Salzburger Festspiele

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Salzburger Festspiele

Die Salzburger Festspiele sind eine Kulturveranstaltung, die seit 1920 jeden Sommer im Juli und August f√ľr f√ľnf bis sechs Wochen in Salzburg stattfindet. Vorl√§uferveranstaltung waren (seit 1877 in unregelm√§√üigen Abst√§nden) die ‚ÄěInternationalen Musikfeste in Salzburg‚Äú. Unter den Auff√ľhrungen ist dabei traditionell Hugo von Hofmannsthals Moralit√§t Jedermann vertreten, dessen Auff√ľhrung in der Regie von Max Reinhardt am 22. August 1920 auf dem Domplatz die Geburtsstunde der Festspiele markierte. Seither etablierten sich die Festspiele f√ľr Oper, Schauspiel und Konzert mit j√§hrlich etwa 200 Veranstaltungen und mehr als 250.000 Besuchern zu einem der weltweit bedeutendsten und hochkar√§tigsten Festivals.

Die Salzburger Pfingstfestspiele wurden 1973 von Herbert von Karajan ins Leben gerufen. Seit 1998 sind sie fester Bestandteil der Salzburger Festspiele. Nach einer f√ľnfj√§hrigen Leitung durch Riccardo Muti (2007‚Äď2011) folgt Cecilia Bartoli ab 2012 als K√ľnstlerische Leiterin.

Als organisatorisch eigenst√§ndige Veranstaltung sind die ‚Äď ebenfalls von Herbert von Karajan eingef√ľhrten Osterfestspiele. Das zehnt√§gige Festival wurde seit 1967 kontinuierlich von den Berliner Philharmonikern und ihrem jeweiligen k√ľnstlerischem Leiter ‚Äď zuletzt Sir Simon Rattle bespielt. Ab der Saison 2013 wird die S√§chsische Staatskapelle Dresden als neues Festivalorchester unter Christian Thielemann als k√ľnstlerischem Leiter auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Detailinformationen zur Geschichte der Salzburger Festspiele

Jedermann-Auff√ľhrung, 1930 ‚Äď Alexander Moissi
Jedermann-Auff√ľhrung, 1952 ‚Äď Will Quadflieg
Jedermann-Auff√ľhrung, 1978 ‚Äď Maximilian Schell
Jedermann-Auff√ľhrung, 1983 ‚Äď Klaus Maria Brandauer
Domplatz, Jedermanntrib√ľnen

Neben Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal ist die Etablierung der Festspiele haupts√§chlich der Arbeit des Komponisten Richard Strauss, des Dirigenten und Wiener Hofoperndirektors Franz Schalk und des B√ľhnenbildners Alfred Roller zu verdanken. Auf Initiative von Bernhard Paumgartner fanden 1921 neben dem Jedermann erstmals Konzerte (haupts√§chlich Kammer- und Orchesterkonzerte) statt. 1922 kamen zus√§tzlich zu Schauspiel und Konzerten vier Opern von Wolfgang Amadeus Mozart zur Auff√ľhrung, womit das Konzept im Wesentlichen stand, das dann ab 1925 erfolgreich umgesetzt wurde. Die Neuerungen dieses Jahres (die Hofstallkaserne wurde als provisorisches Festspielhaus genutzt, das Programm geb√ľndelt in einem Festspielalmanach pr√§sentiert und der Rundfunk eingebunden) gaben den Festspielen einen Schub, nachdem sich zuvor 1923 nur die Auff√ľhrung von Moli√®res Der eingebildete Kranke hatte finanzieren lassen und 1924 die Festspiele aus finanziellen Gr√ľnden gar hatten ausfallen m√ľssen. 1926 kam die Felsenreitschule als zweite Spielst√§tte hinzu.

Auf dem Festspielplakat des Jahres 1928 erschien erstmals das Motiv des bis heute verwendeten Signets der Festspiele. Die Grafikerin Poldi Woytek hatte den Wettbewerb hierzu gewonnen[1].

