten. In Rheine wurden die Boten von eben jener Frau Reinking empfangen und bewirtet, sodass es plausibel erscheint, auch in Rheine zumindest das Bestehen einer kleinen TĂ€ufergemeinde anzunehmen.

Groß an Zahl oder Einfluss werden die TĂ€ufer in Rheine wohl nicht gewesen sein, wie die Einladung des FĂŒrstbischofs Franz von Waldeck zu einem Landtag nach Rheine beweist; eben hier wurde im Jahr 1533 beraten, welche Möglichkeiten die StĂ€nde des Stiftes zur BekĂ€mpfung der TĂ€ufer ergreifen sollten.

An der Belagerung der mĂŒnsterschen TĂ€ufer hatte Johann Korytzer, Gograf von Rheine, als Oberbefehlshaber des zweiten Belagerungstrupps vor dem Ludgeritor MĂŒnsters Anteil. Er konnte wegen einer dort zugezogenen Verwundung, die ihn ein Auge kostete, an der ErstĂŒrmung der Stadt MĂŒnster daher nicht mehr teilnehmen.

Nach dem gewaltsamen Ende und der Hinrichtung nahezu aller mĂŒnsterschen TĂ€ufer nach der Einnahme der Stadt MĂŒnster am 24. Juni 1535, verstummen auch die Nachrichten ĂŒber TĂ€ufer in Rheine. Lediglich im Jahre 1537 werden noch einmal TĂ€ufer im Amt Rheine-Bevergern erwĂ€hnt, die zwar verhaftet und verhört, aber nicht mehr hingerichtet werden.

Die Reformation in Rheine

Franz von Waldeck

Nach dem Sieg ĂŒber die TĂ€ufer hatte Franz von Waldeck mit der Stadt MĂŒnster und den anderen StĂ€dten des Bistums, so auch Rheine, im Jahr 1542 ein Beistands- und SchutzbĂŒndnis unterzeichnet. Auf dem Landtag im Folgejahr unterbreitete er den StĂ€nden, zu denen auch die StĂ€dte zĂ€hlten, den Vorschlag, das Stift nach dem Vorbild der lutherisch geprĂ€gten Augsburger Konfession zu reformieren.

Franz von Waldeck schlug allerdings heftiger Widerstand des mĂŒnsterschen Domkapitels entgegen. Auch aus anderen, reichspolitischen GrĂŒnden musste sich Waldeck bis zu seinem Tod im Jahr 1553 damit begnĂŒgen, die freiwillig zur evangelischen Lehre Übergetretenen zu schĂŒtzen und zu unterstĂŒtzen, er konnte aber keine eigentliche Reformation in seinem Bistum durchfĂŒhren, die somit auch in Rheine ausblieb. Die Stadt blieb zunĂ€chst nominell katholisch. Noch zu Waldecks Lebzeiten und insbesondere in den Jahren nach seinem Tode wandten sich in Rheine allerdings mehr und mehr BĂŒrger dem Protestantismus zu. Um 1579 scheint auch die Mehrzahl der Adeligen im FĂŒrstbistum zur Augsburgischen Konfession gewechselt zu sein, wĂ€hrend das Hochstift MĂŒnster katholisch geblieben war.

Erstarken des Protestantismus

Bereits im Jahr 1571 hatte der mĂŒnstersche Bischof Johann von Hoya eine ausfĂŒhrliche Kirchenvisitation angeordnet, die 1573 auch Rheine erfasste. Sie nennt vor allem zwei MissstĂ€nde in der Stadt: Das Eindringen protestantischer Lehren und die „Sittenverderbnis“ unter den Geistlichen. In Rheine Ă€ußern sich die beklagten ZustĂ€nde vor allem in der der Person des Pastors Arnold tom Drecke. Dieser lebte offen im Konkubinat, hatte mehrere Kinder und versuchte seinem Sohn Hermann tom Drecke die Pfarrei Rheine als Erbe zu sichern. Der in Rheine sehr beliebte und angesehene Pastor wurde in diesem Vorhaben vom Rat der Stadt sowie der Äbtissin des Stiftes Herford krĂ€ftig unterstĂŒtzt. 1595 erlangt Hermann tom Drecke schließlich die Pfarrstelle seines Vaters.

Beginn der Gegenreformation in Rheine

Weder Johann von Hoya noch seine Nachfolger hatten die politische Kraft, diesen „unkatholischen“ ZustĂ€nden erfolgreich entgegenzuwirken. Erst der FĂŒrstbischof Ernst von Bayern bemĂŒht sich darum, die katholische Lehre im Zuge der Gegenreformation in seinem Bistum wieder zu festigen.

Die ZustĂ€nde der Pfarrei in Rheine konnte Ernst von Bayern natĂŒrlich nicht unbeachtet lassen. Er klagt Hermann tom Drecke im Jahre 1603 wegen der Verbreitung lutherischer Lehren, der Verletzung des Zölibates und vor allem unkanonischer Erwerbung seines Pfarramtes an. Tom Drecke wurde formell seines Amtes enthoben, konnte sich aber wegen seines starken RĂŒckhaltes in der BĂŒrgerschaft gegen den Widerstand des Bischofes noch bis ins Jahr 1605 im Amt halten. Erst ein nun gegen ihn verhĂ€ngtes Todesurteil zwingt ihn dazu, vor im Auftrage des Bischofs ausgesandten Bewaffneten aus der Stadt zu fliehen. Sein Nachfolger wird Pfarrer Johann Schmeddes, ein zuverlĂ€ssig katholischer Geistlicher, der allerdings von Beginn an einen schweren Stand in der Stadt hat. Bei seiner Ankunft findet er das Pfarrhaus „bis auf die WĂ€nde“ leer gerĂ€umt vor; einige BĂŒrger der Stadt bedrohen den neuen Pfarrer sogar mit dem Tode.

Die protestantischen Lehren waren zu dieser Zeit in der Stadt Rheine und auch im ĂŒbrigen Bistum augenscheinlich also tief verankert. Zwar hatte Bischof Ernst von Bayern nun wieder einen zuverlĂ€ssig katholischen Geistlichen in Rheine installiert, gegen den Willen der BĂŒrger und des Rates hatte Ernst von Bayern aber kaum eine Handhabe, den herrschenden Protestantismus in der Stadt wieder zu beseitigen. Eine Ă€hnliche Situation fand der Bischof in seinem gesamten Bistum vor.

Ernst von Bayern erneuerte daher die alten, ĂŒber 70 Jahre alten Maßregeln gegen die WidertĂ€ufer. Er erklĂ€rte kurzerhand alle Evangelischen zu TĂ€ufern und befahl, dass diese zum 1. April 1611 die Stadt Rheine (und andere StĂ€dte des Bistums) zu verlassen hĂ€tten. Der Befehl wurde in der Stadt allerdings ignoriert und der Bischof verstarb im Jahr 1612, ohne die Gegenreformation in Rheine nennenswert vorangebracht zu haben.

Auch sein Nachfolger im Bischofsamt, Ferdinand von Bayern, konnte in Rheine der „großen Anzahl von Ketzern“, wie es am 6. April 1613 in einem bischöflichen Dokument heißt, nicht Herr werden. Trotzdem der neue Bischof eine Reihe von drastischen Maßregeln von der Landesverweisung bis zur GĂŒtereinziehung gegen die AnhĂ€nger der evangelischen Lehren aufstellte, beklagt sich der katholische Pfarrer beim Bischof, dass sich „nur die gemeinen Arbeits- und Handwerksleute“ den Maßregeln fĂŒgten. Die FĂŒhrungsschicht der Stadt widersetzt sich weiterhin.

Einer der beiden BĂŒrgermeister besuchte die Gottesdienste gar nicht mehr, was unter schwerster Strafe stand. Der zweite BĂŒrgermeister besuchte den Gottesdienst zwar, verweigerte aber die Kommunion. Der gesamte Rat der Stadt „wolle sich nicht verendern“ (und zum katholischen Glauben zurĂŒckkehren), klagt der Pfarrer, der sich zudem fortwĂ€hrend Schikanen der stĂ€dtischen FĂŒhrungsschicht gefallen lassen muss.

Vertreibung der Protestanten

Erst mit Beginn der kriegerischen, konfessionellen Auseinandersetzungen im DreißigjĂ€hrigen Krieg konnte im Jahr 1623 mit einem Schlag die Gegenreformation in Rheine durchgesetzt werden. Der Rat der Stadt hatte sich zuvor einer weiteren Einquartierung katholischer kaiserlicher Truppen widersetzt. Nach kurzer Belagerung durch Graf von Tilly fiel die Stadt, die gesamte protestantische FĂŒhrungsschicht wurde vertrieben und durch katholische AmtstrĂ€ger ersetzt.

Das Emswehr und die Emsschifffahrt in Rheine

→ Hauptartikel: Emswehr Rheine

Die Ems, insbesondere auch im Raum Rheine, wurde als Wasserstraße bereits vor rund 2.000 Jahren von den Römern fĂŒr deren EroberungszĂŒge in das nördliche Germanien genutzt. Allerdings war dieser Wasserweg nur bei hohen WasserstĂ€nden nicht nur von Booten, sondern auch von grĂ¶ĂŸeren Schiffen zu befahren. Bis in das 16. Jahrhundert hinein wurden keine nennenswerten Anstrengungen unternommen, die Ems durchweg schiffbar zu machen und als Verkehrsweg zu nutzen oder zu unterhalten.

Das Emswehr in Rheine; im Hintergrund die barocke MĂŒhle, Nachfolgerin der erstmals im 14. Jahrhundert erwĂ€hnten MĂŒhle. Heute arbeitet die MĂŒhle als Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung

Dass die Ems im Raum Rheine auch verkehrstechnisch erschlossen wurde, ist wohl der erstmals 1362 urkundlich erwĂ€hnten, dem FĂŒrstbistum MĂŒnster gehörigen WassermĂŒhle zu Rheine zu verdanken. Diese GetreidemĂŒhle bildete einerseits eine zuverlĂ€ssige Einnahmequelle fĂŒr das FĂŒrstbistum MĂŒnster, litt aber andererseits unter den UnwĂ€gbarkeiten der natĂŒrlichen, ungeregelten Natur des Flusses. Hochwasser zerstörten regelmĂ€ĂŸig den hölzernen MĂŒhlendamm, der den Fluss im Bereich der frĂŒheren Emsfurt aufstaute und den Betrieb der MĂŒhle erst ermöglichte. War der MĂŒhlendamm, vermutlich jĂ€hrlich, zerstört, verursachte dies mehrmonatige EinnahmeausfĂ€lle, da die MĂŒhle ohne den Damm natĂŒrlich nicht betrieben werden konnte.

