Rio de Janeiro

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Rio de Janeiro
Rio de Janeiro
Rio de Janeiro (Rio de Janeiro)
Rio de Janeiro
Rio de Janeiro
Lage
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Rio de Janeiro
Höhe 31 m
FlĂ€che 1.182 kmÂČ
Metropolregion 6.567 kmÂČ
Einwohner 6.320.446 (1. August 2010[1])
Metropolregion 11.875.063 (1. August 2010[2])
Dichte 5.347,2 Ew./kmÂČ
Metropolregion 1.808,3 Ew./kmÂČ
ISO 3166-2 BR-RJ
Webauftritt www.rio.rj.gov.br/
Politik
BĂŒrgermeister Eduardo Paes
Partei PMDB
Sonstiges
Stadtgliederung: 33 Verwaltungsregionen (RegiÔes Administrativas)
Postleitzahl (CEP) 20000-000 - 28990-000
Montagem Rio de Janeiro.jpg
-22.908333-43.196389

Rio de Janeiro [ˌxiudʒiʒaˈneiÌŻÉŸu] ist die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Brasiliens und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Sie liegt an der Guanabara-Bucht im SĂŒdosten des Landes. Der Name (portugiesisch fĂŒr „Fluss des Januars“) entstand, weil Gaspar de Lemos am 1. Januar 1502 die Bucht entdeckte und irrtĂŒmlich fĂŒr die MĂŒndung eines großen Flusses hielt. Im administrativen Stadtgebiet leben rund 6,3 Millionen Menschen (2010).[1] Die Metropolregion hat 11,9 Millionen Einwohner (2010).[2]

Bis 1960 war Rio de Janeiro die Hauptstadt Brasiliens und trat danach diese Funktion an BrasĂ­lia ab, bleibt aber nach SĂŁo Paulo bedeutendstes Handels- und Finanzzentrum des Landes. Die Bewohner der Stadt nennt man Cariocas, nach einem Wort aus der zum TupĂ­-GuaranĂ­ gehörenden Sprache der TupinambĂĄ, welches „HĂŒtte des weißen Mannes“ bedeutet.

Wahrzeichen von Rio de Janeiro sind der Zuckerhut, die 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado und der Strand des Stadtteils Copacabana, der als einer der berĂŒhmtesten der Welt gilt. Die Stadt ist auch bekannt wegen des jĂ€hrlich stattfindenden Karnevals von Rio. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den grĂ¶ĂŸten Paraden der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Rio de Janeiro aus dem Weltall

Rio de Janeiro liegt unmittelbar nördlich des sĂŒdlichen Wendekreises, eingebettet zwischen dem Atlantik im SĂŒden, der Guanabara-Bucht im Osten und den AuslĂ€ufern der Serra do Mar, einem Teil des zentralbrasilianischen Hochlandes, im Norden und Westen. Das administrative Stadtgebiet hat eine FlĂ€che von 1182 Quadratkilometer und liegt durchschnittlich 31 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel.[3] Es ist geprĂ€gt durch die Buchten und StrĂ€nde entlang der Ufer, sowie durch Morros genannte GranithĂŒgel, die zu den AuslĂ€ufern der Serra do Mar gehören.

Zu diesen GranithĂŒgeln gehören auch die beiden Wahrzeichen Rios, der 394 Meter hohe Zuckerhut, unmittelbar auf einer Halbinsel in der Guanabara-Bucht gelegen, sowie der 704 Meter hohe Corcovado mit der Christusstatue auf dem Gipfel. Der höchste Punkt des Stadtgebietes ist der 1022 Meter hohe Pico da Tijuca, der inmitten eines ausgedehnten Naturschutzgebietes liegt.

Durch eine HĂŒgelkette wird das Stadtgebiet in zwei Teile getrennt. Die Zona Sul (SĂŒd-Zone) erstreckt sich entlang der AtlantikkĂŒste mit den berĂŒhmten Strandbezirken Ipanema und Copacabana. Der nördlichen Teil umfasst dagegen das historische Stadt- und heutige GeschĂ€ftszentrum sowie die Stadtteile im Norden.

Stadtgliederung

Rio de Janeiro gliedert sich in 33 Verwaltungsregionen (RegiĂ”es Administrativas). Diese sind statistisch fĂŒnf Planungsgebieten (Áreas de Planejamento) zugeordnet. Die Planungsgebiete sind:

Die Verwaltungsregionen unterteilen sich in 159 Stadtviertel (Bairros). Dazu gehören unter anderem: Bento Ribeiro, Cascadura, Catete, Eståcio, Flamengo, Gåvea, Humaitå, Ipanema, Lapa, Leblon und Urca.

Siehe auch: Verwaltungsregionen der Stadt Rio de Janeiro

Blick vom Corcovado ĂŒber das Zentrum, Botafogo, den Zuckerhut, Copacabana und Ipanema
Blick vom Corcovado ĂŒber das Zentrum, Botafogo, den Zuckerhut, Copacabana und Ipanema

Klima

Auf Grund der Lage Rio de Janeiros in den niederen Breiten, am Atlantischen Ozean und an der Guanabara-Bucht ist das Klima der Stadt tropisch mit zwölf humiden Monaten. Es dominiert warmes Klima, das jedoch durch die steten Passatwinde gemildert wird.

Die höchste Temperatur in Rio de Janeiro wurde offiziell am 14. Januar 1984 an der Wetterstation im Stadtteil Bangu mit 43,2 Â°C gemessen, die tiefste am 19. Juli 1926 an der Wetterstation im Stadtteil Campo dos Afonsos mit 4,8 Â°C.[4][5]

Die Jahresdurchschnittstemperatur betrĂ€gt 22,6 Â°C bei nur geringen monatlichen Abweichungen (Höchsttemperatur im Januar/Februar: 25,5 Â°C, Tiefsttemperatur im Juli: 20,2 Â°C) und einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 1173 Millimetern. Die höchsten NiederschlĂ€ge fallen in den Monaten Dezember bis April, wenn auf der SĂŒdhalbkugel Sommer ist. Der wenigste Niederschlag fĂ€llt in den Wintermonaten Juli und August.

Rio de Janeiro
Klimadiagramm (ErklÀrung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
114
 
29
23
 
 
105
 
30
24
 
 
103
 
29
23
 
 
137
 
28
22
 
 
86
 
26
20
 
 
80
 
25
19
 
 
56
 
25
18
 
 
51
 
26
19
 
 
87
 
25
19
 
 
88
 
26
20
 
 
96
 
27
21
 
 
169
 
29
22
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: World Meteorological Organization[6]
Temperatur und Niederschlag im langjĂ€hrigen Mittel (1961–1990)
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29,4 30,2 29,4 27,8 26,4 25,2 25,3 25,6 25,0 26,0 27,4 28,6 Ø 27,2
Min. Temperatur (°C) 23,3 23,5 23,3 21,9 20,4 18,7 18,4 18,9 19,2 20,2 21,4 22,4 Ø 21
Niederschlag (mm) 114,1 105,3 103,3 137,4 85,6 80,4 56,4 50,5 87,1 88,2 95,6 169,0 ÎŁ 1.172,9
Regentage (d) 12 9 9 10 8 6 6 6 9 10 11 13 ÎŁ 109
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
29,4
23,3
30,2
23,5
29,4
23,3
27,8
21,9
26,4
20,4
25,2
18,7
25,3
18,4
25,6
18,9
25,0
19,2
26,0
20,2
27,4
21,4
28,6
22,4
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
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c
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l
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114,1 105,3 103,3 137,4 85,6 80,4 56,4 50,5 87,1 88,2 95,6 169,0
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: World Meteorological Organization[6]

Geschichte

Kolonialzeit

SituationskÀrtchen von Rio de Janeiro um 1888

Entsprechend dem Vertrag von Tordesillas erhoben die Portugiesen Anspruch auf das 1500 entdeckte Gebiet des heutigen Brasiliens, der aber von den Franzosen nicht anerkannt wurde, die daraufhin 1555 auf der Ilha do Serigipe vor der KĂŒste des heutigen Rio de Janeiro unter Vizeadmiral de Villegagnon das Fort Coligny grĂŒndeten; das von hier aus kontrollierte Gebiet nannten sie France Antarctique. An der gegenĂŒberliegenden KĂŒste grĂŒndete de Villegagnon dann die Siedlung „Henriville“. Zu jener Zeit lebten in dieser Region Tupi-Indianer der StĂ€mme der Tamoios und TupinambĂĄs, mit denen die Franzosen sich verbĂŒndeten. Erst zehn Jahre spĂ€ter, 1565, wurden die Franzosen durch die Portugiesen von dort vertrieben, die daraufhin am heutigen Morro do Castelo die Stadt SĂŁo SebastiĂŁo do Rio de Janeiro grĂŒndeten.

