Richard von Weizsäcker

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Richard von Weizsäcker
Bundespräsident Richard v. Weizsäcker
Richard von Weizsäckers Signatur

Richard Karl Freiherr von Weizs√§cker (* 15. April 1920 in Stuttgart) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1981 bis 1984 Regierender B√ľrgermeister von Berlin und von 1984 bis 1994 der sechste Bundespr√§sident der Bundesrepublik Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Weizs√§cker wurde als viertes Kind von Ernst von Weizs√§cker und Marianne von Weizs√§cker (geb. von Graevenitz) in einem Fl√ľgel des neuen Schlosses in Stuttgart geboren. Die Familie war von K√∂nig Wilhelm II. (W√ľrttemberg) gegen Ende des Kaiserreichs geadelt worden. Weizs√§cker hat zwei Br√ľder und eine Schwester: Carl Friedrich von Weizs√§cker (Philosoph und Physiker), Adelheid von Weizs√§cker und Heinrich Viktor von Weizs√§cker (Offizier, 1939 gefallen). Die Familie lebte aufgrund der diplomatischen T√§tigkeit des Vaters von 1920 bis 1924 in Basel, von 1924 bis 1926 in Kopenhagen, von 1931 bis 1933 in Oslo, von 1933 bis 1936 in Bern, wo Weizs√§cker das Gymnasium Kirchenfeld besuchte, und danach in Berlin, wo der Vater zun√§chst Leiter der politischen Abteilung des Ausw√§rtigen Amtes unter Konstantin Freiherr von Neurath wurde und 1938 zum Staatssekret√§r unter Reichsau√üenminister Joachim von Ribbentrop avancierte.

Gedenktafel am Neuen Schloss in Stuttgart

Seit 1953 ist Weizs√§cker mit Marianne von Kretschmann verheiratet. Die Mutter von Marianne ‚Äď Asta von Kretschmann, geb. Mohr ‚Äď ist eine Adoptivtochter von Fritz von Waldthausen. Marianne von Weizs√§cker ist ferner eine Gro√ünichte der sozialdemokratischen Frauenrechtlerin Lily Braun, geb. von Kretschmann. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor:

Siehe auch: Weizsäcker

Ausbildung, Militärdienst und Beruf

1937 legte Weizs√§cker sein Abitur am Bismarck-Gymnasium (heute Goethe-Gymnasium) in Berlin-Wilmersdorf mit knapp 17 Jahren ab.[1] Er war F√§hnleinf√ľhrer der Hitlerjugend im Jungbann 37 in Berlin Wilmersdorf-Zehlendorf und erf√ľllte die Kriterien nationalsozialistischer Begabtenf√∂rderung. Nach seinem Schulabschluss reiste Weizs√§cker nach Oxford (Gro√übritannien) und Grenoble (Frankreich), um dort Vorlesungen √ľber Philosophie und Geschichte zu besuchen.

1938 wurde Weizs√§cker zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Es folgte ab Herbst desselben Jahres der Wehrdienst in einer Maschinengewehrkompanie des Potsdamer Infanterie-Regimentes 9, das zur 23. Infanterie-Division geh√∂rte. Sein Bruder Heinrich von Weizs√§cker diente als Leutnant im selben Regiment. Am 1. September 1939 √ľberschritten die Einheiten der Weizs√§cker-Br√ľder im Rahmen des Polenfeldzuges die polnische Grenze am Polnischen Korridor rund 40 Kilometer n√∂rdlich von Bromberg. Richards Bruder Heinrich von Weizs√§cker fiel am Abend des 2. September in der Schlacht in der Tucheler Heide, wenige hundert Meter von ihm entfernt am Bahndamm von Klonowo bei einem polnischen Gegenangriff.[2]

