Ronald Reagan

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Ronald Reagan
Ronald Reagan (1983)
Ronald Reagans Unterschrift

Ronald Wilson Reagan [ňąre…™g…ôn] (* 6. Februar 1911 in Tampico, Illinois; ‚Ć 5. Juni 2004 in Bel Air, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, republikanischer Politiker und von 1981 bis 1989 der 40. Pr√§sident der Vereinigten Staaten. Von 1967 bis 1975 war er der 33. Gouverneur von Kalifornien.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ronald Reagan stammte aus ärmlichen Verhältnissen, sein Vater war Nachkomme irischer Immigranten. Ronald wurde im Haus 111 Main Street in Tampico geboren. Er besuchte High School und College und studierte neben Wirtschaftswissenschaften und Soziologie auch Theaterwissenschaften.

Als Sportkommentator f√ľr den Rundfunksender WHO (AM) in Des Moines kommentierte er in den 1930er Jahren Baseball-Spiele nur anhand von Tickermeldungen.

1937 erhielt Reagan von Warner Brothers einen Siebenjahresvertrag f√ľr Hollywood. Reagan spielte in den folgenden rund zwei Jahrzehnten in mehr als 50 Filmen mit, von denen die meisten zur Kategorie ‚ÄěB-Movie‚Äú gez√§hlt werden. Von 1947 bis 1952 und von 1959 bis 1960 war er Pr√§sident der Schauspielergewerkschaft SAG, was man als Beginn seines politischen Engagements werten kann. In dieser Zeit war er Informant des FBI, der er Namen von Schauspielkollegen nannte, die er einer Gruppe mit kommunistischem Gedankengut zuordnete[1].

Vor dem Komitee f√ľr Anti-Amerikanische Umtriebe jedoch hielt er eine beachtete Rede in der gegen eine √∂ffentliche Verfolgung von Kommunisten eintrat. Vielmehr seien amerikanische Institutionen sehr wohl in der Lage, sich selbst erfolgreich gegen Unterwanderungsversuche zu wehren.

Nach dem Ende seiner Schauspielerkarriere arbeitete er von 1954 bis 1962 als Gastgeber und Werbevertreter der w√∂chentlichen Werbesendung General Electric Theater f√ľr den Elektrokonzern General Electric im MCA-Fernsehen.

Seine erste Ehe seit 1940 mit Jane Wyman endete 1948 durch Scheidung; seit 1952 war er mit Nancy Reagan verheiratet.

Sein engster Freund war der Schauspieler Robert Taylor, an dessen Grab er 1969 die Totenrede hielt.

Reagan auf seiner Ranch Rancho del Cielo in Kalifornien, 1976

1962 wurde er Mitglied der Republikaner und 1966 Gouverneur von Kalifornien, 1981 bis 1989 der 40. Pr√§sident der USA. Er wurde am 9. November 1992 zum Ehrenb√ľrger von Berlin ernannt.[2] Reagan hat verschiedene Spitznamen erhalten und gepflegt: "The Gipper" bezieht sich auf eine Filmrolle aus dem Jahr 1940 in der er den Football-Star George Gipp spielte. Den Spitznamen "The Great Communicator"[3] bezog sich auf eine ihm zugeschriebene F√§higkeit, eine pers√∂nliche Beziehung zu den B√ľrgern aufzubauen und √ľber sie seine politischen Anliegen zu kommunizieren.

Heute gilt Reagan, neben John F. Kennedy, f√ľr viele US-Amerikaner als der beste Pr√§sident nach dem Zweiten Weltkrieg. Besonders unter Konservativen ist seine Popularit√§t sehr ausgepr√§gt.[4][5]

General Electric und die öffentliche Hinwendung zum Konservativismus

√úber Beziehungen zu einem Filmstudio erhielt Reagan schlie√ülich eine Rolle in der Sendung "GE Theater", einer Werbesendung f√ľr Produkte von GE. Sechs Jahre lang arbeitete er dann als Konzernrepr√§sentant von GE. Reagan hielt in dieser Zeit zahlreiche Reden an die Belegschaft.[1]

Der Konzern hatte damals √ľber 250.000 Angestellte in 40 Bundesstaaten. Sein Vertrag beinhaltete die Pflicht, √ľber Hollywood Klatsch und Tratsch zu sprechen, statt dessen aber reiste er durch die USA und sprach √ľber Freies Unternehmertum, Staatsmedizin und ein staatliches Rentensystem.[1] √úber seine Reise durch die USA sagte Reagan:

"Da treffe ich nicht "die Massen", nicht irgendwelche "gewöhnlichen Leute", nein, ich treffe einzelne Menschen jede mi eign Hoffnungen und Träumen und einer Stillen Zivilcourage, die dieses Land besser funktionieren lässt als jedes andere."

