Rhenium

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Rhenium
Eigenschaften
   
[Xe] 4f14 5d5 6s2
75
Re
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Rhenium, Re, 75
Serie √úbergangsmetalle
Gruppe, Periode, Block 7, 6, d
Aussehen gräulich weiß
CAS-Nummer 7440-15-5
Massenanteil an der Erdh√ľlle 0,001 ppm[1]
Atomar [2]
Atommasse 186,207 u
Atomradius (berechnet) 135 (188) pm
Kovalenter Radius 159 pm
Elektronenkonfiguration [Xe] 4f14 5d5 6s2
1. Ionisierungsenergie 760 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 1260 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie 2510 kJ/mol
4. Ionisierungsenergie 3640 kJ/mol
Physikalisch [2]
Aggregatzustand fest
Kristallstruktur hexagonal
Dichte 21,0 g/cm3 (25 ¬įC)[3]
Magnetismus paramagnetisch (Ōám = 9,6 ¬∑ 10‚ąí5)[4]
Schmelzpunkt 3459 K (3186 ¬įC)
Siedepunkt 5869 K (5596 ¬įC)
Molares Volumen 8,86 ¬∑ 10‚ąí6 m3/mol
Verdampfungswärme 705 kJ/mol
Schmelzwärme 33 kJ/mol
Schallgeschwindigkeit 4700 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität 137 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 5,56 · 106 A/(V · m)
Wärmeleitfähigkeit 48 W/(m · K)
Chemisch [2]
Oxidationszustände -3, -2, -1, 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7[5]
Normalpotential ‚ąí0,276 V (ReO2 + 4 H+ + 4e‚ąí
‚Üí Re + 2 H2O)
Elektronegativität 1,9 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE (MeV) ZP
185Re

37,4 %

Stabil
186Re

{syn.}

89,25 h ő≤‚ąí 1,069 186Os
őĶ 0,582 186W
186mRe

{syn.}

200.000 a IT 0,149 186Re
ő≤‚ąí 1,218 186Os
187Re

62,6 %

4,12 ¬∑ 1010 a ő≤‚ąí 0,003 187Os
188Re

{syn.}

17,021 h ő≤‚ąí 2,120 188Os
Weitere Isotope siehe Liste der Isotope
NMR-Eigenschaften
  Spin ő≥ in
rad¬∑T‚ąí1¬∑s‚ąí1
Er(1H) fL bei
B = 4,7 T
in MHz
185Re 5/2 6,1057 · 107 0,137 45
187Re 5/2 6,1682 · 107 0,133 45,5
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [6]

Pulver

02 ‚Äď Leicht-/Hochentz√ľndlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 228
EUH: keine EUH-Sätze
P: 210 [6]
Gefahrstoffkennzeichnung [7]

Pulver

Leichtentz√ľndlich
Leicht-
entz√ľndlich
(F)
R- und S-Sätze R: 11 (Pulver)
S: 16 (Pulver)
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Rhenium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Re und der Ordnungszahl 75. Im Periodensystem der Elemente steht es in der 7. Nebengruppe (Gruppe 7) oder Mangangruppe. Es ist ein sehr seltenes, silberweiß glänzendes, schweres Übergangsmetall. Legierungen mit Rheniumanteilen finden Verwendung in Flugzeugtriebwerken, beim Herstellen von bleifreiem Benzin und in Thermoelementen.

Biologische Funktionen des Rheniums sind nicht bekannt, es kommt normalerweise nicht im menschlichen Organismus vor. Ebenso sind keine toxischen Effekte des Metalls bekannt, es gilt als arbeitshygienisch unbedenklich.[8]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Existenz des sp√§teren Rheniums wurde erstmals 1871[9] von Dmitri Iwanowitsch Mendelejew als Dwi-Mangan vorhergesagt. Er schloss aus den Gesetzm√§√üigkeiten des von ihm entworfenem Periodensystems, dass unterhalb des Mangans zwei noch unbekannte Elemente, die sp√§teren Technetium und Rhenium, stehen m√ľssten.