Hinzu kam die wirtschaftliche BedrĂŒckung der hörigen Bauern, die zum Ausbessern des regelmĂ€ĂŸig zerstören MĂŒhlendammes verpflichtet waren und die damit in dieser Zeit ihrer Feldarbeit nicht nachkommen konnten. Ebenfalls zu Buche schlugen Jahr fĂŒr Jahr die Kosten fĂŒr das heranzuschaffende Baumaterial zur Reparatur des Dammes – in der Hauptsache Holz –, das zuvor geschlagen, gelagert, aufbereitet und zum Damm transportiert werden musste; was natĂŒrlich ebenfalls mit erheblichen Kosten verbunden war.

Ganz links im Bild im steinernen Flussbett sind die Sprengversuche zur Vertiefung des Flussbettes des 18. Jahrhunderts anhand des Streifens tieferen Wassers zu erkennen: rechts im Bild der als Alternative erbaute Ems-Seitenkanal, der die Schiffbarkeit zumindest bis Greven ermöglichte.

Zur Abhilfe dieser ZustĂ€nde ließ der mĂŒnstersche Bischof Franz von Waldeck im Jahr 1550 einen drei Meter hohen und 33,5 Meter langen steinernen Damm schrĂ€g durch die Ems errichten, der am rechten Ufer an eine fĂŒr die Schifffahrt geeigneten Schleuse angrenzte. SpĂ€testens im Jahr 1576 war es dank der neuen Schleuse in Rheine und nicht zuletzt der Pflege des Schifffahrtsweges möglich, die Ems von Emden bis Greven durchgĂ€ngig mit EmspĂŒnten zu befahren. Das Emswehr mit seiner Schleuse ist in seiner Grundkonzeption und AusfĂŒhrung bis heute erhalten geblieben und bildet eines der Ă€ltesten Zeugnisse der Schiffbarmachung der Ems.

Im Jahre 1685 wurden im Interesse des Handels weitere Überlegungen angestellt, die Ems flussaufwĂ€rts ĂŒber Greven hinaus bis MĂŒnster auch fĂŒr grĂ¶ĂŸere Fahrzeuge schiffbar zu machen. Ein Problem hierbei waren die Untiefen der Emsfurt bei Rheine, die Schiffen mit grĂ¶ĂŸerem Tiefgang wegen der geringen Wassertiefe die Passage verwehrten. In den Jahren 1686 und 1687 wurde daher versucht, das felsige Flussbett in Rheine durch Sprengungen zu vertiefen. Diese Versuche, noch heute bei Niedrigwasser im Flussbett sichtbar, misslangen allerdings so grĂŒndlich, dass erst wieder im Jahr 1724 der KurfĂŒrst Clemens August I. von Bayern die Idee einer Anbindung MĂŒnsters an eine Wasserstraße aufgriff. Statt aber die alte Idee zu verfolgen, die Ems weiter auszubauen, ordnete er den Bau des spĂ€ter nach ihm benannten Max-Clemens-Kanales an, der das FĂŒrstbistum nicht ĂŒber die Ems mit Emden, dafĂŒr aber ĂŒber das niederlĂ€ndische Wasserstraßennetz mit der Zuidersee verbinden sollte – ein Vorhaben, das allerdings auch nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Rheine in den Wirren des AchtzigjÀhrigen Krieges

Stadtansicht von Rheine, ungefĂ€hr um das Jahr 1600; Ausschnitt aus einer Landkarte des Stiftes MĂŒnster

Der AchtzigjĂ€hrige Krieg, auch bekannt als Spanisch-NiederlĂ€ndischer Krieg, wĂ€hrte von 1568 bis 1648. Das Bistum MĂŒnster und damit auch die Stadt Rheine gerieten endgĂŒltig zwischen die Fronten der Kriegsparteien, als am 24. Juli 1581 die Provinzen der Utrechter Union ihre UnabhĂ€ngigkeit vom spanischen König erklĂ€rten. Jetzt zogen die spanischen und niederlĂ€ndischen Truppen nicht mehr nur zur Versorgung ihrer Truppen plĂŒndernd durch das Land, sondern trugen nun auch ihre Kriegshandlungen jahrzehntelang im benachbarten MĂŒnsterland aus.

Der Verletzung seiner Territorien durch die feindlichen Truppen beider Seiten hatte das schwache deutsche Reich politisch und militĂ€risch nichts entgegenzusetzen, so dass das FĂŒrstbistum MĂŒnster bei der letztendlich erfolglosen Landesverteidigung auf sich allein gestellt blieb. Zeitgenössische Schilderungen berichten von fortwĂ€hrenden RaubzĂŒgen der NiederlĂ€nder und Spanier nicht nur in der Region Rheine, sondern auch weit darĂŒber hinaus – zum Teil bis in den Paderborner Raum.

Im Jahre 1589 wird von Brandschatzungen in Bentlage und Landersum bei Neuenkirchen berichtet. Im Oktober des gleichen Jahres versuchte ein Trupp von 400 spanischen Soldaten die Stadt Rheine im Handstreich einzunehmen. Die Feinde wurden allerdings rechtzeitig entdeckt und der Überfall misslang. Erbost ĂŒber ihren Misserfolg erschossen die Soldaten vier BĂŒrger der Stadt, brannten zwei vor den Toren liegende HĂ€user nieder und raubten sĂ€mtliche Habe und alles Vieh der außerhalb der Stadtmauern lebenden BĂŒrger.

Spanische Besetzung der Stadt Rheine

Immer wieder versuchten die Spanier in den kommenden Jahren Rheine einzunehmen, scheiterten aber wiederholt an den Befestigungen der Stadt. Im Jahr 1598 setzten die spanischen Truppen zu einer Großoffensive gegen die niederlĂ€ndischen Truppen an und nahmen in diesem Zuge im November und Dezember des gleichen Jahres die meisten StĂ€dte des Stiftes MĂŒnster ein. Auch Rheine fiel und wurde von den Spaniern bis Ostern 1599 besetzt gehalten. Aus dieser Zeit berichten die Chroniken von Brandschatzungen, Raub, Erpressung und fortwĂ€hrenden Übergriffen auf die BĂŒrger nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch in den Dörfern und Bauernschaften des Umlandes. Auch die NiederlĂ€nder hielten in dieser Zeit nicht still und fĂŒhrten ihre eigenen RaubzĂŒge im wehrlosen Stift MĂŒnster durch.

„Die hispanischen Kriegsleute hausten nicht anders als Schelme, Diebe und VerrĂ€ter“, berichtet der zeitgenössische MĂŒnsterische Chronist Melchior Röchell aus dieser Zeit und schreibt weiter: „In Summa ist diesem Stifte, solange es bestanden, kein grĂ¶ĂŸerer Schaden widerfahren als dieser; obwohl es zu Bischof Walravs Zeiten (Anm.: wĂ€hrend der MĂŒnsterschen Stiftsfehde) und spĂ€ter im WidertĂ€uferkriege großen Schaden gelitten, so ist doch derselbe nicht zu vergleichen und es sind nicht so viele arme Leute gemacht worden als in jetziger Zeit.“

Friedensschluss

Erst als im Jahre 1609 ein zwölfjĂ€hriger Waffenstillstand zwischen den Spaniern und NiederlĂ€ndern geschlossen wurde, können Rheine und das Stift MĂŒnster aufatmen. Allerdings wĂ€hrt diese Zeit des Friedens nur allzu kurz: Schon 1618 beginnt der DreißigjĂ€hrige Krieg und bringt erneut Not und Elend ĂŒber die Stadt.

Rheine wĂ€hrend des DreißigjĂ€hrigen Krieges

Nur wenige Jahre Frieden waren den BĂŒrgern der Stadt nach dem vorlĂ€ufigen und zunĂ€chst nur auf zwölf Jahre befristeten Friedensschluss von 1609 zwischen den Spaniern und NiederlĂ€ndern im AchtzigjĂ€hrigen Krieg vergönnt, als 1618 der DreißigjĂ€hrige Krieg ausbrach und in seinen Folgen das weitere Schicksal der Stadt maßgeblich auf Jahrhunderte bestimmte.

Die Stadt zwischen den Fronten

Zum einen ging es in diesem Krieg um den habsburgisch-französischen Gegensatz und den Kampf um die Vormachtstellung in Europa. Nicht zuletzt aber war dieser Krieg aber auch ein Religionskrieg, der innerhalb des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation zwischen der Katholischen Liga und der Protestantischen Union erbittert gefĂŒhrt wurde.

FĂŒr die Stadt Rheine ergab sich zu Beginn des DreißigjĂ€hrigen Krieges die heikle Situation, dass die Stadt als MĂŒnstersche Stiftstadt formell unter der Oberhoheit des katholischen FĂŒrstbistums MĂŒnster stand, in der Stadt selbst aber der Protestantismus fest in der BĂŒrgerschaft verankert war. Am 18. Januar 1618, im Jahr des Kriegsbeginnes, beklagte sich der treu zum Katholizismus stehende Rheiner Pfarrer Schmeddes in einem seiner geheimen Berichte an den FĂŒrstbischof, dass es in seiner Gemeinde keine Vikare, also TrĂ€ger kirchlicher HilfsĂ€mter mehr gebe und unter den acht Ratsmitgliedern mit BĂŒrgermeister nur noch ein Katholischer sei.

Zwar hatte Rheine auch schon Jahre vor dem Kriegsausbruch im Spannungsfeld der konfessionellen GegensĂ€tze zwischen katholisch-fĂŒrstbischöflicher Landeshoheit und protestantisch geprĂ€gter StadtfĂŒhrung gestanden - bislang hatte es dem FĂŒrstbistum aber an Macht gefehlt, um gegen die Stadt vorzugehen und eine dem FĂŒrstbistum gegenĂŒber loyale, katholische StadtfĂŒhrung einzusetzen.

Das Ă€nderte sich, als das FĂŒrstbistum im Jahr 1623 sich der ersten wirklich bedrohlichen Situation des DreißigjĂ€hrigen Krieges ausgesetzt sah.