In seiner Zeit bei GE wandelte sich Reagans politisches Auftreten drastisch. Er bekundete nun öffentlich, sich von einem Linken ("liberal") zu einem Konservativen gewandelt zu haben. Er sagte dazu:

"Nicht ich habe meine Partei verlassen, sie hat mich verlassen."[1]

Dieser Wandel wird von Vielen auf seinen Kontakt zu Lemuel Boulware, dem f√ľr Gewerkschaftsbeziehungen zust√§ndigen Manager bei GE, zur√ľckgef√ľhrt. Boulware betrieb eine offensive Anti-Gewerkschaftspolitik und eine Abkehr von [Franklin D. Roosevelt] Politik, die einer kollektivistisch organisierten Arbeitnehmerschaft √ľber Gewerkschaften besondere Rechte zu gestanden hatte ("Boulwareism").

Reagan selbst erkl√§rte hingegen, seine politischen Ansichten h√§tten sich bereits in seiner Zeit als Vorsitzender der Schauspielergewerkschaft als anl√§sslich einer Gewerkschaftssitzung w√§hrend eines kommunistisch agitierten Streiks in Kalifornien, ein Funktion√§r erkl√§rte, er w√ľrde die Verfassung der UdSSR derjenigen der USA vorziehen.[1]

Reagan wurde wegen seines politischen Engagement schlie√ülich von GE entlassen, bekam aber zugleich das Angebot weiter arbeiten zu k√∂nnen, vorausgesetzte er beschr√§nke sich k√ľnftig auf das Bewerben von GE-Produkten, statt auf Reden √ľber eine staatliche Rentenversicherung. Dies lehnte er jedoch ab.[1]

Einstieg in die Politik und Gouverneur von Kalifornien

Ronald Reagan wurde 1962 Mitglied der Republikanischen Partei, nachdem er zuvor eher den Demokraten zugeneigt war. Im Pr√§sidentschaftswahlkampf von 1964 unterst√ľtzte Reagan den Kandidaten der Republikaner, Barry Goldwater. Er hielt f√ľr ihn eine weit verbreitete Grundsatzrede, "A Time for Choosing", die zwar Goldwater nicht zum Sieg √ľber Johnson gereichte, ihm aber immerhin mindestens 1 Million Dollar an Spenden f√ľr seine Kampagne einbrachte.[6] In der Rede wurde Reagans k√ľnftiges Programm sichtbar, er trat au√üenpolitisch f√ľr die Befreiung von ‚ÄěMillionen von Menschen, versklavt hinter dem Eisernen Vorhang‚Äú ein und innenpolitisch f√ľr die weitestgehende Zur√ľckdr√§ngung staatlichen Einflusses.[7]

Seinen Einsatz w√ľrdigten kalifornische Gesch√§ftsleute, indem sie Reagan bei der Wahl zum kalifornischen Gouverneur 1966 unterst√ľtzten. Er gewann die Wahl gegen Edmund G. Brown und wurde am 3. Januar 1967 als 33. Gouverneur Kaliforniens vereidigt. Kurz nach Beginn seiner Amtszeit unterzeichnete er ein neues ‚Äď f√ľr die damalige Zeit sehr liberales ‚Äď Abtreibungsgesetz, wovon er sich sp√§ter mehr und mehr distanzierte, bis er schlie√ülich einen strikten ‚ÄěPro Life‚Äú Standpunkt vertrat. 1968 brachten ihn innerparteiliche Gegner Richard Nixons erstmals ‚Äď erfolglos ‚Äď als m√∂glichen republikanischen Pr√§sidentschaftskandidaten ins Spiel. Als Gouverneur unterst√ľtzte er mit seiner Politik die kalifornische Wirtschaft, die in den sp√§ten 60er Jahren einen beachtlichen Aufschwung nahm. Da er auch den Haushalt des kalifornischen Bundesstaates ausglich, war seine Wiederwahl 1970 gegen Jesse Unruh kein Problem. W√§hrend seiner Amtszeit nahmen die Proteste gegen den Vietnam-Krieg in Kalifornien insbesondere an den Universit√§ten zu. Gegen diese Proteste, die von ihm und seinem Umfeld als Unruhen angesehen wurden, setzte er auch die Nationalgarde ein.

