Ring Djursland

Streckenprofil des Ring Djursland
Logo des Ring Djursland

Der Ring Djursland ist eine dänische Rennstrecke. Sie liegt östlich des Dorfes Pederstrup und nahe dem Flughafen Tirstrup sowie der Stadt Grenaa.

Finanziert vom bekannten Rennfahrer und Verleger Jens Christian Legarth wurde die Strecke 1965 mit Formel 3-, Tourenwagen- und Sportwagenrennen eröffnet. Anfangs war sie nur 800 m lang. Es hält sich die Geschichte, dass Legarth, damals noch auf dem als Acker genutzten Gelände, mit seinem privaten Pkw die Bahn markierte. Schon im folgenden Jahr sollte die Streckenlänge auf etwa 1000 m erhöht werden. Durch einen Entwurf des Architekten Per Lauritsen angeregt, sollte die Fahrbahn nun jedoch auf 1752 m verlängert werden. Die Strecke wurde allerdings erst nach und nach auf die geplante und auch heute noch bestehende Form erweitert. Das Saisondebüt 1966 markierte außerdem auch die Premiere der neuen Formel V in Dänemark. Eine weitere dänische Premiere war 1966 eine Rennveranstaltung am ersten Weihnachtsfeiertag. Es waren damals rund 800 kg Salz nötig, um die Piste vom Eis zu befreien.

1967 kam es dann bei einem Formel-3-Rennen zu einem fatalen Unfall. Douglas Revson, der Bruder des bekannteren Peter Revson, und Legarth selbst kollidierten miteinander. Beide Fahrer kamen dabei ums Leben. Darüber hinaus verletzten die Wracks der Fahrzeuge noch fünf weitere Zuschauer, einschließlich Legarths Ehefrau Annie. Schon 1969 wurde die Strecke dann von Legarths Witwe an Gunnar Henriksen verkauft. Dieser verkaufte ein weiteres Jahr später die Anlage an Ancher Larsen. Larsen brachte auch Motocross auf den Ring Djursland. Darüber hinaus wurde die nun auf 1450 m verlängerte Strecke gegen den Uhrzeigersinn befahren, aber einzig während der Saison 1970. Ab der Saison 1972 war dann René Koors der neue Streckenbesitzer.

1980 und 1981 wurden auf dem Ring Djursland Rallycross-EM-Läufe ausgefahren

Nachdem die sportlichen Aktivitäten stark abgenommen hatten, wurde 1973 erstmals nach fünf Jahren wieder ein Formel-3-Rennen ausgetragen. Probleme mit der Lautstärkebelastung führten jedoch zu reduzierter Rennaktivität. So wurden 1975 fast keine, 1976 sogar überhaupt keine Rennen ausgetragen. Erst 1978, nach der Anlage von zusätzlichen Schotterpassagen, war mit der Einführung einer Rallycross-Veranstaltung ein erneuter Aufschwung erkennbar. Dieser von Ulrik Aubertin-Oxholm in Zusammenarbeit mit dem Djursland Motor Klub organisierte Wettbewerb avancierte schon am 8. Juni 1980 zum ersten dänischen Lauf der Rallycross-Europameisterschaft. Auch am 12. Juli 1981 wurde dieses Rennen noch ein weiteres Mal im Rahmen der FIA-Rallycross-EM ausgetragen, danach jedoch nicht mehr wieder. Nachdem es zwischen René Koors und dem Streckenbetreiber zu Streitigkeiten kam, wechselte die Strecke erneut den Besitzer. Nun ruhten die Rennaktivitäten bis ins Jahr 1984.

Ab dann wurden vermehrt Formel-Ford- und Sports-2000-Rennen ausgetragen. So war 1987 der Formel-Ford-Lauf ein Teil der EFDA-Euroseries. Umwelt- und Laustärkeprobleme führten von 1990 bis 1993 zum Aus aller Rennaktivitäten. 1994 erfolgte dann die Wiederaufnahme des Motorsports mit Tourenwagenrennen. Dabei war sogar Legarths Sohn Mike Legarth am Start. Später traten er und sein Bruder Pierre Legarth auch gemeinsam in der Dänischen Tourenwagen-Meisterschaft an, die seit 1999 regelmäßig auf dem Ring Djursland zu Gast ist. Daneben sind auch wieder Rallycross-Läufe und weitere nationale Rundstreckenserien im Rennkalender der Anlage zu finden. Auch die deutsche Spezial-Tourenwagen-Trophy ist hier mit einem Wertungslauf vertreten.

Die bislang letzte Umbaumaßnahme war im Jahr 2004 eine vollständige neue Asphaltierung der Fahrbahn.

Literatur

  • Ring Djursland – En udfordring for alle, Sprache: Dänisch, Autor: Morten Alstrup, Herausgeber: Fonden Ring Djursland Motorsport, 1. Auflage: November 2007, ISBN 978-87-991090-2-9

Weblinks

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