Ida Noddack-Tacke

Entdeckt wurde Rhenium erst 1925 von Walter Noddack, Ida Tacke und Otto Berg. Sie untersuchten Columbit, um die gesuchten Elemente Eka- und Dwi-Mangan zu finden. Da die gesuchten Elemente in den Proben nur in sehr geringem Ma√üe enthalten waren, mussten sie durch Abtrennen der anderen Bestandteile angereichert werden. Schlie√ülich konnte das sp√§tere Rhenium durch R√∂ntgenspektroskopie nachgewiesen werden.[10] Noddack und Tacke behaupteten auch, sehr geringe Mengen des Eka-Mangans (sp√§ter Technetium) gefunden zu haben, jedoch konnte dies nicht durch Darstellung des Elements best√§tigt werden. Sie nannten die Elemente nach ihren Heimatgegenden Rhenium (lat. Rhenus f√ľr Rhein) und Masurium (von Masuren). Dieser Name setze sich jedoch nach der Entdeckung des Technetiums 1937 nicht durch.

1928 konnten Noddack und Tacke erstmals ein Gramm Rhenium aus 660 Kilogramm Molybd√§nerz extrahieren.[11] Wegen der hohen Kosten begann die Herstellung nennenswerter Mengen erst ab 1950, als ein gr√∂√üerer Bedarf f√ľr neuentwickelte Wolfram-Rhenium- und Molybd√§n-Rhenium-Legierungen bestand.

Vorkommen

Rhenium ist mit einem Anteil von nur 0,7 ppb[12] in der kontinentalen Erdkruste seltener als Rhodium, Ruthenium und Iridium. Es kommt nicht gediegen, sondern ausschlie√ülich gebunden in einigen Erzen vor. Da Rhenium √§hnliche Eigenschaften wie Molybd√§n besitzt, wird es vor allem in Molybd√§nerzen wie Molybd√§nglanz MoS2 gefunden. In diesen kann bis zu 0,2 %[3] Rhenium enthalten sein. Weitere rheniumhaltige Minerale sind Columbit (Fe, Mn)[NbO3], Gadolinit Y2 Fe Be [O|SiO4]2 und Alvit ZrSiO4. Auch im Mansfelder Kupferschiefer ist in geringen Mengen Rhenium enthalten. Die gr√∂√üten Vorkommen an rheniumhaltigen Erzen liegen in den Vereinigten Staaten, Kanada und Chile.

Bisher wurde erst ein Rheniummineral, das Rheniit (Rhenium(IV)-sulfid, ReS2) entdeckt. Der Fundort lag in einer Fumarole am Gipfelkrater des Vulkans Kudrjawyj (russisch: –ö—É–ī—Ä—Ź–≤—č–Ļ) auf der Insel Iturup, die zu den Kurilen (Russland) geh√∂rt.[13]

Gewinnung und Darstellung

Der Grundstoff f√ľr die Gewinnung von Rhenium sind Molybd√§nerze, insbesondere Molybd√§nglanz. Werden diese im Zuge der Molybd√§ngewinnung ger√∂stet, reichert sich Rhenium als fl√ľchtiges Rhenium(VII)-oxid in der Flugasche an. Dieses kann mit ammoniakhaltigem Wasser zu Ammoniumperrhenat (NH4ReO4) umgesetzt werden.

\mathrm{Re_2O_7 + H_2O + 2\ NH_3 \longrightarrow 2\ NH_4ReO_4}

Das Ammoniumperrhenat wird anschließend bei hohen Temperaturen mit Wasserstoff zu elementarem Rhenium reduziert.

\mathrm{2\ NH_4ReO_4 + 4\ H_2 \longrightarrow 2\ Re + N_2 + 8\ H_2O}

Die Hauptproduzenten waren 2006 Chile, Kasachstan und die Vereinigten Staaten, die Gesamtmenge an produziertem Rhenium belief sich auf etwa 45 Tonnen.[14]

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Kristallstruktur von Re, a = 276,1 pm, c = 445,8 pm[15]

Rhenium ist ein wei√ügl√§nzendes hartes Schwermetall, das √§u√üerlich Palladium und Platin √§hnelt. Es kristallisiert in einer hexagonal-dichtesten Kugelpackung in der Raumgruppe 6/mmm mit den Gitterparametern a = 276,1 pm und c = 445,8 pm sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.[15] Die Dichte des Rheniums 21,03 g/cm3[8] wird nur von den drei Platinmetallen Osmium, Iridium und Platin √ľbertroffen.

Rhenium hat mit 3186 ¬įC[16] einen der h√∂chsten Schmelzpunkte aller Elemente. Es wird nur noch von dem h√∂chstschmelzenden Metall Wolfram (3422 ¬įC[16]) und Kohlenstoff √ľbertroffen. Der Siedepunkt ist mit 5596 ¬įC jedoch der h√∂chste aller Metalle und √ľbertrifft Wolfram (Siedepunkt 5555 ¬įC[17]) um 41 K.

