Salzkotten

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Salzkotten
Salzkotten
Deutschlandkarte, Position der Stadt Salzkotten hervorgehoben
51.6708333333338.604722222222297
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Paderborn
Höhe: 97 m ü. NN
Fläche: 109,61 km²
Einwohner:

24.868 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 227 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 33143–33154
Vorwahlen: 05258
02955 Niederntudorf
02948 Mantinghausen, Verlar sowie Teile von Schwelle
Kfz-Kennzeichen: PB
Gemeindeschlüssel: 05 7 74 036
Stadtgliederung: Salzkotten und 9 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 8
33154 Salzkotten
Webpräsenz: www.salzkotten.de
Bürgermeister: Michael Dreier (CDU)
Lage der Stadt Salzkotten im Kreis Paderborn
Hessen Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Soest Altenbeken Bad Lippspringe Bad Wünnenberg Borchen Büren (Westfalen) Delbrück Hövelhof Lichtenau (Westfalen) Paderborn SalzkottenKarte
Über dieses Bild

Salzkotten ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Paderborn im Süden des Regierungsbezirkes Detmold, welcher mit der Region Ostwestfalen-Lippe identisch ist. Geographisch und kulturell ist sie dem Bürener Land zuzuordnen. Zu dem Ort gehört die ehemalige Saline Salzkotten. In Ostwestfalen wurden in der vorindustriellen Zeit auch diejenigen ländlichen Gebäude mit „Kotten“ bezeichnet, die weder Wohnzwecken noch der landwirtschaftlichen Produktion dienten, sondern zur Herstellung oder Bearbeitung anderer Waren. So fand z. B. auch das Salzsieden in Kotten statt, was bis heute im Ortsnamen erhalten geblieben ist.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Von der Lippeniederung im Nordwesten und Norden über den östlichen Hellwegraum reicht Salzkotten bis zur östlich des Almetales liegenden Paderborner Hochfläche im Südosten und befindet sich damit im südöstlichen Winkel der Westfälischen Bucht.

Geologie

Der Kütfelsen vom Rathaus aus gesehen
Geothermische Karte von Salzkotten

Im Untergrund von Salzkotten sind Ablagerungen des Eiszeitalters weit verbreitet. Vor über 200.000 Jahren bedeckte das nördliche Inlandeis das heutige Stadtgebiet. Es hinterließ eine Grundmoräne, die aus Sand, Schluff und Ton besteht, aber auch größere Geschiebe enthält. Entlang der Heder sind sogenannte Plänerschotter, die im Wesentlichen aus Kalksteingeröllen bestehen, zu finden. Im ausgehenden Eiszeitalter, vor mehr als 10.000 Jahren, wurden die älteren Schichten von Windablagerungen, dem Löss und Sandlöss, bedeckt. Ein geologisches Wahrzeichen der Stadt ist die erdgeschichtlich relativ junge Kalksinterbildung des Kütfelsens auf dem Marktplatz. Unter den eiszeitlichen Ablagerungen folgen Kalk- und Mergelsteine aus der Oberkreidezeit des Erdmittelalters. Diese kommen im Süden von Salzkotten bis an die Geländeoberfläche heran. Der tiefere Untergrund wird aus gefalteten Ton- und Sandsteinen des Erdaltertums aufgebaut.[2]

Salzkotten eignet sich mittelmäßig bis gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte)[3].

Ausdehnung und Nutzung des Gemeindegebiets

Die als „große Landgemeinde“ klassifizierte Gemeinde bedeckt eine Fläche von 109,5 km². Den größten Flächenanteil nehmen Wald- und Landwirtschaftsfläche mit zusammen ca. 82,4 % ein, Siedlungs- und Verkehrsfläche bedecken weitere rund 14,5 %.[4] Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung beträgt ca. 12,2 km, in Ostwestrichtung ca. 18,1 km.

Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes mit 81 m befindet sich im Stadtteil Mantinghausen, der höchste mit 263 m im Stadtteil Niederntudorf, das Rathaus im Zentrum der Stadt befindet sich auf einer Höhe von 96 m ü. NN.[5]

Fläche
nach Nutzungsart
Landwirt-
schaftsfläche
Wald-
fläche
Gebäude-, Frei-
und Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 75,93 14,33 9,80 6,06 1,19 2,10 0,12
Anteil an Gesamtfläche 69,32 % 13,08 % 8,95 % 5,53 % 1,09 % 1,92 % 0,11 %

Nachbargemeinden

Im Norden beginnend im Uhrzeigersinn grenzen an Salzkotten die Städte Delbrück und Paderborn, die Gemeinde Borchen sowie die Städte Bad Wünnenberg und Büren (Westfalen) des Kreises Paderborn. Es folgen die Städte Geseke und Lippstadt im Kreis Soest, Regierungsbezirk Arnsberg.

Stadtgliederung

Zur Stadt Salzkotten gehören folgende bis 1975 selbständige Ortsteile, die den sog. Entenschnabel des Altkreises Büren ausmachen:

Ortsteil Einwohner km² E / km² Ortsvorsteher Ortsteile der Stadt Salzkotten
Mantinghausen 1010 5,678 178 Wilfried Deppe
Niederntudorf 2736 14,580 188 Heinrich Niggemeier
Oberntudorf 1380 6,376 216 Hans-Werner Wessel
Salzkotten 9361 23,997 390 Elisabeth Keuper
Scharmede 2597 8,653 300 Maria Dahl
Schwelle ¹ 670 7,495 89 Christian Heber
Thüle 1896 14,578 130 Marietheres Strunz
Upsprunge 1963 8,402 234 Agnes Ilse
Verlar 759 3,672 207 Theodor Flottmeier
Verne ² 2476 16,097 154 Lothar Mäcker

¹ mit Holsen, Holser Heide und Winkhausen (im Volksmund die „Vereinigten Staaten“)
² mit Enkhausen und Klein Verne

Einwohner am 31. Dezember 2007 [6] und Fläche [7] zitiert nach Stadt Salzkotten: Statistisches Jahrbuch 2008

Niederschlagsmittelwerte für den Zeitraum von 1961 bis 1990

Klima

An der auf 92,5 m ü. NN bei 51º 42' N und 08º 34' O gelegenen Messstation ergibt sich für den Zeitraum von 1961 bis 1990 eine mittlere jährliche Niederschlagssumme von 810 mm.

