Rheinprovinz

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Rheinprovinz
Preu├čische Provinz
Rheinland
Flagge Wappen
Flagge der Rheinprovinz Wappen der Provinz Rheinprovinz
Lage in Preu├čen
Hellblau: Lage der Rheinprovinz
 
Bestehen 1822ÔÇô1945
Provinzhauptstadt Koblenz
Fl├Ąche 26.995 km┬▓
Einwohner 6.435.778 (1905)
Bev├Âlkerungsdichte 238 Ew./km┬▓
Verwaltung 6 Regierungsbezirke
Kfz-Kennzeichen I Y und I Z
Entstanden aus Provinz J├╝lich-Kleve-Berg
Provinz Gro├čherzogtum Niederrhein
Aufgegangen in Nordrhein-Westfalen; Rheinland-Pfalz
Heute Teil von Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Hessen
Saarland
Baden-W├╝rttemberg
Belgien (Eupen-Malmedy)
Karte
Karte der Rheinprovinz

Die Rheinprovinz (Rheinpreu├čen) war eine der Provinzen, die vom 22. Juni 1822 bis zur Aufl├Âsung nach dem Zweiten Weltkrieg den Staat Preu├čen bildeten und das Rheinland zwischen Bingen am Rhein und Kleve umfasste. Sitz des Oberpr├Ąsidenten und der anderen staatlichen Verwaltungsbeh├Ârden f├╝r die Rheinprovinz war Koblenz. Der Verwaltungssitz f├╝r den Provinzialverband Rheinprovinz, eine Selbstverwaltungsk├Ârperschaft f├╝r ├╝berkommunale Aufgaben mit den Hauptorganen Landeshauptmann und Provinziallandtag, war D├╝sseldorf. Der n├Ârdliche Teil dieser Provinz liegt heute im Land Nordrhein-Westfalen, der s├╝dliche in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Kleinere Teile geh├Âren heute zu Hessen (ehemaliger Landkreis Wetzlar) und zu Belgien (ehemalige Kreise Eupen und Malmedy). Der ehemalige Regierungsbezirk Sigmaringen, Hohenzollernsche Lande, heute Baden-W├╝rttemberg, unterstand nur in Milit├Ąrangelegenheiten dem Oberpr├Ąsidenten der Rheinprovinz.

Inhaltsverzeichnis

Gebiet und Bev├Âlkerung

Im Mai 1939 hatte die 24.477 km┬▓ gro├če Provinz (ohne Hohenzollernsche Lande) 7.931.942 Einwohner.

Geschichte

Historisch ist das Rheinland vor allem durch das R├Âmische Reich, die deutsch-franz├Âsische Erbfeindschaft und die Industrialisierung gepr├Ągt worden. Am Ende der Napoleonischen Kriege wurden die Gebiete entlang des Rheins grundlegend neu geordnet. Die Basis f├╝r die Rheinprovinz bildete dabei die vor├╝bergehend geschaffenen Generalgouvernements Mittelrhein, Niederrhein und Berg.

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Staat Preu├čen durch die Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbeh├Ârden vom 30. April 1815 in zehn Provinzen eingeteilt. Die zun├Ąchst gebildeten beiden Provinzen J├╝lich-Kleve-Berg mit Sitz in K├Âln und Gro├čherzogtum Niederrhein mit Sitz in Koblenz wurden durch Kabinettsordre vom 22. Juni 1822 zu einer Provinz vereint, die dann ab 1829/30 Rheinprovinz genannt wurde.[1] Die Eingliederung blieb stets problematisch, da sowohl das Rheinland als auch Westfalen an dem Zivil- und Handelsrecht, den Handelskammern und der Gemeindeverfassung festhielten, die von den napoleonischen Franzosen eingef├╝hrt worden waren.

Die beiden F├╝rstent├╝mer Sigmaringen und Hechingen wurden 1850 als Hohenzollernsche Lande vereinigt und geh├Ârten als preu├čischer Regierungsbezirk Sigmaringen ebenfalls zur Rheinprovinz. Sitz des Oberpr├Ąsidenten dieser preu├čischen Provinz, also der Provinzialregierung, war Koblenz. Das Oberpr├Ąsidium hatte dort zun├Ąchst seinen Sitz im ehemaligen Kurf├╝rstlichen Schloss und ab 1911 in einem neubarocken Geb├Ąude an der heutigen Stresemannstra├če (jetzt Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord). Die Rheinprovinz gliederte sich in die f├╝nf Regierungsbezirke Aachen, D├╝sseldorf (einschlie├člich des 1822 aufgel├Âsten Kleve), Koblenz, K├Âln und Trier. Die Regierungsbezirke waren wiederum in Landkreise mit je etwa 30.000 bis 40.000 Einwohnern eingeteilt.