1680 wurde Rio de Janeiro Hauptstadt der sĂŒdlichen Regionen Brasiliens; zu dieser Zeit war die Siedlung mit rund 4000 Einwohnern eine der wichtigsten portugiesischen StĂŒtzpunkte auf brasilianischem Gebiet. Seit 1700 entwickelte sich Rio de Janeiro zur wichtigsten Hafenstadt in Brasilien, vor allem ausgelöst durch Goldfunde in der benachbarten Region Minas Gerais.

Obwohl die Stadt 1710/1711 von den Franzosen angegriffen und besetzt wurde und nur gegen ein hohes Lösegeld den Abzug der Franzosen erreichen konnte, erholte sie sich in den nachfolgenden Jahren rasch und wurde am 27. Januar 1763[7] zur Hauptstadt des Vizekönigreiches Brasilien. Einen weiteren Bedeutungsgewinn erfuhr Rio de Janeiro 1808, als der portugiesische Hof nach dem Angriff Napoleons auf Portugal dorthin flĂŒchtete.

Im Zuge dessen wurden viele koloniale Restriktionen aufgehoben, wodurch die wirtschaftliche Entwicklung stark gefördert und eine Bevölkerungsexplosion ausgelöst wurde, die bis in die 1980er-Jahre anhielt. Innerhalb von knapp hundert Jahren stieg die Bevölkerungszahl der Stadt auf ĂŒber 500.000 Einwohner (1891) an und erreichte bis 1980 circa fĂŒnf Millionen.

UnabhÀngigkeit

Als sich 1822, nach der RĂŒckkehr des portugiesischen Hofes nach Portugal, Brasilien unter dem Prinzen Dom Pedro de AlcĂąntara zu einem unabhĂ€ngigen Kaiserreich erklĂ€rte, behielt Rio de Janeiro den Status als Hauptstadt, in welcher der Prinz nun als Kaiser Pedro I. residierte. Aufgrund von Thronfolgestreitigkeiten in Portugal und innenpolitischen Problemen in Brasilien dankte er 1831 ab und ließ seinen minderjĂ€hrigen Sohn zurĂŒck. Dieser bestieg als Dom Pedro II. im Jahre 1840 den Thron. Er initiierte unter anderem den Bau einer Eisenbahn, deren erster Abschnitt 1858 in Rio de Janeiro eröffnet wurde.

Auch als 1889 Brasilien nach einem MilitĂ€rputsch zur Republik wurde, blieb Rio de Janeiro Hauptstadt. In der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts erlebte Rio de Janeiro eine gesellschaftliche BlĂŒte, da die Stadt fĂŒr Filmstars und die internationale High Society zum Anlaufpunkt wurde. Ein letzter kultureller Ausfluss dieser Epoche war die Entstehung des brasilianischen Jazz Bossa Nova ab 1957, der durch Lieder wie zum Beispiel Garota de Ipanema/The Girl from Ipanema von AntĂŽnio Carlos Jobim und Vinicius de Moraes, weltberĂŒhmt wurde.

Durch das Aufkommen des Massentourismus in der zweiten HÀlfte des 20. Jahrhunderts hat sich insbesondere das Bild der strandnahen Stadtteile stark verÀndert, das heute vor allem durch zahlreiche Hotels geprÀgt ist, wÀhrend die vom Meer weiter entfernteren Stadtteile vor allem durch die zunehmende Verslumung geprÀgt wurden.

Erst 1960 verlor Rio de Janeiro den Status als Hauptstadt an die unter Juscelino Kubitschek neu gebaute Stadt BrasĂ­lia. Gleichzeitig wurde die Stadt Rio de Janeiro zum eigenstĂ€ndigen Stadtstaat Guanabara, der 1975 mit dem Bundesstaat Rio de Janeiro zusammengefĂŒhrt wurde. Die Stadt wurde dabei zur Hauptstadt des neuen Bundesstaates. Internationale politische Beachtung erlangte die Stadt nochmals 1992, als dort der UN-Umweltgipfel abgehalten wurde.

Bevölkerung

Carioca (Plural Cariocas) ist die Bezeichnung fĂŒr die Einwohner Rio de Janeiros. Das Wort entstammt der Sprache der dort ehemals ansĂ€ssigen Indios (Tupi) und bedeutet so viel wie „Die, die in weißen HĂ€usern wohnen“. Gemeint waren damit die weiß getĂŒnchten HĂ€user der Portugiesen.

Laut einer Studie von Robert Levine, die im American Scientist Magazines veröffentlicht wurde, werden Cariocas als ĂŒberaus freundlich beschrieben. Der Artikel stellt die Cariocas wie folgt dar:[8]

„Es gibt ein wichtiges Wort in Brasilien: liebenswert (simpĂĄtico)
 Es nimmt Bezug zu einer Reihe von erwĂŒnschten sozialen Eigenschaften – freundlich, nett, vertrĂ€glich und gutmĂŒtig. Eine Person, die lustig ist und mit der man gerne umgeht
.Brasilianer, und besonders die Cariocas von Rio de Janeiro wollen liebenswert sein. Und sich MĂŒhe geben, um einem Fremden zu helfen, ist Teil dieses Bildes.“

[9]

Einwohnerentwicklung

Mit der Entwicklung von Industrie und Handel in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine umfangreiche Zuwanderung von Menschen aus dem Landesinneren, und Rio de Janeiro dehnte sich stark aus. Die Einwohnerzahl der Stadt hat sich seit Mitte der 1950er-Jahre auf heute sechs Millionen verdoppelt. Das Wachstum geht sowohl auf Zuwanderung als auch auf GeburtenĂŒberschuss zurĂŒck. Inzwischen findet die Bevölkerungszunahme nahezu kaum mehr im eigentlichen Stadtgebiet statt, sondern fast nur noch im VorortgĂŒrtel, in dem sich rasant wachsende Ansiedlungen gebildet haben.

Die gesellschaftliche Situation Rio de Janeiros ist zum einen geprĂ€gt durch die fĂŒr Brasilien typische große Toleranz zwischen den verschiedenen Ethnien sowie durch den ausgesprochen jungen Altersdurchschnitt (mehr als 25 % der Bevölkerung sind jĂŒnger als 18 Jahre, ĂŒber 87 % sind unter 60).

Auf der anderen Seite besteht das Hauptproblem der Stadt in den dramatischen Unterschieden der sozialen Situation der Einwohner. An den HĂ€ngen der Stadt befinden sich die aus Ă€rmlichen Behausungen bestehenden Gebiete, die als Favelas bekannt sind, wĂ€hrend die vornehmeren Wohngebiete im SĂŒden, nahe den StrĂ€nden an der AtlantikkĂŒste liegen, wie Copacabana, Ipanema und Leblon. In der Rocinha, der grĂ¶ĂŸten Favela von SĂŒdamerika, am SĂŒdrand der Stadt, leben allein 200.000 Einwohner der Stadt unter teilweise katastrophalen Bedingungen, wie Armut oder extrem hoher KriminalitĂ€tsrate. Ein kaum zu lösendes Problem der Favelas ist die quasi staatsfreie Zonenbildung durch bewaffnete KrĂ€fte der Drogenmafia, sie ĂŒberwachen zum Teil ganze Bairros und terrorisieren deren Einwohner, wĂ€hrend die Polizei dort nicht auftritt. Es gibt erste AnsĂ€tze, die Elendsquartiere unter teilweiser BeschĂ€ftigung der Einwohner zu sanieren.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1929 handelt es sich meist um SchĂ€tzungen, von 1940 bis 2000 um VolkszĂ€hlungsergebnisse und 2007 um eine SchĂ€tzung des Brasilianischen Bundesamtes fĂŒr Statistik und Geografie (IBGE).

Jahr Einwohner
1680 4.000
1750 29.000
1800 43.000
1807 50.000
1820 113.000
1830 125.000
1840 141.000
Jahr Einwohner
1851 166.000
1860 198.000
1872 275.000
1884 357.300
1890 522.700
1900 811.400
Jahr Einwohner
1911 870.000
1920 1.157.900
1929 1.470.000
1940 1.565.000
1950 2.375.000
1960 3.300.000
Jahr Einwohner
1970 4.250.000
1980 5.090.000
1991 5.480.000
1996 5.550.000
2000 5.860.000
2007 6.090.000

Ethnische Zusammensetzung

Der berĂŒhmte Karneval in Rio

Nach Angaben des IBGE von 2007 lebten in der Metropolregion Rio de Janeiro 11,714 Millionen Menschen. Die Bevölkerung mit weißer Hautfarbe hatte daran mit 53,6 Prozent den grĂ¶ĂŸten Anteil, gefolgt von Menschen mit brauner Hautfarbe (Pardo) mit einem Anteil von 33,6 Prozent und den Afrobrasilianern (12,3 Prozent). Die ethnische Zusammensetzung ergab im Einzelnen folgende Statistik:[10]

Die meisten Einwohner Rio de Janeiros sind portugiesischer Abstammung. Afrobrasilianer sowie Menschen mit hellen und dunklen Eltern (welche meist portugiesischer sowie afrikanischer Herkunft sind), stellen ebenfalls eine große Anzahl. Sie werden in Brasilien meist Pardos genannt. Weitere wichtige ethnische Gruppen sind deutsch-, italienisch-, spanisch-, arabisch-, jĂŒdisch- sowie asiatischstĂ€mmig (die meisten davon sind koreanischer und japanischer Herkunft).