Unterhalb von 1,7 K[16] wird Rhenium zum Supraleiter.

Rhenium l√§sst sich gut durch Schmieden und Verschwei√üen verarbeiten, da es duktil ist und dies im Gegensatz zu Wolfram oder Molybd√§n auch nach Rekristallisation bleibt. Beim Schwei√üen von Rhenium tritt keine Verspr√∂dung auf, die zu einer h√∂heren Spr√∂digkeit und damit schlechteren Materialeigenschaften f√ľhren w√ľrde.[18]

Die Aktivität von Rhenium ist 1,0 MBq/kg.[19]

Chemische Eigenschaften

Obwohl Rhenium mit einem negativen Standardpotential nicht zu den Edelmetallen z√§hlt, ist es bei Raumtemperatur unreaktiv und gegen√ľber Luft stabil. Erst beim Erhitzen reagiert es ab 400 ¬įC[8] mit Sauerstoff zu Rhenium(VII)-oxid. Auch mit den Nichtmetallen Fluor, Chlor und Schwefel reagiert es beim Erhitzen.

In nichtoxidierenden S√§uren, wie Salzs√§ure oder Flusss√§ure, ist Rhenium nicht l√∂slich. Dagegen l√∂sen die oxidierenden Schwefel- und Salpeters√§ure Rhenium leicht auf. Mit Oxidationsschmelzen bilden sich leicht farblose Perrhenate(VII) der Form ReO4‚ąí oder gr√ľne Rhenate(VI) des Typs ReO42‚ąí.

Isotope

Es sind insgesamt 34 Isotope und weiter 20 Kernisomere des Rheniums bekannt.[20] Von diesen kommen zwei, die Isotope 185Re und 187Re, nat√ľrlich vor. 185Re, das mit einem Anteil von 37,40 % an der nat√ľrlichen Isotopenverteilung vorkommt, ist das einzige stabile Isotop. Das mit einem Anteil 62,60 % h√§ufigere 187Re ist schwach radioaktiv. Es zerf√§llt unter Betazerfall mit einer Halbwertszeit von 4,12 ¬∑ 1010 Jahren zu 187Os. Es ist damit neben Indium eines der wenigen Elemente, die zwar ein stabiles Isotop haben, in der Natur jedoch am h√§ufigsten in ihrer radioaktiven Form vorkommen. Beide Isotope sind mit Hilfe der Kernspinresonanzspektroskopie nachweisbar. Von den k√ľnstlichen Isotopen werden 186Re und 188Re als Tracer verwendet. 188Re dient als radioaktives Arzneimittel in der Tumortherapie.[21]

Der Zerfall von 187Re zu 187Os wird als Rhenium-Osmium-Methode in der Geologie zur isotopischen Altersbestimmung von Gesteinen oder Mineralen benutzt. Dabei wird zur Korrektur des schon vorher vorhandenen Osmiums die Isochronenmethode verwendet.[22]

‚Üí Liste der Rhenium-Isotope

Verwendung

Rhenium wird meist nicht elementar verwendet, sondern als Beimischung in einer Vielzahl von Legierungen eingesetzt. Etwa 70 %[23] des Rheniums wird als Zusatz in Nickel-Superlegierungen genutzt. Ein Zusatz von 4 bis 6 % Rhenium bewirkt eine Verbesserung des Kriech- und Erm√ľdungsverhaltens bei hohen Temperaturen. Diese Legierungen werden als Turbinenschaufeln f√ľr Flugzeugtriebwerke eingesetzt.[24]

Weitere 20 % der produzierten Rheniummenge wird f√ľr Platin-Rhenium-Katalysatoren verwendet. Diese spielen eine gro√üe Rolle bei der Erh√∂hung der Oktanzahl von bleifreiem Benzin durch Reformieren (‚ÄěRheniforming‚Äú). Der Vorteil des Rheniums liegt darin, dass es im Vergleich mit reinem Platin nicht so schnell durch Kohlenstoffablagerungen auf der Oberfl√§che des Katalysators (‚ÄěCoking‚Äú) deaktiviert wird. Dadurch ist es m√∂glich, die Produktion bei niedrigeren Temperaturen und Dr√ľcken durchzuf√ľhren und so wirtschaftlicher zu produzieren. Auch andere Kohlenwasserstoffe, wie Benzol, Toluol und Xylol lassen sich mit Platin-Rhenium-Katalysatoren herstellen.[23].