Das Gebiet der Rheinprovinz war nahezu geschlossen. Das F├╝rstentum Birkenfeld, sp├Ąter Kreis Birkenfeld, geh├Ârte bis 1937 als Exklave zum Gro├čherzogtum Oldenburg beziehungsweise Freistaat Oldenburg, bevor Birkenfeld im Rahmen des Gro├č-Hamburg-Gesetzes in die Rheinprovinz eingegliedert wurde. Eine weitere Enklave bildete von 1816 bis 1834 eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg, die 1819 zum F├╝rstentum Lichtenberg erhoben wurde. Lichtenberg wurde 1834 an Preu├čen verkauft, dem es seit 1830 in Zollunion verbunden war, und der Rheinprovinz eingegliedert. 1866 wurde das hessische Oberamt Meisenheim angegliedert. Die einzige Exklave der Rheinprovinz bildete bis 1932 der Landkreis Wetzlar.

Die politische und kulturelle Eingliederung der Rheinprovinz in den Staat Preu├čen war eine gro├če Herausforderung. Schlie├člich war das Rheinland damals bereits sehr modern, was Industrie und Handel betraf, und das dortige B├╝rgertum war entsprechend selbstbewusst, w├Ąhrend das ├╝brige Preu├čen noch weitgehend agrarisch gepr├Ągt und der Vorrang des Adels noch unumstritten war. Au├čerdem war die Rheinprovinz mehrheitlich katholisch, was ebenfalls zu Vorbehalten gegen├╝ber der neuen Obrigkeit f├╝hrte.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Rheinland 1918 durch franz├Âsische, belgische, britische sowie amerikanische Truppen besetzt; die letzten Besatzungstruppen r├Ąumten 1930 und damit f├╝nf Jahre eher als der Friedensvertrag vorgesehen hatte, das Rheinland. Der s├╝dliche Teile der Rheinprovinz ÔÇô zu den einzelnen Kreisen und St├Ądten siehe ├ťbersicht unten ÔÇô wurde 1920 ausgegliedert und bildet mit dem ehemals bayerisch-pf├Ąlzischen Gebiet des Saarpfalz-Kreises das Saargebiet. Die Grenzziehung orientierte sich dabei an den Wohnorten der Bergleute, die in den Kohlegruben der Region arbeiteten. 1920 wurde es mit einem Mandat des V├Âlkerbundes f├╝r 15 Jahre unter franz├Âsische Verwaltung gestellt.

Mit dem Preu├čenschlag von 1932 wurde auch in der Rheinprovinz die Regierungsgewalt des Oberpr├Ąsidenten faktisch aufgehoben, was die folgende Gleichschaltung unter dem NS-Regime erleichterte. Als das Saargebiet 1935 wieder an Deutschland kam, wurden kleinere Gebiete wieder der Rheinprovinz angegliedert, w├Ąhrend das Gros mit der bayerischen Pfalz vereinigt wurde. 1936 setzte Hitler mit der deutschen Rheinlandbesetzung die Remilitarisierung durch.

Wappen der Rheinprovinz ab 1927, heute Wappen des Landschaftsverbands Rheinland

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der n├Ârdliche Teil der Rheinprovinz, die Regierungsbezirke Aachen, D├╝sseldorf und K├Âln zun├Ąchst als Nordrheinprovinz Teil der britischen Besatzungszone und schlie├člich durch die Verordnung Nr. 46 der Milit├Ąrregierung vom 23. August 1946 ÔÇ×Betreffend die Aufl├Âsung der Provinzen des ehemaligen Landes Preu├čen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbst├Ąndige L├ĄnderÔÇť mit der ehemaligen preu├čischen Provinz Westfalen zum Land Nordrhein-Westfalen vereinigt, um territoriale Fakten zu schaffen, da Frankreich nach dem Krieg die gesamte linke Rheinseite f├╝r sich beanspruchte.