Seit 1936 besitzen die Festspiele auch eine Festspiel-Fanfare (komponiert von Joseph Messner), die bei Rundfunk√ľbertragungen von den Salzburger Festspielen auch als Erkennungsmelodie eingesetzt wird.

Die Zeit des Nationalsozialismus nach dem ‚ÄěAnschluss‚Äú √Ėsterreichs ans Deutsche Reich im Jahr 1938 hatte auch f√ľr die Salzburger Festspiele gravierende Folgen. So musste Hofmannsthals Jedermann vom Programm genommen werden, K√ľnstler erhielten Auff√ľhrungsverbote beziehungsweise gingen ins Exil. Arturo Toscanini, der noch 1937 der pr√§gendste Dirigent gewesen war, lehnte eine weitere Teilnahme ab. Das Kleine Festspielhaus des mittlerweile emigrierten Clemens Holzmeister wurde baulich ver√§ndert, um nationalsozialistischer √Ąsthetik zu entsprechen. Ab 1938 unterstand die Salzburger Festspielhausgemeinde, die Tr√§gerorganisation, dem Gauleiter. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Programmangebot deutlich verringert. 1940 hie√üen die Festspiele "Salzburger Kultursommer" und dauerten nur noch vierzehn Tage. Zwei Jahre sp√§ter erfolgte die Liquidation der Salzburger Festspielhausgemeinde. Stattdessen richtete man eine Generalintendanz ein, die Clemens Krauss mit einem Zehn-Jahres-Vertrag √ľbernahm. 1944 schlie√ülich konnten die Festspiele, aufgrund einer im Anschluss an das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 getroffenen Anordnung des Propagandaministers Goebbels, alle Festspiele im Deutschen Reich abzusagen, nicht stattfinden. Lediglich am 14. August dirigierte Furtw√§ngler ein Konzert und am 16. August fand die ‚Äě√∂ffentliche Generalprobe‚Äú der Strauss-Oper Die Liebe der Danae statt.

1945, nach Ende des Zweiten Weltkrieges, konnten die Salzburger Festspiele, allerdings mit einem √§u√üerst verknappten Programm, wieder veranstaltet werden. Auch Hofmannsthals Jedermann konnte wieder aufgef√ľhrt werden und wird seitdem jedes Jahr gezeigt. Bedeutende K√ľnstler, die in der Nazi-Zeit nicht erw√ľnscht waren, kehrten nach Salzburg zur√ľck, beispielsweise Georg Solti oder Rolf Liebermann. In weiterer Folge wurde das Kleine Festspielhaus noch einmal umgebaut und von den Nazi-Elementen befreit. Vor√ľbergehend wurde sogar erwogen, Bertolt Brecht in die Leitung der Festspiele mit einzubeziehen, was von Gottfried von Einem betrieben wurde. Aus politischen Gr√ľnden ‚Äď Brecht begann zeitgleich mit seiner Arbeit in der DDR ‚Äď wurde dies vom damaligen Salzburger Landeshauptmann Josef Klaus verhindert.

Die Salzburger Festspiele der j√ľngeren Geschichte wurden vor allem durch zwei Pers√∂nlichkeiten gepr√§gt: den Dirigenten Herbert von Karajan (1960 bis 1989) und den belgischen Intendanten G√©rard Mortier (1990 bis 2001). Die Zeit Karajans war bestimmt durch seinen autokratischen F√ľhrungsstil, h√∂chste musikalische Qualit√§t und das Engagement internationaler Stars, was gegen Ende seiner √Ąra zu einer gewissen k√ľnstlerischen Stagnation f√ľhrte. Es blieb Mortier vorbehalten, die Festspiele f√ľr neue k√ľnstlerische Str√∂mungen zu √∂ffnen und dem Sprechtheater wieder st√§rkeres Gewicht zu verleihen.