Geschichte

Vor- und Frühgeschichte

Eines der ältesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung im Gebiet der heutigen Stadt Salzkotten ist der Wohnplatz von Thüle.

Ausgrabungen im Bereich des Neubaugebietes nahe der östlich der Kernstadt gelegenen Dreckburg haben ergeben, dass es eine Besiedlung bereits in der Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr. gegeben hat. Dabei konnte auch eine durchgehende Besiedlung von der Eisenzeit (um 700 vor Christus) bis in das Frühmittelalter um das Jahr 800 nachgewiesen werden.[8]

Mittelalter und frühe Neuzeit

Hauptstädte und Städte des Fürstbistums Paderborn bis 1802/03 (Stand 1789):
Paderborn, Warburg, Brakel, Borgentreich | Beverungen, Borgholz, Bredenborn, Büren, Driburg, Dringenberg, Gehrden, Calenberg, Kleinenberg, Lichtenau, Lippspringe, Lügde, Nieheim, Peckelsheim, Salzkotten, Steinheim, Vörden, Willebadessen, Wünnenberg

Im frühen Mittelalter gehört das Gebiet zum Herzogtum Sachsen, das zwischen 772 und 804 etappenweise durch Karl dem Großen erobert und dem Frankenreich angeschlossen wird. Während des ganzen Mittelalters ist die Salzgewinnung ein wesentlicher Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens der Stadt und mit besonderen Rechten verbunden. 1160 werden die Salzwerke erstmalig erwähnt, als das Kloster Hardehausen drei Häuser zum Salzsieden in „Saltcoten“ zugesprochen bekommt. 1216 wird die damalige Siedlung Vielsen als Pfarrei genannt, obwohl sie sicherlich schon länger bestand. Wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen des 799 gegründeten Bistums Paderborn mit dem Kölner Erzbischof zwingt Bischof Simon I. zum Schutz seiner Westgrenze die Bewohner der umliegenden Dörfer, sich an den Salzquellen anzusiedeln. Die neuentstandene Stadt, deren Bürger sich aus Sälzern und ehemaligen Bauern zusammensetzt, erhält 1247 die Stadtrechte.[9]

1340 durch Bischof Bernhard erneuerte Stadtrechtsurkunde

1255 gerät Bischof Simon in einem Streit in die Gefangenschaft des Kölner Erzbischofs. Er kommt erst frei, als er sich ein Jahr später vertraglich verpflichtet, die Burg Vielsen zu schleifen. Dieser Vertrag von 1256 stellt auch Salzkotten unter die gemeinsame Herrschaft des Kölner Erzbischofs und des Paderborner Bischofs. Diese gemeinsame Herrschaft dauert bis 1294. 1340 wird fast die gesamte Stadt durch einen großen Brand vernichtet, wobei auch die ursprüngliche Stadtrechtsurkunde verloren geht. Deshalb erneuert Bischof Bernhard, der als der erste Fürstbischof des Fürstbistums Paderborn gilt, im gleichen Jahr die Stadt- und Bürgerrechte.

Seit Beginn des 16. Jahrhunderts gehört das Fürstbistum Paderborn und damit auch Salzkotten zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis. Während des Dreißigjährigen Krieges wird Salzkotten im Dezember 1633 durch hessische Truppen im Sturm genommen und bis auf wenige Häuser und die Salzhütten niedergebrannt.[10] Allerdings kann sich die Stadt sehr schnell wieder erholen.

Karte von Salzkotten um 1800

19. und 20. Jahrhundert

1802/03 wird das Hochstift Paderborn vom Königreich Preußen besetzt. In napoleonischer Zeit ist der Ort Teil des Königreiches Westphalen. Seit 1815 gehört Salzkotten endgültig zum Königreich Preußen, ab 1871 ist es Teil des Deutschen Reiches. 1945–1949 ist Salzkotten Teil der britischen Besatzungszone, ab 1946 staatlich regiert vom Land Nordrhein-Westfalen bzw. ab 1949 auch durch die Bundesrepublik Deutschland.

Religionen

Die Mehrheit der Bevölkerung Salzkottens ist wie im übrigen Hochstift Paderborn auch katholisch. Für diese gibt es zwei Pastoralverbünde innerhalb des Dekanates Büren-Delbrück des Erzbistums Paderborn: Den Pastoralverbund Heder-Gunne-Lippe mit Sankt Philippus Neri Holsen für Schwelle mit Holsen, Holser Heide und Winkhausen (im Volksmund die „Vereinigten Staaten“ genannt), Sankt Antonius Einsiedler Mantinghausen, Sankt Petrus und Paulus Scharmede, Sankt Laurentius Thüle und Sankt Franziskus Xaverius Verlar sowie den Pastoralverbund Salzkotten mit St. Johannes Enthauptung mit der Filialkirche Sankt Marien in Salzkotten mit Vielsen (dortige Kirche geschleift), Sankt Matthäus Niederntudorf, Sankt Georg Oberntudorf, Sankt Petrus Upsprunge und Sankt Bartholomaeus Verne für Verne mit Enkhausen und Klein Verne.[11]

Evangelische Kirche

Innerhalb des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn der Evangelischen Kirche von Westfalen gehört das Stadtgebiet Salzkotten zu drei Kirchengemeinden. Die Evangelische Kirchengemeinde Salzkotten mit ihrer Kirche in Salzkotten umfasst die meisten Ortsteile. Lediglich Oberntudorf und Niederntudorf gehören zum Pfarrbezirk Wewelsburg der Evangelischen Kirchengemeinde Büren und Scharmede zur Evangelischen Kirchengemeinde Elsen.