Erste militĂ€rische Bedrohung des MĂŒnsterlandes

PortrÀt Johann Jakobs von Bronckhorst-Batenburg, genannt Graf von Anholt, aus dem ersten Band von MatthÀus Merians Theatrum Europaeum

Am 25. Oktober 1622 hatte Ernst von Mansfeld, HeerfĂŒhrer der Protestantischen Union, mit seinen Söldnerhaufen den Rhein ĂŒberschritten, war raubend und brandschatzend schnell bis zur Grafschaft Bentheim vorgerĂŒckt und hatte sich bis Mitte 1623 im mĂŒnsterschen Niederstift festgesetzt, von wo aus er das ganze MĂŒnsterland, so auch Rheine, militĂ€risch bedrohte.

Der MĂŒnsterische Bischof KurfĂŒrst Ferdinand bat daraufhin Johann Jakob von Bronckhorst-Batenburg, genannt Graf von Anholt, einer der Unterbefehlshaber des Grafen Tilly von der Katholischen Liga, um militĂ€rischen Beistand.

Der Graf von Anholt setzte dem Hilfsgesuch folgend seine Truppen in Richtung MĂŒnsterland in Marsch. An die StĂ€dte des Stiftes erging von KurfĂŒrst Ferdinand zugleich der Befehl, die Soldaten Anholts einzuquartieren und zu versorgen. Ferdinand erinnerte in seinem Schreiben zugleich daran, welches Unheil zu erwarten sei, wenn Mansfelds Truppen mordend und brandschatzend ungehindert durch das Land zögen. Aber alle StĂ€dte des Stiftes, mit Ausnahme von Werne und Telgte, verweigerten – trotz Androhung schwerer Strafen – die Einquartierung der Anholtschen Truppen.

Rheine verweigert den Gehorsam

Der Galgenbaum – Darstellung von KriegsgrĂ€ueln nach Jacques Callot

Auch Rheine hatte jede Einquartierung abgelehnt. Ein Grund war sicherlich, dass fĂŒr die BĂŒrgerschaft der Stadt ein Söldnerhaufen wie der andere erschien und – ob verbĂŒndet oder verfeindet – sich auch so benahm. Ob katholisch oder protestantisch: An Disziplinlosigkeit, Mord- und Raublust stand kein Söldner dem anderen nach, wie zeitgenössische Quellen berichten. Noch in frischer Erinnerung war den BĂŒrgern der Stadt zudem die Besetzung durch spanische Söldner im Jahr 1598, die der Stadt und ihren Bewohnern schweren Schaden an Leib, Leben und Vermögen zugefĂŒgt hatte.

Zweitens war erst kurz zuvor ein Befehl an die StĂ€dte ergangen, deren Festungswerke aus eigener Kraft und auf eigene Kosten zu verstĂ€rken und sich selbst in Verteidigungsbereitschaft zu versetzen. Ein Befehl, dem auch in Rheine Folge geleistet worden war. Daher fĂŒhlten sich die BĂŒrger in ihren Mauern wahrscheinlich also durchaus sicher. Und nicht zuletzt dĂŒrfte es der dem Protestantismus zugeneigten BĂŒrgerschaft Rheines widerstrebt haben, Truppen der Katholischen Liga in ihren Mauern aufzunehmen.

Trotzdem war die gemeinsam von Rat, Gilden und BĂŒrgermeistern beschlossene Verweigerung des Befehls zur Einquartierung der Truppen Anholts ein großes Risiko, bedeutete sie doch die Verweigerung der Gefolgschaft gegenĂŒber ihrem Landesherrn. RĂŒckblickend dĂŒrfte die BĂŒrgerschaft ihre eigene Macht ĂŒberschĂ€tzt und die StĂ€rke und Schlagkraft der Anholtschen Truppen unterschĂ€tzt haben.

Die Festung Rheine fÀllt

Neben dem Befehl des Bischofs war auch ein kaiserliches Dekret erlassen worden, das den StĂ€dten des Stiftes die Einquartierung der Truppen Anholts diktierte. Aber auch dieses Dekret stimmte die Rheiner BĂŒrgerschaft nicht um, sodass Graf von Anholt schließlich militĂ€risch gegen die Stadt Rheine und die ĂŒbrigen StĂ€dte des Stiftes vorging.

Am 20. Februar 1623 begann die Belagerung der Stadt Rheine. Acht GeschĂŒtze feuerten wĂ€hrend der Nacht insgesamt 145 Kugeln auf die Stadt, wĂ€hrend die Belagerungstruppen bis an den Stadtgraben vorrĂŒckten. Eine zeitgenössische Quelle lobt die Tapferkeit der BĂŒrger bei der Verteidigung ihrer Stadt. „Der Magistrat selbst sei mit Obergewehren trotzig herausgekommen“, heißt es dort, dennoch war der Widerstand der BĂŒrger vergebens. Nachmittags um drei Uhr ergab sich die Stadt den Belagerern und bat um Gnade.

Unmittelbare Folgen der Niederlage

Die Niederlage kam Rheine teuer zu stehen: Statt 200 wurden nun 600 Soldaten in der Stadt einquartiert. Die Versorgung der Truppen kostete die Stadtkasse wöchentlich die Summe von 400 Talern (je nach Quelle und Region betrug im 17. Jahrhundert der Wochenlohn eines Bauarbeiters rund 1 Taler). Die BĂŒrger litten Hunger und obendrein brachen die Pest und die Ruhr in der Stadt aus.

Noch im gleichen Jahr machte das Heer des Grafen Tilly vom 13. bis 19. August 1623 Rast in Rheine und Umgebung. „Das ganze Land war ausgesogen, alles Getreide verbraucht, alles Vieh geschlachtet“, berichtet eine Quelle. Die Verheerungen seien so groß gewesen, „dass nicht ein Zaunpfahl heil geblieben sei“.

Entzug der stÀdtischen Privilegien und Vertreibung der Protestanten

Die hĂ€rteste Bestrafung fĂŒr die Stadt sollte noch folgen. Eine bischöfliche Kommission verhörte BĂŒrgermeister, RĂ€te, Mitglieder der Gilden und kam zu dem Schluss, dass sich die Stadt in ihrer Gesamtheit der Gehorsamsverweigerung schuldig gemacht hatte. Die Ratsherren und BĂŒrgermeister wurden unter Hausarrest gestellt und ihnen verboten, weiterhin die RegierungsgeschĂ€fte der Stadt wahrzunehmen. Im Oktober 1623 wurde in der Stadt ein neuer, rein katholischer, den Weisungen des FĂŒrstbischofs unterworfener Rat eingesetzt. Schließlich entzog der Bischof der Stadt alle Privilegien, EinkĂŒnfte, Rechte und Akzisen und erlegte der BĂŒrgerschaft zusĂ€tzlich eine Strafe von 25.000 Talern auf, die allerdings, da sie auch beim besten Willen nicht aufzubringen war, im Jahre 1625 auf 5.000 Taler ermĂ€ĂŸigt wurde.

Allen protestantischen Einwohnern Rheines, und dies betraf vor allem die wohlhabende FĂŒhrungsschicht der Stadt, wurde vom FĂŒrstbischof eine Frist gesetzt, wĂ€hrend der sie Zeit hatten, entweder den lutherischen Lehren zu entsagen oder die Stadt zu verlassen. Am 25. Mai 1625 zogen 27 protestantische Familien, die sich dem Druck nicht beugen mochten, aus der Stadt aus. Unter ihnen die „wohlhabendsten und angesehensten Familien“, wie eine Chronik schildert, aus deren Mitte sich in der Vergangenheit etliche Ratsherren und BĂŒrgermeister rekrutiert hatten.

Die Stadt verlor so auf einen Schlag beinahe ihre gesamte FĂŒhrungsschicht und hatte unter diesem Verlust noch bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zu leiden.

Im MĂ€rz des Jahres 1632, als der neue katholische Rat seine FĂŒgsamkeit unter der Oberhoheit des FĂŒrstbischofs unter Beweis gestellt hatte, erhielt die Stadt viele ihrer frĂŒheren Privilegien zurĂŒck. Allerdings stand der Magistrat der Stadt unter Aufsicht des Bischofs, der sich ausdrĂŒcklich ein Vetorecht bei allen wichtigen Entscheidungen vorbehielt.

Die hessische Besetzung der Stadt

Nach ihrer Eroberung durch katholische Truppen im Jahr 1623 wurde die Stadt Rheine von den KĂ€mpfen des DreißigjĂ€hrigen Krieges in den kommenden Jahren nur am Rande berĂŒhrt. Zum Kriegsschauplatz wurde die Stadt erneut in den ersten Monaten des Jahres 1633, als die protestantischen Truppen des Landgrafs Wilhelm von Hessen-Kassel in Westfalen einmarschierten und einen großen Teil des Stiftes MĂŒnster besetzten.

Wilhelm V. von Hessen-Kassel

Am 29. August 1633 begann Wilhelm von Hessen-Kassel die Belagerung der Stadt Rheine mit starkem Beschuss aus großkalibrigen Kanonen. Am dritten Tag der Belagerung baten BĂŒrgermeister und Rat der Stadt um Übergabeverhandlungen. Am 4. September erfolgte der Ausmarsch der rund 250 geworbenen, verteidigenden Soldaten aus der Stadt Rheine mit militĂ€rischen Ehren und auch die der Stadt Rheine diktierten Bedingungen werden als „ehrenvoll und milde“ geschildert. Zudem musste die Stadt die Belastungen der Besatzung nicht alleine tragen; auch das Umland wurde zum Unterhalt der Hessen herangezogen.

Die Hessischen Truppen, in ihrer grĂ¶ĂŸten StĂ€rke laut hessischer Kriegsakten aus dieser Zeit zwölf Kompanien stark, scheinen Ă€ußerst diszipliniert gewesen zu sein, wie berichtet wird, und die Stadt hatte unter der Besatzung zunĂ€chst nicht so zu leiden wie unter den Spaniern im AchtzigjĂ€hrigen Krieg oder der Besetzung durch die katholischen Truppen im Jahr 1623. Trotzdem wird auch in dieser Besetzungszeit, vor allem zu deren Ende hin, von großer finanzieller Belastung der Stadt und von Übergriffen der Besatzer auf die BĂŒrger berichtet. Die Kosten der Besatzung und des geraubten Gutes bezifferte die Stadt fĂŒr den Zeitraum vom 4. September 1633 bis zur Befreiung am 25. Januar 1635 mit 69.796 Talern.

