Rheinturm

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Rheinturm
Rheinturm
Rheinturm + Medienhafen retouched.jpg
Basisdaten
Ort: D√ľsseldorf
Verwendung: Fernsehturm, Restaurant, Aussichtsturm
Bauzeit: 1979‚Äď1982
Architekt: Harald Deilmann
Technische Daten
Gesamth√∂he: 240,50 m
Aussichtsplattformen: 166,25 m‚Äď174,50 m
Baustoff: Stahl, Beton
Gesamtmasse: 22.500 Tonnen

Der Rheinturm ist ein Fernsehturm in D√ľsseldorf. Mit 240,50 Metern ist er das h√∂chste Bauwerk der Stadt und der zehnth√∂chste Fernsehturm in Deutschland. Der von 1978 bis 1982 erbaute Rheinturm dient sowohl als Tr√§ger von Antennen f√ľr Richtfunk, DVB-T-Fernsehen und UKW-Funkdienste als auch als Aussichtsturm. Der direkt am Rhein stehende Turm tr√§gt als Besonderheit an seiner zur Altstadt zugewandten Seite eine sogenannte Lichtskulptur, die als gr√∂√üte Digitaluhr der Welt gilt. Der Rheinturm ist f√ľr die √Ėffentlichkeit zug√§nglich, pr√§gt das Stadtbild von D√ľsseldorf und ist eines ihrer Wahrzeichen.[1] J√§hrlich besuchen etwa 300.000 Menschen den Rheinturm.[2]

Inhaltsverzeichnis

Lage

Rheinturm bei Nacht

Der Rheinturm steht auf 36,6 Meter √ľber NN im Rheinpark Bilk am √∂stlichen Ende des Medienhafens und wenige hundert Meter s√ľdwestlich der Altstadt am rechten Rheinufer. In unmittelbarer n√∂rdlicher Nachbarschaft zum Turm befinden sich der Landtag von Nordrhein-Westfalen und die Rheinkniebr√ľcke, s√ľdlich davon das Stadttor und das WDR-Landesstudio D√ľsseldorf. Der Turm bildet au√üerdem den s√ľdlichen Abschluss der Rheinuferpromenade.

Der Rheinturm ist √ľber die Haltestellen Stadttor bzw. Landtag/ Kniebr√ľcke der Stra√üenbahnlinien 704 und 709 sowie √ľber die Haltestelle Rheinturm mehrerer Buslinien an den √Ėffentlichen Personennahverkehr angebunden.

Geschichte

Situation und Planung

D√ľsseldorfs erster Fernmeldeturm wurde 1960/61 auf einer Anh√∂he √∂stlich von Gerresheim errichtet (‚Üí Fernmeldeturm Gerresheim). Damit konnten trotz der verh√§ltnism√§√üig geringen Turmh√∂he von 75 Metern anfangs viele Gegenfunkstellen erreicht werden. Allerdings nahm seine Bedeutung im Laufe der Zeit durch seine geringe Aufnahmef√§higkeit f√ľr neue Antennen ab. Weitere Ausbauten und Umbauten vor Ort erschienen ebenfalls nicht zweckm√§√üig, da die Entfernung zur Zentralvermittlungsstelle in der Innenstadt zu gro√ü war.[3]

Der neue Fernmeldeturm sollte in erster Linie dem Fernsprechverkehr dienen.[4] Kriterien f√ľr eine geeignete Standortwahl waren die fernmeldetechnischen Notwendigkeiten, m√∂glichst nah bei der Zentralvermittlungsstelle in der Graf-Adolf-Stra√üe zu stehen und eine kurze Kabelanbindung zu erm√∂glichen.[5] Zum anderen sollte das Bauwerk mit Publikumsverkehr durch seinen Standort als Wahrzeichen pr√§gend f√ľrs Stadtbild sein und in der N√§he des Zentrums stehen. Der gew√§hlte Standort am Rhein neben der Rheinkniebr√ľcke erf√ľllte diese Bedingungen.