Nach dem Polenfeldzug wurde Weizs√§cker mit seinem Regiment an die luxemburgische Grenze verlegt. W√§hrend des Westfeldzuges nahm Weizs√§cker an Offiziersanw√§rter-Lehrg√§ngen teil. Danach k√§mpfte Weizs√§cker w√§hrend des Unternehmens Barbarossa bis zur Schlacht um Moskau in der Sowjetunion. Im Sommer 1941 wurde er zum ersten Mal verwundet, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse[3] und verbrachte vier Wochen in einem Lazarett. Im Winter 1941/42 wurde das Regiment fast vollst√§ndig aufgerieben. Im Fr√ľhjahr 1942 versetzte man ihn als Ordonnanzoffizier zum Oberkommando des Heeres. Nach seiner Bef√∂rderung zum Oberleutnant kehrte er zu seiner alten Einheit zur√ľck und wurde Adjutant des Regimentskommandeurs. 1943 nahm er an der Leningrader Blockade teil, der 1,1 Millionen Einwohner zum Opfer fielen. Anfang 1944 erhielt er das Eiserne Kreuz 1. Klasse.[4]. Sp√§ter folgte die Bef√∂rderung zum Hauptmann der Reserve. Mitte Mai 1944 besuchte er seinen Vater (Botschafter beim Heiligen Stuhl) in Rom. Weizs√§cker freundete sich eng mit den im selben Regiment dienenden, sp√§teren Widerstandsk√§mpfern des 20. Juli 1944 Axel von dem Bussche und Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg an, √ľber die er von den Pl√§nen des Claus Graf von Stauffenberg erfuhr. Im M√§rz 1945 wurde Weizs√§cker in Ostpreu√üen bei schweren Abwehrk√§mpfen leicht verwundet. In der ersten Aprilh√§lfte wurde er √ľber K√∂nigsberg und die Ostsee nach Potsdam transportiert. Aufgrund des nahenden Zusammenbruchs konnte er sich bis an den Bodensee (Lindau) "absetzen".[5]

Ernst von Weizs√§cker in N√ľrnberg zusammen mit seinem Sohn Richard von Weizs√§cker (ca. 1947‚Äď1949)

1945 nahm Weizs√§cker sein Studium der Rechtswissenschaft, Nebenfach Geschichte in G√∂ttingen wieder auf, das er 1950 mit dem ersten und 1953 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. Im Juli 1955 erfolgte die Promotion zum Dr. jur. mit der Arbeit Der faktische Verein. W√§hrend der gesamten Zeit war er dem Arbeitsrechtler Wolfgang Siebert, in den 1940er Jahren Leiter des Jugendrechtsausschusses der Akademie f√ľr Deutsches Recht, eng verbunden (Repetitorium, Assistenz, Doktorvater). Neben seinem Studium arbeitete Weizs√§cker von 1947 bis Anfang 1949 als Assistent von Rechtsanwalt Hellmut Becker, der der Verteidiger seines Vaters bei den N√ľrnberger Kriegsverbrecherprozessen war. W√§hrend der N√ľrnberger Kriegsverbrecherprozesse war Weizs√§cker im sogenannten ‚ÄöWilhelmstra√üen-Prozess‚Äė Hilfsverteidiger seines Vaters, des SS-Brigadef√ľhrers und Staatssekret√§rs Ernst von Weizs√§cker, der zu einer sieben-, sp√§ter f√ľnfj√§hrigen Haftstrafe verurteilt wurde.

Von 1950 bis 1953 arbeitete Weizs√§cker als wissenschaftliche Hilfskraft bei der Mannesmann AG in Gelsenkirchen. 1953 wechselte er in die Rechtsabteilung der Mannesmann AG nach D√ľsseldorf. Im Juli 1955 erhielt er Prokura und wurde 1957 Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung. Ende Juni 1958 schied Weizs√§cker bei Mannesmann aus und war bis 1962 pers√∂nlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Waldthausen, zu dem √ľber seine Frau famili√§re Beziehungen bestanden. Danach war er von 1962 bis 1966 Mitglied der Gesch√§ftsf√ľhrung des Chemie- und Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim in Ingelheim am Rhein. Boehringer Ingelheim lieferte im Folgejahr 1967 720 Tonnen Trichlorphenolatlauge an Dow Chemical. ‚ÄěMit gro√üer Betroffenheit‚Äú habe er erst Jahre nach seiner T√§tigkeit bei Boehringer von Agent Orange erfahren, sagte von Weizs√§cker.[6]