Thermoelemente f√ľr die Temperaturmessung bei hohen Temperaturen (bis 2200 ¬įC[25]) werden aus Platin-Rhenium-Legierungen gefertigt. Auch als Legierung mit anderen Metallen, wie Eisen, Cobalt, Wolfram, Molybd√§n oder Edelmetallen verbessert Rhenium die Best√§ndigkeit gegen√ľber Hitze und chemischen Einfl√ľssen. Die Anwendung ist jedoch durch die Seltenheit und den hohen Preis des Rheniums beschr√§nkt.

In einigen Spezialanwendungen wird ebenfalls Rhenium verwendet, beispielsweise f√ľr Gl√ľhkathoden in Massenspektrometern oder Kontakte in elektrischen Schaltern.

Nachweis

Es gibt mehrere M√∂glichkeiten, Rhenium nachzuweisen. Eine M√∂glichkeit sind spektroskopische Methoden. Rhenium besitzt eine fahlgr√ľne Flammenf√§rbung mit charakteristischen Spektrallinien bei 346 und 488,9 nm.[26] Gravimetrisch ist Rhenium √ľber die charakteristisch kristallisierende Perrheniums√§ure oder verschiedene Perrhenat-Salze, etwa Tetraphenylarsonium-perrhenat, nachweisbar.[27] Auch moderne analytische Methoden wie Massenspektrometrie oder Kernresonanzspektroskopie sind f√ľr den Nachweis des Elements geeignet.

Sicherheitshinweise

Wie viele Metalle ist Rhenium in Pulverform leichtentz√ľndlich und brennbar. Zum L√∂schen darf wegen des entstehenden Wasserstoffes kein Wasser verwendet werden. Stattdessen sind als L√∂schmittel L√∂schpulver oder Metallbrandl√∂scher zu verwenden.[7] Kompaktes Rhenium ist dagegen nicht brennbar und ungef√§hrlich. Rhenium hat keine bekannte biologische Bedeutung f√ľr den menschlichen Organismus. Obwohl √ľber die Toxizit√§t von Rhenium nichts genaueres bekannt ist und keine Toxizit√§tswerte existieren, gilt Rhenium arbeitshygienisch als unbedenklich.[8]

Verbindungen

Rhenium bildet eine gro√üe Zahl an Verbindungen; wie bei Mangan und Technetium sind Verbindungen in den Oxidationsstufen von ‚ąíIII bis +VII bekannt. Im Gegensatz zu Mangan sind jedoch Verbindungen in den hohen Oxidationsstufen best√§ndiger als in den niedrigeren.

Oxide

Kristallstruktur von Rhenium(VI)-oxid (Raumgruppe Pm3m, a = 374,8 pm.[28])

Es sind insgesamt f√ľnf Oxide des Rheniums bekannt, das gelbe Re2O7, rotes ReO3, Re2O5, braunschwarzes ReO2 und Re2O3. Rhenium(VII)-oxid Re2O7 ist das stabilste Rheniumoxid. Es ist ein Zwischenprodukt bei der Rheniumgewinnung und kann als Ausgangsverbindung f√ľr die Synthese anderer Rheniumverbindungen wie Methyltrioxorhenium genutzt werden.[29] In Wasser l√∂st es sich unter Bildung der stabilen Perrheniums√§ure HReO4. Rhenium(VI)-oxid ReO3 hat eine charakteristische Kristallstruktur, die als Kristallstrukturtyp (Rheniumtrioxid-Typ) dient.