Das s├╝dliche Gebiet mit den Regierungsbezirken Koblenz und Trier wurde Teil der franz├Âsischen Besatzungszone. Es bildete f├╝r eine ├ťbergangszeit zusammen mit den nassauischen Gebieten (Montabaur) die Provinz Rheinland-Hessen-Nassau, seit August 1946 Hauptbestandteil des Landes Rheinland-Pfalz. Noch im Juli waren ├╝ber 100 Gemeinden ÔÇô v.a. die Gegend beiderseits des unteren Saarlaufs ÔÇô dem Saargebiet angegliedert worden, was bei dem Gebietstausch zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saargebiet am 8. Juni 1947 weitgehend r├╝ckg├Ąngig gemacht wurde.

In sp├Ąteren Volksabstimmungen entschieden sich die S├╝d-Rheinl├Ąnder und die ehemals bayerischen Pf├Ąlzer zum Erhalt des Status quo und damit f├╝r das Land Rheinland-Pfalz.

Die heutige Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz entspricht zuf├Ąllig ziemlich genau der relativ scharfen Dialektgrenze, die die Ripuarischen und Niederfr├Ąnkischen Dialekte im Norden sowie die Moselfr├Ąnkischen Dialekte im S├╝den voneinander trennt.

Verwaltungsgliederung der Rheinprovinz

Heute noch existierende Kreise/Stadtkreise sind fett dargestellt.

Regierungsbezirk Aachen

Landkreise

  1. Landkreis Aachen (seit 21. Oktober 2009 St├Ądteregion Aachen)
  2. Landkreis D├╝ren
  3. Landkreis Erkelenz
  4. Landkreis Eupen (bis zum 31. Oktober 1922, ab dem 20. September 1920 ÔÇ×RestkreisÔÇť genannt, anschlie├čend Teil von Belgien, am 18. Mai 1940 wiedererrichtet, 1945 endg├╝ltig zu Belgien)
  5. Landkreis Geilenkirchen (bis zum 9. August 1933, anschlie├čend Landkreis Geilenkirchen-Heinsberg)
  6. Landkreis Geilenkirchen-Heinsberg (ab dem 10. August 1933)
  7. Landkreis Heinsberg (bis zum 30. September 1932, anschlie├čend zum Landkreis Geilenkirchen, der am 10. August 1933 in Landkreis Geilenkirchen-Heinsberg umbenannt wurde)
  8. Landkreis J├╝lich
  9. Landkreis Malmedy (bis zum 31. Oktober 1922, ab dem 20. September 1920 ÔÇ×RestkreisÔÇť genannt, anschlie├čend Teil des Staates Belgien, am 18. Mai 1940 wiedererrichtet, 1945 endg├╝ltig zu Belgien)
  10. Landkreis Montjoie (bis zum 31. Mai 1920, anschlie├čend in Landkreis Monschau umbenannt)
  11. Landkreis Schleiden

Stadtkreis

  1. Stadt Aachen (seit 21. Oktober 2009 St├Ądteregion Aachen)

Regierungsbezirk D├╝sseldorf

Landkreise

  1. Landkreis Dinslaken (ab dem 1. April 1909)
  2. Landkreis Duisburg (bis zum 23. Januar 1874, anschlie├čend etliche Gemeinden in der Stadt Duisburg)
  3. Landkreis D├╝sseldorf (bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend im Landkreis D├╝sseldorf-Mettmann)
  4. Landkreis D├╝sseldorf-Mettmann (ab dem 1. August 1929)
  5. Landkreis Elberfeld
  6. Landkreis Essen (bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend die meisten Gemeinden in der Stadt Essen)
  7. Landkreis Geldern
  8. Landkreis Gladbach (bis zum 31. Juli 1929, jetzt ├╝berwiegend Stadt M├Ânchengladbach)
  9. Landkreis Grevenbroich (bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend im Landkreis Grevenbroich-Neu├č)
  10. Landkreis Grevenbroich-Neu├č (ab dem 1. August 1929)
  11. Landkreis Kempen (bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend im Landkreis Kempen-Krefeld)
  12. Landkreis Kempen-Krefeld (ab dem 1. August 1929)
  13. Landkreis Kleve (zwischenzeitliche Schreibweise Cleve)
  14. Landkreis Krefeld (zwischenzeitliche Schreibweise Crefeld, bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend im Landkreis Kempen-Krefeld)
  15. Landkreis Lennep (bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend im Landkreis Solingen-Lennep, der 1931 in Rhein-Wupper-Kreis umbenannt wurde)
  16. Landkreis Mettmann (bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend im Landkreis D├╝sseldorf-Mettmann)
  17. Landkreis Moers
  18. Landkreis M├╝lheim an der Ruhr (ab dem 24. Januar 1874 bis zum 31. M├Ąrz 1910)
  19. Landkreis Neu├č (bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend im Landkreis Grevenbroich-Neu├č)
  20. Landkreis Rees (seit 20 Mai 1842 Kreis Rees mit Sitz in Wesel)
  21. Rhein-Wupper-Kreis (ab 1931)
  22. Landkreis Ruhrort (ab dem 1. Juli 1887 bis zum 31. M├Ąrz 1909)
  23. Landkreis Solingen (bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend im Landkreis Solingen-Lennep, der 1931 in Rhein-Wupper-Kreis umbenannt wurde)
  24. Landkreis Solingen-Lennep (ab dem 1. August 1929 bis zur Umbenennung in Rhein-Wupper-Kreis im Jahr 1931)