Im Ortsteil Upsprunge an der Kösliner Straße hat die Gemeinde der Evangeliumschristen-Baptisten ihr Zentrum.

Spuren jüdischen Lebens in Salzkotten lassen sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Die damals etwa 100 Mitglieder umfassende jüdische Gemeinde errichtete 1825 am heutigen Isaak-Auerbach-Platz ihre Synagoge, die 1863 ihren Höchststand mit 143 Mitgliedern erreicht. Während der Novemberpogrome wird die Synagoge am 10. November 1938 zerstört, die jüdische Gemeinde durch Deportation ihrer Mitglieder zwischen dem 10. Dezember 1941 und dem 28. Juli 1942 vernichtet. Seit 1986 befindet sich am ehemaligen Standort der Synagoge ein Mahnmal.

Ein Indiz für die Verteilung kann die Angabe der konfessionellen Zugehörigkeit der Salzkottener Schüler sein. Demnach sind rund 64 % der Schüler katholisch, 18 % evangelisch, 2 % islamisch. 9 % geben an, einer sonstigen Konfession anzugehören, und 6 % rechnen sich keiner Konfession zu.[12]

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1975 mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes schließen sich die bisherige Stadt Salzkotten und die Gemeinden Mantinghausen, Niederntudorf, Oberntudorf, Scharmede, Schwelle, Thüle, Upsprunge, Verlar und Verne des Amtes Salzkotten-Boke aus dem Kreis Büren zur neuen amtsfreien Stadt Salzkotten zusammen, die in den neuen Kreis Paderborn eingegliedert wird.[13] Rechtsnachfolgerin des Amtes Salzkotten-Boke ist die neue Stadt Salzkotten.

Die drei nördlichen Lippegemeinden des nunmehr aufgelösten Amtes Salzkotten-Boke, Anreppen, Bentfeld und Boke, kommen zu Delbrück, während die drei westlichen Lippegemeinden, Garfeln, Hörste und Rebbeke, nach § 45 des Münster/Hamm-Gesetzes in die Stadt Lippstadt eingegliedert werden und dadurch zum Kreis Soest kommen.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1975 (31. Dezember) 17.073
1980 (31. Dezember) 18.221
1985 (31. Dezember) 19.228
1987 (25. Mai) ¹ 19.572
1990 (31. Dezember) 20.495
1995 (31. Dezember) 22.211
Jahr Einwohner
2000 (31. Dezember) 23.501
2002 (31. Dezember) 23.906
2004 (31. Dezember) 24.544
2006 (31. Dezember) 24.842
2007 (31. Dezember) 24.928
2008 (31. Dezember) 24.913

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Stadtrat

Sitzverteilung im Rat nach der Wahl 2009
Zum Vergleich: Sitzverteilung im Rat von 2004 bis 2009
Rathaus

Der Rat der Stadt Salzkotten hat gegenwärtig 38 Mitglieder. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit der Neubildung der Einheitsgemeinde Salzkotten 1975:

[14][15] 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 23 59,94 22 58,89 25 64,92 23 56,87 23 56,42 28 69,65 29 71,28 30 72,89
SPD 6 15,91 9 22,41 9 25,07 12 31,72 10 26,01 11 28,38 10 25,63 9 21,85
FDP 4 11,96 2 5,23 4 11,41 3 9,47 0 3,09
Grüne 3 7,04 2 4,39 3 8,10
FBI1 2 5,16 1 3,53
UWS2 2 5,56 4 10,01
ZENTRUM 0 2,81
Gesamt3 38 100 38 100 38 100 39 100 39 100 39 100 39 100 39 100
Wahlbeteiligung 55,88 % 62,08 % 59,30 % 84,91 % 70,01 % 68,07 % 72,66 % 90,65 %

1 Freie Bürger Initiative Salzkotten
2 Unabhängige Wählergemeinschaft Salzkotten; 1989 und 1994 Kandidatur als FDP; 1995 Austritt aller Mitglieder aus der FDP und Neugründung als UWS
3 ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister

Damit die neugebildete Stadt bis zur Kommunalwahl am 4. Mai 1975 handlungsfähig war, bestellte der Regierungspräsident zum Jahresende 1974 einen Beauftragten für die Wahrnehmung der Aufgaben des Stadtrates mit einem Stellvertreter und einen Beauftragten für die Wahrnehmung der Aufgaben des Stadtdirektors mit einem Stellvertreter, denen er einen 15-köpfigen Beirat zuordnete. Beauftragter für die Wahrnehmung der Aufgaben des Stadtrates wurde der bisherige Salzkottener Bürgermeister Franz Cramer.[16]

  • 22. Mai 1975 – 1984: Franz Cramer (CDU)
  • 1984 – 1989: Josef Ettler (CDU)
  • 1989 – 2004: Konrad Rump (CDU)
  • seit 2004 Michael Dreier (CDU) Dipl.-Ing.
    • 1. Stellvertreterin Betty Keuper (CDU)
    • 2. Stellvertreter Michael Sprink (SPD)

Stadtdirektoren

Beauftragter für die Wahrnehmung der Aufgaben des Stadtdirektors bis zur ersten Kommunalwahl war Edgar Wagener, der bisherige Amtsdirektor des Amtes Salzkotten-Boke (seit dem 19. April 1967).[16]

  • 22. Mai 1975 – 14. Oktober 1985: Edgar Wagener

Nach dem Tod des bisherigen Amtsinhabers bis zum Amtsantritt seines Nachfolgers wurde die Verwaltung übergangsweise von seinen am 30. Januar 1984 gewählten Stellvertretern, Heinz Deppe und Heribert Rempe, geleitet.