Die H√∂he des Turmes war ma√ügeblich vorherbestimmt durch die geografische Lage, die st√§dtebaulichen Gegebenheiten der Landeshauptstadt und die geplanten Richtfunkverbindungen. Bereits bei derjenigen in das 26 Kilometer entfernte Witzhelden war eine Erd√ľberh√∂hung von 13,67 Metern (‚Üí Erdkr√ľmmung) einzurechnen. Au√üerdem musste bei der Konzeption der Turmh√∂he das LVA-Hauptgeb√§ude mit 123 Metern ber√ľcksichtigt werden, es war zu dieser Zeit h√∂chstes Bauwerk der Stadt. Deshalb betrug die Mindesth√∂he f√ľr die Richtfunkantennen 180 Meter √ľber Grund, w√§hrend f√ľr die oberen Antennen wegen der √úberreichweitenbeeinflussung maximal 200 Meter festgelegt wurden.[6]

Neben den technischen Aspekten verlangte eine der Ausschreibungsbedingungen ausdr√ľcklich eine ‚ÄěTurmform, die sich von bereits vorhandenen deutlich abhebt‚Äú.[7] Die Planungen begannen 1977 mit einem Architekturwettbewerb, an dem sich sechs Bewerber beteiligten. Ein Konzept sah vor, die Turmspitze √ľber die Antennenplattformen mit dem Dach des Turmkorbes mit einer strebenartigen Seilkonstruktion zu verbinden, √§hnlich wie es heute am Colonius verwirklicht ist. Ein anderes sah zwei getrennte Turmk√∂rbe vor mit einem Turmschaft, der von einer hyperbolischen Struktur √ľberzogen war.

Ende 1978 erhielt der Entwurf des Architekten Harald Deilmann mit der zwar einfachen aber nicht allt√§glichen Gestaltung des Turmkorbs in Form eines Kelchs den Zuspruch. Auftraggeber war die Deutsche Bundespost, Investor und Bauherr die Gesellschaft f√ľr kommunale Anlagen in D√ľsseldorf.[8] Die Planung des Tragwerks und die Bau√ľberwachung oblag Ingenieuren der Firma Dyckerhoff und Widmann.[9]

Bau

F√ľr den am 20. Januar 1979 begonnen Bau wurde ein Kletterschalungssystem eingesetzt, das vorwiegend bei K√ľhlt√ľrmen angewendet wird. Dazu wurde zun√§chst ein 2,5 Meter hoher Abschnitt des Schaftes betoniert, der bis zum Folgetag trocknete. Danach wurde er ausgeschalt und die Schalung nach oben versetzt. So wuchs der Turmschaft samt kelchf√∂rmigem Turmkorb auf rund 218 Meter. Der Rheinturm ist der einzige Fernsehturm, der nach diesem Prinzip erbaut wurde. Anders verh√§lt es sich mit dem inneren Bereich des Turms, der mittels Gleitschalung hochgezogen wurde. Es handelt sich um zwei ineinander verschachtelte zylindrische Turmbauten, die parallel errichtet wurden. Die Lasten der Kanzelgeschosse werden √ľber Schr√§gst√ľtzen und innen liegende Vertikalst√ľtzen in den Turmschaft abgeleitet. Diese homogene Konstruktion tr√§gt laut Deilmann auch wesentlich dazu bei, Korrosionsprobleme zu vermeiden.[7]

Parallel zum Turm wurde ein Kletterkran errichtet, der bei fortschreitenden Bauphasen neue Turmst√∂√üe selbst einbaute, um mit dem Turm zu wachsen. Die Arbeiten am Turmschaft waren in der zweiten Jahresh√§lfte 1980 abgeschlossen. Als zum Jahresanfang 1981 die Stockwerke des Turmkorbes errichtet waren, wurde im M√§rz die Kanzel verglast. Der 16 Meter hohe Antennentr√§ger-Hohlk√∂rper aus Kunststoff wurde am 23. April 1981 ebenfalls mit dem Kran aufgesetzt.[10] Am 24. November 1981 installierte der K√ľnstler Horst H. Baumann den Lichtzeitpegel an den Schaft des Rheinturms.

Der D√ľsseldorfer Rheinturm ist der erste Turm, der komplett aus Stahlbeton hergestellt wurde; mehr als 7500 Kubikmeter Beton und 1100 Tonnen Betonstahl wurden verarbeitet. Der gesamte umbaute Raum umfasst 39.000 Kubikmeter, wovon allein 21.000 Kubikmeter auf den Schaft entfallen. Am 1. Dezember des selben Jahres wurde das Bauwerk an die beiden Nutzer des Turmes, Deutsche Bundespost (Beteiligung: 52 %) und Industrieterrain D√ľsseldorf-Reisholz (Beteiligung: 48 %), √ľbergeben.[11] Am 1. M√§rz 1982 wurde der Sonderturm f√ľr den Publikumsverkehr er√∂ffnet.