Präsidentschaftskandidat 1976 und Wahl 1980

1974 stellte er sich einer erneuten Wiederwahl nicht mehr, weil er sich 1976 f√ľr das Pr√§sidentenamt bewerben wollte. Jedoch scheiterte er mit seiner Kandidatur parteiintern knapp an Amtsinhaber Gerald Ford. 1980 bewarb sich Reagan erneut um die Pr√§sidentschaftskandidatur der Republikaner. Innerparteiliche Herausforderer waren unter anderem der Senator Bob Dole und der ehemalige CIA-Direktor George H. W. Bush. Reagan galt schon zu Beginn des Vorwahlkampfes als Favorit f√ľr die Kandidatur und setzte sich klar gegen seine innerparteilichen Wettbewerber durch. Reagan erwog mit dem fr√ľheren Pr√§sidenten Gerald R. Ford als Vizepr√§sidentschaftskandidaten Jimmy Carter herauszufordern. Gerald Ford hatte Reagan eine "geteilte Praesidentschaft" vorgeschlagen, in der Reagan f√ľr innenpolitische Fragen und Ford und Kissinger f√ľr au√üenpolitische Fragen zust√§ndig waren. Nachdem Ford allerdings diese Erw√§gungen √∂ffentlich machte, entschied sich Reagan f√ľr George H. W. Bush als Vizepr√§sidentschaftskandidaten. Bush hatte in den Vorwahlen nach Reagan die zweith√∂chste Anzahl an Bundesstaaten in den Vorwahlen gewonnen. Die Pr√§sidentschaftswahlen im November gewannen Reagan und Bush mit deutlicher Mehrheit gegen den gl√ľcklos amtierenden Pr√§sidenten der Demokraten Jimmy Carter. Au√üerdem erreichten die Republikaner erstmals seit den fr√ľhen 50er-Jahren eine Mehrheit im Senat und verzeichneten deutliche Zugewinne im Repr√§sentantenhaus.

Präsidentschaft

Reagan mit dem Regierenden B√ľrgermeister von Berlin Richard v. Weizs√§cker und Bundeskanzler Helmut Schmidt am Checkpoint Charlie in West-Berlin
Reagan mit Bundeskanzler Helmut Schmidt in Bonn, Quelle Bundesarchiv
M. Thatcher und R. Reagan, 1986

Am 20. Januar 1981 wurde er als 40. Pr√§sident der Vereinigten Staaten vereidigt. Sein Amtsantritt l√∂ste in der Wirtschaft Optimismus aus. Der Dollar und die Aktienkurse stiegen. Er senkte die Einkommenssteuer bis Juli 1981 um 30 Prozent, erleichterte Industrieabschreibungen bei neuen Betriebsanlagen und trat im Ost-West-Konflikt als Hardliner auf. Zuhause trat er f√ľr die Ideale der amerikanischen Familie und der Freiheit ein. Innenpolitisch hatte Reagan als einer der √§ltesten Pr√§sidenten im Amt, besonders gro√üe Zustimmungswerte bei den j√ľngeren W√§hlern[8].

‚Üí Hauptartikel: Attentat auf Ronald Reagan

Am 30. M√§rz 1981 wurde er bei einem Attentat verletzt. Auch Secret-Service-Agent Tim McCarthy, der Polizist Thomas Delanty und Reagans Pressesekret√§r James Brady wurden verletzt; Brady erlitt schwerste Hirnsch√§digungen und L√§hmungen. Der Attent√§ter John Hinckley, Jr. wurde im Juni 1982 von einem Gericht in Washington f√ľr unzurechnungsf√§hig erkl√§rt und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, in der er noch einsitzt (Stand 2010). Reagan kehrte am 25. April 1981 ins Wei√üe Haus zur√ľck.