Politische Karriere vor der Präsidentschaft

Partei

Richard von Weizsäcker (1973) auf einer Pressekonferenz des CDU-Vorstandes

Seit 1954 ist Weizs√§cker Mitglied der CDU. Von 1966 bis zu seiner Wahl zum Bundespr√§sidenten 1984 war er Mitglied des Bundesvorstandes. 1968 wurde Weizs√§cker von Helmut Kohl zum ersten Mal als CDU-Kandidat f√ľr das Amt des Bundespr√§sidenten vorgeschlagen, unterlag aber in der Kampfabstimmung im CDU-Auswahlausschuss mit 20 zu 65 Stimmen gegen den damaligen Verteidigungsminister Gerhard Schr√∂der. 1971 wurde Weizs√§cker von Rainer Barzel zum Vorsitzenden der CDU-Grundsatzkommission berufen. Auf dem 22. Bundesparteitag der CDU in Hamburg im November 1973 stellte Weizs√§cker die ersten Ergebnisse zweier Jahre Arbeit in der Grundsatzkommission vor und l√∂ste damit lebhafte Diskussionen aus. Erst 1978 wurde das neue CDU-Grundsatzprogramm, an dem Weizs√§cker und Heiner Gei√üler federf√ľhrend beteiligt waren, beschlossen. Mit der Annahme seiner Wahl zum Bundespr√§sidenten lie√ü er traditionsgem√§√ü seine Mitgliedschaft in der CDU ruhen und nahm sie auch nach dem Ende seiner Amtszeit nicht wieder wahr. Im Jahr 1965 wurde Weizs√§cker als Kandidat f√ľr den Deutschen Bundestag vorgeschlagen, lehnte die Kandidatur aber ab, um einen Interessenkonflikt aufgrund seines Ehrenamtes als Pr√§sident des Deutschen Evangelischen Kirchentages zu vermeiden[7]. 1969 kandidierte Weizs√§cker im Wahlkreis Worms f√ľr den Deutschen Bundestag. Er wurde √ľber Platz 2 der rheinland-pf√§lzischen CDU-Landesliste in den Bundestag gew√§hlt und war bis 1981 Mitglied des Deutschen Bundestages. Am 17. Mai 1973 unterlag Weizs√§cker Karl Carstens in einer Kampfabstimmung um den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Weizs√§cker wurde sodann stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Bei der Wahl des deutschen Bundespr√§sidenten 1974 war Weizs√§cker Kandidat von CDU und CSU f√ľr das Amt des Bundespr√§sidenten. Diese Kandidatur nahm Weizs√§cker im Bewusstsein an, dass er aufgrund der Mehrheitsverh√§ltnisse in der Bundesversammlung nur als sogenannter ‚ÄöZ√§hlkandidat‚Äė aufgestellt wurde. Gew√§hlt wurde der bisherige Au√üenminister Walter Scheel (FDP), der als Kandidat der sozial-liberalen Koalition angetreten war.

Berlins B√ľrgermeister Richard von Weizs√§cker, US-Pr√§sident Ronald Reagan und Bundeskanzler Helmut Schmidt am 11. Juni 1982 vor dem Checkpoint Charlie

Weizs√§cker geh√∂rte dann 1976 dem von Helmut Kohl f√ľr die Bundestagswahl 1976 aufgestellten Schattenkabinett an. Von 1981 bis 1983 war er au√üerdem CDU-Landesvorsitzender in Berlin.

Regierender B√ľrgermeister von Berlin

1979 war Weizs√§cker Spitzenkandidat der CDU bei den Wahlen zum 8. Abgeordnetenhaus von Berlin. Zwar wurde die CDU mit 44,4 Prozent der Stimmen st√§rkste Kraft, Regierender B√ľrgermeister blieb aber der bisherige Amtsinhaber Dietrich Stobbe. Die Koalition aus SPD und FDP wurde fortgesetzt. Von 1979 bis 1981 war Weizs√§cker Vizepr√§sident des Deutschen Bundestages. 1981 kam es zu vorgezogenen Neuwahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Bei diesen Neuwahlen wurde die CDU mit 48,0 Prozent der Stimmen erneut st√§rkste Kraft und erhielt ihr bislang bestes Ergebnis auf Berliner Landesebene. Weizs√§cker wurde daraufhin als Nachfolger von Hans-Jochen Vogel, der damit nur ein halbes Jahr im Amt war, zum Regierenden B√ľrgermeister von Berlin gew√§hlt. Er stand zun√§chst einem CDU-Minderheitssenat vor, nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition in Bonn im September 1982 bildete er im M√§rz 1983 eine Koalition mit der FDP.