Nachfolger von G√©rard Mortier wurde Peter Ruzicka (2002 bis 2006); von 2005-2006 war Martin KuŇ°ej dessen Schauspieldirektor. Unter Ruzicka wurden 2006 alle 22 Mozart-Opern anl√§sslich des 250. Geburtstages des Genius loci auf den Spielplan gesetzt und brachten in k√ľnstlerischer wie wirtschaftlicher Sicht einen Rekordsommer. Danach stand den Festspielen der vormalige Schauspielchef und Regisseur J√ľrgen Flimm als bis 2010 Intendant vor, Schauspielchef war Thomas Oberender (2007‚Äď2011). Flimm wandte sich in seiner Intendanz wieder mehr dem urspr√ľnglichen Fest-Charakter zu und stellte die Festspiele unter ein j√§hrliches "metaphysisches" Motto. Seine letzte Saison 2010 stand ganz im Zeichen der Jubil√§en "90 Jahre Salzburger Festspiele" und "50 Jahre Gro√ües Festspielhaus", die mit der aufw√§ndigen Ausstellung "Das Gro√üe Welttheater 1920-2010" unter anderem im Salzburg Museum gefeiert wurden. Markus Hinterh√§user konnte in der neuen Position des Konzertchefs zeitgen√∂ssische Akzente setzen und bekleidete in der Saison 2011 mit gro√üem Erfolg das Amt des Intendanten. Ab 2012 hei√üt der neue Intendant Alexander Pereira. Der Burgschauspieler und Regisseur Sven-Eric Bechtolf, Pereiras Wunschkandidat nach mehrfacher Zusammenarbeit im Z√ľrcher Schauspielhaus, wurde neuer Schauspielchef der Salzburger Festspiele. Die aktuelle k√ľnstlerische Leitung ist f√ľr f√ľnf Jahre bestellt.

Zur Er√∂ffnung der Salzburger Festspiele werden seit 1964 prominente Festredner eingeladen. Diese Tradition wurde 2005 und 2006 unterbrochen, als die neue Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SP√Ė) ‚Äď die Landesregierung ist die Veranstalterin der Er√∂ffnung ‚Äď sich gegen einen Er√∂ffnungsredner aussprach.

Mehr zur Geschichte der Salzburger Festspiele

Institution

1950 wurde als Rechtstr√§ger der ‚ÄěSalzburger Festspielfonds‚Äú gegr√ľndet; der Bund, das Land und die Stadt Salzburg sowie der Salzburger Fremdenverkehrsf√∂rderungsfonds tragen nun gemeinschaftlich die finanzielle Verantwortung und schlie√üen die Deckungsl√ľcke im Budget. Die Organe des Festspielfonds sind die Delegiertenversammlung, das Kuratorium und das Direktorium. Das Direktorium ist f√ľr die Vorbereitung und Durchf√ľhrung der Festspiele sowie f√ľr die Aufstellung des Budgets verantwortlich. Dem Kuratorium obliegt die Bestellung der Mitglieder des Direktoriums, au√üerdem die Genehmigung des Programms, des Budgets und des Rechnungsabschlusses der Festspiele. Das Festival hat seit Bestehen zum internationalen Ruhm Salzburgs beigetragen, die Region zur Weltkulturstadt gemacht. Auch der enorme wirtschaftliche Nutzen und Wert der Festspiele sind in Studien belegt. [4]

Das Kuratorium besteht derzeit aus: Sektionschefin Mag. Andrea Ecker (Vertreterin des Bundes), Dr. Peter Radel (Vertreter des Bundes), Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller (Land Salzburg), B√ľrgermeister Dr. Heinz Schaden (Stadt Salzburg), LH-Stv. Dr. Wilfried Haslauer (Salzburger Fremdenverkehrs-F√∂rderungsfonds), RA Dr. Friedrich Gehmacher (Pr√§sident der Internationalen Stiftung Mozarteum), Gesch√§ftsf√ľhrer Dr. Georg Springer (Bundestheater-Holding GmbH).