Außenpolitik

Reagan im Einzelgespräch mit Michail Gorbatschow

Die Au√üenpolitik Reagans war nicht nur eine Politik der St√§rke, sondern sie war √ľberwiegend von seinem Antikommunismus gepr√§gt. Reagan wollte die Welt zu seinen Vorstellungen von Freiheit und Demokratie f√ľhren. Er konnte telegen und mit herausragender Rhetorik die Herzen und Gef√ľhle vieler Amerikaner f√ľr sein Ziel gewinnen, die Sowjetunion, das von ihm damals so bezeichnete ‚ÄěReich des B√∂sen‚Äú, ideologisch und milit√§risch herauszufordern und den sowjetisch-kommunistischen Einfluss in der Dritten Welt mit allen Mitteln zu bek√§mpfen.

‚Üí Hauptartikel: Reagan-Doktrin

Er gab die Entspannungspolitik auf, da die massive √úberlegenheit der Sowjetunion bez√ľglich konventioneller Waffensysteme nach seiner Auffassung die Wiederherstellung der gleichen milit√§rischen St√§rke der beiden damaligen Superm√§chte notwendig machte. Bereits im Wahlkampf forderte er eine Erh√∂hung der Milit√§rausgaben. Des Weiteren war Reagan entschlossen, in der Dritten Welt mit fast jedem Regime zusammenzuarbeiten, das von sich behauptete, Kommunisten zu bek√§mpfen (s. Kirkpatrick-Doktrin), was unter anderem zu einer konsequenten Unterst√ľtzung von anti-kommunistischen Milit√§rdiktaturen f√ľhrte. So unterst√ľtzten die USA etwa die rechtsgerichtete Regierung von El Salvador, die einen Schmutzigen Krieg gegen Aufst√§ndische und politische Gegner f√ľhrte.

Ein Teil der zus√§tzlichen R√ľstungsausgaben floss in die sogenannte Strategic Defense Initiative (SDI), das zu seiner Zeit nicht realisiert, jedoch unter George W. Bush wieder aufgegriffen wurde. Ziel dieses Programms war es, die USA gegen Angriffe feindlicher Atomraketen zu sch√ľtzen und damit das klassische Gleichgewicht des Schreckens zu Gunsten der USA aufzuheben. Ebenso wurde unter Ronald Reagan das Programm Marine der 600 Schiffe verwirklicht, das die Flottenst√§rke der US Navy auf fast 600 Einheiten steigerte.

Nachdem Reagan in seiner ersten Amtszeit eine neue Runde des R√ľstungswettlaufs eingel√§utet hatte, der die Sowjetunion aufgrund ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten letztlich nicht mehr folgen konnte, startete er in seiner zweiten Amtszeit mehrere Abr√ľstungsinitiativen. Mit Gorbatschow kam er 1987 im INF-Vertrag √ľberein, die besonders gef√§hrlichen nuklearen Mittelstreckenraketen abzur√ľsten.

Die Beurteilung, in welchem Umfang die Reagansche R√ľstungspolitik zum Ende des realen Sozialismus in Osteuropa beitrug, h√§ngt vom erkenntnisleitenden Interesse der Forschenden ab. Sicher ist jedenfalls, dass zum Beispiel seine im Ostblock durch Radio Free Europe bekannt gewordenen Reden Menschen mit einer neuen Hoffnung auf √Ąnderung erf√ľllten. Reagan wird dort bis heute von vielen verehrt.