Befreiung der Stadt durch bischöfliche Truppen

Ende des Jahres 1634 bot sich den Hessischen Besatzungstruppen die Möglichkeit, ihren Machtbereich im MĂŒnsterland und im Stift MĂŒnster weiter auszudehnen und zu festigen. Anfang Januar 1635 rĂŒckte daher ein großer Teil der Rheiner Besatzungstruppen mit Ziel Coesfeld, Borken, Vreden und anderen Orten aus der Stadt aus. Den bischöflichen Truppen blieb diese SchwĂ€chung der Festung Rheine nicht verborgen, zumal Informanten aus der Stadt Rheine sie ĂŒber die dort herrschen ZustĂ€nde stĂ€ndig auf dem Laufenden hielten.

Die in der Stadt verbliebenen hessischen Verteidiger hatten es nach zeitgenössischem Bericht an Wachsamkeit und Disziplin mangeln lassen und unter anderem versÀumt, die Posten zu kontrollieren und auch die vorgeschriebene Aufeisung der FestungsgrÀben unterlassen.

Eiligst im Stift MĂŒnster mobilisierte Truppen setzten sich in Marsch und erschienen frĂŒhmorgens am 25. Januar vor der Stadt. TatsĂ€chlich fanden sie die GrĂ€ben vereist und die Mauern unbewacht, sodass die bischöflichen Truppen die Befestigungen mit Leitern ĂŒberwinden und unbemerkt in die Stadt eindringen konnten. Es wird berichtet, dass die in der Stadt verbliebenen hessischen Offiziere von einer Hochzeitsfeier am Vorabend noch so betrunken gewesen seien, dass sie kaum zu wecken waren. Von den ĂŒberraschten Verteidigern wurden 150 niedergestochen und 300 gefangen genommen, berichten die zeitgenössischen Chroniken.

Noch am gleichen Tag wurden die Gefangenen und die reich gemachte Beute nach MĂŒnster ĂŒberfĂŒhrt und zur Verteidigung der Stadt 1.500 Soldaten in Rheine zurĂŒckgelassen.

Die weiteren Kriegsjahre

Die Befreiung Rheines von den hessischen Truppen im Jahr 1635 verbesserte die Lage der Stadt und ihrer BĂŒrger nicht. Mit wechselndem Erfolg schlugen sich in den folgenden Jahren die protestantischen, schwedisch-hessischen Truppen in Westfalen und auf dem Gebiet des Stiftes MĂŒnster mit den katholischen kaiserlichen Truppen.

WĂ€hrend all dieser Jahre musste die Stadt die kaiserliche Besatzung erdulden und unterhalten, was wiederum mit großen Kosten verbunden war. Auch aus dieser Zeit berichten die Chroniken von Auseinandersetzungen zwischen den BĂŒrgern und den Besatzungssoldaten.

Ein Kapitel aus dem Leben in Rheine unter der Besatzung dieser Zeit schildert Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen in seinem Roman Der abenteuerliche Simplicissimus (erschienen 1668/69) im dritten Buch, 8. bis 10. Kapitel.

Im Jahre 1637 flammte erneut die Pest unter den Besatzern und BĂŒrgern der Stadt heftig auf. Selbst als im Jahr 1641 die ersten Friedensverhandlungen in den StĂ€dten MĂŒnster und OsnabrĂŒck aufgenommen wurden, Ă€nderte sich fĂŒr die BĂŒrger und die Stadt nichts, da alle Kriegshandlungen unvermindert weitergefĂŒhrt wurden.

Die Zerstörung der Stadt im Jahre 1647 und das Ende des Krieges

Graf Wilhelm von Lamboy

Im September 1647 zog der der kaiserliche General Guillaume de Lamboy aus Ostfriesland ab, wo er hessischen Truppen mehrere StĂŒtzpunkte entrissen hatte, da er erfuhr, dass schwedisch-hessische Truppen unter ihrem General Königsmarck aus Paderborn in Richtung Ostfriesland abmarschiert waren.

In Rheine richtete Lamboy am 15. September 1647 Verteidigungsstellungen gegen den Vormarsch der feindlichen Truppen auf dem Thieberg ein und schlug sein Hauptquartier im Kloster Bentlage auf.

Am 20. September 1647 erschienen die verbĂŒndeten schwedisch-hessischen Truppen unter ihrem General Königsmarck vor der Stadt Rheine und begannen sofort mit ihrem Angriff. In der Nacht vom 20. auf den 21. September ließ Königsmarck glĂŒhende Kugeln in die Stadt werfen. Durch den folgenden Brand wurden in der Stadt laut einem Ratsprotokoll 339 HĂ€user vernichtet.

Am 21. September griff Königsmarck das Hauptquartier der kaiserlichen Truppen im Kloster Bentlage an. Das Kloster wurde in Brand gesetzt und ein großer Teil der GebĂ€ude vernichtet.

Königsmarck legte auf dem WaldhĂŒgel in Rheine eine Stellung an, noch heute als Hessenschanze bekannt, und lieferte sich mit Lamboy auf dem gegenĂŒberliegenden Thieberg wiederholte Gefechte. Am 19. Oktober ließ Königsmarck die Stadt erneut mit glĂŒhenden Kugeln beschießen, wodurch weitere 26 HĂ€user Brand gerieten und nun nahezu die ganze Stadt in Schutt und Asche lag.

Das Beilmannsche Haus am Rheiner Marktplatz gibt Zeugnis vom Stadtbrand 1647.

Noch heute bezeugt das Beilmannsche Haus am Rheiner Marktplatz von der Zerstörung der Stadt. An der Giebelseite finden sich sieben eingemauerte Kanonenkugeln und dazu die folgende Inschrift:

„Anno 1647 den 21. September sein diese Kugeln glĂŒhende vam Feient hir ingeschossen und etliche hundert HĂ€user meir jammerlich vorbrandt. - O Godt bewar doch diß Haus und gib GelĂŒck innen, so dar gehen in und Auß. Soli Deo Gloria“
Ein Flugblatt gibt den Friedensschluss zu MĂŒnster bekannt, der den DreißigjĂ€hrigen Krieg beendet.

Am 30. Oktober zog Königsmarck nach Meppen ab, ohne die Stadt erobert zu haben. Lamboy hob seine Stellungen am 3. November auf. Anstelle seiner Truppen wurden andere Einheiten zur Verteidigung der Stadt einquartiert, die noch zwei Jahre nach dem Ende des DreißigjĂ€hrigen Krieges am 24. Oktober 1648 und dem Abschluss des WestfĂ€lischen Friedens als Besatzung einquartiert blieben.

Die Folgen des Krieges

Ein Rheiner Ratsprotokoll aus dem Jahre 1655 beziffert die Ausgaben der Stadt zum Unterhalt der verschiedenen feindlichen und verbĂŒndeten Besatzungen der Stadt wĂ€hrend des DreißigjĂ€hrigen Krieges, inklusive der Zerstörung der Stadt von 1647, auf 645.625 Reichstaler, 7 Schillinge und zwei Pfennig. AusdrĂŒcklich gibt das Ratsprotokoll an, dass in dieser Summe nicht die SchĂ€den an Leib und Leben der BĂŒrger, die Erpressungen, PlĂŒnderungen und ĂŒbrigen Zerstörungen berĂŒcksichtigt sind.

Die Stadt hatte kurz nach ihrer völligen Zerstörung vom Deutschen Reich und vom FĂŒrstbistum MĂŒnster Hilfe beim Wiederaufbau erbeten; diese blieb aber aus. Der Magistrat der Stadt entsandte daher Bittsteller in die benachbarten Orte und StĂ€dte und sogar bis Bremen, Hamburg und LĂŒbeck, um fĂŒr den Wiederaufbau eine „christliche Beisteuer“ zu erbitten. Spenden scheinen auch geflossen zu sein; trotzdem blieb die Stadt weitestgehend auf sich allein gestellt und benötigte fast ein Jahrhundert, um sich von den Zerstörungen und dem Elend des DreißigjĂ€hrigen Krieges einigermaßen zu erholen.

Die weitere Stadtgeschichte im Abriss

1659 grĂŒndeten Franziskanermönche, seit 1635 in der Stadt ansĂ€ssig, das Gymnasium Dionysianum im damaligen Kloster, dem heutigen Alten Rathaus.

1759 vernichtete ein Brand den Falkenhof und 70 weitere GebÀude.

1803 wurde Rheine Haupt- und Residenzstadt des im Zuge der SĂ€kularisation gegrĂŒndeten FĂŒrstentums Rheina–Wolbeck. Das FĂŒrstentum bestand aus der Stadt Rheine und den Orten Mesum, Emsdetten, Nordwalde, Altenberge, Neuenkirchen, Salzbergen, Schepsdorf und EmsbĂŒren. Es wurde jedoch bereits 1806, mit der Besetzung durch Frankreich, wieder aufgelöst.

1815 kam Rheine zur neugegrĂŒndeten preußischen Provinz Westfalen und wurde im Jahr darauf dem Kreis Steinfurt zugeordnet.

1844, mit dem Bau der ersten mechanisch betriebenen Textilfabrik im MĂŒnsterland, begann in Rheine die Industrialisierung. Die Textilindustrie wird in der Folge zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor, Rheine ein bedeutendes Zentrum der Textilbranche.

1850 werden die Dörfer Altenrheine, Elte, Mesum und Rheine links der Ems in das Amt Rheine eingegliedert.

1855 verbindet die Eisenbahn erstmals Rheine und OsnabrĂŒck (Hannoversche Westbahn) miteinander; 1856 wird die Strecke nach Emden (Emslandstrecke) eröffnet.

1871 gehört auch Rheine zum neu gegrĂŒndeten Deutschen Kaiserreich.

Am 11. August 1899 wird der Dortmund-Ems-Kanal nach siebenjÀhriger Bauzeit fertiggestellt.

1900 bis heute

1919 wird in Rheine der einzige Rangierbahnhof des MĂŒnsterlandes eröffnet. Er wurde 1993 stillgelegt und spĂ€ter abgebrochen.

Am 1. April 1927 werden etwa 10.000 Einwohner des Amtes Rheine (Bentlage, Wadelheim, Dutum usw.) in die Stadt eingemeindet, die Einwohnerzahl erhöht sich auf 29.598, die StadtflÀche wird damit verdreifacht.

In der Zeit der Hitler-Diktatur im Deutschen Reich werden auch aus Rheine jĂŒdische BĂŒrger deportiert. Die Stadt wird mehrfach durch die alliierten Kriegsgegner bombardiert, die Eisenbahnstrecke und der Dortmund-Ems-Kanal stellen strategische Ziele dar. Rheine liegt nach Kriegsende 1945 in der britischen Besatzungszone, wird politisch dem neuen Land Nordrhein-Westfalen zugeordnet und ist danach (1949) eine Stadt in der neuen Bundesrepublik Deutschland.