Bundespräsident

Im November 1983 wurde Weizs√§cker zum zweiten Mal als CDU/CSU-Kandidat f√ľr das Bundespr√§sidentenamt benannt und bei der Wahl am 23. Mai 1984 von der Bundesversammlung zum sechsten Bundespr√§sidenten der Bundesrepublik Deutschland gew√§hlt. Am 1. Juli wurde er als Nachfolger von Karl Carstens in diesem Amt vereidigt. Bei der Wahl des deutschen Bundespr√§sidenten am 23. Mai 1989 wurde Weizs√§cker im Amt best√§tigt. Es war die bislang einzige Wahl eines Bundespr√§sidenten, bei der es nur einen Bewerber gab.

Weizs√§cker wirkte integrierend und erlangte hohe Anerkennung im Ausland mit seiner Rede vom 8. Mai 1985, in der er den 8. Mai 1945 als ‚ÄěTag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft‚Äú bezeichnete. Er trat f√ľr ein behutsames Zusammenwachsen von Ost und West ein und mahnte in seiner Rede zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ‚ÄěSich zu vereinen, hei√üt teilen lernen.‚Äú In der Zeit √ľbte Richard von Weizs√§cker 1992 schwere Kritik an den deutschen Parteien. Er kritisierte, dass sich der Einfluss der Parteien auf die gesamte Gesellschaft ausgeweitet habe. Sie seien l√§ngst zu einem sechsten Verfassungsorgan geworden, aber, im Gegensatz zu den anderen, keiner Kontrolle unterworfen. Weiterhin f√ľhrte er aus, dass das vorrangige Ziel der Parteien sei, die n√§chste Wahl zu gewinnen und nicht langfristig Probleme dieses Landes zu l√∂sen. Sie n√§hmen tempor√§re Stimmungen im Volk in ihr Parteiprogramm auf, um bei der n√§chsten Bundestagswahl m√∂glichst viele Stimmen zu erhalten.

Bundesarchiv Bild 199-1992-089-29, Britische K√∂nigin Elisabeth II. in Br√ľhl

Staatsbesuche

Staatsbesuch in Jordanien 1985: König Hussein Bin Tatal, Marianne von Weizsäcker, Königin Noor, Bundespräsident Richard von Weizsäcker
06.05.1985 Ronald Reagan auf Staatsbesuch in Deutschland
1987 Besuch Bundespräsident von Weizsäcker in der UDSSR
Bundespräsident v. Weizsäcker 1985 in Bonn mit US-Vizepräsident Bush
Jahr Monat Staaten
1984 November Frankreich
Dezember √Ėsterreich, Vatikan
1985 Februar Jordanien, √Ągypten
März Finnland
Mai/Juni Niederlande
Oktober Israel, Frankreich (Europäisches Parlament)
November Dänemark
1986 Februar Belgien, Vereinigte Arabische Emirate, Birma, Bangladesch, Malaysia
M√§rz √Ėsterreich
Mai T√ľrkei
Juni Schweiz ILO
Juli T√ľrkei, Gro√übritannien
September Norwegen
Oktober Niederlande, Ungarn
1987 März Brasilien, Argentinien, Bolivien, Guatemala
Mai Schweiz
Juni USA, Griechenland
Juli Sowjetunion
September Niederlande
Oktober T√ľrkei
1988 März Mali, Nigeria, Simbabwe, Somalia
Mai Italien
Juni Schweden, Großbritannien
September Luxemburg
November Frankreich, Bulgarien
1989 Februar Japan
April Spanien, Dänemark
Mai/Juni USA
Oktober Marokko
1990 Januar Schweiz
März Niederlande, Portugal, Tschechoslowakei
Mai Polen, Frankreich
Juli Italien (Finale der Fußball-WM)
September Kanada, Belgien, USA (Weltkindergipfel)
Oktober Malta
November Japan, Großbritannien
1991 Januar Norwegen
Februar S√ľdkorea
Februar/März Indien, Frankreich
Juni Schweiz, Italien, Vatikan, Frankreich
Oktober Tschechoslowakei
November Niederlande, Frankreich
Dezember Israel
1992 April/Mai USA
Juni Spanien (Weltausstellung)
Juni/Juli Tansania, Jemen
Juli Spanien (Olympische Sommerspiele 1992), Island, Irland
September Frankreich
Oktober Griechenland
November Mexiko
1993 Februar Tschechien
April T√ľrkei
April/Mai Tunesien
Mai USA
Juni Ungarn
Juli Finnland, Estland, √Ėsterreich
August/September Neuseeland, Australien, Thailand, Oman
Oktober Litauen, Lettland
Oktober/November Chile, Ecuador
1994 März Vatikan, Niederlande
April Tschechien
Mai USA, Frankreich
Juni Großbritannien, Polen