  • 1. Juli 1986 – 30. Juni 1994: Helmut Potthast
  • 15. März 1995 – 1999: Heribert Rempe
    (seit dem 1. Juli 1994 vom Rat als 1. Stellvertreter mit der Amtsführung beauftragt)

Wappen, Siegel und Flagge

Stadtwappen

Der Stadt Salzkotten ist durch Erlass des preußischen Königs im Jahre 1908 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden. Das heutige Dienstsiegel und die Flagge sind durch Urkunde des Regierungspräsidenten in Detmold vom 9. Dezember 1976 genehmigt worden. Wappen, Siegel und Flagge beschreibt § 2 der Hauptsatzung der Stadt Salzkotten.

Wappenbeschreibung
„Die Stadt führt das nachstehend dargestellte Wappen.
Das Stadtwappen zeigt in Rot ein goldenes (gelbes) Dreiblatt.“ [17]
Bedeutung

Salzkotten erhielt im Jahre 1247 seine Stadtrechte durch Simon I. von Lippe, Bischof von Paderborn. Das älteste Stadtsiegel stammt aus dieser Zeit und zeigt den Bischof von Paderborn und den Erzbischof von Köln als gemeinsame Stadtherren. Nachdem die gemeinsame Herrschaft im Jahre 1295 endete, verblieb auf dem Siegel nur der Paderborner Bischof.

Im frühen 17. Jahrhundert erscheint plötzlich das Dreiblatt auf dem Stadtsiegel mit Johannes dem Täufer als Schildhalter. Möglicherweise ist es nur ein lokales Symbol, möglicherweise ist es abgeleitet vom Kreuz auf dem Wappen des Hochstifts Paderborn oder aber von drei Sälzerwerkzeugen. Die Salzgewinnung war über lange Zeit von großer Bedeutung in Salzkotten. Bevor der preußische König 1908 das Wappen in seinen heutigen Farben genehmigte, war das Dreiblatt grün auf goldenem Grund.[18]

Beschreibung des Siegels
„Die Stadt führt ein Dienstsiegel mit dem Stadtwappen und der Umschrift ‚Salzkotten, Kreis Paderborn‘.
Es gleicht in Form und Größe dem nachstehend beigedruckten Siegel.“ [17]
Beschreibung der Flagge
„Die Stadt führt eine Flagge.
Beschreibung der Hissflagge und des Banners:
Von Rot und Gelb längsgestreift mit dem Wappenschild der Stadt im weißen Flaggen- bzw. Bannerhaupt.“ [17]

Städtepartnerschaften

Gedenkstein der Partnerschaft mit Seefeld in Tirol vor dem Rathaus
Straßenschild der Städtepartnerschaften von Salzkotten

Seit 1991 pflegt die Stadt Salzkotten die Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Belleville-sur-Saône (Département Rhône) im Beaujolais. Der offiziellen Besiegelung ging die Schulpartnerschaft der Salzkotter Philipp-Korte-Realschule mit dem Collège Emile Zola in Belleville voraus, die inzwischen seit über 30 Jahren erfolgreich läuft. Jährlich finden, zumeist im Mai, Begegnungen von Bürgern, Vereinen und Institutionen statt, an denen jeder interessierte Salzkotter Bürger teilnehmen kann.

Seit dem 16. August 1993 besteht eine Städtepartnerschaft mit der uckermärkischen Kleinstadt Brüssow.

1997 ging Salzkotten eine Partnerschaft mit der österreichischen Gemeinde Seefeld in Tirol ein.

Seit 2009 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Bystřice pod Hostýnem in Tschechien.

Hinzu kommen auf der Ebene der Ortschaften die Partnerschaft zwischen Scharmede und dem französischen Cerisy-la-Forêt in der Normandie seit 1973, die älteste Städtepartnerschaft im damaligen Kreis Büren, und seit 1982 die zwischen Verlar und dem ebenfalls in der Normandie gelegenen Cartigny-l’Épinay.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturpreis der Stadt Salzkotten

Seit 2002 vergibt die Stadt alle zwei Jahre den Kulturpreis der Stadt Salzkotten, der mittlerweile viermal vergeben worden ist. Die bisherigen Preisträger sind

  1. 2002 Julia Hoppe (Mandoline)
  2. 2004 Tanja Rademacher (Steinbildhauerei)
  3. 2006 Sabine Hoppe (Mandoline)
  4. 2008 Danzdeel Salzkotten
  5. 2010 Heimatbühne Thüle 1964 e.V.

Theater

Die darstellende Kunst wird in Salzkotten durch die Heimatbühne Thüle, die Theaterdeele Scharmede und den Theaterverein Verlar, allesamt Laienbühnen, vertreten.

Museen

Alte Mädchenschule,
heute Heimathaus

In der alten Mädchenschule aus dem Jahre 1817 betreibt der örtliche Heimatverein das Heimathaus Salzkotten, der dabei ist, dort ein Sälzermuseum zur Geschichte des Salzes einzurichten. Erste museumspädagogische Aktionen und themenbezogene Stadtführungen werden bereits durchgeführt, allerdings müssen noch weitere historische Exponate zusammengetragen werden.[19]

Am 28. Juni 1997 wurde zunächst im unteren Teil des denkmalgeschützten aus dem Jahre 1849 stammenden Bahnhofsgebäudes das Deutsche Polizeimuseum eröffnet, das seit dem 11. Juni 2006 beide Etagen des Gebäudes umfasst. Ausgestellt werden Exponate zur Polizeigeschichte der Polizeien der deutschen Bundesländer, des Bundesgrenzschutzes, der Bahnpolizei und der Deutschen Volkspolizei seit dem 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Das Museum verfügt auch über eine mobile Ausstellung, untergebracht in einem ehemaligen Bekleidungs-LKW. Die Sammlung entstand dadurch, dass sich Mitglieder der Deutschen Sektion der International Police Association (IPA) zu diesem Zweck zusammenfanden und zu einem Verein zusammenschlossen, der heute den Namen „Deutsches Polizeimuseum e. V.“ trägt.