Stadtkreise

  1. Stadt Barmen (ab dem 1. Juni 1861 bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend Stadtteil der Stadt Barmen-Elberfeld, die am 25. Januar 1930 in Stadt Wuppertal umbenannt worden ist)
  2. Stadt Barmen-Elberfeld (ab dem 1. August 1929 bis zum 24. Januar 1930, anschlie├čend Umbenennung in Stadt Wuppertal)
  3. Stadt Duisburg (ab dem 24. Januar 1874 bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend Stadt Duisburg-Hamborn , ab dem 1. April 1935 wieder in Stadt Duisburg umbenannt)
  4. Stadt Duisburg-Hamborn (ab dem 1. August 1929 bis zum 31. M├Ąrz 1935, danach Umbenennung in Stadt Duisburg)
  5. Stadt D├╝sseldorf (ab dem 20. April 1872)
  6. Stadt Elberfeld (ab dem 1. Juni 1861 bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend Stadtteil der Stadt Barmen-Elberfeld, die am 25. Januar 1930 in Stadt Wuppertal umbenannt worden ist)
  7. Stadt Essen (ab dem 28. Februar 1873)
  8. Stadt Gladbach-Rheydt (ab dem 1. August 1929, am 1. August 1933 Wiedererrichtung der St├Ądte M├╝nchen-Gladbach und Rheydt)
  9. Stadt Hamborn (ab dem 1. Mai 1911 bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend Stadt Duisburg-Hamborn, anschlie├čend bis jetzt Stadtteil der Stadt Duisburg)
  10. Stadt Krefeld (ab dem 14. Oktober 1872 [zun├Ąchst in der Schreibweise Crefeld] bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend Stadt Krefeld-├ťrdingen, am 25. April 1940 wieder in Stadt Krefeld umbenannt)
  11. Stadt Krefeld-├ťrdingen (ab dem 1. August 1929, am 25. April 1940 in Stadt Krefeld umbenannt)
  12. Stadt M├╝lheim an der Ruhr (ab dem 1. Januar 1904)
  13. Stadt M├╝nchen-Gladbach (ab dem 1. Januar 1888 bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend Stadt Gladbach-Rheydt, ab dem 1. August 1933 wieder Stadt M├╝nchen-Gladbach [ohne die Stadt Rheydt], jetzt M├Ânchengladbach)
  14. Stadt Neu├č (ab dem 1. April 1913)
  15. Stadt Oberhausen (ab dem 1. April 1901)
  16. Stadt Remscheid (ab dem 1. Januar 1888)
  17. Stadt Rheydt (ab dem 1. August 1929 bis zum 31. Juli 1933 Stadtteil der Stadt Gladbach-Rheydt)
  18. Stadt Solingen (ab dem 1. April 1896)
  19. Stadt Sterkrade (ab dem 1. Juli 1917 bis zum 31. Juli 1929, anschlie├čend Eingliederung in die Stadt Oberhausen)
  20. Stadt Viersen (ab dem 1. August 1929)
  21. Stadt Wuppertal (ab dem 25. Januar 1930)

Regierungsbezirk Koblenz

(Verwaltungssitz: Preu├čisches Regierungsgeb├Ąude in Koblenz)