Bis 2010 waren im Direktorium die Pr√§sidentin Helga Rabl-Stadler (seit 1995), der Intendant J√ľrgen Flimm (2007-2010) und der kaufm√§nnische Leiter Gerbert Schwaighofer (2001-2010), sowie der Schauspieldirektor Thomas Oberender vertreten. Diese Struktur gilt seit 1992, nachdem zuvor zwanzig Jahre lang f√ľnf Mitglieder im Direktorium gesessen sind. Das ist auch die Maximalzahl, die das Festspielgesetz zul√§sst. Daher wurde von J√ľrgen Flimm 2006 mit dem Pianisten und Festivalleiter Markus Hinterh√§user der erste ‚ÄěKonzertchef‚Äú berufen, da es laut Satzung neben dem Intendanten nur noch zwei weitere Direktoren geben darf. Ab 2011 √ľbernimmt die Pr√§sidentin zus√§tzlich die kaufm√§nnischen Agenden, das Kuratorium versteht das k√ľnftige Zweierdirektorium (mit Intendant Alexander Pereira) als Gesch√§ftsf√ľhrung.

Spielstätten

Ehemalige f√ľrst-erzbisch√∂fliche Hofstallungen & k.k. Kavalleriekaserne

Der Geb√§udekomplex besteht aus dem ehemaligen f.e. (f√ľrst-erzbisch√∂flichen) Hofmarstall, der nach 1815 von der k.k. √∂sterreichischen Armee √ľbernommen, ausgebaut, und als Kavalliekaserne bis 1918 verwendet wurde.

  • Gro√ües Festspielhaus (ehemaliger Pferdestall der f.e. Hofstallungen und der k.k. Kavallerie) mit einer B√ľhnen- Portalbreite die mittels Lamellen auf maximal 32 Metern verbreitet werden kann, und 2179 Sitzpl√§tze (es gibt keine Stehpl√§tze).
  • Haus f√ľr Mozart (ca. 1842 errichtete ehemalige k.k. Kavallerie-Reithalle) 1.580 Zuschauer- Pl√§tzen, aufgeteilt auf 1.495 Sitzpl√§tze und 85 Stehpl√§tze.
  • Felsenreitschule (ehemaliger Konglomerat- Steinbruch f√ľr den Bau des Salzburger Domes, der 1693 unter Erzbischof Johann Ernst von Thun zu einer Sommerreitschule umgebaut wurde) mit einer B√ľhne die die ganze Fl√§che der ehemaligen Reitschule umfasst, und einer Zuschauerkapazit√§t von 1412 Sitz- und 25 Stehpl√§tzen.

Die Gesamtzuschauerkapazit√§t des Geb√§udekomplexes umfasst somit 5271 Zuschauerpl√§tze (5171 Sitz- und 100 Steh-pl√§tze). Damit √ľbertrifft diese Auff√ľhrungskomplex bei weitem den Neubau der Opera Bastille in Paris, wo an den dortigen 4 Auff√ľhrungsst√§tten insgesamt nur 3903 Zuschauerpl√§tze verf√ľgbar sind (Opera 2703, Kleiner Saal 450, Studio 250 und Amphietheater mit 500 Pl√§tzen).

√úber 2 Portalen der Hofstallgassen- Eing√§nge des gro√üen Festspielhauses ist das Wappen von Erzbischof Wolf Dietrich zu sehen, der Auftraggebers f√ľr den Bau des f.e. (f√ľrst-erzbisch√∂flichen) Hofmarstalles (=Pferdestall der f.e. Fahrbereitschaft und die f.e. Kavallerie) war. Die Nachfolgern von Wolf-Dietrich verbesserten die Geb√§ude st√§ndig.

An der Fassade des großen Festspielhauses (zur Hofstallgasse) ist ein vom Benediktinerpater Thomas Michels verfasster Spruch angebracht: "SACRA CAMENAE DOMUS / CONCITIS CARMINE PATET / QUO NOS ATTONITOS / NUMEN AD AURAS FERAT" (Der Muse heiliges Haus steht Kunstbegeisterten offen, als Entflammte empor trage uns göttliche Macht).