Hochwassermarken an der EmsmĂŒhle

Am 10. Februar 1946 wird Rheine vom bisher höchsten Emshochwasser betroffen. Große Teile der Stadt wurden ĂŒberschwemmt.

1975 werden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Amtsgemeinden Rheine links und rechts der Ems, Elte und Mesum mit der Stadt Rheine zusammengefasst. Die Einwohnerzahl stieg dadurch auf 71.539.

Am 15. August 2002 feierte die Stadt das 675-jÀhrige JubilÀum der Verleihung des Stadtrechts.

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter und der frĂŒhen Neuzeit hatte Rheine nur einige hundert Einwohner. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in der Stadt eine stĂ€rkeres Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1840 erst 2.380 Menschen in dem Ort, waren es 1925 bereits 18.000. Die Eingemeindung von 1927 brachte einen (statistischen) Bevölkerungszuwachs von etwa 10.000 Einwohnern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichten auch Rheine die großen FlĂŒchtlingswellen aus den deutschen Ostgebieten. Durch die Gemeindegebietsreform wuchs die Bevölkerungszahl von 50.558 im Jahre 1974 auf 71.900 zum 1. Januar 1975. Durch Zuwanderungen aus aller Welt, aus der frĂŒheren DDR und aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion erhöhten sich die Einwohnerzahlen insbesondere nach 1990. Am 30. Juni 2005 betrug die amtliche Einwohnerzahl fĂŒr Rheine bereits 76.374 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern). Damit hat Rheine einen vorlĂ€ufigen Höhepunkt in der Bevölkerungszunahme erreicht. Ein ZuwanderungsrĂŒckgang ist bisher noch nicht festzustellen.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um VolkszĂ€hlungsergebnisse (Âč) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1. Dezember 1840 Âč 2.380
3. Dezember 1855 Âč 2.890
1. Dezember 1871 Âč 3.885
1. Dezember 1885 Âč 5.684
1. Dezember 1890 Âč 7.400
1. Dezember 1900 Âč 10.371
1. Dezember 1905 Âč 12.801
1. Dezember 1910 Âč 14.415
1. Dezember 1916 Âč 13.078
5. Dezember 1917 Âč 13.426
Jahr Einwohner
8. Oktober 1919 Âč 15.726
16. Juni 1925 Âč 17.837
16. Juni 1933 Âč 31.673
17. Mai 1939 Âč 35.081
31. Dezember 1945 32.330
29. Oktober 1946 Âč 32.823
13. September 1950 Âč 40.363
25. September 1956 Âč 43.035
6. Juni 1961 Âč 44.322
31. Dezember 1965 48.710
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 Âč 50.321
31. Dezember 1975 71.539
31. Dezember 1980 71.432
31. Dezember 1985 70.662
25. Mai 1987 Âč 69.348
31. Dezember 1990 70.452
31. Dezember 1995 74.587
31. Dezember 2000 75.886
30. Juni 2005 76.374
31. Dezember 2007 76.546
31. Dezember 2008 76.472

Âč VolkszĂ€hlungsergebnis

Politik

Stadtrat

Die Sitzverteilung im Rathaus nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009[3]:

CDU 20 Sitze (Mehrheitsfraktion)
SPD 15 Sitze
FDP 4 Sitze
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 3 Sitze
Alternative fĂŒr Rheine (AfR) 2 Sitze (entstanden und gegrĂŒndet von zwei Ratsmitgliedern nach deren Austritt aus der Ratsfraktion BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen im Jahr 2010)

BĂŒrgermeister

BĂŒrgermeisterin der Stadt Rheine ist seit 2004 die aus Essen stammende SPD-Politikerin Dr. Angelika Kordfelder. Sie gewann in einer Stichwahl gegen ihren BĂŒrgermeistervorgĂ€nger.

StÀdtepartnerschaften

Die StĂ€dtepartnerschaften werden im Auftrag der Stadt Rheine vom „Verein zur Förderung von StĂ€dtepartnerschaften der Stadt Rheine e. V.“ betreut.

Kultur und Tourismus

Sprache und Dialekt

Rheine liegt im niederdeutschen Kulturraum. Die historische Sprache seiner Bewohner ist das MĂŒnsterlĂ€nder Platt (mönsterlĂ€nner platt), ein westfĂ€lischer Dialekt des NiedersĂ€chsischen, im allgemeinen Sprachgebrauch platt oder plattdeutsch (plattdĂŒĂŒtsch) genannt. Bis zum Zweiten Weltkrieg war dies die Sprache, die die meisten Kinder zu Hause zuerst erlernten und danach erst allmĂ€hlich die hochdeutsche Amtssprache. Das „Hochdeutsche” war fĂŒr die Bewohner der damals stark landwirtschaftlich geprĂ€gten Region fast wie eine Fremdsprache, die sie nur schwer aussprechen konnten und in der Schule mĂŒhsam erlernen mussten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zuzug vieler FlĂŒchtlinge aus dem Osten sowie nur hochdeutsch kommunizierender Menschen wurde die Sprache der Einheimischen noch stĂ€rker bedrĂ€ngt. Mittlerweile ist Hochdeutsch die mehrheitlich gesprochene Umgangssprache in der Stadt und ihrer Umgebung; Der örtliche Dialekt wird zwar noch von der einheimischen Ă€lteren Generation gesprochen (se kĂŒert up platt), aber kaum noch an die nachfolgenden Generationen als Muttersprache weitergegeben und daher stark vom Aussterben bedroht.

„Dat mönsterlĂ€nsk Platt is een westfÀölskt Dialekt van nedderdĂŒĂŒtsch un neddersĂ€ssisch, we int Mönsterland kĂŒert wĂ€rt. Et giw twee Formen, dat mönsterlĂ€nskt sölw un dat westmönsterlĂ€sk Platt. Sunnerheten sind Diphthongen Ă€s t.B. uo,ĂŒĂ¶,uĂ« un ao. Dat ao is aower egentliks een sölwstaoende Buukstaow, we tĂŒschen dat aa un dat oo lig, also dat is, wat int Austfreeske wul Ă„Ă„ is. Bes ton tweden WiĂ€ldkrieg was dat mönsterlĂ€sk Platt de Spraok, we de meesten Kinner to Huus toeerst lernt hĂ€bt, men danao wuord dat all meer dat HaugdĂŒĂŒtsk.
In Rheni doa wet aals tosammen kĂŒert un see sĂ€ch to de uutwĂ€rtigen lĂŒe: „Kiek bie us Ă€s wier drin, wie hĂ€bt wat to iĂ€tten en to drinken en wie kĂŒent chuet fiern und hĂ€bt doabie spoaß un use wichter un jungs, jauh, de kĂŒernt noch up platt kĂŒern.“

– Up plattdĂŒĂŒtsch

Bauwerke und Museen

Mehrere historisch bedeutende Bauwerke bereichern das Stadtbild Rheines. Manche der GebÀude werden heute als Museen genutzt.

Im Norden der Stadt liegt das Naherholungsgebiet Bentlager Wald, das mit dem Kloster Bentlage, der Saline Gottesgabe, einer Tanzlinde und dem NaturZoo Rheine mehrere SehenswĂŒrdigkeiten in eine Kulturlandschaft einbettet. Im Vorfeld der Regionale 2004 wurde fĂŒr das Erholungsgebiet ein Programm unter dem Namen Bentlager Dreiklang entwickelt, um Besuchern die SehenswĂŒrdigkeiten zugĂ€nglich zu machen. Es werden drei RundgĂ€nge angeboten, die Kulturroute, die Salzroute und die Naturroute, welche unter fachlicher FĂŒhrung stattfinden.

Kloster/Schloss Bentlage

Kloster/Schloss Bentlage

Das Kloster Bentlage wurde 1437 von BrĂŒdern des Kreuzherrenordens gegrĂŒndet und 1645 vollendet. Wegen seiner im Lauf der Jahrhunderte wechselnden Nutzung wird das Anwesen heute Kloster/Schloss Bentlage genannt. Das Kloster kann auf der Kulturroute des Bentlager Dreiklangs unter FĂŒhrung besichtigt werden.

1803 gelangte das Kloster im Zuge der SĂ€kularisation in das Eigentum des neu gegrĂŒndeten FĂŒrstentums Rheina-Wolbeck. Dieses existierte jedoch nur drei Jahre lang, so dass das Kloster bereits 1806 auf die Adelsfamilie Looz-Coswarem ĂŒberging. Diese baute das Kloster zu ihrer Schlossresidenz aus, was sich heute in dem Doppelnamen niederschlĂ€gt.

Die Stadt Rheine erwarb das im Bentlager Wald gelegene Gut im Jahr 1978. 1990 begannen die Wiederaufbauarbeiten, welche im Jahr 2000 abgeschlossen werden konnten.

Heute dient das Kloster unter anderem als Museum. Im OstflĂŒgel sind Gebrauchs- und LuxusgegenstĂ€nde der ehemaligen Bewohner des Klosters ausgestellt. PrunkstĂŒck der Ausstellung sind zwei spĂ€tmittelalterliche Reliquienschreine, die in ihrem Erhaltungszustand einmalig im deutschsprachigen Raum sind.

In der „WestfĂ€lischen Galerie“ im Dachgeschoss des OstflĂŒgels kann die Entwicklung der Moderne in Westfalen seit 1900 nachvollzogen werden. Arbeiten von Expressionisten wie Wilhelm Morgner, Peter August Böckstiegel oder Carlo Mense laden neben Vertretern des Bauhaus den Betrachter zum Verweilen ein. Wechselnde Exponate aus der Zeit nach 1945 stellen einen Bezug zur Gegenwart her.

Das Kloster beherbergt darĂŒber hinaus die GeschĂ€ftsstelle der 1956 ebenda gegrĂŒndeten EuropĂ€ischen MĂ€rchengesellschaft. Diese stellt sich nach § 1 ihrer Satzung die Aufgabe, „die MĂ€rchenforschung zu unterstĂŒtzen sowie das MĂ€rchengut aller Völker zu pflegen und zu verbreiten, um damit zur Begegnung und zur VerstĂ€ndigung der Menschen untereinander beizutragen.“ [4] Die Gesellschaft unterhĂ€lt im NordflĂŒgel des Klosters eine Spezialbibliothek zum Thema MĂ€rchen.