Mit der offiziellen Begr√ľndung, den kommunistischen Einfluss in Lateinamerika bek√§mpfen zu m√ľssen, f√ľhrte die Regierung Reagan √ľber ihre gesamte Amtszeit hinweg einen verdeckten Krieg gegen die sandinistische Regierung in Nicaragua. F√ľr die von der CIA organisierten Contras wurden ehemalige Mitglieder der gef√ľrchteten Nationalgarde Nicaraguas rekrutiert. Die Finanzierung erfolgte durch Waffengesch√§fte mit dem Iran (siehe Iran-Contra-Aff√§re) und Drogengesch√§fte.[9] In dem von 1981‚Äď1990 zur Terrorisierung der nicaraguanischen Bev√∂lkerung gef√ľhrten Contra-Krieg wurden etwa 70 % des Landes zerst√∂rt und etwa 60000 Menschen get√∂tet ‚Äď haupts√§chlich Zivilisten.[10] Eine amerikanische Untersuchungskommission r√ľgte den Pr√§sidenten; mehrere leitende Beamte mussten ihre Stellungen aufgeben. Die USA wurden am 27. Juni 1986 vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag f√ľr ihre direkte und indirekte milit√§rische Teilnahme im Contra-Krieg zur Beendigung der ‚Äěungesetzlichen Anwendung von Gewalt‚Äú gegen Nicaragua und Zahlung von Reparationen verurteilt.[11] Auf die Weigerung der USA, das Urteil anzuerkennen, verabschiedete der UN-Sicherheitsrat eine Resolution, welche alle Staaten dazu aufrief, das internationale Gesetz zu befolgen. Die USA legten ihr Veto gegen die Resolution ein.[12]
1983 besetzten amerikanische Truppen unter dem Vorwand, einer kubanischen Intervention zuvorzukommen, die Karibik-Insel Grenada. Zum Zeitpunkt der Invasion befanden sich nach Angaben der kubanischen Regierung 784 Kubaner auf Grenada, die meisten davon Bauarbeiter, aber auch √Ąrzte, Krankenschwestern, Lehrer und 44 dem Milit√§r zuzuordnende Personen. Diese Angaben wurden von mehreren amerikanischen und britischen Journalisten best√§tigt.[13] Kuba wurde tats√§chlich von Maurice Bishop, dem Ministerpr√§sidenten Grenadas, um milit√§rische Unterst√ľtzung gebeten. Aufgrund von Bef√ľrchtungen, den USA einen Vorwand f√ľr eine Kuba-Invasion bieten zu k√∂nnen, lehnte die kubanische Regierung jedoch ab.[14] F√ľr die Invasion unter dem Codenamen Operation Urgent Fury waren 7000 Marines im Einsatz. Nach einer Woche endeten die K√§mpfe mit dem Tod bzw. der Verwundung von 84 Kubanern, 135 Amerikanern und etwa 400 Grenadiern. Die Invasion wurde mit Ausnahme der Milit√§rdiktaturen Chile, Guatemala und Uruguay von allen L√§ndern Lateinamerikas verurteilt. Der UN-Sicherheitsrat stimmte am 28. Oktober 1983 mit gro√üer Mehrheit f√ľr eine Resolution, in der die US-Invasion als eine krasse Verletzung internationalen Rechts bezeichnet und das schwere Bedauern der UN ausgedr√ľckt wurde.[15] Die USA legten sofort ihr Veto gegen die Resolution ein.[16] Ronald Reagans Antwort auf die Resolution lautete: One hundred nations in the UN have not agreed with us on just about everything that's come before them where we're involved, and it didn't upset my breakfast at all.[17]

Am 11. August 1984 erlaubte sich Reagan w√§hrend einer Mikrofonsprechprobe einen makabren Scherz, indem er die Bombardierung der Sowjetunion anordnet. Die Medien ver√∂ffentlichten diese nicht f√ľr die √Ėffentlichkeit bestimmte Tonprobe ("We begin bombing in five minutes"), die weltweit zu heftiger Kritik f√ľhrte.[18]

‚ÄěWe begin bombing in five minutes.‚Äú
US-Präsident Ronald Reagan bei der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates zu den Luftangriffen auf die libyschen Städte Tripolis und Bengasi im April 1986 (Operation El Dorado Canyon)

Bei der Pr√§sidentschaftswahl 1984 erreichte Ronald Reagan seine Wiederwahl deutlich gegen den demokratischen Kandidaten, Jimmy Carters ehemaligen Vizepr√§sidenten Walter Mondale. Im Jahr 1985 besuchte Reagan Deutschland anl√§sslich des 40. Jahrestages des Kriegsendes. Der Besuch auf einem Soldatenfriedhof in Bitburg l√∂ste eine breite Debatte aus (siehe Bitburg-Kontroverse). 1985 und 1986 traf sich Reagan mit dem sowjetischen Generalsekret√§r Michail Gorbatschow zu Abr√ľstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Doch diese kamen zun√§chst nicht voran. 1987 jedoch konnte er mit Gorbatschow den Vertrag zur Abschaffung der amerikanischen und sowjetischen Mittelstreckenraketen in Europa (INF-Vertrag) unterzeichnen. Am 12. Juni 1987 hielt Reagan von einem Holzger√ľst, welches vor den Sperranlagen der Berliner Mauer am Brandenburger Tor aufgebaut worden war, eine Rede, in welcher er Gorbatschow aufforderte, die Berliner Mauer niederzurei√üen: ‚ÄěCome here to this gate! Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!‚Äú.