Ehemaliger f√ľrst-erzbisch√∂flicher Regierungsbezirk

  • Domplatz, siehe Salzburger Dom, w√§hrend der Festspielzeit mit einer abbaubaren open-air-B√ľhne ausgestattet, Auff√ľhrungsort des Jedermanns / Bei Schlechtwetter erfolgt ein Umzug in das gro√üe Festspielhaus.
  • Residenzhof, Innenhof der neuen Residenz, w√§hrend der Festspielzeit mit einer abbaubaren open-air-B√ľhne ausgestattet, diese kann bei Schlechtwetter mit einer Plane regenfest gemacht werden.
  • Stiftskirche St. Peter
  • Dom

Historische Spielstätten

Weitere Spielstätten

  • Gro√üe Aula der Universit√§t
  • Perner-Insel (in Hallein)
  • republic, ehemaliges Stadtkino

Wichtige Interpreten der Salzburger Festspiele

Schon Max Reinhardt statuierte in seinem Manifest "Die Salzburger Festspiele", dass beides, n√§mlich Oper und Schauspiel die wesentlichen S√§ulen der Festspiele seien "und von beiden das H√∂chste". Auch die eingeladenen K√ľnstler sind von Weltrang. Die wichtigsten Interpreten der Salzburger Festspiele finden Sie hier.

Wiener Philharmoniker

Von Beginn an sind die Wiener Philharmoniker das wichtigste Orchester der Salzburger Festspiele. Sie spielten 1925 bei der ersten Radio√ľbertragung unter Dirigent Karl Muck W. A. Mozarts Don Juan. Neben dem eigenen "Wiener Philharmoniker"-Zyklus (seit 1946) bestreiten sie traditionell das Er√∂ffnungskonzert am ersten Abend der Salzburger Festspiele. Das Orchester wirkt an vier bis f√ľnf Opernproduktionen j√§hrlich mit. In Zusammenarbeit mit dem Sommerfestival pflegen die Wiener Philharmoniker die Nachwuchsf√∂rderung: Die Musikcamps f√ľr Kinder und Jugendliche, das Blasmusikkonzert mit jungen Talenten aus Salzburg und j√§hrlich einem anderen Landesblasmusikverband sowie die Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker bereichern das Festspielgeschehen im Rahmen der Jugendarbeit.

√Ėffnung f√ľr Neues

Die Arbeit f√ľr und mit der jungen Generation ist seit der Saison 2008 einer der Schwerpunkte des Salzburger Festspielprogramms. Der Nachwuchs soll bewusst gef√∂rdert und neues Publikum herangezogen werden (Jugendabos, Verein ‚ÄěJunge Freunde‚Äú). Dar√ľber hinaus haben sich im Laufe der Geschichte verschiedene Schwerpunkte und neue Konzepte etabliert, wie Public Screenings, Begleitprogramme zu Produktionen und die Einbindung der ganzen Stadt Salzburg.

1980 fand zum ersten Mal das Fest zur Festspieler√∂ffnung als ‚ÄěGeschenk an die Salzburger Bev√∂lkerung‚Äú (Helga Rabl-Stadler) in der ganzen Stadt statt. Dieses wurde zuerst von der Salzburger Landesregierung organisiert, seit mehr als 10 Jahren sind die Salzburger Festspiele direkter Veranstalter des Festes.

1994 wurden die Salzburger Festspiel-Dialoge von Michael Fischer begr√ľndet und sind seither st√§ndiger werkbezogener Begleiter. Besonders die Opern-Neuinszenierungen w√§hrend jeden Sommers bilden das Zentrum der Gespr√§che, die von den "Freunden der Salzburger Festspiele" veranstaltet werden.