Seit der Eröffnung

Rheinturm und Medienhafen

Vom Fernmeldedienst der Deutschen Bundespost erhielt der Turm die Bezeichnung Funk√ľbertragungsstelle 10. Kurz nach der Fertigstellung stand der Rheinturm wie ein Solit√§r am Rande des Hafens. Erst im Laufe der folgenden 15 Jahre wurde die Umgebung mit dem Bau des Landtages 1982‚Äď1988, des Stadttors und der Gehry-Bauten Der Neue Zollhof 1998 aufgewertet.

Im M√§rz 1986 wurde der Fernmeldeturm mit 29 anderen Projekten des Landes Nordrhein-Westfalen im Architekturwettbewerb Vorbildliche Bauten in Nordrhein-Westfalen gew√ľrdigt.[12]

Am 16. und 17. Oktober 2004 erhielt der Rheinturm eine neue Spitze.[13] Mit Hilfe eines Kamow-Lastenhubschraubers wurde die alte durch eine neue Antenne aus GFK ausgetauscht, die zur Ausstrahlung des DVB-T-Fernsehens im Raum D√ľsseldorf dient.[14] Dazu wurde die Kunststoffh√ľlle der Antennenspitze in zwei etwa gleich gro√üe, je 3,5 Tonnen schwere Teile zers√§gt und mit Hilfe des Hubschraubers entfernt. Die neue rot-wei√üe, in drei Einzelteile zerlegte Antenne wurde mit dem Hubschrauber auf die Spitze bef√∂rdert und dort befestigt. Vorher war der Turm 234,2 Meter hoch und strahlte au√üer dem Lokalradio NE-WS 89.4 keine weiteren Rundfunksendungen aus.

Betreiber und Eigent√ľmer der Anlage sind gegenw√§rtig die Deutsche Funkturm (DFMG), ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom mit Sitz in M√ľnster, und die Industrieterrain D√ľsseldorf-Reisholz (IDR), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt D√ľsseldorf.

In der Stadt hat sich f√ľr den Turm auch die umgangssprachliche Bezeichnung Lang Wellem in Anlehnung an den Kurf√ľrsten Jan Wellem eingeb√ľrgert.

Firefighter Skyrun

Seit 2008 wird j√§hrlich der "Firefighter Skyrun" veranstaltet. Bei diesem Wettkampf, bei dem ausschlie√ülich aktive Feuerwehrleute (seit 2011 auch Mitglieder des THW) startberechtigt sind, werden die 960 Stufen des Treppenhauses bis zur Aussichtsplattform mit vollst√§ndiger Feuerwehrschutzkleidung und Pressluftatmer bestiegen. Dabei starten die Teams als Trupp, also als Zweierteam, der Pressluftatmer wird allerdings nicht angeschlossen, da keine Atemschutzmaske getragen wird. Die im Jahr 2011 aufgestellte Bestzeit f√ľr die 168 H√∂henmeter betr√§gt 07:21 Minuten.[15]

Beschreibung

Fundament, Schaft und Technik

Wegen der unmittelbaren N√§he zum Rhein mussten der feuchte und unstabile Untergrund sowie die grunds√§tzliche Hochwassergefahr bei der Gr√ľndung ber√ľcksichtigt werden. Deshalb ruht der Turm auf 256 zwischen 17 und 22 Meter langen Ortbeton-Rammpf√§hlen mit 0,5 Meter Durchmesser.[16]

Der Turmfu√ü mit einem Durchmesser von 27 Metern besteht aus einem Kegelstumpf, in dem sich der Eingangsbereich f√ľr das Publikum befindet. Die unterirdischen Kellerr√§ume beherbergen die Dienststelle des Funk√ľbertragungsbetriebes, Trafostation, Klimaanlage, Netzersatzanlage mit L√ľfter, die Druckerh√∂hungsanlage, den Kabelaufteilungsraum, eine Feuerwehrzentrale sowie einen Teil der Restaurantk√ľche.[16]