Religionen

Modernistisch Kathedrale von Rio

Die Mehrheit der Bevölkerung ist christlich orientiert. Katholiken stellen hier die Mehrheit, wenngleich auch protestantische Kirchen und in den letzten Jahren zunehmend auch das Spektrum der Pfingstler notabel sind. Die anderen mittelöstlichen Religionen wie Judentum (23.862 AnhĂ€nger)[11] und Islam (656 AnhĂ€nger)[12] sind ebenso unbedeutend wie Derivate von diesen wie Adventisten und dergleichen. Auch fernöstliche Religionen, auf diverse brasilianische GebrĂ€uche zurĂŒckgehende Religionen wie Umbanda und CandomblĂ©, und sonstige spirituelle Bewegungen sind numerisch unbedeutend. Stark vertreten ist das offene Bekenntnis zur Glaubenslosigkeit.[13]

Architektonisch interessant ist die Catedral de SĂŁo SebastiĂŁo do Rio de Janeiro, auch bekannt als Catedral Metropolitana. Die nach dem Patron der Stadt benannte Kathedrale wurde 1979 fertiggestellt und befindet sich am Rande des Stadtzentrums. Die Höhe des konischen modernistischen GebĂ€udes betrĂ€gt 96 Meter, der Durchmesser am Grund 106 Meter. Das Fassungsvermögen wird mit 20 000 Personen angegeben.


Entwicklung der Wohnsituation

Im SĂŒden Rios Appartements der Mittelklasse vor Favelas

Die demographische Entwicklung seit Mitte des 20. Jahrhunderts fĂŒhrt zu einer teilweise unkontrollierten Expansion Rio de Janeiros. Da die Stadtplanung mit diesen VerĂ€nderungen nicht mithalten konnte, entstanden an der Peripherie unzĂ€hlige irregulĂ€re Siedlungen („Loteamentos irregulares“) und illegale Siedlungen (Favelas). Ein Viertel der Menschen in der Stadt lebt in diesen einfachen Quartieren. Dennoch ist auch dort fast ĂŒberall eine Basis-Infrastruktur gegeben (fließendes Wasser, Abwasserleitungen, Stromversorgung, MĂŒllabfuhr, Schulen). Auch besitzen die meisten Bewohner Basisprodukte einer Mittelstandsgesellschaft (KĂŒhlschrank, Gasherd, Fernseher, Internetverbindung, Klimaanlage).

Heute erstrecken sich rund um ein hochverdichtetes Stadtzentrum weitlĂ€ufige zersiedelte Peripherien mit geringer stĂ€dtischer Infrastruktur. Die informelle BautĂ€tigkeit ist fĂŒr einen ĂŒberwiegenden Teil der Einwohner Rio de Janeiros die einzige Möglichkeit, an Wohnraum zu kommen. Die inadĂ€quate Wohnsituation der Bevölkerung und die zahlreichen ökologischen Probleme haben die Regierenden in die Verantwortung gezogen, ĂŒber eine neue Stadtplanungspolitik nachzudenken. Seit 1993 wird mit dem Favela-Bairro-Urbanisierungsprogramm versucht, diese informellen Siedlungen wieder in die formelle Stadt zu integrieren.

KriminalitÀt

Ein großes Problem fĂŒr die Stadt ist die hohe KriminalitĂ€t. Laut dem brasilianischen Justizministerium lag die Mordrate in Rio de Janeiro im Jahr 2002 bei ĂŒber 60 Personen pro 100.000 Einwohner, wĂ€hrend der Durchschnitt in Brasilien 30/100.000 Einwohner betrug (Deutschland 1/100.000 Einwohner), diese Zahl ist jedoch bis 2006 nach der letzten Erhebung von Anfang 2008 deutlich auf 37,7 zurĂŒckgegangen.[14] Am meisten sind die MĂ€nner (94 %) und davon die Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren (44 %) betroffen. 80 Prozent der Tötungsdelikte werden durch Schusswaffen verursacht. Rund 90 Prozent der Schusswaffen befinden sich in Privatbesitz (davon etwa die HĂ€lfte illegal), die restlichen zehn Prozent gehören dem Staat.[15]

Die Polizei hat neben Tötungsdelikten auch mit EntfĂŒhrungen, RaubĂŒberfĂ€llen und organisierten Drogen- und Kriminellensyndikaten (wie etwa das Comando Vermelho) zu kĂ€mpfen. SchĂ€tzungen der brasilianischen Polizei zufolge wird das Comando Vermelho (CV) in Rio von etwa 5.000 teilweise mit Kriegswaffen ausgerĂŒsteten Kriminellen gebildet. Es kontrolliert etwa 40 Prozent des lokalen Marktes fĂŒr illegale Drogen. Die AufklĂ€rungsrate der Morde in Rio de Janeiro liegt nach Expertenstudien bei einem Prozent.[16]

Am 28. Dezember 2006 wurde in Rio de Janeiro eine Anschlagsserie gegen Polizeistationen und andere zivile Einrichtungen verĂŒbt, der ĂŒber 18 Personen zum Opfer fielen. Der Anschlagsserie ging eine massive PolizeiprĂ€senz kurz vor den Feiertagen des Jahreswechsels voraus, wobei zehn Favelas durch die MilitĂ€rpolizei besetzt wurden. In der Favela Vila Cruzeiro und sogar in einem bekannten Einkaufszentrum kam es zu zahlreichen Schießereien. Gesteuert wurden diese Aktionen vermutlich vom Comando Vermelho, wobei inhaftierte AnfĂŒhrer verschĂ€rfte Haftregelungen im neuen Jahr befĂŒrchteten.

In den vom Drogenhandel kontrollierten Armenvierteln Rio de Janeiros kommt es zunehmend zu Angriffen von sogenannten „MilĂ­cias“, welche die Mitglieder der Drogenbanden angreifen und vertreiben. Mehrere Dutzend Favelas sollen bereits von diesen Milizen beherrscht werden. Es wird vermutet, dass die Milizen von Polizeibeamten in Zivil, ehemaligen SicherheitskrĂ€ften und Feuerwehrleuten gesteuert oder sogar gebildet werden. Berichten zufolge verlangen sie von den Bewohnern der von ihnen kontrollierten Viertel eine Art Sicherheitsabgabe. Einige FĂ€lle von Übergriffen gegen nicht zahlungsbereite Bewohner sind bekannt geworden. Auch wenn die Milizen teilweise fĂŒr Ruhe sorgen, sind sie oftmals ĂŒbereifrig: Wird eine Person von mehreren Bewohnern denunziert, kann es ihr passieren, von den Milizen aus dem Verkehr gezogen zu werden.[17]

Politik

Stadtregierung

PalĂĄcio Pedro Ernesto Sitz der Stadtverordnetenkammer

Seit 1. Januar 2009 regiert Eduardo Paes (PMDB) die Stadt Rio de Janeiro. Er siegte in der Stichwahl am 26. Oktober 2008 gegen Fernando Gabeira (PV) mit 50,8 Prozent der abgegebenen Stimmen.[18] Paes löste CĂ©sar Maia (PFL), der die Kommunalwahl dreimal (1992, 2000 und 2004) gewinnen konnte, in seinem Amt als BĂŒrgermeister ab.

Die Kommunalpolitik hat neben der Bundes- und Landesebene einen zunehmenden Einfluss auf das Leben der BĂŒrger Rio de Janeiros. Die BĂŒrgermeister werden in allgemeinen, direkten Wahlen fĂŒr vier Jahre im Amt gewĂ€hlt. Der Wahlkampf auf kommunaler Ebene wird weitgehend von Personen und lokalen Themen beeinflusst.

Die Wahlbeteiligung ist wegen der allgemeinen Wahlpflicht im Land sehr hoch, aber NichtwĂ€hler können ihre Abwesenheit ohne Probleme und unbĂŒrokratisch rechtfertigen. Insgesamt gehen meistens nur 15 Prozent der Wahlberechtigten nicht zur Wahl, weitere fĂŒnf Prozent geben entweder ungĂŒltige oder bewusst weiße Stimmzettel ab.

StÀdtepartnerschaften

Rio de Janeiro unterhÀlt mit folgenden StÀdten Partnerschaften.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Theater

Teatro Municipal

Das Teatro Municipal (Stadttheater) ist das eindrucksvollste GebĂ€ude am „Praça Floriano“, im Stadtteil „CinelĂąndia“ – dort sind die Oper und das Orchester der Stadt Rio de Janeiro beheimatet. Es wurde zwischen 1905 und 1909 von Francisco de Oliveira Passos errichtet, der sich von der prachtvollen Pariser OpĂ©ra Garnier inspirieren ließ.

