Rotrock

Rotröcke der Scots Greys in der Schlacht bei Waterloo - Gemälde Scotland Forever! von Lady Elizabeth Butler

Rotrock (englisch Red Coat) ist eine informelle Bezeichnung für Angehörige der Britischen Armee. Die heute leicht veraltete Redewendung hält sich in Irland, um die britischen Sicherheitskräfte und manchmal auch alle Briten zu bezeichnen. Der Begriff wird auch für die Royal Canadian Mounted Police und andere rot uniformierte Truppen des britischen Commonwealth verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Charakteristisches Bekleidungsstück der britischen Soldaten (vor allem der Infanterie) vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zur Einführung der Tarnkleidung war ein roter Uniformrock. Dieser brachte ihnen insbesondere in Nordamerika den Beinamen Rotröcke ein. Der rote Uniformrock wurde zunächst nur von den Yeomen Warders und den Yeomen of the Guard getragen, bis im Februar 1645 offiziell die New Model Army gegründet wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Infanterieinheiten der Britischen Armee mit roten Uniformröcken eingekleidet. Das Rot stand danach zunächst nur für die republikanischen Truppen Cromwells, dennoch wurde die Farbe auch nach der Restauration 1660 von der Armee weiterverwendet, was auf die relativ billige Herstellung des roten Farbstoffes zurückzuführen ist.[1]

Das Muster der Uniformröcke wandelte sich im Laufe der Zeit und mit der Mode. Auch hatte jedes Regiment der Armee, manchmal sogar jedes Bataillon, ein eigenes Schnittmuster für den Uniformrock. Besonders die Kragen, Aufschläge, Kollare, Schulterstücke und Ärmelpatten unterschieden sich von Regiment zu Regiment. Erst 1881 wurde eine Standardisierung vorgenommen. So erhielten die irischen Regimenter Grün, englische und walisische Regimenter Weiß, schottische Regimenter Gelb und königliche Regimenter Blau als Abzeichenfarbe. Dennoch konnten einige Regimenter ihre traditionellen Abzeichen behalten.[2]

Das letzte Gefecht im roten Rock fand am 30. Dezember 1885 bei der Schlacht von Ginnies statt.[3] 1902 wurden neue, khakifarbene Uniformen bei allen Regimentern eingeführt. Diese Uniformen waren voll standardisiert. In den meisten Regimentern wurde der rote Rock nur noch zu Paraden oder als großer Dienstanzug verwendet. Dies wurde erst durch den Ersten Weltkrieg beendet.

Ab 1920 durfte der rote Rock nur noch von den Einheiten der Household Division (also den Gardeeinheiten), den Regimentsorchestern und von Offizieren als Galauniform getragen werden. Ausnahmen werden noch bei Hochzeiten und vor Gericht gemacht. Hauptgrund war, dass das Einfärben mit Karmin sehr teuer wurde. In den 1980er Jahren gab es Pläne, den roten Rock als Ersatz für den blauen Nr. 1 Dress und den khakifarbenen Nr.2 Dress wieder einzuführen, da das Einfärben durch chemische Mittel wieder billiger geworden war. Eine Umfrage unter den Soldaten ergab aber, dass diese Idee nicht besonders angesehen war. So ließ man sie wieder fallen.

Einheiten

Noch heute haben viele Einheiten des Commonwealth die Erlaubnis, den roten Rock zu tragen. So verwenden Einheiten der Armeen von Kanada, Australien, Jamaika, Neuseeland, Fidschi, Indien, Pakistan, Ghana und Singapur den Rotrock.

Britische Armee

  • Royal Gibraltar Regiment

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. W.Y. Carman: British Military Uniforms from Contemporary Pictures. Hamlyn Publishing Group Ltd, 1957, ISBN 0600003485.
  2. W.Y. Carman: Uniforms of the British Army - the Infantry Regiments. ISBN 0-86350-0315, S. 33.
  3. Philip J. Haythornthwaite: The Colonial Wars Sourcebook. Arms and Armour Press, London 1995, ISBN 1854091964, S. 35.

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