Oberhalb des Kegelstumpfs beginnt der Turmschaft mit einem Durchmesser von 17,4 Metern, der sich in 150 Meter H√∂he bis auf 8,6 Meter verj√ľngt.[16] Im Inneren des Turmschafts befinden sich in einem zweiten zylindrischen Turm ein Nottreppenhaus mit 960 Stufen, Installationssch√§chte sowie die Aufzuganlage mit insgesamt vier Aufz√ľgen; zwei dienen als Besucheraufzug, einer ist K√ľchen- und einer Personenaufzug f√ľr die Betreiber der Fernmeldeanlagen. Dieser Innenturm hat einen Au√üendurchmesser von 8 Metern und eine Wandst√§rke von 20 Zentimetern; er ist auf 123 Meter starr mit dem √§u√üeren Turmschaft verbunden.[17]

Der Turm hat auf 78,65, 118,65, 186,65 Meter und auf seiner Spitze Flugwarnbefeuerung. Aus gestalterischen Gr√ľnden sind an seinem Schaft 62 Bullaugen verteilt. Sie haben einen Durchmesser von 50 Zentimetern und einen Abstand von 2,5 Metern zueinander,[18] 39 davon dienen als Beleuchtungseinheiten f√ľr die Lichtskulptur.

Turmkorb und Antennenplattformen

Schnittzeichnung des Turmkorbs

In einem 60-Grad-Winkel schlie√üt sich daran der kelchartige Unterbau des Turmkorbs an. Die Wanddicke betr√§gt 35, im Bereich des Kelchs 25 Zentimeter.

Das Dach des Turmkorbes hat auf 179,4 Meter seinen gr√∂√üten Durchmesser mit 35,5 Meter. Das Dach ist gleichzeitig die erste Antennenplattform. Zwei weitere Antennenplattformen auf 186,9 und 194,4 Meter verj√ľngen sich auf 30,5 Meter bzw. auf 26,5 Meter im Durchmesser.[19] Damit entsteht der Eindruck eines sich am Turmkorb fortsetzenden, umgedreht stehenden Kelchs, der formensprachlich so mit ihm korrespondiert.[17] Der Turmkorb ist in folgende drei Hauptgeschosse unterteilt:[19]

  • auf 174,50 Meter H√∂he das Drehrestaurant TOP 180,
  • auf 170,00 Meter eine Cafeteria und eine geschlossene Aussichtsplattform mit Panoramascheiben,
  • auf 166,25 Meter eine offene Aussichtsplattform.

Zwischen der ersten und der zweiten Antennenplattform befinden sich zwei von au√üen nicht sichtbare Betriebsgeschosse. √úber der dritten Antennenplattform befindet sich ein 24 Meter hoher Stahlbetonschaft mit der 22,1 Meter hohen rot-wei√ü gestrichenen selbsttragenden Antennenspitze aus GFK.

Publikumseinrichtungen

Besonderheit des D√ľsseldorfer Rheinturms: Die ausfallenden Panoramafenster erlauben eine direkte Ansicht des Turmschafts

Im Eingangsbereich des Rheinturms ist im Innenschaft eine kreisrunde Weltzeituhr installiert. Diese besteht aus 24 raumhohen Stundentafeln aus Spiegelglas, in welche der Erdglobus eingeschliffen ist. In den Spiegelfacetten sind 16 Weltstädte durch eigene Digitaluhren repräsentiert. Ferner sind Längen- und Breitengrade sowie die Zeitzonen ablesbar. Taktgeber der Uhr ist ein elektronischer Kristall-Oszillator von Seiko, der seinen Steuerimpuls von der Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt erhält. Die Weltzeituhr soll die weltoffene Eigenschaft der erdumspannenden Nachrichtenverbindungen verkörpern sowie das Heute und Morgen zu einem zeitlichen Augenblick verschmelzen lassen.[20]

Die beiden Publikumsaufz√ľge bef√∂rdern die Besucher mit einer Geschwindigkeit von 4 m/s wahlweise auf die H√∂he der Cafeteria mit der geschlossenen Aussichtsplattform darunter oder auf die des Restaurants. Diese Teile des Turms sind an einen privaten Restaurationsbetrieb verpachtet. Die untere, vollst√§ndig durch Gitter gesicherte Freiluftplattform auf 166 Meter H√∂he ist f√ľr den Publikumsverkehr √ľber das Treppenhaus von der Cafeteria aus zu erreichen. Das Restaurant mit 180 Sitzpl√§tzen an der Fensterfront dreht sich in einer Stunde um die Turmachse, aus technischen Gr√ľnden von 12:00 bis 17:30 Uhr in eine Richtung und von 18:30 bis 1 Uhr nachts in die entgegengesetzte.[1] Die nach au√üen geneigten Fensterscheiben bestehen aus 45 Millimeter dickem Verbund-Sicherheitsglas. Aus Platzgr√ľnden befindet sich die K√ľche im Kellergeschoss des Turmfu√ües und ist √ľber einen separaten K√ľchenaufzug mit dem Drehrestaurant verbunden.