Verschiedene Marmor-Arkaden, aber auch Details in Bronze und aus Europa importierte Vitreaus schmĂŒcken das stilvolle GebĂ€ude – der BĂŒhnenvorhang wurde von Eliseu Visconti (1866–1944) bemalt und portrĂ€tiert insgesamt 75 berĂŒhmte Persönlichkeiten aus dem kĂŒnstlerischen Bereich, wie beispielsweise Carlos Gomes, Rembrandt van Rijn und Richard Wagner. Im Untergeschoss befindet sich das mit Mosaiken ausgestattete CafĂ© do Teatro im AssĂ­rio-Saal.

Museen

Die Stadt beherbergt verschiedene Museen (zum Beispiel das „Museu Paço Imperial“ und das „Museu do Indio“). Das „Museu ChĂĄcara do CĂ©u“ zeigt Werke Pablo Picassos und anderer moderner Meister wie Henri Matisse, Amedeo Modigliani und Claude Monet. Das „Museu HistĂłrico Nacional“ ist eines der wenigen noch erhaltenen Bauwerke des 16. Jahrhunderts. Es widmet sich der brasilianischen Geschichte und zeigt Möbel und andere GegenstĂ€nde aus der Kolonialzeit Brasiliens.

Im Stadtviertel Catete sĂŒdlich vom Stadtzentrum befindet sich nahe der U-Bahn-Station „Catete“ das „Museu da RepĂșblica“. Nicht zu vergessen ist noch das „Museu Nacional do Brasil“ im nördlichen Teil der Stadt. Das 1938 eröffnete „Museu Nacional de Belas Artes“ (Nationalmuseum der Schönen KĂŒnste) im Zentrum der Stadt beherbergt eine bedeutende Sammlung brasilianischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie italienischer und französischer Meister des 17. bis 19. Jahrhunderts.

Sehenswert ist auch das „Museu de Arte Moderna“, kurz MAM, das der bekannte brasilianische Architekt Affonso Eduardo Reidy geplant hat. Das MAM besitzt AusstellungsstĂŒcke moderner brasilianischer Kunst und zur Geschichte des Kinos. Nach der Brandkatastrophe im Jahre 1978 konnte die Sammlung durch verschiedene Schenkungen und AnkĂ€ufe wieder aufgebaut werden. Seit 1993 befindet sich im Museum auch die Sammlung des Kunstförderers Gilberto Chateaubriand.

Im Museum der Kunstschule „Dom JoĂŁo VI.“ befinden sich Werke und Dokumente der brasilianischen Kunstproduktion des 19. und 20. Jahrhunderts, vor allem aus Rio de Janeiro, aber auch europĂ€ische Kunst. Das „Museu Castro Maya“ beherbergt Sammlungen von Raymundo Ottoni de Castro Maya (1894–1968) in zwei Einrichtungen: im „Museu do Açude“ (dekorative KĂŒnste) und im „ChĂĄcara do CĂ©u“, Museum fĂŒr brasilianische Kunst und Ikonografie.

Bauwerke

Christusstatue auf dem Corcovado

Ein berĂŒhmtes Wahrzeichen von Rio de Janeiro ist die Christusstatue, die sich auf dem Corcovado-Berg befindet - zu erreichen mit der Corcovado Bergbahn. Die Statue ist 30 Meter hoch, steht auf einem 8 Meter hohen Sockel und wiegt 1145 Tonnen.

Am SĂŒdende der „Avenida Rio Branco“ im Stadtzentrum liegt die „Praça Floriano“, einer der eindrucksvollsten PlĂ€tze Rio de Janeiros. „CinelĂąndia“ auf der einen Seite ist ein lebhaftes Viertel mit CafĂ©s, Bars und Kinos. Im nördlichen Teil der Praça befindet sich das prachtvolle „Teatro Municipal“.

Ebenfalls an der Avenida Rio Branco stehen zwei große neuklassizistische GebĂ€ude: die „Biblioteca Nacional“ (eröffnet 1910) und das „Museu Nacional de Belas Artes“. Sehenswert ist auch das im Jugendstil errichtete „Confeitaria Colombo“, an der „Rua Gonçalves Dias“.

An der „Avenida RepĂșblica do Chile“ findet man die moderne wie ein Vulkan aus Beton aussehende „Catedral Metropolitana“ mit einem Fassungsvermögen fĂŒr 20.000 GlĂ€ubige. Nahe der neuen Kathedrale bei der „Station des Bonde“, fĂ€hrt eine kleine Straßenbahn ĂŒber den AquĂ€dukt „Arcos da Lapa“ aus dem 18. Jahrhundert durch steile Kopfsteinpflasterstraßen zum KĂŒnstlerviertel „Santa Teresa“.

Zahlreiche alte Kirchen und Klöster wie die „CandelĂĄria-Kirche“ (Igreja da CandelĂĄria) sowie das Kloster „SĂŁo Bento“ (Mosteiro de SĂŁo Bento) und andere Bauten aus der Kolonialzeit wie der Residenzpalast „Quinta da Boa Vista“ stehen in starkem Kontrast zur modernen Architektur.

Im Stadtzentrum gegenĂŒber dem wĂŒrfelförmigen PetrobrĂĄs-GebĂ€ude (Brasiliens staatlicher Erdölgesellschaft) liegt der kleine Park Largo da Carioca. Dahinter erhebt sich auf einem HĂŒgel die einfache, weiße „Igreja e Convento de Santo AntĂŽnio“, die Ă€lteste und wohl schönste Kirche Rio de Janeiros. Neben dem Kloster „Santo AntĂŽnio“ steht die mit prachtvollem Barockdekor ausgeschmĂŒckte Kirche „SĂŁo Francisco da PenitĂȘncia“.

Die „Praça XV de Novembro“ in UfernĂ€he der Guanabara-Bucht war der Hauptplatz des kolonialen Rio de Janeiro; das elegante dreistöckige Bauwerk an der SĂŒdostseite ist der „Paço Imperial“, die erste Residenz von Johann VI. (1767–1826), König von Portugal, nachdem dieser seinen Hofstaat im Jahre 1807 nach Brasilien verlegt hatte.

Nicht so weit entfernt, an der „Praça Pio X“ befindet sich die Kirche „Nossa Senhora da CandelĂĄria“. Ihr prachtvolles Innere ist gĂ€nzlich mit verschiedenfarbigem Marmor dekoriert, und Marmorengel stĂŒtzen die beiden riesigen Bronzekanzeln.

Parks

Die bekanntesten Parks in Rio de Janeiro sind der Botanische Garten (Jardim BotĂąnico) und die „Quinta da Boa Vista“, der grĂ¶ĂŸte Park der Stadt. Im Stadtbezirk SĂŁo CristĂłvĂŁo gelegen, bietet der Park grĂŒne GĂ€rten, Seen sowie Sportanlagen und SpielplĂ€tze. Zu seinen Hauptattraktionen gehört insbesondere ein Zoo, der ĂŒber 2.500 verschiedene Tierarten aufzuweisen hat, sowie das Nationalmuseum, das in der Kaiserzeit gegrĂŒndet wurde.

Der Botanische Garten, Anfang des 19. Jahrhunderts auf Veranlassung des Prinzregenten Johann VI. angelegt, ist eine der bedeutendsten GrĂŒnflĂ€chen der Stadt. Darin gibt es mehrere SehenswĂŒrdigkeiten, darunter das „Kuhlmann-Museum“, den Sitz der Gartenverwaltung, das Portal der frĂŒheren „Academia Imperial de Belas Artes“ (Kaiserliche Akademie der Schönen KĂŒnste), die nach Zerstörung des GebĂ€udes von Grandjean de Montigny (1772–1850) in den 1930er-Jahren hierher verlegt wurde, sowie die frĂŒhere Schießpulverfabrik. In der NĂ€he befinden sich der „Horto Florestal“, die Baumschule, sowie der „Solar da Imperatriz“, das ehemalige Palais der Kaiserin (an der Estrada Dona Castorina).

NaturdenkmÀler

Der „Zuckerhut“, ein Wahrzeichen Rio de Janeiros, ist ein 394 Meter hoher Granitfelsen, der der Stadt auf einer Halbinsel im Atlantik, in der Guanabara-Bucht gelegen, vorgelagert ist. Er wird in Brasilien „PĂŁo de AçĂșcar“ (wörtlich Zuckerbrot, der portugiesische Begriff fĂŒr Zuckerhut) genannt, weil er die Form desselben hat. Zudem nannten die dort lebenden Indianer den Berg Pandasuka, wobei die Portugiesen PĂŁo de Açucar verstanden.

Auf den Gipfel des Berges fĂŒhrt eine Drahtseilbahn („O Bondinho“), ihre Kabine ist rundherum aus Glas, so dass man schon wĂ€hrend der Auffahrt den Felsen sehen kann. Der erste Streckenabschnitt der Seilbahn wurde am 27. Oktober 1912 fertiggestellt, doch erst der zweite Abschnitt, der 1913 fertig wurde, fĂŒhrte bis auf den Gipfel des Berges.