1988 schlug Reagan seinen Vizepr√§sidenten als Nachfolger vor, der die bisherige Politik weiterf√ľhren sollte. Am 8. November 1988 wurde George Bush zum Pr√§sidenten gew√§hlt.

Wirtschaftspolitik

Reagen geland es, seine so genannten Reaganomics durch den Kongress zu bringen. Reagonomics hie√ü: Senkung von Steuern, Vereinfachung des Steuersystems, weniger Hindernisse f√ľr die Industrie, Haushaltsk√ľrzungen bei sozialen Aufgaben, Ausbau der milit√§rischen R√ľstung. Ein wichtiges Prinzip hinter seinen Reformen war die ‚ÄěTrickle-down-Theorie‚Äú, welche davon ausgeht, dass der Wohlstand der Reichen in die unteren Gesellschaftsschichten ‚Äědurchsickert‚Äú. Das Prinzip seiner Steuerpolitik entsprach in etwa jenem der Laffer-Kurve. Danach sind Steuersenkungen f√ľr Unternehmen besonders wirtschaftsf√∂rdernd, da diese dann mehr investieren und so die Arbeitslosigkeit reduzieren, was letztlich sogar zu h√∂heren Steuereinnahmen f√ľhrt.

Anfang 1980, d.h. bei der Amts√ľbernahme durch Ronald Reagan, betrug die Staatsverschuldung der USA 0,93 Billionen Dollar. Die Steuersenkungspolitik und die starke Erh√∂hung der Staatsausgaben, insbesondere f√ľr R√ľstungsg√ľter, zeigten aber zun√§chst unerw√ľnschte Wirkungen: die US-Wirtschaft drohte sich zu √ľberhitzen, die Inflationsrate stieg 1982 auf 5,8 Prozent. Die Fed reagierte darauf mit Zinserh√∂hungen, was zu einer Rezession f√ľhrte. Die Arbeitslosigkeit stieg auf zw√∂lf Millionen, Unternehmensgewinne gingen zur√ľck. Danach erholte sich die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit sank, und die Inflation wurde wieder einged√§mmt. Trotzdem stieg das Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten an, vor allem durch die extremen Milit√§rausgaben. Unter Reagan stieg die Staatsverschuldung bis Ende 1988 um 179,6 Prozent auf 2,6 Billionen Dollar.[19]

"Shining City on a Hill": Reagan und der American Exceptionalism

Zu allen Zeiten seiner politischen Karrieren hob Reagan die Rolle der Vereinigten Staaten in der Welt durch verschiedene Termini hervor. Bereits 1964 bezeichnete er die USA als "last best hope of man on earth" [20][21], später als "shining city"[22] (1989). Im Kern ging es dabei um eine Beschreibung der U.S.-amerikanischen Rolle in der Weltpolitik. Obwohl auch schon John F. Kennedy den Terminus "city upon a hill" genutzt hatte, war es Reagan, der den Begriff zu einem seiner Markenzeichen machte. In seiner Abschiedsrede als Präsident sagte er dazu:

I've spoken of the shining city all my political life, but I don't know if I ever quite communicated what I saw when I said it. But in my mind it was a tall proud city built on rocks stronger than oceans, wind-swept, God-blessed, and teeming with people of all kinds living in harmony and peace, a city with free ports that hummed with commerce and creativity, and if there had to be city walls, the walls had doors and the doors were open to anyone with the will and the heart to get here. That's how I saw it and see it still....[23][24]

Ruhestand

Ronald Reagan bekannte sich im November 1994 in einem pers√∂nlichen Brief an die US-Bev√∂lkerung zu der kurz zuvor bei ihm diagnostizierten Alzheimerschen Krankheit. Danach wurde er nur noch sporadisch in den Medien erw√§hnt, meist ging es um die Verschlechterung seines Zustandes. Noch bis 1998 besuchte er regelm√§√üig sein B√ľro in der Ronald Reagan Presidential Library in Simi Valley, wo er zumindest noch im Anfangsstadium seiner Krankheit an verschiedenen Projekten arbeitete. Sp√§ter erlitt er bei einem Sturz einen H√ľftbruch, von dem er sich aber trotz seines hohen Alters erstaunlich schnell erholen konnte. Zuletzt war der Einfluss seiner Erkrankung aber soweit fortgeschritten, dass er nicht mehr in der Lage war, grundlegende T√§tigkeiten selbst zu erledigen.