Lichtskulptur

Die Uhr am Rheinturm: 16:56:39

Als besondere Attraktion ist eine Lichtskulptur auf der Nordostseite des Schaftes angebracht, auf welcher die Uhrzeit von der Altstadt her abgelesen werden kann. Der K√ľnstler Horst H. Baumann nennt sein Werk ‚ÄěLichtzeitpegel‚Äú. Sie ist gem√§√ü dem Guinness-Buch der Rekorde die gr√∂√üte Digitaluhr der Welt und wurde urspr√ľnglich f√ľr den Pylon der Oberkasseler Br√ľcke zur Einweihung dieser im April 1976 geplant, aber erst im November 1981 am Rheinturm realisiert.[21]

Am Turmschaft befinden sich daf√ľr 39 √ľbereinander angeordnete Bullaugen-Lampen, die in Gruppen, getrennt durch Flugsicherungsleuchten, die Stunden, Minuten und Sekunden repr√§sentieren. Ungew√∂hnlich an der digitalen Zeitskala ist, dass zus√§tzlich die Zehnersekunden, -minuten und -stunden angezeigt werden. Die Abbildung zeigt, wie sich die Uhrzeit ablesen l√§sst. Die Uhr wird durch das DCF77-Funksignal synchronisiert.

Nachts wird die Turmspitze bläulich-violett angestrahlt.

Sicherheitseinrichtungen

Fernseht√ľrme mit Publikumsverkehr m√ľssen besondere Auflagen in Bezug auf ihre Sicherheitseinrichtungen erf√ľllen. Aus diesem Grund sind alle Aufz√ľge auch manuell bedienbar; zwischen Fernmelde- und K√ľchenaufzug besteht zus√§tzlich eine Umsteigem√∂glichkeit. Die Besucheraufz√ľge lassen sich im Brandfall als Feuerwehraufzug nutzen und verf√ľgen √ľber eine separate elektrische Beschaltung. Die Nottreppe ist permanent beleuchtet. S√§mtliche im Turm verwendeten Materialien sind schwer oder gar nicht entflammbar. Jeder Besucher wird √ľber eine Z√§hlanlage erfasst, um zu gew√§hrleisten, dass sich nie mehr als 700 Personen im Turm aufhalten, die im Brandfall in der absolut feuersicheren Aussichtsplattform Platz haben.[2]

In beiden Besucherplattformen ist eine Sprinkleranlage eingebaut. Ein Wasservorratsbeh√§lter im unteren Kelchbereich fasst 75 m¬≥ L√∂schwasser. Im Falle eines Stromausfalls √ľbernimmt eine Netzersatzanlage die Stromversorgung f√ľr den gesamten Publikumsbereich.[12]

Frequenzen und Programme

Digitales Fernsehen (DVB-T)

Seit dem 8. November 2004 strahlt der D√ľsseldorfer Rheinturm bis zu 24 digitale Fernsehprogramme aus.[22] Vor der Einf√ľhrung des digitalen Fernsehens diente der Rheinturm als Modulationsleitung f√ľr die Landesstudios des WDR, des ZDF sowie f√ľr private Programmanbieter.[23] Die Reichweite reicht wegen der g√ľnstigen Lage sowie der hohen Sendeleistung bis in die Niederlande, die St√§dteregion Aachen, den Kreis D√ľren und in das Ruhrgebiet.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(kW)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(MBit/s)
29 538 Mediengruppe RTL RTL
RTL II
Super RTL
VOX
50 V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
35 586 ZDFvision/ ZDFmobil ZDF
3sat
KI.KA
ZDFneo
ZDFinfokanal
50 V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
46 674 WDR WDR Fernsehen
mdr
NDR Fernsehen
SWR Fernsehen (RP)
50 V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
48 690 WDR Das Erste
arte
phoenix
einsfestival
50 V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
52 722 LfM CNN International
VIVA
Eurosport
Tele 5
50 V 16-QAM 2/3 1/4 13,27
55 746 ProSiebenSat.1 Media AG Sat.1
ProSieben
Kabel eins
N24
50 V 16-QAM 2/3 1/4 13,27