Die steilen Drahtseile der Bahn wurden auch schon fĂŒr artistische KĂŒnste benutzt. 1967 fuhr beispielsweise ein Deutscher mit einem Motorrad die Seile hinauf und im Jahre 1977 balancierte der US-amerikanische DrahtseiltĂ€nzer Steven McPeak bis zum Gipfel. 1979 war der Berg Kulisse eines Kampfes zwischen James Bond (Roger Moore) und Beißer (englisch: Jaws), gespielt von Richard Kiel, im Film „Moonraker – Streng geheim“.

Auf der sĂŒdlichen Seite des „Zuckerhuts“ befinden sich die StrĂ€nde von Copacabana, Ipanema und Leblon bis hin zum Felsen von GĂĄvea. Auf der nördlichen Seite liegt die Bucht von Guanabara mit den angrenzenden Stadtvierteln Botafogo, Flamengo, Ilha de Governador bis hin zum HĂŒgel „Dedo de Deus“ bei TeresĂłpolis. Im Westen steht die Christusstatue auf dem Corcovado.

Blick vom Zuckerhut auf Rio de Janeiro. Oben rechts: NiterĂłi. (Detaillierte Bildbeschreibung auf Wikipedia Commons)

Freizeit und Erholung

Zu den nahe der Stadt gelegenen Erholungsgebieten gehören die StrĂ€nde, insbesondere diejenigen von Ipanema und Copacabana, die Bergschluchten des Barra da Tijuca sowie die Inseln der Guanabara-Bucht, die allerdings im Januar 2000 durch nach einem Unfall ausfließendes Öl stark verschmutzt wurde.

Copacabana ist einer der bekanntesten Stadtteile Rio de Janeiros, der direkt am Atlantik liegt und ĂŒber den berĂŒhmten vier Kilometer langen Sandstrand verfĂŒgt. Der halbmondförmige Strand mit der Promenade wird auch „Princesinha do Mar“ (Kleine Meerprinzessin) genannt und sah in den 1930er-, 1940er- und 1950er-Jahren sein goldenes Zeitalter. Als Stadtteil der BohĂšme, des Reichtums und des Glanzes ist Copacabana zum Thema vieler MusikstĂŒcke, BĂŒcher und Bilder geworden. Den in Deutschland gĂ€ngigen Begriff "Die Copacabana" gibt es in Brasilien nicht, da sich der Name auf den Stadtteil als Ganzes bezieht. Die stark befahrene KĂŒstenstraße, mit ihren attraktiven marmorierten Portugiesischen FlanierbĂŒrgersteigen, die den Strand von den GebĂ€uden trennt, heißt dort "Avenida Atlantica".

Ipanema ist der Name eines Stadtteils und eines berĂŒhmten Strandes von Rio de Janeiro. Neben Copacabana besitzt Ipanema den wichtigsten Strand Rio de Janeiros. Das direkt an ihn anschließende Stadtviertel gehört zu den gehobeneren und angenehmeren von Rio. Die Kombination von Strand und angenehmem Großstadtviertel ist in dieser Form einzigartig. Westlich von Ipanema, durch den Verbindungskanal zwischen der Lagoa da Freitas und dem Meer getrennt, befindet sich der kleinere und ruhigere Stadtteil Leblon. Beide bilden somit eine Einheit zwischen den Felsformationen wie im Fall von Copacabana. Bekannt wurde das Viertel auch durch das Lied „Garota de Ipanema“ (The Girl from Ipanema) von AntĂŽnio Carlos Jobim. Zwischen dem ruhigen Strand von Copacabana (klares Wasser) und dem Strand von Ipanema (wildes Wasser) liegen der Felsvorsprung Arpoador („Harpunator“) und ein militĂ€risch genutztes Fort. Der Ipanema-Leblon Strand unterscheidet sich von Copacabana dadurch, dass die GebĂ€ude neuer sind, er nicht die attraktive Form des Halbmonds hat, und dass die Sonne abends noch einige Minuten lĂ€nger scheint.

Sport

Havelange-Stadion
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Fußball ist in Brasilien Nationalsport. Jeder der 26 Bundesstaaten und der Distrito Federal do Brasil fĂŒhrt im ersten Halbjahr seine eigene Fußballmeisterschaft (Torneio estadual) durch. Einige Turniere wie das „Campeonato Carioca“ in Rio de Janeiro werden schon seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ausgetragen und locken hunderttausende Fans in die Stadien.

Das „Campeonato Carioca“ ist Schauplatz eines der wichtigsten und weltbekannten klassischen Duelle, das zwischen Flamengo Rio de Janeiro und Fluminense Rio de Janeiro. Fluminense und Flamengo sind die Vereine, die am hĂ€ufigsten die Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro, das „Campeonato Carioca“ gewannen. Fluminense und Flamengo wurden jeweils rund 30 mal Meister, CR Vasco da Gama 23 mal und Botafogo FR 18 mal. America FC, ein ehemaliger großer Verein Rio de Janeiros wurde siebenmal Sieger und Bangu AC gewann zwei Titel.

Erfolgreichster Verein der Stadt in der brasilianischen Fußballliga ist Flamengo. Der Klub wurde fĂŒnf mal Brasilianischer Fußball-Meister, gefolgt von CR Vasco da Gama mit vier Titeln, Fluminense mit 3 Titeln und Botafogo mit zwei nationalen Titel.

In der ersten brasilianischen Liga spielen Vasco da Gama (mit einer AnhĂ€ngerschaft mehr aus der portugiesischstĂ€mmigen Bevölkerung), Botafogo (aus dem gleichnamigen Stadtteil, mit sehr gemischter AnhĂ€ngerschaft), Flamengo (der beliebteste Verein Brasiliens mit der grĂ¶ĂŸten AnhĂ€ngerschaft ĂŒberwiegend aus den armen Stadtvierteln und Favelas von Rio de Janeiro) und Fluminense (AnhĂ€ngerschaft kommt aus der Mittelschicht und der reichen, weißen Bevölkerung Rio de Janeiros).

Spiele dieser vier Vereine gegeneinander werden in der Regel im MaracanĂŁ-Stadion (eigentlich EstĂĄdio Jornalista MĂĄrio Filho), das fĂŒr die Fußball-Weltmeisterschaft 1950 erbaute wurde, ausgetragen. Es sollte wĂ€hrend der Spiele von 1950 rund 200.000 Zuschauern Platz bieten. Im Zuge mehrerer Umbauten 1998 und 2006 wurde die ZuschauerkapazitĂ€t deutlich gesenkt. Mit einem Fassungsvermögen von rund 92.000 Zuschauern ist es das grĂ¶ĂŸte Fußballstadion in SĂŒdamerika.[19]

Weitere Stadien sind das Estådio Olímpico João Havelange (Eröffnung: 2007, KapazitÀt: 45.000 Zuschauer), die HeimspielstÀtte von Botafogo, das Estådio São Januårio (Eröffnung: 1927, KapazitÀt: 32.000 Zuschauer), die HeimspielstÀtte von Vasco da Gama, das Estådio das Laranjeiras (Eröffnung: 1919, KapazitÀt: 8000 Zuschauer), die HeimspielstÀtte von Fluminense und das Estådio da Gåvea (Eröffnung: 1938, KapazitÀt: 8000 Zuschauer), die HeimspielstÀtte von Flamengo.

Brasilien wird die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 austragen. Einer der 12 Austragungsorte wird das MaracanĂŁ-Stadion, mit einem Fassungsvermögen von 83.000 Zuschauern, sein.[20]

Rio de Janeiro war vom 13. bis 29. Juli 2007 Austragungsort der XV. Panamerikanischen Spiele. Das Zentrum der Spiele war der Stadtteil Barra da Tijuca. An den zweiwöchigen WettkÀmpfen nahmen 5662 Athleten aus 42 LÀndern teil. Es wurden Medaillen in 332 Disziplinen und 35 Sportarten vergeben. Panamerikanische Spiele werden traditionell alle vier Jahre in Nord- oder Lateinamerika ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in den olympischen Sportarten ausgetragen.

Am 2. Oktober 2009 wĂ€hlte das IOC aus den Mitbewerbern Chicago, Tokio und Madrid Rio de Janeiro als Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2016. Dazu hat die Stadt einen Investitionsplan fĂŒr rund 11 Milliarden Euro vorgelegt, von dem ein großer Teil auf die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel und verstĂ€rkte Sicherheitsvorkehrungen entfallen sollen. In Rio versteht man diese bejubelte Entscheidung als ein Aufbruch in eine neue Phase der Stadtgeschichte, landesweit auch als ein klares Signal fĂŒr das moderne Brasilien.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

SambĂłdromo Stadion der Kanevalsparade

Karneval in Rio

Zahlreiche Menschen nehmen an dem jĂ€hrlich stattfindenden farbenprĂ€chtigen Karneval in Rio teil, der am Vorabend der Fastenzeit stattfindet. Der Karneval beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch und ist eine der Hauptattraktionen der Stadt. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den grĂ¶ĂŸten Paraden der Welt.

