Roentgenium


Roentgenium
Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Roentgenium, Rg, 111
Serie Übergangsmetalle
Gruppe, Periode, Block 11, 7, d
CAS-Nummer 54386-24-2
Atomar
Atommasse 280 u
Elektronenkonfiguration [Rn] 5f14 6d10 7s1 (?)
Physikalisch
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE (MeV) ZP
272Rg

{syn.}

3,8 ms α 11,44 268Mt
274Rg

{syn.}

6,4 ms α 11,6 270Mt
278Rg

{syn.}

4,2 ms α 10,7 274Mt
279Rg

{syn.}

170 ms α 10,5 275Mt
280Rg

{syn.}

3,6 s α 10,0 276Mt
Weitere Isotope siehe Liste der Isotope
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
R- und S-Sätze R: siehe oben
S: siehe oben
weitere Sicherheitshinweise
Radioaktivität
Radioaktives Element

Radioaktives Element
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Roentgenium (deutsch auch Röntgenium) ist ein künstlich erzeugtes chemisches Element mit dem Elementsymbol Rg und der Ordnungszahl 111, das zu den Transactinoiden gehört. Bis jetzt konnte es sechsmal von Darmstädter Forschern sowie wenige Male von Forschern des Riken-Instituts in Japan produziert werden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Wilhelm Conrad Röntgen

Roentgenium wurde erstmals 1994 bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt von einem internationalen Forscherteam um Sigurd Hofmann erzeugt. Mit Hilfe des Teilchenbeschleunigers UNILAC wurden Nickelatome auf hohe Geschwindigkeiten gebracht und dann mit Bismutatomen beschossen – durch Kernfusion entstand das neue Element Roentgenium, das mit Hilfe des Geschwindigkeitsfilters SHIP isoliert und nachgewiesen werden konnte:[2][3]


\mathrm{^{64}_{28}Ni \ + \ ^{209}_{\ 83}Bi \ \longrightarrow \ ^{272}_{111}Rg \ + \ ^{1}_{0}n}

Zuerst erhielt es den provisorischen Namen „Unununium“ (Symbol „Uuu“), welcher die drei Einsen der Kernladungszahl bezeichnet. Am 18. Mai 2004 schlug die GSI vor, es nach dem deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen zu benennen. Die offizielle Benennung durch die IUPAC erfolgte am 1. November 2004, wurde aber – um an die Entdeckung der Röntgenstrahlen am 8. November 1895 zu erinnern – erst am 8. November 2004 der Öffentlichkeit bekannt gegeben.[4]

Eigenschaften

Über die Eigenschaften des 111. Elementes ist bisher nur wenig bekannt. Bisher wurden lediglich fünf Isotope nachgewiesen, alle fünf sind Alphastrahler. Das erste nachgewiesene Isotop 272Rg besitzt eine Halbwertszeit von etwa 2 Millisekunden. Das langlebigste ist 280Rg, welches mit einer Halbwertszeit von 3,6 Sekunden zerfällt. Die drei anderen bekannten Isotope haben Halbwertszeiten von 4 Millisekunden (278Rg), 34,3 Millisekunden (274Rg) bzw. 170 Millisekunden (279Rg).[5][6]

Ähnlich wie bei dem leichteren Homologen Gold werden in theoretischen Berechnungen starke relativistische Effekte vermutet. Das Rg+-Ion ist daher möglicherweise in wässriger Lösung das nach dem HSAB-Konzept weichste Ion. Eine experimentelle Überprüfung ist jedoch auf Grund der kurzen Halbwertszeiten schwierig.[7]

Die Elektronenaffinität wurde mit 1,56 eV berechnet, die Ionisierungsenergie mit 10,6 eV.[8]

Sicherheitshinweise

Einstufungen nach der Gefahrstoffverordnung liegen nicht vor, weil diese nur die chemische Gefährlichkeit umfassen und eine völlig untergeordnete Rolle gegenüber den auf der Radioaktivität beruhenden Gefahren spielen. Auch Letzteres gilt nur, wenn es sich um eine dafür relevante Stoffmenge handelt.

Einzelnachweise

  1. In Bezug auf seine Gefährlichkeit wurde das Element von der EU noch nicht eingestuft, eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. S. Hofmann, V. Ninov, F. P. Heßberger, P. Armbruster, H. Folger, G. Münzenberg, H. J. Schött, A. G. Popeko, A. V. Yeremin, A. N. Andreyev, S. Saro, R. Janik, M. Leino: The new element 111. In: Zeitschrift für Physik A Hadrons and Nuclei. 1995, 350, 4, S. 281-282, doi:10.1007/BF01291182.
  3. P. J. Karol, H. Nakahara, B. W. Petley, E. Vogt: On the Claims for Discovery of Elements 110, 111, 112, 114, 116, and 118 (IUPAC Technical Report). In: Pure and Applied Chemistry. 2003, 75, 10, S. 1601-1610, doi:10.1351/pac200375101601.
  4. J. Corish, G. M. Rosenblatt: Name and symbol of the element with atomic number 111 (IUPAC Recommendations 2004). In: Pure and Applied Chemistry. 2004, 76, 12, S. 2101-2103, doi:10.1351/pac200476122101.
  5. N. E. Holden: 2007 Nuclear Data Review. Brookhaven National Laboratory, 2008 (pdf).
  6. Kosuke Morita: Experiments on searching for the heaviest elements. In: Nuclear Physics A. 2008, 805, S. 172c-179c, doi:10.1016/j.nuclphysa.2008.02.238.
  7. Robert D. Hancock, Libero J. Bartolotti, Nikolas Kaltsoyannis: Density Functional Theory-Based Prediction of Some Aqueous-Phase Chemistry of Superheavy Element 111. Roentgenium(I) Is the ‘Softest' Metal Ion. In: Inorganic Chemistry. 2006, 45, 26, S. 10780–10785, doi:10.1021/ic061282s.
  8. Ephraim Eliav, Uzi Kaldor, Peter Schwerdtfeger, Bernd A. Hess, Yasuyuki Ishikawa: Ground State Electron Configuration of Element 111. In: Phys. Rev. Lett. 1994, 73, S. 3203–3206, doi:10.1103/PhysRevLett.73.3203.

Weblinks

 Commons: Roentgenium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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