Gesellschaftliches Engagement

Richard von Weizsäcker, 2009

Von 1964 bis 1970 und von 1979 bis 1981 amtierte er als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags, von 1967 bis 1984 gehörte er außerdem der Synode und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland an.

1988 gab Richard von Weizs√§cker als amtierender Bundespr√§sident erstmals und ausnahmsweise sein Einverst√§ndnis, dass ein Schulzentrum nach seinem Namen benannt werden darf: Die von Frank Weber gegr√ľndete Modellschule in Cochabamba/Bolivien, die, einmalig als Privatschule, kostenfreie Schulausbildung f√ľr sozial schwache Familien garantiert.[8] Er ist Schirmherr des Richard-von-Weizs√§cker Berufskollegs in L√ľdinghausen, D√ľlmen, Paderborn und B√ľren (Westfalen).

Seit 1994 ist er Vorsitzender des Bergedorfer Gesprächskreises der Körber-Stiftung und des Kuratoriums der Theodor-Heuss-Stiftung. Seit 2002 gehört er außerdem dem Kuratorium des Hannah-Arendt-Zentrums (Universität Oldenburg) an und ist seitdem daneben auch Schirmherr der Initiative Perspektive Deutschland, Aktion Deutschland Hilft e.V. Er ist Kuratoriumsmitglied der Initiative A Soul for Europe.

Ab 1995 leitete er als Ko-Präsident, gemeinsam mit dem Franzosen Stéphane Hessel, Moeen Qureshi (ehem. Premierminister Pakistans) eine vom damaligen UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali einberufene Kommission zur Neuorganisation der Vereinten Nationen. Im Jahr 1995 war die Zahl der Mitglieder dieser Kommission auf neun angewachsen, darunter die Kenianerin Wangari Maathai, später (2004) Preisträgerin des Friedensnobelpreises.

Von 1995 bis 2000 geh√∂rte er der Jury zur Verleihung des Internationalen N√ľrnberger Menschenrechtspreises an. Sein Nachfolger wurde Roman Herzog.

Im Jahr 2008 √ľbernahm Richard von Weizs√§cker die Namenspatenschaft des Phi Delta Phi‚ÄďInns an der Universit√§t T√ľbingen.[9]

Weizsäcker ist Mitglied der Jury der Marion-Dönhoff-Stiftung, Mitglied des Club of Rome und außerdem neben dem ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan und anderen Persönlichkeiten im Beirat der Berliner Humboldt-Viadrina School of Governance.

Weizs√§cker geh√∂rt zu den Begr√ľndern des F√∂rdervereins ‚ÄěDom zu Brandenburg‚Äú und ist Pate des Sch√∂nberger Musiksommers. Er ist Gr√ľndungsschirmherr und seit 1994 Mitglied im Senat der von Helmut Schmidt und Kurt Biedenkopf gegr√ľndeten Deutschen Nationalstiftung.

Weizs√§cker ist au√üerdem Schirmherr der Aktion Deutschland Hilft, einem B√ľndnis von zehn deutschen Hilfswerken, die im Bereich der internationalen Katastrophenhilfe t√§tig sind.[10]

Ehrungen

Sein Eisernes Kreuz I. Klasse hat der Bundespräsident während seiner Amtszeit nicht getragen.