Halogenide

Es sind insgesamt 13 Verbindungen des Rheniums mit den Halogenen Fluor, Chlor, Brom und Iod bekannt. Dabei reagiert Rhenium bevorzugt zu Hexahalogeniden des Typs ReX6. So entstehen bla√ügelbes Rhenium(VI)-fluorid ReF6 und gr√ľnes Rhenium(VI)-chlorid ReCl6 direkt aus den Elementen bei 125 ¬įC bzw. 600 ¬įC. Reaktion von Rhenium mit Fluor unter leichtem Druck bei 400 ¬įC f√ľhrt zu hellgelbem Rhenium(VII)-fluorid, neben Osmium(VII)-fluorid und Iod(VII)-fluorid das einzige bekannte Halogenid in der Oxidationsstufe +VII. Rotbraunes Rhenium(V)-chlorid (ReCl5)2 besitzt eine dimere, oktaedrische Struktur. Chlorierung von ReO2 mit Thionylchlorid liefert ein schwarzes, polymeres Chlorid Re2Cl9, das aus Ketten von dimeren Re-Cl-Clustern besteht, die √ľber Chloratome verbr√ľckt sind. Werden h√∂here Rheniumchloride thermisch bei √ľber 550 ¬įC zersetzt, bildet sich dunkelrotes, trimeres Rhenium(III)-chlorid Re3Cl9. Strukturell bestehen dessen Molek√ľle aus Dreiecksmetallclustern, wobei die Re-Re-Abst√§nde von 248 pm Doppelbindungscharakter der Metall-Metall-Bindungen beweisen.[30] Die Halogenide sind wasserempfindlich und reagieren mit Wasser zu Halogenoxiden oder Oxiden.

Weitere Rheniumverbindungen

Das schwarze Rhenium(VII)-sulfid Re2S7 entsteht aus Perrhenatlösungen durch Einleiten von Schwefelwasserstoff. Thermische Zersetzung ergibt ebenfalls schwarzes Rhenium(IV)-sulfid ReS2, das auch direkt aus den Elementen zugänglich ist.[30]

Rhenium bildet eine Vielzahl von Komplexen. Es sind sowohl klassische Komplexe mit einzelnen Metallzentren, als auch Metallcluster bekannt. Bei diesen liegen Rhenium-Rhenium-Mehrfachbindungen teilweise auch in Form von Dreifach- oder Vierfachbindungen vor. Eine Vierfachbindung existiert etwa im Re2X82‚ąí-Komplexion (X ist dabei ein Halogenatom oder eine Methylgruppe).

Auch metallorganische Verbindungen des Rheniums sind bekannt. Eine wichtige organische Rheniumverbindung ist Methylrheniumtrioxid (MTO), die als Katalysator f√ľr Metathesereaktionen, zur Epoxidierung von Olefinen sowie zur Olefinierung von Aldehyden eingesetzt werden kann. MTO und andere Rheniumkatalysatoren f√ľr die Metathese sind besonders best√§ndig gegen√ľber Katalysatorgiften.[31]