1998 wurde die Reihe "Dichter zu Gast" ins Leben gerufen. Als erste ‚ÄěK√ľnstlerin in residence‚Äú stellte sich Elfriede Jelinek zum Auftakt der Reihe vor. Ihr folgten Hans Magnus Enzensberger (1999), Christoph Ransmayr (2000), Imre Kertesz, Peter Nadas und Peter Esterhazy (2001), Robert Gernhardt (2002), Christa Wolf (2003), Tankred Dorst (2004), Antonio Lobo Antunes, John M. Coetzee und Elfriede Jelinek (2005), [[Jeffrey Eugenides und Richard Ford (2007), Dimitre Dinev und Orhan Pamuk (2008), Daniel Kehlmann (2009), Claudio Magris (2010). 2006 wurden in dieser Reihe unter dem Titel "Magazin des Gl√ľcks" gleich elf G√§ste eingeladen.

J√ľrgen Flimm f√ľhrte das Young Directors Project 2002 ein. Jungen, internationalen K√ľnstlern sollte die einmalige M√∂glichkeit gegeben werden, ihre Regiearbeiten bei den Salzburger Festspielen zu zeigen. Das Young Directors Project feierte 2011 sein 10-j√§hriges Jubil√§um. Viele Teilnehmer haben es als Sprungbrett nutzen k√∂nnen und mittlerweile internationale Karriere gemacht. YDP wird zur G√§nze von Montblanc International finanziell erm√∂glicht. Jedes Jahr wird dem besten Ensemble der Montblanc Young Directors Award verliehen ‚Äď ein Preis in der H√∂he von ‚ā¨ 10.000. Weiters erh√§lt der Gewinner den f√ľr dieses Projekt entworfenen Montblanc Max Reinhardt Pen.

2007 wurde Youth! Arts! Science! f√ľr j√§hrlich 100 Studenten der Naturwissenschaften, Musik und Kunst zwischen 20 und 29 Jahren ins Leben gerufen. Die Teilnehmer begleiten eine Woche lang die j√§hrliche ‚ÄěKontinent‚Äú-Reihe und finden Gemeinsamkeiten von Kreativit√§t und Innovation in Musik, Kunst und Wissenschaft. Workshops, Vortr√§ge und Auff√ľhrungen sollen die jungen Menschen dazu anregen, sich mit zeitgen√∂ssischer Musik auseinanderzusetzen und sich auf Neues einzulassen. Gesponsert wird dieses Jugendprojekt von Roche.

Mit dem Young Singers Project haben die Salzburger Festspiele 2008 eine Plattform zur F√∂rderung des s√§ngerischen Nachwuchses geschaffen. Bei internationalen Vorsingen werden junge S√§nger ausgew√§hlt, um im Rahmen des Stipendiums in Salzburg mit Festspielk√ľnstlern zu arbeiten. Der Unterricht umfasst auch szenische Proben, Bewegungsunterricht, Sprachcoaching und die Erweiterung des Repertoires. Vier Meisterklassen, geleitet von bedeutenden Festspielk√ľnstlern, sind √∂ffentlich. In einem Abschlusskonzert im Mozarteum stellen sich die jungen S√§nger dem Publikum vor. Ein Kulturengagement der Credit Suisse.

2008 wurde auch der Salzburger Festspiele Kinderchor gegr√ľndet. Die musikalische Arbeit mit namhaften Dirigenten und Orchestern wird begleitet von Probenbesuchen, K√ľnstlerbegegnungen und Einblicke in das Festspielleben. 2010 fusionierten der Festspielchor und der Kinderchor des Salzburger Landestheaters. Die Mitglieder sind zwischen acht und 16 Jahre alt und stammen auch √Ėsterreich und Deutschland mit insgesamt 90 Mitgliedern.

Nach YDP und YSP ist der Dirigentenwettbewerb die j√ľngste Erfindung: ‚ÄěNestl√© and Salzburg Festival Young Conductors Award‚Äú ist eine Initiative von Nestl√© und den Salzburger Festspielen in Zusammenarbeit. Den mit ‚ā¨ 15.000 dotierte Preis erh√§lt der Gewinner aus dem Wettbewerb. Der Preistr√§ger dirigiert das Gustav Mahler Jugendorchester im Rahmen des Konzertprogramms der Salzburger Festspiele.