Auf dem nicht mehr bewirtschafteten Hof Westermeier im Stadtteil Scharmede befindet sich ein Fahrrad- und Historisches Landwirtschaftsmuseum. Ausgestellt werden etwa 250 Fahrräder aus ostwestfälischer Produktion aus der Zeit seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert sowie landwirtschaftliche Gebrauchsgegenstände von Werkzeugen, Haushaltsgeräten und Zäumungen bis zur Milchzentrifuge und Viehwaage.

Musik und Tanz

Salzkotten verfügt über ein vielfältiges Musikleben. 22 Vereine sind im Stadtmusikverband Salzkotten zusammengeschlossen. Musikvereine gibt es in Scharmede, Thüle, Upsprunge, Verne und Verlar, Spielmannszüge in Oberntudorf, Salzkotten und Thüle, Tambourcorps in Scharmede und Verne, Niederntudorf verfügt über ein Blasorchester.

Hinzu kommen die Singgemeinschaft Salzkotten, die Chorgemeinschaften Hedertöne Holsen-Schwelle-Winkhausen und Sankt Bartholomäus Verne, der Männerchor 1923 Salzkotten, der Männergesangverein Eintracht Tudorf, der Lippechor Mantinghausen, Gesangverein "Sangeslust Thüle" und die beiden Kirchenchöre Sankt Cäcilia Niederntudorf und Sankt Cäcilia Salzkotten.

Zudem gibt es im Stadtgebiet mehrere Volkstanzgruppen. Dazu gehören die "Danzdeel Salzkotten", die "Tanzkette Thüle", die "Volkstanzgruppe Holsen-Mantinghausen", der "Volkstanzkreis Niederntudorf" und die "Tudorfer Folkloretanzgruppe".

Träger des Kulturpreises der Stadt Salzkotten 2008 ist die Danzdeel Salzkotten.

Bauwerke

Brunnenhaus der Unitasquelle
Hexenturm
Dreckburg
Historischer Speicher in Scharmede
Buckemühle in Upsprunge mit Quellbecken der Heder
  • Kath. Pfarrkirche St. Johannes Enthauptung 1256 wurden die Pfarrrechte an die neue Stadtkirche übertragen. Es handelt sich um eine kreuzförmige Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im Inneren finden sich zwei Seitenaltäre des 18. Jahrhunderts.
  • Liboriuskapelle, auf einer Anhöhe südöstlich der Stadt gelegen. Der neuromanische Bau über kleeblattförmigem Grundriss wurde 1901-02 durch Franz Mündelein errichtet. Die Ausstattung stammt noch aus der Erbauungszeit.
  • Brunnenhaus der Unitasquelle auf dem über vier Meter hohen Kütfelsen. Bruchsteinbau mit Walmdach über polygonalem Grundriss, bezeichnet 1554. Wappen der alten Salzgilde über dem Eingang, Inschrift „Unita Durant“ (lat. für „Vereintes überdauert“), zwei in sich greifende Hände.
  • Altes Pfarrhaus, Klingelstraße 14. An der Frontseite verschieferter, zweigeschossiger Fachwerkbau mit Walmdach, 1783 errichtet.
  • Ehemalige Mädchenschule, eingeschossiger Fachwerkbau mit doppelläufiger Freitreppe und Krüppelwalmdach, erbaut 1819, ab 1973 saniert. Es wird heute als Heimathaus genutzt.
  • Die ehemals zahlreich vorhandenen, in der Regel giebelständigen Fachwerkbauten wurden durch Abbrüche in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erheblich dezimiert. Unwiederbringlich verloren gingen unter anderem 1956 die alte Pfannenschmiede am Marktplatz (1601), 1967 das Haus Lange Straße 39 (1653), 1952 Haus Nr.46 (1649) und noch 1974 verschwand mit Lange Straße 32 das wohl stattlichste Dielenhaus des Ortes. Der 1678 bezeichnete Torbalken des ursprünglich am Marktplatz situierten Hauses Altrogge fand bei dem zwischen 1970 und 1974 erstellten Neubaus des Hotels „Ratskeller“ in Wiedenbrück Verwendung. - Das fälschlicherweise auch als „Ackerbürgerhaus“ bezeichnete Dielenhaus Vielser Straße 8, das am Torbalken 1575 bezeichnet ist, galt lange Zeit als ältester Wohnbau der Stadt. Als solcher konnte mittlerweile das Haus Wüst in der Klingelstraße 3, ermittelt werden, das im Kern von 1563 stammt.[20] Es wurde jedoch mehrfach umgebaut und an der Straßenseite verputzt. Lange Zeit leer stehend und für den Abbruch vorgesehen, soll es demnächst restauriert werden. Aus dem Ende des 16. Jahrhunderts soll Vielser Straße 9 (Adam und Eva-Haus) stammen, dessen Torständer mit Schnitzereien versehen sind.[21] Vielser Straße 20, ein stattlicher Bau mit Krüppelwalmdach, wird heute als Stadtbücherei und Volkshochschule genutzt. Er wurde 1707 für Johannes Prüssen und Magdalena Sibel erbaut. Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand das heutige Café Hölter, Lange Straße 33. Das 1654 bezeichnete Dielenhaus weist beschnitzte Füllbretter und mit Backsteinmustern ausgefüllte Gefache auf. Letztere gehen allerdings erst auf eine Erneuerung von 1933 zurück.[22] Die ursprüngliche Innenaufteilung mit der großen Diele und den seitlichen Stuben blieb weitgehend erhalten. Das nunmehr als Sälzer-Apotheke genutzte Haus Lange Straße 23 entstand 1752. Bauherr war der Bürgermeister und Sälzer Johannes Henricus Kraus. Weitere Fachwerkbauten sind Vielser Straße 14, das mit einem zusätzlichen Speichergeschoss versehene Haus Vielser Straße 4, sowie das kleine, mit einer Utlucht ausgestattete Giebelhaus Klingelstraße 15.
  • Von der zwischen 1245 und 1247 unter dem Paderborner Bischof Simon I. angelegten Stadtbefestigung blieben der Hexenturm, der Bürgerturm und das Westerntor erhalten. Ein längere Mauerpartien befinden sich an einem „An der Stadtmauer“ bezeichneten Weg unweit der Schützenstraße und Am Wallgraben.
  • Die östlich der Stadt gelegene Dreckburg wurde 1434 erwähnt. Im Jahre 2008 wurde das 650-jährige Jubiläum im Rahmen eines dreitägigen Volksfestes vom 8.-10. August gefeiert. Rund 30.000 Menschen besuchten die unterschiedlichsten Veranstaltungen unter der Schirmherrschaft von Landesminister für Bauen und Verkehr, Oliver Wittke.
  • Grashügel unter dem die Reste der Burg Vielsen mit der dazugehörigen Kirche liegen. Um 1256 geschleift.
  • Mutterhaus der Kongregation der Franziskanerinnen von Salzkotten (Franciscanae Cordis Jesu et Mariae)
  • Historischer Speicher in Scharmede, im Stil der Weserrenaissance
  • Buckemühle in Upsprunge