‚Üí Kategorie:Rheniumverbindung

Literatur

  • Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 102. Auflage, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1.
  • Norman N. Greenwood, Alan Earnshaw: Chemie der Elemente, 1. Auflage, Weinheim 1988, ISBN 3-527-26169-9.
  • Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente - das Periodensystem in Fakten, Zahlen und Daten. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3.
  2. ‚ÜĎ Die Werte der atomaren und physikalischen Eigenschaften (Infobox) sind (soweit nicht anders angegeben) aus www.webelements.com (Rhenium) entnommen.
  3. ‚ÜĎ a b N. N. Greenwood und A. Earnshaw: Chemie der Elemente, 1. Auflage, Weinheim 1988, ISBN 3-527-26169-9, S. 1339.
  4. ‚ÜĎ Weast, Robert C. (ed. in chief): CRC Handbook of Chemistry and Physics. CRC (Chemical Rubber Publishing Company), Boca Raton 1990. Seiten E-129 bis E-145. ISBN 0-8493-0470-9. Werte dort sind auf g/mol bezogen und in cgs-Einheiten angegeben. Der hier angegebene Wert ist der daraus berechnete ma√üeinheitslose SI-Wert.
  5. ‚ÜĎ Holleman-Wiberg, Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 101. Auflage, de Gruyter Verlag 1995 ISBN 3-11-012641-9
  6. ‚ÜĎ a b Datenblatt Rhenium bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. April 2011.
  7. ‚ÜĎ a b Eintrag zu Rhenium-Pulver in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Dezember 2007 (JavaScript erforderlich) (Dies gilt nur f√ľr Pulver, als kompaktes Material ist Rhenium ungef√§hrlich.)
  8. ‚ÜĎ a b c d Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 102. Auflage, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 2148.
  9. ‚ÜĎ William H. Brock: Viewegs Geschichte der Chemie. Vieweg, Braunschweig 1997, ISBN 3-540-67033-5.
  10. ‚ÜĎ Ida Tacke: Zur Auffindung der Ekamangane, in: Zeitschrift f√ľr angewandte Chemie, 1925, 51, S. 1157‚Äď1180.
  11. ‚ÜĎ Idaund Walter Noddack: Die Herstellung von einem Gramm Rhenium, in: Zeitschrift f√ľr anorganische und allgemeine Chemie, 1929, 183, 1, S. 353‚Äď375.
  12. ‚ÜĎ David R. Lide (ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics, 90. Auflage, CRC Press, Boca Raton, Florida, 2005. Section 14, Geophysics, Astronomy, and Acoustics; Abundance of Elements in the Earth's Crust and in the Sea, p. 14-18.
  13. ‚ÜĎ M. A. Korzhinsky, S. I. Tkachenko, K. I. Shmulovich, Y. A. Tarant und G. S. Steinberg: Discovery of a pure rhenium mineral at Kudriavy volcano, in: Nature, 1994, 369, S. 51‚Äď53.
  14. ‚ÜĎ Rhenium bei usgs mineral resources (2007).
  15. ‚ÜĎ a b K. Schubert: Ein Modell f√ľr die Kristallstrukturen der chemischen Elemente, in: Acta Crystallographica, 1974, B30, S. 193‚Äď204, doi:10.1107/S0567740874002469.
  16. ‚ÜĎ a b c Physikalische Eigenschaften des Rheniums bei webelements.com.
  17. ‚ÜĎ Physikalische Eigenschaften des Wolframs bei webelements.com.
  18. ‚ÜĎ E. Gebhardt, E. Fromm und Fr. Benesovsky: Hochschmelzende Metalle und ihre Legierungen, in: Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, 1972, 3, 4, S. 197‚Äď203.
  19. ‚ÜĎ Berechnet aus Isotopenverh√§ltnis, relativer Isotopenmasse und Halbwertszeit aus David R. Lide (ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics, 90. Auflage, CRC Press, Boca Raton, Florida, 1995‚Äď1996. Section 11, Nuclear and Particle Physics; Table of the Isotopes, p. 11-191 bis 11-193.
  20. ‚ÜĎ G. Audi, O. Bersillon, J. Blachot, A. H. Wapstra: The NUBASE evaluation of nuclear and decay properties. In: Nuclear Physics. Bd. A 729, 2003, S. 3‚Äď128. (auch H√§ufigkeiten und Halbwertszeiten)
  21. ‚ÜĎ Rhenium-188 als Radiopharmazeutikum, Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II), Garching, 19. Juli 2007.
  22. ‚ÜĎ Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Rhenium-Osmium-Methode im Lexikon der Geowissenschaften.
  23. ‚ÜĎ a b usgs mineral resources, mineral yearbook 2005 (Rhenium).
  24. ‚ÜĎ Zuk√ľnftige Anforderungen an Hochtemperaturwerkstoffe im Flugturbinenbau, Vortrag MTU Aero Engines GmbH, M√ľnchen, 26. November 2004 (pdf, 4 MB).
  25. ‚ÜĎ Hans Breuer: Allgemeine und anorganische Chemie. dtv-Atlas Chemie. Bd 1, 9. Aufl. dtv, M√ľnchen 2000, ISBN 3-423-03217-0.
  26. ‚ÜĎ L. C. Hurd: Qualitative Reactions of Rhenium, in: Ind. Eng. Chem., Anal. Ed., 1936, 8, S. 11‚Äď15.
  27. ‚ÜĎ Rhenium in: Lexikon der Chemie, Spektrum Akad. Verlag, Heidelberg, 2000.
  28. ‚ÜĎ T.-S. Chang, P. Trucano: Lattice parameter and thermal expansion of ReO3 between 291 and 464 K, in: J. Appl. Cryst., 1978, 11, S. 286‚Äď288.
  29. ‚ÜĎ Wolfgang A. Herrmann et al.: Kosteng√ľnstige, effiziente und umweltfreundliche Synthese des vielseitigen Katalysators Methyltrioxorhenium (MTO), in: Angew. Chem., 2007, 119, S. 7440‚Äď7442.
  30. ‚ÜĎ a b Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Rheniumverbindungen im Lexikon der Chemie.
  31. ‚ÜĎ Thieme Chemistry (Hrsg.): Eintrag zu Rhenium im R√∂mpp Online. Version 3.14. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2011, abgerufen am 10. April 2011.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Rhenium ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Commons: Rhenium ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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Synonyme:

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