Hörfunkprogramme

Turmkorb und Antenne

Der UKW-Sender am Rheinturm befindet sich auf einer H√∂he von 196 Meter.[24] Der Lokalsender NE-WS 89.4 wurde von seinem Sendestart bis 1998 vom Funkturm in Willich mit 200 Watt ausgestrahlt. Da dieser Sender jedoch keine optimale Abdeckung des Sendegebietes gew√§hrleisten konnte wurde die Sendeleistung erh√∂ht und auf den Rheinturm verlagert. Damit ist der Radiosender bis in die Niederlande und die Eifel zu empfangen.

Programm Frequenz
(MHz)
ERP
(kW)
NE-WS 89.4 89,4 1

Telefondienst und Fernseh-Richtfunk

Beim Funktelefondienst fungiert der Rheinturm als Gegenfunkstelle und damit als Schnittstelle zum festen Fernmeldenetz. Der √ľberwiegende Teil der fernmeldetechnischen √úbertragung geschieht √ľber Richtfunkantennen. Die Kapazit√§t der Richtfunkanlagen wurde 1990 ausgebaut mit 35.000 Fernsprechkan√§len mit herk√∂mmlichen Analogrichtfunkanlagen, 65.000 Fernsprechkan√§len mit Digitalfunkanlagen und 13 Fernseh-Richtfunkverbindungen. Als Gegenfunkstellen dienen 16 Fernmeldet√ľrme im Umkreis von 50 Kilometern. Im √ľberregionalen Fernleitungsnetz dienen diese als Relaisstationen zur Signalverst√§rkung.[25]

Bei Veranstaltungen in D√ľsseldorf und Umgebung werden die Bild- und Tonsignale √ľber transportable Richtfunkanlagen zum Rheinturm gesendet, der diese √ľber eine feste Fernseh-Richtfunkverbindung an die zust√§ndigen Studios weiterleitet.

Zur Richtfunkanlage gehören verschiedene Parabolantennen auf den drei Plattformen.

Siehe auch

Literatur

  • Klaus M√ľller, Hermann Wegener, Heinz-Gerd W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf: Daten und Fakten Triltsch Verlag, D√ľsseldorf 1990, ISBN 3-7998-0060-3.
  • Roland Kanz: Architekturf√ľhrer D√ľsseldorf. Dietrich Riemer Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-496-01232-3, S. 81.
  • Klaus Englert: ‚Ķ in die Jahre gekommen. Der Rheinturm in D√ľsseldorf. In db Deutsche Bauzeitung 141, 2007, Nr.6, S. 85‚Äď88, ISSN 0721-1902.
  • Erwin Heinle, Fritz Leonhardt: T√ľrme aller Zeiten, aller Kulturen. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1997, ISBN 3-421-02931-8, S. 235.

Weblinks

 Commons: Rheinturm ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b Informationsseiten der Stadt D√ľsseldorf
  2. ‚ÜĎ a b M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 36
  3. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 6
  4. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 14
  5. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 10
  6. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 13
  7. ‚ÜĎ a b Englert: ‚Ķ in die Jahre gekommen. Der Rheinturm in D√ľsseldorf, Seite 87
  8. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 16/17
  9. ‚ÜĎ Referenzliste von Dipl.-Ing. Dieter Rudat
  10. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 20
  11. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 18
  12. ‚ÜĎ a b M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 37
  13. ‚ÜĎ RP Online: Der Rheinturm hat eine neue Spitze, 18. Oktober 2004
  14. ‚ÜĎ Filmbeitrag in der Sendung Galileo (Pro Sieben) zum Umbau des Rheinturms, Oktober 2004
  15. ‚ÜĎ Homepage Firefighter Skyrun
  16. ‚ÜĎ a b c M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 18
  17. ‚ÜĎ a b M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 20
  18. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 22
  19. ‚ÜĎ a b M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 23
  20. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 31
  21. ‚ÜĎ Lichtzeitpegel Rheinturm
  22. ‚ÜĎ DVB-T: Das Programmangebot in D√ľsseldorf und Duisburg
  23. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 15
  24. ‚ÜĎ Sender in Nordrhein-Westfalen
  25. ‚ÜĎ M√ľller, Wegener, W√∂stemeyer: Rheinturm D√ľsseldorf, Seite 26
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