Landkreise

  1. Landkreis Adenau (bis zum 30. September 1932, aufgeteilt in die Landkreise Ahrweiler und Mayen)
  2. Landkreis Ahrweiler
  3. Landkreis Altenkirchen (Westerwald)
  4. Landkreis Birkenfeld (ab dem 1. April 1937)
  5. Landkreis Cochem
  6. Landkreis Koblenz (Schreibweise bis 1926 Coblenz)
  7. Landkreis Kreuznach
  8. Kreis Linz (bis 1822)
  9. Landkreis Mayen
  10. Landkreis Meisenheim (bis zum 30. September 1932, anschlie├čend im Landkreis Kreuznach)
  11. Landkreis Neuwied
  12. Landkreis Sankt Goar
  13. Landkreis Simmern
  14. Landkreis Wetzlar (bis zum 30. September 1932 [Exklave])
  15. Landkreis Zell (Mosel)

Stadtkreis

  1. Stadt Koblenz (ab dem 1. Oktober 1887, Schreibweise bis 1926 Coblenz)

Regierungsbezirk K├Âln

Landkreise

  1. Landkreis Bergheim a. d. Erft
  2. Landkreis Bonn
  3. Landkreis Euskirchen
  4. Landkreis K├Âln (urspr├╝ngliche Schreibweise C├Âln)
  5. Kreis M├╝lheim am Rhein (bis zum 30. September 1932, anschlie├čend zum Rheinisch-Bergischen Kreis)
  6. Oberbergischer Kreis
  7. Kreis Rheinbach (bis zum 30. September 1932, anschlie├čend zum Landkreis Euskirchen)
  8. Rheinisch-Bergischer Kreis
  9. Siegkreis
  10. Kreis Waldbr├Âl (bis zum 30. September 1932, anschlie├čend zum Oberbergischen Kreis)
  11. Kreis Wipperf├╝rth (bis zum 30. September 1932, anschlie├čend zum Rheinisch-Bergischen Kreis)

Stadtkreise

  1. Stadt Bonn (ab dem 1. Oktober 1887 als kreisfreie Stadt)
  2. Stadt K├Âln (urspr├╝ngliche Schreibweise C├Âln)
  3. Stadt M├╝lheim am Rhein (ab dem 1. Mai 1901 bis zum 31. M├Ąrz 1914, anschlie├čend Stadtteil von K├Âln)

Regierungsbezirk Trier

Landkreise

  1. Landkreis Bernkastel
  2. Landkreis Bitburg
  3. Landkreis Daun (bis zum 31. Dezember 2006, anschlie├čend in gleichem Umfang als Landkreis Vulkaneifel)
  1. Landkreis Merzig (bis zum 30. September 1920, anschlie├čend teilweise im Saargebiet und im Restkreis Merzig-Wadern, ab 1935 mit dem aus dem Saargebiet ausgegliederten Stammkreis Merzig wieder als Landkreis Merzig neu gebildet)
  2. Restkreis Merzig-Wadern (ab dem 1. Oktober 1920 bis 1935)
  3. Landkreis Ottweiler (bis zum 30. September 1920, anschlie├čend im Saargebiet)
  4. Landkreis Pr├╝m
  5. Landkreis Saarbr├╝cken (bis zum 30. September 1920, anschlie├čend im Saargebiet)
  6. Landkreis Saarburg
  7. Landkreis Saarlouis (bis zum 30. September 1920, anschlie├čend im Saargebiet)
  8. Landkreis St. Wendel (bis zum 30. September 1920, anschlie├čend teilweise im Saargebiet und im Restkreis St. Wendel-Baumholder)
  9. Restkreis St. Wendel-Baumholder (ab dem 1. Oktober 1920 bis zum 31. M├Ąrz 1937, anschlie├čend im Landkreis Birkenfeld)
  10. Landkreis Trier
  11. Landkreis Wittlich

Stadtkreise

  1. Stadt Saarbr├╝cken (ab dem 7. September 1909 bis zum 30. September 1920, anschlie├čend im Saargebiet)
  2. Stadt Trier

Weitere bedeutende St├Ądte im Nordrheinland

Weitere bedeutende St├Ądte im S├╝drheinland

Politik

Oberpr├Ąsidenten

Das ehem. Geb├Ąude des Oberpr├Ąsidiums der Rheinprovinz in Koblenz

(Dienstsitz: Oberpr├Ąsidium der Rheinprovinz in Koblenz)