Literatur

  • Das offizielle Buch zur Ausstellung 90 Jahre Salzburger Festspiele. Eigenverlag, Salzburg 2011 (http://www.salzburgerfestspiele.at/shop)
  • Robert Kriechbaumer (Hrsg.): Die Salzburger Festspiele 1945-1960, Jung+Jung, ISBN 978-3-902497-30-7.
  • Robert Kriechbaumer (Hrsg.): Die Salzburger Festspiele 1960-1989 ‚Äď Die √Ąra Karajan, Jung+Jung, ISBN 978-3-902497-32-1.
  • Robert Kriechbaumer (Hrsg.): Die Salzburger Festspiele 1990-2001 ‚Äď Die √Ąra Mortier/Landesmann, Jung+Jung, Salzburg 2011, ISBN 978-3-902497-33-8.
  • Marina Auer: Die Salzburger Festspiele im Schatten der Politik (1933‚Äď1945). LMU-Publikationen, M√ľnchen 2003 (Volltext)
  • Edda Fuhrich, Gisela Prossnitz (Hrsg.): Die Salzburger Festspiele. Ihre Geschichte in Daten, Zeitzeugnissen und Bildern. Band 1. 1920‚Äď1945. Residenz, Salzburg 1990, ISBN 3-7017-0630-1.
  • Stephen Gallup: Die Geschichte der Salzburger Festspiele. Orac, Wien 1989, ISBN 3-7015-0164-5.
  • Josef Kaut: Die Salzburger Festspiele. Bilder eines Welttheaters. Residenz, Salzburg 1973, ISBN 3-7017-0047-8.
  • Andreas Novak: Salzburg h√∂rt Hitler atmen. Die Salzburger Festspiele 1933‚Äď1945. DVA, M√ľnchen 2005, ISBN 3-421-05883-0.
  • Andress M√ľry (Hrsg.): Kleine Salzburger Festspielgeschichte. Pustet, Salzburg 2002, ISBN 3-7025-0447-8.
  • Michael P. Steinberg: Ursprung und Ideologie der Salzburger Festspiele 1890‚Äď1938. Pustet, Salzburg und M√ľnchen 2000, ISBN 3-7025-0410-9.
  • Harald Waitzbauer: Festlicher Sommer. Das gesellschaftliche Ambiente der Salzburger Festspiele von 1920 bis zur Gegenwart. Schriftenreihe des Salzburger Landespresseb√ľros, Salzburg 1997.
  • Wilfried Posch: Clemens Holzmeister. Architekt zwischen Kunst und Politik. Mit einem Werkverzeichnis von Monika Knofler. Salzburg 2010, ISBN 978-3-99014-020-8.

Festspieldokumente

Seit 1952 werden CDs und DVDs in Eigenproduktion der Salzburger Festspiele oder bei namhaften Labels (ORFEO, Deutsche Grammophon Gesellschaft, Sony, andante, OehmsClassics, EMI, VAI, Arthaus, TDK DVW, Philips, Col legno, Euroarts) unter der Bezeichnung ‚ÄěFestspieldokumente‚Äú ver√∂ffentlicht. Zum Mozartjahr 2006 wurden neben einer Gesamtedition auch drei Sondereditionen herausgebracht. Alle 22 Auff√ľhrungen fanden mediale Weiterverwertung auf DVD. Zum 90j√§hrigen Bestehen wurde auch ‚Äě50 Jahre Gro√ües Festspielhaus‚Äú gefeiert und mit einer Jubil√§umsbox der Deutschen Grammophon CD-Edition dokumentiert. Zum Verzeichnis der Festspieldokumente

Film(e)

Weblinks

 Commons: Salzburger Festspiele ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Woytek heiratete den damaligen Werbeleiter der Salzburger Festspiele Kajetan M√ľhlmann. Hildegard Fraueneder, Salzburger Stadtspazierg√§nge: Auf den Spuren der Frauen 2005. Stadt Salzburg

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