Das Kloster Bentlage wird durch eine gemeinnĂŒtzige stĂ€dtische Tochtergesellschaft, der Kloster Bentlage gGmbH, betrieben. Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer bildender Kunst. JĂ€hrlich prĂ€sentieren in etwa 12 Ausstellung renommierte internationale KĂŒnstler ihr Schaffen. Ein umfangreiches Kulturprogramm aus den Sparten klassischer Musik, Literatur, und Wissenschaft runden das Programm ab. JĂ€hrlich nutzen etwa 50.000 Besucher die zahlreichen kulturellen Angebote.

Saline Gottesgabe

Saline Gottesgabe

In Bentlage wurde bereits seit 1022 Salzgewinnung betrieben, die erste urkundliche ErwĂ€hnung der Saline Gottesgabe stammt aber erst aus dem Jahr 1439. Die Saline ist technisches Denkmal und befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Kloster Bentlage. Sie kann auf der Salzroute des Bentlager Dreiklangs unter FĂŒhrung besichtigt werden.

Zwischen 1437 und 1577 wurde die Saline von den Kreuzherren betrieben. Durch Vertrag vom 5. August 1577 wurde die Salzgewinnungsanlage auf die Familie von Velen lehensweise ĂŒbertragen. Dieser gelang es aber zunĂ€chst nicht, mit der Saline Gewinne zu erwirtschaften. Im Jahr 1590 wurde die Saline durch königlich-spanische Truppen erstmals zerstört, die aus den Niederlanden kommend nach Westfalen vorrĂŒckten.

Zwischen 1603 und 1614 erlebte die Saline unter der FĂŒhrung Alexander von Velens dann eine Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs, finanziert durch fĂŒnf wohlhabende Rheiner BĂŒrger. Alexander von Velen war es auch, der der Saline den Namen Gottesgabe verlieh, nachdem er auf neue Salzquellen hoher Lötigkeit gestoßen war. Nach 1614 folgte jedoch ein erneuter wirtschaftlicher Niedergang, der durch einen Mangel an Feuerungsmitteln und anderen Rohstoffen ausgelöst wurde.

Im DreißigjĂ€hrigen Krieg wurde die Saline erneut schwer beschĂ€digt. Schwedische Truppen unter dem Befehl von General von Königsmarck brannten 1647 das Kloster nieder und ĂŒberfielen auch die Saline. In der Folgezeit wurde diese zwar durch die Familie von Velen fortgefĂŒhrt, wegen der SchĂ€den und aus Geldmangel konnten aber keine Gewinne lukriert werden. Dies fĂŒhrte im Jahr 1735 zum Entzug des Lehens durch den damaligen FĂŒrstbischof von MĂŒnster, Clemens August.

Der FĂŒrstbischof betrieb stattdessen selbst die Reetablierung der Salzgewinnung, was am 23. Dezember 1743 zur GrĂŒndung der MĂŒnsterschen Salinen-SocietĂ€t fĂŒhrte. Diese besaß unter anderem die VerfĂŒgungsrechte ĂŒber sĂ€mtliche Solequellen in Bentlage. Unter der Anleitung des fĂŒrstbischöflichen Baumeisters Johann Conrad Schlaun und des Salzfachmannes und Freiherrn Joachim Friedrich von Beust wurde die Saline in den Folgejahren grundlegend modernisiert. Dabei wurde auch das Gradierwerk auf eine GesamtlĂ€nge von fast 300 Metern ausgebaut, womit die Saline Gottesgabe das Ă€lteste Bauwerk dieser Art in Westfalen darstellt.

Die Salzgewinnung entwickelte sich das gesamte 18. Jahrhundert hindurch profitabel. 1753 schĂŒttete die SocietĂ€t erstmals eine Dividende in Höhe von 50 Reichstalern per Anteilsschein aus. 1890 wurde zusĂ€tzlich zur Salzgewinnung der Bade- und Kurbetrieb aufgenommen. Der Badebetrieb wurde bis 1975 aufrechterhalten. Die Salzgewinnung wurde bereits 1952 eingestellt.

Im Zuge der Regionale 2004 wurde der Salinenpark neu gestaltet, er ist Teil des European Garden Heritage Network. In der NĂ€he der Saline befindet sich das im Jahr 2005 als Josef Winckler Museum neu eröffnete Geburtshaus Josef Wincklers. Die Ausstellung zeigt GegenstĂ€nde aus dem Leben des Schriftstellers und informiert ĂŒber sein Wirken.

Falkenhof (Stadtmuseum)

Falkenhof

Das fĂŒr Rheine vielleicht bedeutendste Bauwerk ist der Falkenhof, die sogenannte Keimzelle der Stadt. Das Bau- und Bodendenkmal aus dem 9. Jahrhundert beherbergt heute das Stadtmuseum. Die Ausstellung ist in die drei Bereiche Stadtgeschichte, Grafikkabinett und Kasimir-Hagen-Sammlung unterteilt.

Der Bereich Stadtgeschichte zeigt neben Funden aus der Vor- und FrĂŒhgeschichte vor allem Exponate aus der oftmals kriegerischen Vergangenheit der Stadt. RĂŒstungen und Waffen, etwa aus der Zeit des DreißigjĂ€hrigen Krieges, dokumentieren die Wehrgeschichte Rheines. DarĂŒber hinaus ist dieser Teil der PrĂ€sentation lokalen KĂŒnstlern gewidmet, zu denen auch ĂŒberregional bekannte Namen wie Carlo Mense und Joseph Krautwald zĂ€hlen.

Die Kasimir-Hagen-Sammlung, benannt nach dem Kölner Kunstsammler Kasimir Hagen, beinhaltet GemĂ€lde des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Skulpturen des 15. bis 19. Jahrhunderts. 1964 wurden der Stadt die ersten StĂŒcke dieser Sammlung ĂŒberlassen, ehe im Jahr 1987 weitere Exponate aus Bonn hierher ĂŒberfĂŒhrt wurden.

Das Grafikkabinett geht ebenfalls auf die StiftungstĂ€tigkeit Kasimir Hagens zurĂŒck. Die mehr als tausend Objekte umfassende Sammlung beinhaltet unter anderem Arbeiten von so bekannten KĂŒnstlern wie Albrecht DĂŒrer, Francisco de Goya, Pablo Picasso und Max Liebermann.

Kirchen

links St. Dionysius, rechts St. Antonius.

Zahlreiche Kirchen prĂ€gen das Gesicht der Stadt. Die Ă€lteste von ihnen ist die katholische Kirche St. Dionysius, welche im historischen Stadtkern gelegen und im Gleichlauf mit dem Falkenhof entstanden ist. Die katholische Kirche St. Antonius (rechts der Ems), im neoromanischen Stil erbaut von 1899–1905, ĂŒberragt mit dem höchsten Kirchturm Westfalens (102,5 m) alle anderen GebĂ€ude der Stadt und ist weithin sichtbar.

Sonstige

Gefallenendenkmal HĂŒnenborg, Rheine

Im gesamten Stadtgebiet finden sich weitere SehenswĂŒrdigkeiten. Zu nennen sind etwa der Alte Friedhof, angelegt zwischen 1806 und 1835, ferner das Gymnasium Dionysianum, welches eine Komposition von klassischer und moderner Architektur verkörpert sowie zahlreiche GebĂ€ude von August Reinking, die vornehmlich im Innenstadtbereich erbaut wurden. Auf dem Thieberg wurde in den 1920er Jahren die HĂŒnenborg errichtet, ein monumentales Denkmal fĂŒr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Ein Getreidespeicher von 1936, direkt an der Ems gelegen, zeigt eine großflĂ€chige Darstellung eines SĂ€mannes bei der Arbeit.

Sport und Freizeit

Der bekannteste Fußballverein der Stadt Rheine ist der FC Eintracht Rheine. Er belegt momentan in der Saison 2009/10 einen Tabellenplatz in der Westfalenliga. Die höchste in der der FC Eintracht Rheine je gespielt hat ist die NRW-Liga. Außerdem spielt die Unterwasserrugby-Mannschaft des SV Rheine in der 1. Bundesliga West und ist somit die einzige Mannschaft Rheines, die in der höchstmöglichen Spielklasse antritt.

NaturZoo Rheine

NaturZoo Rheine, Eingangsbereich

Beliebtes Freizeitziel ist der NaturZoo Rheine, in unmittelbarer NĂ€he zur Saline Gottesgabe und dem Kloster Bentlage gelegen. Er wurde 1936 unter dem Namen Heimattiergarten Bentlage gegrĂŒndet und 1937 eröffnet. Der NaturZoo kann auf der Naturroute des Bentlager Dreiklangs unter FĂŒhrung besichtigt werden.

Der Tierpark beheimatete im Jahr 2006 etwa 1000 Tiere einhundert verschiedener Arten. Darunter finden sich neben einheimischen, freifliegenden Weißstörchen vor allem verschiedene Affenarten.

1974 wurde in Rheine der erste begehbare Affenwald Deutschlands eröffnet. Heute umfasst die im Wald lebende Kolonie von Berberaffen 20 bis 30 Tiere. Der NaturZoo unterhĂ€lt auch das weltweit grĂ¶ĂŸte Zuchtprogramm fĂŒr Blutbrustpaviane, eine vom Aussterben bedrohten Art.

Der Name NaturZoo soll darauf hinweisen, dass der Zoo kein „herkömmlicher“ Tierpark ist. Der Zoo ist darum bemĂŒht, durch Naturlehrpfade und Schulungen das VerstĂ€ndnis der Besucher fĂŒr die Natur und ihre ZusammenhĂ€nge zu schĂ€rfen. Weiter ist man bemĂŒht, die Anlagen ökologisch vertrĂ€glich zu betreiben. So werden die AbwĂ€sser teilweise pflanzlich gefiltert und dadurch gereinigt.

Des Weiteren versucht der Zoo, den Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Zu diesem Zweck wurden im Vorfeld der Regionale 2004 mehrere Gehege erneuert und erweitert. Der NaturZoo Rheine sieht sich dennoch Àhnlicher Kritik ausgesetzt wie andere Tierparks auch.

Radfahren und Wandern

Bahntrassenradweg „Schlossallee“ von Rheine nach Coesfeld

FĂŒr Radfreunde stellt der Emsauenweg ein lohnendes Ziel dar. Der 115 km lange Radwanderweg verlĂ€uft seit 2004 von Warendorf durch das MĂŒnsterland nach Rheine. 2005 wurde der Weg zur Radroute des Jahres in Nordrhein-Westfalen gewĂ€hlt.