Landeshauptmann (1875ÔÇô1933)

In der Provinz war der Landeshauptmann (bis 1897: "Landesdirektor")ein seit 1875 vom rheinpreu├čischen Provinziallandtag gew├Ąhlter Beamte. Er leitete die provinziale Selbstverwaltung und war auf mindestens sechs und h├Âchstens zw├Âlf Jahre zu w├Ąhlen. Es standen ihm als Hilfsorgane der Landesrat und technische Beamte, insbesondere f├╝r das Bauwesen, zur Seite. Er hatte seinen Sitz in D├╝sseldorf.

Provinziallandtag

Die ersten Provinziallandtage im K├Ânigreich Preu├čen wurden zun├Ąchst unter dem Namen "Provinzialst├Ąnde" am 5. Juni 1823 in Preu├čen angeordnet und in den Jahren 1824 bis 1827 in den acht Provinzen als provinzielle Vertretungsk├Ârperschaften auf st├Ąndischer Grundlage eingerichtet. Der Provinziallandtag der Rheinprovinz tagte zwischen 1826 und 1933 und hatte seinen Sitz in D├╝sseldorf. Das dortige Vertretungsrecht besa├čen lediglich Grundbesitzer. So stellten die adligen Gro├čgrundbesitzer jeweils die H├Ąlfte, die st├Ądtischen Grundbesitzer ein Drittel und die gro├čb├Ąuerlichen Grundbesitzer ein Sechstel der Deputierten. Der Provinziallandtag sollte bei Gesetzen ├╝ber Personen- und Eigentumsrechten sowie Steuern die Regierungen durch Gutachten beraten. Nur in provinziellen Kommunalfragen hatte er legislative Befugnisse. Seine Tagungsorte waren von 1826 bis 1843 die alte Kanzlei am Markt, heute Teil des D├╝sseldorfer Rathauses, von 1843 bis 1851 das ehemalige Statthalterpalais an der M├╝hlenstra├če, von 1851 bis 1872 das ehemalige kurf├╝rstliche D├╝sseldorfer Schloss am Burgplatz, zwischen 1872 und 1879 die Aula der st├Ądtischen Realschule an der Klosterstra├če und schlie├člich zwischen 1880 und 1933 das eigens errichtete St├Ąndehaus am Schwanenspiegel.

1921
Partei  % Sitze
Zentrum 45,9 73
SPD 16,4 26
DVP 12,0 19
KPD 8,9 14
DNVP 8,7 14
USPD 3,8 6
DDP 3,1 5
CVP 0,6 1
Parteilos 0,6 1
1925
Partei  % Sitze
Zentrum 43,9 72
SPD 14,1 23
KPD 12,4 21
DNVP 9,8 16
DVP 9,4 16
WP 3,4 6
DDP 2,2 4
Rheinische Bauern
und Winzer
1,2 2
Sparerbund 1,1 2
BAA 0,3 1
1929
Partei  % Sitze
Zentrum 39,2 64
SPD 14,8 25
KPD 12,7 21
DVP 8,0 14
DNVP 7,1 12
WP 6,6 11
NSDAP 3,2 6
DDP 2,0 4
CSVD 1,8 3
CNBL 1,4 3
1933
Partei  % Sitze
NSDAP 38,0 62
Zentrum 32,2 53
KPD 11,2 19
SPD 9,5 16
DNVP 7,1 13

An 100 % fehlende Sitze = Nicht im Provinziallandtag vertretenden Wahlvorschl├Ąge

Wahlen zum Reichstag

Die Rheinprovinz war f├╝r die Wahlen zum Reichstag der Weimarer Republik folgenden Wahlkreisen zugeordnet

  • Wahlkreis 20 K├Âln-Aachen
  • Wahlkreis 21 Koblenz-Trier
  • Wahlkreis 22 D├╝sseldorf-Ost
  • Wahlkreis 23 D├╝sseldorf-West
  • Exklave Wetzlar zum Wahlkreis 19 Hessen-Nassau
  • Exklave Sigmaringen zum Wahlkreis 31 W├╝rttemberg

Infrastruktur

Preu├čischer Meilenstein im Mittelrheintal nahe Brey

Nachdem die Rheinprovinz als preu├čisches Gebiet hinzugekommen war, wurde vom preu├čischen Staat ein Stra├čenbauprogramm gr├Â├čeren Ausma├čes zur Verbesserung von Infrastruktur und Wirtschaft aufgelegt. So wurde beispielsweise entlang des Rheins eine neue durchgehende Uferstra├če gebaut. Ein Teilst├╝ck zwischen Bingen und Koblenz wurde bereits zuvor von den Franzosen fertiggestellt. Zur Entfernungsanzeige wurden dabei preu├čische Meilensteine aufgestellt, die gr├Â├čtenteils auch heute noch erhalten geblieben sind.