Am 5. Juni 2004 starb Ronald Reagan zu Hause in Bel Air im Alter von 93 Jahren an einer Lungenentz√ľndung. Er hinterlie√ü Frau und drei Kinder (Michael, Patti Davis und Ron; seine Tochter Maureen war bereits 2001 an Krebs gestorben). Sein Leichnam wurde in einer gro√üen Zeremonie im Kapitol von Washington D.C. auf einem Katafalk aufgebahrt und sp√§ter in Kalifornien in der f√ľr ihn errichteten Pr√§sidentenbibliothek beigesetzt. Mit 93 Jahren erreichte er das bislang h√∂chste Alter eines Pr√§sidenten der USA und √ľberholte damit John Adams, der 91 Jahre alt geworden war. Er selbst wurde am 12. November 2006 von Gerald Ford als √§ltestem Pr√§sidenten √ľbertroffen. Zudem war er mit knapp 70 Jahren der √§lteste Pr√§sident bei Amtsantritt.

Reagan geh√∂rte zu den wenigen US-B√ľrgern, nach denen bereits zu ihren Lebzeiten ein US-Kriegsschiff benannt wurde, der Flugzeugtr√§ger USS Ronald Reagan (CVN-76). Auch der Ronald Reagan Washington National Airport, der Ronald Reagan Freeway und die Raketenverteidigungsstation auf dem Luftwaffenst√ľtzpunkt Vandenberg sind nach ihm benannt.

Zitate

Eine Reihe Reagans Wendungen und Redestellen sind - insbesondere in den USA - in das kollektive Gedächtnis eingegangen.

Eigene Wendungen

"Das Reich des Bösen" (eigentlich: das böse Imperium)
"Evil empire"
"Tear down this wall"

Von anderen entliehene Wendungen

"M√ľllhaufen der Geschichte" (nach Leo Trotzki "Go out where you belong‚ÄĒinto the ash heap of history."")
"... freedom and democracy will leave Marxism and Leninism on the ash heap of history."
"Die leuchtenden Stadt auf dem H√ľgel" (nach John Winthrop: "city upon a hill")
"shining city on a hill"
"Es steht in unserer Macht, die Welt auf's neue zu beginnen." (nach Thomas Paine)
"We have it in our power to begin the world over again."

Filme (Auszug)

Neben Spielfilmen drehte Reagan in einem Zeitraum von etwa 25 Jahren auch TV-Filme und einige Serienepisoden (in Klammern: Originalname, Regisseur).

Auszeichnungen (Auszug)

Siehe auch

Literatur

Autobiographie
Sekundärliteratur
  • Tony Thomas: Ronald Reagan und seine Filme (OT: The Films of Ronald Reagan). Goldmann, M√ľnchen 1981, ISBN 3-442-10215-4
  • The Reagan Diaries (komplette Tagebuchaufzeichnungen von Ronald Reagan). Harper Collins, New York 2007, ISBN 978-0-06-087600-5 (en)
  • C. McGivern & Fred Landesman: Ronald Reagan: the Hollywood years, Bracknell: Reel Publ., 2005, ISBN 0-9540031-9-5