Der Emsauenweg ist Teil des Emsradweges, welcher von Paderborn nach Emden fĂŒhrt. Seit 2007 lĂ€sst sich der Emsauenweg mit dem Werseradweg zu einem Rundkurs verbinden. Der Radwanderweg berĂŒhrt die Bahnhöfe Warendorf, Telgte, Greven, Emsdetten und Rheine und ermöglicht es so, die Wegstrecke der eigenen LeistungsfĂ€higkeit anzupassen.

Entlang der Route werden Informationen ĂŒber die vier Themenbereiche Landschaftsgeschichte, Kulturgeschichte, Naturlandschaft und Projekte der Regionale 2004 vermittelt.

Weitere Rad- und Wanderwege sind die 100-Schlösser-Route, ein insgesamt ĂŒber 2000 km langer Radwanderweg durch das MĂŒnsterland, der am Kloster Bentlage und dem Falkenhof vorbeifĂŒhrt; die Dortmund-Ems-Kanal-Route von 350 km LĂ€nge; die Aa-Vechte-Tour, ein Radwanderweg zwischen Aa und Vechte; die Ems-Heide-Weide-Tour sowie der Hermannsweg, ein 156 km langer Wanderweg, der in Rheine beginnt und ĂŒber den Kamm des Teutoburger Waldes am Hermannsdenkmal entlangfĂŒhrt.

Der Bahntrassenradweg „Schlossallee“ auf der ehemaligen Bahnstrecke Rheine-Coesfeld ist zur Zeit in Bau und schon von Rheine/Hauenhorst bis Burgsteinfurt fertiggestellt und befahrbar. Entlang der Strecke sind noch BahngebĂ€ude erhalten. Im Bahnhof St. Arnold kann man mit einer Draisine fahren.

Sport

Viele Sportvereine haben ihren Sitz in Rheine. Im Fußball zĂ€hlen bei den Damen der FFC Heike Rheine, der in der Saison 2008/09 in der Regionalliga West spielt, und bei den Herren der Westfalenligist FC Eintracht Rheine zu den erfolgreichsten Vereinen. Die Mitglieder des TV Jahn Rheine 1885 e. V. ertĂŒchtigen sich auf dem mit 6.000 mÂČ grĂ¶ĂŸten Sportpark des MĂŒnsterlandes in vielen unterschiedlichen Sportarten. Dazu kommt noch der DJK Amisia Rheine 1926 e.V. Die Ems nutzen drei Kanuvereine (KC Rheine, PCE Rheine und der WSV Rheine) und ein Ruderverein (RHTC Rheine) zum Training und zum Wettkampf. Seit 1996 besteht der Golfsportclub „Gut Winterbrock“ in Mesum mit 18-Loch Championsplatz und einer öffentlichen 9-Loch-Anlage.

Die Stadt unterhĂ€lt unter anderem das Mehrzweckstadion Jahnstadion, SpielstĂ€tte des FFC Heike Rheine sowie des Footballvereins Rheine Raptors und das Fußballstadion Delsen, SpielstĂ€tte des FCE. Ferner gibt es zwei HallenbĂ€der, ein Freibad sowie eine Eissporthalle, Letztere befindet sich in privater TrĂ€gerschaft. Seit dem Sommer 2008 verfĂŒgt die Hockeyabteilung des RHTC Rheine ĂŒber einen Kunstrasenplatz direkt an der Ems. Hinzu kommen zahlreiche kleinere Anlagen.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

  • Ausstellung der Krippe in der St. Antonius – Basilika
  • EmsFestival
  • Kinderflohmarkt, grĂ¶ĂŸter Kinderflohmarkt Deutschlands
  • Rheiner Herbstkirmes (3. Wochenende im Oktober)
  • Rheiner Honky Tonk (Kneipenfestival)
  • Rheiner Orgelsommer (Konzertreihe)
  • Rosenmontagsumzug
  • Trossekult Open Air in Mesum am ersten Samstag im September
  • Straßenparty im September
  • Weihnachtsmarkt
  • Elefantenrennen im September (Kanadierrennen fĂŒr Amateure)
  • Wein & Braufest
  • Rheiner Channel Triathlon
  • Kinderkochfestival

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

2005 waren in Rheine 22.768 sozialversicherungspflichtig beschĂ€ftigte Arbeitnehmer registriert. Davon entfielen auf das verarbeitende Gewerbe 35,3%; auf Dienstleistungen 24,6%; auf Handel, Banken, Verkehr und Nachrichten 22,3%; auf die Gebietskörperschaften und Sozialversicherungen 11,2%; auf das Baugewerbe (incl. Bauhilfsgewerbe) 5,6 % und auf die Land- und Forstwirtschaft ≀ 1 %. Die Arbeitslosenquote lag Ende August 2010 bei 6,1 Prozent, das entspricht 3683 Menschen ohne Arbeit.

Seit dem Jahr 2010 wurde das zentrumsnahe GelĂ€nde des ehemaligen Rangierbahnhofs saniert. Ein Teil der FlĂ€che wird kĂŒnftig als Gewerbegebiet genutzt werden, der direkt am Bahnhof gelegene Teil fĂŒr Dienstleistungs- und BĂŒrostandorte. Der grĂ¶ĂŸte staatliche Arbeitgeber ist neben der Stadt derzeit (2011) noch die Bundeswehr (etwa 1600 Bedienstete, hauptsĂ€chlich Heeresflieger). Am 26. Oktober 2011 gab das Bundesministerium der Verteidigung bekannt, den Standort Rheine auf etwa 120 Dienstposten verkleinern zu wollen. Das Transporthubschrauberregiment 15 und das Kraftfahrtausbildungszentrum Rheine sollen aufgelöst werden. Damit verringert sich die Bedeutung der Bundeswehr als Arbeitgeber fĂŒr die Stadt weiter zugunsten privater Unternehmen. An bekannten privaten Unternehmen sind in Rheine angesiedelt die apetito AG, ein Hersteller von TiefkĂŒhlprodukten, die KTR Kupplungstechnik GmbH sowie das Maschinenbauunternehmen Windhoff Bahn- und Anlagentechnik und die Hardy-Schmitz-Gruppe. Des Weiteren hat die Zentrale der Volksbank NordmĂŒnsterland eG ihren Sitz in Rheine.

Im Jahr 2011 wurde Rheine zusammen mit Greven als "Logistikstandort des Jahres in NRW" ausgezeichnet[5]. Grund fĂŒr die Auszeichnung waren die hohe Arbeitsplatzdichte im Logistikbereich sowie die gute Verkehrsanbindung: Im Norden der Stadt liegt das Industriegebiet GĂŒterverkehrszentrum Rheine mit Anbindung an die A 30, daneben verfĂŒgt Rheine ĂŒber gute Anbindungen an das Schienennetz sowie an mehrere Wasserstraßen. Auch der Flughafen MĂŒnster/OsnabrĂŒck ist nicht weit entfernt.

Die Stadt fördert die Entwicklung neuer und nachhaltiger Technologien, insbesondere durch KMU. 1992 wurde das Transferzentrum fĂŒr angepasste Technologien (TaT) eröffnet. Dieses dient der Entwicklung und praktischen Umsetzung angepasster Technologien, im Jahr 2006 waren auf dem GelĂ€nde 27 Unternehmen ansĂ€ssig. Das TaT ist zugleich AusstellungsflĂ€che – zahlreiche GebĂ€ude wurden unter Verwendung innovativer Techniken errichtet. So finden sich vor Ort eine Windenergieanlage, NiedrigenergiehĂ€user, ein Drehsolarhaus und weitere Anwendungsbeispiele. Das TaT versorgt sich zum Teil selber mit Energie. Zur Fortbildung unterhĂ€lt es ein Seminarzentrum.

Rheine liegt im Förderbereich der EUREGIO, die grenzĂŒberschreitende Projekte im deutsch-niederlĂ€ndischen Grenzgebiet fördert.

OrtsansĂ€ssige Tageszeitungen sind die MĂŒnsterlĂ€ndische Volkszeitung und die MĂŒnstersche Zeitung. Als Wochenzeitungen erscheinen der „Rheiner Anzeiger“, der „Rheiner Report“ und die „Wir in Rheine“. Seit 2011 berichtet der Internetfernsehsender „herein.tv“ tĂ€glich ĂŒber das Geschehen in Rheine. Monatlich erscheinende Publikation ist das Stadtmagazin „plan b - Stadtmagazine“. Der WDR unterhĂ€lt ein KorrespondentenbĂŒro, das ĂŒberörtliche Radio RST hat in Rheine seine Redaktion und Sendezentrale.

Der Westdeutsche Rundfunk betreibt ein Regionalstudio in Rheine, das ein (Radio-)Programm fĂŒr den Kreis Steinfurt sendet und der tĂ€glichen Fernsehsendung „Lokalzeit MĂŒnsterland“ zuarbeitet.

Bildung

Rheine ist Hochschulstandort. Die Mathias Hochschule Rheine ist eine staatlich anerkannte Fachhochschule in privater TrĂ€gerschaft. Die StudiengĂ€nge decken die Fachrichtungen Pflegedienste, Wirtschaft und Technik ab. Ferner unterhĂ€lt die FernuniversitĂ€t Hagen in Rheine ein Studienzentrum und in der Stadt hat ein Studienseminar seinen Sitz. Berufsqualifizierende AbschlĂŒsse können ferner an mehreren Berufskollegs erworben werden (Alte Michaelsschule Rheine, StĂ€dtische KaufmĂ€nnische Schulen Rheine mit gymnasialer Oberstufe, Josef-Pieper-Schule/Bischöfliches Berufskolleg, StĂ€dtische KaufmĂ€nnische Schulen/Berufskolleg und Private Handelsschule Middendorf).