Schulwesen

1828 gab es in der Rheinprovinz 17 Gymnasien (in Klammern das Jahr der preu├čischen Anerkennung): K├Ânigliches Gymnasium zu Aachen (1814/16), K├Âniglich-Preu├čisches Gymnasium Bonn (1814/16), Stiftisches Gymnasium Duisburg (1821), Stiftisches Gymnasium D├╝ren (1826), K├Ânigliches Katholisches Gymnasium D├╝sseldorf (1815), Evangelisches Gymnasium Elberfeld (1824), K├Ânigliches Gymnasium zu Essen (1819/24), K├Ânigliches Gymnasium zu Cleve (1782/1817), K├Ânigliches Gymnasium Coblenz (1814/20), K├Ânigliches Katholisches Gymnasium an Marzellen (1815) und K├Ânigliches Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in C├Âln (1825; Name seit 1830, vorher Karmeliter-Kollegium), K├Ânigliches Gymnasium Kreuznach (1819), K├Ânigliches Gymnasium zu M├╝nstereifel (1825/31), K├Ânigliches Gymnasium zu Saarbr├╝cken (1818/22), Gymnasium zu Trier (1815), Gelehrtenschule und h├Âhere B├╝rgerschule Wesel (1613 bzw. 1823/25) und K├Ânigliches Gymnasium zu Wetzlar (1817).

In Br├╝hl, Neuwied, Moers und Trier, sp├Ąter in Kempen und Bacharach bestanden Lehrerseminare.

1861 gab es in der Rheinprovinz

An den ├Âffentlichen Schulen, in denen 520.940 Kinder beschult wurden, waren 2.512 Lehrer und 840 Lehrerinnen angestellt. 12.312 Kinder besuchten Privatschulen. Die Schulaufsicht wurde durch Schul- und Kirchenr├Ąte bei den Bezirksregierungen wahrgenommen.

Von der Gr├╝nderzeit an wuchs die Zahl der weiterbildenden Schulen in der Rheinprovinz betr├Ąchtlich. Um 1900 bestanden 45 Gymnasien, 15 Realgymnasien, 10 Oberrealschulen, 17 Progymnasien, 20 Realschulen, 3 Realprogymnasien sowie Handwerker- und Kunstgewerbeschulen bzw. Fachschulen. Es gab eine Universit├Ąt in Bonn (1818), eine Technische Hochschule in Aachen (1870), eine Handelshochschule in K├Âln (1901), eine Landwirtschaftliche Akademie in Bonn-Poppelsdorf (1847), eine Kadettenanstalt in Bensberg (1840), eine Kunstakademie in D├╝sseldorf (1819) und 10 Lehrerseminare.

Siehe auch

Literatur

  • Ludwig Adolf Wiese: Das h├Âhere Schulwesen in Preussen. Historisch-statistische Darstellung, Berlin: Wiegand und Grieben 1864
  • Gustav Croon: Der Rheinische Provinziallandtag bis zum Jahre 1874; K├Âln/Bonn 1974 (Nachdruck von 1918)
  • Max B├Ąr: Beh├Ârdenverfassung der Rheinprovinz seit 1815; Bonn 1919
  • Horst Romeyk: Verwaltungs- und Beh├Ârdengeschichte der Rheinprovinz 1914ÔÇô1945; D├╝sseldorf 1985
  • Dieter Kastner, Vera Torunsky: Kleine Rheinische Geschichte, 1815ÔÇô1986; K├Âln 1987
  • Die Rheinprovinz der preussischen Monarchie, oder die Beschreibung der systematischen Einteilung in Regierungsbezirke: ein historisch-geographisch-statistisches Handbuch zum Gebrauch aller St├Ąnde. Werbrunn, D├╝sseldorf 1833. Digitalisierte Ausgabe der Universit├Ąts- und Landesbibliothek D├╝sseldorf
  • Verhandlungen des ÔÇŽ Rheinischen Provinzial-Landtages. D├╝sseldorf, 6.1841 - 80.1933 (Digitalisierte Ausgabe)
  • Stenographischer Bericht ├╝ber die Verhandlungen des ÔÇŽ Rheinischen Provinzial-Landtages. D├╝sseldorf, 17.1864 - 80.1933 (Digitalisierte Ausgabe)