Weblinks

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Presse

Andere Medien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b c d e f Dokumentarfilm "Ronald Reagan - Geliebt und Gehasst" von Eugene Jarecki, USA 2011
  2. ‚ÜĎ http://www.parlament-berlin.de/pari/web/wdefault.nsf/vHTML/G11_6-00045?OpenDocument
  3. ‚ÜĎ 'The Great Communicator' strikes chord with public, CNN. Abgerufen am January 8, 2008. 
  4. ‚ÜĎ Best President? Lincoln on Par With Reagan, Kennedy
  5. ‚ÜĎ Ronald Reagan Seen as Best President since World War II
  6. ‚ÜĎ Ronald Reagan Artikel in der Washington Post
  7. ‚ÜĎ Die A Time for Choosing-Rede, Webseite der University of Virginia
  8. ‚ÜĎ Dionne, E.J.: Political Memo; G.O.P. Makes Reagan Lure Of Young a Long-Term Asset. In: The New York Times, October 31, 1988. Abgerufen am July 2, 2008. 
  9. ‚ÜĎ William Blum: Killing Hope ‚Äď U.S. Military and CIA Interventions Since World War II Black Rose Books, Montreal/New York/London, ISBN 1-55164-097-X, S.290-305
  10. ‚ÜĎ Universit√§t Hamburg: Nicaragua ‚Äď Contra-Krieg
  11. ‚ÜĎ International Court of Justice: Case concerning military and paramilitary activities in and against Nicaragua 27. Juni 1986
  12. ‚ÜĎ List of UN Security Council resolutions vetoed by the USA, 1972‚Äď2002
  13. ‚ÜĎ Hugh O'Shaughnessy: Grenada: Revolution, Invasion und Aftermath London 1984, S.15,16,204
  14. ‚ÜĎ Chris Searle: In Nobody's Backyard: Maurice Bishop's Speeches 1979‚Äď1983, London 1984, siehe Bishops Rede vom 13. April 1979
  15. ‚ÜĎ U.S. VETOES U.N. RESOLUTION 'DEPLORING' GRENADA INVASION New York Times, 29. Oktober 1983
  16. ‚ÜĎ Subjects of UN Security Council Vetoes
  17. ‚ÜĎ New York Times, 4. November 1983, S.6
  18. ‚ÜĎ US-Pr√§sident Reagan irritiert die Welt√∂ffentlichkeit bei einer Mikrofonprobe Kalenderblatt auf den Seiten von Deutschlandradio Kultur
  19. ‚ÜĎ Historical Debt Outstanding ‚Äď Annual 1950‚Äď2000
  20. ‚ÜĎ Transkript der Rede "A time for Choosing"
  21. ‚ÜĎ Video von "A time for choosing" bei 3:49
  22. ‚ÜĎ Transkript der Farewell Address to the Nation, Oval Office, January 11, 1989
  23. ‚ÜĎ Transkript der Farewell Address to the Nation, Oval Office, January 11, 1989
  24. ‚ÜĎ Video der Farewell Address auf C-SPAN
  25. ‚ÜĎ http://www.parlament-berlin.de/pari/web/wdefault.nsf/vHTML/G11_6-00045?OpenDocument
  26. ‚ÜĎ S√ľddeutsche Zeitung, 6. Juli 2011, Seite 12

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  • Ronald Reagan ‚ÄĒ noun 40th President of the United States (1911 2004) ‚ÄĘ Syn: ‚ÜĎReagan, ‚ÜĎRonald Wilson Reagan, ‚ÜĎPresident Reagan ‚ÄĘ Instance Hypernyms: ‚ÜĎPresident of the United States, ‚ÜĎUnited States President, ‚ÜĎPresident, ‚ÜĎ ‚Ķ   Useful english dictionary

  • Ronald Reagan ‚ÄĒ Ronald Wilson Reagan (6 de febrero de 1911 5 de junio de 2004) fue un actor y pol√≠tico estadounidense. Naci√≥ en Tampico, en el estado de Illinois. Durante la primera parte de su vida Reagan fue actor que particip√≥ en numerosas pel√≠culas con… ‚Ķ   Enciclopedia Universal

  • Ronald Reagan ‚ÄĒ ‚ě° Reagan * * * ‚Ķ   Universalium

  • Ronald Reagan ‚ÄĒ ‚Ķ   –í–ł–ļ–ł–Ņ–Ķ–ī–ł—Ź

  • Ronald Reagan ‚ÄĒ Econom√≠a El contribuyente es una persona que trabaja para el Gobierno, pero sin haber hecho las oposiciones a funcionario. Trabajo Recesi√≥n es cuando tu vecino se queda sin empleo; depresi√≥n es cuando lo pierdes t√ļ ‚Ķ   Diccionario de citas

  • Ronald Reagan ‚ÄĒ (1911 2004) 40th President of United States (1981 1989) who was a movie actor before entering politics ‚Ķ   English contemporary dictionary

  • Ronald Reagan Presidential Library ‚ÄĒ Pr√©sentation Type Biblioth√®que pr√©sidentielle Architecte Hugh Stubbins and Associates Date de construction ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais


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