Parks

Sültsoid

Die Sültsoid ist ein etwa 16 Hektar großes Naturschutzgebiet südöstlich von Salzkotten. Stark solehaltige Quellen machen es zu einem Binnensalzgebiet von hoher Bedeutung und großer Seltenheit. Die meisten der wenigen ursprünglichen Salzgebiete Mitteleuropas wurden in den 1960er bis 1990er Jahren durch Bautätigkeit zerstört.[23]

Friedhöfe

Auf dem südöstlichen Stadtgraben wurde 1827 der jüdische Friedhof angelegt. Er ist Eigentum der Stadt Salzkotten und seit 1985 in die Denkmalliste eingetragen. Aufgrund von Zerstörungen und Zwangsverkäufen in der Zeit des Nationalsozialismus ist er nicht mehr vollständig erhalten. Die letzte Bestattung dort fand 1940 statt.[24]

Naturdenkmale

Unitasquelle

Aus den abgesinterten Solemineralien der artesischen Unitasquelle, der ältesten Quelle Salzkottens, entstand der etwa vier Meter hohe Kütfelsen mit etwa 200 Metern Durchmesser, der heute teilweise überbaut ist. Die ältesten Schichten schätzt man auf 15.000 Jahre. Aus der Quelle floss die Sole früher in hölzernen und später in Bleirohren zum Gradierwerk. Seltene Salzpflanzen, wie Salzschwaden, Strandaster, Salzbinse, Salzschuppenmiere und Salzdreizack wachsen auf dem Felsen.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Sälzerfest, jeweils am Palmsonntag
  • Hederauenfest, jeweils an drei Tagen am letzten Wochenende im August
  • Martini Markt, 3-Tage-Kirmes, am dritten Wochenende vor dem 1. Advent.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bahnhof Salzkotten

Verkehr

Eisenbahnverkehr

Salzkotten hat zwei Bahnhöfe an der Bahnstrecke Hamm–Warburg, Salzkotten und Scharmede.

Busverkehr

Regionalbusse verkehren nach Paderborn und nach Geseke.

Straßenverkehr

Durch Salzkotten verläuft die Bundesstraße 1, die westwärts über das Ruhrgebiet bis zur deutsch-belgischen Grenze bei Aachen und ostwärts über Paderborn und Berlin bis zur deutsch-polnischen Grenze bei Küstrin führt. Außerhalb des Stadtgebietes verläuft südlich parallel zur B 1 die Bundesautobahn 44 DortmundKassel und östlich quer dazu die A 33 von Bielefeld in Richtung Brilon.

Flugverkehr

Der Flughafen Paderborn-Lippstadt ist etwa zehn Kilometer entfernt von Salzkotten. Man erreicht ihn über die Landesstraße 751.

Medien

Printmedien

In Salzkotten sind zwei regionale Tageszeitungen vertreten. Zum einen die Neue Westfälische aus Bielefeld mit Regionalteil, zum anderen eine Lokalausgabe des Westfälischen Volksblatts, eine regionale Bezeichnung des Westfalen-Blatts. Beide Zeitungen beziehen ihren Mantel von ihren jeweiligen Mantelredaktionen aus Bielefeld. Zudem erscheint vierteljährlich im Hochstift Paderborn die Zeitschrift Die Warte für die Kreise Paderborn und Höxter, mit Beiträgen zur Regionalgeschichte, Literatur und Kunst.

Radio und Fernsehen

Salzkotten gehört zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR und von Radio Hochstift, das es in der Berichterstattung als Lokalradio mit abdeckt. Der „Sälzer Fenster“ Stadtfernsehen Salzkotten e. V. und die Arbeitsgemeinschaft Tudorfer Kabelfernsehen produzieren Fernsehsendungen für den Offenen Kanal im lokalen Kabelfernsehen, den Offenen Kanal Paderborn beziehungsweise Tudorfer Kabelfernsehen.