Rheine verfĂŒgt ĂŒber sechzehn Grundschulen (Annetteschule, Bodelschwingschule, Canisius-Grundschule, Diesterwegschule, Edith-Stein-Grundschule, Johannesschule (Mesum), Franziskusschule (Mesum), Gertrudenschule, Johannesschule, Kardinal von Galen Grundschule, Konradschule, Ludgerusschule, Marienschule (Hauenhorst), Michaelschule Rheine und SĂŒdesch-Grundschule,Paul-Gerhardt Grundschule), jeweils drei Haupt- (Don-Bosco Hauptschule, Elisabethschule und Overbergschule) und Realschulen (Elsa-BrĂ€ndström-Realschule, FĂŒrstenbergrealschule, Abendrealschule Rheine), eine Gesamtschule (Euregio Gesamtschule Rheine) sowie ĂŒber drei regulĂ€re Gymnasien (Gymnasium Dionysianum, Emsland-Gymnasium und Kopernikus-Gymnasium) und ein Abendgymnasium (Abendgymnasium MĂŒnster, Standort Rheine). In den vergangenen Jahren wurden zum Teil erhebliche Investitionen in Neubauprojekte an den Schulen getĂ€tigt. So wurden bzw. werden insbesondere die weiterfĂŒhrenden Schulen mit Mensen ausgestattet. VervollstĂ€ndigt wird das Schulangebot durch eine Reihe von Förderschulen fĂŒr SchĂŒler mit besonderen BedĂŒrfnissen (Christophorusschule, GrĂŒterschule und Peter-Pan-Schule/ehm. Wilhelm-Busch-Schule).

Die Volkshochschule Rheine bietet Fortbildungskurse fĂŒr alle Altersgruppen an.

Verkehr

Die Stadt ist an eine Vielzahl regionaler und ĂŒberregionaler Verkehrsnetze angebunden.

Straßenverkehr

Mehrere AnschlĂŒsse an die Bundesautobahn A 30 gewĂ€hrleisten die Anbindung Rheines an das Fernstraßennetz. Die Autobahn stellt eine schnelle Verbindung zur A 31 und zur A 1 her, OsnabrĂŒck und die Niederlande sind jeweils nur eine halbe Autostunde entfernt. Die Auf/Abfahrten fĂŒhren zum Teil direkt in die Gewerbegebiete der Stadt.

Die nĂ€here Umgebung wird durch die Bundesstraßen B 65 (Niederlande – Rheine), B 70 (Wesel – Rheine – Emden), B 475 (Rheine – Warendorf – Soest) und B 481 (Rheine – MĂŒnster) erschlossen.

Schienenverkehr

Bahnhof Rheine

Der Bahnhof Rheine wurde errichtet im Rahmen des Baus der Hannoverschen Westbahn. Er liegt des Weiteren an der Bahnstrecke MĂŒnster–Rheine, sowie an den teilweise bis vollstĂ€ndig stillgelegten Strecken Rheine–Ochtrup und Duisburg–QuakenbrĂŒck.

Er wird im Schienenpersonenfernverkehr

  • von der IC-Linie 35 Norddeich Mole–MĂŒnster (Westf)–Köln–Koblenz–Luxembourg und
  • von der IC-Linie 77 Amsterdam–OsnabrĂŒck–Hannover–Berlin Hbf (–AngermĂŒnde–Stettin) sowie

im Schienenpersonennahverkehr

  • vom RE 7 Rhein-MĂŒnsterland-Express: Rheine–MĂŒnster (Westf)–Hamm (Westf)–Hagen–Wuppertal–Köln–Neuss–Krefeld
  • vom RE 15 Emsland-Express: MĂŒnster (Westf)–Rheine–Lingen–Leer–Emden
  • vom RE 60 Ems-Leine-Express: Rheine–OsnabrĂŒck–Hannover–Braunschweig
  • von der RB 65 Ems-Bahn: Rheine–MĂŒnster (Westf)
  • von der RB 68 Emsauen-Bahn: MĂŒnster (Westf)–Rheine (Westf)-Salzbergen und
  • von der RB 61 Wiehengebirgs-Bahn: Bad Bentheim–Rheine–OsnabrĂŒck–Herford–Bielefeld

bedient.

DarĂŒber hinaus gibt es den Bahnhof Rheine-Mesum an der Strecke nach MĂŒnster, der ĂŒberwiegend von der RB 65 bedient wird.

FĂŒr den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft MĂŒnsterland und tarifraumĂŒberschreitend der NRW-Tarif. In den RegionalzĂŒgen nach Niedersachsen gilt auch das Niedersachsen-Ticket.

Speziell fĂŒr den GĂŒterverkehr ist das GĂŒterverkehrszentrum Rheine mit einer Umschlaganlage fĂŒr den kombinierten Ladungsverkehr errichtet worden. Dieses verfĂŒgt ĂŒber einen Portalkran mit einer TragfĂ€higkeit von 37,5 t, eine Fahr- und Ladespur von je 300 m LĂ€nge, AbstellflĂ€chen mit Energieversorgung und SonderabstellflĂ€chen fĂŒr Gefahrguttransporte und Spezialtransporte. Die Verladezeit pro Einheit betrĂ€gt 5 bis 10 Minuten. Die Anlage ist von einem 75 ha großen Gewerbegebiet umgeben und liegt direkt an der A 30.

Rheine hatte in seiner Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt ein eigenes Bahnbetriebswerk. Es gelangte in den 1970er Jahren zu BerĂŒhmtheit, da dort bis zum Dampflokabschied 1977 die letzten Dampflokomotiven Westdeutschlands beheimatet waren.

Busverkehr

Im Straßenpersonennahverkehr wird die Stadt ĂŒber ein Stadtbussystem mit 12 Linien (C1 – C12, sternförmig im Uhrzeigersinn) erschlossen. Alle Linien beginnen am Bustreff in BahnhofsnĂ€he. Es bestehen durchgehende Verbindungen in alle Stadtteile durch die VerknĂŒpfung von jeweils zwei LinienĂ€sten. Mehrere Regionalbuslinien in die angrenzenden StĂ€dte und Gemeinden verkehren in Rheine.

Luftverkehr

Rheine liegt etwa 25 km vom internationalen Flughafen MĂŒnster/OsnabrĂŒck (EDDG) entfernt, der ĂŒber die B 481 zu erreichen ist. In Rheine-Eschendorf befindet sich ferner auch ein Verkehrslandeplatz mit einer 800 m langen Startbahn und Landebahn (EDXE). DarĂŒber hinaus ist der Heeresflugplatz (ETHE) im nordwestlichen Rheine-Bentlage Heimat des Mittleren Transporthubschrauberregiment 15.

Schiffsverkehr

Auf dem Wasserweg ist die Stadt fĂŒr Transportschiffe ĂŒber den Dortmund-Ems-Kanal zu erreichen, eine Abzweigung zum Mittellandkanal liegt etwa 10 km stadtauswĂ€rts. Die Ems ist in Rheine nur fĂŒr leichte Personenschifffahrt geeignet.

Justiz

In Rheine haben ein Amtsgericht (LG-Bezirk MĂŒnster, OLG-Bezirk Hamm) und ein Arbeitsgericht ihren Sitz.

Persönlichkeiten

Politiker und Abgeordnete

Einzelnachweise

  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ↑ Martin BĂŒnermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  3. ↑ Homepage der Stadt Rheine Abgerufen am 18. April 2011
  4. ↑ Satzung der EuropĂ€ischen MĂ€rchengesellschaft e. V. vom 26. September 2002
  5. ↑ Meldung auf der Seite des Logistikcluster NRW

Weblinks

 Commons: Rheine â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • Rheine — Saltar a navegaciĂłn, bĂșsqueda BasĂ­lica de San Antonio. Rheine es una ciudad alemana en el distrito de MĂŒnster en Renania del Norte Westfalia, situada a orillas del rĂ­o Ems ( 
   Wikipedia Español

  • Rheine — Rheine 
   WikipĂ©dia en Français

  • Rheine — Rheine,   Stadt im Kreis Steinfurt, Nordrhein Westfalen, 40 m ĂŒber dem Meeresspiegel im nördlichen MĂŒnsterland an der Ems (und am Dortmund Ems Kanal), 75 000 Einwohner; Fachschule fĂŒr Sozial und HeilpĂ€dagogik, Studienzentrum der FernuniversitĂ€ 
   Universal-Lexikon

  • Rheine — (R. links der Ems), Hauptstadt der Standesherrschaft Rheina Wolbeck (s. d.), im preuß. Regbez. MĂŒnster, Kreis Steinfurt, an der Ems, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien MĂŒnster Emden, Dorsten QuakenbrĂŒck u. a., hat eine evangelische und 2 kath.… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Rheine — Rheine, Stadt im preuß. Reg. Bez. MĂŒnster, an der Ems, (1905) 12.795 E., Amtsgericht, Gymnasium; Baumwollspinnerei und weberei, Leinen , Maschinenindustrie, Großhandel mit Kolonialwaren. Dorf R., r. von der Ems, 4023 E., Landgem. R., l. von der… 
   Kleines Konversations-Lexikon

  • Rheine — es una ciudad alemana en el distrito de MĂŒnster en Renania del Norte Westfalia, situada a orillas del rĂ­o Ems. Fue fundado por los Francos en 838. TenĂ­a 76.355 habitantes a mediados del 2004. * * * â–ș C. del O de Alemania, en el estado de Renania… 
   Enciclopedia Universal

  • Rheine — Infobox German Location Name = Rheine Art = Stadt image photo = Ems Rheine.jpg imagesize = image caption = Ems river at Rheine Wappen = Wappen Rheine.jpg lat deg = 52 |lat min = 17 | lat sec=0 lon deg = 7 |lon min = 26 | lon sec=0 Lageplan =… 
   Wikipedia

  • Rheine — Original name in latin Rheine Name in other language Rajn, Rajne, Rene, Rheine, ZPQ, lai nei, lain, raynh, Đ Đ°ĐčĐœ, Đ Đ°ĐčĐœĐ”, Đ Đ°Ń˜ĐœĐ” State code DE Continent/City Europe/Berlin longitude 52.28509 latitude 7.44055 altitude 41 Population 76491 Date 2013 01 
   Cities with a population over 1000 database

  • Rheine — â–Ș Germany       city, North Rhine–Westphalia Land (state), northwestern Germany. It lies on the Ems River, north of MĂŒnster. First mentioned in 838 and chartered in 1327, it suffered in the Thirty Years War (1618–48) and was severely damaged in… 
   Universalium

  • rhĂ©ine — (rĂ© i n ) s. f. MatiĂšre jaune, dite aussi acide rhĂ©ique, acide chrysophĂ©nique, que renferme la racine de rhubarbe, et qui devient d un rouge pourpre par les alcalis. ÉTYMOLOGIE    Rheum, nom latin botanique du genre rhubarbe 
   Dictionnaire de la Langue Française d'Émile LittrĂ©


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.