Die meisten der prĂ€chtig kostĂŒmierten „Könige“, „Königinnen“, „Prinzessinnen“ und „Baianas“ haben das ganze Jahr ĂŒber hart gearbeitet, um sich die KostĂŒme leisten zu können, die sie hier fĂŒr nur wenige Stunden tragen. Organisiert wird der Karneval von so genannten Samba-Schulen – den „Escolas de Samba“.

Auf den TribĂŒnen haben 60.000 Zuschauer Platz. Die Paraden beginnen jeden Abend in der 700 Meter langen Arena des SambĂłdromo und dauern pro Festtag etwa zwölf Stunden. Das bedeutet, dass die letzten zwei Paraden bereits am folgenden Morgen durchgefĂŒhrt werden.

Weitere Veranstaltungen

JĂ€hrlich am 20. Januar finden die Feiern zu Ehren Sankt Sebastians statt. Dabei wird die Statue des Schutzheiligen Rio de Janeiros in einer Prozession durch die Stadt getragen. Die Prozession beginnt in der Sankt-Sebastian-Kirche in Barra da Tijuca und fĂŒhrt zur Catedral Metropolitana, wo ein feierlicher Gottesdienst stattfindet.

Im Juni werden das Lagerfeuerfest (mit Spielen, TĂ€nzen, Lagerfeuern und Feuerwerken), die Schwulen- und Lesbenparade „Rio de Janeiro Pride“ und der „Rio de Janeiro Marathon“ veranstaltet. Im Juli findet mir „Anima Mundi das grĂ¶ĂŸte lateinamerikanische Animationsfestival statt und zahlreiche Kinos haben Veranstaltungen zum Thema.

Im September wird im Centro de ConvençÔes die „Internationale BĂŒcher Biennale“ veranstaltet. Im Oktober finden das „Festival do Rio BR“ - eines der bedeutendsten audiovisuellen Medienfestivals in Lateinamerika - und das „Festival do Rio“ - eines der grĂ¶ĂŸten internationalen Filmfestivals - statt.

Am 31. Dezember wird das religiöses Fest der Meeresgöttin „Iemanjá“ an den StrĂ€nden von Copacabana, Ipanema und Leblon gefeiert. Dabei werden Blumen ins Wasser geworfen und dem Meer auf kleinen, handgemachten Booten Opfer in Form von KĂ€mmen, Spiegeln, Seifen und ParfĂŒm dargebracht.

Ebenfalls an Silvester finden am Strand von Copacabana mit Openair-Konzert, Partys und Feuerwerk die hier „RĂ©veillon“ genannten Feiern zum Jahreswechsel statt.

Gastronomie

Copacabana Palace Hotel

Rio de Janeiros KĂŒche spiegelt die EinflĂŒsse der Völker wider, die diese Stadt geprĂ€gt haben. Am Anfang waren das die Afrikaner, Indianer und Portugiesen, spĂ€ter auch Franzosen, Italiener und zahlreiche andere. Aus den anderen Regionen Brasiliens kommen die exotischen Fische Amazoniens, die scharfen Speisen des Nordostens und die rustikalen aus Minas Gerais, das „Churrasco“ (Spießbraten vom Holzkohlengrill) aus dem SĂŒden des Landes und zahlreiche andere. UrsprĂŒnglich aus Rio de Janeiro stammend ist nur die am Mittwoch und Sonnabend servierte „Feijoada“ (ein Bohnengericht mit Fleisch und Beilagen). Auch wenn man in Rio, wenn man weiß wo, recht gut essen kann, hat die Restauration ausgerechnet an den TouristenstrĂ€nden keinesfalls Mittelmeer-Niveau. Am besten sind die "Churrascarias" in den Straßenschluchten abseits vom Strand, auch im Hinblick auf das in Brasilien erstklassige Schweine- und HĂŒhnerfleisch. Rindfleisch, da in Rio meist von tropischen Zebu-Rindern stammend, ist bis auf das begehrte "Filet Mignon" hingegen oft hart und von bockigem Geschmack.

Das Nachtleben ist sehr vielfĂ€ltig und hat mit zahlreichen CafĂ©s, Scotch-Bars, Discotheken, Pubs und Bierhallen eine große Auswahl an Alternativen anzubieten. Das ganze Jahr ĂŒber gibt es gute Kulturprogramme. Die Einwohner Rio de Janeiros sind sehr große Rindfleischliebhaber. Es gibt drei Grundarten der Bedienung: Tellergerichte, Selbstbedienungs-Buffet, das per Kilo abgerechnet wird, oder das RodĂ­zio, bei dem der Gast kontinuierlich die Speise (Pizza, Sushi, Rindfleischsorten, HĂ€hnchen und WĂŒrstchen) serviert bekommt. Dazu gibt es auch die „Chopes“ (eiskaltes Bier vom Fass) und Aipim-KlĂ¶ĂŸchen (Aipim ist eine Form des Maniok, die wie Kartoffeln zubereitet wird und auch Ă€hnlich wie diese schmeckt).

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Seit der GrĂŒndung der Stadt als Festung und portugiesischer Handelsposten breitete sich Rio de Janeiro aus und fĂŒllte allmĂ€hlich das gesamte Gebiet zwischen der KĂŒste und den Bergen des Hinterlandes aus. Bis ins 20. Jahrhundert gab es aus Angst des nach Brasilien und Rio de Janeiro umgezogenen portugiesischen Königshauses vor Arbeiterunruhen keine nennenswerte Industrieansiedlung in der Stadt. Das erklĂ€rt die ins Hintertreffen geratene Wirtschaftsentwicklung Rio de Janeiros hinter der wirtschaftsstĂ€rksten Stadt Brasiliens, SĂŁo Paulo. Der heutige wirtschaftliche Kern der Stadt konzentriert sich um die die Avenida Presidente Vargas und die Avenida Rio Branco. Dazu gehören einige hohe BĂŒrogebĂ€ude. Im Norden stehen ausgedehnte Industriebezirke und Wohngebiete.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Gemeinde Rio de Janeiro lag 2005 bei 118,980 Milliarden Real. Das BIP pro Kopf betrug 19.524 Real (umgerechnet ca. 6489 Euro) (Brasilien: 11.658 Real und Bundesstaat Rio de Janeiro: 16.052 Real). Der Anteil der Gemeinde am BIP Brasiliens (2,147 Billionen Real) lag bei 5,5 Prozent, der Anteil am BIP des Bundesstaates Rio de Janeiro (246,936 Milliarden Real) bei 48,2 Prozent.[21]

Da Rio de Janeiro das beliebteste Reiseziel fĂŒr Touristen im Land ist, sind auch die bedeutendsten Wirtschaftszweige der Stadt mit dem Fremdenverkehr, dem Dienstleistungs- und dem Finanzsektor verbunden. In SĂŒdamerika steht die Stadt in wirtschaftlicher Hinsicht hinter SĂŁo Paulo an zweiter Stelle. Rio de Janeiro ist auch einer der Hauptstandorte der herstellenden Industrie in Brasilien, ĂŒberwiegend Bekleidung, chemische und pharmazeutische Produkte, Möbel, Metallwaren, Nahrungsmittel, Schiffe und Textilien werden hier hergestellt.

Das Bankwesen ist dominierend, und die zweitgrĂ¶ĂŸte Börse des Landes, die „Bolsa de Valores do Rio de Janeiro“, hat ihren Sitz in der Stadt, seit dem Umzug des Aktienhandels nach SĂŁo Paulo 2000 werden allerdings nur noch öffentliche Titel gehandelt. In den letzten Jahrzehnten haben zudem alle ĂŒberregionalen Banken ihre Zentralen nach SĂŁo Paulo verlegt, so dass der finanzielle Einfluss Rio de Janeiros auf Brasilien stetig abnimmt.

Eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft Rio de Janeiros spielt die Landwirtschaft in der Umgebung der Stadt. HauptexportgĂŒter sind vor allem Kaffee und Sojabohnen. Probleme bereiten die Inflation und die hohe Arbeitslosigkeit, auch die Unterschiede zwischen der armen und reichen Bevölkerung sind gravierend, was mit ein Grund dafĂŒr ist, dass sich die KriminalitĂ€t zu einem inoffiziellen Wirtschaftssektor entwickelt hat. Insbesondere Touristen sind hĂ€ufig Opfer von Kleindiebstahl.

Seit die neue LandeswĂ€hrung, der Real, im Jahre 1994 eingefĂŒhrt wurde, hat sich die Wirtschaft Rio de Janeiros stabilisiert. Noch 1990 sank das Wirtschaftswachstum und die Inflation war extrem hoch. Die Stadt war hoch verschuldet und die Politik richtungslos. Seit 1996 dĂŒrfen AuslĂ€nder an den Börsen im Land investieren. Um zahlreichere Investitionen aus dem Ausland anzuziehen, hat die brasilianische Regierung außerdem die HandelsbeschrĂ€nkungen abgeschafft, Industriebereiche privatisiert und die Tarife gesenkt. Diese Maßnahmen haben den Marktzugang fĂŒr auslĂ€ndische Unternehmen nach Rio de Janeiro erleichtert, die dadurch ihre Gewinnspanne erhöhen konnten.

