Rubrizierung

Beispiel einer Rubrizierung aus der Weingartner Liederhandschrift (14. Jhd.)

Die Rubrizierung (von lat. rubricare „rotfärben, mit Rubriken versehen“) ist das System der farbigen Gliederungs-, Ordnungs- und einfachen Schmuckelemente, das als ein Arbeitsgang bei der Herstellung mittelalterlicher Handschriften eingetragen wurde (siehe auch Layout).

Der Rubrikator schrieb beziehungsweise malte in Rot (gelegentlich abwechselnd mit Blau oder Grün) in vom Kopisten freigelassene Räume die vorgesehenen Rubriken wie (Gesetzes-)Titel, liturgische Anweisungen, dazu Überschriften, Kapitelzählungen, Seitentitel, Lemmata, Paragraphzeichen, Strichelungen, Anfangsbuchstaben, einfache Lombarden und ähnliches. Die Rubrizierung erfolgte, nachdem der Schreiber den Haupttext fertiggestellt hatte (mit ihm war der Rubrikator oft identisch, selten mit dem Miniator).

Elemente der Rubrizierung sind schon belegt im alten Ägypten (vergleiche Papyrus Ebers, UB Leipzig, ca. 1550 v. Chr.) und am Ende der Handschriftenepoche noch bis in die Inkunabelzeit. Nach anfänglichen Erfolgen mit dem Druck von roten Layoutelementen verschwand die Tradition der farbigen Rubriken, weil sie drucktechnisch zu aufwendig war.


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