Öffentliche Einrichtungen

Justiz

Bis zum Ablauf des 30. Juni 1975 war Salzkotten Sitz des Amtsgerichts Salzkotten und gehört seit dem 1. Juli 1975 zum Bezirk des Amtsgerichts Paderborn[25], jeweils innerhalb des Bezirks des Landgerichts Paderborn. Das Amtsgericht befand sich im nördlichen Flügel des im Januar 1977 abgebrochenen bisherigen Rathauses der Stadt Salzkotten.[26]

Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt besteht seit 1883 und konnte so 2008 als Jubiläumsjahr ihres 125-jährigen Bestehens feiern. Außer in der Kernstadt selbst gibt es Löschzüge in Niederntudorf, Oberntudorf, Scharmede, Thüle, Upsprunge, Verlar und Verne. Mantinghausen hat schon vor der kommunalen Neugliederung mit dem benachbarten Rebbeke eine einheitliche Wehr gebildet, die heute eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Lippstadt ist.

Gesundheit

Salzkotten verfügt über ein Krankenhaus, das St.-Josefs-Krankenhaus in der gemeinsamen Trägerschaft der Franziskanerinnen und Vincentinerinnen. Das Krankenhaus betreibt die vier Hauptabteilungen Innere (73 Planbetten), Chirurgie (58 Planbetten), Gynäkologie/Geburtshilfe (36 Planbetten) und Anästhesie/Intensivpflege. Des Weiteren werden die drei Belegabteilungen Augenheilkunde (9 Planbetten), HNO-Heilkunde (8 Planbetten) und Urologie (12 Planbetten) geführt. Neben den Haupt- und Belegabteilungen sind dem Krankenhaus ein Ambulantes Pflegezentrum, ein Altenkrankenheim mit Kurzzeitpflegeplätzen, ein Sozialdienst, eine Schule für Krankenpflege und Krankenhilfe, ein Gesundheitszentrum und ein Wohnheim angegliedert.

Bibliotheken

Die Stadt Salzkotten verfügt über eine Stadtbibliothek mit etwa 27.000 Medien, deren Hauptstelle gemeinsam mit der Volkshochschule in einem historischen Fachwerkhaus an der Vielser Straße untergebracht ist. Ihre vier Nebenstellen befinden sich in Niederntudorf, in Oberntudorf, in Verne und die Städtische Kinder- und Jugendbücherei in der Grundschule Verlar. Hinzu kommt eine Katholische öffentliche Bücherei, die sich im Pfarrhaus Upsprunge befindet.[27]

Bildung

In Salzkotten befinden sich sechs Grundschulen, zwei Hauptschulen, eine Real- und drei Förderschulen. Im Jahr 2007 wurden an den Schulen der Stadt mit 198 Lehrkräften insgesamt 2775 Schüler unterrichtet, davon 44,2 % an den Grundschulen, 23 % an den Hauptschulen und 20 % an der Realschule, sowie 12,8 % an der Förderschule.[4]

Christophorusschule Scharmede

Die Grundschulen sind die Liboriusschule Salzkotten, Christophorusschule Scharmede, Bischof-von-Ketteler-Schule Thüle, der Grundschulverband Verlar-Verne und die Katholische Grundschule Tudorf. Die beiden Hauptschulen sind die Johannesschule Salzkotten und die Hauptschule Niederntudorf/Wewelsburg mit Sitz in Niederntudorf, die Realschule ist die Philipp-Korte-Realschule Salzkotten. Die drei Förderschulen sind die Astrid-Lindgren-Schule Salzkotten mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, die Schule Haus Widey Scharmede mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung und die Don-Bosco-Schule Verne mit dem Förderschwerpunkt Lernen.

Dem örtlichen St.-Josefs-Krankenhaus ist eine Krankenpflege- und Krankenpflegehilfeschule angegliedert.

In Salzkotten befindet sich die Hauptgeschäftsstelle des Volkshochschul-Zweckverbandes, dem außer Salzkotten auch Büren (Westfalen), Delbrück und Bad Wünnenberg angehören.

Kinderbetreuung

Im Gebiet der Stadt Salzkotten gibt es sechs kirchliche Kindergärten (St. Johannes Salzkotten, St. Marien Salzkotten, St. Rochus Oberntudorf, St. Petrus und Paulus Scharmede, St. Petrus Upsprunge und St. Bartholomäus Verne), sieben städtische Kindergärten (Hederhüpfer Salzkotten, Kuhbusch Salzkotten, Sälzerkrümel Salzkotten, Pusteblume Mantinghausen, Almeflöhe Niederntudorf, Hoppetosse Schwelle und Kunterbunt Thüle) sowie einen in freier Trägerschaft (Kinderstube Regenbogen Salzkotten).

Ansässige Unternehmen

Klingenthal-Filiale
Minipreis center

Von Bedeutung ist die Klingenthal Gruppe, deren Anfänge in Salzkotten bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreichen. Zu ihr gehören die Klingenthal Südring GmbH mit dem „Südring Shopping-Center“ in Paderborn, die F. Klingenthal GmbH mit vier Klingenthal Textilhäusern in Salzkotten, Paderborn, Herford und Gütersloh (Unternehmenswerbung: „Vielfalt der Mode“), die Minipreis-Läden GmbH (Lebensmittel-Verbrauchermärkte) mit Sitz der Zentralverwaltung in Salzkotten und 37 Filialen, von denen sich die meisten in Nordrhein-Westfalen befinden, sowie die Westfälische Textilgesellschaft Klingenthal & Co mbH (WTG) in Salzkotten, die Stoffe für Industrie und Handel anbietet. Die Unternehmensgruppe befindet sich mittlerweile in fünfter Generation immer noch in Familienhand.

Danach einer der größten Arbeitgeber Salzkottens ist die Firma Franz Kleine, die mit Landmaschinen und Geräten handelt.