Weblinks

 Commons: Rheinprovinz ÔÇô Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ÔćĹ Landesarchiv NRW Rheinland: ├ťbergangsbeh├Ârden Anfang 19. Jahrhundert
  2. ÔćĹ 1900 als ÔÇ×Preu├čische H├Âhere Fachschule f├╝r die TextilindustrieÔÇť nach M. Gladbach verlegt.

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  • Rheinprovinz ÔÇö Rheinprovinz, 1) hessische, so v.w. Rheinhessen; 2) (Rheinpreu├čen), die westlichste Provinz u. die gr├Â├čere H├Ąlfte des westlichen Haupttheils der preu├čischen Monarchie, welche 1815 an Preu├čen kam u. aus den ehemaligen Herzogth├╝mern J├╝lich, Kleve,… ÔÇŽ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Rheinprovinz ÔÇö (Rheinland, Rheinpreu├čen, hierzu Karte ┬╗Rheinlande und Luxemburg┬ź), preu├č. Provinz, grenzt gegen N. an die Niederlande, gegen O. an die Provinzen Westfalen und Hessen Nassau, das Gro├čherzogtum Hessen und die bayrische Rheinpfalz, gegen S. an… ÔÇŽ   Meyers Gro├čes Konversations-Lexikon

  • Rheinprovinz ÔÇö Rheinland und Luxemburg ÔÇŽ   Meyers Gro├čes Konversations-Lexikon

  • Rheinprovinz ÔÇö Rheinprovinz, Rheinland, Rheinpreu├čen, preu├č. Provinz zu beiden Seiten des Rheins [hierzu Karten: Mittleres Westdeutschland I u. II], 26.994 qkm, (1900) 5.759.798 E. (4.021.388 Katholiken, 1.663.218 Evangelische, 52.251 Israeliten), (1905)… ÔÇŽ   Kleines Konversations-Lexikon

  • Rheinprovinz ÔÇö Rheinprovinz, Rheinpreu├čen, westlichste Provinz Preu├čens, zwischen den Niederlanden, Westfalen, Nassau, Hessendarmst├Ądt, Rheinbayern, Hessenhomburg, Birkenfeld, Frankreich, z├Ąhlt auf 487 QM. 2906000 E. und ist in die R. Bez. K├Âln, D├╝sseldorf,… ÔÇŽ   Herders Conversations-Lexikon

  • Rheinprovinz ÔÇö Rhein|pro|vinz, die; (Geschichte): ehemalige preu├čische Provinz beiderseits des Mittel u. Niederrheins. * * * Rheinprovinz, ┬á ehemalige preu├čische Provinz, entstanden 1824 durch Zusammenlegung der nach dem ├ťbergang des Rheinlandes an Preu├čen… ÔÇŽ   Universal-Lexikon

  • Rheinprovinz ÔÇö Rhein|pro|vinz, die; (ehemalige preu├čische Provinz beiderseits des Mittel und Niederrheins) ÔÇŽ   Die deutsche Rechtschreibung

  • Preu├čische Rheinprovinz ÔÇö Preu├čische Provinz Rheinland Flagge Wappen ÔÇŽ   Deutsch Wikipedia

  • Oberpr├Ąsidium Rheinprovinz (Koblenz) ÔÇö Oberpr├Ąsidium der Rheinprovinz ÔÇŽ   Deutsch Wikipedia

  • Topographische Karte der Provinz Westfalen und der Rheinprovinz ÔÇö Ausschnitt K├Âln und Deutz Die Topographische Karte der Provinz Westfalen und der Rheinprovinz im Ma├čstab 1:80 000 wurde f├╝r die preu├čischen Provinzen Provinz Westfalen und die Rheinprovinz in den Jahren 1837 bis 1855 herausgegeben, um f├╝r milit├Ą ÔÇŽ   Deutsch Wikipedia


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