Mehrere der grĂ¶ĂŸten Unternehmen des Landes, darunter Embratel und Petrobras, haben ihren Hauptsitz in der Stadt. Zu den bedeutendsten, teilweise internationalen, Konzernen mit Niederlassungen in Rio de Janeiro gehören unter anderem ExxonMobil, PetrĂłleo Ipiranga, Shell und Texaco. Die im Vergleich zu anderen StĂ€dten hohe Konzentration an Konsulaten hat zahlreiche Firmen dazu veranlasst, ihren sĂŒdamerikanischen Hauptsitz nach Rio de Janeiro zu verlegen. Die bedeutendsten Investoren sind US-amerikanische Konzerne, aber auch deutsche und japanische. Der grĂ¶ĂŸte Teil der Handelsorte und Unternehmen sind in der Innenstadt und in Barra da Tijuca ansĂ€ssig.

Verkehr

Fernverkehr

Flughafen Rio de Janeiro-AntĂŽnio Carlos Jobim

Rio de Janeiro ist eine bedeutende Hafenstadt an den Schifffahrtsrouten, die die KĂŒstenstĂ€dte im Nordosten des Landes mit den wirtschaftlich stĂ€rker entwickelten Gebieten im SĂŒdosten Brasiliens verbinden. Mit den anderen Teilen des Landes ist die Stadt durch ein ausgedehntes Netz an Eisenbahn- und Fluglinien verbunden.

Die Region Rio de Janeiro besitzt insgesamt fĂŒnf FlughĂ€fen. Drei werden fĂŒr den zivilen Luftverkehr genutzt und zwei fĂŒr den militĂ€rischen Flugbetrieb.

Der Flughafen Rio de Janeiro-AntĂŽnio Carlos Jobim ist ein wichtiger internationaler Verkehrsflughafen Brasiliens und der Hauptflughafen von Rio de Janeiro. Der Name stammt vom brasilianischen Musiker AntĂŽnio Carlos Jobim. Im Februar 2000 wurde hier eine neue Abfertigungshalle mit einer KapazitĂ€t von bis zu acht Millionen Passagieren pro Jahr fertiggestellt. In den 1970er-Jahren war der Flughafen „AntĂŽnio Carlos Jobim“ ein Flugziel der Concorde.

Neben dem Internationalen Flughafen gibt es noch den lokalen Flughafen Rio de Janeiro-Santos Dumont fĂŒr den Inlandsverkehr. Vom „Aeroclube do Brasil“ wird der „Aeroporto de Jacarepaguá“ im Stadtteil Tijuca betrieben. Die beiden MilitĂ€rflugplĂ€tze sind die „Base AĂ©rea de Santa Cruz“ und der „Campo dos Afonsos“.

Neugebaute Straßentunnel und die Rio-NiterĂłi-BrĂŒcke, die sich 14 Kilometer ĂŒber die Guanabara-Bucht nach NiterĂłi erstreckt, haben den Pendlerverkehr, der regelmĂ€ĂŸig zu Staus fĂŒhrte, etwas entlastet.

Nahverkehr

Die MetrĂŽ Rio de Janeiro wurde am 15. MĂ€rz 1979 eingeweiht und befĂ€hrt zwei Linien: General OsĂłrio-Saens Peña (18,0 Kilometer, 19 Bahnhöfe) und Botafogo-Pavuna (22,0 Kilometer, 25 Bahnhöfe). Beide Linien stehen beim Bahnhof Estacio miteinander in Verbindung. Weitere vier Linien sind in Planung. Darunter eine privat finanzierte Strecke vom Bahnhof Carioca an der Linie 1 durch einen Unterwassertunnel unter der Guanabarabucht nach NiterĂłi und SĂŁo Gonçalo. Betreibergesellschaft der U-Bahn ist Opportrans–ConcessĂŁo MetroviĂĄria S.A.[22]

U-Bahn-Netz mit tarifintegrierten Buslinien
Gleisplan der Bonde und der Corcovado-Bahn

Am 30. Januar 1859 nahm die erste Pferdestraßenbahn der Stadt ihren Betrieb auf. Die sieben Kilometer lange Strecke zwischen Rio de Janeiro und dem Vorort Tijuca war nach New York (1832), Paris (1855), Boston (1856), Santiago de Chile (1857), Havanna und Mexiko-Stadt (beide 1858) die siebte der Welt.[23]

Am 8. Oktober 1892 eröffnete der VizeprĂ€sident Brasiliens, Floriano Peixoto, zwischen Largo da Carioca und Largo do Machado in Rio de Janeiro die erste elektrische Straßenbahn des Landes. Durch den zunehmenden Autoverkehr wurde das frĂŒher umfangreiche Netz fast vollstĂ€ndig stillgelegt. Die Straßenbahn befĂ€hrt heute nur noch einen acht Kilometer langen Streckenabschnitt nach Silvestre (Anschluss an die Corcovado Bergbahn) und Paula Mattos, beide Stationen im Stadtteil Santa Teresa gelegen. Die Lage der Straßenbahn außerhalb des Stadtzentrums und die spektakulĂ€re Strecke von der stadtseitigen Endstation ĂŒber ein frĂŒheres AquĂ€dukt bewahrte sie vor der Stilllegung. Neben der Straßenbahn in Braunschweig ist diese Bahn die letzte auf der Welt, die mit der Spurweite 1100 Millimeter betrieben wird.

Auf den 704 Meter hohen Corcovado fĂŒhrt eine Bergbahn. Die meterspurige Zahnradbahn wurde 1884 eröffnet. Den Gipfel konnte man allerdings erst ab dem 1. Juli 1885 erreichen. Der Auftrag fĂŒr die Bahn wurde bereits am 7. Januar 1882 durch Kaiser Dom Pedro II. erteilt. Die beiden Ingenieure Teixeira SoĂŁres und Francesco Passos erhielten eine Konzession fĂŒr den Bau der Bahn. Im Jahre 1910 wurde die eingleisige Strecke durch die Sulzer AG aus der Schweiz elektrifiziert. Sie war damit die erste elektrisch betriebene Bahn in Brasilien.

Auf den Zuckerhut kann man per Seilbahn (O Bondinho) gelangen.

Trolleybusse fuhren zwischen dem 3. September 1962 und April 1971 in der Stadt.

Medien

Eine große Bedeutung in Rio de Janeiro haben die Printmedien. Deren Niveau ist verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hoch, da sich die Presse vorwiegend an die oberen und mittleren Einkommensschichten richtet. Zeitungen wie das „Jornal do Brasil“ und die politischen Magazine „IstoĂ©â€œ und „Veja“ brauchen den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Rio hat mit „O Povo na Rua“ (Das Volk auf der Straße) auch ein großes Boulevardblatt, das sich eher an breitere Segmente der Bevölkerung wendet.

Rio de Janeiro ist Hauptsitz der Mediengruppe OrganizaçÔes Globo zu der neben zahlreichen Zeitungen wie O Globo und anderen Publikationen auch Rede Globo, das drittgrĂ¶ĂŸte Fernsehnetzwerk der Welt gehört. Das Hauptquartier befindet sich im Stadtteil Jardim BotĂąnico in der Zona Sul. Im Central Globo de Produção, dem "Globo Production Center" oder kurz "Projac", von "Projeto JacarepaguĂĄ", in JacarepaguĂĄ im Westen der Stadt werden viele derer Programme, wie die Novelas produziert.

90 Prozent der Einwohner in der Stadt verfĂŒgen ĂŒber einen Fernseher. Die Fernsehsender orientieren sich am nordamerikanischen Vorbild und bevorzugen ĂŒberwiegend Unterhaltungssendungen und Spielfilme, die hohe Einschaltquoten und Werbeeinnahmen versprechen. Von besonderer PopularitĂ€t sind die hier nur Novelas genannten Telenovelas.

In vielen Favelas existieren teils illegale Lokalradiostationen, die hauptsĂ€chlich Musik und KĂŒnstler aus den Favelas zu Wort kommen lassen.

Das Kabelfernsehen setzt sich in Rio de Janeiro immer weiter durch und enthĂ€lt alle großen nationalen Fernsehsender wie TV Globo, Record, Bandeirantes, Rede TV und TV Cultura, aber auch die Programme des Sportkanals ESPN und seines brasilianischen Ablegers, den Nachrichtensender CNN, die italienische RAI und MTV sowie alle wichtigen Rundfunkstationen. Dazu gehören unter anderem RĂĄdio CBN (Central Brasileira de Noticias), Jovem Pan, RadiobrĂĄs, RĂĄdio Eldorado, Nove de Julho und RĂĄdio CatĂłlica.

Bildung

BundesuniversitÀt Campus Praia Vermelha nahe der Botafogo Bucht

Die portugiesische Sprache ist die offizielle Landessprache und somit die Sprache der Bildung. Englisch und Spanisch wird in der Regel als Teil des offiziellen Hochschulsystems gelehrt. Es gibt auch internationale Schulen, wie die American School of Rio de Janeiro, Lady of Mercy School, die Deutsche Schule Corcovado und die British School of Rio de Janeiro.