Ehrendoktorw√ľrden

Werke

  • Der faktische Verein. juristische Dissertation, G√∂ttingen 1955.
  • Von Deutschland aus - Reden des Bundespr√§sidenten. Berlin 1985, ISBN 3-88680-173-X.
  • Von Deutschland nach Europa. Die bewegende Kraft der Geschichte. Berlin 1991, ISBN 3-442-12843-9.
  • Richard von Weizs√§cker im Gespr√§ch mit Gunter Hofmann und Werner A. Perger. Vito von Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1992, (Gespr√§ch zur Ortsbestimmung deutscher Politik nach dem politischen Wandel in Osteuropa mit zwei ZEIT-Redakteuren)
  • Vier Zeiten. Erinnerungen. 1. Auflage. Siedler, Berlin 1997, ISBN 3-88680-556-5.
  • Drei Mal Stunde Null? 1949 ‚Äď 1969 ‚Äď 1989. 1. Auflage. Siedler, Berlin 2001, ISBN 3-88680-732-0.
  • Was f√ľr eine Welt wollen wir? Richard von Weizs√§cker im Gespr√§ch mit Jan Ro√ü. 1. Auflage. Rowohlt, Berlin 2005, ISBN 3-87134-524-5.
  • Richard von Weizs√§cker: Alles steht und f√§llt mit dem politischen Willen der Mitglieder. In: Humboldt Forum Recht.
  • Die Deutschen und ihre Nachbarn. (zw√∂lf B√§nde), hrsg. zusammen mit Helmut Schmidt, C.H. Beck, M√ľnchen 2008/2009.
  • Der Weg zur Einheit. C.H. Beck, M√ľnchen 2009, ISBN 978-3-406-59287-4.

Literatur

Weblinks

 Commons: Richard von Weizs√§cker ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Setzen, Sechs! - Schulgeschichten aus Deutschland (1/3). Verlorene Kindheit. Dokumentarfilm von Dora Heinze im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 8. Dezember 2005
  2. ‚ÜĎ Geschichte 1. Garderegiment zu Fu√ü 1933‚Äď1945.
  3. ‚ÜĎ Am 20. Juli 1941, vgl. Rudolf Schr√∂ck, Richard von Weizs√§cker: eine Bildbiographie, Heyne, M√ľnchen 1992, S. 67.
  4. ‚ÜĎ Wegen "besonderer Tapferkeit", vgl. Rudolf Schr√∂ck, Richard von Weizs√§cker: eine Bildbiographie, Heyne, M√ľnchen 1992, S. 79.
  5. ‚ÜĎ Karl Salm: Fahnenflucht als politische Weltanschauung? Eine zeitgeschichtlich-politische Studie zum Fall Richard Freiherr von Weizs√§cker. 2. Aufl. Hohenrain Verlag, T√ľbingen 1990, ISBN 3-89180-022-3.
  6. ‚ÜĎ Der Spiegel 32/1991, Der Tod aus Ingelheim
  7. ‚ÜĎ R√ľdiger Runge, Margot K√§smann: Kirche in Bewegung ‚Äď 50 Jahre Deutscher Evangelischer Kirchentag 1949‚Äď1999. G√ľtersloh 1999, ISBN 3-579-02099-4, S. 106
  8. ‚ÜĎ Centro Educativo Richard von Weizs√§cker.
  9. ‚ÜĎ In einer Reihe mit Roosevelt ‚Äď Juristenvereinigung gr√ľndet sich in T√ľbingen nach amerikanischem Vorbild. In: Schw√§bisches Tagblatt. 6. Oktober 2008. (PDF)
  10. ‚ÜĎ Aktion Deutschland Hilft: Schirmherrschaft und Kuratorium von Aktion Deutschland Hilft.
  11. ‚ÜĎ Dankesschreiben Richard von Weizs√§ckers an Henry V. Neumueller, Lord of Pishobury (PDF)
  12. ‚ÜĎ Stifterverband zeichnet Richard von Weizs√§cker aus, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 11. Juni 2010, abgerufen am 14. Juni 2010
  13. ‚ÜĎ Polnische Zeitung ehrt Richard von Weizs√§cker, in RP Online vom 25. Mai 2011

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