Eine Großbäckerei im Westen der Kernstadt Salzkottens ist die Firma Reineke-Brot, gegründet 1889 von Johann Reineke mit der Ehefrau Theresa Reineke, geborene Ahle. Deren gesamtes Mehl wird in ihrer Mühle, die in der Paderborner Innenstadt liegt, gemahlen. Sie stellt unter anderem Paderborner Landbrot her, das wegen seiner Qualität und Haltbarkeit mittlerweile auch außerhalb des Paderborner Landes geführt wird, etwa als abgepacktes Brot in Supermarktketten.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1875 Heinrich Hentzen (23. März 1790 – 6. November 1876),
    seit 1840 Pächter des Gutes Dreckburg, erster Ehrenbürger der Stadt Salzkotten für seine Verdienste um die gegenüber den Armen der Stadt geleistete Hilfe
  • 1927 Ferdinand Krismann (30. Oktober 1852 – 17. Mai 1933),
    Sanitätsrat und langjähriges Mitglied des Stadtrates, gleichzeitig Armen-, Schul-, Impf- und Fürsorgearzt
  • 1953 Franz Kleine (21. Oktober 1876 – 22. Januar 1962), mit seiner 1904 von seinem Vater übernommenen Firma für den Handel mit Landmaschinen und Geräten Unternehmer und einer der bedeutendsten Arbeitgeber Salzkottens, auch Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
  • 1953 Franz Klingenthal (8. September 1880 – 6. Dezember 1955),
    mit seinem 1911 von seinem Vater übernommenen Kaufhaus Unternehmer und Lokalpolitiker, auch Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
  • 1954 Pater Placidus Tölle (9. Februar 1881 – 6. Oktober 1977),
    Missionar, Gründer der Cururu-Missionsstation bei den Munduruku-Indianern im Amazonasgebiet und Sprachforscher, auch Ehrenhäuptling, Träger des Ordens „Santos Dumont“ der brasilianischen Regierung und des Verdienstordens des brasilianischen Staates Pará
  • 1965 Eduard Schnieder (22. Januar 1886 – 19. Februar 1967),
    Lokalpolitiker, darunter von 1946 bis 1964 Bürgermeister der Stadt Salzkotten, auch Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
  • 1987 Franz Cramer (geb. 25. Juli 1917),
    seit 1964 Bürgermeister der damaligen Stadt Salzkotten, ebenfalls Bürgermeister der 1975 neugebildeten Stadt Salzkotten bis 1984, seit dem 27. Februar 1985 „Ehrenbürgermeister“, auch Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande
  • 1995 Felix Klingenthal (21. Februar 1919 – 2002),
    Unternehmer und Lokalpolitiker, darunter von 1964 bis 1969 stellvertretender Bürgermeister, Ehrenbrudermeister der Sankt-Johannes-Schützenbruderschaft Salzkotten, Initiator des Hallenbauvereins zum Bau der Stadthalle an der Upsprunger Straße, auch Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und seit 1980 Träger des Ehrenringes der Stadt Salzkotten
Ehrenbürger der Gemeinde Niederntudorf
  • 1967 Anton Rademacher (23. September 1889 – 18. Januar 1973),
    Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Sankt Matthäus Niederntudorf von 1940 bis 1967
Heinrich von Schultheiß,
geboren 1580 in Scharmede

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Amt Salzkotten-Boke (Hrsg.): Stadt und Amt Salzkotten. Salzkotten 1970 (Redaktion: Franziska Knoke, Franz Josef Ewers, Josef Bürger, 743 Seiten).
  • Stadt Salzkotten und Detlef Grothmann (Hrsg.): 750 Jahre Stadt Salzkotten : Geschichte einer westfälischen Stadt. Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte, Bd. 32. Bonifatius, Paderborn 1996, ISBN 3-87088-923-3 (2 Bände).
  • Stadt Salzkotten - Der Bürgermeister (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch 2008. (http://www.salzkotten.de/tourismus/zahlen_daten_fakten/StatBuch_gesamt_2008_01.pdf).
  • Heinz Fricke / Walter Hemmen / Helmut Steines / Ludwig Knust: Archivbilder Salzkotten. Sutton Verlag, Erfurt 2006, ISBN 978-3-86680-094-6.
  • Bernd Wacker, Marie-Theres Wacker: Ausgelöscht. Erinnerung an die jüdische Gemeinde Salzkotten. Eigenverlag, 2002, ISBN 3-00-009198-X.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibungen NRW: Salzkotten
  3. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage
  4. a b Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Salzkotten
  5. Stadt Salzkotten: Statistisches Jahrbuch 2008
  6. Quelle: GKD Paderborn, zitiert nach Statistisches Jahrbuch 2008, S. 16
  7. Quelle: Katasteramt Kreis Paderborn, Jahresabschluss 2007, zitiert nach Statistisches Jahrbuch 2008, S. 12
  8. Heimatverein Salzkotten: Eine frühgeschichtliche Handwerkersiedlung an der Dreckburg
  9. Stadt Salzkotten: Geschichte
  10. Topographia Westphaliae: Saltzkoten
  11. Erzbistum Paderborn: Dekanat Büren-Delbrück
  12. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Schüler an allgemein bildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit
  13. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  14. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05774036
  15. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  16. a b 750 Jahre Salzkotten, Band 1, Seite 379
  17. a b c Hauptsatzung der Stadt Salzkotten
  18. Ralf Hartemink (ngw.nl): Wappen von Salzkotten
  19. Heimatverein Salzkotten: Wie kommt das Salz in den Salzstreuer?
  20. Heimatverein Salzkotten: Ältestes Haus braucht jetzt frische Ideen
  21. Vgl. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. München/Berlin 1986, Seite 498
  22. Vgl. hierzu die Informationen auf der Homepage des Cafés: http://www.cafe-hoelter.de/
  23. Heimatverein Salzkotten: Die „Sültsoid“. Ein Naturschutzgebiet besonderer Art
  24. Verein Judentum in Salzkotten e. V.: Der jüdische Friedhof in Salzkotten
  25. § 41 des Sauerland/Paderborn-Gesetzes
  26. 750 Jahre Salzkotten, Band 1, Seite 386
  27. Stadt Salzkotten: Stadtbücherei

Weblinks

 Commons: Salzkotten – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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