Grundschulen sind weitgehend unter kommunaler Verwaltung, wĂ€hrend der Staat eine grĂ¶ĂŸere Rolle im ausgedehnten Netz von weiterfĂŒhrenden Schulen spielt. Die Agglomeration Rio de Janeiro beherbergt zahlreiche UniversitĂ€ten, Hoch- und Fachschulen, Forschungsinstitute und Bibliotheken. Zu den fĂŒhrenden BildungsstĂ€tten gehören die BundesuniversitĂ€t (eröffnet 1920), die UniversitĂ€t des Bundesstaates Rio de Janeiro (1950) und die Bischöfliche Katholische UniversitĂ€t (1941). Des Weiteren befinden sich in der Stadt das Nationalarchiv und die Nationalbibliothek.

Die Universidade Federal Fluminense, an der Bucht in NiterĂłi, genießt ebenfalls einen guten Ruf, ebenso wie ein paar stĂ€dtische und viele private konfessionsgebundene Institutionen, vor allem die UniversitĂ€t CĂąndido Mendes. Die große UniversitĂ€t EstĂĄcio de SĂĄ verfĂŒgt ĂŒber Niederlassungen in fast allen Teilen der Stadt und in den Vororten. Eine Reihe von staatlichen nationalen Forschungszentren in Rio de Janeiro fĂŒhren Studien in Bereichen wie Wirtschaft, Geografie und Statistik, Biologie und Physik sowie in der öffentlichen Politik durch.

Die Alphabetisierungsrate fĂŒr Cariocas im Alter von zehn Jahren und Ă€lter liegt mit fast 95 Prozent deutlich ĂŒber dem nationalen Durchschnitt.[24] 1995 gab es in Rio de Janeiro 1.033 Grundschulen mit 25.594 Lehrern und 667.788 SchĂŒlern sowie 370 weiterfĂŒhrende Schulen mit 9.699 Lehrern und 227.892 SchĂŒlern. Weiterhin waren 53 vorbereitende Schulen mit 14.864 Lehrern und 154.447 SchĂŒlern vorhanden. Die Stadt hat sechs große UniversitĂ€ten und 47 private Schulen fĂŒr die höhere Bildung.[25] In Rio de Janeiro gibt es derzeit mehr als 80 Hochschulen, die vom MEC (Ministerium fĂŒr Bildung) anerkannt sind.[26]

Söhne und Töchter der Stadt

Rio de Janeiro ist Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten.

Siehe Liste der Persönlichkeiten der Stadt Rio de Janeiro

Filme in und mit Rio de Janeiro

Literatur

  • Elisabeth Blum, Peter Neitzke: FavelaMetropolis. Berichte und Projekte aus Rio de Janeiro und Sao Paulo. BirkhĂ€user Basel 2004, ISBN 3-7643-7063-7.
  • JĂŒrgen Dietz: Stadtentwicklung, Wohnungsnot und Selbsthilfe in Rio de Janeiro. Bewertung und Evaluierung von Favela-Programmen und -Projekten. Brasilienkunde-Verlag, Mettingen 2000, ISBN 388559076X.
  • Heike Werner: Rio de Janeiro fĂŒr Architekten. Werner, MĂŒnchen 2003, ISBN 3-00012-540-X (mit einem stadtgeschichtlichen Teil und einer Darstellung der wichtigsten Bauwerke).

Weblinks

 Commons: Rio de Janeiro â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Rio de Janeiro â€“ in den Nachrichten
Wiktionary Wiktionary: Rio de Janeiro â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ a b IBGE: Bevölkerung der Stadt
  2. ↑ a b City Population: Bevölkerung der Metropolregion
  3. ↑ IBGE: Área Territorial Oficial
  4. ↑ Ciudad Maravillosa: Acerca de Rio de Janeiro
  5. ↑ Brasil Abaixo de Zero: A super onda de frio do inverno de 1955
  6. ↑ World Meteorological Organization: World Weather Information Service
  7. ↑ Universidade Federal do Rio de Janeiro: Datas Históricas e Comemorativas / Janeiro, abgefragt am 30. August 2011
  8. ↑ Can't find a good Samaritan? Don't blame it on Rio.. www.csmonitor.com. Abgerufen am 11. Juni 2009.
  9. ↑ There is an important word in Brazil: simpático,"
..It refers to a range of desirable social qualities - to be friendly, nice, agreeable, and good-natured. A person who is fun to be with and pleasant to deal with.... Brazilians, especially the Cariocas of Rio
., want very much to be seen as simpático. And going out of one's way to assist strangers is part of this image.
  10. ↑ IBGE: Ethnien in Rio de Janeiro
  11. ↑ [1]
  12. ↑ [2]
  13. ↑ IBGE: Religionen – VolkszĂ€hlung 2000 (Anmerkung: Detaillierte Zahlen sind inkonklusiv, da sich bei Metropolregion Rio de Janeiro die Angaben auf 145% der Befragten summieren. → http://www.sidra.ibge.gov.br/bda/tabela/protabl.asp?c=2094&z=cd&o=7&i=P
  14. ↑ Mapa da ViolĂȘncia dos MunicĂ­pios Brasileiros 2008. Rede de Informação TecnolĂłgica Latino Americana (RITLA), 29. Januar 2008, abgerufen am 26. Oktober 2008 (portugiesisch).
  15. ↑ Brasilblog.net: Rio de Janeiro ist Meister der Morde, vom 22. September 2006
  16. ↑ Informationsstelle Lateinamerika: Kirche prangert Massaker und Terror der Todesschwadronen von Rio de Janeiro an, vom 9. Mai 2005
  17. ↑ Der Spiegel: Drogenmafia tötet 18 Menschen, vom 28. Dezember 2006
  18. ↑ Der Standard: Niederlagen fĂŒr Partei von PrĂ€sident Lula bei Stichwahl, vom 27. Oktober 2008
  19. ↑ Worldstadiums.com: Stadium List
  20. ↑ Offizielle Website der FIFA zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014, gesichtet am 25. November 2010
  21. ↑ IBGE: Produto Interno Bruto dos Municipios 2002-2005
  22. ↑ Metrî Rio de Janeiro: Offizielle Website
  23. ↑ Bahnen.de: Bahnen in Rio de Janeiro
  24. ↑ Encyclopédia Britannica: Education in Rio de Janeiro
  25. ↑ Cities of the World: Education in Rio de Janeiro
  26. ↑ Ser Universitario: Faculdades reconhecidas pelo MEC
  27. ↑ IMDb: Titles with locations including Rio de Janeiro, Rio de Janeiro, Brazil
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  • Rio de janeiro — Wappen Flagge 
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  • Rio De Janeiro — 22° 46â€Č 16″ S 43° 12â€Č 33″ W / 22.771117, 43.209229 
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  • Rio de Janeiro — Blason de Rio de Janeiro 
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  • Rio de janeiro — 22° 46â€Č 16″ S 43° 12â€Č 33″ W / 22.771117, 43.209229 
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  • RĂ­o de Janeiro — Rio de Janeiro 22° 46â€Č 16″ S 43° 12â€Č 33″ W / 22.771117, 43.209229 
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  • RĂ­o de Janeiro — Saltar a navegaciĂłn, bĂșsqueda Para otros usos de este tĂ©rmino, vĂ©ase RĂ­o de Janeiro (desambiguaciĂłn). RĂ­o de Janeiro RĂ­o de Enero 
   Wikipedia Español

  • RIO DE JANEIRO — RIO DE JANEIRO, state in the United States of Brazil; capital of the state and capital of the Republic until 1960 (when the capital was transferred to Brasilia); area of the state: 43.696 km2; population: 14,391,282 (2000); population of the city 
   Encyclopedia of Judaism

  • RIO DE JANEIRO — La ville de Rio de Janeiro est situĂ©e par 220 54 de latitude sud et 430 21 de longitude ouest, admirablement encastrĂ©e dans les guirlandes de plaines qui frangent les hauteurs Ă  l’ouest de la passe qui fait communiquer la grande baie de Guanabara 
   EncyclopĂ©die Universelle

  • Rio de Janeiro [3] — Rio de Janeiro (spr. riĆ­ dĕ schanē irĆ­, d.h. »JanuarfluĂŸÂ«, SĂŁo SebastiĂŁo do R. gewöhnlich bloß Rio genannt), Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Brasilien, am Westufer der gleichnamigen Bai des Atlantischen Ozeans (s. den Lageplan auf S. 3),… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Rio de Janeiro — Rio (umgangssprachlich) * * * Rio de Ja|nei|ro [ ʒa ne:ro ]: Stadt in Brasilien. * * * Rio de Janeiro   [ rriːo de ʒa neːro, brasilianisch rriu di ʒa neiÌŻru, »Januarfluss«],    1) Hauptstadt des gleichnamigen brasilianischen Bundesstaates, Hafen… 
   Universal-Lexikon


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